Beiträge von Ullie

    Die Deutsche Umwelthilfe verklagt Hannover:

    Umwelthilfe will VW-Diesel stoppen
    Verband verklagt die Stadt Hannover: Sie soll den Betrieb aller Autos mit manipulierten Motoren untersagen. Bis zur Verhandlung wird es allerdings mindestens ein Jahr dauern.
    Von Mathias Klein und Michael B. Berge, HAZ, Printausgabe vom 12.7.2017. (Auf der Internetseite der HAZ gibt es von dem Artikel bislang nur éine Vorschau.)
    Mal unabhängig davon, dass auch deutlich "saubere" Autos keine Verkehrsprobleme lösen sondern solche verursachen, sind zwei Aspekte der Klage sehr interessant:

    1. Da ist zum einen das komplizenhafte Vorgehen der Zulassungsstelle, das mit der Klage offen gelegt wird. Die Zulassungtsstelle lässt wissentlich PKW zu von denen bekannt ist, dass sie die Schadstoffgrenzwerte deutlich überschreiten, ja zum Teil höher liegen als bei einem Omnibus oder LKW.

    2. Und da ist andererseits das Verhalten von Diesel-PKW-Fahrern, die ein Updaten ihres Wagens durch den Hersteller ablehnen, weil sie befürchten, dass dadurch einige PS verloren gehen könnten. "Außerdem verzichteten zahlreiche Autobesitzer aus Angst um die Leistungsfähigkeit ihres Motors auf den Besuch der Werkstatt.", heißt es dazu in dem Artikel.

    In dem Artikel wird ferner berichtet: "Die Umwelthilfe hat nicht nur in Hannover, sondern auch in neun anderen Großstädten eine entsprechende Klage eingereicht." Hier im Forum schreiben ja Fahradbegeisterte aus verschiedenen Städten. Welchen Städte werden denn noch verklagt von der DUH und wie reagieren die Städte?
    In dem HAZ-Artikel wird die Stadt mit einer Aussage zitiert, die deutlich macht, dass von den Abgasen geplagte Stadtbewohner nicht auf Abhilfe durch die Stadtverwaltung rechnen können: "Haben „nicht die Absicht, den betroffenen Haltern die Zulassung zu entziehen“, so heißt es von Seiten der Stadt.

    Siehe auch: Zeit.de vom 6.1.2017, Moderne Diesel-Pkw stoßen mehr Schadstoffe aus als Lastwagen


    Nä, der Plan. Wisst ihr Bescheid, nä? Ist ja wie beim Hafengeburtstag, nä (...)

    Heute war sich jeder selbst der nächste. Ich wartete an der Gärtnerstraße ewig auf einen Metrobus 5 und stieg dann in einen wagen, der kurz zuvor von Niendorf hergekommen war und dann wieder zurückfuhr. Bis zum Siemersplatz brauchten wir eine gute halbe Stunde — zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das lag auch daran, dass sich heute jeder selbst der nächste war und linksabbiegende Kraftfahrer bei jedem Umlauf wieder die Kreuzung blockierten. Erst als der Busfahrer einem Kraftfahrer verdeutlichte, wer hier das größere Fahrzeug führe, konnten wir die Haltestelle anfahren.

    Was mich wundert ist, dass anscheinend trotz G20 noch so viele Leute mit ihren Autos unterwegs waren. Waren nicht viele Hamburger stinksauer, dass ihnen G 20 zugemutet werden sollte. Weil mit empfindlichen Einschränkungen zu rechnen war? Aber das hält anscheinend viele Autofahrer nicht davon ab trotzdem so zu tun. als ob nichts wäre. Also immerzu möglichst alle innerstädtischen Wege mit dem Auto zurücklegen.

    Der HVV bietet ja nun G20 geschädigten Autobesitzern kostenlose Monatskarten an, damit sie weiter mobil sein können (die nun autolosen Autobesitzer).
    "In den vergangenen Tagen sind in mehreren Hamburger Stadtteilen willkürlich Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Den Geschädigten wurde seitens des Senats bereits schnelle Hilfe zugesagt.
    Der HVV als Mobilitätsdienstleister möchte darüber hinaus alle betroffenen Autobesitzer sofort unterstützen und stellt ihnen deshalb kostenlose Monatskarten für den HVV-Gesamtbereich zur Verfügung. Ab Montag können die Fahrkarten in der HVV-Servicestelle am Johanniswall abgeholt werden." So heißt es in einer Pressemitteilung des HVV vom 9.7.2017

    Schade dass StadtRAD anscheinend gepennt hat. Aber vielleicht ist es ja noch nicht zu spät. Wäre doch noch eine tolle Sache wenn seinerseits StadtRAD verkündete:
    "In den vergangenen Tagen sind in mehreren Hamburger Stadtteilen willkürlich Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Den Geschädigten wurde seitens des Senats bereits schnelle Hilfe zugesagt. StatRAD als Mobilitätsdienstleister möchte darüber hinaus alle betroffenen Autobesitzer sofort unterstützen und stellt ihnen deshalb für einen Monat kostenlos die Teilnahme am StadtRAD-Verleihsystem zur Verfügung. Ab Dienstag können die Fahrräder an den bekannten StadtRAD-Standplätzen kostenlos ausgeliehen werden. Weitere Informationen über unsere Service-Telefonnummer: ....."

    Foto: Fahrradverleihsystem Konrad, Kassel

    So so..., der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ruft also zu Spenden auf.
    Hoffentlich geht die reiche Kirche selbst mit gutem Beispiel voran...

    Das tut sie, wobei "die Kirche" oder "die reiche Kirche" sehr verallgemeinernd ist. Dass Phänomen "Kirche" aus christlicher Sicht so eine Art Vorstufe zum himmlichen Reich Gottes, ist natürlich sehr differenziert zu betrachten. Und mit diesem hohen Anspruch versehen wird mancher sagen, das kann ja eigentlich nur schiefgehen und natürlich ruft es jede Menge "Spötter" auf den Plan.

    Aber um mal was Erfreuliches zu berichten: Seit viele Jahren schon segnen die Pfarrer der katholischen Kirchengemenden Autos, meist im Anschluss an einen Sonntagsgottesdienst vor den Sommerferien. Ob das nachweislich zu weniger Verkehrsunfällen führt kann ich dir nicht sagen. Aber in der katholischen Kirchen-Gemeinde meines Vertrauens werden bei dieser Gelegenheit seit einigen Jahren auch Fahrräder (und Rollstühle, Rollatoren, Kinderroller usw.) gesegnet. Ich sag mal nicht ganz unbescheiden, dass ich an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt war.

    Immerhin relativierte diese Entwicklung ein Stück weit die Omnipräsenz des Autos, dass es leider selbst in Kirchenkreisen hat.

    Während viele Menschen hungern werden Autos immer dicker und fressen nicht nur Fahrradverkehrsflächen auf sondern nehmen Menschen bezahlbahre Nahrung weg: „Weltweit wird mehr als genug Nahrung produziert, damit alle Menschen satt werden können. Und doch stirbt alle dreieinhalb Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger oder Unterernährung: Die Nahrung ist auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt. Spekulanten handeln mit Lebensmitteln wie mit Aktien. Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos.“ Quelle: Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider in:
    „Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos“: Präses Schneider ruft zu Spenden für „Brot für die Welt“ auf,
    radverkehrsforum.de/attachment/5318/

    G20 bzw. die randalierenden Idioten haben mir 3 Stunden Arbeitszeit geklaut, weil die Kita geschlossen wurde X(

    Hallo Chrik,
    wWie sieht das denn dein Arbeitgeber? Gibt er dir frei (bezahlt frei) zur Kinderbeaufsichtigung? Du kannst ja schlecht das Kind alleine zu hause lassen. Bietet er an das Kind in den Betrieb mitzubringen? (Falls das überhaupt geht von den Örtlichkeiten her.) Und kannst du für die Zeit der nicht angebotenen Betreuungsleistungs durch den Kindergarten deinen Kindergartenbeitrag entsprechend senken? Das wäre ja dann so eine Art zusätzliche G20-Protestaktion.
    Grüße, Ullie

    Das ist so vereinfacht leider nicht richtig.

    Weitere Details sind auf der verlinkten Seite nachzulesen.

    Hallo foobar,

    Vielen Dank für den Hinweis.

    Ich habe das gleich mal versucht umzusetzen. Geht das so (Siehe unten links):

    Aber wie krieg ich das Copyright-Zeichen (C mit dem Kringel drum) geschrieben? Ich habe einfach deinen kopiert und in mein Bild eingefügt. Aber das muss doch sicher auch noch irgendeine Taste dafür geben?
    Leider kann ich die Bilder in meinem Beitrag nicht mehr verändern, weil ich darsn nichts mehr verändern kann. Der "Bearbeiten"-Button erscheint nicht mehr. Muss wohl auch so gehen.

    Nur mal so:
    Hannoversche Allgemeine Zeitung = Madsack Verlagsgesellschaft
    Deren Redaktion: "Redaktionsnetzwerk Deutschland"
    Dessen größter Gesellschafter: Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft = Medienbeteiligungsunternehmen der SPD
    SPD = durchweg automobilfreundlich

    Aber das ist sicher nur Teil einer Verschwörungstheorie...

    Na da lagen wir beide ja ganz schön daneben mit unserer skeptischen Einschätzung. In Anbetracht der jetzigen Umfragergebnisse, die darauf hindeuten, dass sehr viele HAZ-Leser (unter denen ein hoher Anteil mit dem Auto mobil ist) mehr Radverkehr auf der Straße fordern, hat die HAZ-Umfrage es tatsächlich an den Tag gebracht, dass mehr Radverkehr auf der Straße gefordert wird. Da hegten wir den Verdacht einer "Verschwörung" der HAZ mit der Autofahrerschaft gegen die Radfahrerschaft und dann kommt so was bei raus: "Ja, auf der Straße ist man als Radfahrer deutlich sicherer unterwegs. 67% von insgesamt 3481 Stimmen"

    Hallo Julius,

    und was meinst du, hat da auch jemand manipuliert beim Umfrageergebnis? Ich gehe mal von keiner Manipulation aus und mich hat es jetzt nicht wirklich überrascht, dass so viele den Elektromotor-Auto-Plänen von Volvo zugestimmt hatten. Aber das hat vermutlich vor allem mit dem Aufruf des ADAC von letzter Woche zu tun, vorerst keine Diesel-Autos mehr zu kaufen. Eigentlich hatte der ADAC ja nur dazu aufgefordert, vorerst keine Diesel-PKW mehr zu kaufen. Aber viele sehen darin wohl einen endgültigen Abgesang auf die Diesel-PKW-Technik.

    "Wer mit dem Gedanken eines Dieselauto-Kaufs spielt, sollte nach Empfehlung des ADAC noch warten. Der Automobilclub erwartet den Start der Modelle mit neuem Abgasstandard. Dieser erfolgt zeitnah."
    Handelsblatt vom 28.6.2017


    Und natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass man nichtrepräsentative Umfragen auf keinen Fall überbewerten sollte. Was den von dir angesprochenen Unterhaltungswert angeht: Der steckt ja auch in der Form darin, dass sich der Leser die Frage stellt, wie würde denn wohl das Ergebnis einer wirklich repräsentativen Umfrage wohl aussehen.

    Auch repräsentativere Umfragen, die mit einem größeren Aufwand erstellt werden, sollte man nicht überbewerten, denn die Meinungsbilder und ihre Verbreitung in der Bevölkerung zu einem Thema können sich u. U. schnell ändern. Ich denke das geschieht gerade in der Frage der Diesel-PKW.

    Und auch was die Benutzung des Autos als Mobilitätssystem in der Stadt angeht, hat sich bereits seit Jahren ein Wandel vollzogen, der jetzt nochmal durch den Dieselskandal verstärkt wurde.
    "In einerAbstimmung mit den Füßen vollzieht unsere Gesellschaft schon heute dieVerkehrswende: Viele Menschen steigen aufs Fahrrad und öffentlicheVerkehrsmittel um." aus Zeit.de vom 28.6.2017

    Allerdings vernachlässigt auch dieser Zeit-Artikel den Aspekt, dass sich immer mehr Radfahrer und Benutzer des ÖPNV sich nicht mehr mit Hinhalteparolen ruhig stellen lassen, sondern von dieser Seite ganz offensiv einen Rückbau der MIV-Infrastruktur gefordert wird, damit besser umweltverträgliche Verkehrsmittel den Platz bekommen (breite Radfahrstreifen statt schmale Schutzstreifen auch wenn dafür eine Autospur oder Parkplätze wegfallen / deutliche Ampelvorrangschaltung für den ÖPNV usw.), der ihnen zu Recht zu gewähren ist.

    Viele Grüße, Ullie

    Wie setzt sich denn die befragte Gruppe zusammen? Das war doch nie und nimmer ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung Hannovers!

    Hallo Spkr,
    das Ergebnis der Umfrage sah ja so aus:
    Soll die Benutzungspflicht für Radwege aufgehoben werden?
    Das Ergebnis, veröffentlich in der Ausgabe der HAZ vom 30.6.2017:
    1. Ja, auf der Straße ist man als Radfahrer deutlich sicherer unterwegs. 67% von insgesamt 3481 Stimmen
    2. Nein, das gibt doch nur ein gefährliches Durcheinander. 32% von insgesamt 3481 Stimmen
    3. Ich fahre kein Fahrrad. 1% von insgesamt 3481 Stimmen

    Wie würde denn deiner Meinung nach ein Abstimmungsergebnis aussehen, dass einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Hannovers präsentiert?
    Ich war wie schon gesagt überrascht, dass sich nicht deutlich mehr für die 2. Antwortmöglichkeit entschieden haben, zumal nach meiner Einschätzung die Anzahl der Autofahrer unter den HAZ-Abonennten deutlich überepräsentiert ist im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt. Und den Autofahrern habe ich bislang immer unterstellt, dass sie nichts davon wissen wollen, dass sie den Verkehrsraum, den sie als ihr unbedingtes Alleineigentum betrachten, einfach so für Radfahrer öffnen wollen (wie es das Umfragergebnis nahelegt). Und selbst innerhalb der Radfahrerschaft gibt es ja zum Teil deutliche Vorbehalte gegen den Radverkehr auf der Straße.

    Wenn man mal von der von der Möglichkeit der Manipulation absieht, auf die ja auch Julius hingewiesen hat, und wenn man davon ausgeht, dass nur wenige Nicht-Autofahrer abgestimmt haben, dann nehme ich einfach mal an, dass in der Autofahrerschaft ein Umdenken stattfindet. Vielleicht haben es viele Autofahrer ja satt, dass sie immerzu und von überall her damit rechnen müssen, dass Radfahrer angeschossen kommen und sie wollen sie lieber auf Radfahrstreifen auf der Straße sehen können?

    Hier ein Radfahrer, der auf einem Radfahrstreifen fährt, der in Marburg an einer längeren Omnibushaltestelle (für drei bis vier Busse) entlang angelegt ist.

    Viele Grüße Ullie

    Ich hab es gerade ausprobiert. Es genügt schon, den Browserverlauf zu löschen, damit man erneut abstimmen kann.

    Ich habe viermal abgestimmt. Einmal meine Meinung und noch je einmal alle drei Antwortmöglichkeiten. Alle Stimmen wurden gezählt. Somit in keinster Weise aussagekräftig.

    Hallo Julius,

    was heißt hier "aussagekräftig"? Im vorliegenden Fall, bei der Frage nach der Einschätzung zur Dieselabsage von Volvo, wird ja alleine schon durch die Aufnahme dieser Frage in die tägliche HAZ-Umfrage eine Aussage von der Redaktion getroffen.

    Und wenn man sich dann die Antwortmöglichkeiten so anschaut, dann frage ich mich, was wohl jemand ankreuzt, der dem Autoverkehr als Mobilitätssystem ohnehin sehr skeptisch gegenübersteht.
    Volvo setzt voll auf den E-Antrieb und verabschiedet sich schrittweise vom Verbrennungsmotor. Ist das der richtige Weg?

    E-Antrieb bei Volvo

    1. Ja, endlich macht es mal einer.
    2. Nein, für größere Hersteller werden Diesel und Benziner immer eine Option bleiben.
    3. Das ist doch alles nur eine PR-Geschichte.

    Da fehlt mir doch eindeutig die Antwortmöglichkeit:

    4. "Das Auto hat als Massenverkehrsmittel ohnehin ausgedient. Egal ob mit Elektro- oder Verbrennermotor. Volvo sollte lieber mehr Omnibusse bauen."

    Ist ja nicht so, dass Volvo ausschließlich nur Autos baut: Hier einer mit Dieselmotor, der im Rhein-Main-Verkehrsverbund eingesetzt wird:

    Und Volvo verkauft auch Elektrobusse:
    "Volvo hat weltweit bereits 3000 Elektro- und Hybridbusse verkauft."
    aus: "Pro Elektrobusse: Wer ein Zeichen setzen will, steigt jetzt um", SZ vom 15.4.2017,
    Ob Volvo auch Fahrräder baut ist mir leider nicht bekannt. Aber es könnte ja auch als Antwortmöglichkeit dazukommen:


    5. Volvo sollte lieber Fahrräder mit Elektromotor bauen.

    Die HAZ trifft also mit ihrer Umfrage indirekt die Aussage, dass sie den Massen-MIV mit Autos für ein unverzichtbares Mobilitätssystem hält, das notfalls im Elektrobetrieb fortgesetzt wird. Sonst würden ja auch die 4. und 5. Antwortmöglichkeit angeboten.

    Eine andere Aussage wird durch die HAZ-Umfrage ebenfalls getroffen: Wenn man den Verdacht hegt, dass eine HAZ-Umfrage manipuliert wird, dann stellt sich ja auch die Frage, wer so was macht.

    Die Zeitung selbst?
    Julius? - Ullie?
    Oder sonst jemand, der genug Zeit hat, sich immer wieder bei der HAZ-Internetseite einzuloggen und abzustimmen, anschließend den Browswerverlauf zu löschen und sich erneut einzuloggen?
    Oder jemand, der dafür nicht die Zeit hat, dafür aber ein Programm, dass die viele Handarbeit ersetzt?
    Und wenn da so wäre, macht das dann diejenige oder derjenige auf eigene Rechnung oder im Auftrag von wem?

    Wenn sich also viele an der Umfrage beteiligen, dann dokumentiert das Interesse an dem Thema, wenn auch im Einzelfall ungeklärt ist, wer da Interessen hat. Ich weiß da technisch darüber zu wenig, aber würde das nicht auffallen, bzw. kann man das nachprüfen, ob alle oder eine große Zahl von Abstimmungen vom selben Computer aus gemacht werden? Und möglicherweise zieht die HAZ daraus ihre ganz eigenen Schlüsse?

    Vielen Dank für den kleinen Abstimmungstest Julius und viele Grüße,

    Ullie

    Diesel schmeckt nicht. Von daher können vom Verbrauch eines Autos auch keine Hungernden satt werden. Dieser an den Haaren herbeigezogene Vergleich ist es, der die Gesamtargumentation unglaubwürdig macht und meinem Empfinden nach dem berechtigten Anliegen die Schärfe nimmt.

    (...)
    "Weil mein Auto Sprit verbraucht hungern Kinder" ist unzulässig. Ebenso wie "Höherer Käsekonsum führt zu mehr Toten durch Strangulation im eigenen Bettlaken":

    "Brasilien hat früh damit begonnen, petrochemische Produkte als Energiequelle für den Antrieb von Fahrzeugen durch „alkochemisch“ gewonnenen Sprit zu ersetzen. Um sich von der Erdöl-Abhängigkeit zu befreien, wurden die Zuckerrohrbauern schon in den siebziger und achtziger Jahren dazu gebracht, Ethanol - und nicht Zucker - aus dem Zuckerrohr zu gewinnen. Das Land ist Vorreiter in der effizienten Verarbeitung von Zuckerrohr zu Treibstoff geworden. Im April wurden 283,9 Millionen Liter Ethanol exportiert - das sind, wegen des wachsenden Bedarfs in den Vereinigten Staaten, in Schweden und in anderen Ländern, fast doppelt so viel wie im April 2006, als Brasilien 144,3 Millionen Liter ausführte."
    Quelle:

    "Das EU-Parlament hat am Mittwoch, den 11. September in Sachen Biokraftstoffpolitik die vom EU-Umweltausschuss vorgeschlageneb Begrenzung der Biokraftstoffquote von fünf Prozent abgeschwächt und für eine Begrenzung von sechs Prozent gestimmt. Europaweit gesehen bedeutet dieses Ergebnis keine klare Trendwende, sondern eine weitere Steigerung des Verbrauchs an Biokraftstoffen, die aus Nahrungsmitteln hergestellt werden.
    Immerhin: Von zehn auf sechs Prozent!
    Die Begrenzung – wenn auch nicht in dem Ausmaße wie gewollt - zeigt aber, dass die negativen Folgen der Biokraftstoffpolitik für die Ernährungssicherung und Umwelt anerkannt werden. Doch noch immer müssen Menschen mit weiterem Landraub und steigenden Nahrungsmittelpreisen rechnen, denn die Devise scheint zu lauten: Vorerst für den Tank - später der Teller."
    Quelle:

    "Der vertrauliche Bericht der Weltbank, der am Freitag an die Öffentlichkeit gelangt ist, zeigt nach Ansicht des katholischen Hilfswerks MISEREOR auf dramatische Weise die Auswirkung von Agrotreibstoffen auf die aktuelle Hungerkrise in vielen Entwicklungsländern."
    Quelle:

    Ich hoffe du akzeptierst mit diesen Hinweisen, dass das mit dem Treibstoff für Autos und dem Hunger nicht einfach "an den Haaren herbeigezogen" ist!

    Wie setzt sich denn die befragte Gruppe zusammen? Das war doch nie und nimmer ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung Hannovers!

    Wie schon gesagt, ich bin selbst außerordentlich überrascht von dem Ergebnis. Es gibt hinreichend Beispiele dafür, wie die HAZ mit Hilfe ihrer täglichen Umfragen schon (leider z. T. erfolgreich) versucht hat, insbesondere die Umweltgruppen und die Grünen in ein schlechtes Licht zu rücken. Und als ich die Fragestellung laß, hatte ich sofort das Gefühl, dass es sich erneut um einen Versuch handelt, an sich vernünftige verkehrspolitische Forderungen so darzustellen, dass sich die autofahrende Klasse mal wieder bestätigt fühlen darf.
    Wie sich die Gruppe der Befragten zusammensetzt, darüber kann ich auch nur spekulieren. Die Umfragen werden täglich in der HAZ-Printausgabe veröffentlicht, verbunden mit dem Hinweis, dass man auf der HAZ-Internetseite abstimmen kann. Abstimmen können alle Besucher der HAZ-Internetseite, egal ob sie Abonnent der Zeitung sind oder nicht. Auf dieser Internetseite stehen die Fragen in der Regel bereits am Vorabend zur Abstimmung. Am Folgetag veröffentlicht die HAZ in der Regel das Abstimmungsergebnis von 18:00 Uhr.

    Um mal so ein eher typisches Beispiel mit typischem Verlauf zu nennen:

    "Das Umweltbundesamt fordert Tempo 30 als Standard in allen Städten – was sagen sie dazu?
    So haben unsere Leser abgestimmt (1230 Stimmen):

    Tempo 30
    Richtig so, das ist längst überfällig. (500)
    41%
    Der Vorschlag ist völliger Quatsch. (710)
    58%
    Mir ist das egal – ich fahre kein Auto. (20)
    2%"


    Oder dieses Beispiel:

    Was halten Sie von Straßensperrungen für saubere Luft in Hannover?
    So haben unsere Leser abgestimmt (2264 Stimmen):

    Straßensperrungen
    Finde ich gut – die Gesundheit der Anwohner muss geschützt werden. (667)
    29%
    Straßensperrungen sind nur sinnvoll, wenn mehr Menschen ihr Auto stehenlassen. (446)
    20%
    Ich finde das völlig überzogen. (1151)
    51%



    Wenn du mal selbst mit abstimmen willst:
    Heute nachmittag wurde folgende Umfrage auf der HAZ-Internetseite veröffentlicht:


    Volvo setzt voll auf den E-Antrieb und verabschiedet sich schrittweise vom Verbrennungsmotor. Ist das der richtige Weg?
    E-Antrieb bei Volvo
    Ja, endlich macht es mal einer. (111 Stimmen um 22:45 Uhr)
    58%
    Nein, für größere Hersteller werden Diesel und Benziner immer eine Option bleiben. (34 Stimmen um 22:45 Uhr)
    18%
    Das ist doch alles nur eine PR-Geschichte. (48 Stimmen um 22:45 Uhr)
    25%
    Wenn du teilnehmen willst, dann gib bei google mit den Anführungsstrichen ein: "Volvo setzt voll auf den E-Antrieb und verabschiedet sich schrittweise vom Verbrennungsmotor. Ist das der richtige Weg?"


    Einen direkten Link kann ich dir nicht bieten, denn dann landest du nur auf der Seite, dass du schon abgestimmt hast.


    Diese Umfrage wird morgen in der HAZ-Print-Ausgabe erscheinen und das Ergebnis von morgen um 18:00 Uhr wird übermorgen ebenfalls in der Print-Ausgabe veröffentlicht.
    Wenn du zweimal abstimmst, dann erscheint beim zweiten mal die Anzeige, dass du bereits abgestimmt hast. Welche Maßnahmen die HAZ darüber hinaus ergreift, um Manipulationen der Umfragen zu unterbinden weiß ich nicht, bin auch kein Spezialist für so was. Allerdings wurde verschiedentlich schon darüber spekuliert, dass Umfragen von Leuten, die sich mit so was auskennen, manipuliert wurden.

    Diese Umfrage hatte ich schon wieder ganz aus den Augen verloren. Deshalb habe ich heute noch mal nachgelesen in der Ausgabe vom 30.6.2017 (Die Umfrage-Ergebnisse werden in der Regel einen Tag später in der Zeitung veröffentlicht.)
    Und ich war einigermaßen überrascht:


    Soll die Benutzungspflicht für Radwege aufgehoben werden?
    Das Ergebnis, veröffentlich in der Ausgabe der HAZ vom 30.6.2017:

    Ja, auf der Straße ist man als Radfahrer deutlich sicherer unterwegs. 67% von insgesamt 3481 Stimmen
    Nein, das gibt doch nur ein gefährliches Durcheinander. 32% von insgesamt 3481 Stimmen
    Ich fahre kein Fahrrad. 1% von insgesamt 3481 Stimmen

    Da habe ich wohl zu früh geschimpft. Die Hannoveranerinnen und Hannoveraner sind anscheinend besser über eine gelungene Radverkehrsführung informiert als ich das vermutet hatte.

    Das Thema heißt zwar Hamburg: Spaß beim G20-Gipfel, aber diese Veranstaltung fand in Hannover statt, allerdings auch zum Thema G20-Gipfel, weshalb ich jetzt dafür kein eigenes Thema aufmachen will.

    G20 Protestveranstaltung in Hannover: Friedensfahrt der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen durch Linden, Limmer und Ahlem am 17.6.2017


    Ein kurzer Bericht von einer interessanten Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad durch Linden, Limmer und Ahlem:

    Das Plakat auf dem Foto am Fenster des Getränkeladens meines Vertrauens hat mich dazu motiviert am Samstagnachmittag (17.6.2017) bei einer kleinen Radtour mehr zu erfahren über die Geschichte des interessanten hannoverschen Stadtteils Linden (und Limmer und Ahlem).


    Gestartet wurde am Küchgengarten. Etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich zusammen zu der Veranstaltung der DFG-VK und zeigten viel Interesse am Thema. Das war weit gefasst und handelte von der Produktion von Kriegswaffen über das Leben und Sterben der Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der Situation von Zwangsarbeitern bis zu Arbeitsbedingungen früher und heute. Ein Schwerpunkt waren Orte des Erinnerns an die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus.


    Im Hintergrund ist die ehemalige öffentliche Badeanstalt am Küchengartenplatz zu sehen. Bis weit in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein gab es in vielen Wohnungen in Linden noch keine Badezimmer.

    Der erste Teil der Fahrt ist auf der openstreetmap-Karte eingetragen (openstreetmap.de ist eine Internetseite aus der Karten kopiert werden dürfen um sie wie hier für nichtkommerzielle Darstellungen zu verwenden.)

    Das nächste Bild zeigt einen Ausschnitt aus der Fassade der Hanomagfabrik in der Göttingerstraße, die während der Nazizeit gebaut wurde. Der Künstler, hat auf vier Steinkonsolen die vier Elemente dargestellt. Für die Luft einen Adler, für die Erde einen Baum, für das Wasser Wellen, einen Fisch und einen Dreispitz und für das Feuer einen feuerspeienden Drachen und einen Doppelblitz.

    Die letzten beiden Konsolen sind auf dem Foto zu sehen. Bemerkenswert finde ich, dass der Doppelblitz dem SSZeichen entspricht. Trotzdem wurde es anscheinend nie entfernt, obwohl es eigentlich zu den Zeichen der NS-Zeit gehört, die in der Nachkriegszeit verboten wurden.

    Bei der Filiale der Deutschen Bank in der Falkenstraße wurde kurz angehalten, um auf die Kreditgeschäfte der Bank mit Firmen der Atomwaffenproduktion hinzuweisen.


    Und dann gings wieder zum Küchengarten und von dort zum zweiten Teil der Radtour:

    Am AllerWeltsLaden in der Limmerstraße wurde gestoppt und eine Mitarbeiterin des Allerweltsladen informierte über die Chancen durch fairen Handel eine Verbesserung der Arbeits und Lebenssituation der LandarbeiterInnen und FabrikarbeiterInnen weltweit zu erreichen.

    Der Limmer-Friedhof beherbergt unter anderem zahlreiche Gräber von Desserteuren, die in Hannover hingerichtet wurden. Und ein Denkmal für Desserteure! Es wurde quasi als Nachfolgedenkmal für das einstige Denkmal für den unbekannten Desserteur aufgestellt. Das stand auf dem Trammplatz vor dem Rathaus, verschwand jedoch von dort, als der Trammplatz vor wenigen Jahren renoviert wurde. Jetzt ist es auf einem Bauhof der Stadt eingelagert. Die Stadt muss sich fragen lassen, will man ein Denkmal für Desserteure lieber nicht auf einem prominenten Platz in der Stadt? Hat man es deshalb erst mal weg gestellt und stattdessen an einem abgelegeneren Ort ein anderes hingestellt?


    Anschließend ging die Tour zum Wasserstadtgelände auf der ehemals ein großes Fabrikgelände stand, in der in der Zeit des Zweiten Weltkriegs von ZwangsarbeiterInnen Gasmasken hergestellt wurden. Das Foto zeigt das Gelände auf dem die Baracken der Zwangsarbeiterinnen standen. Heute ist dort ein Gedenkstein und eine Info-Tafel. Für die sollte sich eigentlich jeder mal ein paar Minuten Zeit nehmen, wenn er dort vorbeikommt. Im Hintergrund ist der eingerüstete Conti-Turm zu sehen, der zurzeit renoviert wird. Mit dem Abschluss der Renovierungen am Turm sollen die Bauarbeiten für die Wohnungen der "Wasserstadt" beginnen.


    So viel Geschichte massiv an einem Nachmittag per Rad zu entdecken war eine interessante Erfahrung. Die OrganisatorInnen der Radtour von der DFG-VK* hatten sich auf die Vorträge zu den besuchten Orten gut vorbereitet!


    Ich hoffe der kleine Bericht von einer G20-Protest-Veranstaltung in Hannover ist nicht zu langatmig geworden und hat Besucher und Einheimische motiviert, den ein oder anderen Ort mal selbst in Augenschei zu nehmen - am besten per Rad natürlich!


    Viele Grüße aus Hannover, Ullie


    DFG-VK = Deutsche Friedensgesellschaft (gegründet 1892) VK = Verband der KriegsdienstverweigerInnen (Zusammenschluss 1974) siehe auch:

    Vielen Dank für die Hinweise auf "Dateianhänge"!

    Dann will ich das gleich mal ausprobieren:

    Das funktioniert ja super!!!

    Dann will ich gleich mal den Beitrag verfassen zu dem auch das Foto gehört, das jetzt hier zu sehen ist.

    Viele Grüße, Ullie (Guckt mal demnächst unter dem G20-Thema! Dazu fand auch in Hannover was statt - mit Fahrrädern!)

    Hallo Malte,

    die Bilder die ich gerne ins Forum stellen möchten sind meine eigenen Bilder und ich will keine fremden Bilder verlinken. Und das muss doch auch in irgendeiner Form möglich sein.
    Bei einigen ganz aktuellen Beiträgen hier im Forum habe ich Bilder-Vorschauen (Bilder im Kleinformat mit einer eingeblendeten Lupe rechts unten im Bild) gesehen. Wenn man diese Bilder anklickt, dann erscheint das Bild in Normalgröße. Wie ist das denn technisch möglich? Und was muss ich tun, wenn ich auf diesem Weg Bilder meinen Beiträgen zufügen möchte?
    Viele Grüße, Ullie

    Moment, willst du Fotos ins Forum hochladen oder aus dem Beitrag heraus Fotos verlinken?

    Ich probier hier mal folgendes:
    Das ist der Link zum Bild. Aber das Bild selbst wird im Forum nicht angezeigt. Ich muss erst den Link drücken. In vielen anderen Foren ist es möglich, dass man den "Direktlink für Foren" in den Beitrag kopiert und dann wird das Bild auch angezeigt, wenn man im Forum ließt.

    Wenn ich in diesem Forum versuche den Direktlink für Foren in den Beitrag zu kopieren, dann erscheint die rotgedruckte Nachricht:

    "Ihre Nachricht enthält die folgenden BBCodes, die Sie nicht verwenden dürfen: img"