Für jemand, der das Fahrradfahren propagiert ist es widersinnig auf die Bedenken der Menschen aufmerksam zu machen, die der Erfindung der Eisenbahn skeptisch gegenüberstanden. Diese veralteten medizinische Bedenken werden doch vor allem dann zitiert, wenn es mal wieder darum geht, ein besonders schnelles Verkehrsmittel salonfähig zu machen. Aktuell ist es ja der FDP einmal mehr gelungen, die Pseudolösung "Flugtaxis" ernsthaft ins Gespräch zu bringen.
Wer mit diesem veralteten Zitat hausieren geht, beweist lediglich, dass er nicht viel verstanden hat von dem, was Verkehrswende bedeutet und was notwendigerweise geschehen muss, um unser Mobilitätsverhalten tatsächlich zukunftsfähig zu machen.
Für eine Verkehrswende, die diesen Namen verdient hat, ist nämlich Entschleunigung und nicht Beschleunigung notwendig. Und da sehe ich die Entwicklung der Pedelecs durchaus skeptisch. Für einige scheint es dabei nur darum zu gehen, aus dem Pedelec-Boom möglichst bald ein S-Pedelec-Boom und E-Bike-Boom zu entfachen.
Gerne wird dann darauf verwiesen, wie sagenhaft schnell man mit einem S-Pedelec fahren kann. Und manche Propagandisten rechnen dann gerne vor, wieviel Sprit eingespart werden kann, wenn statt mit dem Auto mit dem S-Pedelec gefahren wird. Praktisch nimmt aber trotz S-Pedelec die Zahl der verkauften Autos weiter zu.
Für eine gelungene Verkehrswende kommt es meines Erachtens zuallererst auf eine Mobilität der kurzen Wege an! Eine Beschleunigung des Fahrradfahrens durch Pedelecs dagegen wird bestenfalls nicht dazu beitragen, unser absurdes Mobilitätsverhalten, bei denen es vielen immer nur um Beschleunigung geht, noch weiter zu verschlimmern. Aber wenn ich selbst hier in einem Fahrradverkehrsforum lese, wie tempobesessen argumentiert wird, dann stimmt mich das nicht hoffnungsfroh.