Beiträge von Ullie

    "Ich hatte Leute, von denen ich dachte, dass sie völlig rational waren, sofort wütend auf mich, als sie entdeckten, dass ich illegal geparkte Fahrzeuge meldete.", heißt es in dem Bericht.

    Ich befürchte, dass es notwendig ist, eine Organisation aufzubauen, die die Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen so auf den Weg bringt, dass nicht Nachbarschafts-Streitigkeiten die Folge sind.

    Leider bin ich zu wenig bewandert in der Thematik, um diesen Weg konkret benennen zu können. Aber das was der Autor schreibt, geht so gar nicht, denn es ist außerordentlich belastend für ihn. Und es muss doch möglich sein, dass man sich gegen Falschparker verteidigt, und die Schergen der Autofahrerschaft ins Leere laufen zu lassen.

    Ist nicht Off-Topic:

    Weil die Zustände genau so von der Politik gewollt sind.

    Auch im Grünen-Wahlprogramm steht nichts von Verzicht, FDP und Union wollen uns mit vielen neuen E-Autos beglücken und die alten (im besten Fall mit E-Fuels) weiterfahren lassen.

    "Auf dem Weg nach oben wollten die Grünen zwei Fehler nie wieder machen: als Verbotspartei daherkommen und einen Angstwahlkampf führen. Die Forderung nach einem Veggie-Day hatte der Partei 2013 unter den Spit­zen­kan­di­da­t*in­nen Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt die Wahl verhagelt. Jahrelang arbeiteten die Grünen anschließend daran, das Image der Verbotspartei abzuschütteln, nur noch „Angebote“ zu machen und die Freiheit zu betonen."

    Das schreibt die taz in einem Artikel über den Versuch von Annalena Baerbock im vorletzten Kanzler*innen-Triell sich gegen das Label "Verbotspartei" zur Wehr zu setzen.

    Baerbock hatte darauf hingewiesen, dass Verbote Innovationen bewirken können. Für die taz ein schlimmer Fehler, der nach Einschätzung der taz den Grünen Stimmen kosten wird.

    "Doch jetzt sind die Grünen doch wieder in die Falle getappt. Jedes Verbot sei ein Innovationstreiber, sagte Baerbock ..."

    taz vom 16.9.21: "Wahlkampfaussagen der Grünen: In die Verbotsfalle getappt"

    Wahlkampfaussagen der Grünen: In die Verbotsfalle getappt
    Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock betont Verbote, die Partei holt wieder den Angstwahlkampf heraus. Das kommt nicht gut an.
    taz.de

    Aber ist es wirklich so, dass das Wort "Verbot" in einem Wahlkampf nicht vorkommen darf?

    Einen anderen Versuch, das Wort Verbot positiv zu belegen, hatte die Zukunftsforscherin Maja Göpel mit dieser Aussage gestartet:

    "Es ist nie einfach einseitig ein Verbot, sondern es ist immer auch eine Entscheidung für etwas anderes."

    taz: "Maja Göpel im Interview: Verbote können Menschen befreien"

    Maja Göpel im Interview: Verbote können Menschen befreien
    Klimapolitikexpertin Maja Göpel über die Vorstellung, Digitalisierung mache die Welt nachhaltig.
    taz.de

    Ein Verbot von Autos mit einer Motorleistung von mehr als 50 PS zum Beispiel entlastet davon und befreit davon, sich mit den Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannten einen Wettkampf um den Besitz des PS-stärksten Wagens zu liefern, der nicht selten in einen Wettkampf mit 500 PS (und mehr) starken Fahrzeugen mündet.

    Ein generelles Verbot von hohen Geschwindigkeiten auf den Straßen ist ein Entscheidung für mehr Sicherheit im Autoverkehr und für ein entspannteres Fahren.

    Ich denke es sollte möglich sein, auch in der Wahlkampf-Rhetorik das Wort "Verbot" im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Konsumbegrenzung so einzubringen, dass es auf Akzeptanz beim Wähler trifft und vom politischen Gegner nicht demontiert werden kann. Dazu gehört die Einbettung in eine positive Zukunftsvision, die den befreienden Charakter deutlich macht. Und dass Annalena Baerbock auf den innovationstreibenden Faktor von Verboten hinweist, beurteile ich positiver als die taz.

    "Auto first, Mensch second" (Minute 0:16 von 25:13)

    Für Böhmermann steht der Sieger der Bundestagswahl bereits fest:

    "Jetzt schon Wahlsieger: das Auto!"

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    Noch zwei Zitate:

    "Das Auto ist das letzte liberale Bollwerk gegen den gesunden Menschenverstand." (0:55 von 25:13)

    Und noch eins:

    "Ich finde keinen Parkplatz. Sind unsere Städte geschrumpft? Oder vielleicht gibt es in Deutschland zu viele Autofahrer, die nicht ich sind?"

    (2:11 von 23:15)

    Der Führer?

    Aber nein doch, die PARTEI!

    Im Ernst: Wenn die CSU bei den Zweitstimmen wirklich "abkackt", dann werden die bei einem guten Erststimmenergebnis gar nicht groß drunter zu leiden haben.

    Das ist doch sicher ein Stunt Double auf dem Radl, oder?

    Ob Stunt Double oder Original, die Person auf dem Fahrrad trägt einen Fahrradhelm und bei Minute 0:08 trägt die abgebildete Person keinen Helm und hält auch keinen Helm in der Hand. Am Fahrrad hängt auch kein Helm. In Minute 0:20 ist nur der Körper, aber nicht der Kopf im Bild. Und diese Person wiederum hält einen Helm deutlich sichtbar, an den Bändern in der Hand.

    Das Double ein Helmträger. Söder dafür viel zu eitel? Ich fahre zukünftig nur noch mit Fahrradhelm.

    ;) Maximale Abgrenzung von Söder! ;)

    Und das abgebildete Fahrrad kommt mir keinesfalls niemals nie ins Haus. Eh nur so eine Designersch...

    Die rund 200 PS und rund 200 km/h Höchstgeschwindigkeit nutzen der Fahrerin oder dem Fahrer des Hyundai-SUV auch nichts beim Ausparken aus diesem engen Stellplatz am Fahrbahnrand.

    Isa dagegen könnte der Fahrerin oder dem Fahrer zumindest dabei helfen, mit dem Fahrzeug nicht zu schnell zu fahren.

    Der Link von Pepschmier führt zu einem Artikel in dem das Einhalten von Tempolimits mal wieder zur Charakterfrage erklärt wird. Das ist meines Erachtens die falsche Betrachtungsweise.

    Ab 2022 kommt ISA: "2022 schlägt die Stunde für einen großen Schritt: "Einer der spannendsten Aspekte ist der Intelligente Geschwindigkeitsassistent, der den Fahrern hilft, die Tempolimits einzuhalten", sagte der Brite Matthew Baldwin, der bei der EU-Kommission als Koordinator für Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität tätig ist, vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Das Zauberwort heißt ISA, eine Abkürzung für Intelligent Speed Adaption (intelligente Geschwindigkeitsregelung)."

    Quelle: "Sicherer unterwegs: ISA warnt, wenn der Fahrer zu schnell ist" von DETLEF DREWES, 8.8.2020 auf nordbayern.de

    Sicherer unterwegs: ISA warnt, wenn der Fahrer zu schnell ist
    Brüssel - Ab 2022 beginnt in der EU die schrittweise Einführung von Geschwindigkeitsreglern. Lkw und Pkw sollen durch solche Assistenzsysteme sicherer werden.…
    www.nordbayern.de

    Möglicherweise werden zukünftig Artikel über das zu schnelle Fahren nicht so sehr alleine darauf abheben, ob ein Autofahrer "brav" unterwegs ist: "Fahrer der B-Klasse von Mercedes-Benz sind besonders brav unterwegs. B-Klasse-Fahrer haben nur halb so häufig Flensburg-Punkte wie die Kfz-Versicherten im Gesamtschnitt." Zitat aus dem von Pepschmier verlinkten Artikel.

    Leider wird ISA nicht verpflichtend eingeführt. Es wird zwar die Pflicht, dass das Assistenzsystem ab 2022 in Neufahrzeugen im Fahrzeug verbaut sein muss, aber es gibt zumindest vorläufig keine Pflicht, es auch anzuwenden. Zur Begrünung schreibt nordbayern.de: "Ursprünglich war sogar von einer Zwangsbremsung die Rede, doch diesen Plan hat man mit Blick auf dann riskante Überholmanöver aufgegeben. Tatsächlich dürfte die ISA den Fahrer zunächst optisch und akustisch warnen, wenn er zu schnell unterwegs ist – ehe dann die Motorleistung gedrosselt wird."

    Das von nordbayern.de verwendete Wort "Zwangsbremsung" ist irreführend und soll eine vernünftige Diskussion über ISA torpedieren, indem auf schäbige Art und Weise negative Emotionen geweckt werden. Erst im zweiten Satz des Zitates wird korrekt dargestellt, dass ISA keine Zwangsbremsungen ausführt, sondern die Motorleistung so drosselt, dass ein schnelleres Fahren nicht möglich ist. Das ist ganz etwas anderes als eine Zwangsbremsung.

    Würde man die emotionalisierende Betrachtungsweise von Nordbayern.de übernehmen, dann müsste man von jedem Fahrzeug sagen, dass es eine Zwangsbremsung ausführt, nämlich genau an der Stelle, an der die Motorleistung kein weiteres Beschleunigen mehr zulässt. Hat jemand schon mal davon gelesen, dass ein Leichtkraftrad mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h als ein Fahrzeug bezeichnet wird, das mit einer Zwangsbremse ausgestattet ist? Oder wird bei einem Ferrari mit 1000 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h von einer eingebauten "Zwangsbremse gesprochen"?

    Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/fahrbericht/fe…chnische-daten/ In dem verlinkten Artikel lese ich jedenfalls nichts von einer "Zwangsbremse".

    Vielleicht wird bei der Berichterstattung über das Einhalten von Tempolimits zukünftig nicht mehr so sehr über die Charaktereigenschaften der Fahrer bestimmter Automodelle spekuliert, sondern mehr über die Qualität der ISA-Technik. Hilfreich wäre es, wenn diese Technik dann auch konsequent angewendet werden würde, nämlich in der Form, dass sie nicht einfach mal so eben abgeschaltet werden kann.

    So bekloppt wie das Konstrukt CSU auch sein mag. Es wird ja nicht besser dadurch dass sich jetzt der SSW als Nord-CSU profiliert.

    "Liebe Wählerinnen und Wähler,

    der Norden kommt im Bundestag oft zu kurz. Ob beim Straßenbau, der Förderung von Schüler-Notebooks oder bei den Bundeszuschüssen für Krankenhausbehandlung: Immer wieder erleben wir, wie Gelder in große Bundesländern wie Bayern abwandern, während der Norden in die Röhre schaut." Zitat aus SSW-Internetseite:

    Cool, das wäre eine ernsthafte Option. Er hat nämlich bei mir im Wahlomaten gewonnen, mit knapp 60 %. Bin halt Selbstdenker.

    Aber wahrscheinlich treten sie nur in zwischen den Meeren an. Muss ich mich mal schlau machen.

    In Lübeck zum Beispiel ist der SSW auf dem Stimmzettel:

    https://www.luebeck.de/files/rathaus/politik/wahlen/Stimmzettel-BW-2021-MUSTER.pdf

    Auf diesem Hamburger Stimmzettel dagegen nicht:

    https://www.hamburg.de/contentblob/15307188/7cc31fb9ed8ca76316ed8a3d243b9ffa/data/wk-20.pdf

    Ich sehe da "nur" einen Wahlwerbespot mit Söder. Falscher Link?

    Das ist der richtige Link. Wenn ich mir das vorstelle, diesen Wahlwerbefilm für diesen Söder sieht jemand und dann kommt er auf die Idee, dass Leute, die Fahrrad fahren, solche Typen sind, wie d9ieser Söder. X(

    Da kann man nur schwer hoffen, dass keiner auf so eine Idee kommt. Sonst würde ich mir das Fahrradfahren doch noch abgewöhnen. ;(

    Wer sich das Fahrradfahren endlich abgewöhnen will, für den habe ich hier einen brandheißen Link:

    Aber Vorsicht: Wer auch morgen gerne noch stolz erhobenen Hauptes Fahrradfahren will, der sollte besser nicht diesen Link anklicken.

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    Mir ergeht und erging es auch häufiger umgekehrt: Ich mag den Direktkandidaten und seine konreten Ziele für meinen Wahlkreis, will aber eigentlich die Partei nicht wählen; weiß aber, dass der Kandidat meiner Wunschpartei aus bestimmten Gründen chancenlos ist.

    Ging mir gerade aktuell wieder so; habe bereits gewählt.

    Das ist allerdings kein Problem. Wenn du zum Beispiel in Hannover im Wahlkreis Hannover Stadt II wählst, dann kannst du meinetwegen den grünen Direktkandidaten Sven Christian Kindler mit deiner Erststimme wählen, aber du musst deshalb doch nicht die Grünen wählen, sondern kannst irgendeine andere Partei mit deiner Zweitstimme wählen. Oder du könntest Diana Rieck-Vogt von den Christdemokraten wählen, aber mit der für die Partei entscheidenden Zweitstimme die SPD wählen. Mit wie vielen Abgeordneten eine Partei im Parlament vertreten ist, wird mit der Zweitstimme entschieden. Link zum Musterstimmzettel auf der Seite hannover.de für Hannover Stadt II:

    https://www.hannover.de/content/download/867749/file/Stimmzettel%20Bundestagswahl_42%20-%20Druckvorlage%20MUSTER.pdf

    Die Spuren lassen auf eine äußerst gefährliche "Irrfahrt" schließen.

    Am Aegidientorplatz in Hannover ist den Spuren zu Folge ein Auto zuerst über den Radweg und dann den Gehweg gerast. Dabei hat der Fahrer zuerst das Radwegschild krumm gefahren (1. Bild) und am Ende seiner etwa 20 m weiten Irrfahrt hat der Fahrer den Laternenmast kaputt gefahren. (2. Bild) Der kaputte Laternenmast ist auf dem 1. Bild hinten rechts neben der Litfaßsäule zu erkennen.

    Merkwürdig. Bei der Suche nach einer Schilderung des schlimmen Unfalls habe ich keine Berichte gefunden. Weder mit den Suchworten, Unfall, Aegidientorplatz, noch mit Laternenmast, Radweg, noch mit Amokfahrt Aegi. Die Suche hatte ich jeweils zeitlich auf August, September 2021 eingegrenzt. Ist ein solcher schwerer Unfall, bei denen das Laben von Fahrradfahrern und Fußgängern gefährdet war, keine Meldung wert?

    Warum ist Ihnen Schrittgeschwindigkeit auf der Fahrbahn zu langsam, Sie wären aber bereit Ihr Rad über die Betonabsperrung zu heben um dann mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg zu fahren? Sie würden doch Schrittgeschwindigkeit fahren, oder? Nicht Fußgänger über den Haufen rasen?

    Schrittgeschwindigkeit mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn fahren, eingeklemmt zwischen Stoßstangen, ist nicht mein Ding. Auf der Hauptstätter Straße würde ich im Falle eines Staus mein Fahrrad auf dem Fußweg schieben, nicht fahren, wie bereits in meinem Beitrag geschrieben. Und zu Fuß auf dem Fußweg wäre ich immer noch schneller, als wenn ich im Autostau mit dem Fahrrad feststeckte.

    Wenn dort der Fußweg für den Fahrradverkehr freigegeben wäre [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] , würde ich im Falle eines Staus auf der Fahrbahn auf dem Gehweg auch mit dem Fahrrad fahren, so wie es vorgesehen ist.

    Hier noch mal das Zitat aus meinem Beitrag:

    Solche Straßen, wie die Hauptstätter Straße in Stuttgart, sind auch mit Tempo 40 und selbst mit Tempo 30 nicht für den Radverkehr geeignet, so lange es ein so hohes Verkehrsaufkommen gibt, dass ich als Fahrradfahrer dort kaum eine Chance habe vorwärts zu kommen, wenn sich der Autoverkehr mal wieder staut. Ich halte es jedenfalls für zu gefährlich, sich zwischen den stauenden Autos hindurch zu schlängeln. Dann müsste ich absteigen, das Rad über die Betonmauer hieven und dann das Rad schiebend mienen Weg als Fußgänger fortsetzen.

    Warum mit dem Fahrrad in Schrittgeschwindigkeit, im Stop and Go auf der Fahrbahn rumzuckeln, wenn es zu Fuß auf dem Fußweg schneller vorangeht?

    Das nichts dagegen spricht da auf der Fahrbahn zu fahren. Im Gegensatz zur Gehwegnutzung für Radfahrer, das wäre absolut inakzeptabel.

    Die Straße ist auf 40km/h limitiert, ist 2 spurig pro Fahrtrichtung und bei dem Verkehrsaufkommen, das mkossmann verlnkt hat, wirds da 2-3h am Tag sowieso nur mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts gehen.

    Nervig ist mit Sicherheit Lärm und Abgas, aber da nutzt es auch nix, wenn man die Radler auf einen eigenen Streifen sperrt. Dagegen würde nur weniger Verkehr helfen und das ist in BW eher nicht zu erwarten.

    BW und Stuttgart sind übrigens exzellente Beispiele, warum eine Bundesregierung unter oder mit Grünen fürs Klima und für Radler sehr viel weniger bringen wird, als sie einem gerne glauben machen wollen.

    Einer der schönsten Radwege in Niedersachsen: Popup-Radweg an der Hildesheimer Straße in Laatzen.

    Solche Straßen, wie die Hauptstätter Straße in Stuttgart, sind auch mit Tempo 40 und selbst mit Tempo 30 nicht für den Radverkehr geeignet, so lange es ein so hohes Verkehrsaufkommen gibt, dass ich als Fahrradfahrer dort kaum eine Chance habe vorwärts zu kommen, wenn sich der Autoverkehr mal wieder staut. Ich halte es jedenfalls für zu gefährlich, sich zwischen den stauenden Autos hindurch zu schlängeln. Dann müsste ich absteigen, das Rad über die Betonmauer hieven und dann das Rad schiebend mienen Weg als Fußgänger fortsetzen. Und sie schreiben ja selbst, dass es dort vermutlich mehrere Stunden am Tag nur in Schrittgeschwindigkeit vorangeht.

    "Dagegen würde nur weniger Verkehr helfen.", schreiben Sie und machen umgehend die Grünen mit dafür verantwortlich, dass es noch nicht so weit sei, dass dort weniger Verkehr herrscht. Dabei vergessen sie allerdings, dass die Grünen, wo sie Regierungsverantwortung haben oder hatten, in der Regel diese mit anderen Parteien teilten, die ungebremst am Autowahn festhalten. Auch der ehemalige grüne Stuttgarter Oberbürgermeister war an Ratsmehrheiten gebunden.

    In Laatzen (Region Hannover) wurde auf der Hildesheimer Straße eine von zwei Fahrspuren je Richtung zu einem Radfahrstreifen umgewandelt. (siehe Foto oben) Die Maßnahme war vor allem bei Autofahrern nicht unumstritten. Ich hoffe sehr, dass sie dauerhaft Bestand haben wird und dazu beiträgt, das Autoaufkommen zu reduzieren.

    Radfahrer MÜSSEN die Fahrbahn benutzen! Zumindest in der gezeigten Situation.

    Die Aufschrift auf dem Schild heißt ja:


    Fahrradpiktogramm und dann kommt "dürfen Fahrbahn benutzen".

    [image='27876','large'][/image]

    Also:

    Fahrradfahrende dürfen Fahrbahn benutzen.

    Und das Schild richtet sich an Autofahrende, die Leute anhupen oder Schlimmeres, die auf der Fahrbahn mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ich denke nicht, dass Fahrradfahrende daraus ableiten, dass sie die Wahl haben, ob sie den Bürgersteig oder die Fahrbahn benutzen.

    Immerhin machen Sie mal einen Unterschied zwischen Stadt und Land.

    Na Sie sind mir ein Schelm: Immerhin mache ich mal einen Unterschied zwischen Stadt und Land, sagen Sie. Den habe ich in dieser Diskussion von Anfang an gemacht und den Unterschied mache ich auch in anderen Diskussionen. Wer den Unterschied nicht gemacht hat, das ist Nbgradler:

    (...) Wenn Ihnen in der Stadt 50 km/h zu hoch sind, und Sie sich außerorts auf einer Landstraße mit Tempolimit 100 km/h nicht wohl fühlen, warum glauben Sie dann, dass außerorts 60 km/h für Sie angenehmer sind?

    Also vereinfacht: Warum ist für Sie als Radler auf einer Fahrbahn 50 km/h zu schnell aber 60 km/h in Ordnung?

    Wenn Sie schreiben, dass nichts gegen das Befahren der abgebildeten Fahrbahn spricht, was meinen Sie damit?

    Ich wüsste jetzt nicht, was gegen das befahren der Fahrbahn in Stuttgart spricht, es gibt jeweils 2 Fahrspuren pro Richtung, ein überholen von Radfahrern ist also recht einfach. Ganz sicher würde ich dort nicht auf dem Gehweg fahren wollen.

    Interessant wäre ob die Wände dem Denkmalschutz dienen, oder tatsächlich die Fußgänger schützend drangsalieren wollen.

    Meinen Sie damit, dass sie das für eine wünschenswerte oder akzeptable Verkehrsinfrastruktur halten, die auch Fahrradfahrer-freundlich gestaltet ist, oder meinen Sie dann damit, dass sie dort mit dem Fahrrad notgedrungen langfahren würden, obwohl die Straße besser und angenehmer für den Fahrradverkehr gestaltet werden könnte?

    Hier noch mal das Foto von der Hauptstätter Straße:

    Was man auf dem Foto nicht sieht, das ist der Lärm, der Gestank und die Hitze. Es steht da kein einziger Baum in der Straße, der etwas Kühlung und Linderung bringen könnte. Dass Fußgänger vor allem als Störfaktoren behandelt werden, haben Sie ja selbst schon geschrieben. Die Verkehrswegegestaltung in der Hauptstätter Straße, aber auch in vielen anderen Straßen in Stuttgart dokumentiert eine jahrzehntelange Fehlentwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Und heute noch wird diese krasse Fehlplanung damit gerechtfertigt, dass die Landbevölkerung ja faktisch keine andere Möglichkeit habe in die Stadt zu gelangen als mit dem Auto. Deshalb werde ich nicht müde, den massiven Ausbau des ÖPNV im ländlichen Raum einzufordern und auch mit solchen Maßnahmen zu flankieren, die Autofahrende oft entrüstet zurückweisen, weil sie sich dadurch persönlich benachteiligt sehen. In Diskussionen gipfelt das oft in der Bemerkung: "Ja Ihr in der Stadt habt leicht reden, ihr habt Busse und Bahnen und viele Ziele könnt ihr mit dem Fahrrad erreichen. Bei und auf dem Land dagegen fährt nur zweimal am Tag ein Bus und für das Fahrrad sind viele Strecken zu weit." Das ist ja vordergründig gesehen scheinbar erst mal richtig, aber es ist gleichzeitig eine faule Ausrede für's Nichtstun, die dazu führt, dass nichts dafür getan wird, die ÖPNV-Situation auf dem Land entscheidend zu verbessern.

    Ein ausgezeichneter ÖPNV ist auch auf dem Land möglich, allerdings sind dort größere Widerstände zu überwinden und es schlägt der Idee mehr Skepsis entgegen, als in der Stadt. So gesehen haben Sie einerseits recht, wenn Sie behaupten, ich würde zwischen Stadt und Land keinen Unterschied machen. Andererseits sehe ich durchaus diese im ländlichen Raum stärker ausgeprägte Skepsis gegenüber gemeinschaftlich genutzten Verkehrsmitteln wie Omnibusse und Bahnen. Aber auch die Skepsis gegenüber dem Verkehrsmittel Fahrrad ist im ländlichen Raum ausgeprägter.

    Das Problem bei solchen Schildern ist: Bei den Verkehrsteilnehmern entsteht der falsche Eindruck, das Benutzen der Fahrbahn sei für den Radverkehr nur ausnahmsweise einmal an dieser Stelle erlaubt. An anderen Stellen müsse der Fahrradverkehr den Fußweg benutzen. Trotzdem kann ein solches Schild temporär eingesetzt durchaus Sinn machen.

    In Kronshagen bei Kiel gibt es einen neuen Schutzstreifen.

    Den man aber nicht benutzen darf hihi

    Man müsste lediglich das blaue Schild, getrennter Rad und Fußweg, abmontieren und das hier [Zusatzzeichen 1000-33] aufhängen. Dann ist der Radwegteil des ehemals getrennten hochbordgeführten Rad-und Fußwegs ein Angebotsradweg und der dürfte vom Fahrradverkehr weiter benutzt werden, außerdem darf aber auch der Schutzstreifen benutzt werden.

    Das hielte ich für die nutzerfreundlichste Lösung, zumindest zunächst.

    Müsste ein holländisches Kreuzungsdesign nicht so aussehen:

    Die markanten Haifischzähne fehlen völlig auf der google-streetview-Aufnahme. Und vermutlich ist das Verkehrsaufkommen und die Bedeutung der Straße zu gering für Radwege und ein holländisches Kreuzungsdesign.

    warum würdest du außerorts auf der Fahrbahn fahren, wenn dort KFZ mit max. 60km/h fahren dürfen, wenn du das [Fahrbahnfahren] innerorts ablehnst, wo KFZ mit max. 50km/h fahren dürfen?

    Wo ist der Unterschied?

    Zwischen innerorts und außerorts gibt es wesentliche Unterschiede. Das kann man doch auch an den Fotos sehr gut sehen.

    Hier ein weiterer Vergleich:

    Das Bild zeigt die Hauptstätter Straße in Stuttgart.

    Da gibt es keinen Radweg. Es darf auf der Fahrbahn gefahren werden, kein "Blauschild" zwingt Radfahrende dazu, irgendeine Form von Radverkehrsinfrastruktur zu benutzen. Es gibt dort keinerlei Radverkehrsinfrastruktur. Es gilt Tempo 40 statt der sonst üblichen Tempo 50 max. innerorts. Aber ich möchte dort nicht mit dem Fahrrad fahren. Ich möchte, dass dort die absurden Betonwände abgebaut werden, die zusammen mit den Hauswänden einen Schlauch bilden, den die Fußgänger zu nutzen gezwungen werden, so dass ihnen das Queren der Straße an einer beliebigen Stelle fast unmöglich gemacht wird. Hier der streetview-Link von der selben Stelle wie auf dem Foto:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    In jede Richtung könnte ein breiter Radfahrstreifen angelegt werden, das Tempo auf der Fahrbahn auf 30 km/h begrenzt werden. Dafür müsste nur eine Fahrspur je Richtung zurück gebaut werden. Die Fahrgeschwindigkeit könnte automatisch durch ein entsprechendes in den Fahrzeugen eingebautes Assistenzsystem begrenzt werden. Denn auch auf so einer Straße wäre dann immer noch sehr dichter Autoverkehr, und das ist für mich bereits ein hinreichender Grund dafür, einen Radfahrstreifen oder auch einen Hochbordradweg gut zu heißen. Auch dann wenn dort Tempo 30 angeordnet ist und durch zuverlässige Maßnahmen hinreichend sicher gestellt ist, dass auch nur Tempo 30 max. gefahren wird.

    Und hier noch mal eines von Yetis Bildern von seiner Niedersachsentour von Stade nach Hannover (und nicht nach Hangover!):

    Nach Yetis Beschreibung ist der gezeigte Streifen mit den Radweg-Schäden als benutzungspflichtiger Rad- und Fußweg ausgeschildert. Aber auch wenn auf der Fahrbahn an dieser Stelle anscheinend ein Strecken-70 gilt, ich würde dort 60 fordern und zwar durchgehend und dann hielte ich die Fahrt auf der Fahrbahn für hinreichend sicher. Schließlich ist die Fahrbahn dort anscheinend gut einsehbar. Und es gibt kaum Ablenkung, da ohnehin nur wenige andere Verkehrsteilnehmer vorhanden sind. dDas angeordnete Strecken 70 und die im Hintergrund erkennbaren Gebäude deuten allerdings auf eine Einmündung oder Werkszufahrt hin. Dort wäre dann auch Tempo 60 max. zu schnell. Vermutlich würde ich dort mit dem Fahrrad die Fahrbahn nutzen, wenn es möglich ist. Das wäre ordnungsgemäß möglich, wenn der gezeigte schadhafte Weg mit [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] ausgeschildert wäre. Auf dem Zusatzschild unter dem von Yeti fotografierten Achtung-Schild [Zeichen 101] müsste dann stehen: "Fußwegschäden".

    Also vereinfacht: Warum ist für Sie als Radler auf einer Fahrbahn 50 km/h zu schnell aber 60 km/h in Ordnung?

    Ein so gut trainierter Fahrradfahrer bin ich nicht, dass ich 50 km/h oder 60 km/h schnell mit dem Fahrrad fahren könnte. Das bring ich nicht, vielleicht sind Sie da ja besser konstituiert? Dann möchte ich Sie aber bitten, die 50 oder 60 km/h nicht in einer Tempo 30 zu fahren.

    Warum gibt es innerorts ein generelles Tempolimit von max. 50 km/h, während außerorts oft schneller gefahren werden darf? Hier die Antwort aus einem Artikel in der SZ: "Gegen den Widerstand des ADAC und vieler Experten führten Bundestag und Bundesrat zum 1. September 1957 das Tempolimit wieder ein* - innerorts galten fortan 50 km/h. (...) Die letzte europäische Bastion ohne jegliches Tempolimit ist die britische Isle of Man. (...) Angesichts dramatischer Unfallzahlen denken aber inzwischen auch die letzten Verteidiger der "freien Fahrt für freie Bürger" über ein Tempolimit nach." [* Hinweis: Vor 1957 gab es mehrere Jahre lang kein Tempolimit in Deutschland, weder innerorts noch außerhalb geschlossener Ortschaften.] https://www.sueddeutsche.de/auto/50-jahre-…unders-1.764156

    Vereinfacht gesagt: Das Tempolimit von 50 km/h innerorts wurde eingeführt, um die Straßen sicherer zu machen. Dieselbe Begründung wurde übrigens auch von der Pariser Stadtregierung für die Maßnahme angegeben, dass generell Tempo 30 maximal auf den Straßen von Paris gefahren werden darf.

    Es ist schade, dass nicht auch in Deutschland Tempo 30 generell als Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften gilt.

    Außerdem wollten Sie wissen, warum ich Tempo 60 außerhalb geschlossener Ortschaften für eine ausreichend niedrige Höchstgeschwindigkeit halte. Dazu ein Zitat aus einem Deutsche Welle Beitrag: "Bis 1972 konnte außerhalb geschlossener Ortschaften in der Bundesrepublik unbegrenzt schnell gefahren werden. Um Unfälle zu vermeiden, wurde nach mehrjährigen Versuchen die Geschwindigkeit auf 100 km/h begrenzt." https://www.dw.com/de/damals-temp…Fen/av-17133385 Es hat also ein Viertel Jahrhundert gedauert, bis zusätzlich zu dem generellen Tempolimit innerorts ein generelles Tempolimit auf Landstraßen dazu kam. Und das war doppelt so hoch. Immer noch viel zu hoch. Ich fordere an der Stelle Tempo 60, im Nachbarland Frankreich beispielsweise gilt Tempo 80 als generelle Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen. Aber Ihre Frage war ja, warum außerhalb ein höheres Tempo für Fahrzeuge möglich sein soll, als innerorts. Immerhin schätzte man die Unfallgefahr auf Landstraßen in Deutschland 25 Jahre lang für so gering ein, dass man gar kein generelles Tempolimit anordnete.

    Ein wichtiger Grund ist, dass außerhalb geschlossener Ortschaften in der Regel der Straßenverlauf übersichtlicher und geradliniger ist. Ein anderer wichtiger Grund ist, dass deutlich geringere Fußgängeraufkommen. Auf der Glockseestraße (Foto) gilt Tempo 30. Eine plötzlich zwischen den parkenden Autos hervorlaufende Person hätte selbst dann noch eine reelle Überlebenschance, wenn ein Autofahrer diese Person ungebremst anfahren würde. Die Chancen (für beide!) so zu reagieren, dass es erst gar nicht zu einem Zusammenstoß kommt, sind bei Tempo 30 deutlich besser, als bei Tempo 50. Das gilt vor allem dann, wenn der Autofahrer aufgrund des Gefahrenschildes "Achtung Kinder" noch einmal deutlich seine Geschwindigkeit rechtzeitig auf unter 30 km/h reduziert, so wie es vorgeschrieben ist.

    Bei der Landstraße, die Yeti fotografiert hat, sehe ich keine Gefahr, dass plötzlich eine Person auf die Fahrbahn tritt:

    Und wenn ein Fahrradfahrer die Fahrbahn benutzt, dann ist es für den Fahrradfahrer sicherer, wenn der Autofahrer aufgrund einer niedrigen Höchstgeschwindigkeit mehr Zeit zum Reagieren hat, zum Beispiel wenn er nur 60 fährt. Bei Tempo 100 ist dagegen deutlich weniger Zeit zum Reagieren und bei Tempo 100 hat das Fahrzeug einen deutlich längeren Bremsweg (z. B. interessant, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug kein Überholen erlaubt). Ein Autofahrer, der auf einen Fahrradfahrer von hinten zufährt, bemerkt diesen möglicherweise später als ein großes Fahrzeug, das auf der Gegenspur den beiden entgegenkommt.