Es ist für irreale Probleme aber noch nicht mal eine Ländergrenze nötig, im Busverkehr reicht schon eine Kreisgrenze:
Es gibt sicher noch mehr vergleichbare Absurditäten im "(Landkreis-)grenzübergreifenden" ÖPNV. Ganz zu schweigen von den innereuropäischen Grenzen.
Trotzdem halte ich es für kontraproduktiv, wenn sich Satiresendungen oberflächlich darüber lustig machen und dabei den springenden Punkt aus dem Auge verlieren. So wird in der von Mueck verlinkten Extra3-Sendung der Eindruck erweckt, der ÖPNV sei ein Mobilitätssystem vorwiegend für Rentnerinnen und Rentner. Dass der ÖPNV sehr schnell ein ernstzunehmendes attraktives Mobilitätssystem sein könnte, wenn die Bereitschaft bestünde, den Autoverkehr einzugrenzen, wird nach meiner Beobachtung selten thematisiert.
Ein Beispiel aus dem ländlichen Raum in der Eiffel:
Die Linienbushaltestelle ist so angelegt, dass der nachfolgende Autoverkehr an der Haltestelle nicht an dem Linienbus vorbeifahren kann. Auch in der Gegenrichtung ist das so angelegt:
Aber leider ist das nur an ganz wenigen Haltestellen der Fall, dass der Linienbus privilegiert wird. An den meisten Haltestellen ist der Bus gezwungen in Haltebuchten zu halten und hat dann Mühe, wieder aus der Haltebucht heraus zu fahren, weil viele Autofahrer ignorieren, dass sie in dem Fall wartepflichtig sind.
Außerdem ist das Tempo der Linienbusse begrenzt auf 60 km/h (wenn Passagiere auf Stehplätzen anwesend sind). Deshalb sollte grundsätzlich nicht schneller als Tempo 60 auf Landstraßen gefahren werden dürfen. Damit könnten riesige Geldsummen eingespart werden, weil Landstraßen nicht länger sukzessive verbreitert und begradigt und Senken und Anhöhungen nivelliert werden müssten, um sie Tempo-100-gängig zu machen.
Immerhin eine interessante Extra3-Sendung, die ein bisschen Richtung Verkehrswende geht, gibt es dann doch: