Wir haben eine Verkehrsregel, die im §3 (1) der StVO besagt, dass die Geschwindigkeit den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen ist und dass nur so schnell gefahren werden darf , dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.
Wenn die persönlichen Fähigkeiten, Nachts zu sehen, eingeschränkt sind, muss man langsamer oder gar nicht fahren. Wenn die Sicht so stark eingeschränkt ist, dass man gar nichts sieht, muss man notfalls komplett anhalten.
So lange wir diese Verkehrsregel genauso als unverbindliche Empfehlung betrachten wie viele andere Regeln auch, ist es kein unvermeidbares Schicksal, dass Menschen im Straßenverkehr auf diese Art und Weise getötet werden.
Im Judentum gibt es die Vorstellung, dass wenn alle Menschen eines Tages alle Regeln, die für den Schabbat gelten, einhalten, dann ist der Erlöser da. (Also quasi Ende der Tage, Paradies, alles wird gut usw.) "Da gibt es schon Talmud-Texte, die sagen, wenn alle den Schabbat halten, dann ist der Messias da." Aus einer DLF-Buchvorstellung: „Der Messias kommt nicht“ - Abschied vom Erlöser.
Wollte man das auf die Straßenverkehrs-Regeln übertragen, dann wird es ziemlich sicher darauf hinauslaufen, dass das nicht funktioniert. Es sei denn, man nähme diese Schabbat-Regel wörtlich, nämlich am Schabbat nicht mehr als 2000 Schritte zu tun. Und setzt diese Schabbat-Regel an die Stelle der Verkehrsregeln. Autofahren geht sowieso gar nicht am Schabbat. (Es muss ein Stromkreis eingeschaltet werden, bzw. etwas in Gang gesetzt werden, was mit Feueranmachen verglichen wird und das geht nicht am Schabbat.) Über das Fahrrad fahren gibt es übrigens unterschiedliche Meinungen, auch unter denen, die das Autofahren am Schabbat ganz ablehnen.
Bezogen auf die durch Natenoms tödlichen Unfall ausgelöste Diskussion über strengere Regeln im Straßenverkehr sage ich ja und mehr durchgesetzt werden müssen sie auch. Und der Erlöser wird nicht von selbst kommen.