Und wieder einmal sind die Kirchen wichtiger als Menschenleben. Oder glauben die immernoch an die Wiederauferstehung? Karfreitag an Corona verrecken, Ostersonntag wieder zum Leben erwachen?
Ist eigentlich bekannt, auf wessen Mist diese Entscheidung gewachsen ist? Bundesregierung oder doch die Länder? Welche?
Deine kirchenfeindliche Ausfälle kannst du dir wirklich sparen, zumal von ganz wenigen Einzelfällen abgesehen, tatsächlich mit großer Disziplin Corona-bedingt religiöse Traditionen eingestellt wurden, wofür es kein vergleichbares Beispiel in Westdeutschland seit Kriegsende gibt. Wenn ich mir dagegen anhören muss, wie eine Vertreterin der Autoindustrie die Alarmglocken läutet*), weil geplant ist, am Gründonnerstag eine Ruhetag einzulegen, dann weiß ich sehr genau, wer hier einmal mehr rücksichtslos und gewissenlos Menschenleben auf's Spiel setzt, um den eigenen Profit zu maximieren.
Und ja, die Christen glauben immer noch an die Wiederauferstehung, denn es ist ein zentraler, wenn nicht der zentrale Glaubensinhalt des Christentums. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Christen das Gejammere des Innenministers gutheißen, der versucht sich selbst zu profilieren, indem er so tut, als sei es eine fatale Fehlentscheidung, dass den christlichen Religionsgemeinschaften empfohlen wurde, auf Ostergottesdienste zu verzichten. Ich sehe das ganz praktisch. Es gibt Menschen denen es sehr wichtig ist an einem realen Gottesdienst wenn auch Corona-bedingt in abgespeckter Form live teilzunehmen. Dabei können durchaus auch persönliche Schicksalsschläge eine Rolle spielen. Die Mehrheit der sonst regelmäßigen Gottesdienstbesucher ist durchaus in der Lage, mit Gottesdienst-Übertragungen im Internet oder im Radio ganz gut zu leben. Zumal Gottesdienst-Radio-Übertragungen bereits seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Glaubensleben vieler Kirchenmitglieder haben.
Und dann gibt es da noch die zahlreichen Kirchenmitglieder, sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken, die ohnehin keinen Sonntagsgottesdienst besuchen, und auch schon vor Corona keinen Gottesdienst besucht haben. Bei den Protestanten sind das vielleicht noch ein paar mehr als bei den Katholiken. In beiden Kirchen sind es in Deutschland deutlich mehr, als die regelmäßigen Gottesdienstbesucher.
Du brauchst also wirklich keine Panik schieben, Gerhart, wenn in einzelnen Kirchen unter Einhaltung von Hygienebestimmungen Oster-Gottesdienste stattfinden sollten, obwohl empfohlen wird, darauf zu verzichten. In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht mal ganz interessant einen zahlenmäßigen Vergleich anzustellen, mit den Leuten, die ihre Mallorca-Reise oder Flugreise sonstwohin in die Welt für unverzichtbar halten.
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""Plötzliche Betriebsstilllegungen sind für eine international vernetzte Wirtschaft nicht darstellbar", warnte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller. "Lackierwerke und Energiezentralen sowie vieles andere mehr können nicht einfach auf Zuruf stillgelegt werden." Ihre Branche erwarte vernünftige und an unternehmerischen Aktivitäten ausgerichtete praktikable Regelungen, die auch rechtssicher umzusetzen seien, sagte Müller."
tagesschau.de vom 24.3.2021 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/kon…ckdown-101.html
Die Formulierung " an unternehmerische Aktivitäten ausgerichtet", ist in Deutschland anscheinend eine Zauberformel, an der alle Bedenken abprallen. Und an "kirchliche Aktivitäten ausgerichtet", wird von vornherein von manchen Beobachtern in einer Art und Weise lächerlich gemacht, wie man es sich nicht traut, wenn es um die Formulierung geht "an unternehmerische Aktivitäten ausgerichtet". ![]()