Beiträge von Ullie

    Was bringt Sie zu dieser Ansicht?

    Sie selbst fahren nicht gerne im Kfz-Verkehr der Stadt bei Tempo 50 km/h. Warum glauben Sie, dass Tempo 60 km/h außerhalb der Stadt angenehmer ist? Bitte einfache Anwort, nicht 12 Seiten abschweifen, wenn möglich.

    Was meinen Sie, warum es innerhalb geschlossener Ortschaften ein generelles Tempolimit von 50 km/h und auf Landstraßen eines von 100 km/h gibt? Es ist gut, dass 1957 Tempo 50 innerorts eingeführt wurde, und auch dass 1975 das Tempolimit 100 auf Landstraßen eingeführt wurde ist gut, zumindest ist beides besser als der anarchische Zustand zuvor.

    Wie hier auf der Rheinstraße gilt in Mainz auf den Hauptverkehrsstraßen ein Tempolimit von 30 km/h.

    Beide Geschwindigkeitsbegrenzungen sind jedoch nicht ausreichend. Tempo 30 innerorts und Tempo 60 außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen sind angemessen.

    Dafür gibt es mehrere sehr gute Gründe. Ihre Frage jedoch, warum ich das eine oder andere mehr oder weniger gerne mache, ist dabei von völlig untergeordneter Bedeutung.

    Ich stelle mal die Gegenfrage: Was halten Sie denn für ein angemessenes Tempolimit innerorts und welches Tempolimit befürworten sie auf Landstraßen? Die Beantwortung dieser Fragen sind neben der Verkehrsbelastung mitentscheidend dafür, wie sinnvoll ein Fahrradweg ist.

    Schon seit mehreren Monaten läuft in Hannover die Veranstaltung Experimentierräume, bei der auch Straßen in der Innenstadt gesperrt werden, um zu zeigen, dass der Straßenraum sinnvoller verwendet werden kann als für Autos, nämlich für Aktionen, als Grünfläche, als Aufenthaltsfläche für den Fuß und Radverkehr usw..
    Heute, am 11.9.2021, ein Tag vor der Kommunalwahl erscheint diese anonyme halbseitige Anzeige in der Lokalzeitung:

    Das Foto zeigt die Raschplatzhochstraße, die im Juli für drei Wochen für den Autoverkehr gesperrt wurde und auf der Freiluft-Theater stattfand.

    Gibt es solche Methoden, mit extrem kostspieligen anonymen Anzeigen die Wahl zu beeinflussen, auch in anderen Landesteilen in Niedersachsen?

    Hier ein Gegenvorschlag:

    Solange es nicht einmal als normal empfunden wird, auf solchen Nebenstraßen mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn zu fahren, wird das nichts mit der Verkehrswende, durch die Radfahrer als gleichwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden, oder sich selbst als gleichwertige Verkehrsteilnehmer betrachten.

    Solange es abgestrebt wird, auch auf kleinen Nebenstraßen Tempo 100 durchzusetzen und die Straßen entsprechend baulich zu ertüchtigen, wird das nichts mit der Verkehrswende. Ist ihre Aussage denn so zu verstehen, dass sie damit zum Ausdruck bringen wollen, die Fahrradfahrer*innen seien ja selbst Schuld, dass es mit der Verkehrswende nicht klappt, weil die Fahrradfahrer*innen mehrheitlich nicht dazu bereit seien, auf der Fahrbahn zu fahren?

    Sie schreiben doch weiter oben selbst:

    In den Köpfen hat sich festgesetzt, dass der Autoverkehr der einzig wichtige und richtige Verkehr ist, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Daraus erwächst die Erwartung, dass man mit dem Auto überall freie Fahrt hat und niemals für andere bremsen muss. Daraus erwächst auch die Erwartung, überall (mindestens) die zul. Höchstgeschwindigkeit ausnutzen zu können, auch wenn das Sichtfahrgebot und die Forderung, einer den Verkehrsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit es in den meisten Fällen nicht zulässt, auf Landstraßen 100km/h schnell zu fahren.

    Warum verlangen Sie dann von den Radfahrenden, die von Ihnen selbst festgestellte gefährliche Verhaltensweise von Autofahrenden zu ignorieren und trotz der daraus resultierenden Gefahren auf der Fahrbahn zufahren? Ich stimme Ihnen ja zu in Ihrer Kritik an schlechten Radwegen, die darüber hinaus durch die Verkehrsführung an Kreuzungen und Einmündungen Radfahrende oft benachteiligen und gefährden.

    Es scheint mir so eine Art Wahl zwischen Pest und Cholera. Was ich nicht verstehe ist, dass Sie das gefährliche Autofahrerverhalten so stoisch hinnehmen:

    Leider werden Verstöße z.B. gegen das Sichtfahrgebot oder der Einhaltung einer angepassten Geschwindigkeit nicht geahndet, sondern haben allenfalls dann Konsequenzen, nachdem etwas passiert ist: Weil erst dann zweifelsfrei erwiesen ist, dass die Geschwindigkeit nicht angepasst war.

    Ich vermute übrigens, dass das Nicht-Einhalten einer angepassten Geschwindigkeit auch dann häufig keine Konsequenzen hat, wenn etwas passiert ist. Dabei könnten pflichtgemäß in allen KFZ verbaute Fahrtenschreiber durchaus Abhilfe schaffen. Und auch die viel zu hoch angesetzten Tempolimits könnten deutlich niedriger angeordnet werden, wenn man dafür die rechtlichen Voraussetzungen beschließt. Und die deutlich niedrigeren Tempolimits könnten technisch durchgesetzt werden.

    Leider habe ich bei Ihren Beiträgen manchmal den Eindruck, dass sie diese Begleitumstände komplett ignorieren und stattdessen sehr einseitig alleine auf das Fahrbahnradeln als "Allheilmittel" abzielen, bzw. der angeblichen "Unlust" vieler Radfahrenden, zu diesem angeblichen "Allheilmittel" für eine gelungene Verkehrswende zu greifen.

    Vermutlich würde sich durch einen garantierten deutlich langsameren KFZ-Verkehr auf vielen Fahrbahnen deutlich mehr Fahrradverkehr einstellen als jetzt. Das sehe ich durchaus als sinnvolle Zukunftsperspektive mit dem Ziel eine echte Verkehrswende herbeizuführen.

    arvoituksellinen Yorkstraße Hannover, geschliffenes Pflaster. Ich habe das mal so genannt, ich weiß nicht wie das wirklich heißt, oder wie es hergestellt wird. Aber es ist tatsächlich deutlich besser befahrbar als Kopfsteinpflaster.

    Hintergrund ist ein Anwohnerstreit, ob aus historischen Gründen das Kopfsteinpflaster bei einer fälligen Erneuerung wieder aufgelegt werden soll oder asphaltiert werden soll. Ich hätte der Kopfsteinpflasterfraktion vorgehalten, dass dann aus historischen Gründen die parkenden Autos alle verschwinden müssen. ^^

    Es gibt die technische Möglichkeit Autos (nicht die Autofahrer, aber die können dann nicht anders) dazu zu bringen, das angeordnete Tempolimits nicht überschritten werden können. Leider bleiben diese Möglichkeiten weitgehend ungenutzt.

    Ferner: Ein so ausgeschilderter Weg [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] ist kein Radweg sondern ein Fußweg, der für den Radverkehr freigegeben ist verbunden mit Auflagen, die für einen Radweg nicht gelten. Warum wollen Sie diese Fußwege umpflügen?

    In ihrem geschilderten Beispiel sind Ihnen zwei KFZ begegnet. Sie sind vermutlich ein gut trainierter Fahrradfahrer, einem Fußgänger, der die Fahrbahn benutzt hätte, anstatt den Fußweg, dem wären rein rechnerisch 8 Fahrzeuge begegnet.

    Sie schreiben auf dem gezeigten Radweg könnte man sowieso nicht nebeneinander mit dem Fahrrad fahren.

    Mag sein, aber man könnte nebeneinander zu Fuß gehen.

    Deshalb kritisiere ich Ihre Forderung solche Wege, wie die auf dem Foto, einfach umzupflügen. Man könnte ja vielleicht einen anderen Belag wählen, der sehr gut zum Gehen geeignet ist, aber nicht so glatt ist, dass er für Fahrradfahrer eine allzu große Verlockung darstellt. Trotzdem werden da vermutlich auch Fahrradfahrer lang fahren, auch dann, wenn da nur [Zeichen 239] ausgeschildert ist. Na und? Das ist doch kein Grund die Fußgängerinfrastruktur zu zerstören. Wollen Sie in den Ortschaften und Städten auch überall die Trottoirs "umpflügen"? Zum Teil wird das ja gemacht, aber dann wird auch ein deutliches Tempolimit angeordnet:

    Reicht Ihnen das als Antwort, was meine Kritik an diesem Mist ist? Besser wäre es, den Weg komplett umzupflügen und dort einen Blühstreifen anzulegen.

    Hier gibt es zahlreiche Straßen mit ähnlich geringem Verkehrsaufkommen, an denen es zum Glück keinen "Radweg" gibt. Dort gibt es folglich auch keine Diskussionen, warum ich ihn nicht benutze.

    Alternative zum "Umpflügen":

    Ich sehe mindestens zwei Probleme:

    Würde man den Weg umpflügen, dann stünde er auch nicht mehr dem Fußverkehr zur Verfügung.

    Und Sie haben noch nichts über die Geschwindigkeiten auf der Landstraße geschrieben. Dort gilt, wenn nicht anders angeordnet Tempo 100 max.

    Auf einer Fahrbahn mit Tempo 100 max. fahre ich sehr ungern mit dem Rad, und gehe auch nur sehr ungern dort zu Fuß.

    Selbst bei geringer Verkehrsbelastung.

    Ich halte es nicht für zielführend, den Autoverkehr dadurch auszubremsen, dass man den Rad- und Fußverkehr auf die Fahrbahnen der Landstraßen verlegt, indem man vorhandene Radverkehrs- und Fußgängerinfrastruktur einfach "umpflügt".

    Als Sofortmaßnahme ist es ja auch möglich, die Nutzungspflicht für den "Radweg" dadurch aufzuheben, dass Fußweg mit Radfahrer frei angeordnet wird. Hier ein Beispiel aus dem Landkreis Schaumburg.

    Wobei man dazu sagen muss, dass die oben auf den Fotos gezeigte Landstraße eigentlich eine Straße innerorts ist, wo eigentlich Tempo 50 gilt, was jedoch leider selten befolgt wird. Ein in der Nähe angebrachte Tempomessstation wurde mutwillig zerstört:

    Ich kam dort zufällig vorbei, als dort ein Bautrupp tätig war. Und ich hatte mit dem Bautrupp gesprochen, der darüber berichtete, dass das ihr Alltagsgeschäft sei, randalierte Tempomessstationen wieder in Gang zu bringen.

    Wie man den Autoverkehr zuverlässig dazu bringen kann, nicht schneller zu fahren als ein angeordnetes Tempolimit es vorgibt, hatte ich andernorts schon angedeutet. Immerhin wird ab 2022 in Neuwagen ein Intelligenter Geschwindigkeitsassistent verbaut sein. Leider in einer Form, die es den Autofahrenden zu leicht macht diese wertvolle Autofahr-Hilfe zu ignorieren.

    Und leider ist auch die Politik nicht bereit, Tempolimits anzuordnen, die zumindest als eine Zwischenetappe mit dem Ziel Verkehrswende erkennbar wären.

    Volle Zustimmung zu Ihrer Kritik an den gefährlichen und häufig zum Nachteil des Radverkehrs (und des Fußverkehrs) gestalteten Kreuzungen! :thumbup:

    Warum sollte man das tun, wenn man vorher mit dem Auto bequem und sicher auf der Fahrbahn fahren kann und mit dem Fahrrad an jeder Kreuzung und Einmündung dieser Buckelpiste damit rechnen muss, über den Haufen gefahren zu werden?

    In Hannover wurde ja erst 2019 ein neuer Bürgermeister gewählt (der alte war zurückgetreten). Aber der Kommunalwahlkampf treibt dennoch bizarre Triebe. CDU-Chef verbietet diesen Radfahrstreifen:

    https://www.google.com/maps/@52.37405…!7i13312!8i6656 Der Link führt zu einer google-streetview Aufnahme von derselben Stelle (Bahnunterführung Schiffgraben), als es dort noch keinen Radfahrstreifen gab. Auf der Fahrbahn durfte man damals auch schon fahren, aber das führte regelmäßig zu wüstem Hupen und Beschimpfungen durch Autofahrer. Das haben sich nicht viele Radfahrer*innen angetan.
    Das berichtet die taz vom 8.6.2021 über Hannover: "Die Straße Schiffgraben wird dort unter den Bahngleisen entlang geführt. Die Unterführung ist eng, laut und dunkel. Vor allem auf der Ostseite hatten Radfahrer bisher die Wahl, entweder mit Fußgängern um den schmalen Gehsteig zu rangeln oder sich auf der Straße von den vorbeirasenden Autos streifen zu lassen.

    Die Stadt Hannover kam deshalb auf die Idee, dem Autoverkehr dort eine Spur zu entziehen und sie, zunächst provisorisch, für den Radverkehr zu reservieren. Es ist eine Maßnahme in einem ganzen Bündel, mit dem die Stadt fahrradfreundlicher gestaltet werden soll. Immerhin ist Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) mit dem Versprechen angetreten, eine Verkehrswende herbeizuführen.

    Im aufgeheizten Kommunal- und Bundestagswahlkampf droht dieses gelb markierte Stückchen Pop-up-Radweg nun allerdings unter die Räder zu kommen. Das CDU-geführte niedersächsische Verkehrsministerium hat sich eingeschaltet und den Rückbau angeordnet. Man glaubt dort, der Radfahrstreifen sei nicht durch die Straßenverkehrsordnung gedeckt, weil es sich nicht um eine ausgewiesene Gefahrenstelle oder einen Unfallschwerpunkt handelt."

    Ministerium verbietet Radweg
    In Hannover hat das CDU-geführte Verkehrsministerium die Stadt angewiesen, einen Pop-up-Radweg zurückzubauen – dabei hält selbst die Polizei diesen für sinnvoll
    taz.de

    Wenn man wissen will, wie es um die Chancen einer echten Verkehrswende bestellt ist, dann genügt es an den Wahlkampfständen diesen unglaublich bizarren Vorgang anzusprechen. Große Begeisterung für Althusmanns Vorgehen gegen diesen Radfahrstreifen bei der CDU. Schließlich wird dem Autoverkehr vom Partei-Oberhäuptling die "geklaute" Fahrspur zurückgegeben. Althusmann ist CDU-Landesvorsitzender und Verkehrsminister in Niedersachsen. Verhaltene Zustimmung bei Teilen der SPD, obwohl die SPD-Ratsfraktion den Radfahrstreifen mit beschlossen hat. Ebenso die FDP. An deren Wahlkampfständen oft auch Feixen, weil man glaubt dem wenig beliebten Oberbürgermeister von der politischen Konkurrenz Schaden zugefügt zu haben.

    Eines ist klar: Eine Verkehrswende kommt nicht irgendwie von selbst. Sie muss erkämpft werden! Die Proteste gegen den Autowahn haben schon einiges in Bewegung gebracht aber es reicht leider noch nicht aus um ein Umdenken herbeizuführen. Viel Erfolg den Menschen in München, die dort gegen die Auto-Wahnsinns-Schau Schau aktiv auf die Straße gehen!

    Wenn man überall eine gute ÖPNV-Anbindung hat, wozu braucht man dann Ladesäulen für Elektro-Autos? Oder Car-Sharing? Selbst das mit den Leihfahrrädern sehe ich eher kritisch.

    Endlich werden die da geparkt, wo sie keine Fußgänger stören. :D

    Mach dir den Spaß und sprich das Thema an Wahlkampfständen an. Es gibt ja gerade viele Gelegenheiten dazu.

    Zunächst mal so ein bisschen die Leute am Wahlkamkpfstand im Unklaren lassen, zum Beispiel: "Was hält ihre Partei eigentlich von Elektrotretrollern?" Dann mal abwarten was kommt, bis früher oder später die "pöööösen" ;) Elektroroller, die überall im Weg rumstehen, Gesprächsgegenstand werden. Kann gut sein, dass sich bis dahin noch andere Passanten eingemischt haben.

    Dann erläutern, dass man darin eigentlich kein Problem sähe, weil man ja regelmäßig die auf dem Fußweg im Weg stehende Elektro-Tretroller auf die Fahrbahn hinstelle zwischen die parkenden Autos, also dort wo auch die anderen Kraftfahrzeuge stehen. Und dass man doch besser gleich dort einige Autostellplätze wegnehmen sollte, um Platz zu schaffen für die Elektro-Tretroller. :saint:

    Der Zwang zum Auto - Markus Barth (steadyhq.com)

    „Zwang durch Unterlassung“, würde ich das nennen: Menschen werden durch eine völlig verkorkste Verkehrspolitik gezwungen Auto zu fahren, weil alles andere einfach maximal kompliziert und teuer ist.

    *edit: Keine Sorge, es ist Markus und nicht Mario!

    Was man noch ergänzen kann zu Barths Buch:
    Unsere Kinder werden in den Schulen dazu angehalten, einen Führerschein zu machen. Sie werden dort von den meisten Lehrern dahingehend belehrt, dass es wichtig und sinnvoll sei, einen Führerschein zu machen. Und schon Grundschulkinder machen einen "Fahrradführerschein". So ein Quatsch, denn es gibt in Wirklichkeit gar keinen Fahrradführerschein.

    Oder hat irgendwer hier im Forum schon mal erlebt, dass er bei einer Polizei-Kontrolle seinen "Fahrradführerschein" vorzeigen musste?

    Es gibt eine ähnliche Aussage wie die von Katja Diehl in dem Buch Totalschaden von Klaus Gietinger:

    Sinngemäß schreibt Gietinger darin unter anderem: Die mit der Wende einhergehende Zunahme der Verkehrsunfällen in den fünf neuen Bundesländern hat in wenigen Monaten weitaus mehr Menschenleben gefordert als es Mauertote gab in den ganzen fast 30 Jahren, die die Mauer stand.

    Hier ein Link zu Gietingers Buch:

    Klaus Gietinger – Totalschaden – Ein Buch vom Westend Verlag
    Klaus Gietinger – Totalschaden: Weitere Informationen, Leseproben, Portofreie Lieferung und vieles mehr – Jetzt bestellen!
    www.westendverlag.de

    Und ein Link zu einer Leseprobe, aus der dieser Ausschnitt stammt:

    "Die Abermillionen Toten mahnen uns. Die Unfalltoten und die, die beim Krieg ums Öl gefallen sind. Und die Milliarden Verletzten, die unzähligen Schwer- und Schwerstverletzten, die dahinsiechen, die Krüppel, die Luftverpesteten und die Hörgeschädigten. Auch deren Angehörige, die psychisch und physisch verarmen und dabei im Glauben leben, dass sie ihre Kinder, ihre Männer, ihre Eltern auf dem Altar der Moderne geopfert haben."

    Am Freitag habe ich mir das Fahrradland Niedersachsen auf dem Weg nach Hangover angeschaut. Hätte ich überall angehalten, um Fotos zu machen, wäre ich vermutlich immer noch nicht da.

    Zum Glück führte meine Route über die Straße, die links wegführt.

    Vielleicht habe ich ihre Kritik ja falsch verstanden. Was also bitte ist genau die Kritik an dem abgebildeten Radweg?

    Dass der Belag völlig ungeeignet ist und dazu noch in einem grottenschlechten Zustand, darüber sind wir uns vermutlich schnell einig.

    Wäre es besser, den Radweg beidseitig als separaten Zweirichtungsradweg anzulegen? Dazu müsst man Genaueres wissen über die Örtlichkeiten.

    Wäre es besser den Radweg ganz zu schließen und der Natur zurückzugeben? Das ist ganz sicher richtig, wenn - ja wenn dort nur wenig Autoverkehr auf der Landstraße stattfindet und ein Tempolimit deutlich unter Hundert gilt. Oder wenn es berechtigte Hinweise gibt, dass im Gegenzug einer Begrünung des Radweges die genannten Bedingungen mit einhergehen.

    Wäre es besser den vorhandenen Radweg deutlich zu verbreitern und mit einem gut befahrbaren Belag zu versehen? Dass hielte ich für sinnvoll wenn dort ein hohes Auto-Verkehrsaufkommen mit hohen Geschwindigkeiten stattfindet, an dem sich absehbar auch nichts ändern wird. Ob ein Ein- oder ein Zwei-Richtungsfahrweg gut ist, hängt letztlich auch davon ab, über welche Streckenabschnitt der sich erstreckt und ob zum Beispiel dauernd kleine Ortschaften passiert werden, wo dann jedes mal ein Seitenwechsel stattfindet.

    Auch die Kreuzungsgestaltungen spielen eine Rolle. Wenn Kreuzungen so gestaltet werden, dass für den Radverkehr eine sichere Geradeausfahrt möglich ist, ohne anhalten zu müssen und abbiegende oder auffahrende Autos wartepflichtig sind gegenüber dem Fahrrad-Geradeausverkehr, dann kann auch ein einseitiger separater Zweirichtungsradweg eine sichere Lösung sein.

    Aber das beste ist natürlich eine Fahrbahn mit wenig Autoverkehr und garantiert langsamen Autoverkehr, nicht schneller als 60 km/h.

    Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Radverkehr auf allen anderen Landstraßen verboten werden soll! Leider ist dieses Verbietenwollen des Radverkehrs auf der Fahrbahn oft der Hintergrund dafür, dass Radwege oder so was wie Radwege angelegt werden und trotz erbarmungswürdig schlechtem Zustand als benutzungspflichtig beschildert werden.

    Ups - ein Fehlläufer!

    Die Vegan-Partei (V-Partei) stellt eindeutig das Verkehrsmittel Fahrrad in den Mittelpunkt eines ihrer Plakate:

    Der ganze Beitrag auf:

    Andere Richtung:

    Hebt das eigentlich die Radwegbenutzungspflicht auf?

    Vermutlich haben die FDP-Wahlkämpfer das Plakat nicht deshalb über das vermutliche Radwegschild gehängt, weil die FDP die Radweg-Benutzungspflicht aufheben will. Schließlich geht es der FDP in der Regel um die Freiheit für Autofahrende, und da sind Fahrradfahrende ;) ein Verkehrshindernis, das auf der Fahrbahn nicht geduldet wird.

    Manchmal frage ich mich, wer hier mehr dem "Schwarz-Weiß-Denken" verhaftet ist. Jemand, der einer 70-jährigen Radfahrerin vorwirft, eine "Wahnweste" zu tragen zum Beispiel?

    Eine daneben stehende Dame (Anfang 70) mit Wahnweste vom örtlichen ADFC-Ortsverband widersprach mir eifrig und betonte, ...

    Bei herrlichem Spätsommer-Wetter endete die Fridays For Future Fahrradsternfahrt am 3.9.2022 auf dem Waterlooplatz in Hannover. Die Teilnehmer*innen kamen aus verschiedenen Teilen Niedersachsens. Auch Stade war vertreten.

    Und wieder waren zahlreiche Plakate dabei, wie die Fotos zeigen:

    Einmal mehr betonte Fridays For Future die Notwendigkeit einer Verkehrswende als wichtigen Bestandteil von Klimagerechtigkeit:

    Wie schon bei zahlreichen vorausgegangenen Veranstaltungen wurde sehr viel Wert darauf gelegt, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten, dazu bot der gewählte Waterlooplatz ausreichend Fläche:

    Jetzt ist sie verwirrt, die Ärmste. Wo doch jeder weiß, dass die Echsenmenschen in den Regierungen sitzen und immer ein Presseteam dabei haben?

    Dann kommt auch noch so ein Fahrrad-Alien daher und behauptet, das Fahrrad sei ein "Verkehrsmittel". Ein männlicher ADFC-ler hätte dir wahrscheinlich reflexartig eine runtergehauen :)

    Auch männliche ADFC-ler hauen keinem eine runter.

    Foto von der Abschlusskundgebung der Fahrradsternfahrt am 2.9.20 auf dem Waterlooplatz.

    Pepschmier, Yeti Es ist eine Sache, sich als gefühlte Speerspitze der Fahrradfahrer-Avantgarde zu gefallen und eine andere im Alltags-Klein-Klein Fahrradfahrer*innen zu organisieren, die insbesondere im ländlichen Raum das Fahrradfahren vielfach als reines Freizeitvergnügen achten und ansonsten vor allem mit dem Auto mobil sind.

    Das merkt man schon sehr deutlich dann, wenn überregionale ADFC-Treffen stattfinden, und zwar an den oft sehr unterschiedlichen Positionen zwischen vielen Teilnehmenden aus dem ländlichen Raum im Gegensatz zu vielen aus der Stadt.

    Aber selbst in einem Stadtteil in dem das Verkehrsmittel Fahrrad sehr stark präsent ist, und in dem ein FDP-Plakat, das für den ungebremsten Autowahn wirbt, nicht unkommentiert bleibt, stehen viel zu viele Autos störend in der Gegend rum.

    Foto aus dem Stadtteil Linden:

    Und sogar bei Treffen von ausgesprochenen Fahrrad-Aktivist*innen ist man manchmal überrascht, wie handzahm der Protest gegen das Verkehrsmittel Auto ausfällt. Yeti, Sie hatten ja schon davon berichtet, dass Sie bei der Fahrradsternfahrt am vergangenen Freitag nach Hannover dabei waren, die auf dem Waterlooplatz endete. Vielleicht ist Ihnen ja auch dieses Transparent aufgefallen, das eine Aktivistin auf der Wiese ausgelegt hatte: Schweinefleisch, bzw. Fleisch allgemein streichen, Verkehrsmittel Flugzeug streichen, Autos streichen (aber nur für Strecken unter 2 km), Wegwerfbecher streichen.

    Demnach hat das Verkehrsmittel Auto also seine Existenzberechtigung schon für eine Strecke von 2,5 km?

    Und auch was das Flugzeug angeht wird auf einem anderen Plakat indirekt für die Weiternutzung dieses Verkehrsmittels geworben, nämlich für Langstreckenflüge (und Mittelstreckenflüge?). Ein sehr liebevoll gestaltetes Protestplakat, befestigt am Fahrrad einer anderen Teilnehmerin.

    (Ironie an);) Wäre ich jetzt FDP'ler, würde ich vielleicht sagen: "Oh alles okay hier. Das Verkehrsmittel Auto soll also die Kurzstreckenflüge ersetzen. Das wird unsere Kampagne zur Verhinderung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen stärken." ;) (Ironie aus)

    Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde es toll, dass so viele bei der Fahrradsternfahrt mitgemacht haben. Und auch die hier gezeigten Plakate sind toll. Und es ist gut, dass solche Veranstaltungen stattfinden. Aber es ist auch wichtig, diesen Protest zu intensivieren und zu konkretisieren. Und dann ist die Gefahr groß, dass viele gute Anliegen sehr stark verwässert werden.

    Und wenn wer versuchen wollte, eine Fahrradsternfahrt zu organisieren, mit der der ersatzlose Rückbau aller Fahrradwege gefordert wird, weil das angeblich besser sei für den Fahrradverkehr, dann hätte er vermutlich nicht nur die ältere Dame aus Mellendorf mit Warnweste nicht mit dabei.

    Ist das eigentlich irgendwie strafbar, ein Ordnungsvergehen oder Ähnliches, wenn man an sein Fahrrad ein Schild befestigt, das kein wirkliches Versicherungsnummernschild ist, aber so aussieht, als wäre es eines.

    Vielleicht ist es ja möglich, damit Autofahrer*innen dahingehend auszutricksen, dass sie meinen ein Speed-Pedelic vor sich zu haben, das ja bekanntlich nicht auf dem Radweg fahren darf. Dann vielleicht noch einen Getränkeflasche-Halter in Form einer Akkuhalterung und das Fahrrad sieht aus wie eines mit eingebautem Rückenwind.

    In Paris gilt Tempo 30 [Zeichen 274.1] und der ADAC (30.8.2021) schäumt. Warum eigentlich?
    Zitat: "In fast ganz Paris gilt jetzt Tempo 30. Wer mit dem Auto in der französischen Hauptstadt unterwegs ist, sollte den Tacho genau im Blick haben. (...)

    Geldbuße schon bei geringen Geschwindigkeitsüberschreitungen ..."

    In Paris gilt Tempo 30
    So teuer sind die Geldbußen für Autofahrer
    www.adac.de

    Heißt im Umkehrschluss: Der ADAC hält es bei Tempo 50 Regelgeschwindigkeit innerorts, wie es in Deutschland gilt, nicht für notwendig, auf den Tacho zu schauen, zumal ja ohnehin keine relevanten Geldbußen drohen. X/

    Vielleicht täte der ADAC besser daran, seinen Mitgliedern zu erläutern, wie ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent funktioniert. Dann braucht der Fahrer auch nicht andauernd auf seine Tacho zu starren und kann dafür besser die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick behalten.

    Wenn man allerdings den "Experten" in den Kommentarspalten des entsprechenden Welt-Artikels vom 30.8.21 Glauben schenken wollte, dann besteht ohnehin keine Gefahr in Paris zu schnell zu fahren:

    "Evelyn M.

    vor 3 Tagen

    Schneller als 30 geht in Paris eh nicht..."

    oder:

    "Manfred R.

    vor 4 Tagen

    Nun ja, in Paris ist schnelleres Fahren bislang aufgrund der Verkehrsdichte eh nur Wunschdenken."

    Paris führt großflächiges Tempolimit von 30 Stundenkilometern ein - WELT
    Bis auf wichtige Verkehrsachsen und die Stadtautobahn sind sämtliche Pariser Straßen von nun an mit einem Tempolimit von 30 Stundenkilometern belegt. Die…
    www.welt.de