Beiträge von Ullie

    Doch!

    Das ist wahrscheinlich der feuchte Traum der autozentrierten Politiker UND der Menschen die sie wählen. Hat bestimmt was mit Freiheit, Wirtschaft und Arbeitsplätzen zu tun, oder so. Dafür kann man ruhig jedes Jahr ein paar Menschen dem Straßenverkehr opfern. Hauptsache der unbescholltene Bürger kann weiterhin mit seiner tonnenschweren Maschiene umherheizen und muss nichts an seiner bisherigen Lebensweise ändern.

    Siehe auch diese streetview-Aufnahmen aus dem Mercedes- und Porsche-Ländle "The Land", capital city:

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    In dem verlinkten Artikel heißt es: "Der Polizei zufolge hatte der 83-jährige Unfallfahrer, der mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, in seinem Ford versucht, einem Stau verkehrswidrig über den Radweg auszuweichen." Entsprechend hatte die HAZ heute in ihrer Print-Ausgabe berichtet.

    Es ist absehbar, dass damit die Forderung nach "Geschützten Radfahrstreifen" befeuert wird. Aber das kann es doch letztlich nicht sein, dass man geschützte Zonen einrichtet, in denen sich der Fahrrad- und Fußverkehr tummeln soll, während der Autoverkehr sich ungebremst und unkontrolliert auf den übrigen Verkehrsflächen austobt.

    Die hannoverschen Verkehrsbetriebe ermitteln gerade, welche Sitzplätze in den neuen TW 4000 Stadtbahnwagen eingebaut werden sollen.

    Die ÜSTRA hat die Testsitze extra in die bekannte Winterbahn eingebaut, die bereits von weitem gut zu erkennen ist. Die Winterbahn mit der Wagennummer TW 3026 wird in den zwei Testwochen auf unterschiedlichen Linien im Stadtbahnnetz unterwegs sein: bis einschließlich 13. März auf den Linien 4 und 5 und ab dem 14. März auf den Linien 3, 7 und 17. Mit dieser Schneelandschaft ist die Winterbahn gut erkennbar:

    Man kann per Handy abstimmen oder den Begleitern vor Ort seine Favoriten mitteilen. Sitz 2 halte ich für problematisch, weil er eine vergleichbar scharfe Kante hat, die an der Unterseite der Oberschenkel drückt, besonders dann, wenn man relativ kurze Beine hat.

    Und leider werden keine Polstersitze angeboten, meiner Meinung nach eine falsche Grundsatzentscheidung bei dieser Umfrage.

    https://www.uestra.de/unternehmen/presse-medien/pressemitteilungen/details/2024/1-2-oder-3-uestra-laesst-fahrgaeste-sitze-fuer-die-neue-stadtbahn-testen/

    Ergänzung, wenn auch sehr spät:

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    Das Hannover-Fernsehen h1 hat eine Filmbeitrag zum Sitzplatztest veröffentlicht.

    Gemessen an der Aussage, "Hannover wird autofrei" ist es eine sehr niedrigschwellige Maßnahme, die Oberbürgermeister Belit Onay fordert, nämlich gestaffelte Gebühren in den Anwohnerparkzonen, abhängig von der Größe des Autos.

    "Um die ... notwendige Verkehrswende einzuleiten, ist das Parkraum-Management ein Instrument – neben vielen weiteren Instrumenten."

    Das ist ein Zitat aus der Stellungnahme Pro höhere Parkgebühren für SUV vom Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay.

    Und das ist ein Zitat aus der Contra-Position von André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes:

    "Statt den Menschen vorschreiben zu wollen, welche Autos sie fahren sollen, wäre den Kommunen jedenfalls vor allem geholfen, wenn ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert werden."

    Höhere Parkgebühren für SUV?
    www.publik-forum.de

    Hinweis: Auf diese Umfrage habe ich auch im Thema "Umfragen" hingewiesen!

    "Um die ... notwendige Verkehrswende einzuleiten, ist das Parkraum-Management ein Instrument – neben vielen weiteren Instrumenten."

    Das ist ein Zitat aus der Stellungnahme Pro höhere Parkgebühren für SUV vom Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay.

    Und das ist ein Zitat aus der Contra-Position von André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes:

    "Statt den Menschen vorschreiben zu wollen, welche Autos sie fahren sollen, wäre den Kommunen jedenfalls vor allem geholfen, wenn ihre Handlungsmöglichkeiten erweitert werden."

    Und hier geht es zu den Kommentaren und der Umfrage:

    Höhere Parkgebühren für SUV?
    www.publik-forum.de

    Wer nicht hören will muss fühlen! Fridays for Future forderte 2020 auf, den Citybahn-Plänen zuzustimmen:

    Als 2020 in Wiesbaden darüber abgestimmt wurde, ob die Stadt eine Straßenbahn bekommt, votierten allerdings unter anderem die Menschen in Mainz-Kostheim mit fast 60 % gegen die Straßenbahn. (Anmerkung: Mainz-Kostheim ist ein Stadtteil von Wiesbaden)

    https://wahlergebnisse.wiesbaden.de/a-web/_wahl/_PDF/Ergebnis_BE2020.pdf

    Die Citybahn hätte eine Perspektive eröffnet, zumindest ein Stück weit aus der vollkommen auto-zentrierten Verkehrspolitik auszusteigen und eine attraktive Alternative zu schaffen.

    Citybahn Nein <> Bürgersteige zuparken Ja?

    So läuft es nicht liebe Kostheimer!

    Letztlich geht und fährt am Ende sowieso jeder so, wie er meint. Das Bild in StreetView ist ja bezeichnend. Zwei Geisterradler, einer davon auf'm Gehweg.

    Das ist eine zu pauschale Aussage, dass jeder fährt, wie er meint.

    Es gibt sowohl unter den Autofahrenden wie den Radfahrenden viele, die bei bestimmten Gelegenheiten so fahren, "wie sie meinen", allerdings gibt es dafür meistens Gründe. Und es lohnt sich deshalb, genauer hinzuschauen.

    An stark befahrenen Straßen mit vier Fahrspuren für den Autoverkehr kommt es häufiger vor, dass wer mit dem Fahrrad auf der falschen Seite den Radweg benutzt, besonders dann, wenn ihm dieser Weg ausreichend breit erscheint und kein Fahrradfahrer oder nur wenige ihm entgegenkommen und es sich nur um einen überschaubar kurzen Streckenabschnitt handelt.

    Erschwerend kommt hinzu, das manche Einrichtungsradwege breiter sind, als manche alte Zweirichtungsradwege. Das verleitet zu der irrigen Annahme, dass es dann ja auch erlaubt sein müsse, den Radweg in Gegenrichtung zu benutzen, auch wenn er nicht dafür freigegeben ist.

    Letztlich kann das auch positive Entwicklungen anschieben, nicht immer hundertprozentig regelkonform zu fahren. Vor rund 50 Jahren fingen Fahrradfahrer verstärkt an, Einbahnstraßen in Gegenrichtung zu befahren. Einbahnstraßen wurden in vielen Städten nur deshalb eingerichtet, um mehr Platz für Autostellplätze zu schaffen. Statt Längsparken Querparken und so statt breiter Fahrbahn eine schmale Fahrbahn, die nur noch in einer Richtung befahren werden sollte, weil kein Autogegenverkehr mehr möglich.

    Heute ignorieren manche Fahrradfahrer*innen die Benutzungspflicht, z. B. wenn der Fahrradweg zu schmal ist, aber die Verkehrsbehörden trotzdem an der Benutzungspflicht festhalten, weil sie so tun, als sei der schmale Fahrradweg trotzdem sicherer als auf der Fahrbahn zu fahren. Manche Autofahrer*innen sagen dann: "Typisch Fahrradfahrer, jeder von denen fährt, wie er meint."

    Hannover hats nicht so mit Fußgängern, oder?

    Derzeit ist es in Hannover offizielle SPD-Linie, dem ehemaligen Koalitionspartner, mit dem die SPD mehrere Jahrzehnte gemeinsam regierte, den Grünen, genau das zu unterstellen, dass sie es "nicht so hätten mit den Fußgängern". Fakt ist allerdings, dass der Verkehrsraum begrenzt ist. Und es ist die SPD, die viele Gelegenheiten für eine Umverteilung des vorhandenen Verkehrsraumes zugunsten des nichtmotorisierten Verkehrs bereits hat verstreichen lassen.

    Auf dem bereits von littlet verlinkten streetview-Foto sieht man zwei Spuren für den KFZ-Verkehr in derselben Richtung. Davon ist eine Fahrspur eigentlich nur eine Parkspur, wie man weiter hinten im Bild sieht. Es würde nicht den "fließenden" Autoverkehr behindern, wenn eine Fahrspur wegfallen würde, um daraus z. B. eine Umweltspur für Bus und Rad zu machen.

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    Trotzdem ist es bei den derzeit gegebenen politischen Mehrheiten in Hannover vermutlich unmöglich, die rechte Fahrspur zum Beispiel zu einer Umweltspur zu machen, die dem Fahrrad- und Busverkehr vorbehalten ist. Denn dann würden ja Auto-Parkplätze wegfallen:huh:. Dafür sind die "Autofahrerschutz-Parteien" CDU, FDP, SPD und die populistischen Rechte nicht zu gewinnen.

    So wird es wohl in dem aktuellen Fall darauf hinauslaufen, dass ein paar Quadratmeter Wiese geopfert werden, um darauf einen Fußweg zur Bushaltestelle anzulegen.

    Kürzlich habe ich diese Online-Formularseite im Internet entdeckt. Weiß jemand, seit wann es das gibt?

    Anzeigen von Parkverstößen | Stadt Hannover

    Es ist ein Online-Formular, dass es erleichtern soll, auf Falschparker hinzuweisen und dem Ordnungsamt dafür beweiskräftige Zeugenaussagen liefern soll.

    Es gibt nach meiner Beobachtung unglaublich zahlreiche und immer wiederkehrende Verstöße gegen die geltenden Bestimmungen zum Parken im öffentlichen Raum, sodass ich mich frage, ob nicht effektivere Maßnahmen gegen das Falschparken angewendet werden können. Und jetzt sollen es die Bürger richten? Das Ausgangsproblem ist doch zuallererst eine Autofahrer-Mentalität, die darauf basiert, dass der Auto-besitzende und autofahrende Mensch sich mit besonderen Privilegien ausgestattet betrachtet, und die Politik es nicht wagt, diese infrage zu stellen.

    In Hannover sehe ich vor allem ein Problem, das seit Jahren verschleppt wird und deshalb bei Autofahrenden den Eindruck hinterlässt, dass es ganz okay ist und von der Verwaltung letztlich auch gewollt ist, dass das sogenannte "Notparken" an Kreuzungsecken, vor Bürgersteigabsenkungen in Parkverbotszonen und Halteverbotszonen usw. stattfindet. Viele Autofahrer sehen das als ein Privileg, das ihnen zusteht und zugestanden wird, sogenannte "Notparkplätze" zu belegen, ohne dafür behelligt zu werden. Dabei ist es doch so, dass der Gebrauch sogenannter "Notparkplätze" andere Menschen in Not bringt oder sogar in gefährliche Not bringen kann, wenn zum Beispiel die Feuerwehr nicht mehr durchkommt.

    Die Zuständigkeit für das Falschparken-Problem ist in Hannover auf drei Dienststellen aufgeteilt: der Verkehrsaußendienst, der Städtische Ordnungsdienst und die Polizei. Bei telefonischen Hinweisen an den Verkehrsaußendienst erfolgt dort außerhalb der Geschäftszeiten der Verweis an die Polizei. Es gibt aber auch noch den Städtischen Ordnungsdienst, der geringfügig längere Geschäftszeiten hat als der Verkehrsaußendienst. Abends und nachts und am Wochenende jedoch ist ausschließlich die Polizei für Faschparker-Kontrollen zuständig, die jedoch nach meiner Beobachtung noch weniger effektiv arbeitet als der Verkehrsaußendienst und der Städtische Ordnungsdienst.

    Eigentlich müsste die Verantwortungsverteilung auf mehrere Dienststellen aufgehoben und gebündelt werden in einer Dienststelle, die sich rund um die Uhr in der Verantwortung sieht, effektiv gegen Falschparken vorzugehen und daran arbeitet, Anwohnerparkzonen deutlich auszuweiten und das Anwohnerparken deutlich teurer zu machen insbesondere für die immer weiter zunehmende Anzahl sehr großer Fahrzeuge darunter zahlreiche Campingmobile und riesige SUVs.

    Mal schauen, ob die Online-Formularseite, die ich kürzlich entdeckt und oben verlinkt habe, dazu beiträgt. Vielleicht wird bei einer intensiven Nutzung durch von Falschparkern in Not gebrachten Bürgern das Kontrollieren von Falschparkern deutlich ernster genommen von der Verwaltung? Und es werden rund um die Uhr intensivere und effektivere Kontrollen durchgeführt, inklusive Halterabfrage und Aufforderung an den Halter, das Fahrzeug unverzüglich zu entfernen, weil es andernfalls abgeschleppt wird?

    Habe ich tatsächlich eine zeitlang fast genauso gemacht. Eine GoPro am Lenker und meine alltäglichen Fahrten durch Hamburg aufgezeichnet. Als ich wieder zu Hause war Screenshots gemacht und Anzeige geschrieben. Ab und an konnte ich so auch nachweisen, dass der Falschparker länger als eine Stunde an der Stelle stand.

    Bei einem bestimmten Streckenabschnitt sind die Falschparker nach wenigen Monaten auch deutlich spürbar weniger geworden. :)

    Möglicherweise sind die Falschparker dafür an anderer Stelle mehr geworden?

    Trifft deine Beobachtung zu und trägt eine automatisierte oder wie bei dir teilautomatisierte private Falschparkerkontrolle dazu bei, dass weniger intensiv falsch geparkt wird, dann stellen sich neue Fragen:

    Im günstigsten Fall führen private Falschparkerkontrollen dazu, dass weniger viel Auto gefahren wird und die Menschen, die bisher das Auto genutzt hatten, jetzt auf den ÖPNV oder das Rad umsteigen oder gleich ganz zu Fuß gehen. Die Stadtbevölkerung signalisiert ihren autobegeisterten Mitmenschen aus Stadt und Land, dass sie es nicht duldet, dass falsch geparkt wird, und dass sie sich auf Grundlage der bestehenden Gesetze dagegen zu Wehr setzt.

    Möglicherweise könnte sogar im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung ein entsprechender Verein gegründet werden und private Flaschparkerkontrolleur*innen im Rahmen ihrer Vereinstätigkeit zumindest inForm einer Aufwandsentschädigung eine geringfügige finanzielle Anerkennung erhalten.

    Vermutlich ist es nicht möglich, dass ein solcher Verein bezahlte Ordnungskräfte einsetzt, die ähnlich rigoros gegen Falschparker vorgehen, wie das zum Beispiel auf manchen privaten Supermarkt-Parkplätzen der Fall ist. Zumal die Ordnungsgelder für Falschparker "überschaubar" sind.

    Liegt wohl in der Natur der Sache: Verstösse im ruhenden Verkehr sind sehr einfach und gerichtsfest dokumentierbar.
    Er zeigt ja generell Verstösse an. Die abgelaufene HU, Falschparken in der Ladezone und das Parken gegen die Fahrtrichtung tangieren den Fußverkehr ja nicht.

    Abgelaufene HU könnte bedeuten, dass das Fahrzeug nicht mehr zuverlässig verkehrssicher ist. Zum Nachteil von Fußgängern oder Fahrradfahrern.

    Parken in der Ladezone führt dazu, dass Lieferfahrzeuge in der 2. Reihe halten oder auf Radfahrstreifen usw..

    Parken gegen die Fahrtrichtung kann zumindest irritieren, wenn nicht gar gefährlich werden für Fahrradfahrer, deren Fahrtlinie unerwartet von einem Auto geschnitten wird.

    Da haben m. E. die Reporter geschlafen, oder wollten es bewusst offen halten. Ein paar Nachfragen hätten möglicherweise für Aufklärung gesorgt. Vielleicht wollte es aber auch der "Anzeigenhauptmeister" ganz bewusst offen halten, ob es eine Motivation für sein Hobby gibt, die darüber hinausgeht, einfach nur irgendwelche gut dokumentierbaren Ordnungswidrigkeiten dem Ordnungsamt mitzuteilen.

    Es gibt Menschen, deren Gehirn in erster Linie binär funktioniert. 0 und 1. An und Aus. Ja und Nein. Richtig und Falsch.
    Da geht es um nichts "Höhreres".
    Bei diesen Denkmuster müssen betroffene Menschen erlernen Zwischentöne zuzulassen. Bzw. diese überhaupt zu registrieren.
    Regeln sind ein gutes Beispiel. Sie sind dafür da, sich an sie zu halten. Also man tut es. Oder tut es nicht.
    Ob eine Regel nun aus gerechtfertigten Notstand oder aus Faulheit gebrochen wird, ist sekundär.

    Deine Beschreibung trifft nach meinen Erfahrungen auf manche nicht neurotypische Menschen zu. Trotzdem stellt sich ja die Frage, warum jemand wie der "Anzeigenhauptmeister" sich dem Spiegel und RTL-Bericht zufolge auf bestimmte Verkehrsvertöße konzentriert, bei denen es vorwiegend um Verstöße durch Autoverkehrs-Beteiligte zum Nachteil des Fußverkehrs geht.

    Was ich mich sowohl beim Anzeigenhauptmeister als auch beim Ordnungsamt frage:
    Warum tut man sich das an, sich in auffälliger Montur an das relevante Fahrzeug zu stellen und dort die Dokumentation vorzunehmen?

    Gerade bei eindeutigen Dingen wie Parken auf Gehwegen, Radwegen oder sonst wo, wo es eindeutig nicht erlaubt ist, könnte man genauso gut so arbeiten, wie die Rohdaten für Streetview oder auch kleiner wie für Mapillary entstehen. Einfach eine oder mehrere Kameras an ein Fahrrad, sodass alle relevanten Blickwinkel abgedeckt sind und dann eine kleine Runde durch die Stadt drehen. Hinterher kann man einfach die relevanten Bilder aus der Serie heraussuchen, hat in den EXIF Daten die exakte Uhrzeit und ein Geotag, sodass man die entsprechende Ordnungswidrigkeit danach bequem im Büro beschreiben kann, ohne zu risikieren mit dem Fahrer oder sonstigen Experten diskutieren zu müssen.

    Ich hatte bei einem Anruf beim Verkehrsaußendienst darauf hingewiesen, dass es Scan-Cars gibt, die sehr viel effektiver und für die Mitarbeiter angenehmer Falschparker-Kontrollen ermöglichen. Sofort kam der Widerspruch, ich wollte ihn und seine Kolleg*innen wohl arbeitslos machen.

    Ullie, im Ernst? Irgendeine Youtube-Influencerin als Stütze deiner Argumentation? Das ist unter deinem Niveau. Und diesen Mist gucke ich mir bestimmt nicht an, herzlichen Dank für das Angebot.

    Es freut mich, dass der Anzeigenhauptmeister mit seiner konkreten Tätigkeit bei dir ein Bedürfnis erfüllt. Ich finde es auch sympatischer, wenn Menschen Falschparker anzeigen, anstatt sich über den Lärm spielender Kinder zu beschweren. Trotzdem präsentiert sich der Herr Matthei in meinen Augen als pedantischer Bürokrat, dem die Erfüllung von Regelungen alles bedeutet und persönliche Befriedigung bereitet. Er hat sich bei den Beamten allen Ernstes mit "Anzeigenhauptmeister Matthei" vorgestellt. So als sei das ein offizieller Dienstgrad oder eine Amtsbezeichnung. Das ist soweit drüber, dass ich sehr froh bin, hier keinen Amtswalter mit hoheitlichen Befugnissen am Werk zu wissen. Du kannst das gerne anders sehen.

    Keine Ahnung, wie du darauf kommst, dass der "Anzeigenhauptmeister" bei mir "ein Bedürfnis erfüllt". So eine Aussage entspricht ziemlich genau dem Niveau der "Filmemacherin", die mehrfach sexuelle Anzüglichkeiten zum Ausdruck bringt. Dabei macht das Kontrastprogramm der "Filmemacherin" zu dem, was der "Anzeigenhauptmeister" durchzieht doch sehr deutlich: Es gibt Menschen, denen auffällt, dass die starke Fixierung auf den MIV unter Inkaufnahme aller seiner vielen Schattenseiten, insbesondere der Benachteiligung von Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen auffällt, und es gibt andere, die bereitwillig die vielen Einschränkungen für den Menschen durch den MIV, gerne bereit sind in Kauf zu nehmen.

    Der Anzeigenhauptmeister ist das nicht und die von ihm gewählte Art, dagegen vorzugehen, würde ich so nicht nachahmen wollen. Und freilich besteht die Gefahr für ihn, dass er das Muster, nach dem er gegen Falschparker vorgeht, generalisiert und auf alle möglichen Lebensbereiche ausdehnt. Ich hoffe, dass er das anders hinkriegt. Vielleicht kann er da umswitchen, seine Montur ablegen und ein ganz "normaler Mensch" sein.

    Und vielleicht ist es ihm möglich, auch noch in anderer Hinsicht umzuswitchen: Er könnte zum Beispiel gewinnbringend in einem Verband, einem Verein oder einer politischen Partei tätig werden. Und dort gemeinsam mit anderen etwas bewegen, was zu einem echten Ausstieg aus der automobilen Gesellschaft beiträgt. Leider wird weder bei dem Spiegel noch bei dem RTL Beitrag klar, wie er da überhaupt zu steht. Kritisiert er den MIV mehr oder weniger grundsätzlich, weil der MIV ein das menschliche Zusammenleben zerstörendes Mobilitätssystem ist, oder stört es ihn nur, dass viele Autofahrer sich nicht an Verkehrsregeln halten und damit andere Menschen einschränken? Je nachdem könnte er zum Beispiel bei einem alternativen Verkehrsverband tätig werden oder beim ADAC.

    Oha, mal kurz weitergedacht. Solche Charactere ausgestattet mit hoheitlicher Befugnis.....gruselige Vorstellung.

    Na dann schau dir mal diese "Filmemacherin" an. Die finde ich deutlich gruseliger. Und ich befürchte, dieser Typus Mensch ist deutlich häufiger anzutreffen als der "Anzeigenhauptmeister".

    In Minute 11:45 äußert sie Verständnis für den "Anzeigenhauptmeister" in dem Fall, dass er falschparkende Autos anzeigen würde, die anderen Autos im Weg sind. Das ist ausgerechnet die Szene, in der ein Falschparker den Gehweg blockiert.

    Anscheinend kennt sie nicht einmal das Wort "Denunziant". (Minute 25:20) Immerhin hatte die "Filmemacherin" in Minute 4:30 davon gesprochen, dass sie Abitur gemacht hat. Vielleicht stimmt es ja doch, dass das Abitur nicht mehr viel wert ist?:rolleyes:

    In Minute 26:35 befürchtet sie, dass die "Klimakleber" dem Beispiel des "Anzeigenhauptmeisters" folgen könnten. Angeblich bereitet es ihr erhebliche Schmerzen, bei dem Youtube-Video zuzuschauen. Na zumindest scheint der Film ihr nicht den Appetit zu verderben.

    Lustig auch die Aussage in Minute 30:00, in der die "Filmemacherin" darauf hinweist, dass der Konsum des Spiegel-Videos für sie das Austrinken eines Energy-Drinks ersetzt.<X

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    Wer noch was zum Schmunzeln braucht, sollte mal reinschauen. 8)

    Wenn nur die Kennzeichen der Fahrzeuge erfasst und weiterverarbeitet werden, die offensichtlich regelwidrig bzw. sicherheitsgefährdend geparkt sind, ist das nichts anderes als das was das Ordnungsamt ohnehin macht; Stichwort Beweisfoto und auch da werden gelegentlich andere Kennzeichen im Hintergrund erkennbar sein, die dann unkenntlich gemacht werden.

    Der Hamburger Ansatz war nach meinem Verständnis jedoch, die Kennzeichen aller geparkten Fahrzeuge durch eine Datenbankabfrage zu jagen und somit auch die Daten all jener, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, mit Ort und Zeit zu verarbeiten. Dass die Idee rechtlich problematischer ist und ausgebremst wird, kann ich wie gesagt nachvollziehen, vor allem wenn die Regeln und Gesetze dann staatenübergreifend angewendet werden müssen.

    Es sind auch noch andere Optionen vorstellbar: Zum Beispiel Kontrolle von parkenden Autos auf Plätzen, auf denen ein Parkschein von einem Parkscheinautomaten gezogen werden muss, bei dem man das Kennzeichen eingeben muss. Dann könnte das Scan-Car durch Datenverknüpfung erkennen, ob das parkende Fahrzeug einen Parkschein hat und ggf. ob der noch gültig ist. Dann würden tatsächlich mehr Daten verarbeitet werden müssen. Jetzt müsste man tatsächlich genauer wissen, wie die Scan-Cars in anderen Ländern arbeiten.

    Statt einfach erstmal die offensichtlichen und sicherheitsrelevanten Verstöße zu erfassen und so zu bearbeiten, wie man es bei der regulären Begehung auch machen würde, muss es mit Blick auf die Parkraumbewirtschaftung halt gleich wieder mit einem Datenbankabgleich und einem ausländischen Unternehmen dazwischen sein.

    Der Einsatz der Scan-Cars zur Bekämpfung von Ecke-Parkern, die die Feuerwehr behindern könnten oder Radweg- und Fußweg-Parkern würde allerdings auch beinhalten, dass Kennzeichen erfasst werden. Zum Beispiel im Falle der Section-Controll zur Tempo-Kontrolle ist es bislang nicht gelungen, in Deutschland eine rechtssichere Section-Controll-Überwachung zu installieren. Mein Eindruck: Die rechtliche Beurteilung ist in Deutschland einseitig ausgerichtet auf die Gruppe der Autofahrenden, die möglichst wenig Kontrollen, egal ob Geschwindigkeit oder Parken wünschen, weil sie nicht realisieren, dass die Verkehrsflächen begrenzt sind und ein progressiver Ausbau von MIV-Verkehrsflächen erhebliche neue Probleme verursacht.

    Das habe ich mich auch schon gefragt, ob der "Anzeigenhauptmeister" zum Beispiel ein "Heckenwuchs-Hauptmeister" sein könnte. Bedauerlicherweise wird in den Filmbeiträgen von RTL und Spiegel nicht danach gefragt. Dabei hätte das Filmteam doch einfach die Frage stellen können, welchem Hobby denn der "Anzeigenhauptmeister" nachgehen würde, wenn er eines Tages seinem jetzigen Hobby aus einem Mangel an Parkverstößen nicht mehr nachgehen kann.

    Das ist ja durchaus nicht ausgeschlossen:

    "Was in Deutschland noch diskutiert wird, kommt in anderen europäischen Ländern bereits zum Einsatz. So gibt es beispielsweise in Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Tschechien, Slowenien, Rumänien, Kroatien, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien und den Niederlanden bereits Scan-Cars." Laut Chip vom 4.12.23 ist die Technik bislang in Deutschland nicht zulässig, dabei ist sie außerordentlich effektiv: "Statt 50 Fahrzeuge pro Stunde, wie sie Ordnungskräfte im Schnitt kontrollieren, prüft die neue Technik stündlich 1.000 Kennzeichen."

    https://www.chip.de/news/Falschparker-aufgepasst-Neue-Technik-koennte-bald-auf-deutschen-Strassen-patrouillieren_185056537.html

    Allerdings: So lange der Verkehrsminister und der Justizminister von der FDP sind, sehe ich wenig Chancen für den Einsatz der Scan-Cars in Deutschland. Das bügeln die gelb-blauen Minister mit juristischen Verdrehungen genau so ab wie ein generelles Tempolimit auf Autobahnen.

    Da muss der "Anzeigenhauptmeister" wohl nicht so bald darum fürchten, dass er ohne Hobby dasteht. Und wir werden es, so befürchte ich, nicht mehr erleben, dass die Scan-Cars auch in Deutschland zum Einsatz kommen, so dass wir sehen könnten, ob es dem Anzeigenhauptmeister um den Schutz und das Wohl insbesondere der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer*innen geht oder ob er dann die Einwurfzeiten der örtlichen Altglascontainer überwachen wird. Wobei man da auch durch eine deutliche Ausweitung der Pfand-Pflicht eine Verbesserung erreichen könnte.

    Übrigens eine Sache, um die uns andere Länder beneiden, wie mir z. B. ein Franzose versicherte. Und eine Sache, die ebenfalls die FDP versucht hatte abzublocken, im Fall der Pfandpflicht zum Glück ein weniger erfolgreicher Blockade-Versuch.

    Oha, mal kurz weitergedacht. Solche Charactere ausgestattet mit hoheitlicher Befugnis.....gruselige Vorstellung.

    Der Charakter des "Anzeigenhauptmeisters" wird m. E. nicht deutlich herausgearbeitet von den Redaktionen der Filmchen-Dreher. Ihn gar als "Blockwart" zu bezeichnen, wie RTL es tut, ist eine krasse journalistische Fehl-Leistung. Ich bin mal gespannt, was andere hier im Forum zu dieser Positionierung hier sagen:

    In den Ordnungsämtern der Städte und Kommunen, bzw. bei den Polizeidienststellen, die mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs beschäftigt sind, arbeiten viel zu viele Führerscheinbesitzende und Autofahrende, sodass es nicht verwunderlich ist, dass bei Verkehrskontrollen insbesondere bei Parkverstößen zum Nachteil von Fußgänger*innen und anderen Verkehrsteilnehmer*innen, die nicht am MIV aktiv teilnehmen, viel zu oft beide Augen zugedrückt werden.

    Es ist erwiesen, dass die Autofahrerei den Charakter verdirbt. Renommierte Verkehrswissenschaftler*innen bezeichnen die Autofahrerei als Krankheit, z. B. Herman Knoflacher in seinem Buch "Virus Auto" oder Klaus Gietinger, der in seinem bekannten Werk "Totalschaden" die Autofahrerei als "Sucht, Droge und Seuche" bezeichnet.

    Virus Auto 4.0, das Buch von Herrmann Knoflacher, vorgestellt von Katja Diehl

    VIRUS AUTO 4.0 - Alexander Verlag

    Totalschaden – Das Autohasserbuch | Klaus Gietinger

    Ich weiß nicht, ob der Anzeigenhauptmeister einen Führerscheinbesitzer und Autofahrer ist. In den Filmbeiträgen wird nach meiner Erinnerung nicht darauf eingegangen. Unabhängig davon denke ich, dass er die einschlägigen Bestimmungen und die Rechtslage zum Falschparken kennt, was beweisen würde, dass man dafür kein Führerscheinbesitzer sein muss.

    Ich halte es für sehr wichtig und richtig, dass in den zuständigen Verkehrsbehörden mindestens je zur Hälfte Mitarbeitende mit und solche ohne Führerschein arbeiten, und dass bei Streifengängen mindestens immer eine Nichtführerschein-Besitzer*in mit dabei sein muss. Möglicherweise würde das dazu beitragen, dass der "Anzeigenhauptmeister" ein weniger spektakuläres Hobby sucht.