Beiträge von Ullie

    Und weiter hieß es im Video, der Busverkehr müsse eigene Spuren haben.

    Könnte man in Hamburg an etlichen Straßen machen und geht im Prinzip deutlich schneller, als eine Stadtbahn zu bauen.

    An welcher Stelle und in welchem Video sagt das wer genau?

    Und warum schreiben Sie: "... der Busverkehr müsse eigene Spuren haben.

    Könnte man in Hamburg an etlichen Straßen machen und geht im Prinzip deutlich schneller, als eine Stadtbahn zu bauen."

    Ja warum wird es dann nicht gemacht? Ja, es gibt vereinzelt Busspuren un Hamburg. Und in verkehrsschwachen Zeiten kommt man mit dem Bus in Hamburg auch ganz gut voran. Aber es gibt halt viel zu wenig Busspuren und die fehlenden Busspuren werden nicht eingerichtet, weil immer wieder in Hamburg wie auch andernorts der Autoverkehr priorisiert wird. Frei nach dem Motto: "Wenn der Autofahrer im Stau steht, dann hat der Omnibusfahrgast erst recht im Stau zu stehen." Und dem Radverkehr, dem werden manchmal ein paar Bröckchen hingeworfen. Das war's dann aber auch.

    Der von mir dem Hamburger Oberbürgermeister in den Mund gelegte Satz, "Wenn ich bis 2030 Klimaziele erreichen möchte, dann geht es jetzt darum, schnell Maßnahmen zu vollziehen, und da hilft mir die Straßenbahn überhaupt nicht.", stammt übrigens tatsächlich von Hochbahn-Chef Henrik Falk. Das habe ich gerade noch mal hier nachgelesen: "Klima-Diskussion: Aktivistin gibt Tschentscher Kontra" auf dieser NDR-Internet-Seite: https://www.ndr.de/nachrichten/ha…mawoche142.html

    Gerhart, wenn Sie schreiben:

    U-Bahnen schaffen zusätzlichen Platz. Der MIV muss massiv zurückgedrängt werden, das bringt nochmal viel Platz.

    Dann frage ich mich: Was machen wir denn mit so viel Platz?

    Den Platz für Fußwege, Radwege, Busspuren, Grünanlagen, Gastronomie, Aufenthaltsorte, Spielflächen, Wohnbebauung, also den Platz, den man in der Stadt nie genug haben kann, der ist teuer erkauft, wenn Sie diesen Platz durch U-Bahn-Bau erkaufen wollen, denn U-Bahn-Bau ist extrem teuer. Und zwar nicht nur im Bau, wie Sie behaupten, sondern auch im Betrieb!

    Denn Untergrundstationen und Hochbahnstationen sind in der Regel nicht barrierefrei erreichbar, wenn sie nicht mit Aufzügen ausgestattet sind. Wenn ich alleine daran denke, wie oft in Hannover an den U-Bahn-Stationen Aufzüge ausfallen... (Und zwar keineswegs immer nur durch Vandalismus, oft sinde es einfach technische Defekte und dann dauert es bisweilen Wochen, bis die Ersatzteile beschafft werden können.) Dazu kommt, dass nicht zuletzt auch aus brandschutztechnischen Gründen eine Station besser mitzwei Aufzügen ausgestattet ist. Und auch für die anderen Fahrgäste ist das Treppensteigen keine Angelegenheit, die den ÖPNV attraktiv macht. Aber auch aus Gründen kürzerer Räumzeiten werden auf U-Bahnhöfen Rolltreppen gebaut und die kostenebenso wie Aufzüge viel Geld nicht nur beim Bau, sondern auch im Betrieb.

    Und in den vergangenen Jahrzehnten des U-Bahnbaus wurden diese ganze Kosten nicht investiert, um "Platz zu schaffen für Fußwege, Radwege, Busspuren, Grünanlagen, Gastronomie, Aufenthaltsorte, Spielflächen, Wohnbebauung, usw.. Vielmehr wurde der Platz vielfach genutzt um die Einfallsstraßen möglichst vielspurig für den Autoverkehr auszubauen und der Radverkehr hat dabei ebensowenig wie der Fußverkehr Berücksichtigung gefunden.

    So sah es etwa am Königsworther Platz in den 50er-Jahren aus:

    https://img.oldthing.net/8867/22974788/…rther-Platz.jpg

    Das 1953 gebaute Conti-Hochhaus auf der Postkarte war damals das höchste in Deutschland gebaute Hochhaus.

    Und so sieht es auf diesem Platz heute aus. Nachdem in den 70er-Jahren die U-Bahn unter dem Platz hindurchgegraben wurde. Das Foto wurde vom Dach des Hochhauses gemacht.

    Auf dem Foto sind zwei Busse der Linie 100 zu sehen, die normalerweise im 10 Minuten Abstand fahren, aber bei großen Verkehrsbelastungen (also mehr oder weniger ganztags) kommt es häufig zu Verzögerungen. Ganz nebenbei kann man sehen, dass der Radverkehr in recht beengten Verhältnissen stattfindet, aber für den Autoverkehr wurde der viele Platz, der durch den Wegfall der Straßenbahn geschaffen wurde großzügig verwendet, nämlich um Stellplätze quer zur Fahrbahn einzurichten. (Oben mittig im Bild)

    Der durch den U-Bahn-Bau teuer erkaufte Platz wurde nicht für Fußwege, Radwege, Busspuren, Grünanlagen, Gastronomie, Aufenthaltsorte, Spielflächen, Wohnbebauung, also den Platz, den man in der Stadt nie genug haben kann, verwendet.

    Am Ende des Radiobeitrages Minute 12:42 von 13:38 https://www.ndr.de/903/Die-Klima-…udio566474.html fordert Hamburgs OB Tschentscher einen U-Bahn-Ausbau wie in Shang Hai. Daraufhin habe ich mir mal Verkehrsbilder von Shang Hai angesehen.

    Hier zum Nachblättern:

    https://cdn1.spiegel.de/images/image-6…ahur-653801.jpg

    https://www.kunst-fuer-alle.de/deutsch/kunst/…night/index.htm

    Was die Klima-Aktivistin Julia Weigelt so sehr auf die Palme brachte an Tschetschners Positionierung in der Klimafrage, das kann man sehr gut in diesem kurzen NDR-Radiobeitrag nachvollziehen: "Tschentscher kontra Neubauer im Klimaziel" https://www.ndr.de/nachrichten/ha…mawoche142.html

    "Die Hamburger sind gar nicht so fixiert aufs Auto", hatte Tschentscher zu Beginn der Veranstaltung gesagt. Sie bräuchten zum Umsteigen allerdings eine gute Alternative, also zuverlässige Busse und Bahnen.

    Dass die Hamburger gar nicht so fixiert auf das Auto seien, ist eine dreiste unverschämte Leugnung der tatsächlichen Verkehrsverhältnisse in Hamburg. Da kann man eigentlich nur noch wütend werden. Und Gretha Thunbergs Wutrede beim UN-Klimagipfel ist mehr als berechtigt. https://www.youtube.com/watch?v=SfCUcDAlSKk Denn es ist ja genau dieses krasse Abstreiten der bestehenden Probleme durch etablierte Politiker, wie es der Hamburger OB vormacht.

    Wie er die Klimaziele im Bereich Verkehr verbessern will, erklärt der Hamburger OB so: "Wenn ich bis 2030 Klimaziele erreichen möchte, dann geht es jetzt darum, schnell Maßnahmen zu vollziehen, und da hilft mir die Straßenbahn überhaupt nicht." Stattdessen müssten Busse und vorhandene U- und S-Bahnen ausgebaut werden."

    Dabei ist allen Verkehrswissenschaftlern klar und für jeden Laien, der genau hinschaut offensichtlich:

    Der Omnibusverkehr bleibt regelmäßig im Autoverkehr(t) stecken.

    Der U-Bahnbau dauert Jahrzehnte, ist exorbitant teuer und wird vor allem mit dem Ziel durchgeführt, oberirdisch mehr Verkehrsfläche für den Autoverkehr zu schaffen.

    Der Stadtbahnverkehr, den Tschetschner ablehnt, ist eine machbare und mit relativ niedrigem Kostenaufwand finanzierbare Alternative. Und dort wo Stadtbahnlinien gebaut werden, werden sie so gebaut, dass Autoverkehrsfläche reduziert wird. Einen Stadtbahnzug mit 400 bis 500 Fahrgästen, das ist all zu offensichtlich, den kann man anders als einen Bus nicht im Dauerstau stecken lassen.

    Noch ein Hinweis: Stadtbahnbau kostet im Bau und im Betrieb nur ein Zehntel von U-Bahnbau!

    Ähm. Nein. "Der Markt" versagt so ziemlich überall. Im Grunde ist der Glaube an die "unsichtbare Hand" und die Lüge von der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage ja auch nix anderes als eine Religion. ;)

    Als religiöser Mensch, muss ich da allerdings entschieden widersprechen. Das ist gewissermaßen eine pauschale Diffamierung von Religionen, die du da aussprichst. Schon die Formulierung, "nix anderes als eine Religion", ist herabsetzend. Benutze an dieser Stelle doch einfach "Ersatzreligion", das ist der passende Begriff. Eine Wirtschaftstheorie ist keine Religion. Auch wenn es Menschen gibt, die Marx' wirtschaftstheoretischen Erkenntnisse zu einer Art Ersatzreligion gemacht haben. Es sind letztlich Weltanschauungen, denen ein wichtiges Element von Religionen fehlt, nämlich der Glaube an etwas über die diesseitige Welt Hinausgehendes.

    Es ist ja gerade Wesenskern der marktwirtschaftlichen Wirtschafts-Theorien, dass sie rein diesseitg sind. Auch planwirtschaftliche Wirtschaftstheorien sind rein diesseitig ausgerichtet.

    Ich will hier nicht den Anspruch erheben, das Religionen per se was Besseres sind, als Wirtschaftstheorien. Vielleicht ist es so, dass ein gelungeneres Zusammenleben der Menschen möglich wäre, wenn keiner einer Religion angehörte. Glaube ich allerdings nicht, aber das wäre eine andere Diskussion.

    Das "SUV-Unwesen", um da noch mal drauf zurückzukommen, ist übrigens auch bestimmt durch Merkmale einer Ersatzreligion: Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, was die Menschen antreibt in so eine finstre Kiste zu steigen, die so gestaltet ist, dass sie Angst und Schrecken verbreitet.

    Und dann sind viele dieser Fahrzeuge mit einer Motorisierung ausgestattet, die einen Stadtbus oder einen Reisebus, in dem locker 10 mal so viel Menschen mobil sein können, weit in den Schatten stellt.

    Dass es keinen guten Grund gibt, größere Autos zu verbieten sehe ich nicht so. Im Gegenteil, es gibt viele gute Gründe. Und es wird ja auch gemacht.

    Siehe zum Beispiel die Diskussionen über die Giga-Liner. Ab 40t zulässiges Gesamtgewicht ist meines Wissens Schluss auf deutschen Straßen. Es gibt auch eine Breitenbegrenzung von 2,55 m. Und ein LKW-Zweiachser darf maximal 12 m lang sein.

    Da ist also noch Luft nach oben für die SUV-Fahrer. Allerdings müssen sie dann einen LKW-Führerschein machen.

    Dass SUV-Fahrer wegen Falschparkens belangt werden, halte ich für eine unrealistische Erwartungshaltung. Es wird ja nicht einmal das ganz normale Falschparken wirksam geahndet.

    Und was die Größe der Parkplätze angeht: Im vorliegenden Fall hätte der Parkraum vermutlich nicht gereicht, um zwei dieser SUV abzustellen. Vermutlich hätte mindestens einer in den schraffierten Bereich hineingeragt. Nach meiner Beobachtung wird aber so was an dieser Stelle, an der ich öfter vorbeikomme, nicht geahndet.

    Das folgende Foto soll zeigen, wo Platz ist für ein SUV, da ist Platz für eineinhalb Kleinwagen.

    Oder: Wo früher mal Platz war für drei Autos (Kleinwagen), da ist heute nur noch Platz für zwei (SUVs).

    Und das sind doch mal schöne Aussichten, denn in der Summe haben wir dadurch weniger Autos als früher!;)

    "Keiner hat das Recht, ein SUV zu fahren!" Das ist eine Parole, die oft auf Fridays for Future Veranstaltungen skandiert wird. Der Spruch ist auch innerhalb der Friday fo Future Bewegung nicht ganz unumstritten. Eine der Sorgen: Damit blamiert man diejenigen die ein SUV fahren und erzeugt dort sofort eine Gegenhaltung, die eine argumentative Auseinandersetzung erschwert.

    Auf der Suche nach Argumenten, mit der man den SUV-Wahn einsichtig machen kann, bin ich darauf gestoßen, dass SUV's in hohem Maße Fußgänger*innen unsichtbar machen. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene:


    Ganz rechts im Bild ist eine Fußgängerin mit Kinderwagen zu sehen, der kleine Oldtimer-Mini wird sie nicht verdecken.

    Aber wie ist das mit dem dicken SUV? Da ist keine Fußgängerin zu sehen!

    Ist die Fußgängerin mit Kinderwagen unsichtbar hinter dem SUV verschwunden, oder kauft sie beim Bäcker ein?

    Die Streit darüber, ob die SUV's mit ihrer Fahrzeugfront Fußgänger stärker gefährden als die Fronten kleinerer Fahrzeuge ist eine Auseinandersetzung um nur einen Gefährdungspunkt.

    Ganz sicher ist, dass SUV's Fußgänger leichter unsichtbar machen als kleinere Fahrzeuge! Und damit werden diese Fußgänger unnötig gefährdet.

    Zunächst mal die Hinfahrt zur Diskussionsveranstaltung: Da ist man doch sofort entsprechend "geladen", wenn man an dieser Baustellenabsicherung in der Zeppelinstraße vorbeifährt. Vorbei deshalb, weil da kann man einfach nicht ernsthaft den Versuch wagen, da reinzufahren:

    Wurde von mir schon vor Monaten angemahnt bei der Stadt, aber keine Reaktion.

    Hier ein paar Eindrücke von der Diskussionsveranstaltung:

    Eckard Scholz, der Kandidat der CDU, der sich aber auf den Wahlplakaten sehr dezidiert als parteiunabhängiger Kandidat darstellt, war sehr bemüht, nicht den ehemaligen Automanager raushängen zu lassen, der er ist. Sein Schwerpunkt: Radverkehr-Ausbau kostet viel Geld und nur er sei wirklich in der Lage, das zu organisieren, dass diese Gelder bereit gestellt und auch ausgegeben werden. Er benutzte die Veranstaltung, um sich über Misserfolge der hannoverschen Bauverwaltung lustig zu machen. Kam damit aber nicht besonders gut an.

    Iyabo Kaczmarek, sie ist wirklich eine parteiunabhängige Kandidatin, betonte die Notwendigkeit, dass die Bürger in den Dialog treten müssten und präsentierte sich selbst als die Oberbürgermeisterkandidatin, die dazu in der Lage ist, das zu organisieren. Konkret forderte sie, Stadtteile nur noch für dort Wohnende zum Parken frei zu geben (Anwohnerparkzonen) als einen ersten Schritt, um die Autoflut zu dämmen unbd Platz für den Radverkehr zu schaffen.

    Ecki Scholz (CDU) und Iyabo Kaczmarek (perteiunabhängig).

    Jessica Kaußen von den Linken gefiel mir am besten, weil sie im Kampf gegen das Auto an die Fridays for Future Bewegung als Bündnispartner erinnerte. Niemand von den anderen Kandidaten hielt es auch nur für nötig, FFF zu erwähnen. Außerdem führten ihre Aussagen dazu, dass die Moderatorin ihr eine "autofeindliche Haltung" attestierte, leider wimmelte Jessica Kaußen an dieser Stelle ab. Wenn sie gesagt hätte: "Ja ich bin autofeindlich und das ist gut so", hätte sie meine Stimme bei der Wahl ganz sicher gehabt!

    Jessica Kaußen (Die Linke).

    Belit Onay ging zweifelsfrei am weitesten mit konkreten Forderungen um den Autoverkehr einzudämmen, so dass der Radverkehr zum Zuge kommen kann. Er forderte erneut die autofreie Innenstadt und in der Fahrradstraße Lange Laube sollen nur noch Lieferfahrzeuge Stellplätze haben. Dort gibt es sehr viel Parksuchverkehr, so dass von einer Fahrradstraße nicht wirklich die Rede sein kann. Er erhielt von allen Kandidat*innen den meisten Beifall.

    Marc Hansmann plädierte am deutlichsten für sichere Hochbordradwege, er hat ja auch diese Familie mit Fahrradhelmen auf dem Kopf auf seinen Plakaten. Er nutzte die Gelegenheit auch noch auf ein ÖPNV-Ausbau-Projekt hinzuweisen, das ihm wichtig ist: Die Verlängerung der Linie 10 in die Sallstraße hinein bis zum Bismarckbahnhof. Und er profilierte sich als der SPD-Politiker, der zum ökologischen Teil der Partei zähle und der der Partei entsprechende Zusagen abgerungen habe als Voraussetzung für seine Kandidatur. Das hat ihm jedoch niemand im Publikum abgenommen und wenn man die Einlassungen des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil von der SPD hört, dann kann man das auch nicht ernsthaft glauben. Weil hatte vor wenigen Tagen vor allzu drastischen Maßnahmen zum Klimaschutz gewarnt, wie etwa ein Verbot von Verbrennungsmotoren, weil sonst Gelbwestenproteste auch in Deutschland drohten.

    Belit Onay (Grüne) und Marc Hansmann (SPD).

    Auf dem Nachhauseweg der nächste Frust über hannoversche Fahrradverkehrsinfrastruktur. Der Schutzstreifen in der Münzstraße ist zwar ausreichend breit, wird aber trotz eindeutiger Rotmarkierung und Piktogramme immer wieder zum Halten und Parken missbraucht:

    Es gibt einen Live-Blog von der Podiumsdiskussion auf dieser Internetseite: https://www.adfc-hannover-forum.de/

    Ich bin über dieses schöne Beispiel gestolpert: SEAT definiert SUV jetzt als "SEAT Urban Vehicles" und hat den Slogan "Own the city" erfunden.

    https://www.youtube.com/watch?v=bVW2Dv_L7bk

    Ja, kann man machen. Als Volkswagenmarke einen Eigentumsanspruch auf die Stadt anmelden. Es ist aber eine komische Stadt. Außer dem SEAT und dem heldenhaften Feuerwehrauto sieht man keine Autos. Keine Momentaufnahme der Castellana zur Rush Hour, oder Sao Paulo, wenn denen eine Aufnahme der A100 oder der AVUS zu popelig ist ...

    Einen Eigentumsanspruch auf die Stadt (nämlich die Stadt Frankfurt) hat ja auch der VDA (=Verband der Automobilindustrie) angemeldet. Die hatten Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann ausgeladen, weil ihnen die Rede nicht ins Konzept passte. Das wollte Feldmann sagen: „Ich möchte ehrlich sein: Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs.“ Der Oberbürgermeister wendet sich in seinem Redetext dagegen, „dass gefordert wird, Parkhäuser neu zu bauen, weil immer mehr Autos für die bestehenden Stellplätze zu groß geworden sind.“ Quelle: FR vom 13.9.2019 https://www.fr.de/wirtschaft/iaa…r-12993926.html

    Merkel und der hessische Ministerpräsident Bouffier dagegen haben brav nach der Pfeife der Automobilindustrie getanzt. <X

    Danke für den Link zu dem von dir entdeckten Youtube-Video, der freilich nur Reklame ist, aber trotzdem: Es sind ganz einfach fakenews, dass man sonst keine Autos sieht. Und in einer Zeit, in der so viele Menschen sich von fakenews beeindrucken lassen, ist es eben leider mehr als einfach nur "Reklame".

    IAA-Nachlese:

    "Das SUV hat vor allem zwei Funktionen: 1. Kurzstrecken fahren, etwa zur Kita oder zum Bäcker, und 2. als Beispiel für völlig verquere, umweltbelastende und nutzlos innerstädtischen Raum verschwendende Mobilität zu dienen.

    Warum also nicht den SUV-Gegnern mit deren eigenen Mitteln den Wind aus den Segeln nehmen, in die Offensive gehen und jedes SUV ab Werk mit einem Aufkleber versehen: "Stellt euch vor, jeder würde SO herumfahren wie ich! Das geht GAR NICHT! #Mobilitätswandel #velo #umsteigen" Dann ist Ruhe, und der SUV-Fahrer wird positiv als Mitstreiter für die gute Sache wahrgenommen. Check!"

    aus: Manager Magazin vom 16.9.2019 https://www.manager-magazin.de/finanzen/artik…-1286613-4.html

    Déjà vu:

    Die Elektroroller werden ja gerne angepriesen als energiesparendes Fortbewegungsmittel.

    Hier ein Link zur Berichterstattung des Hessischen Rundfunks über die IAA 1979:

    https://www.youtube.com/watch?v=5PrYpRUcc4s

    In der Schlussszene endet das Reporterduo mit der Ansage "sich umweltbewusst und energiesparend" zu verabschieden, nämlich mit einer Fahrt auf Elektrorollern: Minute 43:30 von 44:50

    Hier geht es direkt zur Szene mit den Elektrorollern: https://youtu.be/5PrYpRUcc4s?t=2605

    Für Kraftfahrzeuge mir begrenzter Leistung bis etc pp braucht mein eine Prüfbescheinigung. Die kann man einzeln machen. Da aber jeder Führerschein aufwendiger ist, ist die Prüfbescheinigung enthalten. Wenn man alt genug ist, WIMRE Baujahr 64 und vorher, braucht man keine. Es sollte also jeder Führerschein, die Prüfbescheinigung oder ein entsprechendes Alter ausreichen.

    Bin inzwischen selbst schon ein wenig auf die Suche gegangen. Auf der Internetseite des Bundesverkehrsministers gibt es eine Seite mit FAQ zur Elektrokleinstfahrzeugverordnung.

    https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/…rdnung-faq.html

    Und da steht zur Frage:

    Brauche ich einen Führerschein?
    Nein. Es besteht keine Führerscheinpflicht bzw. Pflicht zur Vorlage einer Mofa-Prüfbescheinigung.

    Aber es kann ja auch sein, dass die Verleihfirmen, in Hannover Tier und Lime, einen Führerschein verlangen, wenn jemand einen Elektrotretroller leihen will. Das hab' ich selbst noch nie probiert.

    Das kann ich mir aber eigentlich auch nicht vorstellen, denn es würde ja deren Kundenkreis unnötig einschränken.

    Aber wie kommt dann die Aussage, "Wer sich einen E-Scooter für einige Minuten, eine Stunde oder länger ausleihen möchte, muss sich nur über eine entsprechende Sharing-App registrieren, die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen und bekommt dann den Standort des nächstgelegenen Elektroroller mitgeteilt.", auf die Internetseite der Stadt Hannover? https://www.hannover.de/Kultur-Freizei…ttour/E-Scooter

    Habe ebenfalls inzwischen dort eine Anfrage gestellt. Aber vielleicht weiß ja auch wer im Forum, der das hier liest, wie das andernorts gehandhabt wird?

    Diesen Hinweis habe ich auf der ofiziellen Internetseite der Stadt Hannover gefunden. Auf der Seite aus der hier zitiert wird, geht es um E-Scooter, also Elektro-Tretroller https://www.hannover.de/Kultur-Freizei…ttour/E-Scooter :

    "E-Scooter ausleihen

    E-Scooter lassen sich mittlerweile relativ einfach an jeder Straßenecke mit dem Smartphone über eine App mieten. Wer sich einen E-Scooter für einige Minuten, eine Stunde oder länger ausleihen möchte, muss sich nur über eine entsprechende Sharing-App registrieren, die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen und bekommt dann den Standort des nächstgelegenen Elektroroller mitgeteilt."

    Da steht tatsächlich "die persönlichen Daten und den Führerschein hochladen". Aber ist das wirklich so? Ich höre, bzw. lese das das erste Mal und es wäre ja auch reichlich widersinnig, den Elektro-Tretroller als Alternative zum Auto anzupreisen und dann andererseits zu verlangen, dass man den Führerschein bei der Anmeldung für das Ausleihen hochladen muss.

    Und wie soll das überhaupt gehen, "den Führerschein hochladen"? Abfotografieren und dann das Foto senden? Und was für einen Führerschein? Führerschein Klasse B, also den Autoführerschein?

    Fridays for Future-Sprecher sagen IAA-Auftritt ab:

    Die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hat den geplanten Auftritt von zweien ihrer Mitglieder auf der Automesse IAA in Frankfurt abgesagt und die Branche scharf kritisiert. Quelle: ORF vom 13.9.2019 https://orf.at/stories/3137055/

    Hintergrund ist die Ausladung des Messeveranstalters VDA gegenüber dem Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann. Der VDA wollte damit verhindern, dass der Frankfurter Oberbürgermeister eine auto-kritische Rede hält. Das wollte der VDA wohl den Fridays for Future-Aktivistinnen überlassen, um ein sauberes Feigenblatt für ihre dreckige Veranstaltung vorweisen zu können.

    Hätten der hessische Ministerpräsident Bouffier und Bundeskanzlerin Merkel mehr Rückgrat, dann hätten sie ebenfalls ihr Kommen abgesagt. Stattdessen haben sie in höchsten Flötentönen das finstre Treiben der Branche gelobt. Das ist wohl ein klarer Beleg für fehlende Solidarität. Die Auto-Branche wird es mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Schließlich ist "Teile und Herrsche" ihre Überlebensstrategie. "Wenn wer nicht spurt", sagt sich der VDA, "dann finden wir halt einen anderen Dummen."

    Der niedersächsische Wirtschaftsminister Althusmann hat sich denn auch sofort an den VDA herangewanzt und den Messestandort Hannover angepriesen. "Hannover will die IAA" HAZ vom 12.9.2019 <X

    Warum darf da kein 15W-Scheinwerfer vorne dran, wenn die Beine via Dynamo oder der Akku das hergeben? Warum kein Fernlicht? Das ist alles einfach Unsinn. Man kann für solche ja einen Lichttest vorschreiben, wenn soviel Angst besteht. Aber diese deutsche Verboteritis betreffend der Beleuchtung an Fahrrädern nervt einfach ungeheuer.

    Vermutlich will der Gesetzgeber durch Festlegungen bei der Leuchtstärke ein "Wettrüsten" der Fahrzeughersteller verhindern. Das dürfte feilich nicht ganz einfach sein, NBgradler hat ja bereits auf die Schwierigkeit bei der Messung von Helligkeit hingewiesen.

    Andererseits sehe ich schon die Gefahr, dass ganz ohne Regeln genug exzentrische Fahrzeugbesitzer ihre Autos wie einen Weihnachtsbaum herausputzen würden. Zumindest bei Wohnhäusern gibt es ganz eindeutig solche Tendenzen: Schau mal ins niedersächsische Kalle! https://www.youtube.com/watch?v=FODf659bkV8 Da steht das Weihnachtshaus XXL.

    Dass Autos heller leuchten dürfen als Fahrräder ist irgendwie eine Benachteiligung des Radverkehrs. Andererseits. Wenn in Punkto Helligkeit die Radfahrer*innen in Konkurrenz gehen wollten zu den KFZ, dann müsten sie möglicherweise kostspielig technisch aufrüsten.

    Schau dir diesen Scheinwerfer an: Der Trend zum SUV scheint auch vor Fahrrädern nicht halt zu machen:

    https://cdn.shopify.com/s/files/1/0018…pg?v=1565683930

    Gefunden auf der unimoke-website

    Wieso? Das Verbot von festmontierten Blinkern an Fahrrädern halte ich für eine der beklopptesten Regelungen überhaupt. Wenn etwas eher unsicheren und älteren Radlern helfen würde, dann ist das die Möglichkeit, vor dem Abbiegevorgang und währenddessen ganz legal dauerhaft beide Hände am Lenker zu haben.

    Interessanterweise wird bei den Elektro-Tretrollern von der Polizei genau das, was bei den Fahrrädern verboten ist, sehr vehement eingefordert: "Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangt ebenfalls strengere Vorgaben. „Bei den E-Scootern hat die Politik entscheidende Sicherheitsstandards vergessen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow den Funke-Zeitungen. E-Scooter müssten etwa dringend mit Blinkern ausgestattet werden. „Die Politik sollte die Hersteller schleunigst zu Nachrüstungen verpflichten.“" taz vom 7.8.2019 https://taz.de/Streit-um-E-Scooter/!5616582/

    Wie jetzt? Bei den Fahrrädern verboten, aber bei den Elektro-Tretrollern soll es Pflicht werden?

    Wobei ...

    So ganz verboten sind Blinklichter bei Fahrrädern anscheinend nicht:

    "Ein weiteres Novum betrifft Blinker, die jetzt an Mehrspurfahrzeugen wie Liegerädern oder bei Fahrrädern, bei denen das Handzeichen schwer erkennbar ist, eingesetzt werden dürfen.

    An normalen Fahrrädern bleiben weiterhin blinkende Richtungsanzeiger sowie andere blinkende Leuchten vorne und hinten verboten. Wer mit Blinklichtfunktionen für mehr Sichtbarkeit sorgen will, muss entsprechende Zusatzleuchten am Körper tragen."

    RP-online vom 29.9.2017 https://rp-online.de/leben/auto/fah…co_aid-16771153

    Wer also einen Bewegungs-eingeschränkten Arm hat, der darf sich Blinklichter an den Ärmeln seiner Radfahrerjacke befestigen, die enstprchend die Fahrtrichtung anzeigen dürfen. Und wer einen großen Kasten hinter sich hat, der darf ebenfalls Blinklichter installieren.

    Unsere Altvorderen hatten es sich ja einfach gemacht, indem sie einfach die Leistungsaufnahme als Kenngröße festlegten. 2,4 Watt vorne, 0,6 Watt hinten. Fertig. unterschiedlich große und unterschiedlich gebogene Reflektoren verändern jedoch das ausgestrahlte Licht in unterscheidlicher Weise. Und dann kommt es ja auch noch drauf an, in welchem Winkel die Fahrradlampe angeschraubt ist.

    Die Helligkeit einer Lampe ist der Lichtstrom, der von ihr ausgeht. Und der wird in Lumen angegeben und das ist die entscheidende Größe. Und es sollte die ausschlaggebende sein, wenn es darum geht, Vorgaben zu setzen. Bei Lux geht es dagegen darum, wie hell eine beleuchtete Fläche ist, die von einer Lampe angestrahlt wird.

    Die etwas älten Fahrräder hatten Scheinwerfer, die nur nach vorne abstrahlten. Fand ich nicht so gut, weil von der Seite nicht so gut als Licht erkennbar. Und die älteren Rücklichter strahlten nur nach hinten, auch die waren nicht von der Seite als Licht erkennbar.

    Beim Fahrradscheinwerfer geht es um Sehen und gesehen werden. Beim Rücklicht um gesehen werden. Minimalfestlegung sollte sein, dass der Scheinwerfer so hell strahlt wie früher das Fahrradbirnchen mit 2,4 Watt. Dieser Watt in Lumen Umrechner gibt dafür 22 Lumen an.

    Das alte Rücklichtbirnchen mit 0,6 Watt entspricht 6 Lumen. https://ledtipps.net/lumen-watt-umrechnung/

    Die Beleuchtungsvorschriften bei Fahrrädern sollen aber auch eine Begrenzung nach oben beinhalten. Wenn mehrere Radfahrer kurz hintereinander fahren, oder gar nebeneinander, dann kann leicht der mit der weniger leuchtstarken Lampe übersehen werden. Ich schlage jeweils die 5-fache Lumenzahl als Obergrenze vor.

    Aber wie schon weiter oben gesagt: Sehr viel wichtiger ist eine möglichst robuste Ausführung. Und dafür Regeln zu treffen ist wahrscheinlich noch schwerer. Vielleicht geht das nur in der Form, dass der Hersteller eines Fahrrades mindestens 10 Jahre Garantie gewährleisten müssen? Einfacher zu regeln ist jedoch, die ständige Verfügbarkeit, ohne dass Extra-Bauteile mitgeführt werden müssen, um das Licht in Betrieb setzen zu können!

    Letztlich ist es doch so: Eine etwas schwächere Beleuchtung, die immer dabei ist, nutzt mehr als eine Top-Beleuchtung, die zu hause in der Schublade liegt. Und wer die Top-Beleuchtung aus seiner Schublade bevorzugt, zum Beispiel weil die besser die Fahrbahnfläche ausleuchtet, der kann sie ja zusätzlich anbringen. Was soll schon schlimmeres passieren, als dass dann von weiter weg das Fahrrad so aussieht, als würden da zwei dicht beieinander fahren. Das eine mit einem etwas helleren Licht als das andere.

    Weil es eventuell unverhältnismäßig ist? Warum soll ich auch mit dem Fahrrad mit 5 oder 10 km/h rumschleichen? Da ist ja jeder Jogger um Welten schneller...

    Kinder (zählen da 17-jährige auch noch dazu?) können grundsätzlich nahezu überall unterwegs sein. Die Regelungen in der StVO hierzu reichen aus.

    Ja, ja. Wahrscheinlich verstößt ein Tempolimit von max. 5 km/h in reinen Wohnstraßen ohne Erschließungsfunktion oder in Stadtteilzentren gegen jeglichen Menschenverstand? ;)

    Wo sollen denn auch dann die Radfahrer langfahren, die sich einige dieser Straßen auserkoren haben, weil ihnen die eigentlichen "Hauptverkehrsstraßen" zu vollgestopft sind mit Autos?:/