Beiträge von Ullie

    Gibt es da eine Quelle? Ich finde aus den letzten Jahren nichts neues dazu. Die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle hier in der Gegend waren auf zweispurigen Autobahnen... da ist aber gerade eine Baustelle, deswegen ist das wohl kaum vergleichbar.

    Es wäre mal interessant, das Unfallaufkommen auf den damaligenTransitautobahnstrecken von Westdeutschland nach Berlin zum Vergleich heranzuziehen. Damals galt auf den Transitstrecken, wenn ich mich recht erinnere, Tempo 100 und das wurde sehr intensiv kontrolliert. Außerdem waren diese Autobahnen zweispurig, so weit ich mich erinnere. Leider haben viele das Ende der DDR in die Richtung fehlinterpretiert, dass damit den ehemaligen DDR-Bürgern ein Freibrief zum Rasen erteilt wurde und das dann auch noch kräftig als Beginn einer neuen Freiheit bejubelt.

    Da soll man also absteigen und schieben. Wegen des schmalen Trottoirs auf der Fahrbahn. Das bekommt dem Fahrplan der Tram bestimmt bestens.

    Na die Tram aufhalten als Protestmaßnahme fände ich aber auch nicht so toll.
    Leider wird es in Mainz wohl darauf hinauslaufen, dass der Radverkehr Umwege in Kauf nimmt. Allerdings kenne ich die örtlichen Verhältnisse nicht so genau. War nur auf Besuch. Die knappe Stunde, die ich im Café an der fotografierten Straße saß, sind jedoch einige Radlerinnen und Radler dort lang gefahren. Auf der Gegenseite geht es bergauf, dort durfte ich dann ein wüstes Überholmannöver erleben, als ein Autofahrer hinter einem bergaufbedingt langsamen Radfahrer herfuhr und ein weiteren Autofahrer, der zunächst dahinter fuhr, ungeduldig wurde und dann äußerst riskant an beiden vorbeipreschte. Im Falle, dass eine Bahn bergauf kam, blieben bergaufradelnde Radler auch mal stehen, damit die Tram sicher passieren kann. Zum Teil sichtlich erfreut über eine kleine Verschnaufpause.

    Hier eine mögliche Lösung aus der Schweiz:
    Schweiz: Fahrradfreundliche Tramgleise - Zwischenbilanz eines Versuchs in Zürich 

    @Forumteilnehmer Jo, ist tatsächlich Mainz!

    Genau so ist es. In der Holtenklinker Straße (Hamburg-Bergedorf) wird z.B. jeden Tag (!) der Radweg vollständig zugeparkt - allerdings erst ab den Abendstunden. Ich weiß nicht, wie oft ich schon beim zuständigen PK angerufen habe. Jedes Mal ließ es angeblich die Einsatzlage nicht zu, kurzfristig dort hinzufahren. Mehrfach hatte ich in der Sache Schriftwechsel mit dem PK und dem Bezirksamtsleiter. Ergebnis: Viel Blah Blah und nicht die Geringste Maßnahme. Widerlege ich dämliche nicht ztutreffende Argumente, wird darauf nicht mehr eingegangen. So wird immer gern zu bedenken gegeben, dass man Poller nicht dichter als 50 cm vom Fahrbahnrand aufstellen dürfe. Auf meine Fotos von Stellen, wo das trotzdem der Fall ist, wird dann nicht mehr reagiert.
    Hier wird sehr deutlich, dass es aufgrund von "Quartiersbelangen" und "Parkdruck" politisch nicht gewollt ist, den Autofahrern die Möglichkeit zu nehmen, auf dem Radweg zu parken. Ein Skandal

    Dein Beitrag ermutigt schon die gegebenen schlechten Zustände nicht weiter widerstandslos hinzunehmen. Was den Einsatz (bzw. häufiger der "Nichteinsatz") der Polizei angeht: Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatte mir mal empfohlen, eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Leitenden Beamten der Polizeistation vor Ort zu stellen, wenn dort nichts passiert, im Falle dass man auf zugeparkte Gehwege oder Bordsteinabsenkungen hinweist. Hast du damit Erfahrung?

    Was den Einsatz der Verkehrsaußendienstmitarbeiter angeht: Zu wieviel Prozent werden die eingesetzt um, Gehwegparker und Radwegparker zu ahnden? (Das nenne ich Falschparken!)
    Und bei wieviel Prozent geht es um Fälle, in denen Parken im Bereich von kostenpflichtigen Parksäulen geahndet wird oder in Bereichen mit Parkscheibenregelungen? (Das nenne ich "Schwarzparken" analog zum Schwarzfahren.)
    Meinetwegen könnte der Verkehrsaußendienst das Schwarzparken gänzlich ungeahndet lassen und sich vollständig auf das Falschparken konzentrieren. Denn wenn stets alle Stellplätze im Bereich von kostenpflichtigen Parksäulen usw. zugeparkt sind, dann trägt das auch dazu bei, dass die Leute auf ÖPNV und auf's Rad umsteigen.

    Mein Eindruck in Hannover ist, dass der Verkehrsaußendienst zum überwiegenden Teil im Bereich von Parksäulen und parkscheibenpflichtigen Parkplätzen kontrolliert, also eigentlich vornehmlich im Interesse von anderen parkplatzsuchenden Autofahrern aktiv sind. Während echtes Falschparken bei den Kontrollen erst an zweiter Stelle steht. Deshalb finde ich es auch so schäbig, wenn sich die Tageszeitung mal wieder über die angebliche "Abzocke" der Autofahrer ereifert, wenn über den Einsatz der Verkehrsaußendienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter berichtet wird.

    Noch eine Frage: Arbeitest du gänzlich allein, oder gibt es in Hamburg formelle oder informelle Gruppen, die das Problem zugeparkte Geh- und Radwege gemeinsam in der Form angehen, dass sie durch Anzeigen dem etwas entgegensetzen?

    Sehe ich nicht so. Es geht immer nur darum, dass der Staat Geld einspart! Das hat der Finanzminister die schwarze Null so angeordnet. Wann immer private Unternehmen investieren (Stichwort "PPP"), um anschließend (möglichst viiiiel) Rendite zu machen, spielt es keine Rolle, was das Volk bezahlen muss. Im Gegenteil.

    Weil es oft die falschen Maßnahmen sind, die ergriffen werden, ist es Geldverschwendung. Beispielsweise wird der Ausbau von Autobahnen gerne als Maßnahme zur Steigerung der Verkehrssicherheit verkauft. In Wahrheit ist auch die um eine Spur verbreiterte Autobahn bald wieder zugefahren. Eine Verlagerung des Verkehrsgeschehens auf die Schiene aber wurde durch den Autobahnausbau verhindert.

    Ich empfehle Lastenräder. ;) Ich weiß, geht nicht für alles und jede Entfernung. Für mich aber für 90 Prozent meiner täglichen Transporte.

    In Hannover gibt es seit einigen Monaten Lastenrad-Ausleihsystem: :
    "Hannah ist eine Initiative vom ADFC und Velogold

    und Hannovers erstes Projekt für freie Lastenfahrräder.

    Es ermöglicht die kostenfreie Ausleihe an

    wechselnden Orten in der Region."

    Die Räder lassen sich gut fahren!

    Völlig unbegreiflich finde ich einen Beitrag von "Stadtkind" (Veranstaltungsmagazin für Hannover), in dem der Autor von "radelnden Särgen" schreibt. Lastenfahrräder für den Kindertransport abfällig als Krabbelkästen für Kinder bezeichnet, in denen sie eingesperrt und ihrer natürlichen Freiheit beraubt würden. Der Mitarbeiter des Fahrradfachgeschäftes meines Vertrauens hatte mit eine Kopie des Artikels mitgegeben. Leider weiß ich nicht genau welche Ausgabe es war. Der Autor heißt Martin Kontzog, die Überschrift "Radelnde Särge". Als Schlusssatz wendet sich der Autor an Eltern mit Transportfahrrädern für Kinder, bzw. Fahrradanhängern:
    "Ganz ehrlich: Könnt ihr alles gerne machen. Aber dann verpieselt euch doch bitte vom Radweg - und macht den Abflug nach Nimmerland."
    Ich weiß leider nicht, ob dieser Artikel in Stadtkind Hannover auch in anderen Städten erschien. Aber vielleicht hat ja der eine oder andere das Magazin zu hause rumliegen und Lust, sich mal bei der Redaktion zu melden, und darauf hinzuweisen, dass ein solcher Unfug doch wohl ein bisschen weit geht, auch wenn's als Kolumne erscheint.

    Leider ist der Artikel ein schlimmes Beispiel dafür, dass die Solidarität unter Radfahrern in einigen Punkten noch stark verbesserungsbedürftig ist, und dass Transportfahrräder sich im Bewusstsein mancher Menschen noch nicht als ernstzunehemende Transport-Alternative etabliert haben.
    dreiradmitlastkorb52zqp.jpg
    Fahrräder, die etwas breiter gebaut sind, wie zum Beispiel dieses Dreirad mit Transportkorb, verdeutlichen den Platzbedarf des Radverkehrs. (Auch Radfahrerinnen und Radfahrer auf Zweirädern brauchen diesen Platz, was aber oft unterschätzt wird.) Auf eigenen Radverkehrsanlagen ist der notwendige Platz häufig nicht gegeben, muss aber dringend geschaffen werden! Die Alternative ist der Radverkehr im Straßennraum, der ist ja auch breit genug für Autos. Aber dann muss dort das Tempo der motorisierten Verkehrsteilnehmer reduziert werden! Oder der Autoverkehr muss ganz verschwinden. Das Foto wurde an einem verkaufsoffenen Sonntag im Stadtteil Linden aufgenommen. Radverkehr und Fußverkehr hatten die Straße für sich erobert. Irgenwann kam dann die Polizei und hat die uneinsichtigen Autofahrer, die trotzdem genau dort fahren wollten, wo spontan eine autofreie Zone entstanden war, umgeleitet.

    "Der Tod fährt Rad" so heißt der Krimi von Christoph Güsken aus Münster, den ich grade beim Stöbern im Buchladen entdeckt habe. Gekauft habe ich ihn aber trotzdem es dabei auch um's Radfahren geht - in Münster fährt ja sogar der Tatort-Kommissar Fahrrad - noch nicht. Liegt noch einiges Ungelesenes von Weihnachten auf'm Gabentisch - äh Nachttisch.

    Aber vielleicht haben andere Forumsbesucher den Münster-Krimi schon gelesen?

    In jedem Fall interessant finde ich die Idee, einen Radfahrer literarisch zum Mörder zu machen. Ohnehin wird Radfahrern bisweilen Böses nachgesagt. (Kampfradler o. Radrüpel) M. E. oft zu Unrecht. Da kann man es doch auch gleich mal auf die Spitze treiben, und den fiktiven "Bike-Mörder" auf's Rad setzen!

    Lohnt sich der Kauf?

    Ist der Krimi mit dem "Bike-Mörder" ein Hinweis darauf, dass Radfahrer zunehmend ernst genommen werden als Verkehrsteilnehmer, wenn man ihnen jetzt sogar Mordtaten andichtet? Oder geht es mehr darum, Radfahrer zu verulken?

    Gut ein halbes Jahr später habe ich dann doch ziemlich gestaunt.

    Es waren vom Gefühl her ungefähr -10°C, aber ich war längst nicht der einzige Radling da draußen. An der Kreuzung Stresemannstraße und Kieler Straße passte ich nicht mehr in die Aufstellfläche zum indirekten Linksabbiegen, weil da schon ein paar Radlinge warteten.

    Deine Eigenheit, Radler als "Radlinge" zu bezeichnen, ist neu für mich. Ich habe allerdings schon mal den Begriff "Autler" für Autofahrer gehört. Soll wohl aus Süddeutschland stammen. Und statt Fußgänger den Begriff "Fußgeher", der soll von dem Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher stammen. Wie kommst du auf Radling? Und warum ist dir der Begriff wichtig?

    Es gibt eine Zahl, unterhalb derer die weitere Senkung einfach nicht mehr sinnvoll ist. Die zu benennen, ist vollkommen unmöglich, ohne den Wert eines Menschenlebens festzulegen. Das ist zurecht eine höchst emotionale Diskussion. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre das aber sehr sinnvoll. Denn Geld ist nunmal begrenzt. Wenn man darüber nachdenkt, steht man irgendwann vor der Entscheidung, ob man jetzt noch beispielsweise 10 Milliarden für das letzte Todesopfer im Straßenverkehr ausgibt oder davon nicht lieber doch 100.000 Krebspatienten behandelt.

    Es geht bei Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit oft gar nicht darum, noch mehr Geld auszugeben, sondern Geld einzusparen. Eine deutliche Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen beispielsweise spart Kosten. Je schneller die Fahrzeuge unterwegs sind, um so schneller werden die Straßen und Brücken abgenutzt. Bzw. die Baukosten für schnelle Straßen liegen deutlich höher weil sehr viel teurere Konstruktionen erstellt werden müssen.
    Schon eine ganz klare Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit spart immense Kosten im Vergleich zu den aufwendigen elektronischen dynamischen Geschwindigkeitsanzeigen-Brücken, die vielerorts nur deshalb notwendig sind, weil die Politik und Verwaltung befürchten als "Spaßbremse" gebrandmarkt zu werden.
    Tempo 30 auch auf stark belasteten Hauptverkehrsstraßen spart immense Kosten, weil die Straßen länger halten, sowie die Umweltfolgen und die Unfälle reduziert werden. Darüberhinaus liegen die Unfallfolgenkosten deutlich niedriger!

    Zum Wert eines Menschenlebens: Das ist wahrlich schwer festzulegen. Bei wikipedia fand ich folgende (in meinen Augen sehr fragwürdige, weil nach Geschlechter und Ausbildungsstand differenziert, aber ich weiß es auch nicht besser) Angaben:
    "Eine deutsche Studie errechnete 1,72 Millionen Euro für einen beschäftigten Mann, 1,43 Millionen Euro für eine beschäftigte Frau und 1,22 Millionen Euro für einen männlichen Arbeiter."

    So fragwürdig diese Angaben sein mögen. Es darf in der Diskussion um Verkehrssicherheit und Umweltauswirkungen des Straßenverkehrs nicht einfach drüber hinweggegangen werden. Wie du ja auch selbst schreibst: "Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre das aber sehr sinnvoll."

    Das Ziel sollte niemals "Null" lauten, dafür muss man zuviele andere Opfer bringen.Radfahren ist gefährlich, ein Sturz bedeutet fast immer eine Verletzung, manchmal ist's auch tödlich. Also muss man Radfahren verbieten. Zumindest braucht man eine Integral-Helm-Pflicht.
    Bahn ist ein gutes Verkehrsmittel, aber Eschede zeigt aber, dass etwas weniger Tempo nicht schlecht wäre.
    Flugzeuge gehören ganz abgeschafft, weil man Abstürze häufig nicht überlebt.

    Nein, wir müssen in Kauf nehmen, dass manchmal Menschen sterben. Irgendwo muss man zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit/Effizienz abwägen. Andere Länder haben massive Sicherheitsdefizite, Deutschland steht im Internationalen Vergleich recht gut da. Aber natürlich kann man auch in Deutschland noch besser werden. Tempolimit auf Autobahn 160, Landstraße 80, 30 innerorts fände ich gut. Außerdem noch die Bahn schneller machen, ist auf mittellangen Strecken einfach das beste Verkehrsmittel. Der ICE-Sprinter fährt Hamburg->Frankfurt mit 118km/h Durchschnitt (Luftlinie 394km, 03:20).

    Selbstverständlich muss das Ziel "Null Todesopfer" im Straßenverkehr lauten, denn wenn du als Ziel ausgiebst "X-Todesopfer müssen einkalkuliert werden", dann müsstest du auch X benennen. Willst du das?

    "Im Vergleich zum Straßenverkehr sind andere Verkehrsmittel deutlich sicherer:
    Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, ist mit Personenkraftwagen größer als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hauptgründe hierfür dürften die umfang­reicheren Sicherheitsvorkehrung den in öffentlichen Verkehrs­mitteln und ein größerer Ausschluss von menschlichem Ver­sagen sein. Die Angst vor dem Fliegen ist mit dem Unfallrisiko nicht zu begründen. Dennoch dürfte das Fliegen nicht immer eine Alternative zum Auto beziehungsweise zu den öffentlichen Verkehrsmitteln auf der Schiene oder der Straße darstellen" Zitat aus: Dipl.-Volkswirtin Ingeborg Vorndran, Unfallstatistik – Verkehrsmittel im Risikovergleich,
    Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik 12/2010

    Eine Helmpflicht üprigens verbessert nicht die Sicherheit im Radverkehr. In den Niederlanden fahren kaum Radler mit Helm, trotzdem ist dort das Radeln sicherer. Und die strikte Trennung der Verkehrswege von Radlern und Autlern (Autofahrern) hat sich nicht als zielführend erwiesen. Auch in Schweden nicht, wo das Ziel "Vision Zero" gilt: "Frühere Vision-Zero-Konzepte sahen auch vor, Fahrradwege von der Autofahrbahn und vom Fußweg zu trennen. Um gleichzeitig eine effektive Nutzung des Fahrrads im innerstädtischen Nahverkehr zu erreichen, ist dies mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden. Die sichere Zusammenführung der Verkehrswege für Autos, Fahrrädern und Fußgängern an Knotenpunkten ist kompliziert, weshalb die Separation von KFZ- und Fahrradverkehr im innerörtlichen Verkehr mittlerweile vielfach nicht mehr als sicherheitsfördernd angesehen wird." Quelle:

    Gerade Tempo 30 in Bereichen, in denen Fußgänger die Fahrbahn queren, ist ein wichtiger Beitrag um das Ziel "Vision Zero" zu verwirklichen. Ein Tempolimit von 160 dagegen auf Autobahnen ist viel zu hoch, weil auch moderne Rückhaltesysteme (Gurt, Airbag) hier an ihre Grenzen stoßen im Falle eines Unfalles. Wer so schnell unterwegs sein will, für den ist die Eisenbahn deutlich sicherer. Dass solche Unfälle wie der ICE-Unfall in Eschede in der Wahrnehmung ganz anders im Gedächtnis bleiben als die täglich rund 10 Verkehrstoten allein auf deutschen Straßen, hat viel mit der Berichterstattung über Großunglücke zu tun, aber nichts damit zu tun, dass die Bahn ein unsicheres Verkehrsmittel wäre.

    Nbgradler: Wenn du hin und wieder auf ein großes Auto angewiesen bist, dann bietet sich doch carsharing als eine vernünftige Alternative zum Besitz eines eigenen Groß-PKW's an! Es geht doch nicht darum der Fahrzeugindustrie zu verbieten, große Autos herzustellen. Aber auch die Fahrzeugindustrie steht in der Verantwortung für ein gedeihliches Verkehrsgeschehen auch in Großstädten. Und dieser Verantwortung wird sie nicht gerecht, wenn die Fahrzeugindustrie an vorderster Stelle den Kauf immer größerer Fahrzeuge anpreist. In den 90er Jahren dagegen wurde z. B. mal der "Smart" stark propagiert. Vielleicht waren wir damals mal weiter?

    Dann muss der Verkehr halt sicherer werden. Im Autoland Deutschland sterben so 3500 Menschen pro Jahr. Hochrechnet auf die Weltbevölkerung wären das nur noch 300tsd.

    Und wieviele Todesopfer sind wir bereit dafür noch in Kauf zu nehmen? Bis wir den Autoverkehr weltweit so "zivilisiert" haben, dass er "nur noch" drei bis viertausend Todesopfer pro 80 Millionen Einwohner pro Jahr hervorruft? Oder soll das Ziel sein: Null Todesopfer? Und wie soll das erreicht werden, wenn zum Beispiel die Forderung nach niedrigeren Tempolimits gerne als "ideologisch motiviert" gebrandmarkt wird?

    Dann widerspreche ich wieder. Wir sind bei deinen Wünschen. Solche allgemein gehaltenen Behauptungen kann ein Einzelner nicht ohne Studien/Quellen aufstellen. Der sogenannte "gesunde Menschenverstand" der dann gerne zitiert wird ist hier einfach nicht ausreichend - weil oft falsch und durch die eigenen Vorstellungen verzerrt.

    Das hatten wir ja schon. Ich will kein kleineres Auto. Das ergibt keinen Sinn und ist _gerade_ bei Kombination mit Rad, Fuß, ÖPVN nutzlos und unsinnig und grundfalsch. Solche Behauptungen kann man schon aufstellen - dann ziehe ich mich aber schnell aus der "interessierten Grundhaltung" zurück.

    Im letzten Beitrag zu den Geschwindigkeitsbegrenzungen wurde es ja dann eher schlechter. Kriechender Verkehr auf Geschwindigkeiten langsamer als Fahrrad sind möglicherweise ideologisch begründet. Nur möchte ich gerne zivilisatorische Erungenschaften behalten. Und dazu gehört eben auch die Präsenz von Einzelpersonen an anderen Orten der Welt. Und des Landes. Und das ohne mehrtägige Anreisen in Kauf nehmen zu müssen.

    Ich studiere regelmäßig die wöchentliche Auto-Beilage der Tageszeitung, eine allen zugängliche Quelle. Wenn du das auch tust und dabei zu einem anderen Ergebnis kommst, als dass die Fahrzeugindustrie vor allem daran interessiert ist, möglichst allen Menschen ein möglichst großes und PS-starkes Auto unterzujubeln, dann sollte mich das sehr wundern.

    Die "zivilisatorische Errungenschaft" Auto zu fahren in Frage zu stellen, bedeutet nicht die zivilisatorische Errungenschaft mobil sein zu können in Frage zu stellen. So wie sich die Sache derzeit darstellt, ist es jedoch offensichtlich, dass der massenhafte Autokonsum bereits jetzt viele andere zivilisatorische Errungenschaften in Frage stellt. Zum Beispiel die sich ungefährdet im öffentlichen Raum aufhalten zu können. Hier ein besonders dramatisches Beispiel, um das zu verdeutlichen:
    "Es ist gut ein Jahr her, als es vor der Stadthalle im Zooviertel zu einem schrecklichen Unfall kam: Der Fahrer eines Audi A 6 verlor die Kontrolle über seine Limousine und raste mit 70 bis 80 Stundenkilometern in eine Menschengruppe, die an der Üstra-Haltestelle am Theodor-Heuss-Platz auf die Stadtbahn wartete." HAZ, 2013

    Zwei wartende ÖPNV-Fahrgäste wurden damals bei dem Unfall getötet. Der Fahrer verlor übrigens wahrscheinlich aufgrund einer Erkrankung die Kontrolle über sein Fahrzeug. Dabei könnten Fahrzeuge mit einem automatischen Tempobegrenzer ausgerüstet sein. So was gibt es ja längst, ist aber nicht vorgeschrieben. In Kombination mit Tempo 30 zulässige Höchstgeschwindigkeit hätte das vermutlich die Unfallfolgen reduziert. Übrigens wird angenommen, dass der Terroranschlag in Berlin, bei dem ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt fuhr, noch schlimmer geendet hätte, wenn der LKW nicht mit einer Bremsautomatik ausgerüstet gewesen wäre. "Ein automatisches Bremssystem am Lastwagen soll verhindert haben, dass bei dem Terroranschlag von Berlin noch mehr Menschen starben." Quelle: SZ vom 28.12.2016


    Außerdem fordert der Autoverkehr weltweit mehr Todesopfer als Kriege! "Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO 2003) Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid und Terrorismus. Die Anzahl der Verletzten wird auf jährlich etwa 40 Millionen geschätzt." Rein von den Opferzahlen her betrachte, wären demnach Krieg, Genozid und Terrorismus eine höher zu bewertende "zivilisatorische Errungenschaft" als der Autoverkehr, da dem Krieg ja weniger Menschen zum Opfer fallen als dem Autoverkehr. Und dabei ist in dieser Statistik noch nicht mal die hohe Anzahl von Toten und Erkrankten enthalten, die durch Autoabgase geschädigt werden. Quelle:

    Hallo zusammen,

    ich habe mir mal die Unfallzahlen von Destatis für das Jahr 2015 genauer angeschaut.
    Und nach diesen Zahlen bringen Radfahrer innerorts pro gefahrenen Kilometer fast genauso viele Unschuldige um, wie Autofahrer.

    Hat jemand Lust und Zeit, diese Schlussfolgerung gegenzuprüfen? Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen.

    Aus Hannover kann ich dir sagen, dass ich mich hier nur an einen einzigen von einem Fahrradfahrer verursachten tödlichen Unfall erinnern kann. Der ereignete sich vor einigen Jahren am Maschsee, als ein Radfahrer eine ältere Frau angefahren hatte, die so stürzte, dass sie an den Unfallfolgen starb.
    Wie man Unfälle bewerten soll, bei denen der Radfahrer selbst das Opfer ist, ist dagegen fast schon eine philosophische Frage. Grundsätzlich hat kein Verkehrsteilnehmer das Recht, einen anderen totzufahren, auch dann nicht, wenn sich ein Verkehrsteilnehmer falsch verhält.
    Und wie soll man die vielen gefährlichen Situationen bewerten, die aufgrund einer oft unzureichenden Fahrradinfrastruktur quasi Unfall-förderlich wirken? Hat dann die Verwaltung schuld, weil sie so was zulässt? Und ist es wünschenswert, wenn Verbote verhängt werden, damit die Verwaltung sich aus der "Schusslinie" bringt?
    Schau dir zum Beispiel dieses Bild aus Mainz an. Da gibt es eine Straßenbahnstrecke durch eine enge Straße. Aber anstatt die Straßenbahnschienen so auszustatten, dass Radfahrer drüber fahren können, ohne in die Schiene zu rutschen (so was gibt es andernorts), wird ganz einfach der Streckenabschnitt für Radler gesperrt.
    Was, wie man sieht, Radler nicht davon abhält hier langzufahren. Wenn der auf dem Foto jetzt stürzen sollte und den Sturz nicht überlebte, dann wird es heißen tödlicher Unfall, vom Radler selbst verursacht. Aber das wäre dann nur die halbe Wahrheit.
    mainzfrradverkehrgesphsr53.jpg

    Ein Tempolimit (30/80/120) würden tausende Menschenleben retten kommt aber nicht in Frage, da man vielleicht weniger Autos verkaufen könnte.
    Ich fahre, wann immer möglich mit dem Rad und versuche so wenigstens meinen Beitrag zu leisten. Meine Autos kaufe ich nur gebraucht und nutze sie sehr lange, da ich der Meinung bin ein 20 Jahre altes Auto mit 500.000 km Laufleistung ist immer noch umweltfreundlicher als ein Neuwagen, der nach 10 Jahren wieder verschrottet und entsorgt werden muß. Außerdem unterstütze ich so wenigstens ortsansässige KFZ Schrauber und nicht Multinationale Großkonzerne.

    Gruß Delle

    Die Tempolimits würde ich jedoch noch niedriger ansetzen: Tempo 20 für Wohngebiete und andere sensible Bereiche, Tempo 30 innerorts (bis auf wenige Ausnahmen, so wie es ja auch heute schon Ausnahmen von Tempo 50 gibt). Auf Landstraßen und Bundesstraßen Tempo 60 und auf Autobahnen Tempo 80. Tempo 60 auf Landstraßen und Bundesstraßen auch deshalb, weil es für Linienbusse aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist schneller zu fahren, wenn stehende Fahrgäste an Bord sind.

    Die Maximalleistung bei E-Motoren ist meines Wissens nach fast nur noch eine Marketing-Angabe. Da wird der Motor kontrolliert für wenige Sekunden überlastet. Sobald er sich zu stark aufheizt, wird die Leistung wieder begrenzt.Soweit ich weiß haben diese Motoren über einen sehr weiten Lastbereich einen sehr guten Wirkungsgrad. Dementsprechend sind diese Leistungsangaben gar nicht so schlimm. Außerdem helfen sie beim Verkauf der Autos.

    Ist das bei Verbrennungsmotoren denn nicht genau so?

    Moment: "Ich wünsche mir kleinere, sparsamere Autos und kleinere Motoren", bitte.
    Das kannst nicht einfach so für alle als gültig voraussetzen. Ich vermute, dass dir viele Autofahrer bei "sparsamer" sogar folgen, aber schon das "kleiner" lehne ich grundsätzlich ab. Für Strecken mit wenig Mitfahrern und leichtem Gepäck nehme ich das Rad. Wenn ich das Auto nehme, dann braucht das Platz und Ladekapazität...

    Nein, da muss ich widersprechen: Es geht nicht darum, dass ich persönlich mir kleinere Autos wünsche, sondern darum, dass es schlicht nicht möglich ist, dass jedermann und jederfrau ein möglichst großes Auto besitzt. Genau das aber ist leider das Ziel der Fahrzeugindustrie. Die Fahrzeugindustrie braucht sich ja auch keine Gedanken darüber zu machen, wie der massenhafte Automobilismus von den Städten verkraftet wird und wie Verwaltung und Politik das managen sollen. Jeder will ein "dickes Auto" und jeder soll es bekommen. Um so mehr jedoch dieses Programm der Fahrzeugindustrie verwirklicht wird, um so schlimmer sind die Auswirkungen, weil das Programm mit Folgen verknüpft ist, die alle angehen! Und viel zu lange schon haben diejenigen, die sich nicht an diesem Programm der Fahrzeugindustrie beteiligen, schweigend und widerspruchslos mit angesehen, wie insbesondere die Stadt aber auch im hohen Maße der ländliche Raum als Lebensraum für Menschen zerstört wird und zur reinen Autokulisse verkommt.
    Also wünschenswert für alle sind "kleinere Autos, sparsamere Autos und kleinere Motoren", am Besten alternative Formen von Mobilität, wie ÖPNV und Radverkehr und das ist erreichbar durch einen Rückbau der Autoverkehrsinfrastruktur verbunden mit einer Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, sowie des ÖPNV! Umgekehrt dagegen ist ein immer weiterer Autoverkehrsinfrastruktur-Ausbau nur begrenzt möglich. Dieses Realität gilt es aufzuzeigen, ebenso wie die negativen Folgen!
    Es ist zwar möglich, dass alle Menschen in einer Großstadt wie zum Beispiel Hamburg oder Hannover mit dem ÖPNV und dem Rad mobil sind, aber es ist unmöglich, dass alle mit dem Auto mobil sind.

    Bei Volllast werden die Unterschiede meines Wissens nach noch größer. Unser Benziner fährt mit 7l durch die Stadt. Bei Vollgas (200) zieht der hingegen 20l. Da müsste ich jede Stunde tanken. Ist natürlich totaler Quatsch, so zu fahren. Bereits ab 140 steigt der Benzinverbrauch massiv an.Ein Diesel verhält sich da sparsamer.

    "Zum einen besitzen viele Benziner kürzer übersetzte Getriebe als Diesel. Sie sollen trotz geringeren Drehmoments spritzig wirken, und das führt nun einmal bei Spitzentempo zu hohen Drehzahlen. In diesem Kennfeldbereich sinkt aber der Wirkungsgrad – der Verbrauch steigt. Zusätzlich fetten Ingenieure bei Volllast das Gemisch noch einmal an, um den Brennraum von innen zu kühlen und Schäden durch Klopfen zu vermeiden. Eine unheilvolle Kombination, die zu den erschreckenden Volllast-Verbrauchswerten großer Benziner von über 20 Litern führt." Quelle:


    Das heißt, weil der Dieselmotor nicht die Probleme Überhitzung und Klopfen hat verbraucht der Dieselmotor bei Volllast weniger Sprit. "Ist natürlich totaler Quatsch, so zu fahren.", schreibst du. Ich frage mich allerdings, ob es nicht sehr viele Autonutzer gibt, die solchen Quatsch lieben. Schließlich ist es ja auch totaler Quatsch, überhaupt Auto zu fahren.


    Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Menschen es lieben, "totalen Quatsch" zu machen. Und deshalb ist es schwer, Menschen für's Fahrradfahren als sinnvolle Mobilitätsform zu begeistern. Es fehlt zu sehr das "Totaler Quatsch"-Element.

    Trotzdem hier noch mal ein Aufkleber-Entwurf zur Unterstützung der Petition , allerdings möglicherweise zu vernunftbetont?

    aufkleber-motivhannovrlrxq.jpg

    Eigentlich wird auch gerade versucht die Motoren zu schrumpfen um wenigstens hängenst und würgenst irgendwie zu den Vorgaben der EU zu kommen. Die 6l V12 gibt es nicht mehr, 2l Sauger werden durch 1,3/1,4 l Turbomotoren ersetzt etc.

    Der von mir gewählte Begriff "größere Motoren" ist missverständlich. Gemeint sind PS-stärkere Motoren.

    Der Hauptwiderspruch jedoch bleibt:

    Wünschenswert sind kleinere Autos, sparsamere Autos und weniger PS-starke Motoren. Die Politik versucht das durch CO2-Begrenzungen zu erreichen.
    Die Fahrzeugindustrie bewirbt jedoch offensiv leistungsstarke Motoren und setzt ihren ganzen Ehrgeiz (inklusive betrügerischen Ehrgeiz) daran, die so zu konstruieren, dass diese leistungsstärkeren Motoren gerade eben noch so, "hängenst und würgenst" wie du so schön sagst, die Begrenzungsvorgaben erfüllen. Und da der Diesel explosionskräftiger wurde eben der Dieselmotor vorangetrieben. Heute gehen deshalb manche her und behaupten, die Grünen hätten das so gewollt, dass nur noch PKW's mit Dieselmotoren gebaut werden sollen.

    Hinauszögern etc. sind altbekannte Muster, siehe z. B. Einführung Katalysator für Benziner. Erst wird gejammert, das ginge gar nicht. Dann so getan, als ob die Entwicklung Ewigkeiten brauche. Es wird auf Zeit gespielt, wo eigentlich im eigenen Interesse schnell gute Lösungen gefunden werden könnten. Und müssten, wenn sich die Autoindustrie nicht auf den Teil der Politik verlassen könnte, der sämtliche ökologischen Fortschritte pauschal als unnötigen Unfug abtut und damit Wähler umgarnt.

    Deshalb halte ich auch das ganze Geplänkel rund um E-Autos für wenig zielführend. Der Elektromotor ermöglicht es noch größere, noch PS-stärkere Autos zu bauen und diesen PS-fixierten und auf Größe und Gewicht fixierten Autokult weiter auszubauen. Den schon weiter oben erwähnte Tesla Modell X gibt es übrigens mit Motoren, bis zu 568 kW (773 PS). Das sind fast dreimal so viel PS als zum Beispiel der Solaris electric Omnibus mit Batterieantrieb, der hat 160 KW (218 PS)

    Was soll das bitteschön??? Ein Privat-PKW für max. 7 Fahrgäste, der im statistischen Mittel nur von ca. 1,3 Fahrgästen benutzt wird, hat fast dreimal so viel PS wie ein Omnibus, der in den morgendlichen und abendlichen Verkehrsspitzen, also dann wenn's auf den Straßen eng wird, zehnmal so viele, nämlich mehr als 70 Fahrgäste, transportiert!

    Und die Politik fördert diesen PS-Wahn auch noch dadurch, dass solche PKW steuervergünstigt werden, anstatt rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben. Es ist doch jetzt schon absehbar, dass auch die Batterietechnik nicht frei von "Nebenwirkungen" ist.

    Ein Elektrofahrrad in Form eines Pedelec hat dagegen max. 250 W (0,25 kW), das entspricht 1/3 PS! Damit liegt die PS-Zahl umgerechnet auf die Anzahl der Fahrgäste noch deutlich unter dem Omnibus! Im Vergleich zum Elektroauto Tesla Modell X ist das noch unter 1 Promille! Das heißt ein Pedelec hat nur rund ein halbes Promille der Leistung eines PS-starken Elektroautos.

    Dieselbetriebene PKW sind bei NOx so dreckig, weil entweder nicht die beste Technik eingesetzt wird ( SCR-Kat mit "Adblue"-Einspritzung zur Neutralisation des NOx kostet wohl ca. 1000€ pro Fahrzeug und ist damit rel. teuer) . Oder dort wo sie eingesetzt wird, weniger "Adblue" als für eine optimale Reinigungswirkung notwendig eingespritzt wird. Denn bei LKW-Dieseln braucht man wohl vom Volumen her 5-7% des Dieselverbrauchs als "Adblue"-Zusatz. Und solche Mengen machen es erforderlich das der Nutzer "Adblue" selbst nachtankt und es nicht mehr ausreicht, das es "unauffällig" von der Werkstatt bei den Inspektionen nachgefüllt wird.
    Also Diesel-PKW sind nicht aus technischen Gründen so dreckig, sondern nur deswegen, weil sie sich so besser verkaufen lassen.

    Was du da schreibst deckt sich exakt mit dem, was in diesem Artikel bei focus online vom 5. 8. 2015 steht: "Über die SCR-Systeme müsste AdBlue dem aktuellen Fahrzustand entsprechend zugemischt werden – also etwa beim Beschleunigen oder bei hohem Tempo deutlich mehr. „Die Hersteller möchten aber größere Wartungsintervalle, und sie möchten, dass die Tanks für AdBlue dazwischen nicht vom Autofahrer selbst nachgefüllt werden müssen.“ Auch wenn es niemand offen sagt, kann das also dazu führen, dass der Einsatz von AdBlue auch in Situationen auf Sparflamme gefahren wird, in denen eigentlich das Gegenteil erforderlich wäre."

    Was jedoch auch niemand offen sagt: Der Dieseltreibstoff wird nur deshalb eingesetzt, weil er bei einer höheren Temperatur explodiert und dadurch eine höhere Explosionskraft entwickelt als Benzin. Dadurch ist es möglich, weiterhin immer größere Autos mit immer größeren Motoren zu bauen ohne das der CO2-Ausstoß ansteigt, anstatt einfach kleinere Autos zu bauen mit einem geringeren Eigengewicht, gerne auch einer niedrigeren Höchstgeschwindigkeit einer niedrigeren PS-Zahl usw.
    Für die gäbe es angeblich keinen Markt, heißt es dann. Deshalb ist es so dringend notwendig, dass die Politik ganz anders steuernd eingreift als bisher. Schmalere Straßen, auf denen langsamer gefahren werden muss. Niedrigere Tempolimits, weniger Parkplätze usw. und gleichzeitig eine Förderung des ÖPNVs und der Radverkehrsanlagen.
    Leider ist dieselbe Entwicklung wie beim Diesel bei E-Autos bereits voll im Gange. Die sondern (zumindest der Wagen selbst) zwar keine giftigen Abgase ab. Aber die ganze Elektrotechnologie dient nur als Feigenblatt dafür, noch schwerere, noch PS-stärkere usw. Autos zu bauen. Der Tesla Modell X wiegt z. B. knapp 2,5 Tonnen! Und so was wird dann auch noch steuerlich begünstigt, das ist eine politische Fehlsteuerung total, oder schlimmer: fatal!

    Was auch keiner offen zugibt: Die immer höheren PS-Zahlen führen immer mehr zu einer rasanten Fahrweise mit starken Beschleunigungsvorgängen. Das ist ökonomisch und okologisch betrachtet gelinde gesagt eine suboptimale Fahrweise. Eigentlich müssten bei den Verbrauchs- und CO2-Angaben immer zwei Werte angegeben werden.
    1. Verbrauch und CO2-Ausstoß bei ökologisch und okonomisch sinnvoller Fahrweise
    2. Verbrauch und CO2-Ausstoß bei maximalem Ausreizen der Motorleistung

    "Selbst in der modernsten Schadstoffklasse Euro 6 stoßen viele Diesel-Personenwagen nach einer neuen Analyse des Forscherverbunds ICCT mehr giftige Stickoxide (NOx) aus als neue Lastwagen oder Busse."
    aus Frankfurter Allgemeine vom 6.1.2017
    Und was macht unser Wirtschaftsminister? "Sigmar Gabriel setzt auf saubere Busse. Es gebe schon jetzt viele gute Ideen aus den Ländern, etwa den öffentlichen Nahverkehr mit mehr Elektromotoren auszustatten, sagte der SPD-Chef am Montag in Berlin. "Mit so etwas mal loszulegen, würde zeigen, wir können mehr als jedes Jahr über ein neues Verbot zu diskutieren."" Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2016 Statt Fahrverbote für Diesel-PKW fordert Gabriel saubere Busse. Tatsache ist jedoch: Jeder einzelne Diesel-Omnibus ist trotz einer vielfach höheren Personen-Transportleistung deutlich sauberer unterwegs als die meisten Diesel-PKWs!

    Völlig absurd ist außerdem, dass der CO2- und NOx-freie Radverkehr weder in der FAZ noch in der SZ überhaupt erwähnt wird. Dabei ist klar, dass eine Verbesserung der Radverkehr-Infrastruktur, aber auch der ÖPNV-Infrastruktur in den Städten nur auf Kosten des PKW-Verkehrs stattfinden kann. Und Tempo 30 auch an belasteten Hauptverkehrsstrasßen ist dafür ein ganz wichtiger Baustein!

    Ich schließe mich @Epaminaidos an und ergänze mal mit folgender Frage:
    Wie würde diese Straße zu gleicher Uhrzeit aussehen, wenn keiner die Straße dort mit seinem Großraumblech zuparkte?

    Sähe man dann mehr oder weniger Menschen? Spielende Kinder in einer Wohnstraße etwa?

    Dunnemals waren nahezu alle Straßen innerorts "Begegnungsflächen", heutzutage werden solche "Begegnungsflächen" explizit ausgewiesen und bekommen deshalb in der Verwaltungssprache diesen schauderhaften Begriff, entsprechende Totgeburten sind das dann.

    Wie ein als Parkplatz missbrauchter Stadtplatz aussehen würde, wenn dort keiner sein "Großraumblech" platziert, das kann man zum Beispiel hier sehen:

    "#PlatzDa! am 21.05.2016 auf dem Lindener Marktplatz in Hannover Linden-Mitte"

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    Der Lindener Marktplatz ist zu etwa 2/3 als Parkplatz ausgewiesen. Nur Dienstag und Samstags müssen die Autos weichen, um den beliebten Lindener Wochenmarkt abhalten zu können.
    Bereits an mehreren Samstagen nutzten die Anwohner den Zeitpunkt zu dem die Wochenmarktstände einräumten, um den Platz zu beleben. Statt totes Blech lebendige Menschen, die zeigen, was möglich ist, wenn man sich gegen die Okupation durch den "ruhenden Verkehr" zur Wehr setzt.
    Das Video zeigt, die Rückeroberung eines städtischen Platzes, der zum Parken missbraucht wurde, durch die Menschen!