Um
Was glaubst du Ullie , würde rauskommen, wenn die Bürger Deutschlands bzgl. der Klimapolitik selber abstimmen könnten? Also nicht nur Schwarz/Rot/Grün ankreuzen, sondern eine Art Fragebogen ausfüllen könnten? So nach dem Motto: Wäre eher wichtig, Wäre eher unwichtig, Weiß nicht, usw. Auch nicht an einem einzigem Tag, sondern innerhalb eines Zeitraums, z.B. 6 Monaten. Aber danach wäre das Votum verpflichtend.
Ich persönlich denke, das Thema wäre längst "durch".
Unter anderem um rauszufinden, wie die Menschen auf Vorschläge zu einer echten Verkehrswende reagieren, hatte ich hier im Forum den Thread No Car No Car eröffnet und ein wenig darauf gehofft, dass die in dem gleichnamigen Buch von Salomon Scharffenberg gemachten Vorschläge für eine wirklich nachhaltige Verkehrswende Zustimmung aus dem Kreis von Radfahrer*innen fänden.
Das Ergebnis war ernüchternd.
Eine autofreie Gesellschaft, wie Scharffenberg sie in seinem Buch No Car vorschlägt, können sich selbst hier in einem Radfahrer*innen-Diskussionsforum nur wenige vorstellen.
Im Kern lautet Scharffenbergs These:
"Wir müssen uns klarmachen, dass der auf Privatautos basierende, motorisierte Individualverkehr mangels Ressourcen, mangels Straßen und angesichts neuer bahnbrechender Technologien keine Zukunft hat. Also kommt es darauf an, den Wandel zu gestalten.
Sehen wir nicht zu, wie das Auto verschwindet – schaffen wir es ab!
Entwickeln wir die neuen Möglichkeiten, wie ich sie hier beschreibe, weiter. Setzen wir uns ein Datum. Lassen wir uns gut eine Generation Zeit. Kohleausstieg 2035. Abschaffung des Autos 2045."
Aus einer Leseprobe von Scharffenbergs Buch, "No Car", Seite 39
https://www.oekom.de/_files_media/t…83962381707.pdf
Ich weiß nicht welche Fragen du konkret stellen würdest in dem von dir vorgeschlagenen Fragebogen, Pepschmier.
Aber nach dem was ich in dem Thread No Car so an Beiträgen gelesen habe, und auch dem was ich bei Gesprächen im Bekanntenkreis so erlebe, ist es verdammt schwer, Menschen davon zu überzeugen, dass ein Leben im ländlichen Raum mit ÖPNV statt Auto möglich ist und sogar noch deutlich schöner sein kann, als es jetzt mit Autoverkehr ist.
Und wenn du dir dann noch die Debatte anschaust, die in Hamburg ausgelöst wurde, weil ein Grüner Mandatsträger einem Bebauungsplan zugestimmt hat, der den Bau von Einfamilienhäusern in einem Baugebiet in Hamburg-Nord ausschließt. Dabei ist genau das eine wichtiger und richtiger Beitrag zu einer echten Verkehrswende und eine dringend notwendige Klimaschutz-Maßnahme.
Der Spiegel-Artikel dazu, Traumhaus ade", vom 6.2.2021, trieft geradezu von Häme, Besserwisserei, und bösartiger Polemik:
https://www.spiegel.de/politik/deutsc…00-000175196783
Ich fürchte, Pepschmier, mit der Taktik, man muss den Leuten einfach nur die richtigen Fragen stellen, und dann muss man die Antworten umsetzen, wird es keine nachhaltige Verkehrswende und kein nachhaltiges Klimaschutzgesetz geben.