Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?
Es ist ein lohnenswertes und schönes Ziel, mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. Aber du erreichst das nicht daurch, dass du sie für "zu doof" erklärst!
Ich denke auch nicht, dass sich die meisten Menschen für "unfehlbare Superhelden" halten. Insbesondere nicht beim Fahrradfahren und zwar auf keinen Fall, bei denen, die noch gar nicht oder erst sehr wenig Fahrrad fahren.
Die haben absolut zu Recht den Wunsch nach einer für sie sicheren Umgebung. Dass dieser Wunsch auch von einem separaten Fahrradweg nicht immer erfüllt wird, oder die Erkenntnis, dass der separate Fahrradweg mit besonderen Gefahren verbunden ist, wächst mit zunehmender Routine beim Fahrradfahren.
Aber wer weiß, vielleicht ist es ja auch gar nicht nötig, alle Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. In einer Siedlungsstruktur der "kurzen Wege", in der die meisten täglich aufzusuchenden Orte (Einkaufen, medizinische Versorgung, Arbeitsstätten, kulturelle Angebote und Sportstätten) nicht weiter als 10 bis 15 Minuten Fußweg entfernt sind, entfällt die Notwendigkeit, mit einem Fahrzeug mobil zu sein.
Solche Siedlungsstrukturen gilt es zu schaffen und bereitzustellen! Autos kommen darin gar nicht mehr vor. Und auch Fahrradverkehr spielt nur eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Fußverkehr!