Beiträge von Ullie

    Erst mal erkenne ich, dass Sie von "den Russen" sprechen. Das ist so eine "Redensart", die anknüpft an Sprechmuster aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs. "Jeder Schuss ein Russ!", hieß es damals.

    https://segu-geschichte.b-cdn.net/wp-content/uploads/2015/05/Feindbilder.jpg

    In den sog. Separatistengebieten haben nicht nur prorussische Milizen Verbrechen begangen. Schon im September 2014 berichtet Amnesty International über Kriegsverbrechen auf beiden Seiten.

    Ukraine-Konflikt: Beide Seiten begehen Kriegsverbrechen
    Sowohl ukrainische Milizen als auch pro-russische Separatisten begehen in der Ukraine Kriegsverbrechen. Kürzlich veröffentlichte Satellitenbilder belegen, dass…
    www.amnesty.de

    Das rechtfertigt nicht den Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine.

    Umgekehrt sollten Missstände und Demokratiedefizite in der Ukraine nicht einfach übersehen werden.

    Es wäre falsch, sich blindlings auf eine Seite ziehen zu lassen.

    So wie damals mit solchen "patriotischen Sprüchen", wird einem leider auch heute wieder vermittelt, dass man sich gefälligst für eine Seite zu entscheiden habe. So zum Beispiel bei dieser Meldung vom ZDF vom 22.3.22: "Mittels zweier Dekrete hat der ukrainische Präsident jüngst elf pro-russische Parteien verboten und will die ukrainischen TV-Sender zu einem Sendekomplex vereinigen. In Kriegszeiten legitime Schritte oder hat dies einen Zensur-Charakter?"

    Selenskyj vereinigt TV-Medien und verbietet Parteien
    Pro-russische Parteien werden verboten, die ukrainischen TV-Medien vereinigt. Legitime Schritte Selenskyjs oder doch Zensur?
    www.zdf.de

    Es droht ein Kettensägen-Massaker!

    "Putin sei Dank", werden wir leider nicht nur ein "Kohle-Revival" bei der Stromversorgung erleben: "Brennholz wird angesichts hoher Öl- und Gaspreise zur teuren Mangelware in Schleswig-Holstein. Die Nachfrage gehe durch die Decke, sagte Brennholzhändler Sven Madeheim aus dem Kreis Ostholstein der Deutschen Presse-Agentur. (...) Die Situation werde auch durch Spekulation und Hamsterkäufe verschärft. Manche Waldbesitzer warten mit dem Einschlagen von Holz ab, weil sie auf weiter steigende Preise setzen. Bei Kunden sehe er häufig, dass weiter Brennholz gebunkert werde, obwohl die Carports bereits vollgestapelt seien."

    Stellt man das Auto halt auf die Straße, statt auf's eigene Grundstück.

    "Auch bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sei die stark gestiegene Nachfrage nach Brennholz angekommen, sagte Pressesprecher Ionut Huma. In den Landesforsten können sogenannte Selbstwerber Brennholz sägen."

    Zitate aus SZ vom 19.7.22 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ene…220719-99-72857

    Wie viele verstümmelte Gliedmaßen der Amateur-Holzhacker-Buben wohl auf Putins Kriegskonto gehen werden, ganz außerhalb der unmittelbaren Kriegsereignisse? =O Darüber wird in dem Artikel nicht spekuliert.

    Absehbar ist: Es droht ein Kettensägen-Massaker!

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    Vor der Luftverschmutzung aus den Kohlekraftwerken mit Laufzeitverlängerungen schützen Filteranlagen. Aber was schützt vor Luftverschmutzung und Feinstaub aus Holzöfen in Wohngebieten? :cursing:

    Und wenn es nicht nur darum ging?

    Um das rauszufinden gibt es doch jetzt diese Ermittlungen. Ein ganz normaler rechtsstaatlicher Prozess.

    Und hier noch eine Reaktion auf den Appell von Herrn Yogeshwar & Co.

    Wenn wir fallen, seid ihr dran

    "Doch selbst wenn sie gegenüber sich selbst und der Öffentlichkeit die Forderung eingestünden, dass die Ukraine sich gefälligst ergeben solle, damit wir endlich alle Ruhe hätten, blendete das zum einen den schrecklichen Preis aus, den das Land zu zahlen verdammt wäre: Säuberungen, Vertreibungen, Hinrichtungen, Terror und unendliches Leid." (Zitat aus dem von Wahl-HHler verlinkten Artikel, der von dem ukrainischen Schriftsteller Jurko Prochasko verfasst wurde.)

    Zunächst mal ist es eine falsche Behauptung von Prochasko, in dem Appell vom 30.6.2022, den unter anderem der Philosoph Richard David Precht, Schriftstellerin Juli Zeh sowie Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar unterschrieben haben, würde die Ukraine dazu aufgefordert, sich gefälligst zu ergeben.

    Vielmehr heißt es in dem Appell dazu: "Verhandlungen bedeuten nicht, wie manchmal angenommen wird, der Ukraine eine Kapitulation zu diktieren. Einen Diktatfrieden Putins darf es nicht geben. Verhandlungen bedeuten auch nicht, etwas über den Kopf der Beteiligten hinweg zu entscheiden. Die internationale Gemeinschaft muss vielmehr alles dafür tun, Bedingungen zu schaffen, unter denen Verhandlungen überhaupt möglich sind. Dazu gehört die Bekundung, dass die westlichen Akteure kein Interesse an einer Fortführung des Krieges haben und ihre Strategien entsprechend anpassen werden."

    Interessant ist die Warnung Prochaskos vor Säuberungen, da ja gerade das, gerade jetzt von seinem Präsidenten selbst durchgeführt wird, indem er ehemals Vertraute aus wichtigen staatlichen Positionen entfernt.

    Für jemand, der quasi als eine Art Symbolfigur für die friedliche Wende am Ende der DDR gilt, sind es harte Worte, mit denen Gauck den Pazifismus kritisiert:

    "Der frühere Bundespräsident warnte vor einer «Kapitulation vor den Gewissenlosen» und sagte: «Der Gewissenlose befragt sich nicht, ob es recht ist, die Waffe zu nehmen, um seine Ansprüche durchzusetzen.» Dies machten nur die Gewissenhaften. «Und wenn die Gewissenhaften aus Scheu vor dem Verteidigungshandeln, auch vor dem robusten Verteidigungshandeln, sagen "Nein, ich mache mir die Finger nicht schmutzig", dann verraten sie die Wertebasis, die ihnen aber eigentlich das Leben doch so ermöglicht hat, wie sie es gerade leben.»"

    Zeit vom 14.7.22https://http://www.zeit.de/news/2022-07/1…r-waffe-greifen

    Es ist eine ausgemachte Frechheit, Pazifisten vorzuwerfen, sie wollten sich nicht "die Finger schmutzig" machen.

    Ginge es nach Gauck, dann wäre der Pazifismus ausschließlich was für die eigenen vier Wände:

    "Gauck nannte den pazifistischen Ansatz im persönlichen Leben «ehrenvoll». Er sei aber ein Ansatz, «der nicht zum Guten führt, sondern der die Dominanz der Bösen, der Verbrecher und der Unmenschlichen zementieren würde»."

    Dass die Wende in der ehemaligen DDR eine friedliche Wende war, hat auch damit zu tun, dass pazifistische Ideen dabei eine entscheidende Rolle spielten. Und nicht ausschließlich die Rolle einer ehrenvollen Angelegenheit in den eigenen vier Wänden. Hat das Gauck einfach aus seiner Erinnerung gestrichen?

    Welche Probleme der militärische Widerstand in der Ukraine zunehmend aufwirft, zeichnet sich nicht zuletzt an dem aktuellen Vorgang in der Ukraine ab: Die Art und Weise, wie Selenskij seinen einst engsten Vertrauen den Laufpass gibt, grenzt an den Vorwurf, Hochverrat begangen zu haben. Und tatsächlich steht dieser Vorwurf im Raum gegenüber Mitarbeiter*innen von Behörden, deren Spitzenbeamt*innen nun entlassen wurden von Selenskij.

    Angeblich sollen ukrainische Beamte in von Russland besetzten Gebieten mit dem Feind kollaboriert haben. Was dran ist, weiß man nicht genau. Wenn es dabei nur darum gegangen ist, das Leiden für die Zivilbevölkerung möglichst gering zu halten, dann sehe ich darin keine Kollaboration.

    "Aus Ärger über Verrat im ukrainischen Sicherheitsapparat hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Chefs von Geheimdienst und Generalstaatsanwaltschaft abgesetzt. Mehr als 60 Mitarbeiter dieser Behörden seien in den russisch besetzten Gebieten geblieben und kollaborierten mit dem Feind, sagte Selenskyj am Sonntag in seiner Videoansprache. Per Präsidialerlass wurden der Leiter des Geheimdienstes SBU, Iwan Bakanow, und Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa ihrer Ämter enthoben."

    Der Standard vom 18.7.22

    Selenskyj entlässt Geheimdienstchef und Chefanklägerin
    Der Präsident ist über Verrat im Sicherheitsapparat verärgert. Es laufen derzeit 651 Strafverfahren wegen Hochverrats und Kollaboration gegen Mitarbeiter der…
    www.derstandard.at

    In Deutschland sind 3,5 Millionen LKW zugelassen. Die Nachrüstung mit Abbiegeassistent plus Notbremsfunktion kostet vielleicht 3000 € pro Fahrzeug, macht also insgesamt etwa 10 Milliarden (plus nochmal der gleiche Aufwand für sämtliche ausländische LKW im Transit). Mit so viel Kohle kann man eine Menge sinnvolleres anfangen, zumal gefühlt 90% der Tote-Winkel-Unfälle von der überschaubaren Teilmenge an Bau- und Entsorgungsfahrzeugen verursacht werden. Wenn, dann könnte man über deren Nachrüstung reden.

    Okay, die Nachrüstung alter LKW mit Abbiegeassistent, der eine Notbremsung machen kann, ist vielleicht wirklich zu teuer. Aber bei Neufahrzeugen feste mit verbaut ist das deutlich billiger, zumal der Notbremsassistent ja ohnehin bereits Vorschrift ist. Da ist die Verknüpfung mit dem Abbiegeassistent doch naheliegend.

    Bei verschiedenen Entsorgungsfahrzeugen in Hannover konnte ich beobachten, dass dort immerhin tiefgehende Scheiben in der Fahrer- und Beifahrertür verbaut sind. Und die Nachrüstung mit einem Abbiegeassistent wurde an allen Fahrzeugen, auch den alten, vorgenommen. Aus den von dir bereits erwähnten Kostengründen jedoch ohne Notbremsfunktion.

    HAZ vom 25.4.19:

    "Region Hannover rüstet Lastwagen mit Abbiegeassistenten nach"

    In dem Artikel steht:
    "Die Region Hannover rüstet alle schweren Einsatzfahrzeuge ihrer Straßenmeistereien mit Abbiegeassistenten nach. Die Geräte sollen helfen, Unfälle zu vermeiden. Die Region will zum Nachahmen animieren."

    Region Hannover rüstet schwere Lastwagen mit Abbiegeassistenten nach
    Die Region Hannover rüstet alle schweren Einsatzfahrzeuge ihrer Straßenmeistereien mit Abbiegeassistenten nach. Die Geräte sollen helfen, Unfälle zu vermeiden.…
    www.haz.de

    Auch wenn Herr Yogeshwar recht hat, es gäbe auf der Welt dringlichere Probleme, scheint dieses in RUS ganz offensichtlich anders gesehen zu werden.

    Die Eskalation kann durchaus auch zur Sicherung/Verlängerung des bestehenden Geschäftsmodells von RUS gedacht sein. RUS ist auf eine postfossile Welt wirtschaftlich fast völlig unvorbereitet.

    Es bräuchte also jemanden, und da bleibt eigentlich nur die UN, der Russland auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Nachdem die UN das organisatorisch gerade leider nicht kann, wird das wohl nix.

    Nicht nur in Russland wurde in den letzten Jahrzehnten viel versäumt, um ein nachhaltiges Wirtschaften einzuleiten. Das Vorhandensein von Erdgas und Erdölquellen scheint nicht dazu beizutragen, dass in Richtung Nachhaltigkeit gewirtschaftet wird. Im Gegenteil, nach dem Motto man hat ja und deshalb hat man es nicht nötig, das bestehende, bislang scheinbar erfolgreiche Geschäftsmodell zu ändern, wurde in Russland (aber auch in westeuropäischen Ländern) fröhlich Kohle, Öl und Gas verbrannt, als seien diese Energieträger unendlich.

    Als Vorzeigestaat, der es intelligenter angestellt hat, wird häufig Norwegen genannt.

    Wenn das zutrifft, stellt sich die Frage, warum Norwegen nicht zum Prototyp dafür wurde, wie auf nachhaltiges Wirtschaften umgestellt werden kann.

    Zurzeit wird so getan als sei es das Hauptproblem, Russlands Expansionsgelüste und völlig überzogenen Nationalismus einzudämmen. Was jedoch tatsächlich Not tut, ist ein Wettstreit um die besten Ideen Klima- und Menschen-gerecht zu wirtschaften. Und zwar ein Wettstreit, bei dem es nicht darum geht, Gewinner und Verlierer zu ermitteln, sondern die guten Lösungen für mehr Nachhaltigkeit weiterzuverbreiten, sodass alle davon profitieren.

    Bis wir Kriegspartei werden. Was inzwischen absehbar ist.

    Einige können's kaum erwarten, ist mein Eindruck. Dass dazu ausgerechnet grüne Parteimitglieder zählen und manche Grüne keine Gelegenheit auslassen, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen, hat mich unangenehm überrascht.

    Indes sehe ich da keinen Automatismus, der zum Ergebnis hat, dass auch Deutschland zur Kriegspartei wird. Diese Rhetorik, "früher oder später wird Deutschland sowieso Kriegspartei", dient doch den daran Interessierten lediglich dazu, schon jetzt alles dafür zu tun, dass es so kommt. Da wird ein Vorgang herbeigeredet, der als quasi unausweichlich bezeichnet wird.

    Und es wird damit abgelenkt von anderen Problemfeldern, wo ebenfalls dringender Handlungsbedarf besteht: "Blickt man auf die echt großen Herausforderungen unserer Zeit, dann ist die Bewältigung der Klimakrise ohne Zweifel global die wichtigste Aufgabe. Wäre die Welt ein großes Haus, erleben wir beim Ukraine-Krieg so etwas wie den Streit in einer bestimmten Etage, wer denn nun in welches Zimmer darf. Auf der anderen Seite ist es so, dass der Dachstuhl brennt."

    Zitat aus einem Interview mit Ranga Yogeshwar vom 2.7.22:

    "Liebe Regierung, Herr Melnyk ist untragbar"

    Ranga Yogeshwar: "Liebe Regierung, Herr Melnyk ist untragbar geworden"
    Ranga Yogeshwar verteidigt im Streitgespräch mit t-online seine Position zum ...
    www.t-online.de

    Laut Pressemeldung stand sie schon an der Ampel, aber vielleicht kam sie tatsächlich erst von hinten an.

    Oder der LKW-Fahrer hat schlicht nicht geschaut oder vergessen, dass rechts neben ihm noch jemand ist.

    In jedem Fall helfen Strafen nicht gegen so ein menschliches Versagen. Interessant wäre, ob der LKW mit Abbiege-Assistent ausgestattet war.

    Und wenn der LKW mit einem Abbiege-Assistent ausgerüstet war, welche Funktionen hatte der und wie war er eingestellt.

    "Mercedes erweitert die Funktion des Abbiege-Assistenten für seine Lkw. Ab Juni erkennen und warnen diese nicht nur vor einen seitlich vom Truck befindlichen Fahrradfahrer oder Fußgänger, sie können nun auch bis zu einer Abbiegegeschwindigkeit von 20 km/h eine automatisierte Bremsung bis zum Stillstand des Fahrzeugs einleiten."

    Die Welt vom 29.3.2021

    Bremst jetzt auch automatisch: Mercedes-Lkw mit Abbiegeassistent - WELT
    Lkw-Abbiegeassistenten erkennen Fahrradfahrer und Fußgänger, die sich im toten Winkel befinden. Jetzt können sie nicht nur vor der Gefahr einer Kollision…
    www.welt.de

    Und da schließt sich gleich die nächste Frage an, warum sind diese Abbiegeassistenten mit Notbremsfunktion nicht serienmäßig verbaut und müssen auch bei alten LKW nachgerüstet werden. Die aktuellen Vorschriften für neue LKW verlangen lediglich ein Warnsignal.

    Okay, den Notbremsassistent nachzurüsten ist bei alten LKWs möglicherweise sehr aufwendig bis unmöglich.

    Aber zumindest bei Neuwagen-LKWs muss ein Abbiege-Assistent mit Notbremsfunktion verpflichtend werden!

    Herr Melnyk steht, soweit ich das verstanden habe, in Punkto Bandera nicht als Repräsentant der Mehrheit der Ukrainer. Inzwischen ist er wohl auch deswegen abberufen. Den Faible hatte er schon deutlich vor dem Krieg. Und es gibt viele Nationalisten in der Ukraine, die Herrn Bandera, der auch ein Nationalist war, durchaus würdigen, genau dafür.

    Prinzipiell, dieses habe ich glaube ich schon mal geschrieben, wählte die Ukraine die letzten Wahlen erstaunlich wenig Rechtsradikal für ein europäisches Land. Weniger als 10%, 2019 sogar weniger als 3% den rechten Block unter Swoboda. In Frankreich ging gerade noch die Angst um, eine nationalistische, ziemlich rechtsradikale Präsidentin zu bekommen. Also bei etwa 78% der Wähler, die anderen hatten offensichtlich keine Angst davor. Als Beispiel.

    Herr Bandera hat aber nichts mit dem aktuellen Krieg zu tun.

    Mag sein, dass die Zahl der Wähler von offensichtlich rechtsextremen Parteien in der Ukraine eher moderat war. Allerdings ist es vermutlich schwer einzuschätzen, wie die genaue Situation im Parteiengefüge in der Ukraine sich darstellt.

    Ich sehe das nicht so gelassen, dass viele Ukrainer Bandera dafür ehren, weil er Nationalist war. Das ist schon kein Nationalismus mehr gewesen, was Bandera praktiziert hat. Das würde ich als Rechtsextremismus, Faschismus und Rassismus bezeichnen, wofür Bandera steht.

    Leider habe ich den Eindruck, dass diese Bandera-Verehrung in der Ukraine so sehr salonfähig ist, dass auch scheinbar gemäßigte Pro-ukrainische Volks-Parteien sich nicht weiter schwertun, daran anzuknüpfen, anstatt entschieden zu widersprechen.

    In einem Artikel des Wissenschaftsportals der Gerda Henkel Stiftung vom 19.2.22 (also noch vor dem russischen Einmarsch) heißt es: "Während in der Westukraine in den letzten zwanzig Jahren Denkmäler und Museen für ihn (Bandera) errichtet wurden, wird er bis heute in der Ost- und Zentralukraine als Verräter, Massenmörder und Faschist wahrgenommen."

    Stepan Bandera und die gespaltene Erinnerung an die Gewalt in der Ukraine | L.I.S.A. WISSENSCHAFTSPORTAL GERDA HENKEL STIFTUNG
    Kaum eine andere Person ist in der West- und Ostukraine so unterschiedlich in Erinnerung geblieben wie Stepan Bandera. Während in der Westukraine in den…
    lisa.gerda-henkel-stiftung.de

    Diese Berichterstattung deutet darauf hin, dass der seit 2014 schwelende Konflikt in der Ukraine eigentlich als Bürgerkrieg bezeichnet werden muss. Spätestens mit dem russischen Einmarsch aber wird dieser Aspekt des Krieges, dass es ein Bürgerkrieg ist, nicht mehr wahrgenommen.

    Bandera hat deshalb sehr wohl etwas mit dem aktuellen Krieg zu tun, natürlich nicht er persönlich, denn er ist seit langem tot. Aber seine aktuellen Verehrer sind höchst lebendig. Und umgekehrt sind auch diejenigen höchst lebendig, die sich als langer Arm der Geschichte betrachten, der dafür zu sorgen hat, dass Banderas "Erben" ebenso mit brutalen militärischen Mitteln zu bekämpfen sind, wie man es auch schon zu Sowjetunion-Zeiten getan hat. Tatsächlich hat der sowjetische Geheimdienst zu Lebzeiten Bandera und seinen Parteigängern in der OUN und derem militärischen Arm der UPA mächtig zugesetzt:

    "Um OUN und UPA endgültig aufzulösen, deportierte der NKWD ihre Familien ins Innere der Sowjetunion und verhaftete und ermordete eine große Anzahl von Unterstützern der Bewegung."

    Ullie, Pax Christi, Yogeshwar, Schwarzer und Sie bekommen Prominente Unterstützung:

    Erstaunlicherweise ist auch Putin der Meinung, die Waffenlieferungen sollten eingestellt werden, um den Krieg zu verkürzen.

    aus: TAZ +++++Nachrichten zum Ukrainekrieg +++++ vom 04.07.2022

    In dem von Ihnen verlinkten Artikel wird unter anderem auch über die Haltung der Ukraine zu einem Beitritt zur (International Holocaust Remembrance Alliance – IHRA) berichtet:

    Anlass sind die Äußerungen des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, zum früheren ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera (1909-1959). (...)

    Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Ukraine zu einem Beitritt in die Internationale Allianz zum Holocaust-Gedenken (International Holocaust Remembrance Alliance – IHRA) aufgefordert. Anlass sind die Äußerungen des ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, zum früheren ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera (1909-1959). „Diese zwischenstaatliche Organisation ist das geeignete Forum, in dem die von Herrn Melnyk aufgeworfenen Fragen international differenziert ausdiskutiert werden können“, sagte Klein der Funke-Mediengruppe.

    Und was bekomme ich jetzt von Ihnen zu hören, Autogenix?

    Vielleicht, so was dürfe der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, nicht ansprechen, weil Putin ja behauptet, die Ukraine werde von Nazis regiert, und er das als Vorwand nimmt, um seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu rechtfertigen?

    Wenn Putin fordert, die Ukrainer sollten einseitig ihre Waffen niederlegen, dann ist das durchschaubar unaufrichtig, weil er damit lediglich versucht, seine militärische Position zu verbessern und bislang zu keinen Konzessionen bereit ist, was die eigenen militärischen Ziele angeht.

    Trotzdem ist es richtig und notwendig, Alternativen zu einem endlosen Gemetzel einzufordern. "Europa steht vor der Aufgabe, den Frieden auf dem Kontinent wiederherzustellen und ihn langfristig zu sichern. Dazu bedarf es der Entwicklung einer Strategie zur möglichst raschen Beendigung des Krieges." Das steht in dem Appell vom 29.6.22. Und das ist in der Tat richtig und notwendig. Auch wenn Putin so tut als läge es nicht an ihm, dass Krieg herrscht.

    Krieg in der Ukraine: Waffenstillstand jetzt!
    Die Verfasser dieses Appells fordern den Westen auf, den Ukraine-Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Zu den Unterzeichnenden gehören Juli Zeh und Richard…
    www.zeit.de

    100%ige Sicherheit gibt es nicht.

    Es gibt das Ziel Vision Zero:

    "Für den DVR ist die Vision Zero seit 2007 Grundlage seiner Verkehrssicherheitsarbeit. Die Vision Zero ist eine Sicherheitsstrategie, deren Wurzeln in der chemischen Industrie im 19. Jahrhundert liegen. Seitdem wurde sie viele Male adaptiert.

    Inhalt der Vision Zero

    Ziel der Vision Zero sind keine Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Um das zu erreichen, muss ein sicheres Verkehrssystem geschaffen werden. Laut Vision Zero ist das notwendig, da der Mensch, als zentraler Bestandteil des Straßenverkehrssystems, nicht fehlerfrei handelt, auch, weil seine physische Belastbarkeit begrenzt ist. Verkehrsmittel – Pkw, Lkw, Fahrräder, Busse, Motorräder – aber auch die Infrastruktur müssen also so gestaltet werden, dass Unfälle mit Getöteten und Verletzten vermieden werden."

    https://www.dvr.de/ueber-uns/vision-zero (DVR=Deutscher Verkehrssicherheitsrat)

    Was mich ärgert ist, dass die Verkehrssicherheitsexperten und die Entscheider in Politik und Verwaltung zu einseitig das technisch Machbare im Blick haben, um die Verkehrsunfallgefahr zu reduzieren. Statt den Autoverkehr zu reduzieren und zu verlangsamen, wird oft so getan, als müsse es so sein, dass zum Beispiel auf Autobahnen unbegrenzt schnell gerast werden dürfe. Statt Straßen zu verengen und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zu reduzieren, wird ein möglichst hohes Tempo angestrebt (z. B. Tempo 100 auf Landstraßen anstatt Tempo 60 als generelle Höchstgeschwindigkeit. Oder Tempo 50 innerorts anstatt Tempo 30. Oder Tempo 30 in Wohngebieten anstatt Tempo 15).

    Mit deutlich niedrigeren Tempolimits auf Autobahnen max. 80, auf Landstraßen max. 60, innerorts max. 30 und in Wohngebieten max. 15 könnte ein großer Schritt in Richtung Vision Zero gelingen.

    (Und beim Abbiegen von KFZ innerorts maximal Schrittgeschwindigkeit!)

    Das würde einen Abbiegeassistenten nicht überflüssig machen, im Gegenteil, der ist dann die richtige Ergänzung, um noch näher an Vision Zero heranzukommen.

    Laut Stude: Die Wahrscheinlichkeit, dass Fahrer in ihre Spiegel schauen erhöht sich durch
    (...)

    - das Fahrzeug keine Totwinkelkamera hat

    Das hört sich ein bisschen so an, wie: Wenn keine "Totwinkelkamera" vorhanden ist, dann benutzt der Fahrer aufmerksamer seine Außenspiegel.

    Man könnte auf die Idee kommen, es sei besser, erst gar keine "Totwinkelkamera" zu verbauen.

    Aber was genau ist eine "Totwinkelkamera"?

    In der entsprechenden EU-Regelung-151 wird der Begriff "Toter-Winkel-Informationssystem" benutzt:

    "Diese Verordnung gilt für das Toter-Winkel-Informationssystem von Fahrzeugen der Klassen ..."

    in: 1. GELTUNGSBEREICH hier der Link: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2020/1596/oj

    in 0.3 ist aber auch der Begriff "Totwinkel-Assistent" zu finden.

    (ebenda)

    Und in der Überschrift heißt es:

    "UN-Regelung Nr. 151 – Einheitliche Bestimmungen für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen im Hinblick auf das Blind Spot Information System for the Detection of Bicycles [2020/1596]"

    (ebenda)

    Und in Kapitel 5 SPEZIFIKATIONEN wird die Abkürzung BSIS benutzt:

    "5.1.

    Jedes Fahrzeug, das mit einem BSIS ausgestattet ist, das der Definition des vorstehenden Absatzes 2.3 entspricht, muss die Anforderungen der Absätze 5.2 bis 5.7 dieser Regelung erfüllen."

    (BSIS als Abkürzung für Blind Spot Information System for the Detection of Bicycles)

    Wenn ich die Verordnung richtig gelesen habe, dann gibt es drei Signale, die alle rein optisch sein können. Sie müssen nicht außerdem akustisch sein.

    1. Informationssignal: Es befindet sich ein Fahrradfahrer im Gefahrenbereich, sodass es beim Abbiegen zu einem Unfall kommen wird.

    2. Warnsignal: Das Warnsignal wird dann aktiviert, wenn die/der LKW-Fahrer*in das Lenkrad einschlägt und ein parallel fahrendes Fahrrad überfahren werden könnte.

    3. Ausfallsignal: Das Ausfallsignal leuchtet dann auf, wenn zum Beispiel die Sensoren verschmutzt sind, oder aus einem anderen Grund der Abbiegeassistent nicht arbeitet.

    Eine akustische Warnung ist nicht vorgeschrieben. Vielleicht deshalb, weil von den Erstellern der Verordnung die Gefahr gesehen wird, dass der Totwinkel-Assistent dazu führen kann, dass sich die/der Fahrer*in sagt, solange nichts piept, kann ich fahren, ohne dass ich gucken muss?

    Was mich überrascht hat: In dem ganzen Verordnungstext geht es anscheinend nur darum, Fahrradfahrer*innen zu schützen. Fußgänger*innen-Schutz wird nicht erwähnt.

    Warum wird das Warnsignal erst dann aktiviert, wenn der LKW-Fahrer abbiegen will? Ein integriertes Navigationssystem mit einprogrammierter Fahrtroute würde es möglich machen, das Warnsignal noch ein bisschen früher zu aktivieren, also schon bevor ein Einschlagen des Lenkrads erfolgt.

    Moderne Autos sollten da Bremsen wenn was im Weg ist. Anyway - hier muss eine Regelung wie in der Schweiz her - ab 70 Jahren alle 2 Jahre zur medizinischen Fahreignungprüfung.

    Warum erst ab 70? Und warum nur eine medizinische Fahreignungsprüfung?

    Gerade die zunehmende Verbreitung von Assistenzsystemen (wird von mir befürwortet) wird leider gerne als Argument benutzt, das Autofahren als eine immer sichere Sache darzustellen.

    Tatsächlich müsste es so sein, dass in regelmäßigen Abstand bei Autofahrer*innen aller Altersstufen nicht nur eine medizinische Überprüfung stattfindet, sondern auch eine Überprüfung, ob die Autofahrer*innen der zunehmenden Automatisierung gewachsen sind.

    Das habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden.

    Meiner Meinung nach liegt es daran, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Lkw-Fahrers in komplexeren Kreuzungsbereichen oft überfordert ist. Das geschieht durch eine Vielzahl von Lichtsignalen, Verkehrszeichen, Wegweisern, verkehrsfremder Werbung und sonstigen Verkehrsaufkommen im Sichtfeld des Fahrers. Dies alles muss innerhalb kürzester Zeit geistig verarbeitet werden. Das geht aber nicht mit hinreichender Sicherheit.

    Wenn es so ist, dann muss für den LKW-Verkehr gelten, dass die Fahrzeughersteller, die Speditionsunternehmen und Fahrer*innen verpflichtet sind, entsprechende Hilfen einzusetzen.

    Im Prinzip sind ja auch der Rampenspiegel und der Weitwinkelspiegel eine solche Hilfe, die früher einmal nicht üblich waren, heute aber Vorschrift sind.

    Siehe zum Beispiel dieses Foto von einem LKW-Oldtimer:

    https://www.mbgalerie.org/gallery-image/39289/1.jpg

    Immerhin ganz langsam, im Schneckentempo tut sich was: "Laut der EU-Verordnung 2019/2144 zur Typgenehmigung, die am 16. Dezember 2019 verkündet wurde, sind Abbiegeassistenten (dort: „Totwinkel-Assistent“) ab 6. Juli 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab 7. Juli 2024 für neue Fahrzeuge verpflichtend."

    Bundesministerium für Digitales und Verkehr vom 3.6.22

    BMDV - Fragen und Antworten zum Abbiegeassistent

    "Kleiner Schönheitsfehler": Obwohl die Technik dafür längst entwickelt und erprobt ist und zur Verfügung steht und bei manchen LKW auch bereits verbaut ist, gibt es keine automatische Bremsung in einer Gefahrensituation, in der der Abbiegeassistent eine Gefahr erkennt.

    Diese Filmszene zeigt, wie ein Abbiegeassistent mit automatischem Bremsystem einen Abbiegeunfall verhindert:

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    Vorgeschrieben ist jedoch lediglich ein Abbiegeassistent mit Warnsignal.

    Sehr überraschend! Und warum nutzen sie den Spiegel nicht?

    Das konnte mir der Verkehrssicherheitsexperte der Polizei auch nicht sagen, den ich danach gefragt habe, warum bei dieser "Toter-Winkel-Übung" der Rampenspiegel und der Weitwinkelspiegel mit schwarzen Säcken zugehängt sind.

    Ich bat ihn, etwas pädagogisch Wertvolleres sich auszudenken, als mit Schulkindern solche Spielchen zu machen. Er gab sich jedoch überzeugt von seiner Methode:

    "Bei der Übung sitzen die Kinder nach und nach auf dem Fahrersitz des LKW's und sehen ihre Klassenkamerad*innen, die auf dem ausgebreiteten Tuch sitzen, mal mehr und mal weniger, je nachdem ob Rampenspiegel und Weitwinkelspiegel ausgepackt sind oder nicht."

    So werde den Kindern vermittelt, dass es schon mal vorkommen könne, dass ein LKW-Fahrer, der in Eile ist, beim Abbiegen nicht genau mitbekommen habe, dass er andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, weil er nicht die Zeit gehabt habe, alle ihm zur Verfügung stehenden Spiegel zu kontrollieren. Die Kinder sollten lernen, nicht darauf zu vertrauen, dass andere Verkehrsteilnehmer immer alles richtig machen und deshalb in gefährlichen Situationen lieber auf Nummer Sicher gehen, sprich: stehen bleiben.

    Hört sich ja alles scheinbar ganz vernünftig an. Aber warum wird nicht mehr dafür getan, den LKW-Fahrern beizubringen, ihre Außenspiegel zu benutzen und beim Abbiegen tatsächlich nur Schritttempo zu fahren, wie vorgeschrieben? Das würde ja außerdem von der Polizei geleistet, sagte der Experte.

    Im Prinzip stimme ich dem Polizisten ja zu, allerdings ist der Begriff "Toter Winkel" sehr schlecht gewählt. Er müsste eigentlich "Wo der LKW-Fahrer oft nicht hinguckt Winkel" heißen. Und man könnte durch einen intelligenten Abbiege-Assistenten Abhilfe schaffen. Bei einprogrammierter Route erkennt das System rechtzeitig die Abbiege-Situation und lässt von vornherein kein höheres Tempo zu als max. 4-5 km/h.

    "Verlässt Melnyk Deutschland"?

    Melnyk
    Melnyk
    www.tagesschau.de

    "Zumindest am Anfang war Melnyk ja das Symbol für die plötzlich überfallene Ukraine." Zitat aus dem angegeben Audio-Podcast.

    Vermutlich fällt Melnyks Stern in Deutschland im selben Tempo, wie die Gaspreise und sonstigen Energiepreise steigen.

    Man kann das mit den Gratisbrezeln so und so sehen.

    Die Afd wittert die Chance für eine Kampagne um gegen angebliche Steuergeldverschwendung mobil zu machen.

    Der Spiegel schließt sich dieser Kampagne willig an. <X

    Fakt ist aber, dass jeder, der sein Rad nutzt, um zum Beispiel zur Arbeit zu fahren, dazu beiträgt, dass jede Menge Minderausgaben für den Staat entstehen, die für die teure MIV-Infrastruktur ausgegeben werden.

    Da ist dann locker so eine Brezel drin. :)

    Oder zugespitzt formuliert: Würden alle Autofahrer*innen umsteigen auf's Rad, dann wäre für alle Radfahr*innen ein tägliches Gourmet-Frühstück auf Staatskosten drin, weil Radverkehrs-Infrastruktur deutlich preiswerter als MIV-Infrastruktur! :saint:

    In dem von Pepschmier verlinkten Artikel heißt es:

    "In Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz hat die Aktion jedoch allenfalls ideellen Wert, den materiellen Beitrag kann man vergessen." Dem stimme ich zu. Trotzdem mache ich seit Jahren beim Stadtradeln mit. Wegen des ideellen Wertes. Damit das Thema Verkehrswende auf der Tagesordnung bleibt.

    Was in dem Artikel fehlt: Wie sollte denn eine Verkehrswende aussehen? Bisher besteht vor allen in einer Sache Einigkeit: Niemand darf zu irgendwas gezwungen werden. Gerade steigen die Spritpreise rasant an. Als die Grünen vor Jahren genau das als Teil einer Verkehrswende in Aussicht stellten, wurden sie bei Wahlen so massiv "abgestraft", dass seitdem von den Grünen nur noch weichgekochte Lösungsvorschläge in Richtung Verkehrswende kommen. Jetzt zeigt sich, dass steigende Spritpreise offensichtlich gar keinen Beitrag leisten können zu einer Verkehrswende:

    "Auch die drastisch gestiegenen Preise für Benzin und Diesel haben bislang keine Änderung des Fahrverhaltens auf deutschen Straßen und Autobahnen bewirkt. Das zeigen aktuelle Auswertungen von Verkehrsdaten. Der massive Anstieg der Spritpreise hat in Deutschland bislang nicht zu weniger Autoverkehr geführt und auch zu keiner spürbaren Verlangsamung der Geschwindigkeit auf den Straßen."

    tagesschau vom 15.3.22 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ver…preise-101.html

    "Das Spritparadox: Warum Autofahrer trotz hoher Preise weiter Gas geben"

    rnd vom 6.7.22 https://www.rnd.de/wirtschaft/hoh…4IM6PM2WR4.html

    Und sein Parteifreund und Nachfolger als Cum-Ex-Bank-Steuerersparer findet die Stadtbahn "altmodisch". Lieber eine Umweg-U-Bahn bauen, die das Zehnfache kostet ...

    https://www.mopo.de/hamburg/stadtb…klarer-meinung/

    In dem verlinkten Artikel heißt es:

    "Zum einen sei eine U-Bahn deutlich leistungsfähiger, zum anderen benötige man den oberirdischen Straßenraum für Autos, Fußgänger und Radfahrer, sagte der SPD-Politiker am Samstag bei der „Langen Nacht der ,Zeit’”."

    War letzte Woche in Hamburg und bin neugierhalber an der neuen U-Bahnstation Hafencity Universität ausgestiegen. Dort gibt es den Ausgang Versmannstraße. Das Foto zeigt die schier endlose Treppe, die man besteigen muss, um an die Oberfläche zu kommen. Keine Rolltreppe, kein Aufzug.

    Aber Hauptsache an der Oberfläche ist Platz genug für viel Autoverkehr.