Um das hier noch mal klar zu stellen: Es ist nach meiner Beobachtung nicht so, dass man bei der Masken-Diskussion die Beteiligten ganz klar in zwei Lager trennen könnte. Hier die Befürworter von Maske tragen, da die Gegner.
Das wurde einmal mehr besonders deutlich bei der Medienkonferenz des Schweizer Bundesrates am 27.4.2020, also gestern:
"Masken aus normalem Stoff schützen nur wenig gegen das Coronavirus. Die Schweizer Textilindustrie arbeitet deshalb an einer neuen Lösung.", so wurde das was in der Medienkonferenz zum Thema gesagt wurde auf der Internetseite des Tagesanzeiger Schweiz zusammengefasst. https://www.tagesanzeiger.ch/sprechen-die-z…en-413327496332
Man kann das, was der VBS-Vertreter Markus Naef, Brigadier, Beschaffungskoordinator VBS (VBS ist das Departement für Verteidigung , Bevölkerungsschutz und Sport und ist vergleichbar mit dem Verteidigungsministerium in Deutschland) zum Thema Stoffmaske sagt, hier im Original nachhören bei Minute 43:55 in der Medienkonferenz des BAG (=BundesAmt für Gesundheit):
Sinngemäß sagt er, dass Stoffmasken sinnvoll sein können, aber bislang keine geeignete Materialien dafür zur Verfügung stehen und daran gearbeitet wird, diese zu entwickeln. Naef meint eine Mund-Nasen-Schutzmaske, in der Medienkonferenz wird dafür der Begriff Hygienemaske genannt. Naef gibt den Hygiene-Einweg-Masken ganz klar den Vorrang in Sachen Schutz Anderer vor Ansteckung. In der Szene hält er eine solche Maske hoch. Naef sagt bei Minute 44:40, dass eine normale Stoffmaske nur 10% der Wirkung habe wie eine Einweg-Hygienemaske.
Es sind letztlich mehrere Faktoren, auf die sich die Kritik an einer Maskenpflicht stützt, die es in der Schweiz nach wie vor nicht gibt. Kritisch bewertet wird die mangelhafte bis gar nicht vorhandene Schutzfunktion von selbstgenähten Stoffmasken. Und zwar nicht nur hinsichtlich des Eigenschutzes, sondern ganz ausdrücklich auch hinsichtlich des Fremdschutzes. Das wird in der BAG-Medienkonferenz vom 27.4.2020 noch mal deutlich an der angegebenen Stelle.
Kritisch gesehen wird das Maskentragen auch wegen der Gefahr, dass ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht.
Und besonders kritisch wird der nicht korrekte Umgang mit den Masken gesehen, was unter Umständen zu zusätzlichen Gefährdungen führt anstatt zu schützen.
Ich denke in der Schweiz führte eine Abwägung der Vor- und Nachteile einer allgemeinen Maskentragepflicht oder auch nur einer entsprechenden Empfehlung zu einem anderen Ergebnis als in Deutschland.
Und ich halte eine Maskenpflicht für plausibel, wenn zum Beispiel in bestimmten Betrieben, wo die Mitarbeiter dicht zusammenarbeiten müssen, diese im richtigen Umgang mit einem Mund-Nasen-Schutz geschult werden und ausreichend Einwegmasken und Waschgelegenheiten zur Verfügung stehen.
Eine allgemeine Maskenpflicht dagegen hat eine andere Dimension.
Aber selbst die Schweizer Position dazu ist nicht so ganz klar, denn schließlich hatte die Schweizer Regierung prüfen lassen, ob in jeden Schweizer Haushalt ein "Starterkit" mit rund 20 Einwegmasken geliefert werden soll. Bis jetzt wurde das jedoch (noch?) nicht beschlossen. Siehe NZZ vom 23.4.2020: "Ein Päckli mit Schutzmasken für jeden Haushalt im Land? Die Post wäre dazu bereit, doch der Bund will nun doch nicht" https://www.nzz.ch/schweiz/corona…weiz-ld.1553052
Eine so eingeführte Maskenpflicht hätte auf jeden Fall schon mal einen ganz anderen Start als den in Deutschland, wo einfach nur gesagt wird, macht euch irgendwas vor den Mund sonst droht Strafe. Und so sieht man dann bei uns zum Teil völlig verängstigte Menschen in gebückter Haltung herumlaufen, die krampfhaft ein Stück vom Schal oder Halstuch vor den Mund halten selbst da, wo es gar nicht vorgeschrieben ist. Nun ja die mag es in der Schweiz auch geben. Das kann ich derzeit schlecht vor Ort nachprüfen.
In Hannovers Innenstadt dagegen macht dieser Laden vermutlich hohe Umsätze:
Ein Teil der Produkte, die er vertreibt, unterliegt jedoch keinen nachprüfbaren Qualitätsstandards.