Die Deutsche Umwelthilfe verklagt Hannover:
Umwelthilfe will VW-Diesel stoppen
Verband verklagt die Stadt Hannover: Sie soll den Betrieb aller Autos mit manipulierten Motoren untersagen. Bis zur Verhandlung wird es allerdings mindestens ein Jahr dauern.
Von Mathias Klein und Michael B. Berge, HAZ, Printausgabe vom 12.7.2017. (Auf der Internetseite der HAZ gibt es von dem Artikel bislang nur éine Vorschau.)
Mal unabhängig davon, dass auch deutlich "saubere" Autos keine Verkehrsprobleme lösen sondern solche verursachen, sind zwei Aspekte der Klage sehr interessant:
1. Da ist zum einen das komplizenhafte Vorgehen der Zulassungsstelle, das mit der Klage offen gelegt wird. Die Zulassungtsstelle lässt wissentlich PKW zu von denen bekannt ist, dass sie die Schadstoffgrenzwerte deutlich überschreiten, ja zum Teil höher liegen als bei einem Omnibus oder LKW.
2. Und da ist andererseits das Verhalten von Diesel-PKW-Fahrern, die ein Updaten ihres Wagens durch den Hersteller ablehnen, weil sie befürchten, dass dadurch einige PS verloren gehen könnten. "Außerdem verzichteten zahlreiche Autobesitzer aus Angst um die Leistungsfähigkeit ihres Motors auf den Besuch der Werkstatt.", heißt es dazu in dem Artikel.
In dem Artikel wird ferner berichtet: "Die Umwelthilfe hat nicht nur in Hannover, sondern auch in neun anderen Großstädten eine entsprechende Klage eingereicht." Hier im Forum schreiben ja Fahradbegeisterte aus verschiedenen Städten. Welchen Städte werden denn noch verklagt von der DUH und wie reagieren die Städte?
In dem HAZ-Artikel wird die Stadt mit einer Aussage zitiert, die deutlich macht, dass von den Abgasen geplagte Stadtbewohner nicht auf Abhilfe durch die Stadtverwaltung rechnen können: "Haben „nicht die Absicht, den betroffenen Haltern die Zulassung zu entziehen“, so heißt es von Seiten der Stadt.
Siehe auch: Zeit.de vom 6.1.2017, Moderne Diesel-Pkw stoßen mehr Schadstoffe aus als Lastwagen