Also muss das allermeiste in sagen wir mal 1km Entfernung vorhanden sein? Da liegt bei mir etwa die "Schmerzgrenze", ab der ich in aller Regel doch ein Fahrzeug verwende. Also max. 1km zur Arbeit, 1km zum Baumarkt, 1km zum Elektronikgeschäft, 1km zu meinem Spezial-Sportverein, 1km zur Kneipe wo ich mich mit Freunden zum Skatspielen treffe, usw.?
Was du propagierst sind ganz viele kleine Dörfer, die man quasi nicht mehr verlassen soll, man unter sich bleibt?
Natürlich muss man überall zu Fuß und mit dem Rad hinkommen können, aber die Realität ist doch, dass viele Ziele aus sehr guten Gründen für Fuß und oft auch für Rad zu weit weg sind.
Das meiste muss in 1 km Entfernung vorhanden sein. Ja das ist richtig.
Was ist das meiste? Da wird es schwierig.
Der "Spezialsportverein" gehört nicht unbedingt dazu.
Aber natürlich sollte es so sein, dass man erst mal vor Ort (1 km Umkreis) schaut, was an Sportvereinen da ist.
Und das nicht unbedingt mit der absoluten Priorität verbindet, dass es eine ganz bestimmte "Spezial"-Sportart ist.
Ganz bestimmt sollen es keine kleinen Dörfer sein, die weit abgelegen voneinander liegen. Wer trotzdem gerne in einem kleinen Dorf wohnt, weit abgelegen von einem anderen Dorf, der soll das natürlich tun können. Aber er sollte es nicht mit der Erwartungshaltung tun, dass er dort im selben Maße mobil sein kann, wie in einer dicht besiedelten Stadt.
In Städten gibt es Stadtteile, die kleine Zentren bilden und die oft so dicht beieinander liegen, dass man, je nachdem wo man wohnt, auch noch ein bis zwei andere Nachbarstadtteile ganz gut zu Fuß, zumindest aber mit dem Rad, erreichen kann.
Zum Baumarkt zum Beispiel muss ich nicht jeden Tag, sondern vielleicht einmal im Monat. Der kann dann auch im nächsten oder übernächsten Stadtteil liegen. In der Kneipe Skat spielen funktioniert dann am besten, wenn die Spieler im selben Stadtteil wohnen und wenn es dort zwei bis drei annehmbare Kneipen gibt.
Die "Superblock"-Stadtplanung sieht vor, dass 5000 bis 6000 Menschen in einem Superblock leben. https://de.wikipedia.org/wiki/Superblock_(Stadtplanung)
Die Grundfläche ist etwa 500 x 500 m. Die Bebauung sind mehrstöckige Mehrfamilienhäuser. https://spainhomes.com/de/blog/gebiet…hen-zuruckgeben
Bei so viel potenziellen Kunden sollte einiges möglich sein für den täglichen Bedarf. Supermarkt, Delikatessengeschäft, Bekleidungsladen, ein bis zwei Hausärzte, vielleicht auch den einen oder anderen Spezialisten.
Wer lieber in einem ländlichen Raum in einem Ort mit ein- bis zweigeschossigen Reihen-Häusern oder gar Einfamilienhäusern mit großer Grundstücksfläche mit 4000 bis 5000 Einwohnern lebt, der kann nicht erwarten, dass im selben Maße die aufgezählten Angebote auf kurze Distanz zur Verfügung stehen. Aber meines Erachtens ist es ein Fehler dort Siedlungen zu planen, ohne einen ÖPNV-Anschluss einzuplanen. Und es ist ein Fehler dort Straßen so breit zu bauen, dass Fahrzeuge am Straßenrand parken können. Für Privat-KFZ der Bewohner kann es Sammelgaragen geben, die am Rand der Siedlung stehen. Und der Weg dorthin sollte in etwa so lang sein, wie zur Bushaltestelle.
Sehr viele Wege würden dann zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden!