Voll bis oben hin auf dem getuneten S-Pedelec.
In dem Artikel heißt es:
"Der 46-Jährige berichtete der Polizei, sein Rad könne bis zu 94 Kilometer pro Stunde fahren."![]()
Er muss wirklich ziemlich zugedröhnt gewesen sein.![]()
Voll bis oben hin auf dem getuneten S-Pedelec.
In dem Artikel heißt es:
"Der 46-Jährige berichtete der Polizei, sein Rad könne bis zu 94 Kilometer pro Stunde fahren."![]()
Er muss wirklich ziemlich zugedröhnt gewesen sein.![]()
Jedes dritte radelnde Mordopfer ist ein Fahrradkurier. Woher Produzenten und Drehbuchautoren bloß immer die Inspiration für den Plot im TV-Krimi nehmen?
https://radunfaelle.wordpress.com/2026/03/15/der…n-fernsehkrimi/
Du schreibst das als Antwort auf den Beitrag von davice , der ähnliche Beobchtungen in Hamburg gemacht hatte, wie es der Sauerlandkurier aus Köln berichtet, nämlich Fahrradkurierfahrer, die mit E-Bikes fahren, die eigentlich als Speedpedelecs oder Elektro-Motorrädern angemeldet werden müssten und dann eigentlich nicht auf Fahrradwegen oder auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen oder für den Fahrradverkehr freigegebene Fußwegen fahren dürften. "Dennoch werden sie oft auf Radwegen oder sogar kombinierten Fuß- und Radwegen genutzt."
Und es geht weder in dem Beitrag des Sauerlandkuriers noch in dem von mir verlinkten Polizeibericht aus Hannover zum selben Thema darum, dass Fahrradkuriere Mordopfer in Krimis werden.
"Ein illegales Rennen ist eine Straftat. Diese Straftat kann man laut Gesetz auch alleine begehen, wenn man sich mit "nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt", nur um möglichst schnell zu fahren."
Warum überhaupt zulassen, dass solche illegale Rennen in den Innenstädten stattfinden können. Da die "Gaspedal-Helden" anscheinend keinerlei Unrechtsbewusstsein bei der Raserei plagt, spricht vieles dafür, die Fahrzeuge so zu bauen, dass sie innerstädtisch gar nicht erst schneller als 50 km/h (besser 30 km/h) fahren können.
Mit einem verbindlichen ISA ist das möglich und es ist an der Zeit, das umzusetzen, wie auch die Beschreibung des "Unfalls" in Frankfurt einmal mehr zeigt:
"Der VW des 19-Jährigen schleuderte unterdessen nach links und prallte frontal gegen ein geparktes Fahrzeug. Die Wucht des Zusammenstoßes war so groß, dass der geparkte Wagen noch mit weiteren Autos am Straßenrand zusammengeschoben wurde. Zusätzlich wurde ein Auto durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt. An drei Wagen entstand Totalschaden." Die umherfliegenden Trümmerteile hätten auch Fußgänger*innen schwer verletzen oder gar töten können.
An dieser Kreuzung ereignete sich laut Polizeimeldung der Unfall: Homburger Landstraße / Hugo-Sinzheimer-Straße
Und gleich noch ein alter Film, diesmal mit einem seltenen ÖPNV-Verkehrsmittel im Mittelpunkt, ähnlich alt, ebenfalls ein Schwarzweißfilm, aber ein Dokumentarfilm.
Titel: "Die aufgehängte Strassenbahn" von 1964
Bemerkenswert dieses Zitat bei Minute 6:25 "In 63 Jahren Betrieb hat sich nicht ein einziger tödlicher Ufall ereignet. Das ist einmalig in der Welt, die sich an sechsstellige Verkehrsopferzahlen hat gewöhnen müssen." 1964 gab es 16.432 Verkehrstote im Bundesgebiet und Westberlin.
aus: https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/M…H_6_1964_VB.pdf
Schwarzfahrer. Klassiker
https://www.bpb.de/mediathek/video/304878/schwarzfahrer/
Edit: Link entfernt (Schreibfehler mit dicken Fingern am Handy), hier jetzt sichtbar eingefügt. Ich habe extra einen „seriösen“ Link von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgewählt.
Danke, den Link habe ich auch gerade ergoogelt. Der Film ist einfach spitze und funktioniert heute wie vor 34 Jahren, als der Film gedreht wurde.
Auch dass er in Schwarzweiß gedreht wurde, steigert eher noch die Aktualität, weil das zeigt, dass sehr lange schon Rassismus im wiedervereinigten Deutschland ein Thema ist.
Ebenfalls in Schwarzweiß ist dieser Film der Augsburger Puppenkiste von 1961 bei der eine Lokomotive im Mittelpunkt der Geschichte steht. Und ein sehr junger Mann mit schwarzer Hautfarbe ist die Titelfigur.
Bei "K11, die neuen Fälle, Geld stinkt doch", handelt es sich sogar um eine nackte Fahrradfahrerin. Hätte sie einen Helm aufgehabt, dann hätte wohl Andreas Scheuer das Drehbuch geschrieben.
Den vielen fahrradfahrenden Opfern in Kriminalfilmen setze ich jetzt mal einen bekannten fahrradfahrenden Aufklärer entgegen:
Das Bild ist aus diesem Artikel im Schweizer Velo Journal über den bekannten Ermittler Father Brown:
Autofilme gibt's sicher ein ganze Menge. Aber es gibt auch interessante, unterhaltsame, lehrreiche und spannende Filme bei denen ein ÖPNV-Verkehrsmittel vorkommt.
Den habe ich zufällig in der Liste mit den Filmen aus der Serien "Wir Kinder aus Uhlenbusch" gefunden. Darin macht ein kleiner Junge, der bald zur Schule kommt, eine Probefahrt in den Ort in dem die Schule ist:
Neues aus Uhlenbusch ist eine Kinderserie, die ursprünglich sonntagsnachmittags ausgestrahlt wurde, wenn ich mich recht erinnere.
Eine der Hauptpersonen ist Heini, der Postbote mit seinem Postfahrrad, das immer wieder in den Folgen der Serie zu sehen ist.
In der Folge ist ein neues Kinderfahrrad im Mittelpunkt:
Th(oma)s , deine Skepsis gegenüber dem Sicherheitszugewinn durch Reduktion auf Tempo max. 30, wovon insbesondere Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen profitieren, will mir nicht einleuchten.
Hier noch eine andere Quelle, in der ein Experte betont: "Wenn Tempo 30 angeordnet und auch überwacht und geahndet wird, erhöht dies die Verkehrssicherheit." (ausführliches Zitat weiter unten)
Das sehe ich genau so. Und mir fällt partout kein vernünftiger Grund ein, warum das nicht so sein sollte. Bei dem was du schreibst, so ist mein Eindruck, geht es dir vor allem darum, dass du die Studien in Zweifel ziehst, die belegen, dass Tempo 30 ein wichtiger Faktor ist, um Unfallzahlen zu senken.
Wenn deine Vermutung zutrifft, dass Tempo 30 nicht zu einer Senkung der Unfallzahlen und eine Verringerung der Unfallfolgen beiträgt, dann könnte das vielleicht daran liegen, dass die von dem zitierten Polzeihochschul-Experten genannte Bedingung (Tempokontrolle) nicht ausreichend erfüllt wird und dann bei der Erstellung von Studien gemogelt wird, um zu verschleiern, dass keine ausreichenden Tempokontrollen stattgefunden haben.
Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom 12.34.26 hatte über Tempo 30 Reduktionen im Kasseler Stadtgebiet berichtet:
ausführliches Zitat:
"Polizeihochschul-Experte über Tempo 30 auf Hauptstraßen: „Überlebenschance ist viel größer“
Stand:12.03.2026
Die Stadt Kassel hat auf weiteren Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 ausgeschildert. Wie sinnvoll dies ist, darüber sprachen wir mit einem Experten der Polizeihochschule.
Kassel – Es hat unter Autofahrern für viel Unmut gesorgt, dass die Stadt Kassel vergangene Woche ohne große Vorankündigung neue Tempo-30-Beschränkungen auf der Holländischen Straße und der Leipziger Straße angeordnet hat. In beiden Fällen war das Tempolimit mit „hochfrequentierten Schulwegen“ begründet worden, die entlang der Abschnitte führen. Auch auf der Frankfurter Straße ist aus gleichem Grund ein weiteres Tempolimit geplant. Wir sprachen mit Professor Dieter Müller, Studienleiter des Fachbereichs Verkehrswissenschaften bei der Hochschule der sächsischen Polizei, über die Sinnhaftigkeit.
Herr Müller, in Kassel wurde ohne große Vorankündigung Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen umgesetzt, die als „hochfrequentierte Schulwege“ gelten. Ist Kassel mit diesem Vorgehen allein?
Das ist in ganz Deutschland aktuell Praxis. Die Neuerungen im Verkehrsrecht werden von den Kommunen aber in unterschiedlichem Tempo umgesetzt. Vorreiter sind eher die Orte, die auf Verkehrssicherheit großen Wert legen. Denn es ist ganz klar: Wenn Tempo 30 angeordnet und auch überwacht und geahndet wird, erhöht dies die Verkehrssicherheit."
Das ist die Holländische Straße in Kassel. Ich sehe da Tempo 30 max. als absolut berechtigt an:
Die anderen im Artikel genannten Straßen können wir uns ja später auch noch mal angucken.
"Björn-Steiger-Stiftung
Studie zu Tempo 30: Weniger Unfälle, kaum längere Fahrzeit"
Zum Zeitpunkt dieser streetview-Aufnahme von 2022 galt dort noch kein Tempo 30:
"Eine neue Auswertung zeigt, wie Tempo 30 die Lebensqualität in Innenstädten beeinflusst. Nach Angaben der Björn-Steiger-Stiftung führt eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung zu weniger Unfällen. Die Fahrt dauere aber trotz geringerer Geschwindigkeit kaum länger.
Mit dem neuen Strassenverkehrsgesetz sind Tempolimits leichter umzusetzen. (picture alliance / Snowfield Photography / Snowfield Photography)
In die Untersuchung flossen Studienergebnisse aus 14 Städten ein, die Tempo-Limits in Innenstädten eigeführt haben. Dazu zählen Berlin, Belfast, Graz, Helsinki, London und Toronto in Kanada."
DLF vom 5.1.2026
Leider fehlt in dem Artikel der Hinweis darauf, dass Tempo 30 innerorts besonders dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn gleichzeitig ISA mit mehr Verbindlichkeit arbeitet und sich nicht so ohne weiteres abschalten lässt.
Die "Björn-Steiger-Stiftung ist nicht einfach irgendeine Stiftung, vielmehr ist sie besonders bei allen Autofahrer*innen sehr gut bekannt, oder zumindest, das, was von der Björn-Steiger-Stiftung vor rund 55 Jahren initiiert wurde und vermutlich vielen Tausend vor allem autofahrenden Menschen schon das Leben gerettet hat, besonders in der Zeit vor der weiten Verbreitung von Mobiltelefonen:
Deshalb ist es besonders eindrucksvoll in den einschlägigen Diskussion mit Verweis auf die Björn-Steiger-Stiftung Tempo 30 innerorts einzufordern. Das dürfte auch bei notorischen Autofahrer*innen ziehen.
Nur ein bisschen krumm, aber vorher sah es ganz anders aus: https://maps.app.goo.gl/De8erdPBFCPduE4y9
Liegt der Verteilerkasten geplättet unter dem umgestürzten Mauerstück?
ich will mich darüber absolut nicht lustig machen.
Also wenn du das extra schon dazu sagen musst, dann spricht das Bände ...
ohje: Radfahrerin stürzt, weil Autofahrer U-Turn macht
Genau: Radfahrerin stürzt, weil Autofahrer U-Turn macht. So steht es geschrieben.
Und dann steht da noch in den ersten beiden Zeilen des Artikels: "Weil ein Auto illegal vor ihr gewendet habe, erlitt Gabriele Heuer in Altona Armbruch, Zahnfraktur und Blutung im Kopf." Ursache ist also rabiates und rücksichtsloses Autofahrerverhalten. Kein Wort von fehlender oder schlechter Radverkehrsinfrastruktur. (Ich habe allerdings auch nur den frei zugänglichen Teil des Artikels gelesen und daraus zitiert. "Archive-today" wollten wir ja meiden. Gibt's eine andere Alternative den ganzen Artikel kostenfrei anzuklicken?) Steht da drin, dass die Fahrradfahrerin falsch gebremst hat und deshalb stürzte? Das grenzt ja schon an Victim blaming.
Polizei NRW framt Radfahren unter tatkräftiger Mitwirkung der NRZ mal wieder halt- und sinnlos als lebensgefährlich. Diesmal: angebliche kindliche und jugendliche Pedelec-Raser.
In den Niederlanden hat das Parlament gerade vor, eine Helmpflicht für jugendliche Pedelecfahrer zu beschließen.
Damit will sie der Ausbreitung der sogenannten Fat-Bikes entgegenwirken, die besonders bei Jugendlichen sehr beliebt sind und die sehr oft manipuliert sind, so dass die Tretunterstützung auch bei Geschwindigkeiten deutlich über 25 km/h nicht abschaltet, bzw. die "Pedelecs" ohne Treten hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Eine Helmpflicht wäre eine umwegige Maßnahme um den "Pedelec-Missbrauch" in den Niederlanden zu stoppen. Ein direktes Eingreifen, das sich gegen die manipulierten Pedelecs richtet, wäre zielführender!
Und wie ist es in NRW? Eine Reduzierung der Höchstgeschwuindigkeit auf Landstraßen, wo sich der beispielhaft aufgeführte Unfall ereignete, würde dazu beitragen, dass weniger, bzw. weniger schlimme Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs geschehen, die von Autos gerammt werden. Ebenso eine Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur und generell Tempo 30 innerorts, sowie eine verbesserte Tempokontrolle.
Ich habe es noch nicht systematisch untersucht, aber mein Eindruck ist, dass wöchentlich ein oder mehrere Vorfälle passieren, bei denen Autofahrer mit stark überhöhter Geschwindigkeit innerorts fahren. Hier ein Vorfall vom 6.3.26 über den aktuell meine stadt.de am 8.3.26 berichtet:
https://aktuell.meinestadt.de/hannover/polizeimeldungen/6852257
"Mit einer Geschwindigkeit von weit über 100 Kilometern pro Stunde ist am Freitag, 06.03.2026, ein Autofahrer in Hannover vor der Polizei geflüchtet. Auf seiner Flucht unter dem Einfluss von Cannabis gefährdete er mehrere Personen. Ein Fußgänger konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Die Polizei bittet diesen sich zu melden.
Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeikommissariats Hannover-Lahe wollte die Besatzung eines Funkstreifenwagens den 28-Jährigen am Freitagabend gegen 18:15 Uhr im Bereich der Overbeckstraße in der List einer Verkehrskontrolle unterziehen. Statt das Fahrzeug zu stoppen, gab der Fahrer jedoch Vollgas und flüchtete. Auf der Fahrt über die Walderseestraße
und die Hermann-Bahlsen-Allee
auf die Podbielskistraße
beschleunigte der Mann seinen Mercedes-Benz AMG auf weit über 100 Kilometer pro Stunde.
Die Forderung von Fuss e.V. ist nur allzu sehr berechtigt:
"ISA muss in alle Autos, so rasch es geht – und es muss mindestens innerorts immer eingeschaltet bleiben."
Dieser Zeitungs-Artikel aus dem SauerlandKurier vom 8.3.26 bestätigt meine Befürchtungen:
Darin heißt es:
"Zu schnell, rücksichtslos, verkehrswidrig: Der Ärger über so manche Essenslieferanten, die per E-Bike durch Köln flitzen, ist groß.
(...)
Kontrolliert wurden zahlreiche E-Bike-Fahrer und -Fahrerinnen, mit Blick auch auf Essenslieferanten. Mit Erfolg. „Mehr als 20 Bikes sind sichergestellt und gegen die Fahrzeugführer Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und/oder die Zulassungsverordnung eingeleitet worden“, erklärte Polizeisprecherin Anja Luxem ...
Das Problem: Viele Zweiräder, die zum Beispiel von Lieferdiensten oder Kurieren genutzt werden, sehen auf den ersten Blick aus wie normale Fahrräder mit Elektromotor. Tatsächlich sind sie jedoch oft Kraftfahrzeuge – und fahren deutlich schneller als die erlaubten 25 km/h."
Auch in Hannover wurden schon Kontrollen durchgeführt, wie das Presseportal der Polizei vom 28.2.25 berichtet:
"In den vergangenen Wochen und Monaten stellte die Polizei vermehrt fest, dass im Stadtgebiet genutzte E-Bikes keine erforderliche Versicherung aufwiesen und die Fahrerinnen und Fahrer nicht im Besitz der notwendigen Fahrerlaubnis waren. Aus diesem Grund wurden am Donnerstag, 27.02.2025, in Zusammenarbeit mit dem Zoll gezielte Kontrollen durchgeführt. Neben allen Privatnutzenden lag der Fokus auch auf Fahrerinnen und Fahrern von Lieferdiensten, die E-Bikes für ihre Auslieferungen nutzen. Rund um die Verkehrsknotenpunkte Aegidientorplatz, Königsworther Platz und Hamburger Allee Ecke Celler Straße kontrollierten die Einsatzkräfte insgesamt 28 Fahrzeuge und deren Fahrende."
Nein, wird es nicht. Der Täter hatte wohl auch gar nicht vor, mit der Sabotage der Bremszüge jemanden zu töten.
Dann war es also Zufall, dass die Fahrradfahrerin zuvor die Bremse nicht benutzt hat? Und es war Zufall, dass ausgerechnet in dem Moment die Bremse versagt, als die Fahrradfahrerin sich mit relativ hohem Tempo auf die rote Ampel zubewegt? Bisschen viel Zufälle, aber ist ja nur ein Film.
Der Bericht zeigt, wo der wahre Unterschied zwischen D und NL liegt: keine berufsbetroffenen NGO-Vertreter, keine „Mimimi, Radfahren immer gefährlicher“-Texte, keine Angaben zum Hergang, keine Schuldsuche/-diskussion, keine Kopfkino-auslösende Bildberichterstattung, kein Sturm der Empörung über böse Autofahrer und versagende Politiker auf Social Media. Bloß Nase putzen, aufwischen, weitermachen.
Das ist Quatsch: "Nase putzen, aufwischen, weitermachen." In dem Film wird thematisiert, dass ziemlich am Anfang der Bewegung für eine fahrradgerechte Stadt und zwar 1972 ein Artikel in der Zeitung de Tijd steht, mit dem Titel: "pressigroep stop de kindermoord" übersetzt mit google-Übersetzer: Interessensgruppe Stoppt Kindstötung. Möglicherweise müsste man "kindermoord" auch mit "Kindermord" übersetzen. Die Einsicht, an der Verkehrssituation zugunsten der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer*innen etwas zu verbessern, hat auch in den Niederlanden eine Ursache darin, dass Todesopfer zu beklagen sind. In dem Artikel von 1972 geht es um den Tod der 6-jährigen Simone Langenhoff, die auf dem Schulweg von einer Autofahrerin totgefahren wird.
Leider habe ich keine komplette deutsche Übersetzung des Artikels gefunden.
Ab Minute 36:00 führt der Filmautor ein Interview mit dem niederländischen Radverkehrs-Experten Marco te Brömmelstroet, der zu dem Schluss kommt, "... auch das Fahrrad ist nicht der Weisheit letzter Schluss." Und das ist ein wirklich interessanter Ansatzpunkt in dem Film, der doch eigentlich Lust aufs Fahrradfahren machen will: So toll ist das Fahrradfahren gar nicht.
Vielleicht ist es ja das, was dich Th(oma)s daran stört, wenn die Niederlande als "vorbildliches Fahrradland" glorifiziert wird? Du übst daran ja immer wieder Kritik.
Für Marco te Brömmelstroet steht vielmehr als Zukunftstaufgabe im Raum: "Wir müssen den öffentlichen Raum grundlegend neu denken." Für ihn ist das was in den Niederlanden erreicht wurde nicht das Ende einer Entwicklung. Vielmehr haben die Niederlande das Potenzial ihrer Städte noch lange nicht ausgeschöpft. "Wir sollten größere Träume haben als das, was die Niederlande erreicht haben.(...) Eine Stadt sollte die Möglichkeit für ein gutes Leben bieten, ohne ständig auf schnelle Mobilität angewiesen zu sein." Das ist für ihn wichtiger, als jeden auf ein Fahrrad setzen zu wollen. Marco te Brömmelstroet befürchtet, dass es sehr schwer sein wird, diese Diskussion in den Niederlanden zu führen, weil es zu viele gibt, die meinen mit einer "Fahrradgerechten Stadt" den Endpunkt einer städtischen Entwicklung erreicht zu haben, so dass keine weitere Verbesserungen möglich sind.
Wer weiß, vielleicht hat Marco de Brömmelstroet ja auch solche Fehlentwicklungen im Blick, wie die Flut der sogenannten Fatbikes, Pedelecs mit extra breiten Reifen, die besonders häufig manipuliert sind, sodass auch bei einem Tempo über 25 km/h der Motor noch mehr Tempo macht und sogar ohne Motorunterstützung nur mit Daumendruck sehr schnell gefahren werden kann. Leider wird das nicht in dem Film thematisiert.
Siehe ab Minute 36:00 in dem an diese Stelle verlinkten Film CYCLING CITIES von Ingwar Perowanowitsch:
Genau das hatte ich mich auch gefragt. Die allgemeinen Beförderungsbedingungen der Bahn lassen das tatsächlich nicht zu. Die Beförderungsbedingungen des Baden-Württembergtarifs, die hier wohl zur Anwendung kommen, lassen die Mitnahme von S-Pedelecs aber grundsätzlich erstmal zu.
Die Beförderungsbedingungen des Niedersachsentarifs seit 2020 übrigens auch.
Möglicherweise so eine Art "Lex Palmer". Er hat es in "seinem" Tübingen ja auch durchgesetzt, das auf einem Radweg S-Pedelecs fahren dürfen. Die S-Pedelec-Hersteller haben ihn dafür bejubelt:
Tübingen gibt ersten Radweg für S-Pedelecs frei - Pedelecs und E-Bikes
Jemand wie Palmer verkauft das dann als 1A-Maßnahme zur Wirtschaftsförderung. Und möglicherweise verschafft ihm das dann den Posten als Wirtschaftsminister im Kabinett Özdemir.
Ausgeliefert:
"Ausgeliefert! Das Geschäft mit den Kurierfahrern", so heißt der Titel eines rbb-Films, in dem über die ausbeuterischen Praktiken der Rekrutierung von Kurierfahrer*innen z. B. für Essen-Bringdienste berichtet wird.
Ausgeliefert sind aber auch die Fußgängerinnen auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen oder auf Fußwegen und in Fußgängerzonen, die für den Fahrradverkehr freigegeben sind. Auch auf Fußwegen, die direkt neben Fahrradwegen liegen, kommt es oft zu gefährlich schnellen und gefährlich engen Begegnungen.
Meine Beobachtung ist: Die Fahrradkuriere sind oft auf manipulierten Pedelecs unterwegs, die auch ohne Tretunterstützung fahren und die schneller fahren als 25 km/h. Die prekären Arbeitsverhältnisse der ausgebeuteten Kurierfahrer*innen dürfen aber kein Grund sein, alle Augen zuzudrücken, wenn es um die Pedelecs geht, die sie benutzen oder zu benutzen gezwungen werden.