Was bei mir auf dem Video zu kurz gekommen ist und in deiner Aufzählung auf jeden Fall enthalten sein sollte, ist der Taststreifen für Seheingeschränkte, der immer noch als Bestandteil der Radverkehrsführung genutzt wird. Das ist echt ein Unding, das der Behörde viel kräftiger um die Ohren gehauen wird. Seit bald vier Jahren sind diese Taststreifen nicht nutzbar und irgendwie hätte man es dann auch glatt bleiben lassen können.
Ach Malte, war der Akku leer oder warum bist Du keine 500 Meter weiter gefahren? Dann hättest Du die todsicherer Kreuzung mit dem Wördemanns Weg und den Brückenpfeiler auf dem Radweg auch noch drauf gehabt
Tja — ich bin die Schleife ab dort noch ein zweites Mal gefahren, um wenigstens die Highlights noch mal mit der Digitalkamera zu fotografieren.
An der besagten Kreuzung mit der Bettelampel hat dann sogleich ein Kraftfahrer die rote Ampel „übersehen“, sicherlich aufgrund der tiefstehenden Sonne im Rücken, und ist beinahe mit dem Bus kollidiert. Das Foto ist etwas unscharf, so schnell konnte die Kamera wohl nicht fokussieren, aber so spare ich mir immerhin das Anonymisieren des Kraftfahrers:
Hier ist dann die schöne Brücke. Ich bin dort aus Protest immer abgestiegen, damit mir niemals jemand ans Bein pinkeln kann, ich wäre ordnungswidrig auf dem Gehweg gefahren:
Ich war vor ein paar Tagen bei meinem Zahnarzt am Eidelstedter Platz und habe bei der Gelegenheit die Arbeitsstelle überprüft. Anstatt abertausender Fotos schmeiße ich hier einfach mal ein Video rein:
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Am gestrigen Mittwoch wurde offenbar ein bundesweiter Kontrolltag gegen für Radfahrer veranstaltet. Das bekam ich mit, weil ich in einer kurzen Regenpause mit dem Rad durch Lüneburg fuhr und mir aus heiterem Himmel ein Fahrradpolizist begegnete. Für mich hier in Lüneburg ein absolutes Novum, was nur dadurch getoppt wurde, dass mir kurz danach zwei Streifenpolizisten in der Fußgängerzone begegneten, die dort Radfahrer pflückten, die sich in jenem Moment ordnungswidrig verhielten.
Fand ich ja auch gleich wieder ein bisschen blöd, denn die Lüneburger Altstadt, die den Krieg zu einem Großteil unbeschadet überstand, besteht aus aberdutzenden lustigen Gässchen, die mitunter normale Straßen sind, manchmal aber auch Einbahnstraßen, Verkehrsberuhigte Bereiche und Fußgängerzonen, von denen Letztere nachts oder auch ganztägig für den Radverkehr freigegeben sind. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, diese einzelnen Bereiche derart sauber zu beschildern, dass man nicht mit dem Rad irgendwo in eine ganztägig für den Radverkehr freigegebene Fußgängerzone eindringen könnte, sich dann aber nach zwei weiteren Gässchen durch einen Hinterhof schlängelt und plötzlich durch einen Bereich radelt, der nur von 18 bis 9 Uhr für Radfahrer freigegeben ist. Die Kontrolle, der ich begegnete, beschränkte sich allerdings tatsächlich auf einen Bereich, der eindeutig mit Zeichen 254 markiert war. Hier hat kein Radverkehr stattzufinden, und wer das angesichts des Zeichen 254 nicht kapierte, der lernte allerspätestens beim Anblick der beiden Uniformierten dazu und strebte eine schnelle Verwandlung vom Radfahrer in den Fußgänger an:
Unangenehm fand ich hingegen die Gegenwart der Beamten, denn ich sah ihnen geradezu an, dass sie irgendwas dachten in der Art von „der schiebt jetzt auch nur, weil wir hier unterwegs sind“. Es liegt immer diese unangenehme Vorwurf in der Luft, sich als Radfahrer einzig und allein im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung zu verhalten, weil gerade die Ordnungsmacht gegenwärtig ist.
Erst im Nachhinein bekam ich mit, dass diese verhältnismäßig große Polizeipräsenz einem bundesweiten Kontrolltag geschuldet war, der die Sicherheit für Radfahrer kontrollieren sollte, indem Radfahrer kontrolliert werden. Soweit ich das aus dem gesellschaftlichen Netzwerken und den einschlägigen Nachrichtenseiten rekonstruieren konnte, beschränkten sich die Kontrollen auf das übliche: Falsche Straßenseite, fehlende Klingel und rotes Licht:
Und ich halte es für absolut albern, wenn die Polizei stolz vermeldet, bei einem Kontrolltag dutzende Klingeln an Radfahrer ohne Klingel verschenkt zu haben. Mir ist klar, dass die helltönende Glocke in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung vorgeschrieben ist, aber ich halte diese essentielle Stellung, die ihr im Verkehrsunttericht in der Schule und bei derartigen Fahrradkontrollen zugeschrieben ist, für einseitig überhöht. Eine Klingel taugt meines Erachtens nur dafür, Fußgänger zu verschrecken oder vielleicht noch in bestimmten Situationen eine Überholabsicht gegenüber anderen Radfahrern oder Fußgängern anzukündigen, aber mir will doch wohl keiner erzählen, eine gefährliche Situation mit einem Kraftfahrzeug mit dem Einsatz der zaghaft hell tönenden Glocke abgewendet zu haben?
Was stattdessen kontrolliert wird, ist dermaßen unfreiwillig komisch, da kann man nur staunen. Die Polizei Mittelfranken nutzt auf Twitter die Abbildung eines Radfahrers mit reflektierender Kleidung, der in Nürnberg entlang der alten Stadtmauer unterwegs ist.
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Diese Wege sind in jeglicher Hinsicht der Knaller und machen es Radfahrern beinahe unmöglich, sich im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung zu verhalten. Bei Gegenverkehr wird man auf den Gehweg ausweichen müssen und die zuständige Straßenverkehrsbehörde kann nicht ernsthaft davon ausgegangen sein, dass bei diesem untermaßigen Zweirichtungsradweg bei Gegenverkehr artig abgestiegen und geschoben wird. Und dann sucht man als Illustration ausgerechnet diesen Weg heraus, so dass der Radfahrer auf der vermeintlich falschen Straßenseite fährt. Hätte man nicht wenigstens einen Weg wählen können, der ihn beim Radeln auf der richtigen Seite zeigt?
Auf Nachfrage kommen dann plötzlich solche Antworten, bei denen ich gar nicht genau weiß, ob das einfach nicht mein Humor war oder ich etwas grundsätzliches nicht verstanden habe:
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Dann kommt ein zweites Bild von der gegenüberliegenden Seite der Altstadt:
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Die Polizei hat bei diesem Tweet die Kommentarfunktion deaktiviert, man wollte sich die ganzen klugen Kommentare wohl nicht mehr durchlesen, sonst könnte sie zwei Dinge erfahren: Erstens sind diese kombinierten Signalgeber für Radfahrer und Fußgänger meines Erachtens im Jahre 2021 in einer vermeintlich fahrradfreundlichen Stadt nicht mehr angemessen. Wer sich nach den Räumzeiten für Fußgänger richten und dabei dem Fahrbahnverkehr beim Weiterfahren zugucken muss, verliert vielleicht irgendwann die Geduld. Aber separate Signalgeber für den Radverkehr kosten eben Geld, erhöhen aber nach meiner Einschätzung den Willen, bei rotem Licht auch anzuhalten — mal ganz abgesehen davon, dass es diesen zweifeldrigen Signalgebern an einer Gelbphase für den Radverkehr mangelt.
Und dann steht hinten unter dem Zeichen 241: „Hauptbahnhof“. Man muss in Nürnberg nämlich eine Weile auf der linken Straßenseite fahren, wenn man zum Hauptbahnhof möchte, weil die autogerecht gebaute Verkehrsinfrastruktur auf der rechten Straßenseite leider keine Radverkehrsinfrastruktur zum Hauptbahnhof vorhält. Da sind wir dann wieder beim dem Punkt, dass man dann mal auf der linken Seite fahren muss, mal auf der linken Seite fahren darf, sich aber auf jeden Fall irgendwie so durch den Straßenverkehr wuselt, aber im Endeffekt nicht immer ordnungsgemäß im Sinne der Verkehrsregeln radelt.
Vielleicht ist das ja auch mal so Ding, über das wir uns Gedanken machen sollten. Andererseits sind diese Art der Gedanken in den letzten zehn Jahren nicht gesprossen und ich sehe wenig Hoffnung, dass es in den nächsten zehn Jahren anders sein sollte.
Der Endgegner der lustigen Links-rechts-irgendwo-Infrastruktur ist dann so etwas hier:
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Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Polizei hier nicht mahnend und verwarnend unterwegs ist, sondern solche Verkehrsführungen während einer der vorgeschriebenen Verkehrsschauen mal direkt einkassiert. Es ist doch keinem Menschen begreiflich zu machen, wann Radfahrer auf der linken Straßenseite fahren sollen, dürfen oder müssen — mal ganz davon abgesehen, dass ich diese Art der „Ende“-Beschilderung nicht für so ganz rechtssicher halte; fürs Amtsgericht mag’s noch genügen, aber in der Theorie sind diese Beschilderungen nach meinem Dafürhalten nicht vorgesehen.
Oder hier, was soll denn das werden? Die Beamten sprechen mit Lkw-Fahrern über den Toten Winkel und am Ende landet dann ein Aufkleber an der Beifahrerseite. Wo kann ich mehr über das Engagement erfahren, mit dem Lkw-Fahrer auf die innerörtlich vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen hingewiesen werden? Wo gehen Polizei und Verwaltung gegen großzügige Kurvenradien vor, die zum schnellen Abbiegen einladen? Wo werden Ampelschaltungen entschärft, wo Abbiegeassistenten gefordert, wo bleibt der prophylaktische Umbau von gefährlichen Stellen im Straßenverkehr?
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In Lüneburg machten die Beamten am gestrigen Mittwoch rechtzeitig kehrt, bevor sie dieses DHL-Lieferfahrzeug beim Fahren auf dem benutzungspflichtigen Radweg entgegen der Fahrtrichtung beobachten konnten. Soweit ich es erkennen konnte, wurden aber wiederum eine Kreuzung weiter Radfahrer verwarnt, die ordnungswidrig auf dem Gehweg unterwegs waren.
Die eigentliche Lieferzone befindet sich hier, wo schon das andere Fahrzeug parkt:
Und das finde ich so eindrucksvoll: Einerseits soll ich mich mit dem Rad haargenau im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung verhalten. Andererseits soll ich aber meine Rücksicht ins teilweise Groteske überanspruchen, indem ich hier freundlich absteige und schiebe, damit das DHL-Fahrzeug auf dem Radweg bis vor die Tür fahren kann, anstatt von der Ladezone mit der Sackkarre loszuziehen, damit DHL ein paar mehr Sendungen pro Mitarbeiter ausliefern kann und Geld spart. Irgendwo muss er ja parken, wo soll er denn sonst halten, er hat ja auch dein Paket dabei, nech?
Und mein Eindruck von dieser ganzen Aktion geht eher in die Richtung, dass es gar nicht so sehr um die Sicherheit radfahrender Verkehrsteilnehmer geht. Natürlich hält man Radlinge davon ab, eine rote Ampel zu ignorieren wenn man die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es dafür 60 Euro und einen Punkt in Flensburg gibt, ja. Aber man schützt Radfahrer nicht mit Kontrollen in Fußgängerzonen, so ärgerlich Radfahrer in Fußgängerzonen auch sein mögen, und nicht mit kostenlosen Klingeln, weil Klingeln in solchen Situationen absolut nichts bringen. Ich behaupte mal frech: Am meisten wäre wenigstens in Lüneburg für den Radverkehr getan worden, wären konsequent alle Falschparker im Bereich der Innenstadt angesprochen und im Zweifelsfall abgeschleppt worden.
Hätte man noch weiteren Bedarf an Verbesserungen für den Radverkehr entdeckt, dann hätte es an beinahe jeder Kreuzung in dieser Stadt die Möglichkeit gegeben, etwas zu verbessern. Angefangen bei albernen Bettelampeln, wenn ich entlang einer Hauptverkehrsstraße geradeaus fahren möchte, bis hin zu teilweise absurden und brandgefährlichen Zweirichtungsradwegen mit seltsamen Radverkehrsführungen über Kreuzungen, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls unnötig steigt. Ich wohne seit zehn Wochen in dieser Stadt und entdeckte bei jeder Tour neue Unwahrscheinlichkeiten, die mitunter selbst die absurdesten Ecken Hamburgs im Handumdrehen in den Schatten stellen.
Ja, ich bin überzeugt, damit hätte man dem Radverkehr einen großen Gefallen getan. Aber so bleibt wieder das Bild in der Gesellschaft hängen, dass sich Radfahrer quasi so gut wie nie an die heiligen Verkehrsregeln halten und eigentlich irgendwie selbst schuld sind, wenn etwas passiert.
Insofern hatte vielleicht dieses Plakat die größte Wirkung:
… oder vielleicht auch nicht — denn einerseits hängt es dort, wo sowieso kein Radling fahren darf, andererseits…
… zeigen die obligatorischen Drunterkommentare, dass seitens der Kraftfahrer-Fraktion nicht mit Verständnis zu rechnen ist. Rache ist Blutwurst, sagt man nicht so?
Geht’s eigentlich wirklich noch um Verkehrssicherheit oder soll hier nur dem unmotorisierten Verkehr möglichst viel Verständnis für die Situation abgerungen werden, so dass quasi nicht mehr aufgemuckt wird? Dass ich mich hier lächelnd irgendwelchen Kreuzungen nähern soll, die von den Behörden wider besseren Wissens für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer gefährlich gebaut wurden, damit die Leistungsfähigkeit des Kraftverkehrs und möglichst viele Parkplätze erhalten bleiben, empfinde ich als nicht sinnvoll.
Wenn es (so, wie es derzeit angedacht ist) die gleichen Rechte, wie für geimpfte auch für negativ getestete gibt hätte ich da kein Problem mit. Vor den Schnellteststationen sind ja jetzt auch in der Regel nicht die riesigen Schlangen und das ganze geht recht zügig. Dann geh ich halt kurz testen, bevor ich ins Restaurant gehe.
Und alles wäre für mich auch ganz okay, wenn ich denn zeitnah irgendeine Möglichkeit auf eine Impfung hätte. Stattdessen werden aber die Impfzentren erstmal geschlossen und ich soll mich beim Hausarzt hinten anstellen.
Es ist nun bald sechs Wochen her, dass meine Frau ihre 1. Impfung gegen das Corona-Virus bekam. Das war gleichzeitig der Zeitpunkt, zu dem meine Unzufriedenheit mit der Pandemiebekämpfung in eine ganz neue Dimension eintrat.
Denn zu den vielen widersprüchlichen Nachrichten über den Verlauf der Pandemie, die Bekämpfung mittels diverser so genannter Notbremsen und Vor- und Rückschlägen höre ich mir quasi jeden Tag neue Informationen über die Impfkampagne an; das ging los mit dem Desaster mit AstraZeneca, das dann irgendwie doch keins war.
Jedenfalls war mir am Tag, an dem ich meine Frau zur Impfung begleitet hatte, um eventuelle Nebenwirkungen auffangen zu können, plötzlich klar, dass ich selbst lange Zeit weder in den Genuss einer Impfung noch einen Begriff der Normalität gelangen sollte. Mir war damals freilich noch nicht klar, wie lange dieser Zustand noch andauern sollte oder noch andauern wird.
Denn obwohl mitterweile jeden Tag neue Rekordzahlen vermeldet werden und offenbar über eine Million Menschen pro Tag geimpft werden, sind wir bundesweit bei noch nicht einmal acht Prozent der Bevölkerung angekommen, die bereits ihre zweite Dosis erhalten haben. Während in Schleswig-Holstein seit gestern Gruppe 3 geimpft werden soll, warten meine über 70 Jahre alten Eltern immer noch auf einen Termin im Impfzentrum. Ein Bekannter in der gleichen Altersgruppe hatte dann einen Termin beim Hausarzt bekommen, der dann aber am Tag vor der eigentlichen Impfung wieder abgesagt wurde: Die Hausarztpraxis hatte statt 20 Impfdosen für eine Woche nur fünf bekommen. Schade.
Trotzdem soll, je nachdem, wer gerade auf der Bundespressekonferenz spricht, allen erwachsenen Bürgern bis Ende Juni ein Impfangebot unterbreitet werden sollen, vielleicht auch bis Ende Juli, vielleicht auch bis zum Herbst oder wenigstens noch in diesem Jahr, die Angaben variieren nach meiner Beobachtung sehr; aber man ist sich offenbar einig, dass im Laufe des Juni die Impfpriorisierung aufgehoben werden soll.
Und weil es ja offenkundig so gut läuft, sollen wenigstens in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, offenbar auch in Hamburg und anderen Bundesländern die relativ teuren Impfzentren wieder geschlossen werden, weil die Impfkampagne über die Hausärzte besser organisiert werden könne. Denn Hausärzte, so las ich zu meinem großen Erstaunen in diversen Lokalzeitungen, kennen ihre Patienten ja supergut und könnten selbst eine Reihenfolge zur Impfung erarbeiten, so dass alle Erwachsenen, die ein Interesse an einer Impfung hätten, so schnell wie möglich versorgt werden könnten.
Nun stehe ich vor dem Problem, dass wir vor knapp zwei Monaten nach Lüneburg umgezogen sind und ich noch gar keinen Hausarzt habe. Meinen letzten „richtigen“ Hausarzt hatte ich 2009 in Büdelsdorf. Seitdem bin ich mehrmals umgezogen, erst nach Wedel, dann nach Hamburg, dann nach Kiel, nun nach Lüneburg, und in dieser Zeit hatte ich zwei Ärzte, bei denen ich jeweils drei oder vier Mal war, wenn ich wegen Fieber dann doch nicht zur Arbeit fahren konnte und den berühmten gelben Schein brauchte. Das waren aber keine Hausärzte im eigentlichen Sinne.
Nun brauche ich hier in Lüneburg einen neuen Hausarzt. Leider gesagt als getan, denn diesem Gedankengang sind in der jüngeren Zeit eine ganze Menge Menschen in meinem Alter gefolgt, so dass die meisten Ärzte entweder lange Wartelisten führen oder überhaupt gar keine Patienten mehr aufnehmen oder schon gar nicht mehr ans Telefon gehen, sondern nur per Bandansage deutlich machen, dass man bitte von Nachfragen zur Corona-Impfung Abstand nehmen möge. Aus meinem Umfeld höre ich, dass viele Menschen in meiner Situation und in meiner Altersgruppe vor ähnlichen Problemen stehen: Woher soll denn eine Generation, von der hinsichtlich des Arbeitsplatzes eine maximale Flexibilität gefordert wird, die vermutlich öfter umzieht als die meisten früheren Generationen, einen Hausarzt zaubern? Andere wiederum berichten genervt, dass ihr Hausarzt zwar an der Impfkampagne teilnimmt, aber Menschen ohne Vorerkrankungen um die 30 Jahre wohl erst im neuen Jahr an der Reihe wären.
Wie auch immer: Ich sehe beim besten Willen nicht, dass ich in diesem Sommer geimpft werde.
Und das ist einerseits vollkommen okay: Ich bin einigermaßen gesund, ich habe keine nennenswerten Vorerkrankungen, nur der Rücken kracht halt manchmal etwas doll, aber was soll’s. Ich hätte wohl statistisch gesehen gute Chancen, eine Covid-19-Erkrankungen ohne Intensivstation zu überleben, und was anschließend mit dem so genannten LongCovid wäre, naja, dann seh ich’s sportlich, dann brauche ich immerhin kein Geld für ein neues Rennrad ausgeben. Aber: Ich kann als Software-Entwickler ohne Kundenkontakt theoretisch den Rest meines Lebens von zu Hause arbeiten, ich habe keine Kinder, ich muss niemanden pflegen, ich pflege nicht einmal besonders viele soziale Kontakte, insofern bin ich tatsächlich einer der letzten Menschen auf diesem Planeten, die auf eine Impfung angewiesen wären.
Ich sehe drum auch noch nicht einmal irgendwelche Chancen, über einen Betriebsarzt geimpft zu werden — oder ich formuliere es mal andersherum: Bevor der Betriebsarzt mich impft, sind erst noch mal eine ganze Menge anderer Betriebe an der Reihe, etwa Arbeiter in Fabriken oder Angestellte im Einzelhandel oder vor allem Eltern, die über ihre Kinder Zugang zu einer mannigfaltigen Fülle an Viren erhalten.
Und das ist vollkommen okay: Viele Menschen wären wohl sogar neidisch auf meine Möglichkeit, der Pandemie einfach aus dem Weg zu gehen, ohne dass ich mich besonders einschränken oder über Gebühr fürchten könnte. An meiner theoretisch maximalstmöglichen Gelassenheit merke ich erst, wie privilegiert ich in dieser Pandemie eigentlich bin, dass ich mir um nichts Sorgen machen muss, weder um meine Gesundheit noch um meinen Arbeitsplatz.
Ich habe nur ein großes Problem damit, in welchem Tempo jetzt Lockerungen und Freiheiten für geimpfte Menschen etabliert werden sollen. Einerseits weil ich tief in mir drin auch gerne zu dieser Gruppe gehören möchte, andererseits, weil ich noch immer nicht einschätzen kann, was das für mich bedeuten.
Denn natürlich kann ich verstehen, dass jegliche Einschränkungen für geimpfte Personen aufgehoben werden müssen. Wenn jemand nicht mehr ansteckend ist, warum sollte er nicht ins Restaurant, ins Kino oder in ein Hotel gehen, warum sollte er noch eine Maske tragen, Abstand halten? Aber was ich nicht so richtig einschätzen kann: Sind geimpfte Menschen denn tatsächlich für andere gänzlich ungefährlich? Darüber höre ich auch ungefähr alle zwei Tage andere Erkenntnisse. Bislang ist zwar noch nicht die Rede davon, dass auch die Maskenpflicht nicht mehr gelten soll, aber angesichts der Flexibilität, mit der die Politik in der Vergangenheit den Begehrlichkeiten aus der Wirtschaft stattgegeben hat, mag ich ja nicht glauben, dass die Maskenpflicht diesen Monat noch überlebt.
Nun habe ich eigentlich gar kein großes Interesse an Urlaubsreisen, aber hin und wieder mal ins Restaurant oder ins Kino gehen wäre schön schon. Nun gut, das muss Lisa-Marie dann eben alleine machen. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich auch in diesem Sommer hin und wieder mal eine Radtour unternehmen kann, durch die rauschenden Wälder Niedersachsens und an der Elbe entlang kurbeln kann. Einfach mal hin und wieder raus, den Sommer genießen, und allen anderen Menschen aus dem Weg gehen.
Denn wenn wir mit fortschreitender Impfung und aufgehobenen Kontaktbeschränkungen dafür sorgen, dass die Pandemie dann nur noch unter den 75 oder 50 oder 25 Prozent der ungeimpften Bevölkerung köchelt und kursiert, dann sehe ich ja doch gewisse Nachteile für mich: Dann weiß ich nämlich nicht, ob ich unbedingt bei einer Radtour beim Warten an einer roten Ampel anderen Menschen ohne Maske nahe kommen möchte. Dann weiß ich auch nicht, ob ich unbedingt einkaufen gehen will, wo ich dann dutzenden Menschen ohne Maske und ohne Abstand begegnen muss.
Und irgendwie sehe ich schlussendlich das Problem, dass wir hier ganz schön viel Hoffnung in einen normalen Sommer unter normalen Bedingungen schüren, ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung diesen Sommer aber vom Balkon oder durch geschlossene Fenster genießen muss, weil das mit den Impfungen halt doch nicht so geil läuft.
Und ich mache mir ordentliche Sorgen, ob unsere Gesellschaft es aushalten wird, wenn die einen wieder unbeschwert am gesellschaftlichen Leben teilnehmen dürfen, die anderen sich aber ein weiteres Jahr in Solidarität üben dürfen, die von den bereits geimpften Menschen nur sehr bedingt erwidert wird.
Manchmal bin ich ein bisschen erstaunt, wofür Imagekampagnen Geld ausgeben. Beispielsweise für eine „lächelnde Kreuzung“ und überdies noch für die Werbeanzeigen dazu.
Und ich bin verwundert über die Idee, dass ich als Radfahrer rechtsabbiegende Kraftfahrer anlächeln soll. Dieser Blickkontakt, sofern er denn stattfindet, dauert in der Regel nicht mal eine ganze Sekunde, wie soll ich denn da noch die üblichen Freundlichkeiten kommunizieren?
Die alten Fahrzeuge der CityNightLine werden offebar in Finnland weiter genutzt, wenn ich den Übersetzer richtig verstanden habe: Unik vagntransport genom Sverige
Bei den Bildern einiger Unfälle ist es geradezu absurd, dass das Opfer zwar als Kind beschrieben wird, der Täter aber hinter der Anonymität der Windschutzscheibe verborgen bleibt: Auto erfasst Kind auf dem Fahrrad
Ich vertrete ja die These, dass sich mancher Kraftfahrer noch einmal Gedanken über seinen Fahrstil machte, wenn es nicht immer noch „das Auto“ oder „der Volkswagen“ war, der einen Unfall verursacht hat, sondern mal ganz konkret und direkt beschrieben wird, dass da ein Mensch am Lenkrad saß und das Schicksal eines anderen Menschen beeinflusst hat.
Von einem Fahrradurlaub sollte man hingegen lieber Abstand nehmen — die Kapazitäten für Fahrräder werden nach meiner Kenntnis nicht erweitert und man wird sich im Mehrzweckbereich weiterhin mit Reisenden mit Koffern oder Kinderwagen um die Fahrradstellplätze streiten dürfen.
Zurückgestellt werden für diese Maßnahme Angebotsverbesserungen auf anderen Linien, also ist mit weiteren Taktverdichtungen oder längeren Zügen auf anderen Strecken erst einmal nicht zu rechnen.
Also höhere Bußgelder, aber keine Fahrverbote. Ich behaupte mal, solange für einen Verstoß nicht tatsächlich auch Fahrverbote oder wenigstens Punkte angedroht werden, lässt es einen nicht unerheblichen Teil der Leute unbeeindruckt.
Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. reklamiert diesen „Erfolg“ indirekt für sich und hat mich offenbar aufgrund meiner frechen Nachfrage, ob diese ominöse Petition wütender Kraftfahrer tatsächlich der Grund für die Aufhebung der Fahrverbote war, aus der Gruppe geschmissen. Ich interpretiere das mal als „nein“.
Ich weiß natürlich nicht, was Malte da gemeint hat. Ich sehe es so, dass es Leute gibt, die das Internet zwar nutzen, aber nur sehr eingeschränkt und für die das einfach nur eine Übertragung aus der analogen Welt ist. Für die ist das Internet sowas wie die digitale Ausgabe einer Tageszeitung, E-Mail nichts anderes als ein Brief am Computer und Inhalte kommen nur von Verlagen.
War das eine Hyperbel oder gibt es das wirklich noch?
Eine Hyperbel war es nicht — ich muss zugeben, gerade nicht die notwendigen Stichwörter zur Hand zu haben, aber es gab insbesondere im Umfeld der Union Abgeordnete, die relativ stolz darauf waren, „dieses Internet“ nicht zu nutzen, beziehungsweise für Unsinn zu halten. Ich meine mich zu erinnern, dass Bosbach dazu gehörte, aber entweder irre ich mich oder hat mittlerweile den Weg ins Netz gefunden.
Nun ist es natürlich klar, dass nicht jeder Politiker das Internet auf dem Niveau eines Software-Entwicklers verstanden haben muss — ich kenne mich umgekehrt ja auch nicht mit allen Themen aus — aber es scheint ja häufig schon an einem grundlegenden Verständnis zu sein, was dieses Internet denn überhaupt ist und wie es funktioniert. Und das halte ich für eine grundsätzliche Anforderung, um über Themen wie die Urheberrechtsreform zu disktutieren.
Das hier ist übrigens das Rad, um das es geht. Es handelt sich nicht um das Rad des Jahres 1986, sondern 1989, was aber an der wesentlichen Problematik nichts ändert. Der Sattel ließe sich wohl recht einfach tauschen, aber ich nehme an, für den Lenker wäre es ein ziemlicher Aufwand, etwas passendes zu finden und anzubauen, was sich in der Höhe verstellen ließe?
Mag sein, dass der Sattel irgendwie den unteren Rücken entlastet. Signifikant aufrechter dürfte man dadurch aber nicht sitzen. Wie auch?
Ja, das ist mir alles klar Das war ja auch meine Frage, die so richtig gut allerdings nicht formuliert war. Der Sattel bedingt, dass auf dem Fahrrad eine aufrechte Haltung möglich ist und das Fahrrad gibt diese aufrechte Haltung ohne Umbaumaßnahmen womöglich nicht her.
Ich habe bislang keine Ahnung von solchen Sätteln, meine bisherigen Berührungspunkte reduzieren sich auf ein Schmunzeln über das lustige Aussehen, wenn ich die Dinger im Fahrradladen gesehen habe. Da es momentan mit Ausprobieren und Beratung im Fahrradladen ein bisschen schwierig ist, für Risikogruppen sowieso, möchte ich mich erstmal zu diesem Thema informieren:
Wenn ich das richtig verstehe, bedingt ein solcher Sattel eine aufrechte Sitzposition auf dem Fahrrad? Das heißt, eine Körperhaltung, die sich irgendwo zwischen „leicht nach vorne gebeugt“ und „sportlich“ orientiert, ist für einen solchen Sattel nicht geeignet?
Denn damit schließt gleich das nächste Problem an: Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein 34 Jahre altes Damenrad von Kettler, „Rad des Jahres“ von 1986. Lässt sich da hinsichtlich einer veränderten Körperhaltung überhaupt noch viel machen? Ein Foto liegt mir leider nicht vor, aber ich habe den Eindruck, dass auch der Lenker getauscht werden müsste, um eine aufrechte Sitzposition zu erreichen. Schon der jetzige Sattel lässt sich kaum noch weiter runterdrehen, der Lenker nicht so richtig weiter hoch, also müsste irgendwie die Lenkstange getauscht werden, um dort irgendwas verstellbares einzusetzen und so weiter und so fort.
Auf mich macht die ganze Sache den Eindruck, als wäre es eine sinnvolle Überlegung, die Anschaffung eines neuen Fahrrades ins Auge zu fassen. Ich denke mal, die Anforderungen einer 37-Jährigen sind etwas anders als die einer 71-jährigen Radfahrerin, so dass ein Damenrad mit aufrechter Körperhaltung und eventuell auch mit elektrischer Unterstützung sinnvoller wäre als an einem 34 Jahre alten Zossen noch herumzuschnitzen.
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