Beiträge von Malte

    Habe ich eigentlich mal erzählt, dass vor ein paar Wochen meine Corona-Warn-App rot leuchtete, dass ich einen Risikokontakt gehabt hätte?

    Was macht man natürlich in einem solchen Fall? Wie empfohlen erstmal jemanden anrufen, der was weiß, also bei der 116 117. Das mit dem Wissen stellte sich als grob übertrieben raus, denn mein Ansprechpartner hatte keine Ahnung, was ich von ihm will: „Und was soll ich da jetzt machen?“ Tja. Dann kriegte er auch noch raus, dass ich in Niedersachsen wohne, aber mich gerade in Hamburg aufhielt, und so war er dann glücklicherweise ohnehin nicht mehr für mich zuständig. Ich möge bitte bei meinem Hausarzt anrufen.

    Mein Hausarzt, den ich ja bekanntlich mit sehr viel Mühe überhaupt in Zeiten wie diesen finden konnte, war zu dem Zeit im Urlaub. Also rief ich bei dessen Vertretung an. Offenbar war ich der erste Mensch überhaupt, der wegen einer roten Meldung in der Corona-Warn-App anruft: „Und was soll ich da jetzt machen?“, fragte mich die Arzthelferin am Telefon.

    Tja. Den Arzt fragen. Nach zwanzig Minuten in der Warteschleife bekam ich eine Antwort: Da ich zweifach geimpft war und keine Symptome hatte, wären keine weiteren Maßnahmen notwendig. Und ich war wohl auch der erste Patient, der überhaupt mal wegen einer solchen Meldung angerufen hat.

    Ja, geil.

    Der einzige, den das interessierte, war mein Arbeitgeber: Niemand betritt das Bureau, solange eine rote Meldung leuchtet. Was natürlich fast egal ist, denn es besteht nunmal keine Verpflichtung zur Nutzung der App und auch keine Verpflichtung zur Meldung eines Risikokontaktes.

    Ich habe dann erstmal jeden Tag einen Test durchgeführt — allesamt negativ. Drei Mal täglich Fiebermessen blieb ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Vier Tage später fing ich mir allerdings den nächsten Risikokontakt ein, mutmaßlich beim Einkaufen.

    Seitdem ist meine App allerdings täglich grün — obwohl ich momentan jeden Tag mit der Bahn nach Hamburg ins Bureau fahre und eigentlich deutlich mehr Kontakte habe als eigentlich hinsichtlich der Pandemielage zu empfehlen wären.

    Aber offenbar interessiert sich mittlerweile leider kaum jemand mehr für diese App — sonst müsste sie ja andauernd rot leuchten.

    Verstehe ich das richtig, dass dieser Zweirichtungsblödsinn nach einer Unterbrechung von ein paar Wochen jetzt wieder frisch appliziert wurde?

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    Als ich am 21. Oktober mit dem Bus zum Zahnarzt gefahren bin, waren da hinten an der Bushaltestelle keine Markierungen mehr zu sehen:

    Diese tolle Zweirichtungsradwege gibt es dort mit kurzen Unterbrechungen seit nunmehr vier Jahren. Das kann doch nicht deren Ernst sein.

    Oh je:

    Deutsche Bahn: Die Grünen und FDP wollen die Bahn zerschlagen
    Das Ende der Bahn, wie wir sie kennen: Grüne und FDP wollen mehr Wettbewerb auf der Schiene. Die kleinen Parteien haben einen Plan, wie sie die widerstrebende…
    www.spiegel.de

    Ich habe gewisse Bedenken, ob das grundsätzlich eine tolle Idee ist, allerdings fehlen mir dazu auch die tieferen Kenntnisse in dieser Materie. Das mit dem Wettbewerb klappt ja momentan nicht so richtig, wenn ich mir die Probleme bei Abellio ansehe — oder erixX hier nebenan im niedersächsischen Heidekreuz, dem vor dem Betreiberwechsel im Dezember schon mal das Zugpersonal weggelaufen ist und darum Busse statt Bahnen verkehren.

    Mal ganz davon abgesehen, dass jeder Betreiberwechsel für die Fahrgäste mit einem Haufen Uneinnehmlichkeiten einhergeht: Wenn in Schleswig-Holstein die Netze künftig mit Akku-Triebwagen von drei verschiedenen Betreibern befahren werden sollen, oh je, ehrlich: Da kann man als Pendler froh sein, für Notfälle ein Auto auf Betriebstemperatur vorzuhalten.

    Naja. Bei den Plänen von FPD und Grünen bin ich ja mal gespannt, ob es denn künftig überhaupt mit einer einzelnen Fahrkarte unterwegs sein kann oder ob ich nicht doch wieder wie vor fünfzig Jahren für jede Fahrt bei jedem Betreiber eine eigene Fahrkarte brauche. Ich habe bislang jedenfalls nicht den Eindruck, dass Flixtrain und die Deutsche Bahn ein nennenswertes Interesse daran hätten, eine gemeinsame Fahrkarte zu verkaufen, mit der ich mit dem Flixtrain von Berlin nach Hamburg fahren kann und mit der DB Fernverkehr weiter nach Bremen.

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    Toll, natürlich mitten auf den Radweg. Drüben geht’s dann aber mit Zeichen 240 weiter, immerhin.

    Ein bisschen später: Der Blitzer passt natürlich auch noch auf den Premium-Radweg, der ohnehin schon von diesen bunten Ketten eingegrenzt ist:

    Abbiegeunfall.

    Abbiegeunfall passt aber nicht zu dem Foto, sofern es sich nicht um ein Symbolfoto handelt. Ich hielte das eher für den Bereich vor der eigentlichen Kreuzung, wo dann der Radverkehr vom Hochbord auf die Fahrbahn zwischen die Fahrstreifen geleitet wird. Das wäre dann eher ein Wechsel des Fahrstreifens beim Lkw-Fahrer, beziehungsweise die Frage nach § 10 StVO beim Radfahrer beim Wechsel vom Hochbord auf Was-auch-immer-es-ist.

    Die hier zum Beispiel. Der Vorrang für Fußgänger bei abknickender Vorfahrt wird nicht in §9(3) festgelegt sondern ergibt sich durch Anlage 3 zu §42 Absatz 2

    … was ja nach meiner Erfahrung auch nur so mäßig funktioniert. Der Verordnungsgeber denkt das wohl auch und hat deshalb in die Verwaltungsvorschriften zu Zeichen 301 geschrieben:

    Zitat

    Treten im Bereich von Kreuzungen oder Einmündungen mit abknickender Vorfahrt Konflikte mit dem Fußgängerverkehr auf, ist zum Schutz der Fußgänger das Überqueren der Fahrbahn durch geeignete Maßnahmen zu sichern, z. B. durch Lichtzeichenregelung für die Kreuzung oder Einmündung oder Geländer.

    Oh ja bitte, alles auf E-Fules umstellen. Bei den Herstellungskosten für diese Kraftstoffe würde fahren, besonders mit großen SUV, extrem teuer werden. So bekommt man die Leute auch aufs Rad oder in den ÖPNV.

    Ich glaube zwar, dass jeder hier das Manöver durchschaut, aber es sei auch hier noch einmal erwähnt, dass es mutmaßlich noch nicht einmal das Ziel dieser Seite ist, E-Fuels zu etablieren. Primär möchte der Verein hier seine Reichweite auf einem weiteren Segment ausbreiten und sekundär will man eventuell den Anhängern noch das christdemokratische Gefühl mitgeben, dass alles so bleiben kann wie es ist und jeder mit E-Fuels seine Verbrennungsmaschine weiterfahren kann.

    Das geht ja auch schon damit los, dass selbst auf der dortigen Seite mittlerweile hin und wieder Gegenrede betrieben und auf die bis zur Unsinnigkeit vereinfachte Darstellung der Share-Pics eingegangen wird. Hier erzeugen gemütliche „Windspargel“ und „Gretavoltaikanlagen“ ganz tolle synthetische Kraftstoffe, obwohl die Anhängerschaft der E-Fuels deutliche Überschneidungen mit jenen aufweisen dürfte, die gar keine Windkraft- und Solaranlagen bauen wollen.

    z.B. in Amsterdam gibt es ja auch ein riesiges Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, obwohl der Bahnhof ringsrum auch gut mit der Straßenbahn angebunden ist. Also scheint bei sowas ja durchaus der Bedarf da zu sein.

    Beim Hauptbahnhof kann ich das ja auch verstehen. In Hamburg wäre ich früher gerne mit dem Rad zur Arbeit gefahren, dann nach Feierabend zum Bahnhof, hätte dort mein Fahrrad geparkt und wäre mit der Bahn zu Lischen-Radieschen nach Kiel gedüst. Ging aber in Ermangelung eines Fahrradparkhauses nunmal nicht.

    An einem großen Bahnhof stehen mir ja nicht nur Straßen- oder U-Bahnen zur Verfügung, sondern auch Regional- und Fernbahnen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass hier in einer Stadt mit einem gewissen Radverkehrsanteil auch Leute mit dem Rad anreisen. Das klappt in Kiel und Lüneburg ja auch: Dort kann ich mit dem Rad zum Bahnhof fahren und in einem (oder zwei) mittlerweile viel zu kleinen Fahrradparkhäusern parken oder ich nehme halt den Bus, der einmal pro Stunde fährt.

    Warum nun aber ein riesiges Fahrradparkhaus an einer U-Bahn-Haltestelle steht, das mir dort ja tendenziell keinen riesigen Mehrwert bietet, weil sich im Umkreis weitere U-Bahn-Haltestellen befinden, die ja tendenziell das gleiche Angebot in Form der gleichen Linien anbieten. Will sagen: Ich sehe noch nicht so richtig, dass nennenswert viele Menschen mit dem Rad zur Kellinghusenstraße fahren, dabei schon eine Menge anderer U-Bahn-Stationen passieren, um dort in die U-Bahn umzusteigen.

    Das ist ein bisschen so wie bei innerstädtischen Bushaltestellen, die mit vielen Fahrradständern ausgestattet werden in der Annahme, dass jetzt viele Menschen von ihrer Wohnung mit dem Rad zur Bushaltestelle fahren, dort parken, um dann mit dem Bus zur Arbeit oder zum Bahnhof weiterzufahren. Aber entweder befindet sich der Fahrradständer samt Bushaltestelle in fußläufiger Entfernung, so dass ich das Radfahren gar nicht erst lohnt, oder die Strecke ist ohnehin so lang, dass man auch einfach noch den Rest der Strecke zum Ziel fahren könnte. Insofern stehen dort auch entweder nur Fahrradleichen oder die Räder derjenigen, die in unmittelbarer Nähe des Fahrradständers wohnen.

    Super. Jetzt hat’s das Fahrradparkhaus sogar ins Fernsehen geschafft:

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    Ich wundere mich ja wirklich so langsam, warum da so viel schiefgegangen ist. Und: Warum steht denn ausgerechnet dort ein Fahrradparkhaus?

    Mir erschließt sich überhaupt nicht, warum ich denn mit dem Rad zum Parkhaus fahren und dort in der Kellinghusenstraße in die U-Bahn steigen soll. Mir fehlt da die Fantasie, denn die U-Bahn-Station ist ja beinahe umringt von weiteren U-Bahn-Stationen, da ergibt sich doch gar nicht so richtig die Notwendigkeit, mit dem Rad ausgerechnet zur Kellinghusenstraße zu fahren. Oder soll ich jetzt aus Lokstedt mit dem Rad bis zur Kellinghusenstraße radeln und dort in die U1 oder U3 in die Innenstadt umsteigen? Da kann ich doch auch gleich die ganze Strecke fahren. Stünde das Parkhaus am Hauptbahnhof, dann könnt ich’s ja noch verstehen, oder vielleicht an irgendeinem strategisch günstig gelegenen Schnellbahnhof wie Harburg oder Wandsbek oder vielleicht auch Altona, aber warum denn ausgerechnet halb in der Innenstadt gelegen?

    Ich mag es mir vielleicht nur einbilden, aber ich habe den Eindruck, dass in den letzten Tagen und Wochen wirklich vermehrt seltsame Beschilderungen auftauchen. Hier dachte erst, man hätte wohl nur den Gehweg, naja, „entwidmen“ wollen und hätte mit Zeichen 260 in der Trickkiste halt daneben gegriffen, aber vielleicht wollte man auch tatsächlich den Fuß- und Radverkehr unterbinden, damit es der Kraftverkehr in dieser Engstelle nicht so eng hat.

    Jedenfalls interpretiere ich dieses Schild so, dass der gesamte Straßenquerschnitt für Fußgänger und Radfahrer gesperrt ist — auch der Notweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

    Mobil in Deutschland e.V. betreibt auf Facebook ja auch einen bunten Strauß an Webseiten, die relativ sorgfältig orchestriert Stimmung gegen die Grünen und gegen Radfahrer betrieben wird, während gleichzeitig für E-Fuels über Gebühr geschwärmt wird. Diese lustigen Seiten referenzieren sich regelmäßig gegenseitig und zehren ihre Reichweite mittlerweile allein aus der Empörung der Anhänger. Auch ein interessantes Konzept, eine Zielgruppe zu definieren.

    In deren Pressemitteilung klingt das Urteil auch ganz anders, als ob da noch mal jemand ein paar neue Zahlen aus dem Hut gezaubert hätte.

    Dabei war man sich damals so sicher, mit diesem riesigen Brief nur gewinnen zu können…

    Das Ding hat einen Namen: Institutioneller Rassismus. Seltsamerweise treffe ich immer wieder auf schockierte Empörung und Ablehnung, sobald dieser Begriff ins Spiel kommt.

    Naja, klar, weil Rassismus nunmal eine ganz andere Hausnummer ist. Der Begriff allein hat schon eine lange Geschichte und eine sehr komplexe Bedeutung.

    Wenn ich auf dem Fahrrad fahrend benachteiligt werde, dann ist das eher ein gesellschaftliches Problem, das aus unserem Hang zum Autofahren entstanden sein mag. Wenn ich das Radfahren leid bin, dann kann ich in der Regel auf andere Verkehrsmittel oder die Füße ausweichen.

    Rassismus ist, wenn meine schwarze Kollegin im Restaurant nicht bedient wird und der Kellner einfach so tut, als säße sie nicht mit uns am Tisch. Oder wenn sie in der S-Bahn die einzige ist, deren Fahrschein kontrolliert wird. Ich halte es nicht für passend, mich mit ihren Erfahrungen zu vergleichen, weil man mich auf dem Fahrrad nunmal nicht ernst nimmt.

    so etwas heißt bei Euch schon Steigung?

    Das ist schon fast ein Gebirge.

    Bein deinen Erzählungen kommt einem so vor, als ob die Lünebürger hinterm Steuer besonders unentspannt wären. Normalerweise sind die Nordlichter doch relaxt? Nicht, das ich mir nicht ständig was anhören müsste, aber bei deinen Erzählungen hab ich das Gefühl, das ist schon viel mehr, obwohl ich sehr viel weniger Regeltreu bin und wahrscheinlich deutlich mehr "fahrbahnradl". Und unsere Beschilderung sicher nicht besser ist.

    Naja, hier im Forum gibt es ja genügend Erzählungen aus Hamburg von verschiedenen Radlingen. Und in Lüneburg fährt eben die gleiche Klientel herum: Laut Pendleratlas fährt jeder siebte Lüneburger zur Arbeit nach Hamburg, das dürfte also grob überschlagen jeder vierte Arbeitnehmer sein. Von denen dürften viele mit dem Auto fahren und dann halt auch so unterwegs sein, wie sie in Hamburg unterwegs sind: Absolut unentspannt.

    Und in Lüneburg, das ich ja bekanntlich bis zu unserem Umzug im Februar für ein kleines, süßes Fahrradstädtchen hielt, wurde in den letzten Jahrzehnten nunmal eher zu einer autogerechten Stadt mit Altstadtkern ausgebildet. Wenn man dann mit dem Rad gerne auf der Fahrbahn fahren möchte, wird man vom Kraftfahrer nicht unbedingt wohl gelitten werden.