Was soll denn eine "fiktive Entwertung" sein?
Vermutlich ist damit gemeint, dass die Dieselmotor-Antriebstechnik zu Unrecht grundsätzlich als hochproblematisch und umweltbelastend beurteilt wird.
Und dass das nur teilweise zutrifft, kann ich auch ein Stück weit nachvollziehen. Denn soooo problematisch ist die Dieseltechnik zumindest bei LKW und Omnibussen gar nicht. Und trotzdem werden in vielen Städten Elektrobusse angeschafft, um die Schadstoffwerte zu senken. Tatsächlich ist aber nicht der ÖPNV mit seinen Dieselomnibussen schuld an den hohen Schadstoffwerten, sondern der massenhafte Autoverkehr. Den zu reduzieren, das deutet sich in der gegenwärtigen Corona-Zeit mit ihren zahlreichen Einschränkungen an, ist ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Schadstoffwerte. Wobei man da zuverlässige, wetterbereinigte Ergebnisse erst mal abwarten muss.
Auch ist der Diesel-Elektro-Hybrid-Antrieb eine Antriebstechnik, die bei PKW, insbesondere großen SUVs vor allem deshalb eingebaut wird, um dem Auto einen "umweltfreundlichen" Anstrich zu verpassen. Bei Omnibussen mit ihren häufigen Beschleunigungs- und Bremsphasen beim Anfahren der Haltestellen bringt dagegen die Hybridtechnik tatsächlich etwas.
Auch hier gibt es so was wie eine fiktive Entwertung. Wenn Leuten klar wird, dass die Hybridtechnik bei PKW eigentlich keinen wirklich großen Umweltschutzeffekt hat, dann kann es passieren, dass auch Vorbehalte gegenüber Hybrid-Omnibussen ausgeprägt werden. Das wäre dann ebenfalls eine "fiktive Entwertung".
Umgekehrt könnte man auch von einer fiktiven Aufwertung sprechen, wenn jemand die Hybridtechnik bei Omnibussen zu schätzen weiß und meint, das wäre auch etwas ganz tolles für PKW, vor allem solche, die immer größer und schwerer werden.
So und jetzt warte ich mal in Ruhe auf den, der mir vorhält, dass ich ideologisch verbohrt sei, weil ich ja sagen würde: "Nur ein Dieselmotor in einem Omnibus sei ein guter Dieselmotor." ![]()