Beiträge von Ullie

    Für was wird die abgesperrte gepflasterte Fläche hinter dem Bauzaun ( ehemaliger Gehweg ?) denn gebraucht ?

    Auch die Brachfläche daneben scheint weitgehend unverändert zu sein, obwohl ein Jahr dazwischen liegt.

    Und das Z.240 dürfte doch dem Abbau der Holzkonstruktion, an der es hing, zum Opfer gefallen sein.

    Hier noch mal der Link zu googlemaps Satellit: https://www.google.de/maps/@52.36811…m/data=!3m1!1e3

    Tatsächlich schreiten die Bauarbeiten auf dem Gelände voran. Zufällig ist das verlinkte googlemaps- Bild recht aktuell.

    Der ehemalige Fußweg wird anscheinend vor allem als Baufahrzeuge-Parkplatz benutzt.

    Auf jeden Fall ist in der Bildmitte ein rot weißer Kleintransporter zu sehen, der da rumsteht.

    Möglicherweise würde eine baustellenbedingte Umwidmung einer Fahrspur zum Radweg sehr schnell dazu führen, dass der Bauzaun um ein paar Meter zurückversetzt wird. Danke für die Anregung. Jetzt kann ich die Stadt mit einer "entweder oder"-Anfrage antreiben, endlich tätig zu werden.

    Ist das eigentlich die selbe Stelle wie hier? Markierung sieht so ähnlich aus.

    Baustellen mal verkehrt ausgeschildert, mal gar nicht

    Ja, das ist dieselbe Stelle.

    Hier noch mal die beiden Fotos, die aus der selben Perspektive aufgenommen wurden, direkt nebeneinander.

    So kann man sehr deutlich sehen, wie der Grünstreifen gelitten hat.

    Das 1. Foto ist vom 1.11.2018, das zweite Bild vom 20.11.19:

    ca. 1 Jahr später:

    Und hier ein Link zum googlemaps-Satellitenbild. Die Aufnahme ist so aktuell, dass die Baustelle drauf ist und man gut sehen kann, dass es möglichwäre, eine Fahrspur für den Autoverkehr umzuwandeln in einen Zweirichtungsradweg. https://www.google.de/maps/@52.36819…m/data=!3m1!1e3

    Ein gemeinsamer Fuß und Radweg, und der Radweg ist in beide Richtungen freigegeben.

    Und plötzlich von heute auf Morgen, gar kein Schild mehr. Nur das notdürftig mit Klebebandstreifen außer Kraft gesetzte Radwegschild. [Zeichen 237]

    Ort:

    Hannover Gustav-Bradtke-Allee, Einfahrt in die Ohestraße.

    2008 war da noch keine Baustelle: https://www.google.de/maps/@52.36792…!7i13312!8i6656

    Zunächst war das Radwegschild noch nicht außer Kraft gesetzt.

    Dann wurde das Radwegschgild mit Klebestreifen außer Kraft gesetzt.

    Aktuell fehlt das Schild gemeinsamer Fuß- und Radweg. [Zeichen 240]

    "Ein Beamter der selber denkt, bewegt sich am Rande der Dienstpflichtverletzung"

    Nur ein Beamter, der in der Lage ist, sich sicher am Rande einer Dienstpflichtverletzung zu bewegen, ist ein guter Beamter. Die Geschichte hat gezeigt, dass es bisweilen notwendig ist, auch diese Grenze zu überschreiten.

    Wie weltfremd muss man eigentlich sein, um so etwas abzusondern:

    Dieses Problem mit dem Absondern hast du in ähnlicher Form an ganz vielen Bushaltestellen. Im Prinzip gibt es drei Typen:

    1. Hochbordradweg hinter dem Wartehäuschen.

    2. Hochbordradweg zwischen Bordsteinkante und Wartehäuschen.

    3. Radverkehr auf der Fahrbahn (manchmal mit Fahrradschutzstreifen oder Radfahrweg).

    Richtig gemacht ist 3! Aber frage nicht nach dem Geschrei!

    Nämlich das Geschrei der Radfahrer, die vorher hochbord gefahren sind und es leider nicht für nötig gehalten haben, auf aussteigende Omnibus-Fahrgäste Rücksicht zu nehmen.

    ABER: Das Münchner Beispiel zeigt eine Straße mit mehreren Autoverkehrsspuren und breitem Mittelstreifen https://www.tz.de/muenchen/stadt…n-10358941.html , so dass es naheliegt einen Zweirichtungsradweg für den Radverkehr anzubieten. Und deshalb die Absonderung. So ein Zweirichtungsradweg schafft Probleme an Zebrastreifen, an Fußgängerampel-Überwegen, aber auch an Haltestellen. Wirklich konsequent wäre es den Autoverkehr drastisch zu reduzieren, nur eine Fahrbahn je Richtung und kein Mittelstreifen und max. Tempo 30. Dann bräuchte es auch keine Zweirichtungsradwege, die dazu dienen, lange Umwege für den Radverkehr zu vermeiden.

    Das Beamte in ihrer Ausbildung dazu ermuntert werden, kreative Lösungen zu entwickeln, die nicht immer nur einseitig den Autoverkehr bevorzugen, finde ich übrigens erfreulich. Und ich würde das auch nicht als Drill zur eierlegenden Wollmilchsau bezeichnen.

    Welcher Autofahrer rechnet denn damit, »mitten auf der Straße«, fernab von einer Kreuzung oder Einmündung, ein [Zeichen 205] anzutreffen?

    Warum "fernab von einer Kreuzung"? Es kreuzt doch der Radweg, oder sind Radfahrer für diich keine gleichwertigen Verkehrsteilnehmer?

    Ich fände ein Stop-Schild [Zeichen 206] für den Autoverkehr besser!

    Hier eine Stelle aus Hannover, an der ein Radweg über eine Fahrbahn hinweggeführt wird:

    Auf der alten google-streetview-Aufnahme von 2008 hatten die Benutzer des Radweges noch keine Vorfahrt. https://www.google.de/maps/@52.37368…!7i13312!8i6656 Leider kann ich mich genau daran erinnern, wann das geändert wurde. Nach diesem HAZ-Artikel von 2010 muss es 2010 geweschehen sein: https://www.haz.de/Hannover/Aus-d…die-Kleestrasse

    Heute sieht es dort so aus:

    Das weiße Streifenmuster vor dem Stop-Schild wurde aufgebracht, um den Autoverkehr dafür zu sensibilisieren, dass es hier ein Stop-Schild zu beachten gilt.

    Die Fahrradstraßenpiktogramme und die Ausschilderung als Fahrradstraße endet genau an dem querenden Radweg. Die Fahrradstraßen-Ausschilderung ist noch mal deutlich neueren Datums.

    Es gab anfangs tatsächlich Probleme mit den Autofahrern, die sich erst mal dran gewöhnen mussten, dass hier jetzt der querende Radverkehr Vorrang hat. Dass die Straße eine Wohngebiet erschließt (das Foto ist aus der Sicht gemacht, die aus dem Wohngebiet hinausführt) und deshalb immer dieselben Autofahrer dort lang fahren und nur selten Ortsfremde sich hierher verirren, hat es vermutlich begünstigt, dass Autofahrer den Vorrang für den Radverkehr beachten. Ebenso die Tatsache, dass hier wirklich sehr viel Radverkehr langgeht.

    Hier noch mal der Link zu dem Artikel auf den sich das Zitat von Fahrbahnradler bezieht:

    https://www.wa.de/lokales/werne/…n-10021905.html

    Genauso hier: Radfahrer, die dort rechts abbiegen, wird man das nicht vorwerfen können, weil der gesunde Menschenverstand sagt, dass es nur so gemeint sein kann.

    Zweifel bei der Beschilderung sind im Zweifel der Behörde anzulasten, nicht dem Verkehrsteilnehmer, siehe bspw. OLG Jena

    Im konkreten Fall in Hannover (rechts abbiegen von der Platnerstraße in die Kleefelderstraße) hängt ja auch das [Zusatzzeichen 1022-10]rechts neben dem Verkehrszeichen, das für den Autoverkehr vorschreibt, dass nur geradeausgefahren oder links abgebogen werden darf. (Verkehrszeichen 214-10, https://de.wikipedia.org/wiki/Bildtafel…,_StVO_2017.svg )

    Intuitiv erfassbar ist es dort besser, als wenn es darunter hängt.

    Diese lustige Schilder-Kombi im Landkreis Schaumburg besagt ja wohl, dass das Fußwegschild[Zeichen 239], das überflüssigerweise mit Radfahrer absteigen[Zusatzzeichen 1012-32] kombiniert wurde, nur etwa auf einer Länge von vier bis fünf Metern Gültigkeit hat.

    Ab da [Zeichen 101] ist es dann ganz klar wieder ein Radweg, wenn auch einer mit Schäden.

    Deine Anzeige, geisteradler, ist doch das beste Argument für niedrige Tempolimits. Es muss nur stärker darüber informiert werden, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht verringert, bzw. sogar die Chance besteht, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht, wenn alle auf den Straßen ein gleichmäßiges niedriges Tempo fahren.

    Eine kleine Ergänzung, die die Sache in einem noch fahleren Licht erscheinen lässt: Den Aushangfahrplan der SVG (=Schaumburger Verkehrs-GmbH) hatte ich aus dem Internet kopiert. Da ich zufällig dieser Tage in Wiedensahl zu tun hatte, habe ich mich noch mal vor Ort überzeugen wollen, ob der Plan aus dem Internet mit dem an der Haltestelle übereinstimmt.

    Das ist der Plan vor Ort:

    Bei der Besichtigung vor Ort ist mir allerdings das Datum oben links im Plan aufgefallen:

    Wieder zu hause habe ich erst mal andersherum nachgesehen, ob der Plan vor Ort tatsächlich mit dem übereinstimmt, den ich im Internet auf der Internetseite des Schaumburger Verkehrs-GmbH gefunden habe. Tatsächlich er ist es! Wer selbst nachschauen möchte, hier der Link: https://download.transdev.de/transdev/uploa…-linie-2121.pdf

    Das heißt seit dem 3. August 2017 fährt die SVG-Omnibuslinie 2121 von Stadthagen nach Loccum und zurück unverändert nach dem selben Fahrplan. Kann man ja vielleicht noch unter kundenfreundlich verbuchen, weil alle Jahre ein Fahrplanwechsel, das kann ja auch ganz schön nerven. ;)

    Wenn man sich jedoch den kleinen weißen etwas ausgefransten Hinweiszettel ansieht, dann stellt man fest, dass der auch schon ganz schön lange da hängt. Der Zettel weist nämlich auf den "Hochzeitsmarkt" 2018 hin. Zu diesem jährlich stattfindenden Ereignis wird die Hauptdurchgangsstraße, an der die Bushaltestellen liegen, gesperrt. Der Hochzeitsmarkt 2019 hatte jedoch am 16.11.2019 an dem ich diesen Zettel im Aushangkasten an der Bushaltestelle fotografierte schon eine Woche zuvor stattgefunden. Der Zettel im Aushangkasten jedoch bezieht sich auf den Hochzeitsmarkt 2018 (sic!).

    Hier der Zettel in groß. Den Text (bzw. die entscheidende Passage) habe ich nochmal extra reingebaut in das Bild, weil der wegen des Regenwetters an dem Vormittag nicht so gut lesbar war:

    Wie schon gesagt: Pirminator mit seinen Klagen über das autolose Landleben, kann ich gut verstehen. Aber es ist eben auch so, dass man es wohl als absolute Rücksichtslosigkeit und Ignoranz gegenüber den Fahrgästen bezeichnen muss, was sich die SVG dort leistet. Bevor ich jedoch jetzt hier weiter schimpfe, schreibe ich lieber erst mal an die SVG.

    Fazit: Hoffentlich hat der neu gewählte Oberbürgermeister in Hannover ein Auge drauf, das soche Schaumburger Verhältnisse uns in Hannover erspart bleiben.

    Der niederländische Verkehrsklub ANBW - eine Partnerorganisation des deutschen ADAC - bezeichnete die Einführung von Tempo 100 als gewöhnungsbedürftig. Allerdings hätten 51 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage unter ANBW-Mitgliedern die Maßnahme zum Schutz der Natur als positiv bezeichnet - im Vergleich zu 34 Prozent, die Tempo 100 ablehnten.Quelle: Spiegel online vom 14.11.19: Grüne pochen auf Tempolimit in Deutschland

    https://www.spiegel.de/auto/aktuell/t…-a-1296406.html

    Nicht dass jetzt wer meint, dass ich Tempo 100 auf Autobahnen so toll fände. Ich plädiere für max. Tempo 80 auf Autobahnen und max. Tempo 60 auf Landstraßen! Innerorts max. Tempo 30!

    Nee Yeti, jetzt im Ernst!

    Ist es tatsächlich so, dass in diesem Falle (Foto 1) wenn das Radfahrer-frei-Schild unter dem Schild hängt, das das Abbiegen in eine bestimmte Richtung verbietet, dadurch ungültig wird, dass man es daneben statt darunter aufhängt? (Foto 2)

    Das würde heißen, hier hängt das Schild Radfahrer frei [Zusatzzeichen 1022-10] also richtig. Und die Radfahrer dürfen auch nach links abbiegen?

    Foto2:

    Und hier wird das Zusatzschild tatsächlich komplett dadurch entwertet, dass es rechts neben dem Schild hängt, das nur Geradeausfahrt und Linksabbiegen erlaubt? Ist das wirklich so Yeti?

    Und KleverRadfahrer, hast du das gemeint, was Yeti da schreibt, oder hast du an was anderes gedacht?

    Als ich das Foto aufnahm, waren diese Schilder [Zeichen 260] ganz neu aufgestellt gewesen. Ob sie beachtet werden, kann ich noch nicht sagen. Und leider habe ich nicht so oft Gelegenheit das zu beobachten.

    Aber eines ist ganz sicher, die Schilder wurden aufgestellt, weil viele Autofahrer das Schild Fahrradstraße ohne Zusatzschild "Autos frei" eher so interpretieren, dass man vergessen hat das "Autos frei" aufzuhängen.

    Ich befürchte wir leben noch zu sehr in der Phase, in der Autofahrer es für selbstverständlich halten, dass sie überall fahren (und parken) dürfen. Was man übrigens auch auf meinen Fotos beobachten kann (das mit dem Falschparken).

    Vielleicht wäre es auch zielführender anstatt weitere Schilder aufzustellen, besser eine deutliche Bodenmarkierung anzufertigen:

    Oder in Verbindung mit einer Änderung der Vorfahrtsregelung:

    Als ich vergangenen Sonntag (10.11.19) von der Platnerstraße in die Fahrradstraße hineinfuhr, war diese schon Einbahnstraße und zwar entgegengesetzt der Fahrtrichtung aus der das Foto gemacht wurde.

    Allerdings wunderte mich, dass dieses Schild nicht aufgestellt war: [Zeichen 267] (Zeichen 267, Einfahrt verboten).

    Hier die Ausschilderung vom anderen Ende her gesehen:

    Als ich dort heute nachmittag erneut von der Platnerstraße aus hineinfuhr, standen da diese Schilder: [Zeichen 260](Zeichen 260 Verbot für Kraftfahrzeuge).

    Die Absicht ist klar: Immer wieder hatten KFZ die von der Platnerstraße in die Kleefelder Straße einbogen, diese Schilder ignoriert:

    Auch an der Fahrbahn der Gegenrichtung steht ein entsprechendes Schild, das die Einfahrt in die Kleefelder Straße für KFZ unterbinden soll.

    Hintergrund: Die Fahrradstraße Kleefelder Straße ist sehr schmal und wenn von beiden Seiten Autos reinfahren, dann haben die Radler nicht mehr genug Platz. (Siehe Beitrag weiter oben.) Deshalb wurde kürzlich die Einbahnstraße eingerichtet.

    Aber sind das die richtigen Schilder[Zeichen 260], die hierher gehören?

    Oder müsste da nicht vielmehr das Schild stehen [Zeichen 267] mit dem Zusatz[Zusatzzeichen 1022-10]?

    Hier noch mit Skizze. Wenn der Bus in der Haltebucht steht, ist wohl jedem Radfahrer klar, dass er gucken muss, bevor er auf die Fahrbahn einfährt, oder?

    Ein Aspekt, der an der Stelle eine Rolle spielen könnte:

    Hält der Bus an dieser Stelle mit Warnblinklicht?

    Es gibt sogenannte Warnblinklicht-Haltestellen.

    Das würde bei der etwas abenteuerlichen Fahrbahnaufahrt für Radler bei allen Verkehrsteilnehmern die Sinne schärfen.

    Besser fände ich freilich, dass der Bus auf der Fahrbahn hält (Kap statt Bucht / Vorschlag voin Chrik weiter oben).

    Du sagst ja selbst, dass der Bus nur alle halbe Stunde dort stoppt. Da ist doch ein kleiner Autostau hinter dem Bus nun wirklich kein Problem - oder? ;)

    Wenn du in deinem Leben jemals ein Auto besessen und auf dem "Land" gelebt hättest, wüsstest du, dass in einem Auto eben nicht nur immer "die eine Kiste Mineralwasser" transportiert wird, sondern ganze Einkaufswagenladungen. Und dazu musst du es vorhalten. Wenn mir meine Karre fehlt, dann grade wegen der Transportmöglichkeiten. Und komm mir jetzt keiner mit mehrere Tausend Euro teuren "Cargobikes" als vermeintlicher Alternative... :rolleyes:

    Aber ja, verweisen wir polemisch auf die paar Idioten, die wegen einer Tüte Brötchen und zwei Bechern Kaffee das Auto nutzen. Die haben aber in den meisten Fällen gar kein Fahrrad (dafür muss man in einer Großstadt ja auch erstmal einen dauerhaften Abstellplatz für finden). Zur Versachlichung der Debatte trägt das ständige Herbeizerren stereotyper Klischees garantiert nicht bei.

    Diese "Idioten mit der Tüte Brötchen" gibt's doch auch auf dem Land zuhauf. Zumindest habe ich das so in Erinnerung. Aber das ist jetzt auch schon einige Jahre her, dass ich auf dem Land gewohnt habe. Auf jeden Fall, waren damals die Straßen in der Nähe des Bäckerladens am Samstagvormittag zugeparkt mit Autos, deren Besitzer keine andere Möglichkeit sahen, als eben mal schnell die 300 bis 1000 m mit dem Auto zurückzulegen.

    Aber es ist was anderes, das mir aufgefallen ist in der Diskussion um den Ausstieg aus der Auto-Gesellschaft: Es gibt inzwischen einen recht großen Konsens, dass autofreie Städte gar keine so schlechte Idee seien und von immer mehr Menschen als eine realistische und wünschenswerte Entwicklung gesehen werden. Doch kaum kommt dann einer auf die "Landbevölkerung" zu sprechen, stellt sich bei vielen so eine Art "Ernüchterung" ein. Und plötzlich geniert man sich, dass man eben noch so "verwegene Visionen" mit anderen teilte und dabei doch glatt die "Landbevölkerung" komplett vergessen hatte.

    Wie konnte einem nur dieser Fauxpas unterlaufen? ;) Glatt die Landbevölkerung vergessen. Und als Städter hat man ja auch keine Ahnung vom harten Leben auf dem kargen Land, da schweigt man besser still und lässt alles so wie's ist.

    Dabei ist es doch nicht die Aufgabe der Städter, die Menschen, die auf dem Land wohnen, aus ihrer selbst gewählten "Autofalle" herauszuholen. Die an dieser Stelle gern aufgestellte Behauptung, auf dem Land sei kein auskömmlicher ÖPNV möglich, halte ich für eine reine Schutzbehauptung. Dass in vielen ländlichen Gegenden kein ausreichender ÖPNV stattfindet, das trifft zu, das bedeutet jedoch noch lange nicht, auf dem Land könne der ÖPNV nicht die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen erfüllen.

    Es gibt da jedenfalls deutliche Unterschiede in ländlichen Regionen:

    https://www.google.de/maps/place/Gro…634!4d9.4795186

    Beispiel 1: Groß Munzel (Region Hannover), 1162 Einwohner, Regiobus 570 siehe Fahrpläne Da fährt tagsüber alle Stunde ein Bus auch Samstag und Sonntag fahren Busse.

    :

    Beispiel 2:

    https://www.google.de/maps/place/Wie…848!4d9.1197902

    Wiedensahl (Landkreis Schaumburg), 958 Einwohner, an Schultagen (gelb markiert) fahren immerhin einige Busse, an Ferientagen (blau markiert) und sonntags je einer in jede Richtung, samstags fahren keine Busse.

    Auch auf dem Land ist guter ÖPNV möglich, wobei auch in Groß Munzel noch deutlich Luft nach oben ist. Aber um das Potenzial auszuschöpfen, muss der Autoverkehr sanft ausgebremst werden. Denn es macht keinen Sinn, leere Busse fahren zu lassen, die gerne mal im Autostau stecken bleiben. Und statt einfach nur Busse auf die Strecke zu schicken kann man sie auch so fahren lassen, dass sie nicht an den Haltestellen von Autos überholt werden. Und auf den Landstraßen kann man das maximal erlaubte Tempo auf das der Busse herunterkorrigieren.

    Dagegen ist es m. E. nichts oder kaum etwas über den Preis regulierbar. Es würde auch keinen Sinn machen, das Herumgefahre mit dem Bus hochgradig zu subventionieren (kostenfreier ÖPNV). Es ist schlimm genug, dass das Herumgefahre mit dem Auto so stark subventioniert wird.

    Außerdem muss das Bezahlen vereinfacht werden. Nicht beim Busfahrer zahlen! Das hält ihn nur von seiner eigentlichen Arbeit ab. Die Monatskarte muss viel selbstverständlicher werden!

    In einer Sache stimme ich dir zu Pirminator, in einem Ort wie zum Beispiel in Wiedensahl zu leben, ohne über ein Auto zu verfügen, erfordert schon eine gewisse Portion Pioniergeist (und mindestens ein Fahrrad und vielleicht noch einen Anhänger dafür, der muss aber nicht mehrere tausend Euro kosten). Und an der lausig schlechten ÖPNV-Situation grundlegend was zu ändern, bedeutet viele dicke Bretter zu bohren. Aber es ist eben nicht einfach "unmöglich, undenkbar, nicht zu machen" und was sonst so gerne an dieser Stelle gesagt wird.

    Und leider kommt unser famoser öffentlich-rechtliche Rundfunk seinem Verfassungsauftrag nicht nach, diesen haltlosen Befürchtungen die Fakten entgegenzusetzen. Anstatt klarzustellen: »Für Aufgabenträger wie diese Frau wird es Lösungen geben« bleibt der Eindruck »oh weh, das kann man doch wirklich nicht machen, wie schrecklich!«

    Es gibt so Tage, da denkst du: "Verflixt noch mal, was wird hier für ein Schurkenstück aufgeführt."

    Leider bist du da jetzt auch noch reingeflutscht, Fahrbahnradler. Aber vielleicht schieb ich ja gerade auch einfach nur Paranoia?=O

    Der Reihe nach:

    1. Ich schaue mir heut früh den NDR-Beitrag über die Wahl des ersten grünen OB in Hannover an.

    https://www.ndr.de/fernsehen/send…londs55050.html

    2. In Minute 4:19 kommt eine Passantin zu Wort: "Ich arbeite im ambulanten Pflegedienst und ich benötige das Auto um von Patient zu Patient zu kommen und ich habe Angst, dass wenn die Grünen gewinnen, das wir dann womöglich mit dem Fahrrad zu den Patienten fahren müssen."

    3. So weit so schlecht, denn es ärgert mich, dass in dem Interview so getan wird als bricht mit einem grünen Oberbürgermeister in Hannover die Öko-Diktatur an. Aber sei's drum. Hab' ich mir jedenfalls erst mal gedacht.

    4. Dann komme ich heute am frühen Abend an einem Schaufenster vorbei, in dem dieses Plakat hängt:

    Müsste man eigentlich mal hingehen sag ich mir und mach ein Foto davon, weil ich etwas in Eile war. Dass da "Experten" von der FDP dabei sind hatte mich allerdings schon stutzig gemacht. Und als ich schon weiterging und noch einen Blick zurückwarf auf den Laden mit dem Schaufenster in dem das plakat hing, was sehe ich da???

    5. Da muste ich dann noch ein Foto machen, denn jetzt kommt das mit der "Paranoia". Oder habe ich einfach zu schwache Nerven?;)

    6. Und dann komm ich nach hause und schaue ins Forum und Fahrbahnradler hat gepostet, dass ihm auch genau diese Passage bei 4:19 in dem NDR-Beitrag negativ aufgefallen ist. Da darf man sich doch schon mal fragen, was da gerade für ein übles Spiel gespielt wird - oder?

    Hat die FDP die Pflegedienste am kurzen Bändel und instrumentalisiert die jetzt, um am ungebremsten Autowahn festhalten zu können?

    Wenn man sich die Internetseite anschaut, auf die auf dem Plakat verwiesen wird, dann landet man bei der Suche nach der Diskussionsveranstaltung zur autofreien Stadt Hannover da:

    https://www.dmt.events/neuer-ob-onay-…ehr-neu-denken/

    Da sage ich nur, das Bild spricht Bände tosender Autoverkehr auf allen Ebenen und das Bild ist so gemacht, dass man merkt: Die es gemacht haben und die es hier als Aufhänger für eine Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung verwenden, die wollen das so, den vielen Autoverkehr. (Oder ist das schon wieder ein Paranoia-Schub?;))

    Auf der angegebenen Serite heißt es: „Wem gehört die Stadt?“ und weiter: "Im Rahmen der DMT Arena unter der Überschrift „Wem gehört die Stadt“ diskutieren am kommenden Donnerstag Dr. Stefan Birkner, Fraktionsvorsitzender FDP Nds. und ehemaliger Umweltminister, Peter Löck, Mobilitätsberater, Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) und Christian Bebek, Leiter Verkehrsabteilung IHK Hannover, die Fragen der urbanen Mobilität im Allgemeinen und der Stadt Hannover im Speziellen. Das Besondere an der Podiumsdiskussion: Auch das Publikum bekommt die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Moderiert wird die Diskussion von Franz W. Rother, Chefradakteur des Magazins EDISON"

    Peter Löck ist nach meinen Recherchen so einer von der Sorte, der mit autobasierten Personentransportangeboten beweisen will, dass es ohne Auto nicht geht. Obwohl eine ganze Menge mehr mit einer ganzen Menge weniger Auto sehr gut geht.

    Stefan Bratzel war unter anderem Produktmanager für den smart. Das Auto mit dem die Automobilindustrie einmal erfolgreich den Eindruck erweckte, es gäbe eine umweltfreundliche Ausgabe desProblemverkehrsmittels. Schon länger weiß man, der smart war in hoher Stückzahl von den Kunden als Zweitwagen begehrt, nicht als Alternative zum Erstwagen, sondern eben als Zusatz zum Erstwagen.

    Christian Bebek vertritt die IHK Hannover, also den Wirtschaftsverband, der in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausließ, gegen die angeblich ideologisch motivierte "Autohasserpolitik" der rot-grünen Ratsmehrheit zu polemisieren. Ferner vertritt die IHK vor allem den Standpunkt mehr Parkplätze und breitere Straßen in der Stadt, mehr kostenfreie Parkplätze, Ampelvorrangschaltungen für den ÖPNV sind ideologiemotivierte Autobremsen usw., usw.

    Wer da hingehen möchte am 14.11.2019 um 18:00 im Hannover Congress Centrum, der kann sich auf der DMT Internetseite dafür anmelden:

    https://www.dmt.events/events/anmeldung-arena/

    Das HCC erreicht man mit der Linie 11 Richtung Zoo, Haltestelle Hannover Congress Centrum. Die Stadtbahn hält direkt vor dem HCC. Das ist die Kuppelhalle von 1914 und angrenzende Gebäude. Und man kann natürlich auch sehr schön mit dem Fahrrad hinfahren!

    Man wird sich wohl dran gewöhnen müssen in den Diskussionen um den Ausstieg aus dem MIV: Nach der unausweichlichen Kiste Mineralwasser, die dass Auto als Transportlösung angeblich unverzichtbar macht, kommt nun die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes. Immerhin scheint man es für nötig zu halten, gegen die Verkehrsweende größere Geschütze aufzufahren. Und das ist dann ja auch schon irgenwie ein Erfolg.