Beiträge von Ullie

    Wer hat denn Fakten ignoriert? Und wer hat an welcher Stelle "wirre Verschwörungstheorien" zusammgestrickt? Geht's etwas weniger allgemein?

    Das eigentlich Schlimme ist doch, dass es gar keiner Verschwörungstheorien bedarf. Viele Missstände werden doch ganz offen als erstrebenswerte Zustände propagiert. So verkündete Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, während eines Treffens der Auto-Bundesland-Minister, das zeitgleich, sozusagen im Schatten des G20-Gipfels stattfand: "Stephan Weil sagte es mit Nachdruck: „Deutschland muss Autoland Nummer eins bleiben.“" Quelle: Der Tagesspiegel vom 7.7.2017:
    Umbruch in der Automobilwirtschaft / Ministerpräsidenten sorgen sich um Standort Deutschland


    Hat Ministerpräsident Weil nicht einen Amtseid abgelgt, dass er Schaden vom Lande Niedersachsen fernhalten will?
    Und dann ein solches Bekenntnis mit all seinen schlimmen Folgen.
    Bei dem Treffen wurde auch darüber gesprochen, wie weit man der Industrie entgegenkommen solle, wenn es um die Nachrüstung der Diesel-PKW mit zu hohen Abgaswerten gehe.


    Zur Wahl steht, erneut beide Augen feste zuzudrücken, weil nur so die Nachrüstung aus Sicht der Automobilhersteller finanzierbar sei, ohne die Kunden oder den Staat an der Nachrüstung finanziell beteiligen zu müssen.


    Oder darauf bestehen, dass die Autohersteller auf eigene Kosten deutlich spürbar und nachweisbar den Diesel sauberer machen, auch die bereits in Umlauf gebrachten Fahrzeuge.


    Zu befürchten ist, dass das Thema ausgesessen wird. Trotz Amtseid der die Ministerpräsidenten auf Gefahrenabwehr verpflichtet.


    Und was bedeutet das bezogen auf den zeitgleich tagenden G20-Gipfel, wo doch jeder von denen gerne Autoland Nummer Eins sein möchte. Und die weltweite Katastrophe, die damit einhergeht, dass das Auto als erstrebenswertes Massenverkehrsmittel propagiert wird?
    Wie schon gesagt, keine Verschwörungstheorie alles offen nachlesbar:


    Würde ich von abraten. Das Schild ist fremdes Eigentum, daran darf man sich nicht vergreifen.
    Ich sehe hier keine unmittelbare Gefahr, auf die man als Bürger sofort reagieren müsste.

    Du hast recht, in einem Land, in dem der Schutz des Eigentums so viel höher bewertet wird, als zum Beispiel die Gesundheit der Bürger, (siehe Nichtstun gegen Diesel-Dreckschleudern) sollte man mit Vorsicht die Gefahrenabwehr betreiben. Also bitte zunächst bei der nächsten Polizeiwache anrufen (in Hannover gibt es auch eine zentrale Nummer dafür, da kann man dann ggf. auch rauskriegen, wo sich die nächste Polizeiwache befindet), Gesprächspartner namentlich notieren, so dass jeglicher Diebstahlverdacht bereits beweisbar abgewendet ist.


    Explosivs Bedenken bezüglich einer kleineren Person (z. B. ein Kind) das zunächst von dem Schild verdeckt, plötzlich auf den Radweg tritt, ist m. E. allemal eine klare Gefahr, die sich aus der Positionierung des Schildes ergibt. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass jemand dich dafür verantwortlich machen wird, wenn du in so einer Situation nicht tätig wirst, um die Gefahr abzuwehren. Es könnte dir allerdings sehr erheblich zum Nachteil ausgelegt werden, wenn du dort schneller als Schrittgeschwindigkeit und ohne besondere Bremsbereitschaft an dem Schild vorbeifährst und dabei tatsächlich jemanden anfährst.


    Polizeidirektion Hannover, Telefon: 0511 / 109-0 (Einen Notruf unter 110 würde ich nicht tätigen, dazu ist die Gefahr zu abstrakt.)

    Hat jemand von euch schon einmal mit einer Behörde wegen so etwas korrespondiert?



    Eine in Hamburg weit verbreitete Unsitte. "Radweg" (benutzungspflichtig!) ohnehin viel zu schmal und dann auch so etwas. :cursing:

    Da gibt es nur eines, was zu tun ist:
    Das Schild einkassieren und ab damit zur nächsten Polizeiwache oder dem Ordnungsamt. Das Beweisfoto (wurde ja offensichtlich bereits angefertigt) dort vorzeigen und mit kleinem Vierzeiler (Ortsangabe, Zeit usw.) das Werbe-Schild dort stehen lassen. Jetzt komme mir keiner, dafür habe er keine Zeit. Denn die sparst du doppelt und dreifach ein, weil dein Beispiel Schule machen wird und langfristig dazu führt, dass du weniger Slalom fahren musst. (Bzw. Schlimmeres siehe Beitrag von "Explosiv": "Hinter dem Schild tritt ein Mensch hervor.")
    Es ist die einzige Chance, die wir als Fahrradfahrer haben, im Gegensatz zum MIV. Dort sitzt der ADAC dahinter und der hat gut bezahlte Leute, die sich um jeden Sch... kümmern.


    Mir wurde das schlaglichtartig klar, als ich als Elternvertreter an einer Unfallsicherheits-Sitzung unserer Schule teilnahm. Bei solchen Sitzungen ist stets ein ADAC-Vertreter dabei. Die haben dazu einfach die Organisation und sind leider stets präsent. Mein Antrag den ADAC-Verteter von der Sitzung auszuschließen wurde abgelehnt. (Es ging um Geschwindigkeitskontrollen und eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit vor der Schule.)
    Die Schulleitung verteidigte die Anwesenheit des ADAC-Verteters damit, dass man den ADAC nicht unter Generalverdacht stellen dürfe. Wie weltfremd ist das denn? Natürlich steht der ADAC-Verteter unter Verdacht, aber ganz gewaltig!


    Weil Autofahrer sich auf ihre Organisation verlassen (verlassen dürfen, muss man leider sagen) können wir als Fahrradfahrer uns leider nur in der Form gegen die systematische Benachteiligung der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer zu Wehr setzen, indem wir jeder selbst uns kundig machen und eingreifen, wo's geboten ist. Den ADFC zu stärken ist natürlich auch eine Option, aber der verfügt leider nicht über die selbe Durchsetzungskraft wie der ADAC.


    Juristisch betrachtet handelt es sich beim gezeigten "Engpass" meines Erachtens um eine Gefahrenabwehr, wenn man da einschreitet. Und selbst wenn nicht viel mehr dabei rauskommt als dass das Schild dann bei der Polizei oder dem Ordnungsamt rumsteht, so trägt es doch zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes und der juristischen Quailifikation bei.


    Bei gefährlich aufgehängten Wahlplakaten habe ich so was schon gemacht. Die Vertreter der Ordnungskräfte reagierten gelassen bis freundlich. Wie aktiv die dann ihrerseits wurden entzieht sich leider meiner Kenntnis.

    In der Kurt-Schumacher-Straße in Hannover gibt es seit ca. einem Jahr neue Fahrradbügel, von denen in Kürze viele wieder beschädigt waren. Jedoch nicht durch Fahrräder. Dafür sind sie hinreichend stabil gebaut. Die Bügel sehen sehr filigran aus, haben aber dennoch eine recht auskömmliche Materialstärke, die jedoch bestimmten Fahrzeugen nicht gewachsen ist. Wer auf Durchreise ist und ein wenig Zeit hat, vom Hauptbahnhof aus sind es gerade mal ca 5 Minuten bis zu den neuen Fahrrad-Bügeln in der Kurt-Schumacher-Straße.





    Mein Vorschlag:
    Schwerter zu Pflugscharen!" Bzw.: "Panzer-Kanonenrohre zu Fahrradbügeln!"
    Sieht vielleicht nicht so elegant aus, hätte aber das Zeug zum Kunst-Projekt und würde vermutlich mehr Widerstand bieten.


    Noch eine bemerkenswerter Vergleich:Beim Terroranschlag in Berlin mit 11 Toten ist das Geschrei groß und überall werden Maßnahmen zum Schutz der Menschen ergriffen.
    Aufgrund der Luftverschmutzung sterben in 10 Minuten ungefähr genauso viele Menschen in Deutschland. Aber die sterben ja zu hause und niemand sieht sie.


    Der Vergleich an sich stammt aus dem Video, die Zahlen hatte ich nicht mehr im Kopf und habe sie gerade selbst zusammen gesucht.

    Auch darauf wird in dem Film ausdrücklich hingewiesen:
    "Das macht mich zornig. Weil das macht mich wirklich, wirklich böse. Sie müssen sich vorstellen, die Leute werden wirklich schwer krank, sie sterben. Sie sterben aber zu hause allein im Bett, deswegen macht es keinen großen Aufruhr." Zitat von Lungenfacharzt Norbert Mülleneisen, Leverkusen. Er kommt mehrfach in der ARD-Sendung zu Wort, unter anderem mit diesem Zitat bei Minute 28:10.
    Schau dir doch auch nochmal den ganzen Beitrag an, bin neugierig, was dir noch so ins Auge springt! Es ist ja eine Sache, was man sich selbst bereits für ein Bild von einer Sache gemacht hat. Aber wenn man das auch noch in einer gut gemachten Sendung bestätigt bekommt, ist das noch mal ein kleines "Sahne-Tupferl". Auch wenn's hier ganz und gar nicht um Sahne geht.
    Exclusiv im Ersten: Keine Luft zum Atmen
    10.07.2017 | 29 Min. | UT | Verfügbar bis 10.07.2018 | Quelle: Das Erste

    Allerdings eins fehlt mir in der Sendung: Die Schuld für schlechte Luft durch Autoabgase wird einseitig auf die Diesel abgeladen, dabei verdrecken auch Benziner die Luft. Und überhaupt ist die Geasamtproblematik, dass Verkehrsprobleme nicht durch Autoverkehr gelöst werden können (egal welcher Antrieb) zu kurz gekommen.

    Habe mir inzwischen den Beitrag nochmals genau angeschaut und dabei eine Antwort auf eine Frage gefunden die mich schon länger beschäftigt:
    Warum machen die das eigentlich?
    Ca. ab Minute 14:00 erläutert der Film die Abgasreinigung durch AGR und den Grund für die Abschaltung durch die Betrugssoftware:
    Warum werden die Motoren eigentlich abgeschaltet? Weil bei der Abgasreinigung ein Teil der Abgase in den Motor zurückgeführt wird. AGR (=Abgasrückführung) Dadurch wird der Stickoxidwert reduziert. Die Motoren jedoch verrußen, weil die zurückgeführten Abgase auch Ruß enthalten. (ab Minte 14:00)
    Dazu hab ich mir folgendes Schaubild erstellt:


    Bisher hatte ich die Fahrer von Dieselfahrzeugen ja meistens noch die "Opferrolle", die sie oft spielen, abgenommen. Vollig ahnungslos kaufen sie den Diesel-PKW vom Autohändler ihres Vertrauens und wissen gar nichts davon, welchen Schaden sie damit anrichten.


    Die Sendung jedoch kommt diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis. In der Sendung wird darauf hingewiesen, dass Autohersteller (genannt wird BMW) ihren Kunden eine Drosselung der Abgasareinigung per Software-Update in der Werkstatt anbieten, um die oben beschriebene Gefahr der Motor-Verrußung noch weiter zu senken, als es bereits durch die manipulierte Software ohnehin schon der Fall ist.
    Und in den Werkstätten sind diese Kunden kein Einzelfall. In Minute 15:15 wird darüber berichtet, dass die Hersteller ausdrücklich diese Maßnahme empfehlen.


    Wenn mir noch mal ein Diesel-PKW-Fahrer unter kommt, dann werde ich ihn erst mal fragen, ob er denn schon zum Updaten in der Werkstatt war, damit sein Motor nicht so schnell verrußt.

    Heute Abend um 22.10 Uhr im Ersten: Keine Luft zum Atmen

    Bin mit dem Link nicht weitergekommen, habe die Sendung aber auf diesem Weg gefunden:


    Ein Zitat einer von Autoabgasen geplagten Stadtbewohnerin aus der Sendung macht deutlich, dass auch die Umweltorganisationen in der Kritik stehen:
    "Wir als Menschen sind nichts wert! Wäre ich jetzt eine Feldmaus oder so was, würde ich mehr geschützt als als Mensch." (Minute 3:19)

    Die Deutsche Umwelthilfe verklagt Hannover:


    Umwelthilfe will VW-Diesel stoppen
    Verband verklagt die Stadt Hannover: Sie soll den Betrieb aller Autos mit manipulierten Motoren untersagen. Bis zur Verhandlung wird es allerdings mindestens ein Jahr dauern.
    Von Mathias Klein und Michael B. Berge, HAZ, Printausgabe vom 12.7.2017. (Auf der Internetseite der HAZ gibt es von dem Artikel bislang nur éine Vorschau.)
    Mal unabhängig davon, dass auch deutlich "saubere" Autos keine Verkehrsprobleme lösen sondern solche verursachen, sind zwei Aspekte der Klage sehr interessant:


    1. Da ist zum einen das komplizenhafte Vorgehen der Zulassungsstelle, das mit der Klage offen gelegt wird. Die Zulassungtsstelle lässt wissentlich PKW zu von denen bekannt ist, dass sie die Schadstoffgrenzwerte deutlich überschreiten, ja zum Teil höher liegen als bei einem Omnibus oder LKW.


    2. Und da ist andererseits das Verhalten von Diesel-PKW-Fahrern, die ein Updaten ihres Wagens durch den Hersteller ablehnen, weil sie befürchten, dass dadurch einige PS verloren gehen könnten. "Außerdem verzichteten zahlreiche Autobesitzer aus Angst um die Leistungsfähigkeit ihres Motors auf den Besuch der Werkstatt.", heißt es dazu in dem Artikel.


    In dem Artikel wird ferner berichtet: "Die Umwelthilfe hat nicht nur in Hannover, sondern auch in neun anderen Großstädten eine entsprechende Klage eingereicht." Hier im Forum schreiben ja Fahradbegeisterte aus verschiedenen Städten. Welchen Städte werden denn noch verklagt von der DUH und wie reagieren die Städte?
    In dem HAZ-Artikel wird die Stadt mit einer Aussage zitiert, die deutlich macht, dass von den Abgasen geplagte Stadtbewohner nicht auf Abhilfe durch die Stadtverwaltung rechnen können: "Haben „nicht die Absicht, den betroffenen Haltern die Zulassung zu entziehen“, so heißt es von Seiten der Stadt.


    Siehe auch: Zeit.de vom 6.1.2017, Moderne Diesel-Pkw stoßen mehr Schadstoffe aus als Lastwagen




    Nä, der Plan. Wisst ihr Bescheid, nä? Ist ja wie beim Hafengeburtstag, nä (...)


    Heute war sich jeder selbst der nächste. Ich wartete an der Gärtnerstraße ewig auf einen Metrobus 5 und stieg dann in einen wagen, der kurz zuvor von Niendorf hergekommen war und dann wieder zurückfuhr. Bis zum Siemersplatz brauchten wir eine gute halbe Stunde — zu Fuß wäre ich schneller gewesen. Das lag auch daran, dass sich heute jeder selbst der nächste war und linksabbiegende Kraftfahrer bei jedem Umlauf wieder die Kreuzung blockierten. Erst als der Busfahrer einem Kraftfahrer verdeutlichte, wer hier das größere Fahrzeug führe, konnten wir die Haltestelle anfahren.

    Was mich wundert ist, dass anscheinend trotz G20 noch so viele Leute mit ihren Autos unterwegs waren. Waren nicht viele Hamburger stinksauer, dass ihnen G 20 zugemutet werden sollte. Weil mit empfindlichen Einschränkungen zu rechnen war? Aber das hält anscheinend viele Autofahrer nicht davon ab trotzdem so zu tun. als ob nichts wäre. Also immerzu möglichst alle innerstädtischen Wege mit dem Auto zurücklegen.

    Der HVV bietet ja nun G20 geschädigten Autobesitzern kostenlose Monatskarten an, damit sie weiter mobil sein können (die nun autolosen Autobesitzer).
    "In den vergangenen Tagen sind in mehreren Hamburger Stadtteilen willkürlich Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Den Geschädigten wurde seitens des Senats bereits schnelle Hilfe zugesagt.
    Der HVV als Mobilitätsdienstleister möchte darüber hinaus alle betroffenen Autobesitzer sofort unterstützen und stellt ihnen deshalb kostenlose Monatskarten für den HVV-Gesamtbereich zur Verfügung. Ab Montag können die Fahrkarten in der HVV-Servicestelle am Johanniswall abgeholt werden." So heißt es in einer Pressemitteilung des HVV vom 9.7.2017


    Schade dass StadtRAD anscheinend gepennt hat. Aber vielleicht ist es ja noch nicht zu spät. Wäre doch noch eine tolle Sache wenn seinerseits StadtRAD verkündete:
    "In den vergangenen Tagen sind in mehreren Hamburger Stadtteilen willkürlich Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Den Geschädigten wurde seitens des Senats bereits schnelle Hilfe zugesagt. StatRAD als Mobilitätsdienstleister möchte darüber hinaus alle betroffenen Autobesitzer sofort unterstützen und stellt ihnen deshalb für einen Monat kostenlos die Teilnahme am StadtRAD-Verleihsystem zur Verfügung. Ab Dienstag können die Fahrräder an den bekannten StadtRAD-Standplätzen kostenlos ausgeliehen werden. Weitere Informationen über unsere Service-Telefonnummer: ....."


    Foto: Fahrradverleihsystem Konrad, Kassel

    So so..., der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ruft also zu Spenden auf.
    Hoffentlich geht die reiche Kirche selbst mit gutem Beispiel voran...

    Das tut sie, wobei "die Kirche" oder "die reiche Kirche" sehr verallgemeinernd ist. Dass Phänomen "Kirche" aus christlicher Sicht so eine Art Vorstufe zum himmlichen Reich Gottes, ist natürlich sehr differenziert zu betrachten. Und mit diesem hohen Anspruch versehen wird mancher sagen, das kann ja eigentlich nur schiefgehen und natürlich ruft es jede Menge "Spötter" auf den Plan.


    Aber um mal was Erfreuliches zu berichten: Seit viele Jahren schon segnen die Pfarrer der katholischen Kirchengemenden Autos, meist im Anschluss an einen Sonntagsgottesdienst vor den Sommerferien. Ob das nachweislich zu weniger Verkehrsunfällen führt kann ich dir nicht sagen. Aber in der katholischen Kirchen-Gemeinde meines Vertrauens werden bei dieser Gelegenheit seit einigen Jahren auch Fahrräder (und Rollstühle, Rollatoren, Kinderroller usw.) gesegnet. Ich sag mal nicht ganz unbescheiden, dass ich an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt war.


    Immerhin relativierte diese Entwicklung ein Stück weit die Omnipräsenz des Autos, dass es leider selbst in Kirchenkreisen hat.

    Während viele Menschen hungern werden Autos immer dicker und fressen nicht nur Fahrradverkehrsflächen auf sondern nehmen Menschen bezahlbahre Nahrung weg: „Weltweit wird mehr als genug Nahrung produziert, damit alle Menschen satt werden können. Und doch stirbt alle dreieinhalb Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger oder Unterernährung: Die Nahrung ist auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt. Spekulanten handeln mit Lebensmitteln wie mit Aktien. Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos.“ Quelle: Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider in:
    „Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos“: Präses Schneider ruft zu Spenden für „Brot für die Welt“ auf,
    radverkehrsforum.de/attachment/5318/


    G20 bzw. die randalierenden Idioten haben mir 3 Stunden Arbeitszeit geklaut, weil die Kita geschlossen wurde X(

    Hallo Chrik,
    wWie sieht das denn dein Arbeitgeber? Gibt er dir frei (bezahlt frei) zur Kinderbeaufsichtigung? Du kannst ja schlecht das Kind alleine zu hause lassen. Bietet er an das Kind in den Betrieb mitzubringen? (Falls das überhaupt geht von den Örtlichkeiten her.) Und kannst du für die Zeit der nicht angebotenen Betreuungsleistungs durch den Kindergarten deinen Kindergartenbeitrag entsprechend senken? Das wäre ja dann so eine Art zusätzliche G20-Protestaktion.
    Grüße, Ullie

    Das ist so vereinfacht leider nicht richtig.

    Weitere Details sind auf der verlinkten Seite nachzulesen.

    Hallo foobar,


    Vielen Dank für den Hinweis.


    Ich habe das gleich mal versucht umzusetzen. Geht das so (Siehe unten links):


    Aber wie krieg ich das Copyright-Zeichen (C mit dem Kringel drum) geschrieben? Ich habe einfach deinen kopiert und in mein Bild eingefügt. Aber das muss doch sicher auch noch irgendeine Taste dafür geben?
    Leider kann ich die Bilder in meinem Beitrag nicht mehr verändern, weil ich darsn nichts mehr verändern kann. Der "Bearbeiten"-Button erscheint nicht mehr. Muss wohl auch so gehen.

    Na da lagen wir beide ja ganz schön daneben mit unserer skeptischen Einschätzung. In Anbetracht der jetzigen Umfragergebnisse, die darauf hindeuten, dass sehr viele HAZ-Leser (unter denen ein hoher Anteil mit dem Auto mobil ist) mehr Radverkehr auf der Straße fordern, hat die HAZ-Umfrage es tatsächlich an den Tag gebracht, dass mehr Radverkehr auf der Straße gefordert wird. Da hegten wir den Verdacht einer "Verschwörung" der HAZ mit der Autofahrerschaft gegen die Radfahrerschaft und dann kommt so was bei raus: "Ja, auf der Straße ist man als Radfahrer deutlich sicherer unterwegs. 67% von insgesamt 3481 Stimmen"

    Hallo Julius,


    und was meinst du, hat da auch jemand manipuliert beim Umfrageergebnis? Ich gehe mal von keiner Manipulation aus und mich hat es jetzt nicht wirklich überrascht, dass so viele den Elektromotor-Auto-Plänen von Volvo zugestimmt hatten. Aber das hat vermutlich vor allem mit dem Aufruf des ADAC von letzter Woche zu tun, vorerst keine Diesel-Autos mehr zu kaufen. Eigentlich hatte der ADAC ja nur dazu aufgefordert, vorerst keine Diesel-PKW mehr zu kaufen. Aber viele sehen darin wohl einen endgültigen Abgesang auf die Diesel-PKW-Technik.


    "Wer mit dem Gedanken eines Dieselauto-Kaufs spielt, sollte nach Empfehlung des ADAC noch warten. Der Automobilclub erwartet den Start der Modelle mit neuem Abgasstandard. Dieser erfolgt zeitnah."
    Handelsblatt vom 28.6.2017



    Und natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass man nichtrepräsentative Umfragen auf keinen Fall überbewerten sollte. Was den von dir angesprochenen Unterhaltungswert angeht: Der steckt ja auch in der Form darin, dass sich der Leser die Frage stellt, wie würde denn wohl das Ergebnis einer wirklich repräsentativen Umfrage wohl aussehen.


    Auch repräsentativere Umfragen, die mit einem größeren Aufwand erstellt werden, sollte man nicht überbewerten, denn die Meinungsbilder und ihre Verbreitung in der Bevölkerung zu einem Thema können sich u. U. schnell ändern. Ich denke das geschieht gerade in der Frage der Diesel-PKW.


    Und auch was die Benutzung des Autos als Mobilitätssystem in der Stadt angeht, hat sich bereits seit Jahren ein Wandel vollzogen, der jetzt nochmal durch den Dieselskandal verstärkt wurde.
    "In einerAbstimmung mit den Füßen vollzieht unsere Gesellschaft schon heute dieVerkehrswende: Viele Menschen steigen aufs Fahrrad und öffentlicheVerkehrsmittel um." aus Zeit.de vom 28.6.2017


    Allerdings vernachlässigt auch dieser Zeit-Artikel den Aspekt, dass sich immer mehr Radfahrer und Benutzer des ÖPNV sich nicht mehr mit Hinhalteparolen ruhig stellen lassen, sondern von dieser Seite ganz offensiv einen Rückbau der MIV-Infrastruktur gefordert wird, damit besser umweltverträgliche Verkehrsmittel den Platz bekommen (breite Radfahrstreifen statt schmale Schutzstreifen auch wenn dafür eine Autospur oder Parkplätze wegfallen / deutliche Ampelvorrangschaltung für den ÖPNV usw.), der ihnen zu Recht zu gewähren ist.


    Viele Grüße, Ullie

    Wie setzt sich denn die befragte Gruppe zusammen? Das war doch nie und nimmer ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung Hannovers!

    Hallo Spkr,
    das Ergebnis der Umfrage sah ja so aus:
    Soll die Benutzungspflicht für Radwege aufgehoben werden?
    Das Ergebnis, veröffentlich in der Ausgabe der HAZ vom 30.6.2017:
    1. Ja, auf der Straße ist man als Radfahrer deutlich sicherer unterwegs. 67% von insgesamt 3481 Stimmen
    2. Nein, das gibt doch nur ein gefährliches Durcheinander. 32% von insgesamt 3481 Stimmen
    3. Ich fahre kein Fahrrad. 1% von insgesamt 3481 Stimmen


    Wie würde denn deiner Meinung nach ein Abstimmungsergebnis aussehen, dass einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Hannovers präsentiert?
    Ich war wie schon gesagt überrascht, dass sich nicht deutlich mehr für die 2. Antwortmöglichkeit entschieden haben, zumal nach meiner Einschätzung die Anzahl der Autofahrer unter den HAZ-Abonennten deutlich überepräsentiert ist im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt. Und den Autofahrern habe ich bislang immer unterstellt, dass sie nichts davon wissen wollen, dass sie den Verkehrsraum, den sie als ihr unbedingtes Alleineigentum betrachten, einfach so für Radfahrer öffnen wollen (wie es das Umfragergebnis nahelegt). Und selbst innerhalb der Radfahrerschaft gibt es ja zum Teil deutliche Vorbehalte gegen den Radverkehr auf der Straße.


    Wenn man mal von der von der Möglichkeit der Manipulation absieht, auf die ja auch Julius hingewiesen hat, und wenn man davon ausgeht, dass nur wenige Nicht-Autofahrer abgestimmt haben, dann nehme ich einfach mal an, dass in der Autofahrerschaft ein Umdenken stattfindet. Vielleicht haben es viele Autofahrer ja satt, dass sie immerzu und von überall her damit rechnen müssen, dass Radfahrer angeschossen kommen und sie wollen sie lieber auf Radfahrstreifen auf der Straße sehen können?


    Hier ein Radfahrer, der auf einem Radfahrstreifen fährt, der in Marburg an einer längeren Omnibushaltestelle (für drei bis vier Busse) entlang angelegt ist.


    Viele Grüße Ullie

    Ich hab es gerade ausprobiert. Es genügt schon, den Browserverlauf zu löschen, damit man erneut abstimmen kann.


    Ich habe viermal abgestimmt. Einmal meine Meinung und noch je einmal alle drei Antwortmöglichkeiten. Alle Stimmen wurden gezählt. Somit in keinster Weise aussagekräftig.

    Hallo Julius,


    was heißt hier "aussagekräftig"? Im vorliegenden Fall, bei der Frage nach der Einschätzung zur Dieselabsage von Volvo, wird ja alleine schon durch die Aufnahme dieser Frage in die tägliche HAZ-Umfrage eine Aussage von der Redaktion getroffen.


    Und wenn man sich dann die Antwortmöglichkeiten so anschaut, dann frage ich mich, was wohl jemand ankreuzt, der dem Autoverkehr als Mobilitätssystem ohnehin sehr skeptisch gegenübersteht.
    Volvo setzt voll auf den E-Antrieb und verabschiedet sich schrittweise vom Verbrennungsmotor. Ist das der richtige Weg?


    E-Antrieb bei Volvo


    1. Ja, endlich macht es mal einer.
    2. Nein, für größere Hersteller werden Diesel und Benziner immer eine Option bleiben.
    3. Das ist doch alles nur eine PR-Geschichte.


    Da fehlt mir doch eindeutig die Antwortmöglichkeit:


    4. "Das Auto hat als Massenverkehrsmittel ohnehin ausgedient. Egal ob mit Elektro- oder Verbrennermotor. Volvo sollte lieber mehr Omnibusse bauen."


    Ist ja nicht so, dass Volvo ausschließlich nur Autos baut: Hier einer mit Dieselmotor, der im Rhein-Main-Verkehrsverbund eingesetzt wird:



    Und Volvo verkauft auch Elektrobusse:
    "Volvo hat weltweit bereits 3000 Elektro- und Hybridbusse verkauft."
    aus: "Pro Elektrobusse: Wer ein Zeichen setzen will, steigt jetzt um", SZ vom 15.4.2017,
    Ob Volvo auch Fahrräder baut ist mir leider nicht bekannt. Aber es könnte ja auch als Antwortmöglichkeit dazukommen:



    5. Volvo sollte lieber Fahrräder mit Elektromotor bauen.


    Die HAZ trifft also mit ihrer Umfrage indirekt die Aussage, dass sie den Massen-MIV mit Autos für ein unverzichtbares Mobilitätssystem hält, das notfalls im Elektrobetrieb fortgesetzt wird. Sonst würden ja auch die 4. und 5. Antwortmöglichkeit angeboten.


    Eine andere Aussage wird durch die HAZ-Umfrage ebenfalls getroffen: Wenn man den Verdacht hegt, dass eine HAZ-Umfrage manipuliert wird, dann stellt sich ja auch die Frage, wer so was macht.


    Die Zeitung selbst?
    Julius? - Ullie?
    Oder sonst jemand, der genug Zeit hat, sich immer wieder bei der HAZ-Internetseite einzuloggen und abzustimmen, anschließend den Browswerverlauf zu löschen und sich erneut einzuloggen?
    Oder jemand, der dafür nicht die Zeit hat, dafür aber ein Programm, dass die viele Handarbeit ersetzt?
    Und wenn da so wäre, macht das dann diejenige oder derjenige auf eigene Rechnung oder im Auftrag von wem?


    Wenn sich also viele an der Umfrage beteiligen, dann dokumentiert das Interesse an dem Thema, wenn auch im Einzelfall ungeklärt ist, wer da Interessen hat. Ich weiß da technisch darüber zu wenig, aber würde das nicht auffallen, bzw. kann man das nachprüfen, ob alle oder eine große Zahl von Abstimmungen vom selben Computer aus gemacht werden? Und möglicherweise zieht die HAZ daraus ihre ganz eigenen Schlüsse?


    Vielen Dank für den kleinen Abstimmungstest Julius und viele Grüße,


    Ullie

    Diesel schmeckt nicht. Von daher können vom Verbrauch eines Autos auch keine Hungernden satt werden. Dieser an den Haaren herbeigezogene Vergleich ist es, der die Gesamtargumentation unglaubwürdig macht und meinem Empfinden nach dem berechtigten Anliegen die Schärfe nimmt.


    (...)
    "Weil mein Auto Sprit verbraucht hungern Kinder" ist unzulässig. Ebenso wie "Höherer Käsekonsum führt zu mehr Toten durch Strangulation im eigenen Bettlaken":

    "Brasilien hat früh damit begonnen, petrochemische Produkte als Energiequelle für den Antrieb von Fahrzeugen durch „alkochemisch“ gewonnenen Sprit zu ersetzen. Um sich von der Erdöl-Abhängigkeit zu befreien, wurden die Zuckerrohrbauern schon in den siebziger und achtziger Jahren dazu gebracht, Ethanol - und nicht Zucker - aus dem Zuckerrohr zu gewinnen. Das Land ist Vorreiter in der effizienten Verarbeitung von Zuckerrohr zu Treibstoff geworden. Im April wurden 283,9 Millionen Liter Ethanol exportiert - das sind, wegen des wachsenden Bedarfs in den Vereinigten Staaten, in Schweden und in anderen Ländern, fast doppelt so viel wie im April 2006, als Brasilien 144,3 Millionen Liter ausführte."
    Quelle:


    "Das EU-Parlament hat am Mittwoch, den 11. September in Sachen Biokraftstoffpolitik die vom EU-Umweltausschuss vorgeschlageneb Begrenzung der Biokraftstoffquote von fünf Prozent abgeschwächt und für eine Begrenzung von sechs Prozent gestimmt. Europaweit gesehen bedeutet dieses Ergebnis keine klare Trendwende, sondern eine weitere Steigerung des Verbrauchs an Biokraftstoffen, die aus Nahrungsmitteln hergestellt werden.
    Immerhin: Von zehn auf sechs Prozent!
    Die Begrenzung – wenn auch nicht in dem Ausmaße wie gewollt - zeigt aber, dass die negativen Folgen der Biokraftstoffpolitik für die Ernährungssicherung und Umwelt anerkannt werden. Doch noch immer müssen Menschen mit weiterem Landraub und steigenden Nahrungsmittelpreisen rechnen, denn die Devise scheint zu lauten: Vorerst für den Tank - später der Teller."
    Quelle:


    "Der vertrauliche Bericht der Weltbank, der am Freitag an die Öffentlichkeit gelangt ist, zeigt nach Ansicht des katholischen Hilfswerks MISEREOR auf dramatische Weise die Auswirkung von Agrotreibstoffen auf die aktuelle Hungerkrise in vielen Entwicklungsländern."
    Quelle:


    Ich hoffe du akzeptierst mit diesen Hinweisen, dass das mit dem Treibstoff für Autos und dem Hunger nicht einfach "an den Haaren herbeigezogen" ist!