Hier im Forum wird schon mehrere Beiträge lang über den Fahrradhelm diskutiert. Allerdings in dem Thread Medienhinweise, Woche 24 vom 08. bis 14. Juni 2026
Dort wurde ein Artikel der FAZ vom 12.6.26 verlinkt: RE: Woche 24 vom 08. bis 14. Juni 2026
Darin steht, dass Radfahrer nicht genügend geübt seien darin, richtig zu bremsen. Ein Radsport-Weltmeister behauptet provokant: "Beim Bremsen bereiten Radfahrer ihre Hinrichtung vor".
Auch zum Thema Fahrradhelm wird der Profi in dem Artikel befragt: "Appellieren Sie wie viele andere auch für eine Helmpflicht?
Ich appelliere an den gesunden Menschenverstand. Ich würde mal behaupten, dass ich ganz okay auf dem Rad sitze. Dennoch würde ich nie im Leben auf den Gedanken kommen, auch nur eine Sekunde ohne Helm zu fahren. Ich gebe zu: Früher war das zu meiner Profi-Zeit noch normal."
Ich habe einmal bei den richtigen Pferden nachgeschaut. Auf den Stahlrössern gibt es keine Helmpflicht. Und wie ist das auf richtigen Pferden?
"Ist ein Reithelm Pflicht?
Bisher gibt es in Deutschland noch keine gesetzliche Pflicht, einen Reithelm zu tragen. Allerdings können Vereine, Reitschulen und Verbände das Tragen von Helmen vorschreiben – und das machen sie in der Regel auch. Die ARAG Experten empfehlen zur eigenen Sicherheit, nur mit Helm auszureiten. Genauso wichtig ist das Tragen eines Helms bei der rechtlichen Beurteilung von Schadensersatzpflichten. Wer auf den Helm verzichtet und bei einem Reitunfall zu Schaden kommt, riskiert zumindest eine Kürzung der Leistungen durch die Versicherung."
Das Fahrrad ist allerdings anders als ein Pferd ein Fortbewegungsmittel, das breiten Bevölkerungsschichten zugänglich ist und das Potenzial hat, ein wichtiger Baustein in der dringend notwendigen Verkehrswende zu sein. Deshalb sollte es für das Alltagsfahren keine Helmpflicht geben dürfen. Auch keine durch die Hintertür, wie es in dem Artikel zum Reiten dargestellt wird: "Wer auf den Helm verzichtet und bei einem Reitunfall zu Schaden kommt, riskiert zumindest eine Kürzung der Leistungen durch die Versicherung."
Und dass ein Radrennprofi zu dem Thema befragt wird, geht am Thema vorbei. Denn für Radsportveranstaltungen, bei denen durchschnittliche Tempi von ca. 40 km/h gefahren werden und wo bei Abfahrten Tempi um die 100 km/h erreicht werden, mag ein Helm Sinn machen. Aber für das Alltags-Flachland-Fahrradfahren macht es keinen Sinn, sondern hält die Leute davon ab, das Fahrrad zu benutzen.