Beiträge von Ullie

    Fußgängerzonen kann man einrichten, wenn das städteplanerisch so vorgesehen ist. Dann hat die StVB bei der Planung auch Parkmöglichkeiten für Anwohner etc. zu berücksichtigen und ggf. zu schaffen (letzter Satz §45(1b) StVO). Das Ganze ist dann Teil einer großräumigen Planung und Gestaltung.
    Die StVB kann aber nicht einfach in ganzen Straßenzügen das Parken verbieten, ohne auf Ausweichmöglichkeiten für Anwohner etc zu achten. Schon gar nicht mit der Begründung, dass Radfahrer zu nah an Autotüren verkehren, wenn sie selbst mit dem Aufmalen eines zu schmalen Schutzstreifens die Voraussetzungen dafür geschaffen hat.

    Hallo Spkr, vielen Dank für die zahlreichen Street-view-Beispiele. Du schreibst: "Das Ganze ist dann Teil einer großräumigen Planung und Gestaltung." (Wenn man die Anzahl von Parkplätzen reduziert.) Und genau diese "großräumige Planung und Gestaltung" ist in der Königstraße schief gegangen. Der Radverkehr sollte durch den Schutzstreifen gefördert werden. Er ist jedoch zu schmal geraten. Natürlich könnte man jetzt einfach, so wie du es vorschlägst, die Schutzstreifenmarkierungen entfernen. Aber dann bleibt von der ursprünglichen Absicht, den Radverkehr zu fördern nichts mehr übrig. Würde man das Parken so umgestalten, dass die Autos dichter an der Hauswand parken, dann würde zwar der Radstreifen funktionieren, aber die Verkehrsfläche für den Fußverkehr darunter leiden. Die Königstraße ist jedoch eine Einkaufsstraße und soll darin gestärkt werden, deshalb die im Vergleich zu einer reinen Wohnstraße breiteren Fußwege.

    Ein Entfernen der Schutstreifen würde bedeuten: Es wird bei der Planung zunächst auch an die Verbesserung des Radverkehrs gedacht. Es werden deshalb Schutzstreifen für den Radverkehr angelegt. In der Praxis zeigt sich, dass das so nicht hinhaut (Gefährdung in der Dooringzone). Ergo, man verzichtet im Nachhinein auf die Verbesserungsmaßnahmen für den Radverkehr. Das geht nach meinem Empfinden so gar nicht - und wie siehst du das?

    Mir leuchtet auch nicht ein, wieso Parkplätze für den Privat-KFZ immer als so eine Art "Heilige Kühe" betrachtet werden, die nicht angetastet werden dürfen. Es geht doch ohnehin nicht, dass jeder Bewohner eines dicht besiedelten Stadtteils seinen Stellplatz vor der Tür hat. In den Häusern an der Königstraße wohnen deutlich mehr Menschen, als es dort Stellplätze am jeweiligen Straßenrand-Abschnitt eines Hauses gibt. Die Politik tut aber so, als ob sie genau das realisieren könne, anstatt in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass nicht jeder Stadtbewohner erwarten kann, ein eigenes Auto im öffentlichen Straßenraum abstellen zu können.

    Ich halte es für undenkbar, etwa die Anwohner auf das Vorhandensein eines Parkhauses in 300 m Entfernung zu verweisen. Eine Notwendigkeit, das Parken dort großräumig (und im Verlauf des gesamten Straßenzuges ist ziemlich großräumig) zu verbieten, sehe ich nicht, also wäre das als Maßnahme auch unzulässig. Klar, finde ich parkende Autos auch nicht besonders hübsch. An der Gliederung des Straßenraums in der von Dir immer wieder präsentierten Königstraße hätte ich aber wenig auszusetzen. Ich sehe nicht, wo hier das Problem ist, als Radfahrer im Mischverkehr auf der Fahrbahn teilzunehmen. Jedenfalls ohne den Suggestiv-"Schutzstreifen". Meine Meinung.

    Es wurden auch schon Fußgämgerzonen eingerichtet - das müsste doch dann eigentlich auch "undenkbar" sein?

    In der Königstraße gibt es Fußgänger, die brauchen einen bestimmten Anteil des Straßenquerschnitts. Dann gibt es Omnibusse und Radfahrer. Dann gibt es da auch noch Lieferfahrzeuge für die Geschäfte, sowie Paketdienste, Müllabfuhr etc.. Für den Lieferverkehr hatte ich ja bereits Sonderhalteflächen zu festgelegten Zeiten angeregt.
    Schließlich fahren da auch noch Privat-Autos rum (völlig überflüssiger Weise, aber sei's drum). Warum aber sollen diese Autos auch noch dort parken können müssen? Wo wir doch in der bisherigen Diskussion mehrfach feststellten, dass die sich öffnenden Autotüren parkender Fahrzeuge erheblich den Radverkehr gefährden!

    Ich war heute in dem Land, das meinen Nachnamen trägt (ohne dafür Tantiemen zu zahlen) und bin entlang der Bahnhofstraße in Boostedt gelaufen. Auf Google Earth kann man sehr schön sehen, dass da links und rechts unterbrochene Linien draufgepinselt wurden, und zwischen diesen und dem Kantstein prangen ab und zu Fahrräder auf dem Asphalt.

    Es gibt keine Mittellinie.

    Es war kein einziges Fahrrad unterwegs, aber auch der Autoverkehr war so gering, dass so gut wie kein Auto Gegenverkehr hatte.

    90 % der Autos fuhren mit den rechten Rädern deutlich rechts der unterbrochenen Linie, gerade so, als ob sie nicht vorhanden wäre ...

    Habe mir das grade mal auf googlmap.de als Satelitenbild angesehen:
    Was mir aufgefallen ist: Die Aufmerksamkeit auf die Radstreifen könnte deutlich gesteigert werden, wenn zumindest in den Abschnitten in denen Querstraßen münden, die Radstreifen farbig markiert werden.

    Hier ein Beispiel aus Hannover, Kötnerholzweg


    In dem Bereich der Umfahrung der Fußgängerinsel hat die farbige Markierung des Schutzstreifens m. E. dazu beigetragen, dass sich die Falschparker komplett auf den Bürgersteig abgestellt haben. Inzwischen ist der abgepollert. Die Ordnungsbehörden versagen bezüglich Falschparkenverhindern fast komplett. Leider führt das dann immer wieder zu solchen Notwehrmaßnahmen wie Pollerreihen. Und das wiederum wird von CDU und FDP in schönster Regelmäßigkeit in der politischen Debatte missbraucht als Argument gegen die Stadtverwaltung, der unterstellt wird, sie würde alles zupollern wollen. Es ist manchmal wahrlich zum Haareraufen.


    Hier ein Foto, dass die Wirksamkeit der farbigen Markierung der Schutzstreifen zeigt. Es wird zumindest nicht drauf geparkt. Dafür komplett auf dem Bürgersteig, aber damit ist es inzwischen auch vorbei (s. o.)
    ktnerholzwegschutzstregkza.jpg

    Wer will das denn? Das zeig' mal den Autolobbyisten und -fetischisten... Arbeitsplätze... :whistling:

    In dicht besiedelten Wohngebieten ist auch dem engstirnigsten Autofahrer klar, dass der Autoverkehr keine Mobilitätsprobleme löst, sondern sie erst schafft. Die Podiumsdiskussion mit Mohnheim hat gezeigt, dass in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung Autofahrer einen schweren Stand haben, wenn sie wider besseres Wissen darauf bestehen, dass mehr Parkplätze im Stadtteil geschaffen werden sollen.

    Leider verhält es sich bei Wahlen oft so, dass nicht die an einer sinnvollen Verkehrsentwicklung interessierten Bürger die Mehrheit des Wahlvolkes abbilden. Aber auch die Hardcore-Autofahrer sind durchaus nicht in der Mehrheit. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder in öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen auf die Realitäten aufmerksam zu machen und Lösungswege aufzuzeigen. Nur weil "Autofetischisten" dem ÖPNV ablehnend gegenüberstehen, ist das doch kein Grund darauf zu verzichten, einen guten ÖPNV einzufordern. Und da ist es ganz wichtig, dass sich Radfahrer und ÖPNV-Fahrgäste zusammentun, um gemeinsam für die verschiedenen Formen sanfter Mobilität zu streiten.

    Ich hatte ja an anderer Stelle im Forum schon mal auf die Petition

    Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!

    aufmerksam gemacht.


    Ein weiteres Plakatmotiv zu Werbezwecken passt genau in diesen Kontext:
    radlerundbahnvorparkhbokik.jpg

    Abgesehen davon, dass mir Deine Texte immer tendenziell zu lang sind, frage ich mich, ob es nicht auch mit etwas weniger Paranoia geht. :huh:

    "Etwas weniger Paranoia"??? Das sagt der Richtige ;) Ich zitier mal bei dir von weiter oben als ich davon schrieb, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des verkehrsaußendienst sich lieber um blockierte Radwege und Fußwege kümmern sollten, als vornehmlich damit beschäftigt zu sein, die Einhaltung der maximalen Parkzeiten zu überwachen: Da schriebst du: "Das muss nicht falsch sein, denn wenn erst die kostenpflichtigen Parkplätze alle durch Schwarzparker belegt sind, weichen mehr zum Falschparken auf Geh- und Radwege aus." Ist das nicht die eigentliche "Paranoia"? ;)

    Und wo gibt es solche Schutzstreifen mit Parkplätzen daneben ? Laut ERA sind da max. 50 cm Sicherheitstrennstreifen als Regelmaß gefordert, in der Realität wird oft nichtmal das Mindestmaß von 25 cm eingehalten. Und Autotüren sind im jeden Fall breiter. Der Versuch in Soest, einen Schutzstreifen mit angemessenen Abstand zu parkenden Autos einzurichten, wurde vom zuständigen Verkehrsministerium abgewürgt.
    Ein Schutzstreifen dient dazu, Radfahrer zu animieren, weiter rechts zu fahren, als für sie gut ist um damit Autofahrern das Überholen zu erleichtern.

    Wozu sollen denn die Parkplätze gut sein. Sie stellen doch offensichtlich die Quelle der Gefahr dar. Deine Frage, "Und wo gibt es solche Schutzstreifen mit Parkplätzen daneben?", führt in die falsche Richtung. Eigentlich müsste sie lauten: "Warum werden denn neben Schutzstreifen Auto-Parkplätze angelegt?" Gegen Fahrradstellplätze neben Schutzstreifen z. B. ist nichts einzuwenden. Da öffnen sich keine Türen.

    Das Risiko des "Schutzstreifens" besteht darin, dass Radfahrer sich genötigt sehen dürften, rechts der unterbrochenen Strichmarkierung zu fahren und damit im Dooring-Bereich der parkenden KFZ. Und dass sich Kraftfahrer moralisch im Recht sehen könnten, dem Radfahrer ausschließlich den Streifen rechts der Markierung zum Fahren zu lassen und entsprechend eng zu überholen. Mit dem Resultat einer erheblichen Unfallgefahr für die Radfahrer.Dieses Risiko lässt sich minimieren, wenn man auf die Markierung des Pseudo-Schutzstreifens verzichtet. Wer dann noch im Dooring-Bereich radelt ist mindestens selber schuld. Engüberholer gibt es dann auch noch, einige Erfahrungen sprechen aber dafür, dass das Problem eher entschärft wird im Vergleich zu Schutzstreifen oder Radfahrstreifen.
    Das Parken in solchen Straßen über lange Strecken vollständig zu verbieten, halte ich für einen nicht zielführenden Vorschlag. Noch weniger gäbe es bei entsprechend verbreitertem Querschnitt der Fahrbahnfläche dann noch irgendeinen Grund für Markierungen wie "Schutzstreifen".

    Ich sehe keinen Vorteil darin, auf den Schutzstreifen zu verzichten und bleibe dabei, stattdessen muss der Autoparkstreifen weg! Ohne parkende Autos keine gefährliche Dooring-Zone! Und der Schutzstreifen ist dann auch nicht mehr gefährlich sondern verengt optisch die Fahrbahn. Was hast du denn dagegen, dass dort keine Autos mehr parken? Wie schon an anderer Stelle ausgeführt, Kurzzeithalteplätze für Lieferverkehr mit deutlichem Abstand zum Schutzstreifen ist in Ordnung.
    Wer für Radfahrer den Abstand zu parkenden Autos am Straßenrand möglichst groß halten will, der muss sich entscheiden, ob er die Radfahrer komplett in den sonstigen Verkehr einfädelt. Oder ob er die parkenden Autos dichter an die Hauswand drängt. Oder ob er fordert, dass die Parkplätze wegkommen. Da die Parkplätze und die damit verbundene Gefahr der sich öffnenenden Autotüren das Problem sind, kann es, das ist meine Position, dort halt keine Parkplätze geben.

    Ähhh... Nein, das ist nicht hinnehmbar. Oder ist es auch hinnehmbar, wenn ein Autofahrer "nur mal kurz" den Radweg blockiert? Und der "kurze" Be- oder Entladevorgang eines Lieferwagens/LKW kann mal locke 'ne halbe Stunde dauern. Und dann kommt der Nächste. Ich glaube kaum, dass man das Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen vermitteln kann, so lange warten zu müssen, weil der Gehweg zu schmal zum Durchkommen ist.

    Schau dir doch bitte mal dieses Bild von der Königstraße an. Der Bürgersteig dort ist breit genug, so dass dort Halteplätze für Lieferverkehr eingerichtet werden können, die auf einen kurzen Abschnitt einen deutlich größeren Teil des Bürgersteigs einnehmen als der vorhandene Parkplatzstreifen es auf ganzer Länge tut. Und trotzdem kämen da noch ohne Probleme Eltern mit Kinderwägen oder Rollifahrer zwischen Hauswand und haltendem Lieferfahrzeug durch. Natürlich will ich nicht, dass Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen blockiert werden. Das würde aber auch dann nicht passieren, wenn Lieferfahrzeuge auf Halteplätzen halten, die dichter an der Hauswand sind. Zufällig hält auf dem Foto gerade ein kleiner LKW genau auf dem Parkstreifen. Dabei steht er mit den rechten Rädern dicht an der Bordsteinkante. Und trotzdem blockiert er den Schutzstreifen. Das muss doch nicht sein. Wenn die Lieferverkehr-Halteplätze dichter an der Hauswand sind, dann würde das nicht passieren. Und wenn der Bürgersteig zu den Lieferverkehrzeiten temporär etwas enger ist als sonst ist das hinnehmbar.
    Das Problem ist der ruhende Verkehr. Es wurde dort versucht eine maximale Anzahl Auto-Stellplätze in der Straße unterzubringen. Obwohl es in gerade mal 300 m Entfernung ein riesiges Parkhaus gibt. Und in der Königstraße fährt außerdem eine Buslinie. Wozu braucht es hier also Parkplätze???
    Lieferverkehr, das ist Wirtschaftsverkehr, das ist okay. Aber Einkaufsstätten-Zubringerverkehr mit dem PKW bis direkt vor die Geschäftstüre? Das muss nicht sein.

    Oder schau mal hier:
    Vor der begrünten Baumscheibe könnten Fahrradstellbügel stehen. Bei parkenden Fahrrädern tun sich keine gefährlichen Autotüren auf. Die hellgraue Granitpflaster-Fläche, dort wo das Werbebanner steht, da könnte ein Liefefahrzeug-Halteplatz sein. Der Liefernant würde keine Fußgänger, Rollifahrer usw. blockieren. Und er stünde weit genug weg vom Schutzstreifen, so dass der Fahrer beim Aussteigen keine Radfahrer gefährdet.

    Ja, die kenne ich und dort stand früher auch immer der Startpunkt.
    Bin ja mittlerweile fündig geworden, aber danke!

    Critical Mass gibt's auch in Hannover. Auch jetzt in der kalten Jahrezeit! Im Dezember und letzte Woche im Januar kam zwar jeweils nicht die ganz große Masse zusammen, aber für eine kritische Masse reichte es aus.
    Falls du also mal an einem der letzten Freitage eines Monats zufällig in Hannover sein solltest... Herzliche Einladung!
    Treffpunkt in Hannover ist stets 18:30 Uhr am Klagesmarkt an jedem letzten Freitag eines Monats!
    Kartengrundlage: openstreetmap.de
    criticalmasstreffpunkm6slb.jpg

    Und wenn DJ-Martini dabei ist, dann gibt's satte Musikbegleitung aus dem Disco-Fahrrad-Anhänger. Er nimmt auch Musikwünsche entgegen!
    Das Bild links entstand am Steintor, das rechte Bild mit dem Disco-Anhänger in der Calenberger Neustadt vor der Calenberger Esplanade:
    20161230criticalmassfauly.jpg

    Sie können auch der Lärmminderung für Anwohner dienen oder dem unattraktiv machen von Durchgsangsverkehr zum Schutz schwächerer VT.

    Im vorliegenden Fall (Aufpflasterung in der Posthornstraße vor dem Portal zum Von Alten Garten) kommt noch hinzu, dass es historisch betrachtet in Städten häufiger große gepflasterte Plätze gab vor allem vor historisch wichtigen Gebäuden. An dieser Stelle verbinden sich halt mehrere Funktionen. Die Aufpflasterung und vor allem die Rampen die auf die aufgepflasterte Fläche führen, bremsen den Verkehr. Und die Fläche selbst steigert die repräsentative Wirkung des Eingang-Portals (bzw, der Reste des Eingangs-Portals). Das sind die vier Pfeiler, die mal zu einer Toranlage gehörten.

    Schlimm ist, dass manche Autofahrer gedankenlos und respektlos dort ihr Auto parken. Und das müsste nicht sein, wenn es nicht diesen quasi heimlichen Lehrplan der Autolobby gäbe, macht euch überall breit - den Autos gehört die Welt.

    Warum bist du gegen Kontrollen? Was sind für dich andere Möglichkeiten, die nicht bauliche Maßnahmen sind? Und vor allem: Welche Möglichkeiten (auch bauliche Maßnahmen) siehst du, um zu enges Überholen zu unterbinden, wenn es keine getrennte Verkehrsführung gibt?

    Ein Schutzstreifen, deren Funktion nicht dadurch beeinträchtigt wird, dass er zu dicht an Autotüren vorbeigeführt wird, trägt dazu bei, dass Radler nicht zu dicht überholt werden. Im Beispiel Königstraße ist doch das Problem, dass der Schutzstreifen zu einer Gefährdung der Radfahrer führt, weil diese durch den Schutzstreifen dazu bewegt werden, zu dicht an den parkenden Autos lang zu fahren. Deshalb: Parken dort keine Autos, dann ist der Schutzstreifen sinnvoll.
    Ich bin übrigens nicht gegen Kontrollen. Aber es macht keinen Sinn Verkehrsprobleme durch Kontrollen lösen zu wollen, die auch anders zu lösen sind. Und da gibt's bauliche Maßnahmen, aber auch eine grundlegend geänderte gesellschaftliche Haltung zum Autofahren. Das sind freilich dicke Bretter zu bohren.
    Auch juristisch gibt's da noch einiges zu verbessern, ohne dass ich Kontrollen damit meine. Passiert ein Unfall, dann kommen Autofahrer in der Regel sehr glimpflich davon, auch wenn er bei dem Unfall jemanden totgefahren hat. Das Auto ist gesellschaftlich so stark positiv aufgeladen, dass man gegenüber jemanden, der mit einem Auto jemanden tot fährt, in der Regel Milde walten lässt. Gefährliches und vor allem gefährdendes Fahrverhalten wird damit Vorschub geleistet. Dabei würde m. E. bereits der verpflichtende Einbau von Fahrtenschreibern, wie sie zum Beispiel bei Omnibusbetrieben üblich sind, eine Menge Gutes bewirken. So ein Fahrtenschreiber dokumentiert z. B. die gefahrenen Geschwindigkeiten, Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers und viele andere technische Vorgänge, die mit dem Fahren in Verbindung stehen. Bei Bedarf können sie von der Polizei ausgelesen werden. Und die vorhandenen Strafen würden vermutlich häufiger verhängt bzw. die Abschreckungswirkung vergrößert werden.
    Speziell aufs zu dichte Überholen bezogen, könnte die Funktion solcher Fahrtenschreiber auch noch ausgeweitet werden auf Abstände beim Überholvorgang. Sollte doch heutzutage technisch möglich sein! Kommt es dann zu einem Unfall, dann kann sich keiner drauf raus reden, "ich schätzte den Abstand für ausreichend ein".

    Gut da könnte man jetzt einwenden, dass sei auch eine Art Kontrolle. Aber eben nicht in der Form, dass es zum Volkssport gemacht wird, z. B. Tempoblitzer zu überlisten, in dem man rechtzeitig davor abbremst, um dann wieder Gas zu geben. Oder es zum Unterhaltungselement von Radiosendern mit Autofahrerpublikum macht. ("Flitzer-Blitzer, hier erfährst du, wo heute geblitzt wird.")

    Dem möchte ich energisch widersprechen. Der logisch naheliegendste Ansatz und die unter Aufwand-Ertrags-Betrachtung günstigste Lösung ist es, die bestehenden Regeln und Gesetze durchzusetzen bzw. deren Einhaltung zu überwachen.
    Neue Maßnahmen, neue Regeln, neue Gesetze... dieser Weg wird in der Politik immer wieder verfolgt. Nicht, weil es wirksamer oder günstiger ist, sondern IMHO weil man vermeidet, die Menschen damit zu konfrontieren, dass das, was sie bislang immer so gemacht haben, noch nie erlaubt und richtig war. Also gibt man vor, es müsse irgendetwas anders als bisher geregelt werden, um eine Verhaltensanpassung zu erzwingen. Oder auch nur, um im Zustand der öffentlichen Aufmerksamkeit hektische Betriebsamkeit vorzutäuschen und später, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, das Vorhaben rechtzeitig vor der nächsten Legislaturperiode zu versenken.

    BTW was für bauliche Maßnahmen schweben Dir denn vor auf einer einfachen glatten Fahrbahn mit zu schmalen "Schutzstreifen"? (um mal bei dem Beispiel zu bleiben)

    Das Sicherheitsproblem im vorliegenden Fall (Radfahrer werden durch Schutzstreifen gefährdet, die zu dicht an parkenden Autos verbeiführen) besteht doch darin, dass ein Autofahrer unaufmerksam die Tür öffnet und damit Radfahrer zum Stürzen bringt. Wird der stürzende Radfahrer dann noch von einem hinter ihm fahrenden Fahrzeug überrollt, kann so ein Unfall schnell tödlich enden.

    Deshalb müssen die Parkplätze aufgehoben werden. Der Straßenrand ist so zu gestalten, dass dort kein Parken möglich ist. Es gibt ja auch keine tatsächliche Notwendigkeit, ausgerechnet dort zu parken, wo die Straße eng ist und Radfahrer gefährdet sind. Für den Lieferverkehr können Halteflächen so angelegt werden, dass die Fahrzeuge in gebührendem Abstand zum Straßenrand halten können. Dann wird zwar in den kurzen Zeitabschnitten in denen Lieferfahrzeuge halten, der Bürgersteig sehr schmal, aber das ist hinnehmbar, weil die Lieferfahrzeuge ja nur kurz halten.

    Gut ganz ohne Kontrolle wird das auch nicht gehen. Aber diejenigen Geschäftsinhaber, deren Lieferparkplätze blockiert werden, die werden dann aktiv werden. Und außerhalb der Lieferzeiten fahren Hydropoller hoch und blockieren die Haltefläche für Lieferfahrzeuge.

    Man sollte nicht vergessen, das Tempo nur dann wirklich gut für Radfahrer ist, wenn dies auch mit Kontrollen einher geht. Wenn man als Radfahrer mit 30 km/h in der 30 Zone immer noch von fast jedem PKW Fahrer "überholt werden muss" und dass so dringend ist, dass dabei auch nötige Seitenabstände ignoriert werden, dann bringt es erst mal wenig.

    Meine Erfahrungen sind, dass ich auf dem Rad von vielen PKW überholt werde, auch zu eng:

    • bei Tempo 30 in der 30 Zone oder wenn Tempo 30 so angeordnet ist
    • in verkehrsberuhigten Bereichen
    • in einer freigegebenen Fußgängerzone vom Lieferverkehr

    Sicher nahezu gleich wichtig wie Tempo 30 wäre es dieses "ich habe das schnelle Fahrzeug ich MUSS schneller sein" denken raus zu bekommen. Das geht aber nur mit Kontrollen.

    Nein, Kontrollen sind stets das ungünstigste Mittel oder sagen wir mal die ultima ratio, der letzte Lösungsweg. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, vor allem bauliche Maßnahmen, die dem vorzuziehen sind.

    Kein Wunder. Der Streifen schützt am besten, wenn man ihn rechts liegen lässt, denn er markiert ziemlich genau den notwendigen Seitenabstand zu den parkenden Kraftfahrzeugen.

    Im vorliegenden Fall (Könisgtraße) wurde Parkstreifen-seitig keine Markierung angelegt. Der gepflasterte Gossenbereich gibt jedoch einen Anhaltspunkt dafür, bis wohin das Parken stattfinden soll. Leider interpretieren viele Autofahrer den Gossenstreifen so, dass sie ihn zum Parkplatz dazu zählen.
    Trotz des viel zu schmalen "Schutzstreifens" ist jedoch längst nicht jeder Hochbord-Radweg eine bessere Lösung, denn viele Radwege werden ebenfalls viel zu dicht an parkenden Autos entlanggeführt. Öffnet der Beifahrer unvorsichtig die Tür, dann wird's schnell eng. Und Beifahrer achten beim Aussteigen möglicherweise noch weniger auf den rückwärtigen Verkehr als die Fahrer eines Autos.
    Außerdem stellt sich die Frage, wie es denn nun in der Königstraße konkret weitergehen soll.

    Sollten breitere Schutzstreifen wegen fehlender Gesamtstraßenbreite nicht angelegt werden können, ist es dann besser, die vorhandenen Schutzstreifen wieder komplett zu entfernen?
    Oder anders herum gefragt: Hätte das Straßenprofil beim Umbau breiter angelegt werden müssen? Breite Straßen aber laden ein zum Rasen.
    Solche Straßen mit Schutzstreifen sollten am besten so gestaltet werden, dass die Parkplätze gegenüber den Abschnitten an denen Bäume stehen, deutlich tiefer Richtung Hauswand angelegt werden. Dann fehlt zwar in dem Bereich, in dem Autos parken, den Fußgängern ein breiter Bürgersteig. Aber in dem Bereich, in dem Bäume stehen, kann der Bürgersteig dafür wieder breiter sein.

    Erdgasautos werden seit Jahrzehnten auch von den großen Herstellern ab Werk wie sauer Bier angeboten bzw. wurden. Zum Beispiel von Fiat, Opel, VW, Volvo, BMW, Mercedes usw.
    Diese Fahrzeuge kranken jedoch an den gleichen Dingen wie E-Autos: Dünne Infrastruktur und magere Reichweiten wegen geringer Energiedichte des Gases.

    Für Erdgasauto-Kunden, die auf eine große Reichweite Wert legen und nicht riskieren möchten, wegen einer fehlenden Tankstelle an der Weiterfahrt gehindert zu werden gibt es jedoch Alternativen: "Manche Hersteller kompensieren den geringeren Aktionsradius, indem sie ihre Erdgasautos bivalent auslegen. Sie bekommen zusätzlich einen großen Benzintank. So verlangt der VW Golf TGI erst nach maximal 1360 Kilometern nach einem Boxenstopp, bei über 940 Kilometern davon schluckt er Ottokraftstoff." (420 km reine Erdgas-Reichweite, dass mal nebenbei sind auch schon eine ganz ordentliche Reichweite, an die die meisten reinen E-Autos nicht heranreichen.)
    Ich vermute einen anderen Grund, der die Autofirmen daran hindert, Erdgasfahrzeuge offensiv anzupreisen: Die "PS-Ausbeute" ist enger begrenzt als bei Diesel. Ich hege den Verdacht, dass die Fahrzeugindustrie den Diesel-Hype aus einem ganz bestimmten Grund verfolgt. Es sollen PKW mit Motoren konstruiert werden, die bei möglichst geringem CO2-Ausstoß eine maximal hohe PS-Zahl aufweisen, weil so der "PS-Wahn" im Autogeschäft noch ein bisschen weiter nach oben geschraubt werden kann.
    Und ich vermute ferner, dass die E-Autos zwar bislang für die Fahrzeugindustrie noch nicht so interessant sind wegen der von dir angesprochenen Reichweiten-Problematik, aber sie werden von den Autoproduzenten vor allem anderen deshalb geschätzt und weiter entwickelt, weil diese Fahrzeuge eines Tages mit PS-Zahlen angeboten werden können, an die Brennstoffmotoren nicht heranreichen können, solange der CO2-Ausstoß gedeckelt bleibt.

    Deshalb ist es wichtig nicht nur wegen der Stickstoffdioxid-Belastung eine Entschleunigung des Autoverkehrs und einen Rückbau der MIV-Infrastruktur durchzuführen. Das ist der konkrete Anlass für die Petition "Stickstoffdioxidbelastung in Hannover senken! Jetzt!" ( ) Langfristig geht es dabei aber auch darum, die Unfallgefahr zu senken. Denn die vom MIV ausgehende Unfallgefahr ändert sich nicht durch die Art des Antriebs der Autos.

    In dieser verkehrsberuhigten Zone in Hannover dagegen wird gegen Falschparker nicht mit der nötigen Konsequenz vorgegangen:

    Die aufgepflasterte Verkehrsfläche soll ein repräsentatives Entré für den angrenzenden Von Alten-Park-darstellen. Vielen Autofahrern bereitet es jedoch wenig Kopfschmerzen, sich über die Regelung hinwegzusetzen, dass in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken nur dann erlaubt ist, wenn dort Parkplätze markiert sind.
    Hier noch mal ein Blick auf dieselbe Fläche, jetzt jedoch mit dem Parkeingang im Hintergund:

    Du meinst aus Massentierhaltung?Oder was genau ist Bio-Erdgas?


    "Die momentan effizienteste Energiepflanze ist der Energiemais, weil er robust ist und den größten Methanertrag bringt. Der Anbau alternativer Energiepflanzen, die einen vergleichbaren Energiegehalt wie Energiemais aufweisen, wird derzeit ausgiebig getestet. Für die Produktion von BIO-ERDGAS werden auch Abfall- und Reststoffe aus der Landwirtschaft (z. B. Rinder- und Schweinegülle, Mist, Einstreu oder Ernterückstände) und Substrate aus der Lebensmittelindustrie wie Bioabfall oder Lebensmittelreste verwendet. Diese erbringen ebenfalls einen hohen Methanertrag."
    Quelle:
    Klar kann man die Produktion von Bio-Erdgas damit kritisieren, dass damit die Massentierhaltung und die "Vermaisung" der Felder vorangetrieben wird. Der Herausgeber der zitierten Broschüre ist:
    ERDGAS Produkt- und Systemkampagne
    wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft
    Gas und Wasser mbH
    Reinhardtstraße 32
    10117 Berlin

    Und die geben das klar und deutlich an, woraus das so genannte Bio-Erdgas produziert wird. "Alles bio oder was?" Ganz sicher nicht!
    Aber: Der Knackepunkt ist die Menge: Wenn man am Mobilitätssystem Auto festhält und alle vorhandenen PKW auf Bio-Erdgas umstellen wollte, dann geht das entweder gar nicht oder es würde eine Total-Vermaisung der Felder stattfinden. Vermutlich würden die Lebensmittelpreise in ungeahnte Höhe steigen, wenn für die Bauern die Herstellung von Bio-Erdgas deutlich höhere Profite abwirft.
    Würde jedoch das Mobilitätssystem "Auto" komplett ersetzt durch ÖPNV und Radverkehr, und außerdem die Zersiedelung der Landschaft zurückentwickelt, dann müsste man neu rechnen. Und Bio-Erdgas-Herstellung bedeutet ja nicht automatisch die "Vermaisung" der Felder, denn Bio-Erdgas kann auch aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft und aus Lebensmittelresten hergestellt werden. Solange jedoch fossile Brennstoffe zu einem deutlich niedrigeren Preis verkauft werden, ist es nicht möglich Bio-Erdgas alleine aus Abfall und Reststoffen der Landwirtschaft lohnenswert herzustellen.
    Es ist besteht überhaupt ein grundsätzliches Problem, wenn man versucht, fossile Brennstoffe durch andere Energieformen zu ersetzen: Der Preis für fossile Brennstoffe wird dadurch stark sinken. Übrigens auch in dem Falle dass E-Autos die sog. Verbrenner ersetzen, entsteht dieses Problem!
    Deshalb reicht es nicht aus, darauf zu warten, dass die Benzinpreise mal steigen oder weniger umweltschädliche Autos hergestellt werden, und sich der massenhafte MIV damit von selbst erledigt. Es muss die Infrastruktur so verändert werden, dass der Autoverkehr ausgegrenzt wird, und wo das nicht oder noch nicht möglich ist, möglichst stark beschränkt wird!
    Übrigens würde dann auch der Dieselomnibus ohne Umwelt-Probleme weiter laufen können, wenn der PKW-Verkehr deutlich zurückgefahren wird. Die Diesel-Omnibusse sind ja jetzt schon sauberer unterwegs als die Diesel-PKW.

    Als Sprecher der Augsburger Verkehrsbetriebe würde ich so antworten: "Das Problem ist nicht das unsere Busse mit Bio-Erdgas fahren. Das Problem ist, dass immer noch viel zu viele Autos unterwegs sind."

    Was spräche eigentlich dagegen, dass die Verbrennungsmotor-Hersteller auf Gas umrüsten? habe mal gelesen, dass die Gasvorräte noch ca. 200 Jahre reichen. Nicht, dass ich das befürworten würde, aber warum sind die noch nicht auf die Idee gekommen? Immerhin wäre damit das Diesel-Abgas-Problem vom Tisch...

    In der Tat, das wundert mich ebenfalls sehr. Und bei jeder Gelegenheit binde ich es Autofahrern auf die Nase, wenn sie darüber jammern, dass das Benzin so hoch versteuert sei.
    Allerdings ist es nicht so, dass noch keiner auf die Idee gekommen wäre, den Fahrzeugbetrieb auf Erdgas umzustellen:
    "Die Augsburger Stadtwerke haben ein ambitioniertes Ziel: Bis 2017 soll der gesamte Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs CO2-neutral bewerkstelligt werden. Für die Omnibusflotte haben die Augsburger das Ziel schon erreicht, denn die Busflotte fährt in der Fuggerstadt bereits seit Jahren mit umweltfreundlichem Erdgas und seit einem Jahr sogar mit 100 Prozent Bio-Erdgas. Mit der Order von 13 Mercedes-Benz Citaro NGT (Natural Gas Technology) Omnibussen bleiben die Stadtwerke diesem umweltfreundlichen Antriebskonzept treu, möchten mit dem Einsatz des Stadtbusklassikers Citaro den Fahrgastkomfort aber nochmals deutlich steigern. Am 11. Dezember 2015 hat Tammo Voigt, Leiter Verkauf ÖPNV Großflotte Mercedes-Benz Omnibusse, den symbolischen Schlüssel für den ersten ausgelieferten Citaro Erdgasbus mit neuer Motortechnologie an Ernst Schäfer, Leiter der Omnibuswerkstätten Stadtwerke Augsburg, überreicht."

    Bio-Erdgas heißt erneuerbare Energien, das gibt's auch noch wenn die Erdgasvorräte erschöpft sind.
    Und auch in Oldenburg verkehren sehr viele Erdgasbusse! Die Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg (VWG) machen auf ihre Erdgasbusse auf ihren Erdgasbussen aufmerksam. Sozusagen Werbung in eigener Sache!
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