Inkompetente Politiker bekommen regelmäßig das Verkehrsministerium zugewiesen; man sieht ja die Auswirkungen davon.
Aus Radfahrersicht magst du Recht haben.
Aber aus Autofahrersicht stellt sich das ganz anders dar. Ramsauers üble Schmutzkampagne gegen Fahrradfahrer*innen (*Kampfradler-Kampagne) kommt bis heute gut an bei vielen Autofahrer*innen und auch besonders bei Fußgänger*innen, insbesondere solchen im höheren Alter (eine immer breiter werdende Wählerschicht.)
Ramsauer war ein widerlich autoritär agierender Politiker, wenn es darum ging, die Rechte von Fahrradfahrenden zu beschneiden. Und dafür bekommen er und seine Nachfolger, die ihm in dieser Hinsicht nicht nachstehen, kräftig Beifall.
Und er war im Sinne der Autolobby ein äußerst erfolgreicher Politiker. Sein Nachfolger Dobrindt ebenfalls. Und Scheuer machte zwar vor allem durch seinen missglückten Maut-Deal die Rede. Aber wirklich zu Rechenschaft gezogen wurde er dafür nicht. Warum auch. Er hat es damit geschafft, sämtliche PKW-Mautpläne auf lange Zeit hinaus vom Tisch zu fegen.
Oder nimm Wissmann: Der hat es erneut geschafft, dass der Löwenanteil der Infrastrukturausgaben in den MIV gesteckt werden.
Ich stimme dir zu:
Autorität ist auch zweckmäßig, aber nicht alles. Für mich ist Organisationstalent in den Positionen noch wichtiger.
Nur warum tut der Spiegel so, als sei damit für die Position des Verteidigungsministers quasi automatisch das männliche Geschlecht Voraussetzung für den Posten?
"Die Frage ist auch, ob Scholz wirklich an seiner Paritätsvorgabe festhält. Längst gibt es Sozialdemokraten, die sagen, in Zeiten des Krieges und des massiven Vertrauensverlusts innerhalb des Ministeriums müsse es nun zuallererst auf Kompetenz und Autorität ankommen."
Und was ist dran an dem Spiegel-Geschwätz? Welcher Sozialdemokrat hat denn gefordert, der nächste Verteidigungsminister müsse ein Mann sein?