Beiträge von Ullie

    klimaaktionswoche im aufhof Hannover vom 23.1.2024 bis 27.01.2024

    Diesen Terminhinweis habe ich gefunden auf dem Klimaschutzkalender Hannover:

    Klimaschutzgruppen in Hannover - Klimaschutzkalender Hannover
    Übersicht über die For-Future-Gruppen, die sich in Hannover (plus teilweise Region) mehr oder weniger regelmäßig treffen. Korrekturen und Ergänzungen/…
    klimaschutzkalender-hannover.de

    Und so präsentierte die Stadt Hannover die Neugestaltung der Schmiedestraße auf einer Auusstellungswand bevor ...

    ... bevor die SPD Hannover aus parteitaktischen Gründen über Nacht plötzlich nichts mehr davon wissen wollte, dass man gemeinsam mit den Grünen längst beschlossen hatte, Hannovers Innenstadt ein bisschen autofreier zu machen.

    Seitdem die SPD aus fadenscheinigen Gründen die Koalition mit den Grünen aufkündigte, wetteifert die SPD mit CDU, FDP und AfD beim Buhlen um Hannovers "Autofahrer*innen-Stimmen". Einen Kampf, den sie längst verloren hat, denn wer von den Autofahrer*innen so blöd ist, auf so eine kurzsichtige Zukunftsperspektive wie das blinde, unbedingte Festhalten an maximal viel Autoverkehr festzuhalten, der wählt eh das Original:

    Ich fahre gelegentlich mit einem kleinen "Bürgerbus" im Landkreis Schaumburg als Fahrgast mit.

    Als ich kürzlich neben dem Fahrer saß, fiel mir beim Zurücksetzen der große Bildschirm mit der Rückfahrkamera auf. Das war nur ein Kleinbus für wenige Personen. Müsste nicht eigentlich ein so großer Bus erst recht so was haben und das gekoppelt mit einem Notbremsassistenten?

    Ich frage mich eh, ob die zuständige StVB die Schildergalerie am Ende angebracht hat, weil sie selbst keine Ahnung hat oder bewusst mit Blick auf die allgemeine Verständigkeit der Nutzer solcher Radverkehrsanlagen.

    Einfach [Zeichen 239] hätte es ja auch getan. Dahinter ist halt nix mehr mit Radfahren auf dem Gehweg und fertig.

    Es ist noch schlimmer:
    Wie diese streetview-Aufnahme zeigt ist hinter dem Schild "Radfahrer absteigen" erst mal noch eine Fahrradfurt auf dem Boden markiert, in deren Mitte ganz deutlich ein Fahrrad zu sehen ist.

    Dann kommt ein Grundstück, auf dem auf einem kleinen Vorplatz ein Auto mit Anhänger steht. Ob dort wo das Auto steht noch ein Gehweg ist, ist unklar, vielleicht ist es eine Abstellfläche, die zum Grundstück gehört. Jedenfalls reduziert sich auf demselben Grundstück die unklare Fläche vor dem Haus auf einen Bordstein und ein Gemüsebeet, das auf dem Gehweg angelegt wäre, wenn es denn hier noch ein Gehweg ist. Dann kommt ein Zaun, der direkt an die Fahrbahn grenzt.

    Da ist also gar kein Gehweg mehr.

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    Gehört habe ich schon mal davon, aber dass es sogar in der StVO steht: "§27 (6) Auf Brücken darf nicht im Gleichschritt marschiert werden."

    Hat glaube ich was mit der Resonanzfrequenz zu tun, die im ungünstigen Fall schwingungs-verstärkend wirkt.

    Echt, als ich Sonntag mit so viel Leuten über die blaue Brücke gegangen bin, war mir wirklich etwas mulmig. Auch wenn der Demozug nicht im Gleichschritt marschierte.

    Hoffentlich passiert es der Polizei nicht, falls es dazu kommt, dass sie in größeren Verbänden über die Brücke marschiert, das sie dabei wegen der Resonanzfrequenz einstürzt.

    Andererseits, die Brücke in Bremen betreffend: Normalerweise gehen Fußgänger nicht in größeren Verbänden im Gleichschritt. Und Radfahrer? Kann dann was passieren, wenn sie gleichmäßig in einen Wiegetritt verfallen? "Jan Ullrich blieb lieber im Sattel, Lance Armstrong fuhr dagegen jeden Angriff im Wiegetritt." Ganz klar: Auf der Brücke haben die Ullriche Vorteile! 8) https://www.triathlon-tipps.de/rennrad_fahrte…ritt_si_40.html

    Auch beim vielleicht letzten Spaziergang vor Beginn der Rodung der Leinemasch war ein FFF-Banner dabei:

    Für ab heute (Montag, 15.1.24) ist die Rodung angesetzt. Der gestrige Demo-Spaziergang wird heute nicht wiederholt werden können, weil ein Versammlungsverbot in der Leinemasch gilt.

    Aber jeder ist herzlich eingeladen, dort weiter spazieren zu gehen, das ist nicht verboten.

    Parallel zum gestrigen Demo-Spaziergang ist es am Rande der Demonstration gelungen, Baumbesetzer*innen Essen und Trinken zu bringen. Die HAZ von heute berichtete: "Die Polizei ... unterbrach die Versorgung der Aktivisten mit Essen und Trinken." in: "Südschnellweg: Erste Ausschreitungen zwischen Aktivisten und der Polizei" HAZ-Printausgabe vom 15.1.24

    Zutreffender hätte es wohl in der Überschrift geheißen: "Polizei setzt Nahrungsmittelentzug gegen Demonstrant*innen ein." Trotz Polizeiblockade ist es am Rande der Demonstration augenscheinlich gelungen, die Demonstrant*innen mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

    Spazierengehen ist trotz Versammlungsverbot in der Leinemasch auch weiterhin möglich. Darauf weisen die Veranstalter der gestrigen Demo hin und sie rufen dazu auf, fleißig spazieren zu gehen. Gerne mit ein paar Notrationen im Gepäck, falls sich die Gelegenheit ergibt...

    Lies wurde bei der Demo scharf kritisiert, weil der niedersächsische Verkehrsminister zwischenzeitlich einen "Schein-Dialog" inszeniert hatte und dabei den Eindruck erweckte, der überbreite autobahnmäßige Ausbau des Südschnellweges könne noch um die Breite der Standstreifen reduziert werden.

    Wie schwer sind denn eure Räder so?

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    Letztes Wochenende war Demo in der Leinemasch.

    Dort gibt es eine inzwischen ganz schön in die Jahre gekommene Fuß- und Radwegbrücke, die vom Demonstrationszug passiert wurde. Und die Belastung der Brücke war so sehr spürbar, dass es einem schon etwas mulmig wurde, ob die filigrane Konstruktion den Fußgängermassen standhalten würde. Die Konstruktion schwankte in einer Art, wie das beim Passieren mit wenigen Menschen nicht vorkommt. Immerhin, es ist alles gut gegangen. Trotzdem ist die Begründung der Stadt Bremen nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Fuß- und Radverkehr wird mit der Begründung verboten, große Menschenansammlung auf der Brücke zu verhindern. Und die können auch einer großen und scheinbar sehr stabilen Brücke tatsächlich gefährlich werden. Zwar ist die Brücke im Video deutlich größer als die von mir beschriebene blaue Brücke über die Leine, aber auf die Bremer Brücke passen auch deutlich mehr Menschen.

    Völlig außer Frage steht die Unverhältnismäßigkeit. Selbst wenn es technisch tatsächlich kein Problem sein sollte, dass dort Autos passieren. Und selbst wenn das auch dann mechanisch kein Problem sein sollte, dass die dort Stoßstange an Stoßstange zum Stehen kommen sollten. Es geht einfach nicht, eine Brücke für den Fußverkehr komplett zu sperren, den Autoverkehr aber uneingeschränkt weiter zu erlauben.

    "Die Polizei Hannover hatte eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der "alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel" entlang des Südschnellwegs vom 15. Januar, 6 Uhr, bis zum 21. Januar, 24 Uhr, verboten sind."

    Ziel der polizeilichen Maßnahmen ist es, Tümpeltown (Foto) zu räumen und den Protest gegen den Autobahnausbau-Wahnsinn in der Leinemasch zu brechen.

    Aber: Auch wenn Versammlungen verboten sind, so ist es doch erlaubt, dort spazieren zu gehen, wo das Versammlungsverbot gilt. Dort spazieren gehen ist allemal besser, als dort Bäume zu roden für einen Autobahn-mäßigen Ausbau des Südschnellweges, den in der angestrebten fast doppelten Breite kein Mensch braucht und die notwendige Verkehrswende entgegensteht.

    Ausbau Südschnellweg: Mehr als 1.200 Protestierende in Hannover
    In Hannover haben am Sonntag zahlreiche Gegnerinnen und Gegner des Südschnellweg-Ausbaus demonstriert. Die Polizei zählte mehr als 1.200 Teilnehmende.
    www.ndr.de

    Das Volk legte Palmzweige aus für ihn. Das ist natürlich ein Symbolbild, für rot eingefärbte Radwege. Am Ende erwies sich der Ritt als Himmelfahrts-Kommando. Symbolbilder, eben.😈

    Palmzweige sind grün. Genauso wie die Berliner Radwege. Der historische Jesus jedoch kam nicht nach Berlin. Trotzdem sind die Radwege dort so grün wie Palmzweige. Das muss ihm erst mal einer nachmachen!:saint:

    Für die Union ist das Auto halt kein Verkehrsmittel, dass man danach wählt, wann es sinnvoll ist, sondern ein religiöser Kultgegenstand – und mit Religion kennen die sich ja aus…

    Naja, mit Religionen kennen die sich höchstens insofern aus, als sie wissen, wie man sie missbrauchen kann für sehr profane und ganz und gar unheilige Zwecke.

    Jesus ist bei seinem Einzug nach Jerusalem jedenfalls auf einem Esel geritten, nicht auf einem Pferd. Das ist ein Symbolbild. Man könnte natürlich sagen, warum ist er auf einem Esel geritten und nicht zu Fuß gegangen. Aber nimm mal den Esel im übertragenen Sinne als Fahrrad und das Pferd als Staatskarosse, dann kommt das bedeutungsmäßig im übertragenen Sinne ganz gut hin.:)

    Und nochmal Okriftel:

    [Zusatzzeichen 1022-10]+[Zusatzzeichen 1000-33]Doppelt gemoppelt?

    Hier die Gesamtsicht:

    Und erst jetzt fällt mir im Nachgang ein, dass da am Ende des Fußweges mit Radverkehrsfreigabe das "beliebte" Schild steht: [Zusatzzeichen 1012-32]

    Nur wozu? Der Fußweg ist doch dort ohnehin zu Ende.

    Auf streetview sieht's noch doller aus, weil da an dem ewig hohen Mast im September 22 noch mehr Schilder hingen:

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    E-Auto-Parkplatz? Oder Scherz mit einem Aufkleber? Tippe auf das Zweite, konnte jedenfalls nirgends in der Nähe eine E-Ladesäule sehen. Und das Schild stand ohnehin an einem Fußweg, der vielleicht mal ganz viel früher eine Zufahrt gewesen sein könnte.

    Das ist der googlestreetview-Link.

    Auf dem streetview-Bild aus Hattersheim-Okriftel ist das Schild leider nur von hinten zu sehen.

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    "Aber immer noch lebt die Mehrheit der Bevölkerung im ländlichen Raum, die Mehrheit der Wähler. Sie mögen sich im Alltag machtlos fühlen. Aber alle vier Jahre können auch sie so etwas loslassen wie einen „Cri de Colère“. Demokratische Politiker sollten das endlich ernst nehmen."

    Das steht am Ende der Buchvorstellung. Sind die derzeit laufernden Bauernproteste ein „Cri de Colère“? Ein "Schrei der Wut"?

    Und wie soll dieses "Ernstnehmen" denn aussehen?

    Ich hatte an anderer Stelle (Youtube-Highlights) bereits diesen Kontraste-Beitrag verlinkt, aus dem das Zitat stammt:

    "Prof. Peer Ederer, Ökonom

    "Einen Vorteil darin, Fleischprodukte zu reduzieren, können wir nicht erkennen."

    Ederer ist rund um den Globus im Sinne der Fleischindustrie im Einsatz: Er verfasst eine positive Stellungnahme zur CO2-Bilanz des weltgrößten Fleisch-Produzenten JBS. Dem kommt das gelegen."

    Oder diese Aussage von Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes:

    "Tierische Lebensmittel werden über die Photosynthese der Pflanzen in einem biogenen Kohlenstoff-Kreislauf produziert. Und, meine Damen und Herren, esst Fleisch fürs Klima und trinkt Milch für euere Gesundheit. Lasst euch den Quatsch nicht erzählen, dass das schlecht fürs Klima wäre."

    Welcher Politiker würde denn auf einer Trecker-Demonstration ernst genommen werden, wenn er verkündete: Die Fleisch- und Milchproduktion muss auf ein deutlich niedrigeres Niveau geschrumpft werden. Und Lebensmittel müssen deutlich teurer werden, besonders tierische Lebensmittel. Dafür müssen die Bauern mehr Geld bekommen, aber sich auch an deutlich strengere Herstellungsvorschriften halten.

    Ich frage mich auch, wie groß denn eine landwirtschaftliche Produktionsstätte maximal sein sollte. Diese idyllische Vorstellung vom bäuerlichen Familienbetrieb halte ich für irreführend.

    Hier noch mal der Link:

    Kulturkampf um ein angebliches "Currywurst-Verbot"
    Nur zehn Gramm Fleisch pro Tag, gerade mal eine Currywurst im Monat – mehr soll schon bald verboten sein. Dieses Schreckgespenst malen Fleisch- und Milchlobby…
    www.rbb-online.de

    Eine Woche Dauerhupen aus extra lauten Traktoren- und LKW-Hörnern. Ja, die Menschen in Hannover haben verstanden, dass es Bauern gibt, ... die auf Traktoren in die Stadt fahren können.

    Doch selbst diese Skulptur am Straßenrand schlägt die Hände über den Kopf zusammen, weil nicht deutlich wird, worum es den Bauern eigentlich geht.

    "Regionale Lebensmittel müssen auch für Normalverdiener erschwinglich bleiben." Gegen diese Forderung ist erst mal nichts einzuwenden. Aber macht es Sinn, den Dieselkraftstoff für das Transportgewerbe weiter von der Steuer zu befreien? Das war eine der Forderungen der Bauern. Wohl kaum, denn dadurch verbilligen sich die Transportwege und der Einzelhandel kann bequem die Bauern gegeneinander ausspielen.

    Die Bauern so richtig alt aussehen lässt dieser Kontraste-Beitrag, der sich unter anderem mit der "Currywurst-Rechnung" beschäftigt. Dabei dürfte eins allen klar sein: Zu viel Currywurst treibt die Arzt-Rechnungen in die Höhe und das verteuert die Krankenkassenbeiträge. Der rbb-Beitrag ist vom 15.6.23 und berichtet über den Landtagswahlkampf in Bayern und wie dort "Bauernfängerei" von Söder und Aiwanger betrieben wird.

    O-Ton Söder: "Eine zwangshafte Veganisierung Deutschlands und Bayerns macht keinen Sinn. Ein Leben ohne Schweinebraten mag möglich sein, aber nicht sinnvoll. Wir wollen auch in der Zukunft essen können, was wir wollen, meine Damen und Herren, und uns das nicht vorschreiben lassen."

    https://www.rbb-online.de/kontraste/arch…ufgemacht%20hat.

    Söder, Aiwanger und Co., fresst euren Saukram alleine auf!

    Bild: Trecker-Demo am 22.9.2019 in Hannover.

    "Trucker demonstrieren in Hannover - AfD ist vorneweg dabei
    NDR, 12.01.2024
    Trucker demonstrieren gegen hohe Dieselpreise, Maut und CO2-Steuern. So weit, so normal. Seltsam nur: Organisiert und orchestriert wird der Protest offenbar von rechts. Das zeigte sich am Freitag in Hannover. (...) Auf dem Schützenplatz in Hannover haben sich am Freitag laut Polizei mehr als 100 Lkw-Fahrer, Landwirte und Handwerker mit ihren Fahrzeugen versammelt."

    Trucker demonstrieren in Hannover - AfD ist vorneweg dabei
    Trucker demonstrieren gegen hohe Dieselpreise, Maut und CO2-Steuern. So weit, so normal. Seltsam nur: Organisiert und orchestriert wird der Protest offenbar…
    www.ndr.de

    Ich frage mich ohnehin, warum die Bauern sich von den Fuhrunternehmen instrumentalisieren lassen, um für Billigsprit für LKW-Transporte zu demonstrieren. Das macht wie so viel anderes bei diesen angeblichen "Bauernprotesten" keinen Sinn, wenn es dabei denn wirklich um den Protest von Bauern ginge, denen eine gesunde Ernährung und ein regionaler Lebensmittelhandel eine Herzensangelegenheit sind. Der Billigsprit für LKW-Transporte fördert doch das genaue Gegenteil, nämlich weite Transportwege, sodass nicht regional konsumiert wird, sondern Billiganbieter und überregionale Handelsketten die Preise bestimmen können.

    Und eine gesunde Ernährung ist auch nicht im Interesse vieler Bauern:

    "In Ackerbauregionen wie Südniedersachsen wachsen die Betriebsgrößen, in Regionen mit Fleischproduktion die Tierbestände – und die Ställe werden immer größer. Die niedersächsische Schweinefleischproduktion übersteigt bereits seit 2005 den heimischen Verbrauch. Inzwischen werden Fleisch und Fleischwaren in rund 125 Länder weltweit exportiert. Es entstehen neue Verarbeitungsanlagen, etwa die der Celler Land Frischgeflügel GmbH."

    Heinrich-Böll-Stiftung vom 13.1.2016

    Niedersachsen: Im Heimatland der Mastbetriebe | Heinrich-Böll-Stiftung
    Die Ernährungsindustrie verlangt große Betriebe – und bekommt sie auch. Nicht nur große Stallanlagen, sondern auch die Produktion von Kartoffeln, Zuckerrüben…
    www.boell.de

    Die derzeitigen Bauernproteste bewegen sich auf Bild-Zeitungsniveau und weit darunter: So schreibt Bild am 30.5.23:

    "Aus einem brisanten internen Dokument zur neuen „Lebensmittel-Strategie“ (liegt BILD in Auszügen vor) geht hervor: Sie will eine neue Höchstgrenze von gerade einmal zehn Gramm Fleisch pro Tag!

    Das entspricht nicht einmal einer ganzen Scheibe Mortadella (15 Gramm)! Oder anders gesagt: Pro Bürger wäre nur noch eine Currywurst pro Monat drin!

    Die Currywurst-Rechnung ist in der „Lebensmittelzeitung“ erschienen; aufgestellt hat sie Eckhard Heuser. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Milchindustrie sagt BILD über die geplanten Neu-Empfehlungen zum Fleischkonsum: „Es ist ein Irrsinn und nicht praktikabel.“"

    Ernährungsverband will weniger Fleischkonsum: Nur noch eine Currywurst im Monat?
    Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) plant Richtlinie für radikalen Fleischverzicht – nur noch 10 Gramm am Tag erlaubt?
    www.bild.de

    Gesunde Ernährung ist nach Meinung vieler Landwirte ein Luxus, den sich die Menschen nicht erlauben dürfen, weil die Landwirte andernfalls auf ihren Fleischbergen sitzen bleiben.

    Die Empfehlungen anerkannter und renommierter Forscher*innen in ebenso anerkannten Instituten werden einfach mal eben so als "nicht praktikabler Irrsinn" bei Seite gewischt.

    Dazu passt es, dass es einmal mehr der AfD gelungen ist, die irrational aufgeheizte Stimmung für sich zu nutzen und bei einer sogenannten Bauerndemo von der Rednertribüne herab ihre Hetzreden zu verbreiten. Geschehen am gestrigen Freitag in Hannover:

    In dem bereits oben erwähnten NDR-Bericht heißt es:

    "An der Kundgebung nahm als Redner auch Peter Reindl teil. Der Vorsitzende des AfD-Stadtverbands Hannover-Land-Süd bezeichnete darin laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" die Regierung als "Vollversager", die Grünen und Gegner des Südschnellwegs in Hannover nannte er "Klimaterroristen". Und weiter: "Die Sau muss jetzt getrieben werden, bis zum bitteren Ende", so Reindl. Dass er bei der AfD in führender Position tätig ist, sagte Reindl indes nicht. Des Weiteren sollen laut der HAZ auch AfD-Mitglieder mit Ansteckern der Partei im Publikum gewesen sein und Flyer der AfD verteilt haben. Schon im Vorfeld der Kundgebung wurde ein Aufruf Reindls für die Truckerdemo verbreitet, in dem er ebenfalls nicht als AfD-Mitglied erkennbar ist."

    "Fleisch fressen, bis der Arzt kommt?" So nicht liebe Bauern, sucht euch andere Verbandsvertreter und hört auf mit der AfD zu paktieren!

    Der Stau entstand aufgrund der Blockade während der so genannten Bauernproteste. Und so schlimm es ist, dass hier ein Mensch gestorben ist: Es interessiert sich offensichtlich kaum jemand dafür. Es gibt kein Aufschrei konservativer Politiker, es gibt keine empörten Meldungen in den einschlägigen Nachrichtenangeboten. So bleibt bei mir das Gefühl zurück: Tote sind nur dann von Interesse, wenn man sie politisch nutzen kann.

    Vielleicht tut es not, die nächste Demonstration für Maßnahmen zur Klima-Rettung mit Fahrrädern durchzuführen, die von außen mit Pappen verkleidet sind, die sie wie große Traktoren aussehen lassen. Dann noch das nötige "Nebelhorn" eingebaut, das es ja sicher auch mit großer Lautstärke im kleinen Format gibt, sodass es auf einem Fahrrad mitgeführt werden kann, und die Verkleidung ist perfekt. Komme gerade drauf, weil ich durch das geschlossene Fenster schon wieder diese unmöglich lauten Traktorhupen gehört habe.

    Siehe auch hier:

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.letzte-…f34f772ed5.html ein Auszug:

    "„Straffrei fürs Klima nur mit Traktoren?“ und „Ich bin ein Traktor!“ haben sich Aktivisten der Gruppe Letzte Generation auf ihre selbst gebastelten, symbolischen Fahrgestelle geschrieben, mit denen sie am Mittwoch im Berufsverkehr demonstrierten. Langsam gingen sie mit den Konstrukten aus Holzlatten und Pappe von der Heilbronner Straße in Richtung Hauptbahnhof. Festgeklebt hatte sich dieses Mal niemand. Stattdessen nahmen die Demonstrierenden mit gemalten Bildern von Traktoren auf der Straße Platz. Die Aktivistin Helea Möbus erklärte, warum die Letzte Generation auf die Bauernproteste Bezug nahm: „Die Bauernproteste sind der Beweis dafür, dass Straßenblockaden und Proteste mit massiven Verkehrsbeeinträchtigungen wirksam sind! Offensichtlich sogar ohne dabei kriminalisiert zu werden“, sagte sie."

    Wie oben schon beantwortet steckt das noch in den Kinderschuhen, was mich tatsächlich etwas wundert, weil die Landwirte bei Solar eigentlich ziemlich gut mit dabei sind, zumindest bei uns. Ich denke da ist durchaus Interesse vorhanden

    Zentralantrieb gibts heute nicht mal mehr im Sägewerk und bei Mühlen. Aber die Bauern nutzen Strom schon fleißig und wissen, dass es den gibt.

    Alleine die Zwangsentlüftung von einem Kuhstall braucht ordentlich kWh.

    Und wie ist das mit Rapsdiesel?

    Es war etwas schwer zu durchschauen und auf den Punkt zu bringen, was ich darüber gelesen habe. Besonders hinsichtlich der Steuerermäßigung weil man Rapsdiesel, bzw. Biodiesel (Was daran auch immer "Bio" sein soll) ja "gesund" rechnen kann, bzw. CO2-frei rechnen kann, wenn man's drauf anlegt.

    Aber zugespitzt formuliert kann sich doch jeder Landwirt seinen Diesel selber aus geeigneten Saaten herstellen, von denen er die entsprechenden Pflanzen auf seinen Feldern aufbaut. Wozu also Steuer-Erleichterungen für Dieselkraftstoffe, die der Landwirt benutzt?

    Dieses "wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe" ist doch gang und gäbe und wird einem bis in die Regierungsspitze vorgelebt.

    "Wenn es einem Leibeigenen im Mittelalter gelang vom Hof des Grundherrn in eine Stadt zu flüchten und dort ein Jahr lang zu überleben, dann galt er als frei. Daher rührt der Spruch „Stadtluft mach frei!“"

    https://albrecht-duerer-gymnasium.de/?p=319#:~:text…t%20mach%20frei!

    Damit ist der Zwist doch erst mal vorprogrammiert. Regieren, freie Entscheidungen treffen, bestimmen, wo es lang geht, das tun die Städter. Und die sind stolz drauf, dass sie "frei" sind. Im Mittelalter war das frei von einem Grundherren, dessen Leibeigene die Bauern waren. Und heute?

    Die Leibeigenschaft ist abgeschafft, aber gebunden sind die Bauern doch, nämlich an Grund und Boden, den es zu bewirtschaften gilt. Und an die Kühe im Stall, die jeden morgen gemolken sein wollen. In mehreren Interviews mit Landwirten, die in den letzten Tagen gesendet wurden, wurde das überdeutlich herausgestellt. Da war dann oft von einer "Rund um die Uhr" Berufstätigkeit (24/7) die Rede.

    Freilich wurde von den interviewten Bauern immer gleich betont, man wolle das so, es sei zwar auch eine Last, aber die trage man gerne. Und dann wird oft hinterhergeschoben: "Wenn bloß nicht diese blöde Bürokratie immer weiter zunähme. (Zwischen den Zeilen: Die sich von den Leuten in den Städten ausgedacht wird, die von der Landarbeit keine Ahnung haben.)"

    Da werden viele Städter "weich", bedauern die Bauern und finden es okay, wenn sie mal ein paar Tage die Straßen blockieren.

    So beschimpfte "Klimakleber" dagegen genießen einen viel schlechteren Ruf. Dass es ihnen ums Klima geht, nimmt ihnen fast keiner ab. Denn mit dem, was sie fordern, könne man ohnehin nichts ändern am Klimawandel. Und überhaupt: Viele bezweifeln ganz grundsätzlich, dass so was wie ein Klimawandel stattfände, oder halten es für ausgeschlossen, dass man z. B. durch eine Verringerung der Kohlendioxidemissionen oder einer Verkehrswende daran etwas ändern könne. Und arbeiten tun die ja auch nicht, diese "Klimakleber", sonst hätten sie ja keine Zeit für solche Aktionen. Auch so ein Vorurteil, dass gegenüber den demonstrierenden Bauern weniger verbreitet ist.

    Was ein*e Stadtbewohner*in über das Leben auf dem Lande weiß, das hat sie*er im Kindergarten gelernt. Hier einige Zitate:

    "Im Märzen der Bauer
    Die Rößlein einspannt (...)

    Er ackert, er egget
    Er pflüget und sät
    Und regt seine Hände
    Gar früh und noch spät (...)

    Auch pflegt er die Bäume
    Mit edlerem Reis
    Und spart weder Arbeit
    Noch Mühe noch Fleiß (...)"

    Und dass diese riesigen Trecker da irgendwie überhaupt nicht zu passen? Geschenkt. Der Bauer muss ja doch bald wieder zurück zu seinem Vieh und den Boden bestellen, und die Straßen freigeben.

    Kein Raum fürs Rangieren
    Aha-Fahrzeuge können wegen Falschparker ihre Touren oft nicht fahren
    epaper.haz.de

    "Kein Raum fürs Rangieren"

    In diesem HAZ-Artikel von heute, 10.1.24, "Kein Raum fürs Rangieren", geht es darum, wie die immer breiteren Autos, die am Straßenrand und oft auch im Halteverbot und Parkverbot parken, die Fahrzeuge der Müllabfuhr blockieren. Gut geschriebener Artikel!

    Zwei Zitate:

    "Die Jacobsstraße schafft er an diesem Vormittag nicht mit seinen Kollegen. Dabei müsste das Trio eigentlich die Säcke und Tonnen, gefüllt mit Altpapier, die leeren Kartons von Black-Friday-Schnäppchen oder die Verpackungen der Weihnachtsgeschenke mit der Entsorgungstour abholen. Doch das gut 9,50 Meter lange und 2,55 Meter breite Fahrzeug vom Abfallentsorgungsunternehmen Aha stoppt nur wenige Meter hinter dem Kreuzungsbereich der Minister-Stüve-Straße, weil es die schmale Einbahnstraße nicht unfallfrei passieren kann.

    (...)

    Das Problem, sagt er, während er das Fahrzeug mit wenigen Zentimetern Luft zu parkenden Autos von der Küchengartenstraße aus nach rechts in die Rampenstraße manövriert, entstehe unter anderem, wenn, wie an dieser Kreuzung, die Autofahrerinnen und Autofahrer nicht die Parkverbote beachten: „Die stellen die Autos auf die Zickzacklinien, direkt ans Verbotsschild, und wir kommen nicht rum“, sagt der Aha-Beschäftigte. In solchen Fällen drückten er und seine Kollegen erst einmal auf die Hupe: „Manchmal kommen die Leute dann quasi in der Unterhose aus dem Haus gelaufen und parken um.“ Wer jedoch sein Auto abstelle und dann zur Arbeit gehe, verpasse den Warnruf."

    Als weitere Problemzone für die Müllwagen wird der nahegelegene Dunkelberggang in dem HAZ-Artikel genannt. Aber es gibt in dem Gründerzeitviertel noch zahlreichen weitere Straßen, in denen viel zu viele Autos parken und das Durchkommen für Müllfahrzeuge aber auch Rettungsfahrzeuge behindern.

    Leider weiß ich nicht, wie lange der Artikel noch kostenfrei zugänglich ist, aber die beiden Zitate bringen es ganz gut auf den Punkt. Worüber der Artikel nicht berichtet: Nur 200 m bzw. 400 m weit von den beschriebenen Engstellen entfernt, gibt es eine Tiefgarage in der Blumenauerstraße mit mehreren hundert leeren Dauerstellplätzen für jeweils 55 Euro im Monat.

    Nachtrag:

    Habe gerade auf streetview nachgeschaut. An fast genau der selben Stelle, an der das Wohnmobil auf dem Zeitungsfoto steht, blockiert ein etwas kleineres Wohnmobil die Zickzack-Linienmarkierung im Einmündungsbereich der Jakobsstraße in die Minister-Stüve-Straße. Die streetview-Aufnahme ist von November 2022. (Die gelbe Fassade mit den weißen Fensterrahmen weisen auf dasselbe Haus, Minister-Stüve-Straße 8A, hin.)

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    Da das hintere Ende dieser stromlinienförmigen Sportverkleidung am Rücken des Trägers befestigt wird und nicht am Fahrrad, geht es auch mit Diamantrahmen.

    Ich hätte vermutet am, Fahrrad, aber da hatte ich auch noch nicht die Rucksackgurte auf dem Foto erkannt. Was macht den die Fahrerin, wenn sie absteigt, die hängt doch dann noch vorne am Fahrrad fest.

    Ich fürchte, das Ganze gehört in die Kategorie: "Nice Scheiß für den Gabentisch." Hurra, Weihnachten kann kommen!:saint:

    Beachte: In Stade und umzu fällt der Regen bei einer kleinen Brise gerne auch mal waagerecht quer zur Fahrtrichtung ... :saint:

    Oh ja, mir berichtete mal ein Küstenmensch, dass sich die Leute sehr wundern, wenn sie mal nach Hannover kommen, dass dort der Regen von oben kommt.