Dafür braucht es keine mehrspurige Landshuter Allee: Kapazitätsreserve Stehplätze im Umfang von mehr als 200% zusätzlicher Transportkapazität:

E-Citaro Gelenkbus der Üstra: 42 Sitzplätze und 91 Stehplätze. Kapazitätsreserve in Form von Stehplätzen: 42/91x100=217%
Das Problem an mehrspurigen stark befahrenen Einfallstraßen ist, dass sie nur in den Verkehrsspitzen sehr stark befahren sind, in den verkehrsschwachen Zeiten aber zum Rasen einladen. Zu den Versuchen daran etwas zu ändern gehören zum Beispiel flexible Arbeitszeiten.
Würde man das konsequent umsetzen, dann würden die "flexiblen" Arbeitszeit nicht mehr vom Arbeitnehmer oder Arbeitgeber bestimmt, sondern von der Straßenverwaltung. Dann könnte man ganz sicher die Transportkapazität um ca. 200% steigern. Oder anders ausgedrückt: dreispurige Einfallstraßen (je Richtung) könnten auf einspurig zurückgebaut werden.
Einer der großen Fehler der Verkehrsentwicklung ist, dass das Individual-Verkehrsmittel Auto nicht im eigentlichen Sinne genutzt wird, als individuelles Verkehrsmittel, sondern dass es zu einem Massenverkehrsmittel wurde, das die eigentlichen Massenverkehrsmittel des ÖPNV, nämlich Busse, Straßenbahnen, Stadtbahnen, Züge vielerorts den Platz weggenommen hat, bzw. mancherorts zum Bau von extrem kostspieligen Untergrundbahnen (U-Bahn und Untergrund S-Bahnen) geführt hat. Darüber hinaus hat der massenhafte Autoverkehr bewirkt, dass das Fahrradfahren extrem unattraktiv geworden ist und der Radverkehr häufig auf umwegige Strecken ausweicht, weil die Hauptverkehrsstraßen unbenutzbar gemacht wurden vom Autoverkehr.
Der Vorteil des ÖPNV ist: Nimmt man als einfache Auslastung eines ÖPNV-Verkehrsmittels an, dass alle vorhandenen Sitzplätze besetzt sind, dann gibt es darüber hinaus eine Reserve, nämlich die Stehplätze, die eine Kapazitätserweiterung von zusätzlich 200% Auslastung ermöglicht. Und dafür benötigt ein ÖPNV-Verkehrsmittel keine zusätzliche Verkehrsfläche oder Fahrspuren, weil diese Erweiterung um 200% innerhalb des ohnehin vorhandenen und sich im Betrieb befindlichen ÖPNV-Fahrzeuges stattfindet.
Im Prinzip hätten die zahlreichen Autos im Berufsverkehr ebenfalls eine stattliche Kapazitätsreserve zu bieten. Die meisten PKW sind nämlich nur mit rechnerisch rund 1,5 Personen besetzt. Da würden auch 4 bis 5 Personen komfortabel reinpassen. Das wäre dann auch eine Kapazitätsreserve von zusätzlich 200%! Die Nutzung dieser Kapazitätsreserve findet aber im Autoverkehr nicht statt, im ÖPNV dagegen sehr wohl!
Für eine konsequent auf den ÖPNV ausgerichtete Verkehrswende bräuchte es keine mehrspurige Landshuter Allee!