Fußgängerzonen kann man einrichten, wenn das städteplanerisch so vorgesehen ist. Dann hat die StVB bei der Planung auch Parkmöglichkeiten für Anwohner etc. zu berücksichtigen und ggf. zu schaffen (letzter Satz §45(1b) StVO). Das Ganze ist dann Teil einer großräumigen Planung und Gestaltung.
Die StVB kann aber nicht einfach in ganzen Straßenzügen das Parken verbieten, ohne auf Ausweichmöglichkeiten für Anwohner etc zu achten. Schon gar nicht mit der Begründung, dass Radfahrer zu nah an Autotüren verkehren, wenn sie selbst mit dem Aufmalen eines zu schmalen Schutzstreifens die Voraussetzungen dafür geschaffen hat.
Hallo Spkr, vielen Dank für die zahlreichen Street-view-Beispiele. Du schreibst: "Das Ganze ist dann Teil einer großräumigen Planung und Gestaltung." (Wenn man die Anzahl von Parkplätzen reduziert.) Und genau diese "großräumige Planung und Gestaltung" ist in der Königstraße schief gegangen. Der Radverkehr sollte durch den Schutzstreifen gefördert werden. Er ist jedoch zu schmal geraten. Natürlich könnte man jetzt einfach, so wie du es vorschlägst, die Schutzstreifenmarkierungen entfernen. Aber dann bleibt von der ursprünglichen Absicht, den Radverkehr zu fördern nichts mehr übrig. Würde man das Parken so umgestalten, dass die Autos dichter an der Hauswand parken, dann würde zwar der Radstreifen funktionieren, aber die Verkehrsfläche für den Fußverkehr darunter leiden. Die Königstraße ist jedoch eine Einkaufsstraße und soll darin gestärkt werden, deshalb die im Vergleich zu einer reinen Wohnstraße breiteren Fußwege.
Ein Entfernen der Schutstreifen würde bedeuten: Es wird bei der Planung zunächst auch an die Verbesserung des Radverkehrs gedacht. Es werden deshalb Schutzstreifen für den Radverkehr angelegt. In der Praxis zeigt sich, dass das so nicht hinhaut (Gefährdung in der Dooringzone). Ergo, man verzichtet im Nachhinein auf die Verbesserungsmaßnahmen für den Radverkehr. Das geht nach meinem Empfinden so gar nicht - und wie siehst du das?
Mir leuchtet auch nicht ein, wieso Parkplätze für den Privat-KFZ immer als so eine Art "Heilige Kühe" betrachtet werden, die nicht angetastet werden dürfen. Es geht doch ohnehin nicht, dass jeder Bewohner eines dicht besiedelten Stadtteils seinen Stellplatz vor der Tür hat. In den Häusern an der Königstraße wohnen deutlich mehr Menschen, als es dort Stellplätze am jeweiligen Straßenrand-Abschnitt eines Hauses gibt. Die Politik tut aber so, als ob sie genau das realisieren könne, anstatt in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass nicht jeder Stadtbewohner erwarten kann, ein eigenes Auto im öffentlichen Straßenraum abstellen zu können.