Wir sind hier nicht im Märchen, wo "Wünschen" ja manchmal schon geholfen hat, Yeti.
Aber gut - zugegeben - das könntest du umgekehrt mir genau so vorhalten, dass ich mit der Forderung nach Tempo 60 auf Landstraßen ein "Wunschkonzert" anstimme.
Zurück zu deinem Wunsch, "eine gut beschilderte Strecke auf Radweg-freien Nebenstrecken, alleine schon wegen des ständigen Lärms auf der Bundesstraße", ist dir lieber als ein Radweg entlang der Bundesstraße oder Fahren auf der Fahrbahn der Bundesstraße.
Da wir uns hier ohnehin in der "Wunsch-Sphäre" bewegen bleibe ich bei Tempo 60 auf Landstraßen! Es ist dann übrigens auch nicht so laut!
Dazu folgende Aussagen:
"Die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert den Lärm der Fahrzeuge im Durchschnitt um rund 2 bis 3 dB(A). Eine Absenkung um 3 dB(A) wird dabei von uns Menschen wie die Halbierung der Verkehrsmenge wahrgenommen." Quelle: VCD, Noch mehr Argumente für tempo 30, https://tempo30.vcd.org/argumente.html
Leider habe ich keinen direkten Vergleich Tempo 100 > Tempo 60 gefunden.
Aber dafür folgende Aussagen:
"Eine Tempoabnahme von 100 auf 80 km/h reduziert die Lärmemissionen dem gegenüber um 2 dB." Umweltbundesamt Österreich
https://www.umweltbundesamt.at/umweltsituatio…hnik/pkw/tempo/
und diese Aussage:
"Bei einer Geschwindigkeitssenkung von 80 km/h auf 60 km/h beträgt die Lärmminderung ca. 2 dB(A)," Wirtschaftsministerium Baden -Würtemberg
https://www.staedtebauliche-laermfibel.de/?p=111&p2=7.1.5
Eine Temporeduktion von Tempo 100 auf Tempo 60 reduziert also den Verkehrslärm um 4 db(A).
Demnach halbiert eine Reduktion von Tempo 100 auf 60 den Verkehrslärm in der menschlichen Wahrnehmung um etwas mehr als die Hälfte!
Und da die Reifengeräusche bei einem Tempo über 30 deutlich dominieren, werden auch 100% Elektro-Autos nicht leiser sein und diese Darstellung nicht entkräften! Immer vorausgesetzt, die Temporeduktions-Maßnahmen werden durch Tempokontrollen oder automatisertes oder teilautomatisiertes Fahren auch durchgesetzt, was bei einem Bundesverkehrsminister unwahrscheinlich ist, der alles andere als möglichst schnelles Fahren als "gegen jeglichen Menschenverstand gerichtet" sieht.
Noch eine Anmerkung zu deinen Radwegfreien vom Autoverkehr vergleichsweise wenig belasteten Nebenstrecken. Spätestens, wenn es sich staut auf der Hauptstrecke, werden diese "Nebenstrecken" zur Hauptstrecke, es sei denn es gibt Feldwegabschnitte die für den regulären KFZ-Betrieb gesperrt sind.
Da kann dir dann aber so was begegnen:
Und besonders zur jetzigen Jahreszeit so was:
Oder so was:
Zu Erntefest-Wochenenden muss man dann verstärkt mit solchen Fahrzeugen im ländlichen Raum rechnen, so eine Art "ländliches Omnibusunternehmen". Die regulären Omnibuslinien im ländlichen Raum sind ja leider vielerorts schon eingestellt worden. Dafür gibt es dann an Erntefestwochenenden regen "Omnibusverkehr" Verkehr zwischen den Ortschaften, die gegenseitig in Konkurrenz treten, um den am schönsten geschmückten Erntewagen-Anhänger. Manchmal hat man aber auch den Eindruck, es geht weniger um den Anhänger als vielmehr um die Zugmaschine! Sag ich jetzt mal so ganz "frech und frei" an dem Tag, an dem die Landeshauptstadt Hannover von mehr als 1000 Trekkern heimgesucht werden soll von Bauern, die die Nase voll haben, gemobbt zu werden.
Im Sommer sind es dann statt Rübenvollernter (verharmlosend "Rübenmaus" genannt) Mähdrescher, die ähnlich groß sind. Und von den "regulären" Traktoren hattest du ja schon berichtet.