Die EVP ist schon im Wahlkampfmodus:
Ich halte es nach wie vor für eine Fehleinschätzung, wir könnten in Deutschland und in Europa bis in alle Ewigkeiten unsere Verbrenner bauen und fahren. Der Schwenk auf Elektromobilität im Individualverkehr ist ja keine rein deutsche Angelegenheit, wie es die Union gerne darstellt, sondern mittlerweile eine globale Entscheidung von Kalifornien über Europa bis China. Ich weiß nicht, wer in zehn Jahren noch Verbrenner fahren wollte, wenn man nicht in beinahe religiöser Argumentation am Verbrenner hängt — und als exportorientierte Volkswirtschaft hilft es uns wenig, dass „Diesel-Dieter“ und „Benzin-Otto“ keine Elektroautos wollen, wenn wir unsere Produkte woanders nicht mehr verkauft bekommen. Selbst in Entwicklungsländern, die wir gern als Gebrauchtwagenmarkt betrachtet haben, ist China längst eingedrungen und verkauft denen das Komplettpaket aus Infrastruktur und Fahrzeugen, während wir immer noch davon ausgehen, die Afrikaner tanzten im Baströckchen um die Lehmhütten, beziehungsweise um einen alten Opel Senator.
Ich wüsste wirklich gern, wie Manfred Weber sich das vorstellt: Wir bauen jetzt doch wieder Verbrenner, lassen jegliche Ambitionen hinsichtlich Elektroautos fahren und überlassen China jegliche Marktanteile, die wir mühsam erkämpft haben? Und selbst wenn E-Fuels nur halb so geil werden wie immerzu beschworen wird: Dazu werden wir Unmengen an Energie benötigen, um weiterhin teure und komplizierte Verbrennungsmaschinen zu bauen, während anderer Länder Hersteller günstige und einfache Elektroautos mit Batterien aus China auf den Markt werfen.
Das klingt für mich wirklich nicht nach einer guten Idee. Und beides, also Verbrenner und Elektroautos zu bauen, das dürfte die Kapazitäten selbst der größten Autohersteller überschreiten.