Moderne Technik ist Teufelszeug, aber in Autos ist sie unfehlbar und sollte deshalb die Steuerung übernehmen.
Ich finde das ja irgendwie auch lustig, ausgerechnet in einem Fahrrad-Diskussionsforum so viel Beiträge zu lesen, in dem mit populistischen Argumenten über einen namhaften Autoverkehrs-Kritiker hergezogen wird. Andererseits ist das aber auch ein bisschen traurig, weil ich bei Einigen gerade den Eindruck gewinne, dass ihnen das Autofahren sehr viel wichtiger ist, als es in vielen Beiträgen hier den Anschein macht.
Noch mal zur Aufklärung:
Im Manager-Magazin vom 26.2.2019 erscheint ein Interview mit "Hermann Knoflacher (78). Er ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als Virus, dessen Geschwindigkeit dem Menschen keinerlei Nutzen bringt."
Die Überschrift über das Interview lautet:
Verkehrsexperte Hermann Knoflacher: "Der Autofahrer ist absolut asozial"
Wenn das zutrifft, dann ist es gerechtfertigt, ja geradezu geboten, sich Gedanken darüber zu machen, wie es gelingen kann, das Auto als Verkehrsmittel, so wie wir es heute kennen und nutzen, endgültig zu entsorgen.
Eine andere Auto-Kritikerin, Katja Diehl wurde von der FAZ am 16.5.22 unter dem Titel, "NEUE MOBILITÄTSFORMEN: Autos aus dem Verkehr ziehen", einmal so beschrieben:
"Die Provokation von Katja Diehls Buch besteht darin, sich eine Welt vorzustellen, in der das Auto eine seiner Funktionalität angemessene Rolle spielt. Sie besteht darin, sich Eltern vorzustellen, die ihre Kinder ohne Sorge allein mit dem Fahrrad zu einer Nachmittagsaktivität schicken können, oder Menschen, die sich auch mit Beeinträchtigungen oder im ländlichen Raum individuell und sicher ohne fossiles Fahrzeug fortbewegen können. Kurz: Diehls Ausführungen sind ein Schlag ins Gesicht der Bewahrer des verkehrspolitischen Status quo."
Es gibt einen interessanten Online-Dialog den Katja Diehl mit dem von ihr sehr wertgeschätzten Herrmann Knoflacher führt. Dieser Online-Dialog trägt dazu bei, Knoflachers Ansatz zu verstehen.
Weil Knoflacher für eine fundierte und tiefgehende Autokritik steht, ist es interessant zu lesen, was Knoflacher über Pedelecs in dem bereits oben erwähnten Manager-Interview sagt: "Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen. Ich weiß, das wird die Pedelec- und E-Bike-Freunde nicht gerade begeistern." Dass einige dieser Pedelec- und E-Bike-Freunde hier deswegen aber sich dermaßen auf den Schlips getreten fühlen, weil ich es gewagt habe, auf Knoflachers Kritik hinzuweisen, insbesondere auf die von ihm festgestellte Wesensähnlichkeit von Pedelec, E-Bike und Auto, ist schon erstaunlich.
Knoflacher Interview im Manager-Magazin:
Links: https://www.manager-magazin.de/lifestyle/auto…-a-1254305.html
Katja Diehl, vorgestellt in der FAZ: