Beiträge von Ullie

    "Mein Fahrrad wiegt 25 Tonnen, ich darf nicht geradeaus."

    ;)Soo nicht "Fremder", so leicht kommst du mir nicht davon! ;)

    Auf dem Schild steht 24 t und darunter ist ein kleines Zusatzschild, "300 m", denn die Brücke die nur 24 t verträgt, kommt erst nach 300 m Geradeausfahrt. Du musst aber mit deinem "30-t Fahrrad" schon gleich an der nächsten Ecke, also nach ca. 13 m rechts abbiegen, um zum Goetheplatz zu kommen.

    Da steht zwar kurz vor dem Wartehäuschen ein zweites gelbes Schild, das in Richtung Geradeaus zeigt, aber darunter steht "Goetheplatz" und da kommst du nur hin, wenn du direkt nach dem Wartehäuschen rechts abbiegst.

    Vielen Dank für den Hinweis, ein Ortsfremder, der würde jetzt glatt vermuten es gäbe da noch einen anderen Weg zum Goetheplatz und deshalb zum Königswörther Platz fahren statt zum Goetheplatz.

    Eigentlich wollte ich ja nur den umgeknickten Poller fotografieren, aber da fuhr mir dieser Roller-Fahrer ins Bild und ich frage mich seitdem: "Darf der das?"

    Elektrotret-Roller müssen ja den Radweg benutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn fahren (und nicht auf dem Bürgersteig).

    Aber wie ist es mit einem normalen Tretroller? Darf der den Radfahrstreifen benutzen, oder muss der auf dem Bürgersteig fahren?

    An anderer Stelle wurde mal darüber geschrieben, dass man mit dem Tretroller in der Fußgängerzone fahren darf. (Unter besonderer Rücksichtnahme auf den Fußverkehr.)

    Ist vielleicht nicht das richtige Thema für diesen Diskussionsstrang. Wer weiß wo es eigentlich hingehört?

    Auf jeden Fall kommt hier der krumm gefahrene Poller:

    Den hannoverschen Verkehrsplanern in der Abteilung für Baustellenumleitungen scheint es wenig auszumachen, im Falle von Baustellen-Ausschilderungen dem Radverkehr Umwege zuzumuten und gleichzeitig penibel darauf zu achten, dass dem Autoverkehr möglichst kein Ungemach zugemutet wird. So im Falle des freien Rechtabbiegers, der von der Spinnereistraßenbrücke kommend in die Braunstraße hineinführt. Dort ist die Fahrbahn so breit, dass reichlich genug Platz wäre, für den Radverkehr. Man könnte sogar einen Baustellenumleitungsweg getrennt für Radfahrer und Fußgänger markieren. (Grün)

    Stattdessen wird der Radverkehr (und Fußverkehr) umständlich um die Ecke geleitet. (Schwarz)

    Hier der Link zum Satellitenbild:

    https://www.google.de/maps/@52.37362…m/data=!3m1!1e3

    Es geht um den Gesamtkontext, Yeti! Einfach nur ein Tempolimit und das war's, bringt's nicht. Nicht einmal dann, wenn sich jeder dran hält. Normalerweise gehen Verkehrsplaner ein Tempolimit so an, dass sie zusätzlich bauliche Maßnahmen ergreifen, um sicher zu stellen, dass das Tempolimit auch eingehalten wird. Zum Beispiel Verengung der Fahrbahnen.

    Aber auch das alleine bringt es nicht, denn obwohl die Straßen schmaler sind, ist es bei einem niedrigeren Tempo möglich, die vorhandene Verkehrsfläche effizienter zu nutzen. Das heißt es fahren dann noch mehr Autos rum.

    Deshalb kommt es darauf an, dass zum Beispiel Fahrspuren zurückgebaut werden. Eine Straße wo vorher zwei Fahrspuren je Richtung waren, die hat dann nur noch eine Fahrspur je Richtung. Die anderen Fahrspuren können zu breiten Radfahrstreifen umgebaut werden oder Hochbordradwegen.

    Das ist allerdings extrem schwer durchzusetzen.

    Zum einen ist die Akzeptanz bei den Autofahrern extrem niedrig. Die sagen dann, wenn wir schon langsamer fahren sollen, dann müssen doch nicht auch noch Fahrspuren abgebaut werden.

    Zum anderen ist es derzeit so, dass eine Straße mit max. Tempo 30 keine Radwege oder Radfahrstreifen erhält, weil das niedrige Tempo eine gefahrlose Mischnutzung der vorhandenen Fahrbahnen erlaubt.

    Die ganze derzeitige Tempostruktur müsste neu geordnet werden:

    Autobahnen max. Tempo 80,

    Landstraßen max. Tempo 60,

    innerorts max. Tempo 30,

    Wohngebiete und andere sensible Bereiche Tempo 20.

    Und darunter gibt es ja bereits die Möglichkeit verkehrsberuhigte Zonen einzurichten.

    Bei dem, was ich schreibe, setze ich außerdem voraus, dass es ein großes Einverständnis darüber gibt, den MIV durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren.

    Es ist jedoch festzustellen, dass es starke politische, gesellschaftliche und ökonomische Interessensgruppen gibt, die unverändert weiterhin auf einen massiven Ausbau der Autoverkehrsinfrastruktur hinarbeiten.

    Erfolgreich durchgeführte Projekte zur Reduktion des Autoverkehrs können jedoch zu einem Stimmungsumschwung beitragen und Maßnahmen zur Reduktion des MIV zunehmend mehrheitsfähig machen.

    In dem von dir verlinkten Artikel heißt es: "Experten seien sich einig, dass sich die Luftqualität bei Tempo 40 gegenüber dem 50er-Limit deutlich verbessert.

    Um den Verkehrsfluss insgesamt zu erhalten - und um Ausweichverkehr zu vermeiden - legt die Verwaltung andererseits in weiteren elf Straßen ebenfalls Tempo 40 als Höchstgeschwindigkeit fest. Dazu zählen Bahnhofstraße, West- und Karlsruher Straße, Allee, Karlstraße, Paul-Göbel-Straße, Orth- und Burenstraße, Paulinen-, Schaeuffelen- und ein Teil der Neckarsulmer Straße. 140 neue Schilder soll der Bauhof ab heute Punkt für Punkt aufstellen."

    Das Hauptproblem bei einem niedrigen Tempolimit, dass außerdem noch eingehalten wird (nur Schilder aufstellen wird wahrscheinlich nicht ausreichen), besteht vermutlich darin, dass der gesamte Verkehrsablauf dadurch effizienter gestaltet wird, sodass noch mehr Autos auf die Straßen passen und der positive Effekt für die Umwelt durch die ansteigende Zahl der Autos wieder aufgefressen wird.

    Ach ja: Hier ist der Link zur CSU.de Internetseite mit dem Aufruf gegen ein Tempolimit: https://www.csu.de/tempolimit-nein-danke/

    Da fällt einmal der Titel auf ... Nein, Danke! Wo kenn ich das nur her? Ach ja: https://de.wikipedia.org/wiki/Atomkraft…_Nein_Danke.svg

    Und dann dieses Argument von CSU und ADAC: "Unser Problem sind die Straßen, auf denen bereits Tempolimits gelten. Auf Bundes-, Landes- und Kommunalstraßen liegen die eigentlichen Herausforderungen der Verkehrssicherheit."

    Wenn es tatsächlich ein noch größeres Sicherheitsproblem als auf den Autobahnen auf den Landstraßen gibt, dann spricht doch alles dafür, dort das Tempolimit zu senken!

    Aber CSU und ADAC sehen das vermutlich ganz anders, die wollen nämlich alle Landstraßen autobahnmäßig ausbauen.<X

    Das ist jetzt keine Umfrage, sondern eine Petition, aber so weit ich weiß, gibt es im Forum keine eigene Petitionsseite, deshalb schreibe ich hier, schließlich ist es ja so ein bisschen wie eine Umfrage!

    Tempolimit? JA BITTE!

    Setzen Sie ein Zeichen gegen die CSU und AfD und unterschreiben Sie unsere Protestaktion! Sagen Sie JA zum Tempolimit!

    Initiator ist die Deutsche Umwelthilfe DUH.

    156542 Unterzeichner sind schon dabei.

    Allerdings muss ich hinzufügen, dass es mir schwer fällt, dazu aufzurufen, denn ich halte max. Tempo 80 auf Autobahnen, max. Tempo 60 auf Landstraßen und max. Tempo 30 innerorts für eindeutig besser! Immerhin die Forderung nach max. Tempo 30 [Zeichen 274.1] innerorts ist schon dabei:

    https://www.duh.de/tempolimit-pro…d75569e8#c75939

    Ein Radweg außerhalb geschlossener Ortschaften darf von Mofas benutzt werden. §2, Satz 4 StVO: "Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit Mofas und E-Bikes Radwege benutzen."

    Handelt es sich denn um einen Radweg außerhalb einer geschlossenen Ortschaft? Dann würde das bedeuten, dass Mofas den Radweg nicht benutzen dürfen, aber E-Bikes den Radweg benutzen dürfen.

    Wenn es ein Radweg innerhalb einer geschlossenen Ortschaft ist, dann wurde das Schild wohl deshalb aufgehängt, weil es zu viele Mofa-Fahrer gab, denen nicht klar war, dass sie dort nicht fahren dürfen.

    Krötensackgasse?

    Gesehen in Hannover-Kirchrode:

        

    Fährt man auf der Straße 700 m weiter dann sieht es dort so aus:

    Frösche oder Kröten habe ich keine gesehen!

    Variante 3: Höcke hofft (durchaus realistisch), dass er ein paar mehr Stimmen bekommt, als die AFD Sitze hat und wird daraus hinterher medial Kapital schlagen wollen.

    Du hast ja einen sehr schwarzen Humor.

    Bodo Ramelow ist im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt worden.:)

    Er konnte 42 Ja-Stimmen auf sich vereinen.

    23 Abgeordnete stimmten mit Nein.

    Es gab 20 Enthaltungen. https://www.focus.de/politik/deutsc…d_11629603.html

    Und so sieht die Sitzverteilung aus:

    DIE LINKE (29)

    AfD (22)

    CDU (21)

    SPD (8)

    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (5)

    FDP (5)

    https://www.thueringer-landtag.de/abgeordnete/ab…Wahrscheinliche Herkunft der Stimmen:

    Linke + SPD + Grüne = 42 Ja-Stimmen

    AfD + 1 Parteimitglied der CDU = 23 Nein-Stimmen

    CDU = 20 Enthaltungen

    Aber warum hat die FDP sich nicht an der Abstimmung beteiligt? Und wie ist das zu bewerten? Eigenaussage der FDP: Sie wollte weder einem rechten noch einem linken Kandidaten ins Ministerpräsidentenamt verhelfen. Kann man nach dieser Wahl mit Fug und Recht und mit Bezug auf das Nicht-Wahlverhalten der FDP sagen, dass sie sich damit einmal mehr ganz klar rechts von der CDU positioniert hat? Motto: "Lieber gar nicht wählen, als falsch zu wählen." ? In jedem Falle trägt das Verhalten der FDP nicht dazu bei, die Wahlbeteiligung als einen elementar wichtigen Beitrag zur Demokratie im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.:(Die vermutlich von der CDU abgegebene eine Nein-Stimme mehr als die AfD Abgeordnete hat, ist kein Glanzstück der CDU-Fraktion. So dass hier eine zumindest in Teilen der CDU verortete extreme Rechtslastigkeit sichtbar wird.:(

    Frauen fahren Straßenbahn, das ist der Unter-Titel eines Aufsatzes von Elke Kiltz, die in den 80er-Jahren eine Aktion unterstützte, in der Frauen nachgewiesen haben, dass Frauen Straßenbahn fahren.

    Und zwar deutlich häufiger Straßenbahn fahren als Männer. Die wiederum U-Bahn fahren. Und Auto.

    Untersucht wurde von den Frauen eine Straßenbahnstrecke, die parallel zu einer U-Bahn-Strecke verläuft.

    Man kann es den Frankfurter Frauen und allen anderen Aktiven nicht hoch genug anrechnen, dass es ihnen gelungen ist, in Frankfurt die Straßenbahn zu erhalten!!! Und ich frage mich, ob dieser Gesichtspunkt, "Frauen fahren Straßenbahn" auch heute noch relevant ist und ob er in Hamburg einmal in relevanter Form diskutiert wurde.

    In Hannover, wo es ja ein paar unterirdische Kilometer Stadtbahn gibt, die von ihren Befürwortern und auch vom Betreiber, der Üstra, selbst immer als "U-Bahn" bezeichnet wird, gab es diese Diskussion immer dann, wenn mal wieder über unterirdische versus oberirdischen Streckenführungen diskutiert wird. Aber so intensiv und gut recherchiert vorgetragen wie in Elke Kiltz' Aufsatz habe ich das bislang noch nicht gelesen. Die Diskussionen in Hannover zeigten, wie es auch in dem angegebenen Aufsatz geschildert wird, dass Frauen die U-Bahn und die U-Bahn-Stationen als unsichere Orte erleben.

    Den Frauen wird dann entgegengehalten, dass das durch die Kriminalitätsstatistik nicht belegt werden könne.

    Aber die ganze Statistik, sofern sie denn tatsächlich zuträfe, wird komplett entkräftet, wenn dann so wie diese Woche eine solche Meldung in der Zeitung erscheint: Hannover: Junge Frau im Tunnel von drei Männern überfallen

    https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…ern-ueberfallen

    Dabei handelt es sich um einen Tunnel, der zur unterirdischen Stadtbahnhaltestelle Hauptbahnhof führt.

    Hier ein Foto von der Frankfurter Straßenbahn:


    Der Aufsatz von Elke Kiltz heißt: "Initiative "Frauen fahren Straßenbahn" Öffentlicher Personennahverkehr, Lobbypolitik für Frauen in der Kommune" und ist erschienen in dem Buch Welche Freiheit brauchen wir?, Hrsg. Die Grünen im Bundestag, Untertitel: Psycholgie der AutoMobilen Gesellschaft, erschienen Berlin 1989 http://www.bookbutler.de/search?isbn=3882900431

    Rot-Rot-Grün ist davon ausgegangen, dass eine Übereinkunft mit Schwarz und Gelb nicht notwendig sei und sie antifaschistisch sauber gewählt worden wäre. Das sehe ich fundamental anders. Rot-Rot-Grün hat Höcke & Co eine Bühne geboten und die haben sie genutzt. Ich bin echt gespannt, was morgen passiert. Ich sehe zum Beispiel ein paar AfDler, die sich enthalten und eine spontan in Jubel ausbrechende AfD-Fraktion, sobeld eine für Ramelow ausreichende Stimmenzahl genannt wird.

    Es hätte von Anfang an eine Situation geschaffen werden müssen, in der es eben egal ist, was die AfD macht.

    Wer ist "Es"?

    Und was genau wirfst du Ramelow vor?

    Dass er nicht im vorauseilenden Gehorsam gegenüber der AfD auf eine eigene Kandidatur verzichtet und stattdessen die Linke einen Kandidaten der SPD, der Grünen, der CDU oder der FDP unterstützt?

    Und hätte das gereicht? Immerhin hatte Ramelow nach den Ereignissen am 5. Februar angeboten, eine CDU-Ministerpräsidentin als Übergangspräsidentin zu unterstützen. Meinst du mit, "es hätte von Anfang an eine Situation geschaffen geschaffen werden müssen, in der es egal ist, was die AfD macht," dass Ramelow von vornherein eine kurze Übergangsregierung unter Christine Lieberknecht hätte anbieten müssen? Aber das war den Christdemokraten ja auch nicht recht, wie sich dann gezeigt hatte.

    Oder vermutest du, dass der CDU-Fraktion (und der FDP-Fraktion) ein wie auch immer gestaltetes besseres Angebot hätte gemacht werden müssen, um sicher zu stellen, dass sie sich im dritten Wahlgang wirklich enthalten, anstatt zusammen mit der AfD Kemmerich zu wählen?

    Mit ihrem Wahlverhalten am 5. Februar haben die Thüringer CDU-Abgeordneten gezeigt, dass sie die "Gefahr von Links" in den Augen der CDU vertreten durch die Partei "Die Linke" als noch gefährlicher einschätzen als die sehr viel reellere "Gefahr von Rechts", vertreten durch die Partei AfD.

    Die von dir beschriebene "Gefahr", dass sich einige AfD-ler enthalten, um den Eindruck zu erwecken, dass keiner von der CDU (oder FDP) für Ramelow gestimmt hat und deshalb Ramelow die Wahl nicht annehmen könne, weil er ja dann in der AfD-Propaganda als Kandidat gewählt von der AfD bezeichnet werden könne, sehe ich nicht.

    Erstens und das ist das Wichtigste, ist die Wahl geheim. Niemand kann hinterher glaubhaft versichern, dass er diesen oder jenen gewählt habe, nur deshalb, um diesen oder jenen Eindruck zu erwecken.

    Zweitens hat die AfD selbst es inzwischen als eine "ironische Bemerkung" bezeichnet, dass sie Ramelow im ersten Wahlgang wählen wolle, um ihn als Ministerpräsident von Gnaden der AfD bezeichnen zu können, so dass er die Wahl nicht annehmen könne. "Vertreter der Thüringer AfD-Fraktion hatten jedoch klargemacht, dass sie Ramelow nicht mitwählen wollen und die Empfehlung Gaulands als Ironie gedeutet." https://www.insuedthueringen.de/region/thuerin…rt83467,7158640

    Drittens tritt für die AfD-Fraktion nicht mehr irgendein Strohmann aus den hinteren Reihen an, der selbst nicht einmal AfD-Mitglied ist, sondern "AfD-Chef Höcke kandidiert bei Ministerpräsidentenwahl", ebenfalls veröffentlicht in insüdthüruingen am 2.3.2020 (s. o.).

    Die AfD begründet ihre "Wende" damit, dass sie mit der Aufstellung des Kandidaten Höcke sicher stellen wolle, dass alle Stimmen der AfD an den AfD-Kandidaten gehen. (Ob das tatsächlich alle AfD-ler im thüringischen Landtag das mitbekommen haben werden, bis es so weit ist?) Die Absicht der AfD ist es, dem Wahlvolk vor Augen zu führen, dass die CDU und die FDP verantwortlich seien für den in ihren Augen "verhassten" Ministerpräsidenten.

    Ich bin auch echt gespannt, was morgen passiert. Ich sehe zum Beispiel ein paar AfDler, die nicht für Höcke stimmen, entweder weil sie vom erneuten Kehrtschwenk ihrer Parteioberen nichts mitbekommen haben, oder weil Höcke möglicherweise gar nicht soooo beliebt ist bei Allen seiner eigenen Leute.

    Ein Hinweis noch: In dem bereits oben zitierten Artikel heißt es:

    "Öffentlich haben die Fraktionen sowohl der Liberalen als auch der Christdemokraten erklärt, dass sie Ramelow nicht aktiv ins Amt wählen wollen." Das lässt weiterhin Spielraum für die Interpretation, das einzelne Abgeordnete in den Fraktionen von CDU und FDP nicht geschlossen mit der Gesamtfraktion abstimmen werden.

    Diese Argumentation ist, mit Verlaub, Scheiße. Die ursprüngliche Frage war eine völlig berechtigte: Wie sieht es am Ende der Kette im Ländlichen Raum aus, wo lange Zeit kein Fahrgast unterwegs ist. Dagegen mit einem zugeparkten Großparkplatz zu argumentieren ist Mist.

    Und das hier ist auch Mist. Auf dem Land gibt es grob drei Typen von Menschen die mobil unterwegs sind. Das sind erstens die, die auf dem Land leben und weiter weg pendeln um zu arbeiten/Schule zu gehen. Dann gibt es die, die dort arbeiten wo sie wohnen und nur zum Einkaufen weg müssen. Und schließlich gibt es die, die nur teilzeit dort leben und hin und her pendeln.

    Wir reden zwar vom ländlichen Raum und da gibt es auch Misthaufen, aber darüber reden wir nicht, sondern über ÖPNV auf dem Land.

    Versuchen Sie doch mal folgendes Gedankenspiel: Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Autos, also zumindest nicht in der heute weit verbreiteten Form von den sehr zahlreichen Privat-PKW's.

    Wie sollte im ländlichen Raum dann Mobilität organisiert werden?

    Ich habe den Eindruck, dass im Falle, dass dieses Thema angesprochen wird, viele versuchen technische Innovationen wie selbstfahrende Autos, die von allen genutzt werden, in den Vordergrund zu stellen.

    Dabei spricht vieles dafür, dass das klassische System von Omnibussen und Schienen-gebundenen ÖPNV komplett unterschätzt wird.

    Alleine schon die vielen stillgelegten Bahnstrecken, sprechen dafür, denn viele davon wurden zu einer Zeit, eingerichtet als es nur ganz wenige Menschen gab, die über ein eigens Auto verfügten. Mobilität war trotzdem möglich!

    Zum Beispiel mit der Straßenbahn. Hier ein Bild von einer stillgelegten Schienenstrecke bei Rinteln, auf denen heute mit Draisinen gefahren werden kann, auf der früher aber auch Straßenbahnen verkehrten:

    Die drei von Ihnen genannten Typen von Menschen im ländlichen Raum, ergänzen sich doch hervorragend. Auf jeden Fall die ersten beiden Typen. Die einen pendeln jeden Tag zur Schule und zur Arbeit und fahren in vollen Bussen, in denen nicht nur die Sitzplätze, sondern auch viele Stehplätze in Anspruch genommen werden.

    Tagsüber sind Menschen unterwegs, die nicht unbedingt auf eine Verbindung in den Verkehrsspitzen angewiesen sind. Hier dürften auch Rentner*innen eine nennenswerte Gruppe sein.

    Die freuen sich über die freien Sitzplätze, die außerhalb der Verkehrsspitzen zur Verfügung stehen.

    Und ja, ganz sicher wird es auch Fahrten geben, bei denen nur wenige Plätze besetzt sind. Aber die Effizienz eines Omnibusses darf man nicht alleine an diesen Fahrten festmachen. Auf die durchschnittliche Auslastung über den ganzen Tag betrachtet kommt es doch an!

    Und dann gibt es noch solche Innovationen, die übrigens keineswegs ganz neu sind, wie diesen Omnibus mit Anhänger, den ich in Marburg fotografiert habe:

    Im Vergleich zu einem Gelenkbus besteht bei einem Omnibus mit Anhänger der Vorteil, dass der Anhänger außerhalb der Verkehrsspitzen abgekoppelt werden kann.

    Hier ein Link zu einem Foto aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel. Das Foto zeigt einen Omnibus mit Anhänger von vor 110 Jahren!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Busanh%C3…A4nger_1910.jpg

    Es gibt aber auch sehr viele moderne Varianten. Hier ein weiterer Link zu einem Bild aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema Busanhänger:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Busanh%C3…ZVB_Bellach.jpg

    Bei deinem Bericht über die Fahrt mit dem Großraumtaxi, schilderst du da die heutige Realität oder meinst du damit die zukünftigen Optionen?

    Ob ein Großraumtaxi optimal ausgelastet ist, wenn es nur in eine Richtung mit Fahrgästen besetzt ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Fahrgäste das sind.

    Und außerdem: Ist das besser?

    Das Foto zeigt die Grünflächen rund um den Herrenhäuser Garten.

    Dort finden im Sommer ca. alle drei bis vier Wochen Abendveranstaltungen mit mehreren 10.000 Besuchern und einem großen Feuerwerk statt. Obwohl es eine gute ÖPNV-Anbindung gibt, die bei solchen Veranstaltungen viele Verstärkerfahrten anbietet, werden die Grünflächen rund um den Herrenhäuser Garten zum beparken frei gegeben, zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen zahlreichen Parkplätzen.

    Es kann schon sein, dass ein Großraumtaxi auf der von dir beschriebenen Fahrt nicht voll ausgelastet ist. Die Grünflächen rund um den Herrenhäuser Garten sind voll ausgelastet. Und der Autofahrer lernt: Wenn ich ein Parkplatzproblem habe, dann löst eine freie Grünfläche mein Problem.

    Am hannoverschen Messegelände wiederum existieren reguläre Parkplätze, so dass dort keine vorhandenen Grünflächen zugefahren werden, die wurden vielmehr schon vorher zubetoniert. Die meiste Zeit des Jahres jedoch stehen die Parkplätze leer, nur zu den wenigen richtig großen Messen werden alle Parkplätze gebraucht.

    https://www.google.de/maps/@52.33042…m/data=!3m1!1e3

    Es ist doch merkwürdig, das sich viele Menschen so sehr einen Kopf darüber machen, wenn mal irgendwo eine Bus fährt, in dem nur eine Handvoll Passagiere sitzt, oder der sogar gerade eine Leerfahrt hat, weil der Betriebsablauf so gestaltet ist.

    Dass aber die meiste Zeit des Jahres riesige Parkplatzflächen rund um große Veranstaltungszentren leer stehen, das scheint niemanden zu interessieren.

    Entscheidend für eine Beurteilung der Nachhaltigkeit ist die Auslastung verteilt auf den ganzen Tag. Und da ist der ÖPNV deshalb unschlagbar, weil ÖPNV-Fahrzeuge anders als Privat-PKW's oder Moia (und auch anders als ein Großraumtaxi!) den Fahrgästen Stehplätze bietet, wenn es voll wird.

    38 Sitzplätze und 115 Stehplätze hat zum Beispiel dieser Hybrid-Gelenkbus der Üstra:

    https://www.uestra.de/unternehmen/be…us/hybridbusse/

    Besonders ärgerlich ist es, wenn der Omnibus wie hier im Autostau fest steckt.

    Und selbst ein so kleiner Bus wie dieser BredaMenarinibus Vivacity 8 kann bis zu 50 Passagiere transportieren, davon allerdings rund 40 auf Stehplätzen.

    https://web.archive.org/web/2017022009…bus/vivacity-8/

    Das "Konzept Stehplätze", typisch für den ÖPNV, ist zum Beispiel bei Moia von vornherein gar nicht vorgesehen, obwohl das "Konzept Stehplätze" an Nachhaltigkeit nicht zu überbieten ist, weil so ein Fahrzeug optimal ausgelastet werden kann. Du vermutest, dass Moia dazu dient, Erfahrungen mit dem Elektroantrieb zu sammeln. Ich vermute, es geht darum, so zu tun, als ginge es ohne Auto nun mal nicht und das sei ja auch gar nicht so schlimm, weil es Moia gibt. Dass die meisten trotzdem weiter überall mit ihrem Privat-PKW hinfahren und dort Parkplätze erwarten, das wird durch Moia ausgeblendet.

    Dabei ginge ohne Autos vieles besser und auf dem Land etabliert sich schnell ein gutes und finazierbares ÖPNV-System, wenn der Autoverkehr abgebaut wird.

    Diese Forderung kommt ja jedes Mal. Und, wie jedesmal, frage ich auch diesmal nach: wie weit soll der ÖP(N)V auf das Land hinaus gehen? Zu jedem Einsiedlerhof? Wenn ja, ist das nicht viel umweltschädlicher als ein Fahrzeug (oder sogar 3, für eine Familie auf dem Land), wenn doch der Bus erheblich größer ist, mehr Kraftstoff verbraucht und in der ländlichen Weite oft völlig leer herumgondelt?

    Neben vielen anderen Problemen, gibt es zwei wesentliche vom Autoverkehr verursachte Probleme im ländlichen Raum:

    1. Die Verfügbarkeit eines Autos ermöglicht es doch erst, auch noch den letzten "Einsiedlerhof" zu erreichen. (Eigentlich müsste es Aussiedlerhof heißen!)

    Diese Aussiedlerhöfe wurden gegründet, um effektiv Landwirtschaft betreiben zu können, denn die notwendigen Betriebsgrößen für eine moderne Landwirtschaft konnten in den beengten Dörfern nicht bewerkstelligt werden. In einer landwirtschaftlichen Produktionseinheit kann es auch weiterhin Fahrzeuge geben, Dienstfahrzeuge halt. Aber solche Aussiedlerhöfe sollten nicht zum reinen Wohnen dienen. Das wird jedoch durch den Privat-PKW-Verkehr geradezu heraufbeschworen.

    2. Es ist wichtig, im ländlichen Raum den ÖPNV zum Hauptverkehrsträger zu machen und Autoverkehr nur noch für wenige Zwecke anzuwenden. Denn wenn es der Bevölkerung im ländlichen Raum möglich sein soll, das nächste Mittelzentrum zu erreichen, dann müssten dort entweder Parkplätze oder am Rande des Mittelzentrums Park- and Ride-Parkplätze angelegt werden. Beides wäre kontraproduktiv im Sinne einer Verkehrswende. Parkplätze verstetigen die PKW-Nutzung und führen zu immer mehr PKW-Nutzung.

    Dass der Bus in der "ländlichen Weite" oft völlig leer gondelt, hat nicht so sehr etwas mit der ländlichen Weite zu tun. Vielmehr spielen zwei andere Gründe eine entscheidende Rolle: Viel zu viele Menschen in der "ländlichen Weite" verfügen über ein Auto. In vielen Familien, du erwähnst es selbst gibt es drei Autos oder sogar noch mehr.

    Die hohe Autoverfügbarkeit erst verursacht das Zersiedeln der Landschaft, die dann hohe Hürden schafft für eine Erschließung mit dem ÖPNV.

    Weniger Autos = weniger zersiedelte Landschaften = besserer ÖPNV möglich.

    Und bevor mir das einer unterstellt. Ich habe nicht davon gesprochen, von heute auf morgen alle Autos zu verbieten. Aber es müssen auch in der Frage, Wohnen auf dem Land", neue Ziele formuliert und angestrebt werden, die zu mehr Nachhaltigkeit führen.