Beiträge von Ullie

    Ich sehe, Du nimmst ihm die Behauptungen genauso wenig ab wie ich. ;)

    Leider erweckt die WDR-Moderatorin den Eindruck. sie sei den Ausführungen des Autofahrers voll und ganz verfallen. Und die Straßenbahn ist ein ganz "böses" Verkehrsmittel, das im Straßenraum am besten gar nichts zu suchen habe.:(X(

    Ich glaube tatsächlich, dass man keine Ampeln bräuchte, wenn 100% des innerstädtischen Verkehrs zu Fuß und mit dem Fahrrad abgewickelt würden. Es funktioniert doch sogar, dass Fußgänger bei einer Critical Mass die Fahrbahn queren. Eine Critical Mass weist sicherlich eine extrem hohe Verkehrsdichte (Personen pro Zeiteinheit) auf, die allenfalls von einem vorbeifahrenden Zug übertroffen wird. Ich habe am Freitag einem etwas aufgeregten Autofahrer beim Corken gesagt, er solle froh sein, dass wir nicht auch alle mit dem Auto da sind. Dann würde es noch viel länger dauern.

    Auch ein Omnibus oder eine Straßenbahn weist eine höhere Verkehrsdichte (Personen pro Zeiteinheit auf). EinBekannter berichtete mir einmal dass er vor rund 20 Jahren in China die Gelegenheit hatte, eine Kreuzung zu beobachten. Auf den beiden sich kreuzenden Straßen herrschte stets starker und dichter Radverkehr. Es gab keine Ampeln. Eine zeitlang fuhren die Radler auf der einen Straße während auf der Querstraße sich die wartenden Radler immer weiter im Pulk nach vorne bewegten, wie zwei Keile. Dadurch wurde der Durchlass immer kleiner bis irgendwann die Radler auf der Querstraße fahren konnten. Und gleichzeitig begann die Keilbildung wieder auf der anderen Straße.

    Ich bin mir sicher, dass es vernünftig wäre, starken Radverkehr auch durch Ampelsteuerung so zu kanalisieren, so dass ein guter Verkehrsfluss insgesamt erreicht wird. Das Problem ist doch, dass viele Autofahrer ganz grundsätzlich jedwede Ampeln ablehnen und überhaupt nicht in der Lage sind zu erkennen, dass die vielen Ampelanlagen notwendig sind, uzm überhaupt irgendwie noch den zunehmenden Autoverkehr zu bewältigen. Statt das zu erkennen, werden von ADAC und Blöd-Zeitung die Verkehrsbehörden als Wegelagerer beschimpft, wenn sie Ampeln aufstellen und Kontrollen durchführen.

    Wenn Autofahrer mal von einer Strassenbahn behandelt werden wie Radfahrer von Autofahrern:

    https://www.youtube.com/watch?v=b-QTzuambkA

    Ist schon doof, wenn weit rechts fahren gefährlich ist, man es deshalb nicht macht, jemand stärkeres dies aber mit Gewalt fordert.

    Was mich richtig ärgert ist, dass in dieser Sendung im Öffentlich rechtlichen Rundfunk ganz offensichtlich eine extrem einseitige Parteinahme mit Autofahrer-Interessen stattfindet. Denn eigentlich ist der Fall doch ganz klar: Der Autofahrer hatte im Schienenbereich nichts verloren. Deshalb müsste er eigentlich komplett alle Unfall-Folgekosten begleichen. Auch die Schäden an der Straßenbahn. Und außerdem muss dieser impertinente Autofahrer dazu verurteilt werden, für die Fahrgäste in der Straßenbahn eine saftige Entschädigung zu zahlen, denn die hat er ja durch sein unbedachtes Fahrverhalten aufgehalten.

    In dem Filmbeitrag wird ja darauf hingewiesen, dass eine weiße durchgezogene Linie, am besten noch verbunden mit einer Sperrfläche, für mehr Rechtsklarheit gesorgt hätte. Ich wünsche mir das sehr herbei, dass es zu genau dieser Fahrbahnmarkierung kommt, am besten noch verbunden mit einem Aufheben der Auto-Parkplätze am Straßenrand, so dass das impertinente Verhalten des Autofahrers mit seinen Klage-Anstrengungen so richtig schön zum Rohrkrepierer für die Autofahrerschaft wird! Noch besser wäre ein hoher Bordstein als Abgrenzung zu einem Rasengleis auf dem die Stadtbahn fährt.

    Ich finde den Vergleich mit Autofahrer bedrängt Radfahrer der in den Augen des Autofahrers nicht weit genug rechts fährt, übrigens nicht hilfreich. Denn eine Straßenbahn ist ein Transportmittel für bis zu mehreren hundert Fahrgästen, während in einem Auto meist nur ein Einzieger sitzt, der leider oft von sich glaubt, dass er Vorrechte gegenüber Radfahrern alleine deshalb genießt, weil er eine fette Blechkiste mit viel PS lenkt.

    Kurz: Straßenbahn genießt zurecht Vorrechte gegenüber Autofahrern. Autofahrer genießen keine Vorrechte gegenüber Radfahrern!

    Und eigentlich müsste man noch hinzufügen: Radfahrer und Fußgänger und Fahrgäste des ÖPNV müssten noch sehr viel mehr Vorrechte gegenüber Autofahrern genießen, bzw. diejenigen Vorrechte, die ÖPNV Fahrgäste tatsächlich jetzt schon theoretisch genießen, müssten mit viel mehr Verve durchgesetzt werden!

    Eine Ampel zu bauen ist nicht grundsätzlich verkehrt. Spannend ist es doch, wie die Ampel angesteuert wird. Wenn man zugrunde legt, das deutlich weniger Autoverkehr stattfände, dann bräuchte es auch weniger Ampeln. Es ist sehr ärgerlich, dass viele Ampeln nicht zum Nutzen der Fußgänger oder Radfahrer dienen. Aber für sehr viele Menschen (auch Nicht-Autofahrern) ist der Autoverkehr etwas so sehr "Gottgegebenes", dass sie nicht im Traum auf die Idee kämen, dass Ampeln oftmals vor allem den Autoverkehr begünstigen.

    Dazu kommt: Autofahrer wissen das oft gar nicht zu schätzen, dass sie dank der vielen Ampeln deutlich schneller vorankommen als ohne Ampeln.

    Der ADFC ist ja lt. BV auch nicht für die „jetzt schon-Radfahrer“ zuständig, sondern für die „noch-nicht-Radfahrer“. Mein Radklub diskreditiert mich als „strong and fearless“ weil ich nicht auf Streifchen in der Türschlagzone fahren möchte.

    Jan Tebbe rotiert im Grab.

    Der ADFC ist sowohl für die „jetzt schon-Radfahrer“ zuständig, als auch für die „noch-nicht-Radfahrer“ zuständig. Und das ist bisweilen ein ganz schöner Spagat. Da ich bisweilen mit sehr unterschiedlichen Radfahrern unterwegs bin, kann ich da echt "ein Lied von singen".

    Da gibt es wirklich hie und da gute Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Inklusive Rotmarkierung. Trotzdem habe ich es schon erlebt, dass Mitradelnde sich weigerten, den zu benutzen, weil sie es für zu gefährlich empfanden "auf der Straße" zu fahren. Vielleicht würde eine zusätzliche Flankierung mit Barken o. ä. ("Protected bike-line") die Hemmschwelle senken.

    In einem anderen Fall war der sehr schmale Fußweg für den Radverkehr freigegeben [Zeichen 239]+ [Zusatzzeichen 1022-10].

    Wegen der Enge und entgegenkommender Fußgänger wechselte ich auf die Fahrbahn. Als dann wenig später ein Autofahrer hupte, fiel mir mein Radel-Compagnon auch noch in den Rücken: "Was fährst du auch auf der Fahrbahn, ist doch klar dass die Autofahrer dann hupen, die fahren doch auch viel schneller als wir Radfahrer."

    Es gibt aber auch Stellen,an denen ich lieber den für Radfahrer freigegebenen Gehweg benutze, während andere Mitradelnde grundsätzlich die Straße benutzen.

    Es gibt auch ADFC-Mitglieder vom Land. Besonder in der Gruppe gibt es einige, die fast ausschließlich nur Freizeitradler sind. Und die wiederum können oft gar nichts anfangen solchen Ideen wie "Verkehrswende" oder Radfahren in der Stadt. Da gibt es manche, die sind ausschließlich an touristischen Radwegen interessiert.

    Ich denke, die Mischung macht's. Trotzdem finde ich es für wichtig, dass der ADFC sehr stark verkehrspolitisch ausgerichtet ist.

    Bei der Fahrrad-Klimatest-Umfrage sollten aber möglichst viele angesprochen werden. Und da wollen sich eben alle in den Fragen und Antworten wiederfinden.

    In wenigen Tagen ist es so weit und der dritte neu gebaute innerstädtische Hochbahnsteig, der am Steintor, wird für den Verkehr freigegeben. Auch an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Lister Meile tut sich einiges derzeit. So ist beispielsweise endlich die Zahl der Fahrzeuge, die regelwidrig von der Kurt-Schumacher-Straße kommend in die Lister-Meile abgebogen sind, reduziert worden. Bisher galt, dass dort Busse und Bahnen und Fahrräder und Taxen abbiegen durften. Aber viele Autofahrer fühlten sich wohl plötzlich als Taxi-Fahrer und sind entweder einem Taxi folgend oder ganz einfach so regelwidrig dort abgebogen. Seit ein paar Tagen dürfen nun dort auch keine Taxis mehr abbiegen. (Bild 1) Und das hat nach meiner Beobachtung dazu beigetragen, dass das regelwidrige Abbiegen deutlich nachgelassen hat.

    Bild 1

    Wenn man von der Kurt-Schumacher-Straße kommend mit dem Fahrrad links in die Lister Meile einbiegen will, dann ist es am besten, wenn man sich vor den Autos platziert. Denn die dürfen ohnehin nur rechts abbiegen.Das Problem ist die fehlende Aufstellfläche für Radler!


    Auf Bild 2 sieht man einen Radler, der ganz rechts am Fahrbahnrand hält. Damit bringt er sich selbst in Gefahr. Denn beim Anfahren müsste er zum Einfahren in die Lister Meile vor dem ersten Auto kreuzen oder zwischen den nachfolgenden Autos kreuzen. Und wenn er in die Schillerstraße weiterfahren will, dann läuft der Radler Gefahr nach rechts von nachfolgenden Autos abgedrängt zu werden. Da sich die Fahrbahn Richtung Schillerstraße verengt, ist es besser für Radler vor den Autos zu fahren.

    Bild 2

    Auf Bild 3 sieht man einen Radler, der zwar auch am rechten Fahrbahnrand steht, aber immerhin schon das Fahrrad ein Stück in die Richtung gedreht hat, in die er gleich fahren wird. Noch besser stünde dieser Radfahrer da, wenn es eine rote Aufstellfläche für Radfahrer dort gäbe!

    Bild 3

    Auf Bild 4 sieht man wie der Radfahrer von Bild 2 links abbiegt in die Lister Meile. Er hat beim Ampelgrün darauf geachtet möglichst zügig anzufahren, so dass er noch vor dem Auto abbiegen kann.

    Bild 4

    Auf Bild 5 sieht man schließlich, dass an der Stelle, an der die Radfahrer sich aufstellen, die aus der Lister Meile kommen und in Richtung Schillerstraße fahren wollen, eine eigene Aufstellfläche vor den Autos haben.

    Bild 5


    Eine solche Aufstellfläche für Radfahrer sollte es auch in der Kurt-Schumacher-Straße geben, an der Stelle vor der Ampel, wo die Fahrzeuge sich aufstellen, die in Richtung-Schiller-Straße fahren.

    Auf Bild 6 habe ich das mit einfachen Mitteln eingezeichnet.

    Bild 6

    Bild 7 zeigt, wie der Radler von Bild 1 sich vermutlich aufstellen würde, wenn es eine rotmarkierte Fahrradaufstellfläche gäbe!

    Bild 7

    Die neugestalteten Seitenräume, die im Rahmen von Projekt Zehn Siebzehn entstanden sind, enthalten noch einige weitere Neuerungen gegenüber der alten Verkehrsraumgestaltung. Auch für Radfahrer gibt es weitere Neuerungen. Diese zu erörtern soll dieser Thread dienen!

    Geht ja auf Weihnachten zu, darum diese lustigen Ampelmännchen-Motive aus Hannover. Dort wird während der Weihnachtsmarkt-Wochen zur Verbesserung des Autoverkehrsflusses eine zusätzliche Fußgängerampel in Höhe der Marktkirche installiert. (Gäbe es die nicht, dann wäre die Schmiederstraße ständig von Fußgängern bevölkert und die Autos hätten keine Chance mehr. Also stellt die Stadt Drängelgitter auf und zwingt die Fußgänger so zu den Überwegen.)

    Damit die wenigstens beim Grün-Licht dieses Jahr was zum Lachen haben, wurden ungewöhnliche Motive gewählt.

    Das Rot-Männchen steht noch ganz normal da. Da versteht die Stadt keinen Spaß. Der Fußgänger hat zu warten, damit die Autos fahren können.

    Wenns grün wird, kommt das Rentier:

    Auf der gegenüberliegenden Seite erscheint das Christkind. Haben die die Glas-Scheibe aus Nürnberg geliehen?

    Da hat mal wieder ein Autofahrer beim Abbiegen das Schild rechts (an der Fußgängerinsel) vorbeifahren etwas mitgenommen und dadurch so verdreht, dass Fußgänger und Radfahrer zur Mitte der Fußgängerinsel hingelenkt werden:

    Willy-Brandt-Allee, Ecke Langensalzastraße, dicht am Nds. Landesmuseum


    Eigentlich ist mir die Fußgängerinsel zuerst aus einem anderen Grund ausgefallen. Rundum kennzeichnen Bodenlampen die Insel. Offensichtlich erhalten die ihren Strom durch Akkus, die von Solarzellen aufgeladen werden. Ist diese Art Bodenwarnbeleuchtung schon sehr verbreitet? Und gibt es eine offizielle einheitliche Bezeichnung dafür?

    Bei dieser Nahaufnahme dämmerte es noch:

    Im Dunklen sah es dann so aus:

    An einer anderen Stelle sind mir ähnliche Lampen auch schon aufgefallen. Dort sind häufiger Autofahrer ins Rasengleis gefahren und haben dann den Stadtbahnverkehr blockiert (Kleefeld, nahe Kantplatz):

    Da sieht man mal wieder, wie diese Blechkisten das Stadtbild verschandeln.

    Was ich besonders krass finde: Mehrere der Gebäude sind mit hohem Aufwand historisch rekonstruiert worden und sehen sehr malerisch aus. Der Straßenbelag ist aus Kopfsteinpflaster, dürfte auch 'ne ganze Stange gekostet haben. Warum ertragen es Menschen, dass so was dann mit Autos verschandelt wird. Oder umgekehrt: Wenn dann sowieso alles zugeparkt wird, dann tut es doch auch eine Bitumendecke. Und die Häuser werden mit Wäremedämmplatten verkleidet. Link zum Panoramabild: https://www.google.de/maps/@48.51970…0!7i9000!8i4500

    Das grundsätzliche Problem bei diesem Fahrradklimatest besteht darin, dass nicht nach den Visionen der Teilnehmer gefragt wird. Wenn es mir zum Beispiel sehr wichtig ist und ich mir das gut vorstellen kann, dass eine Stadt komplett befreit wird vom privaten KFZ-Verkehr, dann brauche ich keine seperaten Radwege, um am täglichen Autostau vorbeifahren zu können. Und wenn ich mir ein flächendeckendes Tempo 30 sehr gut vorstellen kann, das konsequent überwacht, bzw. durch verpflichtende Tempobegrenzungselektronik in den PKW gestützt würde, dann wären mir von den Autofahrbahnen sicher abgetrennte Radwege weniger wichtig. Aber leider gewinnt man beim Durchlesen der Fragen den Eindruck, als wollten die Initiatoren bloß keine Leute verschrecken, die es für normal halten, dass es viel zu viel Autoverkehr gibt.

    Es hat einige Zeit gedauert und es hatte mehrerer Anfragen bedurft, aber heute früh sah ich es dann erstmals: Dieses Schild[Zeichen 239]wurde entfernt.

    Der Weg auf dem Bild führt durch den Von-Alten-Garten und wird von vielen Radfahrern benutzt. Da es sich um eine Grünfläche handelt, waren wohl auch die Zuständigkeiten nicht so ganz klar:

    < vorher / nachher >    

    Der Stadtteil Linden von Hannover kann sich tatsächlich mit einem hohen Anteil Fahrradmobilität brüsten!

    Dementsprechend wurde an vielen Stellen der Fahrradverkehr besonders berücksichtigt, wie hier am Pariser Platz.

    Der Aufkleber "this is linden" hat seine Berechtigung:

       

    Der Vorteil könnte sein, dass der Abbiegeverkehr bei diesem Design ebenso wie der geradeaus fahrende Radverkehr im gefährlichen Moment des Richtungswechsels deutlich verlangsamt wird. Der Abbiegevorgang ist wie im Bild schon eingeleitet und wird (theoretisch) noch einmal unterbrochen, um den Querverkehr zu beobachten (alles frei?). Der Winkel, bei dem sich die beiden Verkehre begegnen, ist weniger flach, so dass die direkte Sichtbeziehung besser sein sollte (also ohne Spiegel).

    Beim Radstreifen oder Hochbord-Radweg läge der Radfahrer in diesem Moment schon unter dem Lkw.

    Ob das natürlich in der Praxis funktioniert, wenn jemand halt wie gewohnt überhaupt nicht schaut, oder seine Spiegel erst in dem Moment benutzt, wo sie nicht mehr funktionieren, kann ich nicht sagen.

    Gibt es denn diesen Moment überhaupt, in dem "die" Spiegel nicht mehr funktionieren? Schon 2004 berichtete Spiegel-online: "Der tote Winkel ist tot", http://www.spiegel.de/auto/werkstatt…t-a-323955.html

    Und auf der Berliner ADFC-Seite habe ich diese Grafik gefunden, die zeigt, dass es den toten Winkel nicht mehr gibt am LKW, wenn der Fahrer seine Spiegel im Auge behält. Der Bereich neben der Fahrertür wird vom Rampenspiegel abgebildet und was vornerum sich bewegt, das erfasst der Fahrer im Frontspiegel.

    https://adfc-berlin.de/thumbs/stories…htfelder-ag.jpg

    Ist auf diesem Hintergrund das von Epaminaidos gezeigte Kreuzungsdesign nicht überflüssig? Zumal es sich ohnehin nur dort umsetzen lässt, wo viel Platz vorhanden ist.

    Und was bringen neue technische Verbesserungen wie der Abbiegeassistent?

    Sehr bemerkenswert und sehenswert, wenn auch nicht frei von inneren Widersprüchen, finde ich diesen Film der REWE-Group: https://www.youtube.com/watch?v=86BvB2mO5DI

    "Die Spiegel kann man ja einstellen, aber trotzdem ist da ein toter Winkel." Das sagt der Protagonist, ein LKW-Fahrer in roter REWE-Group-Jacke, in der Minute 0:42 von 2:36.

    In Minute 1:02 verschwindet die Radfahrerin, die neben dem LKW fährt, aus dem Weitwinkelspiegel. In Minute 1:07 wird dann das Kamera-Bild und der Pieps-Ton gezeigt, dass die Radfahrerin im "toten Winkel" erzeugt. In Minute 1:15 sieht man die Radfahrerin, wie sie der Fahrer im Rampenspiegel sieht. Also eigentlich gibt es diesen "toten Winkel" auch bei den konventionellen Spiegeln nicht. Aber das Kamera-Bild zeigt eine deutlichere Abbildung als der Rampenspiegel von der Radfahrerin, die neben der Tür steht. Und der Piepston, ist nicht zu überhören, während ein Rampenspiegel natürlich keinen "Pieps" macht.

    Auch der NDR berichtete über die neue Garbsener bike-flash-Anlage. Auf dieser Seite des NDR gibt es auch einen Video dazu:

    https://www.ndr.de/nachrichten/ni…garbsen584.html

    Ein weiterer Video zur Bike-flash-Anlage fand ich hier: https://www.youtube.com/watch?v=UZZwbAyGSw0

    Bei diesem Video ist mir aufgefallen, dass der Fahrer anscheinend den Radfahrer nur in seinem Weitwinkelspiegel sieht. Minute 0:44 von 1:13

    Es gibt keine Stelle in dem Video, in dem der LKW-Fahrer den Radfahrer im Hauptaußenspiegel sieht.

    Und es gibt keine Stelle in dem Video, in dem der Fahrer dabei gezeigt wird, dass er den Rampenspiegel beobachtet. Dabei hätte der LKW-Fahrer doch den Radfahrer in dem Moment, in dem der Radfahrer in Höhe der Beifahrertür des LKW`s fuhr, im Rampenspiegel sehen müssen. Minute 0:47 von 1:13

    In der Region Hannover wurde letzte Woche eine bike-flash-Anlage in Betrieb genommen. Leider wurde an einer anderen Kreuzung in der Region Hannover, in Burgdorf, erneut eine Radfahrerin von einem abbiegenden LKW getötet:

    „Tod dem toten Winkel“ steht auf der Plane, die die neue Bike-Flash-Anlage verdeckt. Am Freitag wurde erstmals in Deutschland das neue Warnsystem für LKW-Fahrer enthüllt – an der Einfahrt zum Amazon-Betriebsgelände in Garbsen. Es soll verhindern, dass Lasterfahrer beim Rechtsabbiegen Radfahrer übersehen. Trauriger Zufall: Nur zweieinhalb Stunden vorher wurde eine 16-jährige Schülerin in Burgdorf von einem LKW beim Abbiegen überrollt und starb.

    Quelle:

    http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…elle-in-Betrieb

    Dem Artikel zufolge ist es Deutschlands erste bike-flash-Anlage. Selbst gesehen habe ich sie noch nicht.

    Die HAZ hat daraus auch gleich eine Umfrage gemacht. Derzufolge spricht sich eine Mehrheit der Befragten für technische Verbesserungen an den LKW aus!

    Siehe hier: http://www.haz.de/Start/Umfragen/Bike-Flash

    Die Liste habe ich leider auch nicht. Aber einen HAZ-Artikel, in dem mehrere "Engstellen" genannt werden. Unter anderem die bereits hier diskutierte Kleefelder Straße: "Auch die Kleefelder Straße (Zooviertel), wo auf einer Straßenseite weiterhin Autos parken sollen, sei relativ schmal." Deine Befürchtung, dass parkenden Autos einmal mehr der Status "Heilige Kühe" zugesprochen wird, bestätigt der Artikel. Hier der Link: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…weg-nach-Lehrte

    Weitere "Engstellen, die im HAZ-Artikel vom 26.8.18 genannt werden:

    "Lehrte ist nicht interessiert. „Für uns hat der Radschnellweg keine Priorität, unser Fokus liegt auf der Erneuerung des stadteigenen Radwegenetzes", sagte Stadtsprecher Fabian Nolting. Zudem sei der Schotterweg, der von Lehrte nach Hannover führt, noch recht gut befahrbar – wenn auch für Rennräder ungeeignet. Der komplette RSW wäre 18 Kilometer lang, wovon 65 Prozent auf hannoverschem Terrain lägen."
    "So ist die Brücke über den Messeschnellweg, die viel genutzt wird, ein Nadelöhr. „Wir haben aber weder die Zeit noch das Geld, diese Brücke zu erweitern“, sagte der Verwaltungsexperte. " Allerdings habe ich an anderer Stelle, weiß jetzt nicht wo, von einer geplanten zweíten Brücke neben der ersten gelesen.

    "Zudem sind Abschnitte, die von Fußgängern und Radlern gemeinsam genutzt werden, nicht optimal für den schnellen Radverkehr." Um welche Abschnitte es sich handelt, wird leider nicht genannt.

    "Problematisiert wurde von den Bezirksräten auch der Überweg Clausewitzstraße; diese Straße wird nach Fertigstellung der geplanten Conti-Zentrale noch mehr Autoverkehr verkraften müssen als bisher. Die mittleren Zeitverluste eines Radfahrers durch Anhalten und Warten, so die Vorgaben für einen idealtypischen RSW, sollen innerorts keine 30 Sekunden pro Kilometer überschreiten – was zumindest zwischen City und Kleefeld schwer zu schaffen sein dürfte."

    Gerade hat eine Bezirksbürgermeisterin etwa 50 illegale Parkplätze auf Gehwegen abpollern lassen, jetzt hat sich dagegen eine Bürgerinitiative gegründet: "Die Poller müssen weg!" Die Bürger wollen ihr Gewohnheitsrecht auf regelmäßiges Falschparken wieder zurück. Wie gesagt: Man möge sich bitte das Luftbild der Ferdinand-Wallbrecht-Straße anschauen. Ich erläutere es gern, wenn Interesse besteht.

    Es hat sich allerdings auch eine Bürgerinitiative gegründet, die das Abpollern der illegalen Parkplätze begrüßt und diese Maßnahme unterstützt. Und natürlich hast du Recht, wenn du sagst auf Grundlage des bisherigen "Nicht-Vorgehens" gegen Falschparken ist es unrealistisch zu erwarten, dass für die Anlage eines Radschnellwegs die 4 m Mindestbreite dadurch erreicht werden kann, dass auf einzelnen Streckenabschnitten, wo dieses Vorgehen naheliegt, das Parken aufgehoben wird und wirksame Kontrollen das auch durchsetzen.

    Es gibt jedoch kein Recht, auch kein "Gewohnheitsrecht" darauf, dass es einer Verkehrsverwaltung verunmöglichen würde, Auto-Stellplätze im öffentlichen Raum zurückzubauen. Und ja - es ist schwierig, das durchzusetzen, das habe ich schon in einem anderen Zusammenhang erlebt, bei Bürgerversammlungen, bei denen autofahrende Bürger bei Straßenumbau-Maßnahmen verhinderten, dass Straßenbäume angepflanzt wurden, weil sie keinen Parkplatzverlust hinnehmen wollten. Das lag aber nicht daran, dass diese Bürger im Recht waren, sondern daran, dass die Politik an dieser Stelle zu schnell nachgibt. Man könnte natürlich auch sagen, dass eine autokritische Politik (noch?) zu wenig Unterstützung aus der Bevölkerung erlebt.

    Mal abgesehen davon, auch wenn das in der Zeitungsberichterstattung so genannt wurde, ich halte das nicht für eine "Bürgerinitiative", wenn sich da einige "Wutbürger" zusammenrotten und das Abpollern der Bürgersteige zum Schutz der Fußgänger kritisieren. Das ist Mob! Und das muss doch auch mal gesagt werden dürfen! ;)

    Jetzt frage ich mich, warum, aber Karlsruhe schwärzt seine roten Radfurten.

    Also das frage ich mich jetzt auch. Ist das ein Einzelfall, oder steckt da System dahinter. Sollte es ein Einzelfall sein, dann hat es möglicherweise etwas damit zu tun, dass da augenscheinlich eine schmale Radwegefurt verbreitert wurde, denn die linke Strichlinie sieht neu aus. Und unter der Schwärzung ist eine ältere Strichlinie erkennbar. Kannst du bitte mal die Straßennamen der Kreuzung benennen oder einen Link zu googlestreetview, googlemaps oder openstreetmap angeben?

    gesehen in Tübingen

    Also das fällt mir jetzt schwer zu sagen, dass gefällt mir, weil, das ist natürlich reichlich ätzend, dass ein absolutes Halteverbot zusätzlich ausgestattet mit einem "scheinbar robusten Mandat" ganz offensichtlich penetrant und trotzdem folgenlos ignoriert wird, so dass der davon Benachteiligte "Bitte, bitte!" stammeln muss.

    Das ist tödlich! Der Bereich etwa eines Kleinwagens vor dem LKW-Führerhaus ist nur durch den Frontspiegel einsehbar, oder wenn man sich weit übers Lenkrad bis an die Scheibe lehnt. Wenn man sich da von seitlich hinten nähert, bewegt man sich als kleiner Punkt durch die zahlreichen Spiegel, aber außerhalb des natürlichen Sichtfeldes. Wird dort nicht aktiv hingesehen, ist das Überrollt werden von hinten sicher.

    Der richtige Tipp wäre hinter dem LKW bleiben und einzig links überholen.

    Arbeiten die elektronischen Abbiege-Assistenten da effektiver? Und wie arbeiten die überhaupt? Mit Ultraschall, Kamera-Erkennung, beides oder wie? Und registrieren Abbiegassistenten auch, was sich vor dem Fahrzeug abspielt?

    Trotzdem du sicher recht hast, (kleiner Punkt im Weitwinkelspiegel) finde ich es nicht richtig, dass bei solchen Unfällen immer gleich vom toten Winkel die Rede ist. Die Spiegelausstattung korrekt eingestellt und genau unter Beobachtung eines aufmerksamen Fahrers reduzieren den toten Winkel ganz erheblich. Schon 2004 schrieb der Spiegel: "Neue Lkw-Spiegel / Der tote Winkel ist tot" http://www.spiegel.de/auto/werkstatt…t-a-323955.html

    Warum ist bei der Berichterstattung immer gleich vom "toten Winkel" die Rede, aber nicht vom fehlenden elektronischen Abbiegeassistenz-System?