Dualer Blödsinn, zwei Beispiele. Darum lehne ich "duale Führungen" ab.
1. Erschließungsstraße, max. 400 Kfz/h, zHG 30 km/h (keine Zone), leichtes Gefälle, Fahrbahn voller Fahrradpiktogramme.
Für die Lemminge, die sich dort trotzdem nicht auf die Fahrbahn trauen, hat man den 90cm breiten Gehweg an einer Bushaltestelle auch für Schleichradler freigegeben. Mit Schrittgeschwindigkeit ist es sicherlich auch nicht so schlimm, wenn man der Radwegfurt folgt und an deren linken Seite auf eine nicht abgesenkte Bordsteinkante fährt. Hauptsache nicht auf die Fahrbahn!
So eine ähnliche Situation sah ich vor ein paar Tagen in der Falkenstraße:
Baustellenbedingt ist der ohnehin sehr schmale, nicht benutzungspflichtige Hochbordradweg blockiert und mit Baustellengittern abgesperrt. Es wurde jedoch versäumt, ein
+
aufzuhängen. Der Fahrbahnverkehr müsste zudem gewarnt werden mit einem
!
Weil es leicht bergan geht in der Falkenstraße, sodass man auf einem "Bio-Bike" ohnehin nicht schnell fahren kann und auf der Fahrbahn Rillen-Schienen liegen, nutzen viele Fahrradfahrer*innen den Angebotsradweg. Nach meiner Beobachtung fahren allerdings an der fotografierten Stelle wegen der Baustelle derzeit viele auf die Fahrbahn, andere fahren unverdrossen weiter auf dem Hochbord, ohne abzusteigen. Allerdings in einem sehr moderaten Tempo.
Das ist jedoch keine duale Radlösung. Sondern hier fehlt eine temporäre, korrekt ausgeschilderte Lösung.![]()
In deinem Beispiel ist es hoffentlich so, dass da bald kein
unter dem
hängen wird. Und ich befürchte, dass die Furtmarkierung unbedacht erfolgte. Ich vermute mal zugunsten der Verkehrsbehörde in Stade, dass sie die Fahrradfahrer*innen schonend an das Fahrbahn-Fahrradfahren heranführen will. Und gepennt hat, als die Furtmarkierung erneuert wurde.
Ich sehe aber auch in Stade nicht den ADFC in der Rolle, dass er am lautesten danach ruft, dass die Verkehrsbehörde an der Stelle ihre Arbeit tut. Fatal wäre es allerdings, wenn der ADFC in Stade verbissen daran festhalten würde, dass das
an der Stelle hängen bleibt und darüber hinaus auch noch eine Freigabe des ohnehin sehr schmalen gehwegs in Gegenrichtung fordern würde.
Es ist leider so, dass solche Fehl-Ausschilderungen gar nicht mit bösem Willen oder einer bestimmten Ideologie im Hinterkopf geschehen. Eher aus Unbedachtheit oder einer gewissen "Wurstigkeit" heraus.