Beiträge von Yeti

    Amtsanmaßung? Wenn ich eine graue Röhre auf meinem Privatgrundstück aufstelle, die noch nicht mal blitzen kann?

    Na klar! Wenn das dazu führt, dass einige Autofahrer sich wegen der Attrappe an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, und das der Verkehrsbehörde überhaupt nicht beabsichtigt ist?

    Ich kann mich in meiner Jugendzeit an stationäre Blitzer erinnern, die nicht bestückt waren. Der Landkreis hatte nur ein oder zwei Geräte und hat die mal hier, mal dort eingebaut. Der Kasten wurde deswegen aber nicht immer auf- und abgebaut und die meisten haben sich dann dort trotzdem mehr an die zulässige Höchstgeschwindigkeit gehalten.

    Und dann erinnere ich mich an die Diskussion um eine Maut-Messstelle an einer Bundesstraße. Dort hat man die Säule extra farbig lackiert und vorher mit einem Schild darauf hingewiesen, worum es sich handelt, weil man Sorge hatte, dass die Leute dort stark bremsen, weil sie es mit einem Blitzer verwechseln. Die Verkehrsbehörde hatte also größere Sorge, dass sich Autofahrer plötzlich an die zHg halten.

    Made my Day. Ich bitte um Beweise, das jemals ein KFz-Lenker bei einem FGÜ die Geschwindigkeit verringert hat, ohne das ein potentielles weiches Hindernis in der Nähe war.

    Das müsste dann ja auch überall passieren, wo Autofahrer zum ersten Mal entlangfahren und von plötzlich und unerwartet auftauchenden Zebrastreifen traumatisiert werden.

    Aus den Meldungen kann man zwischen den Zeilen lesen, dass es offenbar ein Gewohnheitsrecht gibt, gegen Verkehrsregeln zu verstoßen und Änderungen (sogar vermeintliche Änderungen) immer sorgfältig angekündigt werden müssen, bevor sie Wirkung entfalten. Genauso wie bei den empörten Anwohnern mit den verschränkten Armen auf den Pressefotos, die sich beschweren, dass sie auf einmal wirklich nicht mehr auf dem Gehweg parken dürfen.

    Ja, das Pedelec ist von der Stadtverwaltung. Vermutlich gibt es zur Nutzung auch eine Dienstanweisung, die das Tragen einer umfassenden Schutzausrüstung vorschreibt (unbelegte Behauptung meinerseits). Die Tour startete und endete beim Rathaus-Parkhaus.

    Vor ein paar Jahren gab es zum Auftakt des Stadtdrahteselns eine Veranstaltung auf einem Platz in der Innenstadt. Da ist der Stader Bürgermeister mit einem Menschen vom Landkreis oder einem Bürgermeister einer anderen Gemeinde im Landkreis auf ein Tandem gestiegen und hat sich von der Presse fotografieren lassen. Die beiden sind losgefahren und hinter der nächsten Ecke war die Tour vorbei. Da wurde er vom Auto abgeholt.

    Oder die peinliche Auftaktveranstaltung im Foyer der Stadthalle, wo ein paar ADFC-Wahnwestenträger sich die Unverschämtheiten des stellvertretenden Landrates (Inhaber eines Autohauses) angehört haben.

    Das ist alles nur eine riesige Farce.

    Die Intention ist sicherlich gut gemeint, aber das Video wirkt auf mich völlig unbeholfen. Gibt es in der gesamten Stadtverwaltung niemanden, die oder der wenigstens ein bisschen locker und natürlich rüberkommt und ein wenig den Eindruck erweckt, als würde das gerade Spaß machen?

    Ist der Anzeigenhauptmeister jetzt Radverkehrsbeauftragter in Stade? :/

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    Was soll immer diese Geisterradlerargumentation in solch einer Situation? Da das „Geisterradeln“ je nach Ort seitens der verantwortlichen Behörden sogar vorgeschrieben sein kann, MUSS jeder Abbiegende stets mit solch einem Querverkehr von beiden Seiten rechnen, will dieser nicht permanent aufmerksam die gerade gültige Wegsituation für Radfahrer verfolgen.

    Was heißt "Argumentation"? Es ist eine Möglichkeit, die auch aus meiner Sicht nicht unwahrscheinlich ist, auch wenn wir es aus der Meldung nicht entnehmen können. Das heißt nicht "selbst schuld" oder "das kommt davon" und natürlich hast du recht, dass beim Abbiegen nach rechts die Verpflichtung besteht, auch darauf zu achten, ob von rechts jemand auf dem Geh- oder "Radweg" kommt.

    Randnotiz: Jogger haben keine Vorfahrt, weil sie nicht fahren und hätten in der Situation warten müssen. Eine Regel, die wenige kennen und noch weniger verstehen, die aber -wie ich gehört habe- geändert werden soll? Auch da gilt natürlich, dass man trotzdem damit rechnen muss.

    „Visionzero“ bedeutet, Fehlerquellen auf allen denkbaren Ebenen zu entschärfen.

    Genau das! Die erste Ebene ist das eigene Verhalten. Ich bin früher auch mal auf der falschen Seite gefahren, wie es hier alle machen und weil es manchmal komplizierter ist, sich korrekt zu verhalten. Das mache ich seit einigen Jahren konsequent nicht mehr. Das hat dazu beigetragen, dass sich meine persönliche Statistik gefährlicher Situationen drastisch verbessert hat. Wenn man Geisterradler anspricht oder das deutlich erhöhte Risiko thematisiert, wird man aus der Fahrrad-Blase schnell angegriffen ("Victim-Blaming"), oder es wird relativiert ("nur das kurze Stück"). Ein Problembewusstsein erkenne ich jedenfalls nicht.

    Auf der anderen Seite gibt es die Ebene der Kraftfahrer, die auch mit dem Fehlverhalten von Radfahrern rechnen müssen und die sich auch oft genug über Regeln hinwegsetzen, ohne dass es Konsequenzen hätte.

    Dann gibt es die Ebene der Verkehrsbehörden, die immer noch Geisterradeln erlauben oder anordnen, wo es nicht zulässig ist. Damit wird das ein Stück weit normalisiert und viele Geisterradler haben keinerlei Bewusstsein dafür, wie hoch das Risiko an Kreuzungen ist, wenn sie auf "Radwegen" und dann noch auf der falschen Straßenseite fahren.

    Dann gibt es die Ebene der Polizei, die wegschaut und das massenhafte Fehlverhalten nicht ahndet. Ich habe hier jedenfalls noch nicht erlebt, dass die Polizei Geisterradler angehalten hat oder dass sie an Kreuzungen kontrolliert, dass LKW mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen.

    An anderer Stelle habe ich gerade von der Broschüre des Niedersächsischen Verkehrsministeriums berichtet, wo Kindern als Vorbereitung auf die Fahrradprüfung beigebracht wird, dass sie lieber auf dem Gehweg als auf der Fahrbahn fahren sollten.

    Und zum Schluss gibt es die Presse, die zwar über getragene oder nicht getragene Fahrradhelme schreibt (meist auf Grundlage der Polizeimeldung), aber meistens über offensichtliche Gefahrenstellen oder offensichtliches Fehlverhalten schweigt. An den Stammtischen wird dann auch lieber über "lebensmüde Radfahrer" schwadroniert, die "Mitten auf der Straße fahren", während Geisterradeln OK ist, weil die doofen Fahrrad-Asis dann nicht im Weg sind.

    Im Prinzip erleben wir, wie bei der Entschärfung von Fehlerquellen auf allen Ebenen kläglich versagt wird.

    Ja, stimmt. Frontal wäre natürlich möglich. Wenn der Fahrer vorher an der Kreuzung gewartet hat, kann der Junge davor vorbei gefahren sein, als der LKW losgefahren ist. Oder der Junge kam aus der anderen Richtung.

    Es war offensichtlich nicht der typische Rechtsabbiegeunfall, wo vorher beide in die gleiche Richtung gefahren sind.

    Ich habe am Ende im Freitext darauf hingewiesen, dass die Option "Ich kann nicht häufiger mit dem Fahrrad pendeln, wenn ich das bereits immer tue" fehlt.

    Originalzitat aus der Pressemeldung der Polizei

    POL-STD: Autofahrer steigt im Alten Land aus und schubst Radfahrer auf die Fahrbahn - ... | Presseportal

    Der Verursacher wird wie folgt beschrieben:

    - sehr groß, an die 2 Meter

    - sehr korpulent

    - Alter etwa Mitte 30

    - dunkle schmierige längere Haare (nackenlang)

    - abgebrochener Zahn vorne

    - etwas 3-Tage-Bart (nicht voll)

    - dunkles Shirt

    - Sprach deutsch

    Wobei das gezeigte Gehwegschild (VZ 239) doch definitiv mehr als 30 Jahre alt sein muss, dem Design nach zu urteilen.

    Der "Radweg" befand sich auf der südlichen Straßenseite. Das Bild ist auf der nördlichen Straßenseite aufgenommen, wo es anscheinend schon immer ein auch als solcher beschilderter Gehweg war.

    Wer zwangsbeglückt werden will, kann sich hier in einer Linkskurve endlich wieder von der rechten Fahrbahnseite auf den linksseitigen "Radweg" retten.