Beiträge von Ullie

    Sorry, damit meinte ich alles, was heute tagtäglich an notwendigen Personentransporten anfällt, egal mit welchem Transportmittel. Das muss bewältigt werden, man kanns ja nicht einfach abstellen (geänderte Siedlungspolitik hat doch Auswirkungen bestenfalls in Jahrzehnten?).

    Es ist wichtig, alles gleichzeitig anzugehen, sonst passiert gar nix. Geänderte Siedlungspolitik ist ein wichtiger Baustein. Aber was erleben wir gerade? Viele sprechen davon, dass die Corona-Lockdown-Phasen angeblich gezeigt hätten, dass mit online-Web-Konferenzen viel mehr zu wuppen sei, als man bisher vermutet habe.

    Und schon jubilieren einige, dass damit ja auch wieder die Automobilität an erster Stelle stehen darf und der ÖPNV ganz eingestellt werden könne, weil man ja nur noch hin und wieder mal sein Haus verlassen müsse aber die meiste zeit online arbeite. Quasi: Weniger Autofahrerei kommt von ganz alleine und müsse nicht "herbeigezwungen" werden.

    Manche sehen schon die neue Stadtflucht, ganz viele wollen angeblich wieder auf dem Land wohnen und können das auch umweltverträglich und ohne lange Arbeitswege in Kauf nehmen zu müssen, weil der Weg ins Büro geht einmal über'n Flur.

    Wollen wir das überhaupt? Stimmt das überhaupt? Für alle? Für wenige? Für wie lange?

    Zum Südschnellweg-Umbau schreibt die taz vom 26.10.2020: "Der geplante Umbau beruht auf der Prognose, dass das Verkehrsaufkommen künftig steigen wird. Diese Prognose stammt aus dem Jahr 2016 und zählte für das damalige Vorjahr knapp 44.000 Fahrzeuge, die pro Tag die Straße befuhren. 2030 sollen es 55.000 Fahrzeuge sein – ein Anstieg um mehr als 20 Prozent."

    Hannovers Straßenplanung ohne Fahrräder: Autos über alles
    In der niedersächsischen Landeshauptstadt soll der viel befahrene Südschnellweg neu gebaut werden. Das wird noch mehr Autoverkehr ermöglichen.
    taz.de

    Ich bringe das mal in Beziehung mit diesem Foto, das ich neulich beim Sonntagsspaziergang aufgenommen habe:

    Die Leinebrücke ist eine der Brücken, die vom Umbau betroffen ist. Der Leinebrückenabschnitt ist ca. 100 m lang.

    Bei 50.000 Fahrzeugen täglich entspricht das eine Kilometer-Tagesleistung von 100 m x 50.000 = 5000 km

    Dazu dieser Artikel aus der Rheinzeitung vom 21.12.21

    "Rund 120 Gramm Mikroplastik aus Reifenabrieb erzeugt ein Pkw auf 1.000 Kilometern."

    Das heißt, jeden Tag werden im Durchschnitt 600 g Mikroplastik (5x120g) ins Leine-Wasser gespült. Mehr als 4 kg die Woche oder 200 kg im Jahr!

    Auf den Abschnitten des Südschnellweges, die auf dem Damm aufliegen, versickert das kontaminierte Wasser direkt in den Erdboden.

    In dem taz-Artikel über die Pariser Bürgermeisterin heißt es: "Man könnte sagen, sie hat die richtige Ansprache gefunden. Zwar holte Hidalgo vor ihrer Wiederwahl 2020 den bekanntesten französischen Klimaforscher Jean Jouzel in ihr Team, sie ist überzeugt davon, dass die steigenden Temperaturen Paris unbewohnbar machen könnten; aber darüber redet sie nicht, auch nicht von CO2-Emissionen, nicht von Unfällen und dem Widersinn spritfressender Geländewagen auf asphaltierten Stadtstraßen. Nein, die sozialistische Bürgermeisterin von Paris spricht über die Lungen von Schulkindern, darüber, dass SUVs aufgrund ihrer Größe Erstklässler übersehen könnten, über Asthma an Autobahnen. Aus »gesundheitlichen Gründen« soll die Hauptstadt bald nur noch für Fußgänger und Radfahrer attraktiv sein.

    Interessant ist, dass in Paris es offensichtlich möglich ist, dass die Argumente zum Gesundheitsschutz vor Autoabgasen (Lungen von Schulkindern, Asthma an Autobahnen) erfolgreich eingesetzt werden können, um den Autoverkehr zu reduzieren, während in vielen Städten in Deutschland diese Gesundheits-Argumente in Sachen Atemluft okkupiert wurden von den Befürwortern der uneingeschränkten MIV-Mobilität mit Elektroauto-Autos.

    Die Notwendigkeit der täglichen "Menschentransporte" ist gegeben und lässt sich nicht verändern. Wieviel ÖPNV und Fahrrad man dafür braucht, wird seit jeher unter der Nebenbedingung errechnet, dass möglichst viele Autos gleichzeitig auf den deutschen Straßen sind. Je mehr, desto besser. Das ist eine strikte Vorgabe des Wirtschaftsministeriums.

    Lässt sich doch verändern. "Menschentransporte", womit du vermutlich die Autofahrerei mit einschließt, würde ich allerdings als MIV-Mobilität ersetzen wollen. Durch die Reduzierung der MIV-Mobilität werden Freiräume entstehen, die für einen verbesserten ÖPNV und mehr Fuß- und Radverkehr nutzbar sind.

    "Verkehrswende" bedeutet momentan: "gleichzeitige Maximierung aller Verkehrsmittel, aber auf keinen Fall eine Reduktion des MIV". Bei gleichbleibenen Ausgangsbedingungen bedeutet das: Es passiert gar nix. Und genau das sehen wir.

    Der Vorwurf ist gerechtfertigt, aber auch ein wenig überspitzt, denn es gibt Beispiele für eine gelungene oftmals leider nur eine halbwegs gelungene Verkehrswende. Es wird einfach zu wenig getan für eine Verkehrswende, und das was getan wird, geschieht oft zu langsam und unzureichend.

    Allerdings ist die Gesetzgebung in anderen Ländern oft auch nicht besser oder viel besser.

    In Frankreich gilt zum Beispiel ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen und ein Tempolimit von 80 auf Landstraßen. Letztlich sind das keine Maßnahmen, die eine Verkehrswende einläuten. Im Gegenteil. Die niedrigeren Tempolimits begünstigen noch den Autoverkehr, weil die vorhandenen Straßen so noch stärker ausgelastet werden können.

    Trotzdem gab es in Frankreich einen extrem irrationalen Protest gegen Tempo 80 auf Landstraßen, so dass die Regierung eingeknickt ist und den lokalen Verkehrsverwaltungen die Möglichkeit eingeräumt hat, stattdessen auch Tempo 90 zu gestatten, wenn die Straße zwei Fahrspuren je Richtung aufweist.

    "Ich glaube, dass der Radweg oder der Seitenstreifen der sicherste und am besten geeignete Ort ist, wenn UNTER ZEHN Meilen pro Stunde gefahren wird. Bei den niedrigeren Geschwindigkeiten haben Sie Zeit, die Bremsen zu betätigen, wenn Sie eine Tür bekommen und wahrscheinlich Trümmer sehen können, bevor sie Sie erreichen, und Sie behindern den Verkehr nicht. Jedoch, höher als 10, insbesondere wenn mehr als 14 mph, dann müssen die Fahrer Sie als VERKEHR akzeptieren." Dieses Zitat aus dem Link deutet darauf hin, dass der Autor für eine Radverkehrsinfrastruktur plädiert für Fahrradfahrer, die im Bereich um die 10 mph (entspricht 16 km/h) unterwegs sind.

    Das ist der Bereich, mit dem man mit einem Fahrrad als regelmäßiger Fahrradfahrer fährt. (Nicht als jemand, der es mit sportlichen Ambitionen betreibt.) Und es ist vor allem der Bereich, in dem die vielen Menschen Fahrrad fahren würden, die zur Zeit noch nicht oder nur selten oder sehr selten mit dem Fahrrad mobil sind. So gesehen ist der Artikel ein Plädoyer für den Radwegebau, weil damit mehr Menschen zum Fahrradfahren bewegt werden können.

    In dem Artikel heißt es auch: "... insbesondere wenn mehr als 14 mph, dann müssen die Fahrer (gemeint sind Autofahrer) Sie als VERKEHR akzeptieren." Das ist eine nicht ganz unproblematische Aussage, denn sie könnte auch von der anderen Seite aus betrachtet werden und würde dann bedeuten: "Fahrradverkehr unter 14 mph (das sind ca. 23 km/ muss nicht als "VERKEHR" akzeptiert werden und darf deshalb weggehupt werden, bzw. ist auf Radwege zu verbannen.

    Hinweis: Yetis Link hat mich auf die offensichtlich automatische deutsche Übersetzung geführt. Aber so weit ich das englische Original verstanden habe, sind die zitierten Inhalte im Wesentlichen richtig übersetzt.

    Die wichtigste Frage bleibt unbeantwortet: Warum eigentlich hat ein Auto, in dem nur ein einziges Manschgerl sitzt, mehr Platzanspruch als ein Fahrrad?

    In dem von Yeti dankenswerterweise verlinkten Spiegelartikel heißt es: "»Unser Verkehrsrecht ist von gestern – das Auto steht an erster Stelle, alle anderen Verkehrsarten sind marginalisiert«, sagte ADFC-Bundesgeschäftsführerin Ann-Kathrin Schneider. »Diese Unwucht passt nicht mehr in unsere Zeit.« Deutschland hinke im internationalen Vergleich hinterher."

    Abkehr von E-Fuels: Verkehrsminister Wissing warnt vor Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor
    Volker Wissing verlässt überraschend die Linie seiner Partei: Der FDP-Minister setzt nun auch voll auf batterieelektrische Pkw und erteilt E-Fuels eine Absage.…
    www.spiegel.de

    Aber was genau ist denn nun die Position des ADFC? Und welche Punkte in der Verkehrsrechtssprechung anderer Länder sind es, die in Deutschland von gestern sind?

    Dazu ein Beispiel ebenfalls von dieser Woche aus Hannover, aus der HAZ vom 10.1.2022:

    ADFC verärgert: Zwischen Hannover und Hemmingen fehlen 50 Zentimeter für Radweg
    Monatelang ist die Wülfeler Straße zwischen Hannover und Hemmingen saniert worden – einen separaten Radweg gibt es nun aber immer noch nicht, weil der Weg…
    www.haz.de

    "ADFC verärgert: Zwischen Hannover und Hemmingen fehlen 50 Zentimeter für Radweg

    Monatelang ist die Wülfeler Straße zwischen Hannover und Hemmingen saniert worden – einen separaten Radweg gibt es nun aber immer noch nicht, weil der Weg neben der Straße zu schmal ist. Der Fahrradclub ADFC ist entsetzt – die Landesstraßenbehörde spricht hingegen von einer guten Lösung."

    ADFC verärgert: Zwischen Hannover und Hemmingen fehlen 50 Zentimeter für Radweg
    Monatelang ist die Wülfeler Straße zwischen Hannover und Hemmingen saniert worden – einen separaten Radweg gibt es nun aber immer noch nicht, weil der Weg…
    www.haz.de

    Leider ist der gesamte Artikel hinter einer Bezahlschranke, deshalb diese Kurzzusammenfassung:

    Dem ADFC ist der Radweg zu schmal. Es ist ein Zwei-Richtungsradweg auf der von Hannover aus gesehenen rechten Seite der Fahrbahn.

    googlestreetview:

    Google Maps
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    googlesatellit:

    Dieselbe Stelle auf GoogleSatellit zeigt bereits den renovierten Zustand des Fußweges mit Radverkehrsfreigabe:

    Google Maps
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    "Nach Einschätzung von Annette Teuber vom ADFC hat dieses Vorgehen System. Der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr fehle es beim Radwegebau an Geld und Personal. Deshalb würden solche Lösungen wie bei Wilkenburg bevorzugt. „Bei einem ganz neuen Radweg dürften sie das so nicht umsetzen. Aber wenn sie in der bisherigen Breite der Straße bleiben, können sie das so machen. Da gibt es eine Klausel.“" (aus demselben Artikel)

    Die Straßenbaubehörde, hier Frau Fundheller, dagegen argumentiert damit, dass ein breiterer Radweg das ganze Bauvorhaben um Jahre verlängert hätte, weil Landschaftsschutzgebiet, private Grundstücke etc. dem im Wege gestanden hätte.

    „Vor dem Hintergrund des Straßenzustandes und der Risiken, die ein solches Planrechtsverfahren birgt, wurde hier zugunsten einer schnellen planerischen und baulichen Realisierung auf eine solche Planung verzichtet“, berichtet Fundheller. Im Ergebnis stehe „eine gut für Fußgänger und Radfahrende nutzbare Nebenanlage zur Verfügung“. Das Land verweist auch darauf, dass diese für Radfahrer „nicht benutzungspflichtig“ sei. Diese dürften also auch auf der Straße fahren.

    Interessant sind ja immer die Dinge, die nicht angesprochen werden in einer solchen Berichterstattung:

    In diesem Fall zum Beispiel:

    Warum, keine Komplettsperrung für privaten KFZ-Verkehr, Freigabe nur für ÖPNV und Versorgungsfahrzeuge sowie betriebliche Zwecke wie Handwerker oder Lieferverkehr mit Sondererlaubnis sowie Fahrradverkehr? Dabei Tempobegrenzung auf eine niedrige Höchstgeschwindigkeit, so dass Fußverkehr und Radverkehr auf der Fahrbahn stattfinden kann. Dann hätte man den Nebenweg ganz der Natur zurückgeben können.

    Oder: Tempobegrenzung, weil mit Fahrradverkehr auf der Fahrbahn im hohen Maße zu rechnen ist, weil die Fahrradfahrer*innen den Fußverkehr nicht stören wollen.

    Oder: Wie hätte der vom ADFC gewünschte breitere Zweirichtungsradweg denn ausgeschildert werden sollen? Die geltende Rechtsprechung hätte den Autolobby-Verband ADAC garantiert dazu veranlasst zu fordern, dass eine Benutzungspflicht anzuordnen sei. Und dass auf der Fahrbahn kein niedrigeres Tempolimit angeordnet wird, als die ohnehin auf Landstraßen generell geltenden Tempo 100.

    Oder: Hätte der ADFC Chancen gehabt im Falle dass ein breiterer Rad- und Fußweg gebaut worden wäre, dass dieser aufgetrennt worden wäre in einen Teil für Radfahrer, der aber nicht benutzungspflichtig ist und in einen Teil für Fußgänger?

    Auf den streetview-Aufnahmen von 2008 der Strecke kann man übrigens sehen, dass der Nebenweg früher als gemeinsamer Fuß- und Radweg ausgeschildert war:

    Google Maps
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    Es gibt auf den streetview-Aufnahmen auch ein Tempo 70-Schild:

    Google Maps
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    Das steht allerdings vor eine kurvigen Brückenüberfahrt und gilt vermutlich nur für diesen Brückenbereich.

    Wie die Strecke hinsichtlich Tempobegrenzung heute ausgeschildert ist, steht leider nicht in dem Artikel. Und ich hatte noch keine Gelegenheit, mir das vor Ort anzusehen. Ich vermute, wenn dort Tempo 100 erlaubt ist, dann ist es ziemlich schnuppe, dass dort Radverkehr auf der Fahrbahn stattfinden darf, weil nur wenige Fahrradfahrer*innen davon Gebrauch machen werden, dass sie außer auf dem Fußweg mit Radverkehrsfreigabe auch ganz ordnungsgerecht auf der Fahrbahn fahren dürfen.

    Würde allerdings die Fahrbahn mit Tempo 60 max. ausgeschildert werden. Und würde durch Zusatzschilder darauf hingewiesen, dass Fahrradverkehr auch auf der Fahrbahn stattfindet, dann gäbe es mehr Fahrradfahrer*innen, die die Fahrbahn nutzen würden. Außerdem könnte die Mittelstreifenmarkierung auf den Fahrbahn entfernt werden.

    Das Sie die Opfer eines Terroranschlages für Ihre weltfremde Werbung für ein imaginäres System benutzen finde ich wiederwärtig. Wenn Sie mir die Frage gestatten: Sind sie noch ganz sauber?

    So reden oftmals Autofahrer daher, wenn sie sich "ertappt" fühlen.

    Und hier geht es keineswegs um ein "imaginäres System," wie Sie vermuten. Lesen Sie selbst:

    "Der Bordcomputer des Terror-Lastwagens von Berlin hat bei dem Anschlag offenbar weitere Opfer verhindert. Nach Informationen des "Spiegel" löste der Notbremsassistent des Lkw, mit dem der mutmaßliche Attentäter Anis Amri über den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz raste, eine Vollbremsung aus."

    "Autonomes Bremssystem stoppte Berliner Terror-Truck" in: manager-magazin.de vom 29.12.2016

    Terroranschlag in Berlin: Notbremsassistent stoppt Todes-Lkw
    Der Bordcomputer im entführten Lastwagen hat nach Informationen des "Spiegel" offenbar verhindert, dass bei dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt…
    www.manager-magazin.de

    Ein anderer Vorschlag war, die bestehende Unterführung so um- oder auszubauen, dass sie zum Radfahren geeignet ist. Damit hätte man dann den Radverkehr von den unabhängig geführten Wegen komplett rausgehalten. Stattdessen soll aber auch die bestehende Unterführung komplett und ersatzlos abgerissen werden. Alle müssen dann oben durch den Kreisverkehr.

    Unterführungen für den Rad- und/oder Fußverkehr kann ich gar nichts abgewinnen. Da wird der Verkehr, den der Autofahrer als störend empfindet einfach verdrängt und dann auch noch auf Wege, die oft eine Zumutung darstellen. Bei Unterführungen kommt hinzu, dass sie oft nicht barrierefrei errichtet werden können, denn entweder verlängern sich dadurch die Wege enorm, oder sie werden zu steil.

    Rampensteigung maximal 6% und alle 6m ein mindestens 1,50 m langes Ruhepodest.

    Siehe zum Beispiel https://www.dguv.de/barrierefrei/b…ampen/index.jsp

    "Die Rampe darf danach eine max. Steigung von 6% haben. Am Anfang und am Ende der Rampe wird die erforderliche freie Verkehrsfläche von 150 cm x 150 cm gezeigt. Die Mindestbreite der Rampe beträgt 120 cm. Rampenläufe dürfen max. 6 m lang sein. Danach muss ein Podest vorgesehen werden, das mindestens 150 cm lang ist."

    Bei einer Unterführung darf man wohl eine Höhendifferenz von 3 m bis 4 m annehmen, zwischen Straßeneben und Unterführungsebene.

    Für 6 cm Höhendifferenz beträgt die Strecke 1 m. Nach 6 m Rampe ist die Höhendifferenz 36 cm. Dann kommt das Podest von 1,50 m. Das heißt für 36 cm Höhendifferenz ist die Rampenlänge 7,50 m. Für eine Höhendifferenz von 3,60 m müsste die Rampe also 75 m lang sein.

    Es wundert mich ein bisschen, dass niemand von den anwesenden Fachleuten in der Sitzung des Rates der Hansestadt Stade am 06.07.2020, im Hansesaal in der Fragestunde auf die entsprechende Frage eines Bürgers, diese Auskunft gegeben hat.

    Dort wurde nämlich gefragt:
    "Warum wurde die Option, den Tunnel unterhalb der Kreuzung für den Radverkehr auszubauen, um eine gegenläufige Führung durch den Kreisverkehr zu vermeiden, nicht in Betracht gezogen?"

    (Protokoll öffentlicher Teil unter 5), 2. Absatz)

    https://www.stadt-stade.info/downloads/datei/OTAwMDA5MjU2Oy07L3Vzci9sb2NhbC9odHRwZC92aHRkb2NzL3N0YWRlL3N0YWRlL21lZGllbi9kb2t1bWVudGUvcHJvdG9rb2xsX3JhdF9vZWZmZW50bGljaC5wZGY%3D

    Hätte man an der Stelle den Vorschlag des Fragestellers weiter verfolgt, dann wäre klar geworden, dass barrierefreie Rampen viel zu lang geworden wären und deshalb Aufzüge hätten gebaut werden müssen.

    In Hannover gibt es an einigen Stellen noch solche zu steile Rampen, die heute nicht mehr gebaut werden dürften. Sie sind keine gute Lösung.

    Für die gefühlte Sicherheit von Radweg-Lemmingen Befürwortern ist das egal. Da könnte man auch eine Pappwand aufstellen, damit die sich sicher fühlen. Gerne wird ja auch der Radfahrstreifen bei PBL-Aktionen mit Kuscheltieren abgegrenzt.

    Hoppla, warum liegt denn da ein Poller am Straßenrand?

    Ich verstehe ja in gewissem Maße deinen "Kreuzzug" gegen Fahrradwege und kann das Nachvollziehen. Aber mit der Abschaffung der Radwege alleine wäre es längst nicht getan. Ob auf einem Radweg oder nicht auf einem Radweg, wenn ein Zweiradfahrer sich zu sehr in den Seitenraum zurückzieht ist er gefährdet. Ab einer bestimmten Fahrbahnbreite wird der Verkehr aber ganz von selbst zweispurig, auch wenn dort nur eine Spur je Richtung markiert ist. Das beobachte ich immer am Rudolph-von-Bennigsen-Ufer in Hannover. Da sind keine zwei Fahrspuren je Richtung markiert. Trotzdem wird so gefahren, als gäbe es dort zwei Autofahrspuren je Richtung.

    Fahr dort mal auf google-streetview hin und her, dann siehst du was ich meine.

    Google Maps
    Mit Google Maps lokale Anbieter suchen, Karten anzeigen und Routenpläne abrufen.
    www.google.de

    Ganz so schlimm ist es nicht, es geht nur nicht ohne Verankerung. Der Amerikanische Test ist häufiger herangezogen: https://www.astm.org/f2656_f2656m-20.html

    Der Test unterscheidet dann, wie schnell und schwer das aufprallende Fahrzeug ist und wie weit es die Barriere durchdringen darf. Bei der höchsten Energie im Test muss dann ein 65000 Pfund LKW mit 50 Meilen pro Stunde in weniger als 3,3 Füßen aufgehalten werden (H50 - P1). Diese Barrieren sind dann aber nicht mehr mobil um mal kurz einen Weihnachtsmarkt zu schützen, sondern eher praktisch mittelalterlich mit Graben und an der Welt verankertem Stahlrohr mit Betonfüllung.

    Oh: Bilder gibt es auch noch. Hier verkauft ein Hersteller so ein Ding: https://www.guardiar.com/products/bloka…d-specification Das ist aber nur P2 (also zwischen 3,3 und 23 Füßen Stoppdistanz). So etwas fände ich zwischen Radweg und Fahrbahn doch etwas unpraktisch. Der Seitenaufprall sieht schmerzhaft aus.

    Nicht nur die Verankerung der Betonklötze macht einen Unterschied. Es macht auch einen entscheidenden Unterschied, ob das Fahrzeug mit einem Notbremsassistenten ausgerüstet ist oder nicht und wie der konfiguriert ist. Selbst bei dem schlimmen Terrorangriff auf dem Berliner Breitscheidplatz an Weihnachten vor 5 Jahren wurde eine noch höhere Anzahl von Opfern dadurch verhindert, dass der Notbremsassistent zumindest ein vom Täter nicht beabsichtigtes Abbremsen des Fahrzeuges eingeleitet hat. Insbesondere ergänzt durch einen intelligenten Geschwindigkeitsassistent kann einiges an zusätzlicher Verkehrssicherheit für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen werden, wenn denn die Bereitschaft größer wäre hier entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

    Für den Benutzer der Fahrbahn sind sie sicher. Aber für Verkehr der neben der Fahrbahn läuft ( z.B. auf "sicheren Radwegen" ) eben nicht. Wer den Kreisverkehr nur aus Windschutzscheibenperspektive sieht, verdrängt gerne das letztere.

    "Vor allem der "Kleine Kreisverkehr" gilt als sehr sicher. Er wird einspurig befahren, hat einen Durchmesser von mindestens 26 Metern und eine fest eingefasste Kreisinsel."

    So heißt es in dem weiter oben bereits einmal verlinkten SZ-Artikel: "Der Kreisel ist die bessere Kreuzung".

    Der Kreisel ist die bessere Kreuzung
    Immer häufiger ersetzen Städte und Gemeinden Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre - und das aus guten Grund: Kreisel gelten als wesentlich sicherer.…
    www.sueddeutsche.de

    Der kleine Kreisverkehr wäre demnach ein Verkehr, bei dem die Fahrzeuge auf nur einer Fahrspur unterwegs sind. Gibt es eine Radweg, dann sind das bereits zwei Fahrspuren. Und dann gibt es ja auch noch die Fußwege. Die werden ja oft noch sträflicher vernachlässigt als Verkehrsteilnehmer als die Fahrradfahrenden.

    Wer weiß, vielleicht ist Stade eine Stadt die außer Autofahrern keine anderen Verkehrsteilnehmer will und baut deshalb so viele Kreisel?

    Selbst bei einem Kreiseldurchmesser von 26 m ist es bereits ein nicht unerheblicher Umweg, wollte man dem Kreisverkehr folgend einen Dreiviertelkreis fahren, anstatt einen Viertelkreis, wenn sich das anbietet. (Ca. 80 m anstatt 20 m)

    Was ich über die Verantwortlichen denke, darf ich hier nicht öffentlich schreiben, denn das wäre vermutlich justiziabel.

    Ich weiß ja nicht was du da über die Verantwortlichen schreiben wolltest. Ich bleibe bei meiner grundsätzlichen Kritik am Kreisverkehr. Wenn die Verkehrsplaner Kreisverkehre so planen, dass der Fahrradverkehr grundsätzlich nur auf einer Fahrbahn gemeinsam mit dem Autoverkehr stattfindet, dann mag das sicherer sein (siehe Zitat aus dem verlinkten Artikel), wenn sich denn alle dran hielten. Das würde aber auch bedeuten, dass auf dieser Fahrbahn Fahrradfahrer und Autos hintereinander fahren müssten und keine Überholmanöver durchgeführt werden dürfen. Das wiederum würde bedeuten, das alles findet bei einer Geschwindigkeit um die 15 bis 20 km/h statt. Wie realistisch ist das?

    Und wo in Stade oder anderswo gibt es einen solchen Kreisverkehr?

    Und dann gibt es da ja auch noch die Fußgängerinnen und Fußgänger.

    Wenn Kreisverkehre für Fahrradfahrer*innen nur dann sicher zu befahren sind, wenn sie sich wie Autofahrer verhalten und im "Autoverkehrsstrom mitschwimmen" sollen, dann halte ich das für eine völlig unrealistische Forderung, so lange es kein deutliches und von allen Verkehrsteilnehmer*innen respektiertes niedriges Tempolimit von max. 20 bis 25 km/h gibt und Fahrradfahrer*innen nicht gedrängt werden schneller zu fahren als sie das für gewöhnlich tun. Und das sind oft Geschwindigkeiten unter 20 km/h.

    Eine Verkehrsverwaltung, die mehr Fuß- und Radverkehr will, muss aufhören, Kreisverkehre einzurichten.

    Als Probleme an Kreisverkehren mit "Radwegen" werden die Nutzung in falscher Fahrtrichtung genannt, eine zu starke Verschwenkung der Radwege und die Lage des Verzweigungspunktes zu nah an der Radwegfurt. Alles das sind Merkmale der typischen Stader Kreisverkehre und beim aktuellen Neubau ist die Nutzung entgegen der Kreisrichtung ja sogar explizit vorgesehen, was Sie, Ullie ja auch ganz toll finden. Die Unfallforschung findest das eher uncool.

    Da muss ein Missverständnis vorliegen. Ich finde es nicht ganz toll, wenn für Radfahrer*innen die Nutzung des Kreisels entgegen der Kreisrichtung möglich ist. Aber es wäre noch schlimmer, wenn das nicht möglich wäre. Viele Radfahrerinnen würden nämlich damit dazu angestiftet, sich nicht ordnungsgerecht zu verhalten. Oder sie würden absteigen und schieben, was nicht dazu beiträgt den Radverkehr attraktiv zu gestalten. Das beste allerdings ist der Verkehrskreisel, der niemals gebaut wird. Übrigens eine Kritik, die man vortragen kann, ohne befürchten zu müssen, dass es "justiziabel" wird.

    An den hat auch niemand gedacht. Die Unterführung dürfte für solche Rollstühle zu steil und zu eng sein. Pech gehabt, kauf dir halt ein Auto!

    "Rampen im öffentlichen Bereich und im Mietwohnungsbau sind immer nach DIN 18040-1/2 mit max. 6% auszuführen!"

    Ob's der elektrische Rollstuhl auf dem Foto schafft eine steile Steigung zu überwinden? Wer mal versucht hat, mit einem gewöhnlichen Rollstuhl ohne Motorunterstützung eine Rampe zu befahren, der weiß warum es die oben genannte Vorschrift gibt.

    Das ist eines der ganz großen Ärgernisse in der Verkehrsplanung, dass jahrzehntelang immer wieder die Trennung der Verkehrswege, gegebenenfalls auch in verschiedene Ebenen propagiert wurde, obwohl die dafür notwendigen Rampen nie eingeplant und gebaut wurden, sondern stattdessen kurze und steile Rampen gebaut wurden. Das Verrückte dabei ist: Einem großen Teil der Bevölkerung kann man auch eine kurze aber viel zu steile Rampe als "barrierefrei" verkaufen. Und melden sich dann die Betroffenen selbst zu Wort, um darzustellen, was wirklich Sache ist, dann müssen sie sich noch in Acht nehmen, nicht plötzlich als "undankbare Nörgler" hingestellt zu werden.

    Jeder sechste Unfall vom Typ "Einbiegen-/Kreuzen-Unfall" ereignete sich in den letzten Jahren an einem der 11 Kreisverkehre im Stadtgebiet mit umlaufenden "Radwegen".

    Komisch, dabei sollen Kreisverkehre doch angeblich so "sicher" sein: "Wer bei Stade die Autobahn A 26 verlässt, um in die Altstadt zu gelangen, merkt schnell, dass die Verkehrsplaner der Hansestadt ein Faible für Kreisverkehre haben. Allein im vergangenen halben Jahr wurden im erweiterten Stadtgebiet drei neue Kreisel gebaut. Für den Ersten Stadtrat Dirk Kraska liegen die Vorteile auf der Hand: Kreisel seien sicherer und sorgten für einen besseren Verkehrsfluss, das sei an allen umgebauten Kreuzungen feststellbar."

    Quelle: SZ vom 9.12.14, "Der Kreisel ist die bessere Kreuzung" https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ver…141205-99-03087

    Solche Artikel sind vermutlich der Grund dafür, dass Verkehrsplaner in Städten wie Stade auf Gedeih und Verderb den Verkehrsraum in eine Kreisellandschaft verwandeln. Dabei stimmt diese Aussage mit den wenigen Unfällen gar nicht, wie Yeti in seinem Beitrag gezeigt hat.

    Aber auch in dem verlinkten SZ-Artikel ist eine Passage enthalten, die hellhörig macht:

    "Kreisel gelten als wesentlich sicherer. Schwachpunkt sind die Autofahrer, die mitunter mit dem richtigen Blinken Schwierigkeiten haben." (ebenda) Wie bitte? Der Kreisel ist das Non plus Ultra "ever" sicherer Verkehrsplanung, wenn nur die blöden Autofahrerinnen und Autofahrer nicht da wären?"

    Und auf dieser Basis wird in Stade (und andernorts) Verkehrsplanung betrieben? So frei nach dem Motto: "Unsere Straßen sind sicher. Wer zum Unfallverursacher und/oder Unfallopfer wird, der ist halt einfach zu blöd, um am Straßenverkehr teilzunehmen."

    Das erinnert an den Begriff "Jay-Walking" aus den 20er-Jahren in den USA, als viele Fußgänger von Autos totgefahren wurden. Nbgradler hatte kürzlich in einem seiner Beiträge darauf hingewiesen. "Jay bedeutet „unerfahren“, wurde aber auch generell mit der einfachen Landbevölkerung in Verbindung gebracht. Nach der Lesart von Motordom waren zwar auch die Fahrer an Unfällen schuld, hauptsächlich und vor allem jedoch unerfahrene „Landeier“, die gedankenlos vor das Auto liefen." https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fverkehr

    Noch ein interessanter Hinweis in dem SZ-Artikel lässt aufhorchen:

    "Ganz billig sind Kreisverkehre für die Städte und Gemeinden nicht."

    Warum regt sich in Stade so wenig Widerstand gegen den kostspieligen und dabei unsinnigen Bau von Kreiseln, die dann zu Unfallschwerpunkten werden? Soll es dann irgendwann in Abwandlung der Sitting Bull zugeschriebenen berühmten Rede heißen: "Wenn die letzte Fahrradfahrerin und der letzte Fußgänger im Kreisel totgefahren sind, dann werdet ihr merken, das Kreisel auch nicht sicherer sind als Kreuzungen." (Und dann werdet ihr vielleicht endlich MIV-freie Mobilität für Alle organisieren!)

    Ich bin da irgendwie skeptisch, ich oller Querdenker :)

    Ich hab den Eindruck, dass es inzwischen en vogue ist, beim Verkehr nur noch aufs CO2 zu gucken.

    In dem Artikel heißt es: "Reck: Das haben wir einer vorherigen Studie der OECD entnommen. Diese war umfassend angelegt, bezog etwa Modelle verschiedener Hersteller mit ein und umfasste den gesamten Lebenszyklus. Neben dem Aufladen der Batterie wurden also die Emissionen bei der Herstellung und für das Einsammeln und Umparken der Scooter einbezogen. Kombiniert man diese CO2-Bilanz mit unseren Erkenntnissen über das Mobilitätsverhalten, kommt heraus, dass ein geteilter E-Tretroller über den gesamten Lebenszyklus im Durchschnitt 51 Gramm CO2 pro Kilometer mehr verursacht als die Verkehrsmittel, die er ersetzt."

    Meines Erachtens könnte ein E-Tretroller-Verleih so betrieben werden, dass es nur einen genormten Ladesystem-Anschluss an den Fahrzeugen gibt und die Dienstleiter gezwungen sind, so zusammenzuarbeiten, dass es nur ein Leihsystem gibt.

    Und dieser Anschluss muss passen an alle Ladestationen, die in der Stadt möglichst günstig verteilt sind, so dass je Parkzone für E-Leihtretroller in der Regel ausreichend Fahrzeuge bereitstehen. Und die sollten genau so auch von E-Leihfahrrädern genutzt werden können. Klappt es mal nicht mit dem gewünschten E-Leihtretroller zu fahren, dann nehme ich mir halt ein E-Leihfahrrad.

    Das Abstellen der E-Tretroller irgendwo in der Landschaft muss durch geeignete Kontrollen und technische Ausstattung unterbunden werden. (Zum Beispiel Ausschluss solcher Nutzer aus dem Leihsystem.)

    Dann würde auch weniger CO2 pro Kilometer anfallen, weil die Roller nicht mehr mit Kleintransportern eingesammelt und neu aufgestellt werden müssen. Freifahrt-Angebote, bzw. Fahrten für geringes Geld können dazu beitragen, dass die Roller dort abgestellt werden, wo sie gebraucht werden.

    Jeder sechste Unfall vom Typ "Einbiegen-/Kreuzen-Unfall" ereignete sich in den letzten Jahren an einem der 11 Kreisverkehre im Stadtgebiet mit umlaufenden "Radwegen".

    In Stade werden neue Kreisverkehre gebaut, in Hannover werden Kreisverkehre zurückgebaut:

    HAZ vom 4.6.2012 zum Rückbau des Klagesmarktkreisels:

    "Rückbau des Kreisels hat begonnen"

    Rückbau des Kreisels hat begonnen
    Sechs Millionen Euro Kosten, anderthalb Jahre Bauzeit – die Stadt macht Ernst am Klagesmarktkreisel. Seit Montag müssen Autofahrer sich an neue…
    www.haz.de

    Und so sieht es dort nach dem Umbau aus:

    Satellitenbild auf googlemaps, so gedreht, dass es der Perspektive des ersten Bildes entspricht:

    Goseriede · 30159 Hannover
    30159 Hannover
    www.google.de

    Und hier noch mal ein googlestreetview-Bild von 2008 aus der selben Blickrichtung:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.de

    Der Klagesmarktkreisel war einmal Unfallschwerpunkt, besonders viele Radfahrer wurden zu Unfallopfern siehe auch Bericht der HAZ vom 20.3.2012

    "Unfallschwerpunkte: Zu den Unfallschwerpunkten im Stadtgebiet zählen weiterhin der Deisterplatz (105 Unfälle), der Ricklinger Kreisel (98 Unfälle) und der Klagesmarktkreisel (42 Unfälle). Dort kommt es häufig zu Zusammenstößen, weil Autofahrer unachtsam zwischen den Spuren wechseln oder Radfahrer übersehen."

    Zahl der Verkehrsunfälle nimmt zu
    Die Zahl der Verkehrsunfälle in Hannover und Umland nimmt wieder leicht zu. Am Dienstag hat Polizeivizepräsident Thomas Rochell die Unfallstatistik 2011…
    www.haz.de

    Kreisverkehre sind eine Form von Verkehrsinfrastruktur, die einzig und allein dem imaginären Verkehrsfluss der Autofahrenden geschuldet sind. Bei den Fahrradfahrenden finden sie deshalb nur geringe Akzeptanz.

    Die orangen Pfeile zeigen, wie rund 80 bis 90 % der Fahrradfahrenden von dem engeren Teil der Küchengartenstraße unter Auslassung des Kreisels direkt in die Haasemannstraße fahren. Gilt genau so auch für die darauf folgende Einfahrt in die Gartenallee.

    Die grünen Pfeile zeigen den 7x längeren, rund 140 m langen aber korrekten Fahrweg. Vereinzelt steigen Fahrradfahrende auch ab und schieben das orange eingezeichnete Stück, womit sie sich rechtssicher verhalten und trotzdem schneller sind, als wenn sie dem grünen Pfad fahrend folgten.

    Die orange eingezeichnete Wegstrecke beträgt ca. 20 m, der korrekte grüne Weg hat ca. 140 m.

    In dem verlinkten Kartenausschnitt kommt der schmalere Teil der Küchengartenstraße, dort startet der orange Pfeil, von oben ins Bild. Die Haasemannstraße gehen nach oben rechts, die Gartenallee nach rechts ab. https://www.google.com/maps/place/Fra…811!4d9.7125063

    Von Nordwesten der Hellmut-Ernst-Mierecke-Weg (Schulweg zum Vincent-Lübeck-Gymnasium, zur BBS und Hauptweg für Fußgänger und Radfahrer zur Stadthalle), nach Südwesten der Synold-Klein-Weg und nach Süden/Südosten der Georg-Christoph-Lichtenberg-Weg, der die Verlängerung von Stades erster Fahrradstraße darstellt. Ein Kreisverkehr ist daher für Radfahrer an dieser Stelle keine geeignete Lösung, weil man dann nordwärts entweder dreiviertel des Kreises umfahren muss (was niemand machen wird), oder den direkten Weg verkehrt herum wählt (was in der Planung sogar so vorgesehen ist).

    Es ist gut, dass es in der Planung für den neuen Kreisel in Stade vorgesehen ist, dass Fahrradfahrer*innen den direkten Weg verkehrt herum wählen können, um sich Kreiselumfahrungen zu ersparen. Weniger gut ist die Kreiselplanung selbst. Solche Planungen finden in der Regel erst mal viel Zustimmung bei den Autofahrenden, weil die den Märchen glauben, dass damit der Verkehrsfluss verbessert werde, die Kapazität eines Kreuzungspunktes erweitert wird und andere "Verkehrsfluss-Ammenmärchen".

    Zum Beispiel: "Nie mehr vor der Roten Ampel warten müssen." Da werden Märchen war, denkt sich da manche Autofahrerin und mancher Autofahrer. Bis sie dann je nach Verkehrszunahme eines Tages erneut vor einem dann beampelten Kreisel an der gehassten roten Ampel warten müssen. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, dass genau das auch bei Stades neuem Kreisel der Fall sein wird. Viele Millionen Euro wurden verpulvert um eine Schimäre zu bauen, die den Verkehrsinfarkt verhindern sollte, ihn aber tatsächlich verstärkt hat.

    Immerhin bleibt es den Radfahrenden an diesem Kreisel in Stade erspart wegen dieses Autowahns täglich zum Absteigen und Schieben zu greifen, ordnungswidrig verbotene Wege zu fahren oder Umwege in Kauf zu nehmen. Dafür verstärkt die Kreisel-Konstruktion einmal mehr das Lamento der Autofahrerschaft über angebliche Radfahr-Rowdies, die sich angeblich illegal verhalten und die sich wohl alles erlauben könnten, ohne dass die Ordnungsmacht eingreift.

    Leider habe ich auf dem verlinkten googlemaps-Ausschnitt aus Stade nicht alle angegebenen Wege wiedergefunden. Sind da welche nicht hinterlegt bei google-maps?

    Es handelt sich aber doch um diese Baustelle: tageblatt.de vom 15.10.2021?

    https://www.tageblatt.de/lokales/stade_artikel,-kreiselbau-am-schiffertor-deswegen-drohen-jetzt-verz%C3%B6gerungen-_arid,2286256.html

    Das Wetter war wesentlich schmuddeliger als am Sonntag vor zwei Wochen aber die meiste Zeit kam von oben keine weitere Feuchtigkeit dazu. Und als besonderer Überraschungsgast fand sich ein Schwan ein bei der Auftaktrede zum Protestspaziergang gegen den Autobahn-mäßigen Ausbau des Südschnellwegs in Hannover.

    Weitere Infos hier: https://leinemaschbleibt.de/

    Die nächsten Termine für die Sonntagsspaziergänge:

    Sonntag, 9. Januar

    Sonntag, 16. Januar

    Sonntag, 23. Januar

    Sonntag 30. Januar

    Sonntag, 6. Februar

    Sonntag, 13. Februar

    Sonntag, 20. Februar

    Sonntag, 27. Februar

    Weitere Infos zu den Spaziergängen:

    Jeden Sonntag: Leinemasch BLEIBT Spaziergang
    Der Ausbau des Südschnellwegs ist beschlossen – trotz Petitionen und Fahrraddemos mit mehreren Tausend Menschen. Wir wollen möglichst viele Menschen dazu…
    wald-statt-asphalt.net

    Hier ein Bild von eine der geplanten Rodungsflächen. (Rot im Plan) Die weißen Ringe um die Bäume sind aus Kalkfarbe und für die Natur und die Bäume unbedenklich. Nähere Erläuterungen zu der Aktion hier:

    Weitere Infos hier: https://leinemaschbleibt.de/

    https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/st…nell-78109.html

    Mann, bin ich froh, dass wir die Verkehrspsychologen haben. Man könnte sich das Resultat sonst gar nicht erklären...

    Leider keinerlei Hinweis auf die technischen Helfer, die ein zu schnelles Fahren wirkungsvoll verhindern können und in den allermeisten Fällen auch verhindern würden, wenn sie denn eingeschaltet wären und respektiert würden von den Autofahrern. Beziehungsweise wenn ISA von vorneherein so konstruiert sein müssten, dass ein Abschalten nicht möglich ist.

    Aber leider hat der Gesetzgeber einmal mehr der Raser-Fraktion mehr Beachtung geschenkt als den Opfern von Verkehrsunfällen oder den durch Raserei verursachten Umweltschäden. In dem von Pepschmier zitierten Artikel geht es einmal mehr nur um die Strafen für zu schnelles Fahren. Dabei könnte zu schnelles Fahren im Keim erstickt werden mit ISA, das ab Mitte 2022 für alle neuen Fahrzeugmodelle verbindlich vorgeschrieben ist.

    "Bei ISA handelt es sich um eine Technik, die den Fahrstil des Fahrzeugführers beeinflussen kann. Ein Geschwindigkeitswarner soll die Menschen dazu bringen, sich an Tempolimits im Straßenverkehr zu halten. Rasen wird damit erschwert, sofern der Assistent eingeschaltet ist. Eine Blackbox im Cockpit soll zusätzlich Daten aufzeichnen, die, wie bei einem Flugzeug auch, bei einem Unfall Informationen zum Hergang geben sollen. Laut Homepage der Europäischen Kommission ist ISA „ein fortschrittliches Sicherheitsmerkmal“. Es sollen durch dessen Einführung „die Zahl der Zusammenstöße auf Europas Straßen“ verringert werden.

    Quelle: Merkur.de vom 7.1.2022

    Kleine Schönheitsfehler: Bestandsfahrzeuge genießen Bestandsschutz und was noch schlimmer ist: Die Benutzung von ISA ist nicht verpflichtend sondern freiwillig. Manche Fahrzeughersteller konstruieren den technischen Helfer sogar so, dass der Fahrer ein Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit einprogrammieren kann. Dagegen sollte es grundsätzlich Pflicht sein, ISA zu benutzen und zwar in der Form, dass ein Beschleunigen über die zulässige Höchstgeschwindigkeit hinaus nicht möglich ist.

    Aha. Und dann kommt womöglich noch Ostern. Und immer diese Wochenenden. Man kann nur hoffen, dass nichts wirklich Wichtiges passiert, z.B. eine Pandemie...

    Die ist doch längst schon für beendet erklärt worden: "Trotz explodierender Fallzahlen: Regierung erklärt Pandemie für beendet" Quelle: World Socialist Web Site vom 30.10.2021

    Trotz explodierender Fallzahlen: Regierung erklärt Pandemie für beendet
    Bundesregierung und zukünftige Ampel-Koalitionäre sind sich darin einig, sämtliche Corona-Maßnahmen auslaufen zu lassen. Mit dieser „Profite vor Leben“-Politik…
    www.wsws.org

    "Wer jetzt noch an Corona stirbt, ist selber schuld, er hätte sich ja längst impfen lassen können." Diese Haltung ist noch ätzender als die der sogenannten "Coronaleugner", die sich selbst und anderen einreden, Corona sei lediglich eine erfundener Bestandteil einer Verschwörungstheorie.

    FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, immerhin Bundestagsvizepräsident, lehnt die Impfpflicht unter anderem mit der Begründung ab, es gäbe ohnehin nicht genug Impfstoff:

    "Laut Kubicki sei die Impfpflicht ein Eingriff in die "körperliche Unversehrtheit". Er monierte: "Ich zwinge Menschen gegen ihren Willen, Impfstoff aufzunehmen und beeinträchtige sie damit." Besonders in der jetzigen Lage sei dies nicht unbedingt notwendig oder zielführend: "Wir haben jetzt schon zu wenig Impfstoff für die Booster-Impfungen." ntv vom 16.12.2021

    Kubicki erklärt Ablehnung der Impfpflicht
    Etliche Bundestagsabgeordnete der FDP sprechen sich gegen eine Corona-Impfpflicht aus. Einer der prominentesten Vertreter ist Wolfgang Kubicki. Der Liberale…
    www.n-tv.de

    Dabei ist die Impfpflicht eben nicht nur eine Pflicht für die Bürgerinnen und Bürger sich impfen zu lassen, sondern sorgt auch dafür, dass die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Eben auch die Impfstoffe. Sollte also tatsächlich ein akuter Mangel an Impfstoff bestehen, dann spricht das erst recht dafür die Impfpflicht einzuführen, damit dieser Mangel nicht dazu führt, dass Menschen beim Impfen leer ausgehen.