Warum sollte man das tun?
Was vermutest du denn, warum Fahrradfahrer*innen auf einem Gehweg Fahrrad fahren, wenn der Gehweg für den Fahrradverkehr freigegeben ist? Hier ein Hannover-Beispiel:
Hier auf streetview:
Bei diesem Beispiel aus Hannover vermute ich, dass Fahrradfahrer*innen ungern die Fahrbahn benutzen, weil darauf die ortsüblichen 50 km/h gefahren werden dürfen und manche Autofahrer*innen noch schneller fahren. Außerdem weitet sich die Straße nach ca. 150 m auf und es gibt dann drei Fahrspuren wegen einer Kreuzungssituation:
Und direkt danach werden es vier Fahrspuren wegen einer abermaligen Kreuzungssituation:
Häufige Selbstversuche zeigen mir zudem immer wieder, dass man damit rechnen muss, von Autofahrern beschimpft oder angehupt zu werden, wenn man in der Blumenauer Straße auf der Fahrbahn fährt. Da kann ich es gut verstehen, dass Fahrradfahrer*innen lieber den Gehweg mit Radverkehrsfreigabe benutzen. Mache ich auch hin und wieder. Alleine schon, um die Nerven zu schonen.
Und besonders schnell bin ich ohnehin nicht unterwegs. Jedenfalls nicht so schnell wie du, der nach deiner Beschreibung auf dem "Bio-Bike" mühelos Pedelec-Fahrer*innen selbst dann abhängt, wenn die am Unterstützungs-Limit fahren. Da bin ich raus, das würde ich vielleicht gerade noch so eben für ein paar wenige Meter schaffen. Trotzdem behaupte ich mal so ganz dreist von mir, dass ich da fahrradtempotechnisch noch deutlich über dem Durchschnitt liege, besonders wenn man die vielen Gelegenheitsfahrradfahrer*innen und "Selten-oder-nie-Fahrradfahrer*innen" aller Altersstufen mit einbezieht.
Allerdings erlebe ich gerade, dass die zunehmende Zahl der Pedelec-Nutzer*innen mich häufig "alt" aussehen lässt. Es geht mir hier aber nicht darum, es denen irgendwie heimzuzahlen oder ein Revanchefoul zu begehen. Ich bin auch selbst schon bei manchen Gelegenheiten mit dem Pedelec gefahren.