Eine Helmpflicht für Elektrotretroller-Fahrer*innen könnte dazu beitragen, dass diese Fahrzeuge nicht mehr "hipp" sind.
Immerhin sprechen Sie ehrlich aus, wozu Helmpflicht-Diskussionen geführt werden: Um das betreffende Verkehrsmittel unattraktiv zu machen.
Beises sind Fahrzeuge, die dem Nutzer das Gefühl geben, er sein jetzt ein Fußgänger, der besonders schnell und trotzdem bequem unterwegs ist.
Das Selbe kann man auch über Fahrräder behaupten und viele Gehweg-Radler sehen das sicherlich auch so. Also Fahrräder auch gleich verbieten oder durch eine Helmpflicht unattraktiv machen?
Und was wäre die Alternative? Hier in der bräsigen Kleinstadt gibt es keinen Scooter-Verleih, dafür aber unglaublich viele private eKFZ, meistens von Jugendlichen genutzt. Man kann jetzt eine Opa-Diskussion führen wie über die Bundesjugendspiele, ob es für die Jugend nicht besser wäre, sich mehr aktiv zu bewegen. Oder man akzeptiert, dass das eine moderne Form der Fortbewegung ist. Was würden denn die Jugendlichen sonst machen, wenn sie nicht auf dem Scooter fahren? Sich von Mama oder Papa im Auto kutschieren lassen oder gleich zuhause bleiben. Zu glauben, durch ein Verbot oder Maßnahmen, die E-Scooter unattraktiv machen, würden mehr Jugendliche Fahrrad fahren, ist unglaublich naiv.
Das eigentliche Problem ist doch, dass man bei der Einführung der Dinger vor allem im Sinn hatte, dass die genau wie Fahrräder dem Autoverkehr nicht im Weg sind. Daher wird von der Polizei auch das Fahren auf Gehwegen toleriert, egal ob mit dem Fahrrad oder E-Scooter. Schließlich wurde und wird es ja auch immer noch an allen unmöglichen Stellen explizit erlaubt oder sogar vorgeschrieben. Am besten noch mit MoFa-Freigabe und dem damit verbundenen sozialen Druck, dieses Angebot auch anzunehmen, damit man ganz sicher sein kann, dass alle langsameren Fahrzeuge aus dem Weg sind.
Man kann jetzt über Jugendliche schimpfen. Das ist bequem, bringt aber keine Lösung. Das Problem sitzt in der Verkehrsbehörde und im Polizeipräsidium.