Beiträge von Ullie

    Und genau das brechen Modelle wie in Groningen ja auf. Da muss man nachdenken, ob man mit dem Auto wirklich am Besten zum Ziel gelangt. Da gibt es die Tradeoffs Umwege vs. direkt mit Rad oder zu Fuß. Und Stellplätze die nicht zwingend in direkter Nähe des Ziels verfügbar sind, und außerdem ganz und gar nicht kostenlose Almende darstellen. Und schon kommt man ins Nachdenken, bevor man das Auto in Bewegung setzt.

    Auch hier - niederländische Lösung. 100€ für's Falschparken in Verbindung mit einer hinreichenden Eintrittswahrscheinlichkeit fördern das Nachdenken. Die meisten kommen dann mindestens zu dem Schluß, dass Parkhaus die günstigere Lösung darstellt. Oder sie bewegen sich halt anders fort.

    Ich finde es ist zu kurz gedacht, wenn man annimmt, dass es auch in Zukunft noch Parkhäuser für Autos geben wird.

    Keine Parkplätze im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen, kann nur ein Anfang sein.

    Und keine Parkplätze im öffentlichen Raum bedeutet auch keine Behindertenparkplätze. Stattdessen muss der ÖPNV barrierefrei ausgestattet werden!

    Sehr viele Menschen mit Behinderung sind gar nicht in der Lage ein Auto zu fahren. An die denkt oft keiner, wenn Vertreter der Autolobby auf die Mitleidstour daherkommen und das klassische Auto als unverzichtbares Hilfsmittel für Behinderte bezeichnen.

    Und private Auto-Stellplätze, zum Beispiel in Parkhäusern, auf privaten Grundstücken usw. darf es in Zukunft auch nicht mehr geben. In der Stadt nicht und auch nicht im ländlichen Raum!

    Für eine gewisse Übergangszeit wird man nicht umhin kommen, im begrenzten Umfang herkömmlichen Auto-Lieferverkehr zuzulassen. Aber auch das kann nur eine Übergangslösung darstellen.

    100€ für's Falschparken in Verbindung mit einer hinreichenden Eintrittswahrscheinlichkeit fördern das Nachdenken. Die meisten kommen dann mindestens zu dem Schluß, dass Parkhaus die günstigere Lösung darstellt. Oder sie bewegen sich halt anders fort.

    Noch teurer ist es, wenn das Fahrzeug abtransportiert wird, auch in Deutschland. Aber die Verkehrsbehörden agieren nach meiner Beobachtung da viel zu zurückhaltend. Mein Eindruck ist, dass das Abschleppen in deutlich weniger Fällen angewendet wird, als es angewendet werden könnte.

    Ich habe zwar eine Plastikkarte bekommen, mit QR-Code und Lichtbild, aber ohne Chip.

    Ein Handyticket ist mir gar nicht erst angeboten worden.

    Ich wundere mich wirklich, wie die Kontrollierbarkeit gewährleistet sein soll, wenn so unterschiedliche Deutschlandticket-Modelle vertrieben werden.

    Während im Verkehrsverbund Rhein Neckar (VRN), das ist immerhin einer der größten oder gar der größte Verkehrsverbund in Deutschland, der über mehrere Bundesländergrenzen hinweg arbeitet, offensichtlich ein QR-Code auf dem Deutschlandticket im Chipkartenformat prangt, gibt es auf dem Deutschlandticket des HVV keinen QR-Code.

    Aber wer weiß, vielleicht können die modernen Lesegeräte der Kontrolleure ja auch beides lesen, eine QR-Code ebenso gut wie einen eingebauten Chip?

    In der HAZ-Printausgabe von gestern, 15.5.23, heißt es dazu:

    "Fährt beispielsweise eine Fahrradfahrerin in der Mitte ihres Streifens, also über die Klammern auf ihrer Seite, und ein Auto mit dem rechten Außenspiegel genau über die Klammern auf seiner Seite, dann sind gerade noch 1,50 Meter Abstand gegeben.

    Das trifft jedoch nicht zu:

    Wenn beim Fahrradfahrer das Lenker-Ende entscheidend ist, und beim Autofahrer die Außenspiegel-Außenkante, dann ist das deutlich unter 1,50 m Abstand, wenn die Fahrradfahrerin in Klammermitte fährt und der Auto-Außenspiegel über der Markierung schwebt.

    Noch eine andere Aussage in dem Zitat ist schlicht unzutreffend:

    "Fährt beispielsweise eine Fahrradfahrerin in der Mitte ihres Streifens, also über die Klammern auf ihrer Seite ..." so heißt es in dem Artikel.

    Der Abstand zur linksseitigen Schutzstreifen-Begrenzung ist von der Klammermitte aus betrachtet 85 cm. Von der Klammermitte zur rechtseitigen Schutzstreifenbegrenzung ist der Abstand 55 cm (jeweils gemessen im rotmarkierten Streifen, also ohne die weiße Linie).

    Im Text heißt es jedoch, die Fahrradfahrerin fahre in der Mitte des Schutzstreifens.

    Hab ich etwas nicht bedacht? Oder versucht die Polizei hier ein ungesundes Fahrradfahrer-Verhalten zu propagieren?

    Insbesondere wenn man bedenkt, dass zahlreiche Schutzstreifen noch viel dichter und ohne rechtsseitige Begrenzungslinie an den parkenden Autos entlangführen, ist es für Fahrradfahrerinnen wegen der Dooring-Gefahr außerordentlich gefährlich, den Schutzstreifen mittig oder gar rechts von der Mitte zu befahren.

    Sicherer ist es, möglichst links den Schutzstreifen zu befahren und ggf. auch mal den Schutzstreifen "rechts liegenzulassen".

    Dazu kommt das eklatante Versagen des Gesetzgebers hinsichtlich der hinreichend erprobten Sicherheitseinrichtung Türöffnungsassistent.

    Einerseits erweckt die Polizei den Eindruck, es sei richtig, rechts der Mitte auf dem Schutzstreifen zu fahren, andererseits wurde vom Gesetzgeber bislang versäumt, Türöffnungsassistenten verbindlich vorzuschreiben. Dabei gibt es längst erprobte Modelle, die mit hoher Zuverlässigkeit verhindern, dass die Autotür geöffnet werden kann, wenn sich ein Fahrradfahrer (oder Fußgänger oder ein anderes Auto) von hinten nähert.

    Ein Fahrradfahrer wird in der Wedekindstraße in Hannover von einem Auto überholt.

    Beim Fahrradfahren auf Fahrbahnen mit Schutzstreifen ist ein genügend großer Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos einzuhalten, um Dooring-Unfällen vorzubeugen.

    Autofahrer wiederum müssen beim Überholen einen ausreichend großen Sicherheitsabstand einhalten. Oft fahren Fahrradfahrer*innen langsamer als der Autoverkehr. Deshalb kommt es häufig zu solchen Überholvorgängen.

    "Die Fahrradstaffel der Polizeidirektion Hannover hat am Dienstag, 22.06.2021 in der Wedekindstraße die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,50 Meter beim Überholen von Radfahrenden überprüft. Bei insgesamt 39 beobachteten Überholvorgängen hielten sich neun Autofahrer nicht an die Abstandsregeln." Presseportal vom 22.6.2021 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/66841/4949053

    Damals wurde mit temporären Fahrbahn-Markierungen aus Sprühkreide gearbeitet, in den letzten Tagen wurden dauerhafte Markierungen appliziert und erneut Kontrollen durchgeführt.

    Welche Rückschlüsse lassen die Markierungen zu in Bezug auf die Vorstellungen der Polizei, wie ein Schutzstreifen befahren werden sollte?

    Das Foto zeigt die Kontrollmarkierungen der Polizei in der Wedekindstraße:

    Die Klammer-förmigen Markierungen haben keine Bedeutung für den Fahrbetrieb, sondern dienen ausschließlich dazu, bei Kontrollen beweissichernde Fotos machen zu können. Was hat sich die Polizei jedoch dabei gedacht, die Markierungen so anzubringen?

    Mein erster Eindruck: Wenn Fahrradfahrende nach Vorstellung der Polizei auf dem Schutzstreifen mit ihren Laufrädern zwischen der Klammer fahren sollen, dann ist das abzulehnen, denn das würde bedeuten, dass der Schutzstreifen noch rechts von der Mitte benutzt würde. Das bedeutet eine stark erhöhte Dooring-Gefahr.

    Um diesen ersten Eindruck mit Zahlen belegen zu können, habe ich nachgemessen:

    Würde man tatsächlich mit den Laufrädern zwischen den Klammern fahren, dann beträgt der Abstand der Räder zu den parkenden Autos 1,05. Allerdings ist ein Fahrradlenker 60 bis 70 cm breit! (Die Hälfte davon ist 30 bis 35 cm.) Der Abstand zwischen Lenker-Griff und parkenden Fahrzeugen beträgt also nur 70 bis 75 cm und das ist deutlich zu gering, um Dooring-Unfällen vorzubeugen.

    Erschwerend kommt dazu, dass viele Autos unsinnig breit gebaut sind und neue Modelle immer breiter werden. Dann wird, wie im oberen Bild zu sehen, nicht mehr korrekt in der Parkbucht geparkt, sondern es wird die Gosse mitbenutzt. Folge: Der Fahrradverkehr ist gezwungen, weiter mittig zu fahren. Die Polizei scheint auch diesen Aspekt mit ihren Markierungen überhaupt nicht zu berücksichtigen. :(

    Neu "gestalteter" VB bei uns, die vorwiegende Aufenthaltsfunktion springt einem quasi ins Auge.

    Auf diesem streetview-Foto von 2017 sieht man noch Parkplatzmarkierungen, parkende Autos und einen Bürgersteig-Falschparker in der Liebfrauenstraße in Trier:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Sollen denn die Bordsteinkanten noch verschwinden, wie es eigentlich in einem verkehrsberuhigten Bereich vorgesehen ist? Immerhin, die herumstehenden Autos von 2017 sind schon mal weg. Die blauen Hütten (sind das Toilettenhäuschen oder Altkleider-Container?) sind jetzt so viel besser auch nicht als Autos. Aber immerhin keine parkenden Autos und das ist ja erst mal gut so.

    Autoabstellplätze im öffentlichen Straßenraum zeugen ohnehin von einer unfähigen Verkehrspolitik.

    Warum wird auf Kosten der Allgemeinheit ein hochproblematisches Verkehrsmittel gefördert?

    Die Steigerung ist das Abstellen von Wohnmobilen.

    Immerhin für Wohnwagen-Anhänger gilt, dass sie nach spätestens zwei Wochen mindestens eine klitzekleine Runde um den Block bewegt werden müssen. Mal schauen, wie sich das mit dem hier entwickelt:

    Der Verkehrsaußendienst kontrolliert, wenn überhaupt nur die Stellung der Ventile zur Beweisaufnahme.

    Vermutlich reicht bereits ein halber Meter vor oder zurück.

    In dem Fall auf dem Foto sehe ich allerdings gesteigerten Handlungsbedarf.

    Andererseits: Wohnmobile dürfen wie andere Fahrzeuge unter 7,5 t ganz legal im Weg rumstehen.

    Spiegel vom 27.1.21: https://www.spiegel.de/auto/wohnmobil…cf-3f899ee0517f

    Vorteil: So ist wenigstens kein Platz für weitere PKWs.

    Und ebenso wie die riesigen SUV-Klötze gibt es für eine auf Sicherheit im Verkehr besorgte Verwaltung das den Anlass, im Bereich unmittelbar vor Kreuzungen Fahrradständer aufzustellen:

    Die abgestellten Fahrräder sind bei weitem besser übersehbar als die riesigen Wohnmobile und SUV's. 8)

    Wer dieses Schild gestaltet hat, setzt großes Vertrauen auf die Kommunikationsfähigkeiten von Vögeln:

    Leider wurde sie/er von den Vögeln enttäuscht. Die sch... drauf, was ihnen da nahegelegt wird:

    Und als Passant*in bekommt man das ungute Gefühl, in Hitchkocks bekanntem Vogel-Film gelandet zu sein.

    Zusätzlich zu dem vollen Preis, den ich im Mai zahle, obwohl ich das Ticket erst zum 12. erhalten habe, kostet die Chipkarte noch eine einmalige Gebühr von 10 €.

    Da bin ich ja beim HVV günstig davongekommen. Das Deutschlandticket für den Mai muss ich nur anteilig bezahlen. Und die Chipkarte habe ich inzwischen auch zugesendet bekommen, ohne dafür extra berappen zu müssen.

    Bei welchem Verkehrsverbund hast du gebucht?

    Gräme dich jedenfalls nicht, denn bei mehreren anderen Verkehrsverbünden, bei denen ich Ende April nachgefragt hatte, war es gar nicht möglich, für Mai noch was zu kriegen. Da wärest du dann noch schlechter dran.

    Was ich noch nicht vor Ort bestätigt bekommen habe: Bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), so sagte man mir am Telefon, soll es möglich sein, das Deutschlandticket in der Geschäftsstelle zu kaufen. Komme ich mal nach Bremen, werde ich vor Ort nachfragen. Oder hat das jemand schon gemacht, der hier mitliest?

    Supi, das 49-Euro-Deutschlandticket im Chipkarten-Format ist per Post bei mir eingetroffen.

    Bestellt hatte ich für ab 6. Mai. Das vorläufige Deutschlandticket kam pünktlich als pdf-Datei im E-Mail-Anhang.

    Für den Mai musste ich nur anteilig zahlen und nicht für den vollen Monat.

    Ich werde den Ausdruck der pdf-Datei, die mir schon zugesendet wurde, weiter mit mir tragen.

    Anders als erwartet ist auf der Chipkarte kein QR-Code drauf.

    Ob diese Cipkarte in allen Verkehrsverbünden ausgelesen werden kann von den Kontrolleuren?

    Ob es ggf. hilft, wenn ich den Ausdruck mit dem QR-Code dabei habe?

    Die Sache bleibt spannend.

    Hier ein Link zu einem Bild des Deutschlandtickets als Chipkarte, die man beim HVV (=Hamburger Verkehrs-Verbund) erwerben kann:

    https://www.nahverkehrhamburg.de/wp-content/uploads/nvh_20230329-230327_hvv_deutschlandticket_outbrain_teaser_1200x800_v1-1170x658.jpg

    https://hannover.citynews-online.de/polizei-feuerw…-im-radverkehr/

    Gleich mal an unsere hiesige Polizei weiterleiten, die immer das Credo pflegt, Abstände seien ja kaum kontrollierbar.

    Und es fängt so gut an, um dann direkt wieder zu verpuffen im "man darf die Leute ja nicht so gängeln mit Regeln"

    Was in diesem Zusammenhang wissenswert ist:

    "Die Fahrradstaffel der Polizei Hannover hat sich etwas ausgedacht: Entlang des Schutzstreifens für Radfahrer auf der Wedekindstraße im Stadtteil Hannover-List hat der Bauhof der Stadt auf Anweisung der Polizei dauerhafte Markierungen angebracht. So können die Beamten besser kontrollieren, ob Autos genügend Abstand beim Überholen der Fahrradfahrer einhalten." In dem HAZ-Artikel in der Print-Ausgabe vom 5.5.2023 heißt es weiter:

    "Die grundlegende Idee dazu wurde schon länger angewendet, um „gerichtsfest“ per Videobeweis darlegen zu können: Das gefilmte Fahrzeug hat den innerorts vorgeschriebenen Abstand von mindestens 1,5 Metern beim Überholen von Fahrradfahrern nicht eingehalten. „Bisher haben wir dazu jedes Mal Sprühkreide verwendet“, sagt Andreas Diekmann, Leiter der Fahrradstaffel. Das sei immer mit Aufwand verbunden gewesen – und Regen machte die Markierungen schnell unbrauchbar. „Jetzt haben wir Permanentmarkierungen – das ist einfacher, und so ist jederzeit eine Kontrolle möglich.“

    Print-Ausgabe der HAZ vom 5.5.23:

    "Videobeweis für zu enges Überholen

    Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer / Polizei richtet dauerhafte Kontrollstrecke ein"

    Es gibt dazu einen Online-Artikel mit Bezahlfunktion. Das Bild zu dem Artikel ist jedoch frei zugänglich:

    Videobeweis für zu enges Überholen von Fahrrädern in Hannover
    Oft kommen sich Autofahrer und Fahrradfahrer ziemlich nahe – da wird enger überholt als erlaubt. Die Polizei in Hannover hat sich nun eine Methode ausgedacht,…
    www.haz.de

    Nur das Bild:

    https://www.haz.de/resizer/1UkLWNDMbzlt9EiyDYWLg2qG6i8=/1392x783/filters:quality(70):format(webp)/cloudfront-eu-central-1.images.arcpublishing.com/madsack/MVST7A4YEVHY7ATMMJSZM4AU2Q.jpg

    Es sieht also danach aus, dass die Abstandskontrolle beim Fahrradfahrerüberholen kein Einmal-Strohfeuer-Aktionismus war, sondern verstetigt werden soll. Deshalb jetzt die wetterfesten, dauerhaften Markierungen.

    Du kannst den Hinweis auf den aktuellen HAZ-Artikel gleich mit weiterleiten, littlet. Ich kann auch gerne noch weitere Zitat daraus beitragen. Die Stelle, an der das Zeitungsfoto vom 5.5.23 aufgenommen wurde, ist auf der Wedekindstraße in dem Abschnitt zwischen Lister Meile und Wedekindplatz auf der Nordseite. Dort wurden vor rund zwei Jahren die alten Radfahrstreifen, an anderen Stellen Hochbordradwege zurückgebaut und stattdessen die Schutzstreifen angelegt.

    Dieses streetview-Bild ist von 2008. Damals gab es dort noch Radfahrstreifen, die jedoch vermutlich nicht breiter waren als die heutigen Schutzstreifen:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Vorsicht mit dem Schlagwort "autofrei"; da denken dann alle an riesige Fußgängerzonen und finden durchaus zu Recht dutzende Gründe, warum das nicht geht. Die Niederländer verwenden da gerne den Ausdruck "autoluw", also autoarm. Das heißt dann, wer fahren MUSS (Notfälle, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Anwohner, Busse und vor allem Lieferverkehr) oder unbedingt will, der kann das – wie schnell er dabei ist, liegt jedoch irgendwo zwischen "egal" und "umso langsamer, umso besser". Der Durchgangsverkehr wird dagegen strikt auf den Durchgangsstraßen gehalten – und hier ist dann auch ein zügiges Vorankommen angestrebt.

    Ja, die Begriffs-Setzung ist ein wichtiger Aspekt in der Diskussion. Das kann ich nur bestätigen im Rückblick auf den letzten Bürgermeister-Wahlkampf. Der Wunsch bei vielen Menschen in Hannover ist eine autofreie Innenstadt und manche denken dann wirklich nur an eine große Fußgängerzone. Das kann man jedoch schnell herausfinden, mit dem Hinweis, dass wir auch autofreie Stadtteile brauchen.

    Autofrei ist etwas anderes als eine große Fußgängerzone. (Wo sollte dann auch der Fahrradverkehr stattfinden?) Aber autoarm ist trotzdem nur eine begrenzt taugliche Zukunftsvision, denn bei der konkreten Umsetzung einer Verkehrswende, z. B. deutlicher Rückbau von Stellplätzen passiert dann nichts mehr, weil wir ja auch in einer autoarmen Welt angeblich auf ganz viele Parkplätze angewiesen sind. "Es fährt ja niemand aus Spaß ein Auto", kriegt man dann oft zu hören. Aber genau so ist es: Den meisten macht das Autofahren Spaß und ÖPNV oder Fahrradverkehr wird mit einer ziemlichen Arroganz als unzumutbar abgelehnt.

    https://hannover.citynews-online.de/polizei-feuerw…-im-radverkehr/

    Gleich mal an unsere hiesige Polizei weiterleiten, die immer das Credo pflegt, Abstände seien ja kaum kontrollierbar.

    Und es fängt so gut an, um dann direkt wieder zu verpuffen im "man darf die Leute ja nicht so gängeln mit Regeln"

    Ich muss mir das mal vor Ort anschauen. Auf dem Foto sieht es so aus, als ginge die Polizei davon aus, dass ein*e Fahrradfahrer*in im Bereich der Doppelstrichmarkierung zwischen dem ersten und zweiten Drittel des Schutzstreifens fährt. (erstes Drittel auf der Gossenseite). Ich fahre wegen der Dooring-Gefahr lieber mit größerem Abstand zur Gosse als die Markierungen es anzeigen. Danke für den Link zu dem Bericht!

    In den meisten deutschen Städten gab es ungefähr ab 1875 Pferdestraßenbahnen.

    Die Pferdestraßenbahn wurde um 1900 zu elektrischen Straßenbahnen weiterentwickelt.

    Die Straßenbahnen wurden mehr und mehr ausgebaut, die Liniennetze erweitert.

    Oft wurden die Straßenbahnen auch für den Gütertransport genutzt.

    Was dann geschah, wird besonders in Filmbeiträgen so dargestellt wie in diesem Video.

    In dem Video wird die Geschichte des U-Bahnbaus in Nürnberg dargestellt.

    Ab Minute 5:00 kommen diese Zitate:

    "Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit geht im ganzen Land die Zunahme des privaten Autoverkehrs einher."

    "Staus auf den Hauptstraßen und Zubringerwegen, Verstopfungen an Einmündungen und Kreuzungen gehören bald zum alltäglichen Stadtbild."

    "Die Freude am Auto-Fahren wird zum Spießrutenlaufen am Steuer."

    "Omnibusse und Straßenbahnen laufen zwangsläufig in den Verkehrsströmen mit und leiden an zahlreichen Stellen, vor allem in den verkehrsreichen Zeiten unter immer massiveren Behinderungen. Verspätungen sind an der Tagesordnung."

    aus: Geschichte der Nürnberger U-Bahn || Historische Originalaufnahmen | Dokumentation

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Längst nicht alle deutschen Städte konnten sich eine U-Bahn leisten. Aber wo sie gebaut wurde, wird der U-Bahnbau insbesondere von der Autolobby vehement verteidigt und ihr weiterer Ausbau gefordert. Obwohl der U-Bahnbau um den Faktor 10 teurer ist als der Bau oberirdischer Straßenbahnstrecken und zwar sowohl im Bau, als auch im Betrieb.

    Die oben geschilderte Entwicklung wird dabei in der Regel als naturgegeben angenommen.

    Die Massenmotorisierung wird nicht hinterfragt.

    Warum eigentlich?

    Aus Sicht der Zeitgenossen der 60er und 70er Jahre mag das noch verständlich sein.

    Das Wirtschaftswachstum bedeutet Überwindung der Notjahre im Krieg und in den ersten Nachkriegsjahren.

    Die Massenmotorisierung galt als unabdingbar notwendig für das Wirtschaftswachstum.

    Und beides, Massenmotorisierung und Wirtschaftswachstum, werden willkommen geheißen.

    Aber warum halten bis heute so viele Menschen an dieser irrigen Annahme fest?

    Das Wirtschaftswachstum wurde nach den Notjahren als etwas sehr Positives erlebt.

    Darin enthaltende Fehlentwicklungen wurden einfach ignoriert.

    Und dieses "Wundererlebnis" (Wirtschaftswunder) wird so nachhaltig in Wundererzählungen an die Kinder und Enkelkinder weitergegeben, dass es bei vielen bis heute nachwirkt.

    Konzepte wie die autofreie Innenstadt werden gar nicht erst rational durchdacht.

    Autofreie Mobilität im ländlichen Raum erst recht nicht.

    Für viele, auch die erst in den 70er und 80er Jahre oder noch später geborenen Menschen, ist es eine Art "Sakrileg" über so etwas auch nur nachzudenken.

    Der tradierte, kritiklose Wunderglaube würde damit grundsätzlich infrage gestellt.

    Ich weiß auch noch nicht, wie das aufgebrochen werden kann. Aber Filme wie der oben verlinkte gibt es für fast alle deutschen U-Bahn-Städte. Es lohnt sich, das hin und wieder mal anzuschauen.

    Und es lohnt sich vor Ort Ausschau zu halten. Und besonders mit älteren Menschen darüber zu sprechen, solange es noch Zeitzeugen gibt, die sich an Erlebnisse aus der Zeit vor der Massenmotorisierung erinnern können.

    Nicht nur in den großen Städten, die heute eine U-Bahn haben, auch in vielen kleineren Städten gab es früher Straßenbahnen.

    Und es ist auch nicht so, dass die Straßenbahnen zwangsläufig im Auto-Stau stecken bleiben mussten. Vielmehr wurde gar nicht erst erwogen, das zu verhindern. Und die steckengebliebenen Straßenbahnen wurden zum Übeltäter erklärt, zur Stau-Ursache, die eliminiert werden muss. :(

    Nach meiner Rechtsinterpretatiton wäre der Weg zur Brücke nix straßenbelgeitendes, sondern was eigenständiges, d.h. der Grundsatz aus § 2 (Fahrzeuge auf die Fahrbahn) und § 25 (Fußgänger auf den Gehweg) ist mangels Masse nicht anwendbar bzw. es gibt halt nur die "Fahrbahn" des eigenständigen Verkehrsweges und das Teil ist dann, da es weder dem Wald- oder Naturschutzgesetz des jeweiligen Landes (Feld- und Waldwege) unterliegt noch einer kommunalen Grünflächensatzung, für alle offen von Fußgänger bis zum Lkw, wären da keine Pfosten. Fußgänger also bitte im Gänsemarsch am Rand nach § 25 ... Führe dort ein Motorrad rüber, käme ohne Beschilderung die Verwaltung in Erklärungsnöte ...

    Danke, sehr aufmerksam beobachtet, dass man sich eigentlich nicht sicher sein kann, ob dort Fahrradverkehr erlaubt ist oder nicht. Ich schiebe hier, wie in meinem ursprünglichen Beitrag, noch mal das streetview-Bild von 2008 hinterher:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Darauf sieht es klarer danach aus, dass die Brückenauffahrt zum Wegenetz der Grünanlage gehört. Solche Wege in Grünanlagen sind in Hannover i. d. R. ohne extra Radwegschilder für den Radverkehr freigegeben. So auch hier. Und es wurde meines Wissens auch noch nie infrage gestellt, dass dort Fahrradverkehr stattfinden darf, so wie es in meinem Foto eingezeichnet ist:

    Die Brücke im Hintergrund ist übrigens meines Wissens von Rettungsfahrzeugen befahrbar, zumindest von kleineren bis zur Größe eines Rettungswagens. Die können ebenfalls von der Glockseestraße aus über eine weitere Rampe auf die Brücke fahren. Dort steht eine große Skulptur, die einen Platz-Charakter erzeugt:

    Möglicherweise hält das die Autofahrer*innen davon ab, die Fläche zum Parken zweckzuentfremden. Die breite Treppe lässt nur an den Seiten jeweils einen kleinen Zufahrtsweg frei. Dort stehen auch keine Poller.

    Am anderen Ende der Fußgängerbrücke, auf der gegenüberliegenden Seite der Ihme, ist das Ihmezentrum.

    Das ist der Anlass für mich, das Thema zu eröffnen:

    Der Platz hinter den Pollern war oft zugeparkt.

    Das war für Fahrradfahr*innen und Fußgänger*innen dann sehr ärgerlich.

    Die benutzen die Brückenauffahrt häufig und müssen sich jetzt nicht mehr zwischen Falschparkern durchquälen.

    Die Verwaltung hat gegen das häufige Zuparken Poller aufgestellt.

    Aber ist das nun eine Verbesserung?

    Gegen die Falschparker helfen die Poller.

    Und auf der Glockseestraße (Teil einer-Tempo-30 Zone) wird durch die Verengung das Tempo reduziert:

    Aber die Poller stellen auch ein Hindernis für den Fahrradverkehr dar.
    Es ist so eine Art Slalomstrecke entstanden:

    Ich habe da noch keine abschließende Meinung zu. Sind die Poller nun ein Segen oder ein Fluch? Und wer kann Berichte und/oder Bilder von vergleichbaren Stellen beitragen?

    Ganz früher, vor der Umgestaltung der Grünfläche rechts im Bild, sah es da übrigens so aus:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    www.google.com

    Damals (die Streetview-Aufnahme ist von 2008) standen da auch schon Poller, allerdings auf der Bürgersteigkante.

    Auch interessant in der Bildzeitungsberichterstattung über zugeparkte Bürgersteige in Wiesensteig:

    An einer Stelle heißt es über den Anzeigenden:

    "Denn der Frührentner schreibt fast täglich Falschparker auf."

    In der Bildunterschrift heißt es:

    "Der arbeitslose Industriemechaniker deutet auf einen beliebten „Falsch-Parkplatz“"

    Ich habe lange genug auf dem Dorf gelebt, um zu wissen, wie sehr sich die Leute über jemanden das Maul verreißen können, der eine Erwerbsminderungsrente bezieht. Und bei vielen Menschen herrscht ja auch das Vorurteil: "Wer arbeitslos ist, der ist selber Schuld daran."

    Warum wird überhaupt in dem Artikel auf diesen Umstand hingewiesen?

    Und was ist er denn nun "Frührentner" oder "Arbeitsloser". Wenn er Erwerbsminderungsrente bezieht, dann ist ohnehin nur eine sehr stark eingeschränkte Berufstätigkeit möglich, da kann man dann nicht von "arbeitslos" sprechen.

    Bildzeitung-Berichterstattung über Falschparker in Wiesensteig

    "Metzger Emil Bohnaker (82) musste auch schon bluten. Er erzählt: „Einmal habe ich mein Auto umgeparkt, um einem Lkw Platz zu machen. Der Laster hätte sonst stundenlang die Straße blockiert. Alle haben mir gedankt.“ Außer Ümit. Der zeigte ihn an.

    Der Witwer: „Ich gehe an zwei Stöcken. Ich hätte damals mein Auto nicht aus dem Ort fahren und zurücklaufen können.“ Er droht: „Noch einmal lasse ich mir das nicht gefallen.“"

    Da muss man sich schon Gedanken machen, wenn ein ehemaliger Metzger droht. Auch wenn er an zwei Krückstöcken geht, weiß man ja wozu ein Metzger fähig ist. Tiere töten und zerlegen ist schließlich sein Beruf.

    Die Aussage, "ich musste auch schon bluten", ist da besonders kurios, mit dem Metzger-Hintergrund. :whistling:

    Hoffentlich muss er nicht wirklich einmal bluten, weil er wegen des zugeparkten Bürgersteigs auf die Fahrbahn ausweichen muss und dann von einem Auto überfahren wird.

    Was ich mich frage:

    1. Genießt denn derjenige, der Falschparker anzeigt, keinen "Informantenschutz"?

    2. Gibt es die Möglichkeit anonym unter einem geheimen Decknamen Falschparker anzuzeigen?

    3. Gibt es die Möglichkeit im Rahmen einer Vereinstätigkeit Falschparker anzuzeigen, sodass der Name des Vereins genügt, um wirksam Falschparker zu melden?

    4. Reicht es denn nicht aus, die Ordnungsbehörden auf wiederholte Parkverstöße hinzuweisen, sodass dort regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden?

    5. Warum werden die falschparkende Autos, die den Bürgersteig blockieren, nicht abgeschleppt. Das dürfte vermutlich nachhaltiger wirken als das Verteilen von Knöllchen.

    6. Ist es möglich, besonders neuralgische Punkte, in denen immer wieder die Bürgersteige zugeparkt werden, mit Kameras zu überwachen, sodass das Ausstellen eines Ordnungsgeldes weitgehend automatisiert erfolgen kann?

    7. Welchen Schutz genießen Mitarbeitende der Ordnungsbehörden, die ja letztlich die Bußgeldbescheide ausstellen? Wenn der Anzeigende schon so massiv in der Zeitung bedroht wird: "Eine andere Nachbarin: „Dass der noch keine drauf bekommen hat, wundert mich eigentlich. So verhasst wie der im Dorf ist.“" Diese "Nachbarin" zieht es übrigens anscheinend vor, anonym zu bleiben.

    Bildzeitung-Berichterstattung über Falschparker in Wiesensteig

    Der Link führt zu einem Bildzeitungsartikel vom 8.5.2023 über Falschparker in Wiesensteig, die mit ihren Autos den Bürgersteig blockieren und dafür viele dumme Ausreden parat haben.

    Achja: Und könnte mal bitte jemand die Fahrtüchtigkeit des Metzgers überprüfen, der an zwei Stöcken geht? Hoffentlich hat er sein Fahrzeug behindertengerecht modifizieren lassen, sodass es ohne Pedal-Arbeit sicher gefahren werden kann. Bei jemandem, der an zwei Stöcken geht, muss man ja damit rechnen, dass es mit der zuverlässigen und reaktionsschnellen Pedal-Arbeit beim Fahren nicht mehr so weit her ist. :whistling:

    Ich habe das jetzt nicht gesagt! Wenn aber Ullies Leiche Metzger-gerecht zerlegt, wo aufgefunden wird, dann denkt bitte an diesen Beitrag. "Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt er sicher auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen ..." (volkstümliches Lied aus Hannover)

    Die Verkehrswacht hat lustige Schilder aufgestellt:

    Ich habe mir erlaubt, den abgebildeten LKW direkt neben das abgebildete Fahrrad zu setzen:

    Da war möglicherweise der Wunsch der Vater des Gedanken? Ein Fahrrad, das eine Lenkerhöhe hat, mit der es große LKW überragt. Wo gibt es so was?

    Und dann noch mal eine Gesamtaufnahme gemacht, auf der deutlich wird, wieviel Raum den KFZ gegeben wird (je Richtung 3 Fahrspuren à jeweils ca. 3,50 m, im Kreuzungsbereich kommen weitere Fahrspuren dazu):

    Die beiden Radwege dagegen sind jeweils gerade mal ca. 2,00 m breit. Da es nur sehr umständlich möglich ist, die "Stadtautobahn" Lavesallee mit dem sehr breiten Grünstreifen zu überqueren, sind die Radwege jeweils in beide Richtungen freigegeben.

    Hinweis: Die "Stadtautobahn" Lavesallee im Zentrum von Hannover ist eines der Bauwerke, für die Hannover einmal als vorbildliche Autostadt gelobt wurde, und an der heute noch die Autolobby verbissen festhält und jegliche Rückbaupläne bislang verhindert.