Es ist doch wohl klar, dass ein Bus, der 58 Minuten braucht, während man mit dem Auto in 15 Minuten da ist, nur von Leuten benutzbar ist, die zu viel Zeit haben.
Nein, das ist nicht klar! Überhaupt, was soll die abfällige Bemerkung über Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, kein Auto benutzen? Wenn etwas klar ist, dann das: In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Verkehrsinfrastruktur geschaffen, die vielen Menschen das Autofahren aufzwingt, bzw. sie mehr oder weniger stark vom Leben ausschließt.
Interessant wäre, was los ist, wenn wegen der mit Hilfe der Spezialdemokratischen Partei beschlossene Verschärfung des Bürgergeldes (bei Jobs bis 6 Stunden pro Tag ist 1 Stunde pro Richtung, bei über 6 Stunden sind 1,5 Stunden pro Richtung als Wegezeit zumutbar) einem Bürger aus diesem abgehängten Landkreis ein Job in Dresden aufgezwungen werden soll und der dann mit Verweis auf den 58-Minuten-Bus und wohl noch eine unzureichende Taktung sagt: "Das liegt über 1,5 Stunden".
So was nennt man einen Teufelskreis. Viele Bürgergeldempfänger*innen haben kein Auto und das Bürgergeld ist so knapp bemessen, dass es nicht möglich ist, ein Auto zu finanzieren. Nach dem aktuellen Eckregelsatz stehen für Verkehr 50,49 Euro/Monat zur Verfügung.
Bürgergeld Regelsatz 2024 - Ein Überblick
Die monatliche Kosten für einen Volkswagen Polo 1.0 Live (das preisgünstigste Volkswagen-Fahrzeug) betragen laut ADAC Preisliste 526,- Euro.
https://assets.adac.de/Autodatenbank/Autokosten/autokostenuebersicht_s-v.pdf