Und jetzt? Projekt autonomes Auto gestorben?
Wohl nicht. Einmal wird es bei jeder Technik Kinderkrankheiten geben, auch fatale.
Und dann wird es immer Fälle geben, in denen ein Mensch anders und teilweise auch besser reagiert hätte. In der Summe wird das autonome Fahrzeug aber Vorteile bringen. Auch für Fußgänger und Radler.
Die Frage, die sich richtigerweise stellt, ist aber auch hier, warum das Fahrzeug zu schnell war, wenn das wahr sein sollte. Schlechte Beschilderung, schlechte Schildererkennung oder veraltetes Kartenmaterial ohne Schildererkennung? Letzteres wäre in jedem Fall Murks.
Ich befürchte etwas anderes: Das automatisierte Fahren ist nicht wirklich im Sinne der Autoindustrie. Der Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher hat sehr überzeugend herausgearbeitet, dass das Autofahren eine Suchterkrankung darstellt. Siehe z. B. hier:
Ein automatisertes Auto, das selbstständig fährt, und wie du ja auch annimmst deutlich unfallfreier fährt als ein von Menschen gesteuertes Auto, ist nicht in der Lage, diese Sucht zu befriedigen, die vom "Virus Auto" hervorgerufen wird.
Das ist ungefähr so wie ein Raucher, der sich das Rauchen abgewöhnen will, und deshalb auf einem Zahnstocher rumknabbert. Es gibt zahlreiche Vernunftgründe, die für das automatisierte Fahren sprechen. Aber letztlich ist es nicht im Sinne derjenigen, die mit Autobau Geld verdienen wollen. Denn es beinhaltet die Gefahr, dass das automatisierte Fahren ebenso funktioniert, wie das bisweilen mit dem Zahnstocher funktioniert.
Und wenn es erst mal so weit ist, dass sich die Menschen in automatisierten Fahrgastzellen fortbewegen, dann wird es ihnen bald langweilig und sie wollen viel lieber Omnibus oder Straßenbahn fahren oder eben Fahrrad!