Beiträge von Ullie

    Beispiele:

    1. Nächstes WE fahre ich mit einem Mietwagen nach Berlin. Der Mietwagen von Freitag Mittag bis Sonntag Abend kostet halb so viel wie die Bahntickets. Desweiteren möchte ich mir die Bahnfahrt (und dann mit ÖPNV durch Berlin) mit Baby + Kinderwagen + Gepäck (und auf dem Rückweg noch mehr Gepäck) nicht antun.

    2. Am Pfingstwochenende fahre ich, wieder mit einem Mietwagen, für eine Woche nach Meck-Pomm. Meinen Teil der Verwandschaft besuchen (unser Baby kenn bis jetzt nur meine Eltern), und das Wochenende danach fahre ich die Mecklenburger Seen Runde mit. Im Mietwagen sind also neben meiner Frau und dem Baby noch der Kinderwagen, mein Rennrad und weiteres Gepäck. So einen Trip tue ich mir mit der Bahn nicht an.

    3. Im Juni fahren wir mit dem Mietwagen für eine Woche in den Urlaub nach Usedom. Die Zugverbindungen dorthin sind echt grausam und der ÖPNV auf der Insel ist ebenfalls unter aller Sau.

    Und komm mir jetzt nicht mit Sätzen wie "Das Auto hat eben begünstigt, dass du jetzt so weit weg von deiner Familie wohnst." <X

    Das Leben kann man nicht immer optimal gestalten in einer in vielfacher Hinsicht wenig optimalen Welt. Deswegen will ich dir auch gar nicht mit irgendwelchen Sätzen kommen um deine persönlichen Entscheidungen zu kritisieren. In einem Interview des Standard wird Knoflacher gefragt: "Was wäre, wenn die Allgemeinheit das gesamte Geld, das in das System Auto geflossen ist, in den Auf- und Ausbau des öffentlichen Verkehrs gesteckt hätte?" Das trifft ja jetzt ziemlich genau dein Problem, dass in den drei von dir genannten Beispielen deutlich wird:

    "1. Der Mietwagen ... kostet halb so viel wie die Bahntickets.

    2. So einen Trip tue ich mir mit der Bahn nicht an.

    3. Die Zugverbindungen dorthin sind echt grausam und der ÖPNV auf der Insel ist ebenfalls unter aller Sau.

    Knoflacher antwortet in dem Interview des Standard: "Mit einem Bruchteil hätte jedes Dorf und jede Stadt einen perfekten und intelligenten öffentlichen Verkehr."

    Fahrbahnradler: Bezogen auf die Pedelec-Diskussion nennt Knoflacher Beispiele für einen sinnvollen Einsatz: "Sie sind okay, wenn man das Auto ersetzen will, und auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen." Allerdings warnt er auch: "Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen." ich denke, diese Warnung sollte ernst genommen werden! Tretunterstützung bis Tempo 20 reicht aus beim Pedelec. Fahrradverkehr findet ohnehin bei einem niedrigeren Tempo statt: "Das Gehen erhält oberste Priorität, das Rad mit seinen 12 bis 13 km/h Reisegeschwindigkeit steht an zweiter Stelle. Für höhere Geschwindigkeiten gibt es den öffentlichen Verkehr. Aber meistens brauchen wir keine höheren Geschwindigkeiten." (Knoflacher im Manager-Magazin)

    Link zum Standard-Interview:

    Verkehrsplaner Hermann Knoflacher: "Das ist eine Folge des Autovirus"
    Wer Hermann Knoflacher den Geburtshelfer der Fußgängerzone in Wien nennt, übertreibt nicht. Er sieht den Lebensraum für die Menschen und die Natur vom Auto…
    www.derstandard.de

    Link zum Manager Magazin Interview:

    Hermann Knoflacher: Warum das Auto die Welt furchtbar macht
    Hermann Knoflacher (78) ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als…
    www.manager-magazin.de

    Moderne Technik ist Teufelszeug, aber in Autos ist sie unfehlbar und sollte deshalb die Steuerung übernehmen.

    Ich finde das ja irgendwie auch lustig, ausgerechnet in einem Fahrrad-Diskussionsforum so viel Beiträge zu lesen, in dem mit populistischen Argumenten über einen namhaften Autoverkehrs-Kritiker hergezogen wird. Andererseits ist das aber auch ein bisschen traurig, weil ich bei Einigen gerade den Eindruck gewinne, dass ihnen das Autofahren sehr viel wichtiger ist, als es in vielen Beiträgen hier den Anschein macht.

    Noch mal zur Aufklärung:

    Im Manager-Magazin vom 26.2.2019 erscheint ein Interview mit "Hermann Knoflacher (78). Er ist der geistige Vater der weitgehend autofreien Wiener Innenstadt. Der Professor für Verkehrswissenschaften bezeichnet das Auto als Virus, dessen Geschwindigkeit dem Menschen keinerlei Nutzen bringt."

    Die Überschrift über das Interview lautet:

    Verkehrsexperte Hermann Knoflacher: "Der Autofahrer ist absolut asozial"

    Wenn das zutrifft, dann ist es gerechtfertigt, ja geradezu geboten, sich Gedanken darüber zu machen, wie es gelingen kann, das Auto als Verkehrsmittel, so wie wir es heute kennen und nutzen, endgültig zu entsorgen.

    Eine andere Auto-Kritikerin, Katja Diehl wurde von der FAZ am 16.5.22 unter dem Titel, "NEUE MOBILITÄTSFORMEN: Autos aus dem Verkehr ziehen", einmal so beschrieben:

    "Die Provokation von Katja Diehls Buch besteht darin, sich eine Welt vorzustellen, in der das Auto eine seiner Funktionalität angemessene Rolle spielt. Sie besteht darin, sich Eltern vorzustellen, die ihre Kinder ohne Sorge allein mit dem Fahrrad zu einer Nachmittagsaktivität schicken können, oder Menschen, die sich auch mit Beeinträchtigungen oder im ländlichen Raum individuell und sicher ohne fossiles Fahrzeug fortbewegen können. Kurz: Diehls Ausführungen sind ein Schlag ins Gesicht der Bewahrer des verkehrspolitischen Status quo."

    Es gibt einen interessanten Online-Dialog den Katja Diehl mit dem von ihr sehr wertgeschätzten Herrmann Knoflacher führt. Dieser Online-Dialog trägt dazu bei, Knoflachers Ansatz zu verstehen.

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    Weil Knoflacher für eine fundierte und tiefgehende Autokritik steht, ist es interessant zu lesen, was Knoflacher über Pedelecs in dem bereits oben erwähnten Manager-Interview sagt: "Als allgemeines Verkehrsmittel sind diese Räder aber nicht besser als alle anderen Verkehrsmittel, die durch zusätzliche Energie angetrieben werden. Alles, was unserer Bequemlichkeit dient im Verkehr, belastet meistens die Umwelt oder andere Menschen. Ich weiß, das wird die Pedelec- und E-Bike-Freunde nicht gerade begeistern." Dass einige dieser Pedelec- und E-Bike-Freunde hier deswegen aber sich dermaßen auf den Schlips getreten fühlen, weil ich es gewagt habe, auf Knoflachers Kritik hinzuweisen, insbesondere auf die von ihm festgestellte Wesensähnlichkeit von Pedelec, E-Bike und Auto, ist schon erstaunlich.

    Knoflacher Interview im Manager-Magazin:

    Links: https://www.manager-magazin.de/lifestyle/auto…-a-1254305.html

    Katja Diehl, vorgestellt in der FAZ:

    Autos aus dem Verkehr ziehen: Katja Diehls Buch „Autokorrrektur“
    Gegen die Privilegierung des motorisierten Individualverkehrs, die einer wirklichen Verkehrswende im Weg steht: Katja Diehl denkt ganz grundsätzlich über neue…
    www.faz.net

    Wegen des Geschwindigkeitsrausches von 20-45 km/h – auf einem Fahrrad!2drölf!

    "Das Auto: Ein Virus im Stammhirn
    „Knoflacher kritisiert seit gut 50 Jahren die Fehlentwicklung unserer Autogesellschaft und der ihr unterworfenen und damit ebenso fehlgeleiteten Verkehrsplanung. Schuld daran sei das menschliche Stammhirn. Dieses versucht Energie zu sparen und redet uns deswegen sozusagen ein, das Auto etwa dem Rad vorzuziehen."

    „Virus Auto 4.0“: Lesenswert!
    „Entgegen dem weitläufigen Begriff des ›weißen alten Mannes‹ ist Hermann Knoflacher ein weiser alter Mann, der trotz aller Gegenwehr mit unfassbar viel Charme,…
    www.freitag.de

    Trifft Knoflachers These zu, dann stellt sich unweigerlich die Frage, wo denn das Auto beginnt.

    Wer Knoflachers These auf das Auto engführen will, der könnte sagen. Knoflacher ist für diese Pedelec-Diskussion irrelevant, denn er redet ja nur von Autos, nicht von Pedelecs.

    Wer aber bereit ist, sich auf Knoflachers These einzulassen, der muss zugeben, dass eine Geschwindigkeit von 20-45 km/h vermutlich keinen Rauschzustand auslöst wie z. B. 200-450 km/h. Aber es ist ein Tempo das für die meisten Menschen auf einem Bio-Bike nur erfahrbar ist, wenn sie dafür in einem hohen Maß trainiert haben. Oder einen Berg hinunterfahren. Den Berg aber müssten sie zuvor erklommen haben.

    Auch wenn mit einem normalen Pedelec lediglich 25 km/h durch Motorunterstützung ermöglicht wird, das ist bei den meisten Menschen, selbst bei vielen die regelmäßig Fahrrad fahren, bereits schneller als ganz ohne Motorunterstützung. Es ist diese Motorunterstützung, die beim Verkehrsmittel Pedelec zum selben Problem führt wie beim Auto.

    Das von Knoflacher diagnostisierte Krankheitsbild, das bei der Autonutzung auftritt, ist ja nicht an ein 400 PS SUV mit 2,8 t Eigengewicht gebunden. Letztlich kommt das Virus dann ins Spiel, wenn schnell und dabei mühelos mit einem Verkehrsmittel gefahren wird, weil ein Hilfsmotor (beim E-Bike Motor) in Betrieb ist. Beim S-Pedelec und erst Recht beim E-Bike bricht das Virus durch. Und wer ganz ohne Mühe mit dem Bio-Bike 20 bis 45 km/h fährt, der wird ohnehin nicht auf die Idee kommen, auf ein S-Pedelec umzusteigen.

    Dass ein Bio-Biker unangemessen schnell fährt, macht die Sache nicht besser. Fakt ist, dass Pedelecfahren vielen überhaupt erst ermöglicht schneller zu fahren als sie es auf einem Bio-bike könnten.

    Einige fahren dann denoch vorsichtig, andere lassen es an Vorsicht und leider auch an Rücksicht mangeln.

    Das ist auch mit einem Bio-Bike möglich, aber es ist mit einem Bio-Bike weniger Menschen möglich. In dem Film vermute ich, wird an der Stelle Minute 1:15 dieselbe Gruppe gefilmt wie in mehreren anderen Szenen.

    Und wenn ein Fahrrad beschleunigen und bremsen weniger anstrengend macht wird vielleicht auch nicht so oft „zu schnell gefahren“ bloß um den Schwung noch zu nutzen.

    Oder es wird vorsichtiger gefahren und häufiger gebremst, wenn zum Beispiel Fußgänger-Kontakt droht oder Kinder spielen oder Tiere in Gefahr sind oder zur Gefahr zu werden drohen. Aber schau dir z. B. diesen swr-Film bei Minute 1:15 an. (inkl. Hunde-Gefahr) Ich finde da die Geschwindigkeit nicht mehr angemessen, sondern zu hoch. Und ich bin mir recht sicher, dass die Protagonisten auf einem Bio-Bike langsamer fahren würden.

    Doc Fischer: E-Bike-Fahren: So gesund ist es wirklich | ARD Mediathek
    E-Bike-Fahren: So gesund ist es wirklich | Video | Radfahren ist gesund. Aber auch mit Motor? Tatsächlich können auch E-Bikes Gesundheit und Fitness fördern.…
    www.ardmediathek.de

    Aber das was Dir fehlt und was Du beschreibst, wird doch durch Punkt 2 der Umfrage abgedeckt. Also mein Brompton verhält sich in Stufe 1 der Unterstützung zum Beispiel genau so. Bei dem von Dir angekreuzten Punkt 1 ist keine Unterstützung über 20km/h erlaubt.

    Tja, vielleicht sind meine Befürchtungen ja auch übertrieben und ich glaube nicht, dass alle Pedelec-Benutzer die volle Unterstützung bis 25 km/h immerzu ausreizen. Zumal das ja auch die Akku-Kapazitäten schnell erschöpft. Darüber hinaus hatte ich davon gelesen, dass bei manchen Kinder-Pedelecs eine Zusatzfunktion aktiviert werden kann, die die Motorunterstützung schon bei 20 km/h abschaltet. Trotzdem halte ich es für problematisch, dass die durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit der Fahrradfahrenden durch die Pedelecs zunimmt. Das wird wahrscheinlich dann unproblematisch, wenn die Fahrradwege breiter werden, wo Fahrradwege nötig sind. Und das Fahrbahn-Fahrradfahren zunimmt, wo es keinen Grund gibt, den Fahrradweg zu benutzen.

    Ich spekuliere mal...

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor gegen den Wind zu fahren als 20 Minuten mit Motor gegen den Wind zu fahren.

    Gegenwind ist tatsächlich eine sehr hässliche und mitunter heimtückische Sache. Bei einem Fahrradausflug auf einer Nordseeinsel mit Bio-Bike hatte mich das ganz schön an die Grenze gebracht. Weg vom Ferienquartier mit viel Rückenwind. Aber der Rückweg, der zog sich ganz schön lange hin. Und es ist irgendwie entmutigend mit voller Tretleistung doch nur sehr langsam voranzukommen. Da bin ich inzwischen vorsichtiger geworden. Und eine ähnliche Tour mit Pedelec verlief erfreulicher. Zumal ich den Akkustand gut im Blick gehalten hatte und für die Hinfahrt etwa Ein-Viertel der Akkukapazität einkalkuliert hatte. Das hatte sich bewährt, denn der noch Dreiviertel volle Akku reichte dann für die Rückfahrt. Aber sehr viel mehr Kilometer wären nicht mehr drin gewesen. In Hannover machen die Windverhältnisse mitunter auch zu schaffen, aber eher selten und deutlich weniger stark als an der Küste.

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor einen Berg hinauf zu fahren als 20 Minuten mit Motor einen Berg hinauf zu fahren.

    Kenne ich gut aus meiner alten Mittelgebirgs-Heimat. Und aus Städten wie Wiesbaden und Stuttgart, wo ich schon Bio-Bike Ausflüge im Bereich bis um die 30 km Gesamtstrecke gemacht habe. Beim Festlegen der Etappenziele ist das unbedingt zu berücksichtigen. Schwieriger wird es bei einer festgesetzten Zielvorgabe:

    Es ist anstrengender, 30 Minuten ohne Motor zur Arbeit* zu fahren als 20 Minuten mit Motor zur Arbeit* zu fahren.

    *statt zur Arbeit auch überall sonst hin

    Wenn zum Beispiel der einzig erreichbare Einkaufsmarkt weit weg ist, dann ist das Pedelec eine feine Sache. Andererseits wohne ich so, dass ich mehrere Einkaufsmärkte in zum Teil deutlich weniger als 20 Minuten auch zu Fuß erreiche, sodass ich manchmal gar nicht erst Lust habe, das Fahrrad aufzuschließen, und vor dem Markt wieder abzuschließen usw., weil ich manchmal eine ganz schön faule Socke bin, frage ich mich dann und wann, wozu ich heute zu faul bin auf- und abschließen oder zu Fuß gehen.

    Ich fasse den Rest mal so zusammen: Wenn es darum geht, notwendige Wege in vorgegebenen Zeitrahmen zurückzulegen, dann kann das Pedelec ein angenehmer Helfer sein. Wenn ich allerdings einen ohnehin kurzen Arbeitsweg habe und das Fahrradfahren dorthin ohnehin Teil des täglichen Fitnessplanes darstellt, dann sind ein paar Zusatzminuten Training kein Problem.

    Und wenn ich das Fahrrad vor allem als Sportgerät benutze, um damit irgendwo in der Gegend herumzufahren, dann ist es doch egal, ob ich das ein bisschen schneller mit einem Pedelec oder ein bisschen langsamer mit einem Bio-Bike mache.:saint: Entscheidend ist doch die Zeit, in der ich mich bewege und nicht die Strecke, die ich dabei zurücklege.

    Ich habe 20 km/h angekreuzt. Aber ähnlich wie Yeti fehlte mir eine optimale Ankreuz-Option:

    Mir ist beim Pedelecfahren aufgefallen, dass beim Zuschalten einer starken Motor-Unterstützung der Zusatzantrieb bei 25 km/h sehr schlagartig auf Null sinkt. Und bei meiner eher mittelmäßig ausgeprägten Eigenbeteiligung fällt es mir dann schwer, ein Tempo über 25 km/h ohne Motorunterstützung zu halten.

    Ich könnte mir gut eine Regelung vorstellen, die bewirkt, dass der Unterstützungsantrieb schon bei 20 km/h damit beginnt seine Arbeit zu verringern, bis er dann bei 25 km/h ganz sanft in den vollständigen Ruhemodus fällt.

    Ich habe das bei eigenen Fahrversuchen so versucht zu simulieren, dass ich bei einer Geschwindigkeit knapp über 20 km/h damit begonnen habe, die Unterstützungskraft händisch zu reduzieren. Das fand ich okay. Zumal ich im Fahrradalltag mit meinem "Bio-Bike" eher mit 15 bis 18 km/h maximal unterwegs bin. Ein sanftes Abschalten des Zusatzantriebes im Tempobereich zwischen 20 und 25 km/h halte ich deshalb für angemessen, weil es dem natürlichen Fahrradfahrverhalten der Mehrheit der Menschen entspricht. Und es sollte nicht ohne Not ein insgesamt höheres Fahrradfahrtempo für das Fahren mit dem Fahrrad dadurch entstehen, dass sich jetzt zunehmend Fahrräder mit Zusatzantrieb etablieren.

    Kurioserweise hat man bei den Elektro-Tretrollern die Grenze bei 20 km/h festgelegt, warum eigentlich wurde da ein niedrigeres Tempo beschlossen als für das Pedelec?

    Da hast du jetzt zwei verschiedene Zahlen verglichen; rund 10.000 weniger sind's. Das der Autoverkehr in der Stadt rückläufig ist (teilweise auch noch sehr viel deutlicher), ist ja schon länger bekannt.

    Also in Hannover merke ich nichts von rückläufigem Autoverkehr. Zumindest so rein subjektiv, gefühlt. Stattdessen habe ich den Eindruck, dass Hannovers Autofahrer*innen sich immer mehr im Kreuzungen zuparken perfektionieren. Da wird erbarmungslos in den Kreuzungsbereich reingefahren selbst bei "Dunkelgelb" noch, obwohl absehbar ist, dass beim folgenden Grün für den Querverkehr, dieser keine Chance hat loszufahren, weil die Kreuzungsmitte "zugeparkt" ist.

    Auch CDU: Grüne Welle für den Autoverkehr wegen Klima- und Umweltschutz, weil dann die Autos nicht so lange an der roten Ampel stehen.

    Oder den hier, ebenfalls CDU, aber auch FDP/AfD: Die Ampelvorrangschaltung für den ÖPNV bringt den ganzen Verkehr zum Erliegen. Außerdem profitieren davon nur die Bus- und Bahnfahrer, obwohl die nicht mal Steuern zahlen. Stattdessen wird der ÖPNV sogar noch subventioniert mit den Steuern, die den Autofahrern abgepresst werden.

    Pedelec, gebräuchlicher E-Bike, heißt es in dem Film bei Minute 0:45.

    Ich finde das sollte man sauber trennen, gerade auch im Hinblick auf den Aspekt Bewegung. Das E-Bike im eigentlichen Sinne fährt schließlich auch ohne Treten. Erfreulich: In dem Film wird recht konsequent der richtige Begriff, nämlich Pedelec, für das Pedelec benutzt.

    Bei Minute 1:16 wird herausgestellt, dass viele Menschen gerade durch das Pedelec wieder zum Radfahren motiviert werden. Allerdings wird genau an diese Stelle eine Szene gezeigt, in der mehrere Pedelecfahrer im flotten Tempo auf einem gemeinsamen Fuß- und Radweg im Slalom um Fußgänger*innen herum fahren.

    Schwerpunkt im Film sind Menschen mit chronischen Erkrankungen von denen viele aussagen, dass sie das Pedelec dazu motiviert Fahrrad zu fahren. Von einigen wird es geradezu als zweiter Frühling beschrieben.

    Es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass das Pedelec gerade ältere Menschen wieder dazu bringt, sich in den Sattel zu schwingen. Leider wird nicht darauf eingegangen, warum die Menschen nicht einfacher langsamer Fahrrad fahren, wenn es halt nicht mehr so schnell geht, wie vielleicht bei anderen gesünderen, jüngeren, fitteren Fahrradfahrer*innen. Ein Fall von Alters-Eitelkeit? Starke Steigungen und Gegenwind überwinden, darin sehe ich allerdings tatsächlich einen gewichtigen Grund dafür zum Pedelec zu greifen.

    Hier noch mal der Link: https://www.ardmediathek.de/video/doc-fisc…ZXgvbzE4NTc2Mzk

    Tucholskys älterer, aber leicht besoffener Herr ist überall ...

    Meinst du den hier:

    "Denn wak bei die Sozis. Na, also ick bin ja eijentlich, bei Licht besehn, ein alter, jeiebter Sosjaldemokrat.

    (...)

    Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln – es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich."

    Kurt Tucholsky: Ein älterer, aber leicht besoffener Herr
    1930 erschien eine der besten Satiren auf die Parteienlandschaft der Weimarer Republik Tucholskys. »Ein älterer, aber leicht besoffener Herr« ist zugleich auch…
    tucholsky-gesellschaft.de

    Laut Wissing ist es so, dass sich die für den Verkehrssektor vorgegebenen Klimaziele nur durch Samstag- und Sonntagfahrverbote einhalten lassen: "Dies wäre Wissing zufolge nur durch – Zitat – restriktive und der Bevölkerung kaum vermittelbare Maßnahmen wie flächendeckende und unbefristete Fahrverbote an Samstagen und Sonntagen möglich. Darunter würden nicht nur die Bürger leiden, auch Lieferketten könnten nachhaltig gestört werden, da eine kurzzeitige Verlagerung des Transports von der Straße auf die Schiene unrealistisch sei, warnte Wissing." Siehe dlf verlinkt von littlet.

    Ist es nicht so, dass sonntags ohnehin ein LKW-Fahrverbot gilt? Wenn dann außerdem keine PKW fahren, dann gäbe es endlich mal keine Störungen durch den PKW-Verkehr. Aber wer weiß, vielleicht plant Wissing ja auch nur einen Testlauf für E-Fuels- und Elektroautos?

    So ganz schrecklich scheint ein Sonntagsfahrverbot ohnehin nicht zu sein. Auf diesen Bildern von 1973 sieht man viele fröhliche Menschen.

    Sonntagsfahrverbot ölkrise – Qwant
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    www.qwant.com

    Entgegen des allgemeinen Trends, dass die Unfallzahlen sinken, setzt man im Landkreis STD weiterhin auf Wachstum.

    Nicht nur in Stade steigen die Unfallzahlen:

    "In Niedersachsen haben die Zahlen zu Unfällen und Todesopfern im Straßenverkehr ein Vor-Corona-Niveau erreicht. Das geht aus der Bilanz hervor, die das Innenministerium am Montag vorgestellt hat."

    Das berichtet der NDR vom 8.4.24 unter dem Titel: "Bilanz: Mehr Unfälle und mehr Tote auf Niedersachsens Straßen"

    Deutlich mehr Unfälle und Tote auf den Straßen in Niedersachsen: Land erreicht Unfall-Niveau von vor Corona
    In Niedersachsen haben die Zahlen zu Unfällen und Todesopfern im Straßenverkehr ein Vor-Corona-Niveau erreicht. Das geht aus der Bilanz hervor, die das…
    www.ndr.de

    Als besonders stark betroffene Bevölkerungsgruppe werden die Senior*innen genannt. In dem ca. 8 Minuten langen Video wird allerdings nur auf Unfälle auf den Autobahnen eingegangen. Inklusive einiger Aufnahmen, die zeigen, wie rabiat manche Autofahrer unterwegs sind.

    Hier geht es zum Resultat der bereits weiter oben schon einmal vorgestellten Umfrage.
    Die ist inzwischen abgeschlossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

    Die Umfrage ist vorbei: so haben unsere Leser abgestimmt! Höhere Parkgebühren für SUV? In Paris wird das Parken für große Autos künftig deutlich teurer werden – bis zu 18 Euro müssen Auswärtige dann pro Stunde bezahlen. Ein Modell für deutsche Städte?

    59 x Ja!

    22 x Nein!

    Dieser Text stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/menschen-meinu…uehren-fuer-suv des Internetauftritts von Publik-Forum

    Im Juli 21 wurde der Köbelinger Markt unter dem Motto Hannover schafft Platz von einem Parkplatz provisorisch in eine Fußgängerzone umgewandelt. (siehe Foto) Seitdem hat die Stadtverwaltung die Umbaupläne konkretisiert. Aber SPD, CDU und FDP haben durch einen gemeinsamen Beschluss im Rat der Stadt die Umbaupläne gestoppt. Jetzt erhält der grüne Oberbürgermeister Belit Onay Unterstützung von unerwarteter Seite:

    "Im Streit um den Köbelinger Markt bekommt Hannovers Oberbürgermeister Onay Unterstützung von unerwarteter Seite: Der ADAC hält den überwiegenden Teil der Parkplätze dort für verzichtbar. Der Auto Club ACE drängt auf ein Festhalten an den Plänen für eine autoarme Innenstadt."

    Streit um den Köbelinger Markt in Hannover: Automobilclubs stellen sich hinter Onays Pläne
    Im Streit um den Köbelinger Markt bekommt Hannovers OB Onay Unterstützung von unerwarteter Seite: Der ADAC hält den überwiegenden Teil der Parkplätze dort für…
    www.haz.de

    Siehe auch hier: https://archive.ph/ssXiV

    Hätte ich, ehrlich gesagt, den Automobilclubs so nicht zugetraut. Wunder gibt es immer wieder.

    also ehrlich: mir macht Radfahren oft genug überhaupt gar-keinen Spaß.

    Ich wohne an einem Fluss, der sich im Laufe der Zeit recht beträchtlich in sein Sandsteinbettchen eingegraben hat. Von ungefähr Talsohle bis auf Höhe der umgebenden Landschaft sind es ca. 150 Höhenmeter. "oben" gibt es einen großen Supermarkt, der hin und wieder preislich attraktive Angebote hat. Es macht mir genau NULL Spaß, auch bei für mich angenehmsten Temperaturen auf einer leeren, gut asphaltierten Fahrbahn, diese 150 Höhenmeter zurückzulegen.

    Es macht mir auch NULL Spaß, mit dem Reiseeinkaufsrad den Wocheneinkauf (okok, die Angebotskiste Radler) von der Talsohle die 40 Höhenmeter bis zur Wohnung hochzuwuchten.

    Die Aussage von Knoflacher ist überspitzte generalisierte Behauptung.

    Vielleicht trifft da eine dieser Aussagen Knoflachers zu Pedelecs auf dich zu: "Sie sind okay, wenn man das Auto ersetzen will, und auch für ältere oder weniger sportliche Menschen, die Höhenunterschiede überwinden wollen." (aus dem bereits weiter oben verlinkten Interview mit Knoflacher)

    OK, dann ist also nur der Busfahrer asozial :D

    Sozusagen, ja. ^^ Aber auch wieder eher nicht, da hat die Nahverkehrsgesellschaft vorgesorgt. Omnibusse haben eingebaute Limitierungen, die ich mir übrigens auch für Autos wünsche.

    Beim Pedelec, aber auch beim S-Pedelec und selbst beim E-Bike gibt es ja auch die eingebauten Limitierungen, anders als bei vielen Autos. Und beim häufigsten, am weitesten verbreiteten "E-Bike", beim Pedelec, ist die Tempo-Limitierung, bei der der Unterstützermotor aufhört zu unterstützen, auch relativ niedrig. Vermutlich sind also zumindest keine schweren Fälle von Auto-Virus zu befürchten.8)

    Ich lasse mich zu der Behauptung hinreißen, dass das nicht stimmt.

    Da müssen wir mal zusammen Omnibus fahren und Sie zeigen mir, wo das Gaspedal für die Fahrgäste versteckt ist. Ich habe bisher noch keines gefunden. In diesem Sinne ist Knoflacher zu verstehen. Selbstverständlich ist zusätzliche Energie nötig, dass ich mit dem Bus fahren kann, zusätzlich zu der von mir aufgebrachten Eigenenergie, denn die ist beim Omnibusfahren gleich Null. Aber es ist eben nicht so wie bei einem Individualverkehrsmittel, dass ich mit geringem Kraftaufwand auf ein Pedal drücke oder an einem Griff drehe und das Fahrzeug schießt davon.

    Die Energie wiederum, die ich aufbringen musste, um mir einen Fahrschein kaufen zu können, damit der Omnibusfahrer bezahlt werden kann und die vom Bus verbrauchte Energie und die Fahrzeugkosten usw., ist in der Betrachtung nicht gemeint.