auf wessen Seite jetzt?
Auf beiden Seiten. Auf allen Seiten. Überall.
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Gestern war die erste längere Radtour seit Monaten, bei der es endlich mal, haha, „wärmer“ war. Das Thermometer zeigte grundsätzlich auch nur etwas in der Gegend von 5 °C an, aber immerhin war der Himmel blau und es roch endlich wieder nach Frühling.
115 Kilometer waren es schließlich von Schwerin bis Lüneburg — so wichtig für das Seelenheil.
Nun soll es hingegen Mittwoch soweit sein:
Man kann ja nur noch hoffen, dass das alles noch mal mit Vernunft funktioniert.
Wirkungsbereich der Hamburger Straßenverkehrsbehörden:
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So etwas scheint es ja öfter zu geben:
Wie findet ihr denn die sanierte Strecke? Ich bin da jetzt tatsächlich schon zwei Mal langgefahren und musste feststellen, dass, tja, wie erwartet Lastkraftwagen auf oder halb auf dem Radfahrstreifen stehen. Ist das ein Dauerzustand oder hat sich das mittlerweile gebessert?
Warum baut man nicht einen neuen Tunnel für Eisenbahn + Rad/Fuß dort, wo die Schleife über den Kanal geht?
Tjoa. Wenn ich ein bisschen in die Verschwörungskiste schiele, dann ging es wohl darum, dass ein Tunnel in dem Gebiet zu teuer wäre, weil dort ungleich mehr Erde bewegt werden müsste und das Gebiet nunmal schon recht dicht bebaut ist — und wenn man ohnehin die Autobahnbrücke sanieren möchte, dann wäre die Autobahn natürlich ein bisschen wichtiger und darum hätte man die Kanalquerung lieber dorthin verlegt.
Für den Eisenbahnverkehr hätte das natürlich weitreichende Auswirkungen. Der Güterverkehr, der ja jetzt schon in der Kritik steht, weil er seit der Eröffnung der Großen Belt-Brücke beinahe komplett durch Rendsburg rollt, würde weiträumig um die Stadt herumgeführt (und wäre nach Eröffnung der festen Fehmarnbelt-Querung sowieso verschwunden), aber der Personenverkehr müsste dann eben entweder umständlich und zeitaufwändig in den dann entstandenen Rendsburger Kopfbahnhof eingefädelt werden oder man baut den Bahnhof hinten nach Borgstedtfelde und dann müssen die Fahrgäste halt mit dem Linienbus oder mit dem Auto zwanzig Minuten zum Bahnhof fahren, was natürlich auch maximal unattraktiv wird, wenn ich mit dem Auto nur weitere zwanzig Minuten nach Kiel oder Schleswig oder Neumünster brauche.
Dafür hätte das Amazon-Lager bei Borgstedtfelde dann einen direkten Anschluss an eine Hauptbahn. Nicht, dass das Amazon nutzen würde, aber naja.
In Berlin ist eine 81-Jährige von einem Lkw überrollt worden, der aus einer Grundstücksausfahrt nach links abbiegen wollte:
Man kann es so formulieren wie die grüne Bürgermeisterin Bettina Jarasch:
Oder halt so:
Die übrigen Antworten sind auch sehr erhellend über das Bild des Straßenverkehrs.
Deswegen ja, halbgar. Aber besser als vorher ja irgendwie schon.
Das auf jeden Fall, gar keine Frage. Aber wenn man einen Verkehrsversuch durchführt, dann will man doch in der Regel nicht wissen, ob sich die Verkehrsteilnehmer grundsätzlich über § 10 StVO einig sind oder ob sie mit entgegenkommenden Bussen kollidieren. Das sind doch Dinge, die man von vornherein unterbinden könnte.
Zeichen 101 soll ja eigentlich was mit Gefahr bedeuten, insofern bleibt hier ein großer Interpretationsspielraum:
Tja, schön war’s. Ich warte ja immer noch auf weitere Entwicklungen mit dieser schönen Straße, die momentan leider immer noch primär von Kraftfahrern genutzt wird:
Hatten wir eigentlich schon mal irgendwo hier fallen lassen, dass die FDP die so genannte Ampel-Kooperation in der Kieler Ratsversammlung aufgelöst hat? Unter anderem, weil zu viele Parkplätze der Vernichtung zugeführt werden:
Und irgendwie ist damit die Verkehrspolitik der FDP abschließend erklärt. Ungünstigerweise gibt es aber auch auf der schleswig-holsteinischen Landesebene so wie im Bund einen freidemokratischen Verkehrsminister, von dem ich nicht besonders viel mehr erwarte.
(Link zu Youtube)
Ah, schön.
Bei 12:16 kann man sich schön mit dem Kraftverkehr streiten, ob das hier wohl § 10 StVO wird oder ein Reißverschlussverfahren oder § 1 StVO. Gegenüber dem Busverkehr würde ich das nicht unbedingt versuchen.
Gleich danach bei 12:27 wird die Radverkehrsführung in die Straßenmitte verlegt. Da soll ich dann also mit dem Rad rüber in die Mitte, was insbesondere dann toll ist, wenn ich zusammen mit einem Bus an der roten Ampel stehe und der beim Umschalten auf grünes Licht noch überholen möchte, weil er nicht hinter einem lahmen Faltrad zur Bushaltestelle schleichen möchte.
Das Fahren in der Straßenmitte ist auch direkt zum Abgewöhnen, denn während rechts der Busverkehr seine Haltestelle ansteuert, kommen einem direkt links Busse entgegen, man fährt dann also in einer etwa 1,8 Meter breiten Gasse zwischen hin und her fahrenden Bussen. Finde ich auch mit etwas mehr Erfahrung auf dem Sattel nicht geil.
Dann 12:40. Hier ist die Fahrbahnmarkierung mittlerweile durchlässig, damit Kraftverkehr aus der Gegenrichtung hier links abbiegen kann. Hier hatte schon mal ein Transporter einen Bus gerammt in Folge dieser aberwitzigen Abbiegemanöver ohne Schulterblick. Auf dem Rad wird man an dieser Stelle insbesondere bei der so genannten tiefstehenden Sonne in der Winterzeit gerne mal nicht wahrgenommen.
Die Barrieren bei 13:07 sind inzwischen fort, dafür wurden die gelben Drempel weiter bis in den nächsten Abschnitt verlegt. Dort wurden sie so oft von den Bussen kaputtgefahren, bis die Hälfe nun wieder entfernt wurde.
Rechts davon ist auch noch die neue Bushaltestelle namens „Petrikirche (Mö)“ zu sehen, die eine besonders innovative Zuflussregelung hat. Damit die Dieselmotoren nicht den Kindergarten einstinken, sollen dort nur zwei Linienbusse halten, weswegen ein Bediensteter der Hamburger Hochbahn unten an der Ampel steht und die Busse aufstoppt. Das Problem hat sich mittlerweile allerdings durch die Rückverlegung einiger Buslinien in die Mönckebergstraße erledigt.
Der Rest der Strecke ab 13:14 wurde auch neu gemacht und es ist halt alles so… halbgar und unausgereift, als ob das wieder vorschnell dorthingebaut wurde.
Direkt vor meiner Arbeitsstätte, die ich momentan pandemiebedingt eher selten aufsuche, wurde in den letzten Monaten die Steinstraße mit, nun ja, neuen Radverkehrsführungen ausgestattet und für den Kraftverkehr in einer Fahrtrichtung gesperrt. Ich halte das insgesamt für eine nicht so ganz ausgereifte Lösung und will, sofern es meine Zeit zulässt, hier noch mal ein paar Fotos fallen lassen.
Bis dahin fange ich aber mit diesem Schnappsschuss von Twitter an. Der Kraftverkehr hat dort ohnehin seine liebe Not, aber das ist mir dann doch noch nicht passiert:
Etwa zweieinhalb Kilometer von meiner Heimat entfernt steht die Rader Hochbrücke im Herzen Schleswig-Holsteins, wo sich auf wenig Raum eine Menge Verkehrswege kreuzen: Die Bundesautobahnen 7 und 210 und die Bundesstraßen 202, 203 und 77 mit dem Nord-Ostsee-Kanal und den Eisenbahnstrecken von Flensburg nach Rendsburg und von dort nach Kiel und Neumünster.
Die Rader Hochbrücke war im Sommer 2013 bundesweit in den Medien, weil erhebliche Schäden am Bauwerk festgestellt wurden. Das war für den Kraftverkehr insofern ein Desaster, als dass plötzlich Lastkraftwagen nicht mehr über die Brücke fahren durften — und zur Durchsetzung dieses Verkehrsverbotes an allen Zufahrten rund um die Uhr Polizeikräfte standen, um das Verbot durchzusetzen.
Seit Jahren ist auch schon von einem Neubau der Brücke die Rede, aber weil in letzter Zeit, nun ja, so viele Mittel für den Straßenbau nach Bayern flossen, kam auf der anderen Seite der Bundesrepublik nicht so mega viel an. Mittlerweile wird der Baubeginn für 2023 abgeschätzt, gegen 2030 soll der Neubau fertig sein.
Was fehlt?
Na klar, zwei Gleise für die Eisenbahn. Es war durchaus mal die Rede davon, Auto- und Eisenbahn mit einem gemeinsamen Bauwerk über den Nord-Ostsee-Kanal zu führen, sei es nun eine Brücke oder durch einen für die Eisenbahn aufgrund der geringeren Höhendifferenz bequemeren Tunnel, aber nun hat sich die Frage angesichts des engen Zeitrahmens ohnehin erledigt. Die Eisenbahn muss nun weiter über die deutlich betagtere Rendsburger Eisenbahnbrücke rollen.
Und was fehlt noch?
Der Rad- und Fußverkehr. Okay, das ist natürlich erst einmal eine absolut lächerliche Idee, haha, Radfahren entlang einer Autobahnbrücke? Andererseits: Warum denn nicht? Die Hamburger Elbbrücke der Bundesautobahn 1 hat auch einen Rad- und Fußweg an der Seite, die Rheinbrücken der A 1, A 4, A 40, A 42, A 44, A 46 und so weiter sowieso, die der dort kreuzenden Bundesstraßen ebenfalls.
Nun wird die Rader Hochbrücke nicht in bummeligen zwanzig Metern Höhe den Nord-Ostsee-Kanal queren, weil jener von Hochseeschiffen mit bis zu 48 Metern Höhe befahren werden darf, insofern ist da tatsächlich mit einer ganz tüchtigen Steigung zu rechnen, die den Radling auf der einen Seite ins Schwitzen bringt, auf der anderen Seite die Bremsen glühen lässt. Und wenn’s dann mal windig ist, und das ist es in Schleswig-Holstein bekanntlich immer, wird man oben ordentlich durchgeschüttelt.
Dennoch finde ich die Idee eines Radweges entlang der Rader Hochbrücke mittlerweile recht charmant. Aus Büdelsdorf gibt es für mich eigentlich nur zwei Möglichkeiten, ohne Auto den Kanal zu queren: Die Fähre Nobiskrug mit absurd engen Aufstellflächen für Fußgänger und Radfahrer, die insbesondere zu Schulzeiten oder an warmen Sommerwochenenden überfüllt sind, oder der Rendsburger Kanaltunnel, bei dem ich mich zu den erwähnten Schulzeiten und warmen Sommerwochenenden mit dem Rad in eine lange Schlange vor den Aufzug stellen darf, sofern ich es mir nicht zutraue, mein Rad über Europas längste Fahrtreppe nach unten zu juckeln. In der Nähe des Tunnels gibt’s noch die Rendsburger Schwebefähre, die vor einigen Jahren ein Frachtschiff rammte, seitdem neu gebaut wurde und bald wieder fahren wird. Und weit ab davon gibt’s noch diverse Kanalfähren, etwa in Sehestedt oder Nübbel. Bis dahin muss ich aber erstmal radeln.
Und insofern denke ich mir: Ein Fuß- und Radweg entlang der Rader Hochbrücke wäre wirklich eine coole Idee. Das wird die Verkehrswende sicherlich nicht sonderlich voranbringen, aber so manchen Weg deutlich verkürzen. Sinnvoller mag eine ebenfalls im Gespräch gewesene Brücke in diesem Bereich zwischen Rendsburg und Büdelsdorf gewesen sein, aber auch dort wäre mit einer erheblichen Steigung zu überbrücken.
Nun ja. Torben hat freundlicherweise diese Petition geschrieben und ich bin gespannt, ob das Thema noch ein bisschen länger präsent sein wird: https://www.change.org/p/landesregierung-schleswig-holstein-radweg-auf-ersatzneubau-der-rader-autobahnhochbrücke-a7-über-den-nord-ostsee-kanal
* seufz *
Ja, ich lern’s in diesem Leben nicht mehr.