Beiträge von Ullie

    Der geschützte Radweg auf der Göttinger Landstraße zwischen Hemmingen und Arnum wurde erst vor wenigen Monaten eingerichtet. Jetzt sieht es dort so aus:

    Wo sind all die Baken hin?

    Das Hannoversche Wochenblatt berichtete dazu:

    "Bike Lane zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld
    Im ersten Quartal 2025 soll die rund 500 Meter lange Verbindung zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld beleuchtet werden. Die große Lösung von vor etwa zwei Jahren ist neuerdings vom Tisch – zu teuer. Ursprünglich sollten zwei komplett neue und von der Straße mit einem Hochbord getrennte Radwege gebaut werden. Aus Kostengründen wird jetzt jedoch der Radweg auf der östlichen Seite einfach in der bestehenden Form belassen und auf der westlichen Seite eine sogenannte Protected Bike Lane angelegt. Dabei handelt es sich um einen speziellen Streifen für Radfahrer und Radfahrerinnen, der durch eine durchgehende Linie von der Fahrbahn getrennt ist."

    https://epaper.wochenblaetter.de/epaper/article/14/48665

    Das Ding ist also laut Wochenblatt eine Art Billiglösung.

    Und es kam, wie es leider vorhersehbar war: Mehrere Schutz-Klötze, mit rund 20 cm langen Schrauben befestigt, wurden zu Klump gefahren bzw. gemeinsam mit mindestens einem Dutzend von den kleinen Baken in den Straßengraben gerammt. Einiges davon liegt noch am Straßenrand:

    Auf der Straße gilt Tempo 50! Das wird allerdings nach meiner Beobachtung nicht eingehalten und nicht kontrolliert. Wenn ich mir das Zerstörungswerk so anschaue, dann halte ich einen Verzicht auf Fahrradwege und dafür Fahrbahnradeln für keine gute Alternative.

    Ich habe einen ähnlichen Beitrag in dem Thread "Krumme Verkehrszeichenträger" geschrieben. Bitte über diese "protected bikeline" lieber hier weiter diskutieren.

    Die Stelle auf streetview, noch ohne "protected bikeline":

    Es ist ärgerlich, aber verständlich, wenn Fahrradfahrer*innen durch ein solches Zerstörungswerk der Autofahrerschaft verunsichert werden und viele davon die Segel streichen und das Fahrrad stehen lassen. Freilich ist es auch ärgerlich, wenn zur Herstellung von ausreichend breiten Radwegen Bäume gerodet werden müssen. Und dann wird damit ja auch die Raserei der Autofahrer heraufbeschwört, wenn links und rechts der Fahrbahn noch ein breiter Grünstreifen und jeweils noch Rad- und Fußwege sind. Das ist so eine Art Gegenteil von Win-Win-Situation. Gewinnen tun dagegen immer nur die Raser in ihren fetten Blechbüchsen.

    Welch übles Zerstörungswerk der Autoverkehr immer wieder anrichtet, stellt er nicht zuletzt an den zahlreichen zerstörten Verkehrseinrichtungen unter Beweis:

    Dieser geschützte Radweg auf der Göttinger Landstraße zwischen Hemmingen und Arnum wurde erst vor wenigen Monaten eingerichtet. An anderer Stelle hatte ich im Forum darüber berichtet: Protected Bike Line von Hemmingen Westerfeld nach Arnum

    Das Hannoversche Wochenblatt berichtete dazu:

    "Bike Lane zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld
    Im ersten Quartal 2025 soll die rund 500 Meter lange Verbindung zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld beleuchtet werden. Die große Lösung von vor etwa zwei Jahren ist neuerdings vom Tisch – zu teuer. Ursprünglich sollten zwei komplett neue und von der Straße mit einem Hochbord getrennte Radwege gebaut werden. Aus Kostengründen wird jetzt jedoch der Radweg auf der östlichen Seite einfach in der bestehenden Form belassen und auf der westlichen Seite eine sogenannte Protected Bike Lane angelegt. Dabei handelt es sich um einen speziellen Streifen für Radfahrer und Radfahrerinnen, der durch eine durchgehende Linie von der Fahrbahn getrennt ist."

    https://epaper.wochenblaetter.de/epaper/article/14/48665

    Das Ding ist also laut Wochenblatt eine Art Billiglösung.

    Und es kam, wie es leider vorhersehbar war: Mehrere Schutz-Klötze, mit rund 20 cm langen Schrauben befestigt, wurden zu Klump gefahren bzw. gemeinsam mit mindestens einem Dutzend von den kleinen Baken in den Straßengraben gerammt. Einiges davon liegt noch am Straßenrand.

    Auf der Straße gilt Tempo 50! Das wird allerdings nach meiner Beobachtung nicht eingehalten und nicht kontrolliert. Wenn ich mir das Zerstörungswerk so anschaue, dann halte ich einen Verzicht auf Fahrradwege und dafür Fahrbahnradeln für keine gute Alternative.

    Ich werde einen ähnlichen Beitrag auch noch in den anderen, oben verlinkten Thread schreiben. Bitte dann dort weiter diskutieren.

    Die Stelle auf streetview, noch ohne "protected bikeline":

    Das Foto links habe ich bereits im Juli 2024 aufgenommen, das Foto rechts rund ein Jahr später (aus der Gegenrichtung, also in Richtung Wilkenburg fotografiert):

    An der Absicherung der Abbruchkante und an der Lage der Steinsäule hat sich nichts geändert.

    Das ist sehr unerfreulich. Zumal die Steinsäule wohl einige Schrammen von den Mähwerkzeugen abbekommen hat, mit denen der Bewuchs neben dem Fußweg getrimmt wurde.

    Wie historisch wertvoll der Grenzstein ist, kann ich leider nicht beurteilen. Ganz bestimmt ist er nicht aus dem Mittelalter, auch wenn eine von Zinnen gekrönte Mauer mit Türmen und Tor erkennbar ist, das Stadtwappen von Hannover. Auf jeden Fall ist es schade, dass der Grenzstein einfach so daliegt und vor sich hin rottet.

    Gibt es am Ende Zuständigkeitsstreitigkeiten? Stadt Hannover, Stadt Hemmingen, Region Hannover? Muss ich wohl an alle schreiben.

    Und dann gibt es hier in der Gegen diesen neuen Trend. Ist das deutschlandweit jetzt so? Bei Radwegschäden werden diese markiert. Gesehen in Bonn, Köln und Düsseldorf:

    Ob es da einen Trend gibt, weiß ich nicht, aber in Hannover ist mir auch schon aufgefallen, dass im Vorfeld von Bauarbeiten solche Markierungen angebracht werden. Vermutlich werden die Schäden dann auch fotografiert, so wie du es auch gemacht hast, und mit den Markierungen auf dem Asphalt findet man die Schäden auf dem Foto besser wieder. Und die beauftragten Baufirmen wissen dann genauer, wo was zu tun ist. Vermutlich machen die dann noch ein "Nachher-Foto".

    https://www.zeit.de/mobilitaet/202…ssenverkehr-app

    :rolleyes:...

    Aber gut, der Autor hat im übrigen Artikel auch an anderen Stellen so eine Probleme. Wenn er bspw. davon schreibt, dass die App den eingeatmeten Feinstaub "misst". ||

    Umweltspur in Wiesbaden:

    "Besonders unangenehm ist, wenn es keinen Radweg gibt und man sich die Straße mit Autos und Bussen teilen muss. Das erhöht nicht nur das Unfallrisiko: Gerade Busse hüllen nachfolgende Radfahrer mit Abgaswolken ein." Zitat aus dem Zeit-Artikel

    Das mit den angeblichen Abgaswolken ist besonders auch deshalb so krass, weil ich in Wiesbaden die Erfahrung gemacht habe, dass eine gemeinsame Umweltspur für Busse und Fahrräder ganz gut funktionieren kann:

    Und auch in Wiesbaden kommen zunehmend Elektrobusse zum Einsatz. Aber selbst die Dieselbusse neuerer Generation sind keine Dreckschleudern mehr.

    Die wirklichen Dreckschleudern sind die Autofahrer, die sich zu fein dafür sind oder irgendwelche anderen billigen Ausreden dafür haben, nicht den Bus (oder das Rad) zu benutzen. Und die außerdem auch noch darauf pochen, um jeden Preis am Verbrennungsmotor festhalten zu wollen.:cursing:

    In der Busspur mitfahren funktioniert nach meiner Erfahrung, bei meinem Fahrrad-Tempo (eher gemächlich) deshalb gut, weil sich automatisch ein Rhythmus einstellt, der so funktioniert, dass ich den Bus an der Haltestelle erreiche, kurz bevor der Bus zur nächsten Haltestelle startet. Weil der Bus schneller ist, als ich mit dem Rad, wächst der Abstand, der dann wieder zusammenschrumpft, wenn der Bus an der nächsten Haltestelle hält. Bevor ich dort jedoch selbst ankomme, fährt der Bus schon wieder von der Haltestelle ab.

    Trampolin ... Das ist der Moment, wo man nachschaut, ob "post..." in der URL vorkommt ...8|

    Ich hatte bei einem Geburtstags-Grillfest ebenfalls die Trampolin-Story beim Small-Talk aufgeschnappt.

    Demnach habe das Fahrzeug den Jungen, der auf dem Trampolin sprang "volle Kanne" erwischt und anschließend sei das Fahrzeug von dem Trampolin aufs Dach katapultiert worden. X/

    Dazu dieses Zitat: "Kleinere Gartentrampoline haben oft eine Belastungsgrenze von etwa 100 bis 120 kg, während größere und stabilere Modelle bis zu 150 kg oder mehr tragen können. Hochwertige Fitness-Trampoline, die speziell für intensives Training entwickelt wurden, können sogar Gewichte von über 180 kg aushalten." https://hop-sport.de/blog/trampolin-gewicht

    Mir scheint, diese Geschichte hat die "Qualität" in das Buch "Die Spinne in der Yucca-Palme" aufgenommen zu werden, eine "Sammlung von Sagen aus der modernen Welt".

    https://cdn-assetservice.ecom-api.beck-shop.de/productattachment/readingsample/14878057/33333921_leseprobe%20die%20spinne%20in%20der%20yucca-palme.pdf

    Darüber sollte jedoch nicht das schreckliche Ereignis vergessen werden, dass der Junge, der von dem Autofahrer getroffen wurde, in Lebensgefahr schwebt: "Der Siebenjährige schwebt in Lebensgefahr."

    Schneise der Verwüstung: Auto rast durch Garten und schießt in Dach einer Scheune
    Der Wagen blieb in drei Meter Höhe stecken. Zuvor hatte das Auto einen Siebenjährigen lebensgefährlich verletzt.
    www.tagesschau.de

    Bedauerlich, dass die tagesschau an der Stelle ähnlich berichtet wie ein Boulevard-Blättchen.

    Ist das jetzt Mut oder Leichtsinn an diesem Fahrradständer mit dem Fahrrad zu parken?

    Das Foto zeigt: Nicht nur Fahrradfahrende, sondern auch Fahrradständer sind im hohen Maße vulnerable Verkehrsteilnehmende.

    X( Statt Autostellplätze zu Fahrradstellplätzen zu machen, geschah hier das Umgekehrte.X(

    Möglicherweise ist der Video vor allem an die Zielgruppe Autofahrer*innen gerichtet. Und da macht es natürlich einerseits Sinn, den Eindruck zuerwecken, als sei es selbstverständlich, dass Fahrradfahrer*innen sich stets innerhalb der "Schutz"-Streifenmarkierung bewegen. Sonst kommen die noch auf die Idee zu sagen, Fahrradfahrer*innen sind selber Schuld, wenn sie gegen eine sich öffenende Autotür fahren, sie hätten ja den "Schutz"-Streifen nicht benutzen müssen.

    Andererseits muss natürlich auch deutlich werden, dass Autofahrer nicht davon ausgehen können, dass Fahrradfahrer so weit rechts fahren, dass sie jeden noch so schmalen "Schutz"-Streifen mitnehmen.

    Ein No-Win-Dilemma?

    Ich halte dagegen langfristig den Tür-Assistenten für eine Erfindung, die zur Pflicht für jedes Fahrzeug werden muss. Und zwar in der Form, die an allen Türen eingebaut ist und die Tür für einen kurzen Moment blockiert, wenn sich ein Fahrzeug oder eine Person nähert.

    Leider habe ich erst kürzlich wieder mit dem Fahrer eines Tesla gesprochen, der den eingebauten Türöffnungsassitenten nichtzv zu schätzen weiß und abgeschaltet hat. Er möchte nicht, dass es immerzu irgendwo piept. Da hab ich ihm empfohlen besser kein Auto zu fahren. Das viele Piepen zeige schließlich an, wie gefährlich Auts sind.

    Weil ich befürchte, dass viele Autofahrer, den Türöffnungsassistenten nicht zu schätzen wissen, muss er Pflicht werden. Nur auf den holländischen Griff hinzuweisen ist zu wenig.

    Und wenn dann auf dem Radweg die Pedelec-Fraktion locker mit 25kmh dahindüst, was machen machen da die vielen Fahrradfahrer*innen, wenn die nicht mit den Pedelecs tempomäßig mithalten können? :|

    Wenn's gut läuft, wechseln die auf die Fahrbahn, weil die die schnellen Pedelecfahrer auf den Fahrrasdwegen nicht mögen und sich sagen: Auf der Fahrbahn fahren zwar auch schnelle Fahrzeuge, aber da ist mehr Platz als auf dem Radweg. Ich fürchte es wird weniger gut laufen und einige stellen das Fahrradfahren nach und nach ein.

    Eigentlich bedeutet der Satz: „Häufig müssen sich KFZ die Fahrbahn mit radelnden Bodenlurchen teilen. KFZ müssten dann eigentlich ihre Geschwindigkeit anpassen. Das ist absolut unzumutbar, und die durch Radverkehr unvermeidlich provozierten riskanten Kurzschlusshandlungen haben daher unser vollstes Verständnis.“

    Ich vermute dagegen folgendes: Viele Fahrradfahrer*innen möchten nicht mit den KFZ tempomäßig mithalten können, fühlen sich aber auf der Fahrbahn genau dazu verpflichtet. Das ist keineswegs ein abwegiger Gedanke, schließlich ist es auch "normal", den langsameren Fußverkehr von der Fahrbahn (und den Radwegen) zu verdammen. Und dann gibt es da noch die nur für PKW's vorgehaltenen Kraftfahrtstraßen und Autobahnen.

    Es ist ja so, dass selbst in vielen Verkehrsberuhigten Bereichen, wo Autofahrer ganz eindeutig zur Tempo-Drosselung verpflichtet sind, hupen, wenn sie an einem Fußgänger vorbei wollen. Oder drängelnde Autofahrer in Fahrradstraßen, die ja leider sehr oft für KFZ oder zumindest Anlieger KFZ freigegeben sind. Wer ein schnelles Fahrzeug fährt, der meint oft, entsprechend das Privileg zu haben, dass andere ihm Platz machen. Und sich gegen diese Anspruchshaltung zur Wehr zu setzen, ist nicht jedermanns Ding. Deshalb habe ich ja auch viel Sympathie für das Fahrbahn-Fahrradfahren. Aber gleichzeitig auch Verständnis dafür, dass sich viele dieser Herausforderung nicht stellen wollen.

    Und deshalb fordere ich ja immer wieder, den privaten KFZ-Verkehr komplett infrage zu stellen!

    Es stehen 2 Leihroller, 1 Motorrad und mind. 50 Fahrräder im Bild. Gut, ein Großteil von letzteren offensichtlich auf Radabstellplätzen.

    Aber die Roller sind natürlich das Problem, sieht man eindeutig.

    Darauf habe ich allerdings ausdrücklich hingewiesen:

    Foto: Werden auch in Hannover immer wieder zu einem Hindernis zu Fußgänger*innen aufgebaut: E-Tretroller auf Bürgersteig. Aber auch andere Zweiräder, darunter ein Krad beeinträchtigen hier den Fußverkehr. Links in Richtung Supermarkteingang, rechts in Gegenrichtung.

    Hier ist allerdings der E-Scooter-Thread. Trotzdem vielen Dank für die Anregung, für die falsch parkenden Motorräder gibt es ja noch einen Extra-Thread.

    Von den vielen Fahrrädern stehen tatsächlich die meisten an Fahrradbügeln, also den dafür vorgesehenen Stellplätzen. Allerdings sind auch hier mehr Fahrräder als Fahrradbügel auf dem Gehweg. Und es kommt vergleichsweise häufiger vor, dass die E-Tretroller ohne Rücksicht auf Fußweg-Flächen abgestellt werden, wo viele Menschen lang gehen. Ich erklär' mir das so: Viele E-Tretroller-Fahrer fühlen sich auf ihrem KFZ wie ein Fußgänger. Und sie glauben möglicherweise, dass dort, wo sie ihre "Schnell und Bequem-Gehhilfe" (die sehen ihr Fahrzeug ja nicht als KFZ an) abstellen, nur wenige Minuten später ein anderer Fußgänger vorbeikommt, der damit weiter fahren will. Die stellen ihr Leihgerät nicht absichtlich in den Weg, um andere zu beeinträchtigen, sondern sie stellen es für den nächsten E-Roller-Nutzer genau an die Stelle, wo der am bequemsten aufsteigen und damit weiterfahren kann.

    "Roller von Plattformen dürften nicht mehr ohne Weiteres auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone abgestellt werden, sondern nur E-Scooter in Privatbesitz.", heißt es in dem von Baghira verlinkten Spiegel-Artikel.

    Foto: Werden auch in Hannover immer wieder zu einem Hindernis zu Fußgänger*innen aufgebaut: E-Tretroller auf Bürgersteig. Aber auch andere Zweiräder, darunter ein Krad beeinträchtigen hier den Fußverkehr. Links in Richtung Supermarkteingang, rechts in Gegenrichtung.

    Hat denn das Verbot von Leih-E-Tretrollern in anderen Städten wie Paris dazu geführt, dass dort der Absatz von E-Tretrollern angestiegen ist? Oder ist das Benutzen des E-Tretrollers in größerem Umfang mit dem Vorhandensein eines Verleihbetriebes verbunden. Werden die E-Tretroller nur dann zur Plage, wenn sie leihweise zu haben sind?

    udoline Der Satz heißt: "Häufig muss man sich die Fahrbahn mit dem schnelleren Autoverkehr teilen..." Ich weiß nicht, was du daran so anstößig findest. Ich finde es deshalb anstößig, weil vom ADFC nicht sehr viel deutlicherer gefordert wird, den "schnelleren Autoverkehr" auszubremsen und zu reduzieren. Stattdessen sollen die Fahrradfahrer*innen ausweichen. Und das kann's letztlich nicht sein.

    ja, danke ADFC... :rolleyes:

    geliefert, was zu erwarten war.

    Ich bin auch nicht so recht glücklich über die Pressemeldung. Obwohl ich ja hier eher dazu neige, ADFC-Positionen zu verteidigen.

    Es fehlt die Bereitschaft, über den Tag hinaus zu denken. Oder zumindest ist davon zu wenig erkennbar.

    Hat das damit zu tun, dass im ADFC selbst zu viele Autofahrer sind, die nicht bereit, sind in irgendeiner Form zurückzustecken?

    Es fehlt aber auch an konsequenten Überlegungen in dem Text. Man gewinnt als kritischer Leser den Anschein, es besteht eine starke Angst, eine Angriffsfläche zu bieten, möglicherweise bewusst missverstanden zu werden, und dann Opfer einer Hasskampagne zu werden. (Ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man sich zum Beispiel die Hetzjagd gegen die Grünen wegen des Heizungsgesetzes erinnert.)

    Besonders offensichtlich wird es an dieser Stelle: "Häufig muss man sich die Fahrbahn mit dem schnelleren Autoverkehr teilen..." Ja, das ist so und das wird sich auf vielen Strecken auch nicht so schnell ändern lassen. Selbst in Hannover, das an vielen Straßen Fahrradwege hat, ist es so, dass es auch viele Straßen gibt, auf denen zusätzlich zum Fahrradverkehr und Autoverkehr stattfindet. Und der Autoverkehr ist oft deutlich schneller unterwegs, und zwar erlaubt und obendrauf noch ein bisschen schneller im Graubereich. Das wird sich durch die Anlage von separaten Fahrradwege nicht ändern. In den meisten Fällen würde es ausreichen, stattdessen den Autoverkehr zu verlangsamen und zahlenmäßig deutlich zu reduzieren.

    Der Autoverkehr wird in einem sehr hohen Maß privilegiert in Deutschland. Besonders im Hinblick auf das fehlende generelle Tempolimit auf Autobahnen und das schnelle Fahren auf Landstraßen muss man sagen, in Deutschland stärker noch als in vielen anderen Ländern. Es reicht aber nicht aus, niedrigere Tempolimits zu fordern, der ganz persönliche motorisierte Verkehr wäre ja immer noch deutlich schneller unterwegs, als der Fahrradverkehr. Der Zugang zum Auto muss erschwert werden, und viele Privilegien der Autofahrenden müssen gestrichen werden.

    Maßgeblich muss der ÖPNV werden. Im Verkehrsverbund von Fußverkehr, Fahrradverkehr und ÖPNV liegt die Zukunft, Fahrradwege können an bestimmten Stellen hilfreich sein, aber mit dem Bau von zusätzlichen Fahrradwegen alleine ist keine Verkehrswende zu bewirken.

    Als ADFC-Sprecher*in ist es nicht immer möglich, das alles in einzelnen Statements zu Einzelthemen durchblicken zu lassen, aber ein bisschen mehr grundsätzliche Überlegungen dürfen schon durchschimmern.

    In diesem Bereich ist die Zweirichtungsanordnung aufgehoben worden. Aber weiter westlich, wo sich jemand beklagte, dass ein Fahrrad aus der falschen Richtung gekommen sei, gibt es sie noch.

    In einem Straßenbereich mit einer so hohen Dominanz des Autoverkehrs wie im Beispiel, mit 4 Fahrspuren auf denen sehr viele Autos sehr schnell fahren und sichere und schnelle Querungsmöglichkeiten fehlen, ist es gerechtfertigt, dass auf beiden Seiten die Fahrradwege in beider Richtungen frei gegeben werden.

    In dieser Quelle wird 2,50 m als Mindestbreite für Zweirichtungsradwege genannt.

    https://www.fgsv-verlag.de/pub/media/pdf/284_Gwiasda_P_Radverkehr_an_inneroertlichen_Hauptverkehrsstrassen.pdf

    Aber selbst wenn man 3 m breite Radwege hat, dann ist das im Staßenquerschnitt immer noch deutlich weniger als die 4 Fahrspuren auf der Fahrbahn. An mehreren Stellen im Beispiel gibt es außerdem zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrspuren und einem breiten Mittelstreifen.

    Viel besser wäre es natürlich, je eine Fahrspur zu einem Fahrradweg zu machen und die Bürgersteige zu verbreitern, bzw. Platz für Straßenbäume zu schaffen. Wenn dann noch ausreichend Querungsmöglichkeiten entstehen, dann gibt es keinen Grund mehr für Zweirichtungsfahrradwege. Und am Fahrbahnrand parkende Autos oder Parkstände am Fahrbahnrand dürfte es ohnehin nicht geben.

    Ich würde E-Scooter lieber heute als morgen verbieten. Sie sind m.E. eine Landplage, egal ob sie fahren, stehen oder liegen.

    Aber: Die Regeln sind auch denkbar unübersichtlich und teilweise unsinnig.

    Ich muss gestehen, ich habe das so nicht kommen sehen. Und ich hätte als Gegenmittel nur einen Vorschlag, der nur schwer vermittelbar ist: Es wurde von Beginn an übersehen, dass es sich bei E-Tretrollern um KFZ handelt, die in einem viel stärkeren Maße reguliert (!) werden müssen, als das bei uns der Fall ist. Nicht nur die E-Tretroller, auch andere KFZ. Warum zum Beispiel wird es in unserer Gesellschaft hingenommen, dass einzelne Personen einfach so, weil sie Spaß daran haben, PKW lenken dürfen, die deutlich mehr PS haben, als ein Linien-Omnibus?

    Und diese Fahrzeugbesitzer dürfen als Privatpersonen, ohne dass dafür eine wirkliche Notwendigkeit besteht, mit ihren Fahrzeugen deutlich schneller fahren als Linien-Omnibusse. Auf Landstraßen z. B. Tempo 100. (Ein Linien-Omnibus darf nur Tempo 80 fahren. Wenn der Linien-Omnibus allerdings so gut ausgelastet ist, dass Fahrgäste stehen, dann darf er nur 60 km/h fahren. Tempo 60 max. auf Landstraßen gilt auch für schwere LKW.) Und bei uns in Deutschland gilt als Zielvorgabe für den Landstraßenbau und die Erneuerung von Landstraßen, dass dort Tempo 100 gefahren werden können soll. :( Komplett ohne Not. Es gibt dafür keine Notwendigkeit!

    Die Möglichkeit einen E-Tretroller zu "dimmen", so dass er nicht schneller als 20 km/h fahren kann, macht ihn nicht zu einem Fahrrad, das mit Pedalieren angetrieben werden muss. Für mich ein ausreichender Grund dass man diese KFZ nie hätte zulassen dürfen.

    Einen Artikel in sehr alarmierendem Ton hat Fuss e.V. veröffentlicht, in dem Fuss e.V. beklagt, das E-Roller und Fahrräder in einem höheren Maß gleich gestellt werden sollen, als das bisher der Fall war:

    Verkehrsminister hetzt E-Scooter auf Fußgänger - FUSS e.V.
    Der neue Verkehrsminister Schnieder attackiert Deutschlands Fußgänger: E-Scooter sollen künftig auf einem Großteil ihrer Wege fahren dürfen. Und sie bekommen…
    www.fuss-ev.de

    Ich kann einerseits den Unmut gut verstehen, der in dem Artikel lauthals durchklingt. Aber andererseits ist es so, befürchte ich, dass es ein Fehler war, der sich nicht mehr gut machen lässt, dass man überhaupt zugelassen hat, dass reine Kraftfahrzeuge, auch wenn es kleine KFZ sind wie E-Roller, im öffentlichen Straßenverkehr erlaubt wurden.

    Ich musste auf dieser "Regelverstöße"-Seite auch schon, ich sach' ma', "korrigierend eingreifen":

    "Der gemeldete Regelverstoß "Fahren in falscher Fahrtrichtung" ist keiner, denn im Krohnstieg sind beide Hochborde als benutzungspflichtige Zweirichtungs-Rad- und Gehwege ausgeschildert. Der Fehler liegt also bei der Behörde."

    Ich habe mir vorgenommen, dort Dinge einzutragen, die von den Behörden versaut wurden, wie eben beidseitige Zweirichtungs-Radwege oder andere unsägliche Verkehrsführungen.

    Ist das die Stelle mit den Zweirichtungs-Fahrradwegen beidseitig?

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    www.google.com

    Hier auf mapillary kann man sehen, dass es auf beiden Seiten jeweils ein Zweirichtungsradweg ist: Richtung Poppenbüttel

    Mapillary

    Gegenrichtung:

    Mapillary

    Was genau willst du da jetzt bei Regelverstoesse.de eintragen? Dass die Verkehrsbehörde zuwenige Schilder aufgestellt hat, die deutlich machen, dass es sich um Zweirichtungsradwege handelt auf den beiden Seiten der Straße mit Mittelstreifen zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen mit je zwei Fahrspuren?

    Oder meinst du, die Verkehrsbehörden hätten keine Zweirichtungsradwege ausschildern dürfen?