Beiträge von Malte

    Ich habe letzte Woche den erwarteten Bußgeldbescheid „gefunden“: Er wurde an meine alte Adresse in Hamburg geschickt. Und damit nicht genug: Abgeschickt wurde der Bußgeldbescheid am 27. September, zugestellt am 21. September. Da passt mal wieder alles zusammen.

    Ich hatte die Beamten am 30. August noch darauf hingewiesen, dass ich bald nach Kiel umziehe und ihnen zusätzlich meine Kieler Anschrift genannt. Die Beamtin erklärte mir dann, ich wäre ja verpflichtet (!) einen Nachsendeauftrag einzurichten, worauf ich entgegnete, dass ich a) dazu nicht verpflichtet wäre und b) förmlich zugestellte Post von Nachsendeaufträgen nicht erfasst wird, weil das ja schon dem Prinzip eines Nachsendeauftrages widerspricht. Die Urkunde, beziehungsweise der Bußgeldbescheid soll ja schließlich an die Meldeadresse des Beschuldigten gehen und nicht irgendwo hin, wie es dem Nachsendeauftrag gefallen mag.

    Gut, also beantragte ich erstmal die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, denn die Frist wäre ja am 5. Oktober bereits abgelaufen, und legte Einspruch ein mit der Begründung, dass im Sinne der RiLSA Abschnitt 2.2 für Radfahrer eine Gelbphase von zwei Sekunden anzusetzen wäre, die bei Signalgebern ohne gelbes Licht dementsprechend als „virtuelle Gelbphase“ zu berücksichtigen wäre und mir ein Anhalten vier Meter vor der Kreuzung nicht mehr möglich gewesen wäre.

    Außerdem legte ich noch zwei Fotos bei zum Beleg, dass die Beamten aus ihrer Beobachterposition überhaupt nicht einschätzen konnten, mit welcher Geschwindigkeit ich dort unterwegs.

    Mal sehen, wie es weitergeht.

    Und dann versuch da mal irgendwie wenigstens zu Fuß die Fahrbahn gefahrlos zu queren. Geht halt nicht.

    Natürlich kann man dann Rücksicht nehmen und eine Ampelphase warten, wie es mir ein Passant hinsichtlich meiner renitent am Helm montierten Kamera vorschlug. Klar kann man warten, aber dann wartet man eben auch locker mal fünf Minuten oder zwei Stunden, das geht ja schließlich jede Ampelphase in der Hauptverkehrszeit so.

    Nun zu meinem Lieblingsspiel: Ein Kraftfahrer muss sich ob des hupenden Querverkehrs entscheiden, ob er lieber den Kraftverkehr blockiert oder schwächere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Hier war der Typ am Lenkrad schon hart nervös und wurde vom Kraftfahrzeug links im Bild per Hupe von der Fahrbahn getrieben. Ich hätte mich nicht getraut, noch mit dem Rad vor dem anfahrenden Auto entlangzufahren. Meine Angewohnheit, in solchen Situationen aus Angst lieber stehenzubleiben, macht die Sache natürlich nicht besser, so dass ich wahrscheinlich ganz zu recht noch durchs Fenster gehurensohnt wurde.

    Manchmal ist stehenbleiben aber auch eine gute Idee. Der hier wurde ebenfalls mit wütenden Fanfaren von der Kreuzung verscheucht und hatte schon einen recht panischen Gesichtsausdruck. Dem brannte so richtig der Bürzel, der hätte mich echt auf die Hörner genommen, um dem Kraftverkehr nicht im Wege zu stehen. Aber als Radfahrer bin ich’s ja gewohnt, auf meine Vorfahrt zu verzichten :)

    Insofern ist es auch fast witzlos, die Kreuzung nur bei grünem Licht zu betreten. Ob grün oder rot ist im Feierabendverkehr echt egal, da fährt eh jeder wie er will.

    Anfang Oktober war für zwei Wochen der Wallringtunnel in der Hamburger Innenstadt gesperrt. Was sich dann dort zutrug, lässt sich mit Fotos kaum beschreiben. Der Stau setzte sich noch in beiden Richtungen über mehrere Kilometer fort, trotz Stau wurde ständig in die Kreuzungen eingefahren und wütend gehupt, weil in ebenjener Kreuzung noch Kraftfahrer aus dem vorigen Umlauf festhingen. Puh.

    Und so ging es dort jeden verdammten Tag zwei Mal. Ich wundere mich ja wirklich, dass die Leute sich jeden Tag wieder mit einer Engelsgeduld in den Stau stellen, jedenfalls war auf der Google-Maps-Verkehrsstraße nicht zu erkennen, dass ein Lernprozess eingesetzt und der Verkehr woanders langgeflossen wäre.

    Gestern Abend wurde ein Radfahrer an der Autobahnauffahrt zur A7 an der Holsteiner Chaussee von einem abbiegenden Kraftfahrer angefahren. Der Unfallverursacher entfernte sich nach einem kurzen Gespräch mit dem Unfallopfer.

    Mit der Unfallbeschreibung kann ich nichts anfangen, es gibt zum Rechtsabbiegen auf die A23 oder A7 nur freilaufende Rechtsabbiegestreifen ohne Signalisierung, insofern können auch nicht beide bei grünem Licht gefahren sein. Die dazugehörige Polizeimeldung ist auch nicht so sehr viel aufschlussreicher, ich vermute mal, es geht um diese Stelle, der Kraftfahrer muss von hier nach links abgebogen sein. Ich dachte, Linksabbiegen wäre hier momentan aufgrund einer Arbeitsstelle gar nicht möglich.

    Total super, dass die Polizei diesbezüglich von einer Fußgängerfurt schreibt, auf der der Radfahrer unterwegs gewesen sein soll. Das wird wieder die obligatorischen Drunterkommentatoren bestätigen, dass sich Radfahrer nie an die Regeln hielten.

    Ich habe aber auch so langsam das Gefühl, dass diese Buchung nicht so ganz die reine Geilheit war. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal nicht frühmorgens buchen und mich nicht zu sehr über den fehlenden Warenkorb ärgern.

    Jetzt habe ich mich so sehr über mich selbst geärgert, dass ich noch mal für mich eine Fahrkarte von Kiel nach Berlin gelöst habe. Ich bin echt hart unentspannt, dass es mit dem Umsteigen in Hamburg doch nicht klappt und ich dann blöd am Bahnsteig herumstehe. Boah ;(

    öhm - verzichtest du damit nicht auf Ansprüche im Falle einer Verspätung?

    Wenn dein Fahrtziel "Hamburg" lautet, du dort wegen Liegenbleiber-ICE erst um 0:50 ankommt, hat dich die Bahn an dein gebuchtes Ziel transportiert. Wie du nach Kiel kommst, ist jetzt nicht mehr deren Problem.

    Oder: Zug fährt mit 10min Verspätung in HH ein, du verpasst den RE-Anschluss und kommst >1h später in Kiel an. Nach Buchung biste aber nur 10min zu spät am Ziel.

    Und was, wenn dein RE nach HH Verspätung hat und du den gebuchten Zug nach Berlin verpasst? :/

    Auf der Rückfahrt sehe ich das relativ locker: Die Bimmelbahn nach Kiel fährt zwei Mal pro Stunde und entweder fährt sie oder fährt nicht. Wenn wir ohnehin mit zwei Stunden Verspätung in Hamburg ankommen, dann kann ich mir die Erstattung auch dort abholen.

    Im Endeffekt sind aber selbst fünfzig Prozent Erstattung bei diesen bummeligen Sparpreisen nur zehn Euro. Das kann ich verkraften.

    Du hast aber recht, auf der Hinfahrt ist das relativ blöd, das habe ich nicht bedacht. Immerhin hat Lischen-Radieschen ein durchgänges Ticket von Kiel nach Berlin, werktags gilt ja meine Mitnahmemöglichkeit auf der Netzkarte nicht. Ich stehe dann im Notfall blöd da. Allerdings neigen wir beide dazu, eher recht zeitig den Zug zu nehmen, so dass wir auch im Fall einer längeren Regionalexpress-Verspätung noch pünktlich in Hamburg am Bahnsteig stehen.

    Ich habe aber auch so langsam das Gefühl, dass diese Buchung nicht so ganz die reine Geilheit war. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal nicht frühmorgens buchen und mich nicht zu sehr über den fehlenden Warenkorb ärgern.

    Edit: Hä, jetzt weiß ich auch wieder, was ich mir bei der Hinfahrt gedacht habe: Wir fahren gleich am 2. Januar und ich war mir nicht sicher, ob wir aus Kiel, Rendsburg, Stade oder aus Wittingen nach Hamburg rollen, weil noch nicht so superklar ist, wo wir Silvester verbringen werden. Aber ja, nächstes Mal lieber bei Tageslicht und bei wachen Verstand buchen.

    Es ist mal wieder so lustig. Lischen-Radieschen und ich wollen Anfang Januar nach Berlin fahren.

    Und allein der Buchungsprozess ist so kompliziert, dass es deutlich einfacher wäre, sich einfach einen Mietwagen für beide Fahrten anzuschaffen.

    Es geht damit los, dass natürlich heute Morgen ungefähr alle, die irgendwann mal mit der Eisenbahn fahren wollen, den Buchungsserver zur Überlast treiben, um noch schnell das Sparpreis-Kontingent abzugreifen, weil ja heute der neue Fahrplan veröffentlicht wurde. Okay, macht ja nichts, ich stehe eh früh auf und bin als Software-Entwickler langsame Webseiten gewohnt, das ist mein täglich Brot.

    Was dem Buchungsprozess fehlt, ist ein Warenkorb. Weil Lisa und ich unterschiedliche BahnCards haben, muss ich die Buchungen getrennt durchkaspern, weil wir sonst keine Sparpreise angezeigt bekommen — obwohl wir, egal ob BahnCard 25 oder 50, eh die gleichen Preise sehen. Dann muss ich noch das Zahlungsmittel wechseln, weil die Bahn nach der dritten Buchung ihre Fraud-Detection anschmeißt und es total verdächtig findet, wenn zwei Leute von Kiel nach Berlin fahren.

    Naja. Umso blöder: Ich kann ja in Schleswig-Holstein mit meiner Netzkarte fahren und Lisa am Wochenende mitnehmen, also müssen wir von Berlin zurück eigentlich nur bis Hamburg fahren, was sich preislich aber gar nichts gibt. Habe es trotzdem jetzt aus Trotz so gebucht, einfach weil ich es kann. Andersherum muss brauche ich auf dem Weg nach Berlin erst ab Hamburg eine Fahrkarte, weil… naja.

    Dann stelle man sich vor, in dem ganzen Hin und Her müssten wir noch das Stellplatzkontingent für die acht Fahrräder im ICE irgendwie klarmachen. Das ist das reinste Glücksspiel: Theoretisch könnten wir ja mit zwei Personen zwei Fahrräder gleichzeitig mitnehmen, aber wir können ja nicht gleichzeitig für zwei Personen Fahrkarten fahren, weil wir ja unterschiedliche BahnCards haben. Und auf dem Rückweg genau das gleiche Spiel. Ich musste mich echt zusammenreißen.

    Vor allem vertut man sich dann auch irgendwann mit dem zu buchenden Zug oder dem Namen des Reisenden oder der BahnCard und am Ende steht man plötzlich mit einem ungültigen Ticket da.

    Und dann fährt mein geliebter EuroCity an dem einen Tag gar nicht nach Berlin, weil der den Jahreswechsel wohl in Prag verbringt. Whatever. Ist halt immer wieder spannend, mit der Bimmelbahn zu fahren.

    Seitdem habe ich eine Versicherung für mein Rad.

    Mir hat die E-Bike und Fahrradversicherung von freeyou echt sehr gut gefallen.

    Da habe ich top Leistungen bekommen aber auch preislich stimmt alles.

    Ich war mal so frei, den Werbelink zu entfernen und das Benutzerkonto des Roboters zu sperren.

    Die Hamburger Morgenpost schreibt: Auto-Attacke während „Critical Mass“ Fahrrad-Hasser rammt Radler um

    Puh. Das Geschehnis aus dem Gerichtssaal ist zwar verkürzt, aber einigermaßen originalgetreu wiedergegeben worden, aber ich bin mir relativ sicher, dass die Bezeichnung „Fahrrad-Hasser“ hier etwas zu viel des Guten ist.

    Das ärgert mich.

    Da kann ich dann auch gleich nachvollziehen, warum sich der Angeklagte im Gerichtsgebäude gegenüber den Kameras nur mit Sturmmaske und Aktenordner zeigte.

    Der Angeklagte hat es sich beim zweiten Verhandlungstag dann doch noch anders überlegt, der Strafbefehl ist damit rechtskräfitg geworden: Critical Mass: Radfahrer angefahren - Geldstrafe

    Ich habe leider nur dem ersten Verhandlungstag beigewohnt und bin nun doch recht überrascht. Der Angeklagte machte nicht den Eindruck, als habe er sich das alles nur aus den Fingern gesaugt, das klang meines Erachtens einigermaßen plausibel, zumal ja offenbar auch noch wegen eines gewissen Fehlverhaltens gegen einen der Motorradpolizisten ermittelt wurde. Aber gut, offenbar hat sich das alles dann doch ein bisschen anders zugetragen.

    Da darf man jetzt auch mal wieder raten, wer eigentlich wo parken darf oder nicht. Die lustige Art der Befestigung kommt noch obendrauf — da hat sich offenbar jemand Gedanken gemacht, aber leider nur so halbwegs.

    In Hamburg werden momentan entlang der Mönckebergstraße einige Bäume geschnitten oder komplett gefällt. Dabei, das konnte ich gestern aus dem Bureaufenster beobachten, fallen auch mal armdicke Äste auf die abgestellten Fahrräder. Manch einem machen die daraus resultierenden Beschädigungen sicher nichts aus, zumal die Äste ja nicht direkt das Oberrohr durchschlagen, aber ich wäre ja echt angepisst, wenn das jemand mit meinem Rad macht. Dabei kann ja schon einiges kaputt gehen.

    Ein Kollege hatte etwas mehr, beziehungsweise weniger Glück und eine volle Ladung Sägespäne in der Kette kleben, die er nun erstmal ersetzen will.

    Kann man sowas eigentlich jemandem in Rechnung stellen? Geht man damit einfach zur Polizei?:/

    Lief gestern nicht so gut für Bundesregierung und Automobilindustrie:

    • In Brüssel konnte sich die Bundesregierung nicht damit durchsetzen, den CO2-Ausstoß für Neuwagen bis 2030 auf maximal -30 Prozent reduzieren zu müssen: EU-Staaten stimmen für schärfere CO2-Standards für Autos
    • Und in Berlin gab’s noch eine dicke Klatsche, weil trotz der ganzen Diesel-Fahrverbot-Vermeidungsbemühungen vorige Woche das Berliner Verwaltungsgericht der Ansicht ist, dass letztlich nur Fahrverbote zur wirksamen Reduzierung der Schadstoffe helfen: Das kommt auf Autofahrer zu

    Michael hat drüben auf Facebook einen Link zu fernbahn.de gefunden, auf dem die ICE-4-Verbindungen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember aufgelistet sind: http://www.grahnert.de/fernbahn/ice4.html

    Ich bekomme gerade nicht so richtig zusammen, wie viele Züge da insgesamt unterwegs sind und welche Verbindungen momentan mit älteren Zügen geleistet werden, aber es wäre interessant zu erfahren, ob die Kapazität für die Fahrradmitnahme insgesamt steigt, weil ältere ICEs gegen den ICE 4 ausgewechselt werden oder ob tendenziell weniger Plätze vorhanden sind, weil InterCity-Züge gegen den ICE 4 getauscht werden — oder ob ganz neue Verbindungen dazukommen.