Amtsanmaßung? Wenn ich eine graue Röhre auf meinem Privatgrundstück aufstelle, die noch nicht mal blitzen kann?
Na klar! Wenn das dazu führt, dass einige Autofahrer sich wegen der Attrappe an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, und das der Verkehrsbehörde überhaupt nicht beabsichtigt ist?
Ich kann mich in meiner Jugendzeit an stationäre Blitzer erinnern, die nicht bestückt waren. Der Landkreis hatte nur ein oder zwei Geräte und hat die mal hier, mal dort eingebaut. Der Kasten wurde deswegen aber nicht immer auf- und abgebaut und die meisten haben sich dann dort trotzdem mehr an die zulässige Höchstgeschwindigkeit gehalten.
Und dann erinnere ich mich an die Diskussion um eine Maut-Messstelle an einer Bundesstraße. Dort hat man die Säule extra farbig lackiert und vorher mit einem Schild darauf hingewiesen, worum es sich handelt, weil man Sorge hatte, dass die Leute dort stark bremsen, weil sie es mit einem Blitzer verwechseln. Die Verkehrsbehörde hatte also größere Sorge, dass sich Autofahrer plötzlich an die zHg halten.
Made my Day. Ich bitte um Beweise, das jemals ein KFz-Lenker bei einem FGÜ die Geschwindigkeit verringert hat, ohne das ein potentielles weiches Hindernis in der Nähe war.
Das müsste dann ja auch überall passieren, wo Autofahrer zum ersten Mal entlangfahren und von plötzlich und unerwartet auftauchenden Zebrastreifen traumatisiert werden.
Aus den Meldungen kann man zwischen den Zeilen lesen, dass es offenbar ein Gewohnheitsrecht gibt, gegen Verkehrsregeln zu verstoßen und Änderungen (sogar vermeintliche Änderungen) immer sorgfältig angekündigt werden müssen, bevor sie Wirkung entfalten. Genauso wie bei den empörten Anwohnern mit den verschränkten Armen auf den Pressefotos, die sich beschweren, dass sie auf einmal wirklich nicht mehr auf dem Gehweg parken dürfen.