Beiträge von Fahrbahnradler

    Wer meldet eigentlich bei jedem Heimspiel des HSV die Autofahrermassen zu und von den Parkplätzen an der Müllverbrennungsanlage an?

    Wer ist der Versammlungsleiter bei den Kreuzungsblockaden durch reinfahrende PKW im Feierabendverkehr?

    Sollen wir jetzt jeden PKW-Fahrer, der mit seinem auf dem Radweg geparkten Auto ein politisches Zeichen für Radfahrerdiskriminierung setzt, wegen Durchführung einer nicht angemeldeten Demonstration anzeigen?

    Und was ist mit der alltäglichen »Critical Mass« von Autofahrern auf der Fahrradstraße Harvestehuder Weg?

    Der nächste intelligente Mensch von der CDU:


    Jeden letzten Freitag im Monat fahren tausende Radler durch die Hansestadt. Bei der Fahrrad-Demonstration „Critical Mass“ wollen die Teilnehmer für mehr Gleichberechtigung im Straßenverkehr kämpfen. Doch die friedliche aber unangemeldete Radtour scheint dem CDU-Bürgerschaftsabgeordneten und Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Joachim Lenders ein Dorn im Auge zu sein.
    ... er findet es nicht richtig, dass jeden letzten Freitag tausende Radler die Straßen in Hamburg erobern und alle anderen Verkehrsteilnehmer warten müssen. ...
    „Man muss mal weiter denken, was ist, wenn mal was passiert? Zum Beispiel ein Unfall? Ich glaube, dass die Critical Mass sicherer wäre, wenn sie offiziell angemeldet wäre“, so der CDU-Abgeordnete.
    ... Lenders hingegen findet es überhaupt nicht gut, dass der Feierabendverkehr am Freitagabend durch die Radler aufgehalten wird. „HVV-Busse haben teilweise 20 Minuten Verspätung, muss man das tolerieren?“

    Beim Thema »Durchgangsverkehr« und »Harvestehuder Weg« steigt mein Adrenalinspiegel. Es gibt nämlich keinen. Und zwar wegen der Guantánamo-Betreiber, für die das westliche Alsterufer gesperrt wurde.


    Alle Kfz, die durch den Harvestehuder Weg fahren wollen, müssen sich also am Südende irgendwie um die Ecken und durch die Wohngebiete quälen. Da hätte man also locker an der Einmündung »Fernsicht« sagen können: Anlieger frei.

    274 Radwege im Bezirk Nord marode!


    (bebildert wird das mit einem Pulk Fahrbahnradler ...)

    Ein „Rekordhoch“ nennt Christoph Ploß (CDU) die Zahl der sanierungsbedürftigen Straßen wie beispielsweise den Borgweg, die Eppendorfer Landstraße oder den Uhlenhorster Weg. ... „Am Beispiel Harvestehuder Weg oder auch am Mühlenkamp sieht man, dass der Senat nicht durchdacht und konzeptlos handelt“, sagt Ploß. Zurzeit müssen Radler dort oft eine Slalom-Fahrt absolvieren, weil parkende Autos den Radweg verengen.

    Mal abgesehen davon, dass der Harvestehuder Weg nicht im Bezirk Nord liegt, zieht Herr Ploß bitte welche Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass Kampfparker den Radweg verengen?

    »Person aus dem Plenum
    Er sei Anwohner. Ihn wundere, dass auf Autofahrer wenig Rücksicht genommen werde. Es sei nicht berücksichtigt, dass hier die Verlängerung der Alsterkrugchaussee verlaufe.«

    Ohauerha.

    Das

    ist die Alsterkrugchaussee.
    Und so sieht sie an ihrem Ende aus:

    Das hier

    und nicht etwa
    das da

    als ihre Verlängerung zu bezeichnen, zeugt von einiger Blindheit.

    Auf München bezogen ist das etwa so, als würde man die Prielmayerstraße

    als Verlängerung der A8 bezeichnen.

    Die Behörde rief einige Tage später zurück. Ja, man würde praktisch alles unterschreiben, was ich da gemailt habe - allerdings hapere es immer wieder an der fehlenden Bereitschaft der Polizeireviere, Schilder abzubauen. Man werde die zuständigen Freunde und Helfer aber ansprechen. Ein Umbau der Kreuzung Deelböge/Alsterkrugchaussee sei derzeit nicht absehbar.

    Zur Radfahr-Führung zwischen Rathenaustraße und Ratsmühlenbrücke wollte der Behördenmitarbeiter damals auch mal nachhaken.

    Im September 2011 hatte ich dazu die BWVI angeschrieben:

    Sehr geehrter Herr ...,

    ich muss ab und zu von meinem Wohnort Ohlsdorf aus mein Finanzamt in der Borsteler Chaussee aufsuchen. Nach diversen Fahrten mit Auto oder HVV war ich in diesem Jahr mit dem Fahrrad dorthin unterwegs und war trotz aller in 30 Jahren Hamburg gemachten Erfahrungen doch sehr erstaunt, was ich dort vorfand: nämlich ein Schild, das mich als geradeaus fahrendem Radfahrer aufforderte, die Vorfahrt des abbiegenden Verkehrs zu beachten - und dieses Schild ist an der Radwegefurt direkt neben einem Zebrastreifen unter dem entsprechenden Schild angebracht.

    Ich gestehe, dass ich den Sinn dieses Schildes nicht begreife. Wenn dort ein Fußgänger unterwegs ist, muss der Autofahrer anhalten. Wenn ich als Radfahrer ankomme, soll ich anhalten und den Autofahrer durchlassen? Wie soll der Autofahrer das erkennen und unterscheiden? Was soll passieren, wenn gleichzeitig oder unmittelbar hintereinander ein Fußgänger und ein Radfahrer die abbiegende Straße überqueren möchten?
    Meines Erachtens führt diese Verwirrung zu einer erhöhten Gefahr für Radfahrer, und die Beschilderung »erzieht« Autofahrer zu der Haltung, sie hätten auch beim Abbiegen Vorrang vor den Radfahrern. (Was leider in Hamburg an tausenden von Kreuzungen passiert, wenn die Radwege viermal um 90 Grad abknicken, anstatt wie in Berlin oder München geradlinig über die Querstraße geführt zu werden.)

    Da ich aus Richtung Inselstraße die Straße Deelböge entlanggefahren kam, schreibe ich Sie nicht nur wegen dieses einen Schildes an, sondern wegen der gesamten Radwegeführung im Bereich Deelböge/Alsterkrugchaussee/Borsteler Chaussee/Rosenbrook/Klotzenmoor.

    Während für Kfz eine geradlinige Verkehrsführung existiert, sieht die Perspektive für den Radfahrer so aus:


    Es gibt keine Hinweisschilder, wie man geradeaus in die Borsteler Chaussee kommen soll (geschweige denn nach links in den Rosenbrook). Alles was man erkennen kann, ist: der Radweg geht nach rechts um die Ecke. Etwas weiter vorne kann man erahnen, dass es da rechts wohl einen Fußgängerüberweg gibt. Die daneben liegende Fahrradfurt soll man offenbar benutzen.


    Es geht also erstmal um 90 Grad nach rechts, und zwar sehr weit. Dann soll man um geschätzte 120 Grad nach links abbiegen, und zwar so weit von der Kreuzung weg, dass Kfz schon ziemlich stark beschleunigt haben können, weil die Fahrer gar nicht damit rechnen, dass der Radler plötzlich einen Haken schlägt.

    Wenn man sich an die Überquerung der zweiten Richtungsfahrbahn der Alsterkrugchaussee macht, bietet sich einem dieses Panorama:


    Man fährt also auf eine Litfasssäule zu, will in dieselbe Richtung wie der silberne VW-Bus - und stellt fest, dass das einzige, was annähernd in diese Richtung führen könnte, durch Sperrbügel abgeschottet ist. (Ob man die Sperrbügel auch im Dunkeln rechtzeitig sehen kann, weiß ich nicht.)

    Was tun? Die meisten Radler nehmen den Weg, der rechts von der Litfasssäule und dem Gebäude entlang des Gehölzes vorbeiführt, dieser Weg verläuft entlang der Straße Klotzenmoor und ist als benutzungspflichtig ausgeschildert.


    Von diesem Weg entlang der Straße Klotzenmoor gibt es dann hinter dem Gebäude die Möglichkeit, um 90 Grad nach links zu schwenken, und dann kommt man an die eingangs geschilderte Stelle mit der Beschilderung "Radfahrer Vorfahrt beachten".


    Der Radler will also nicht nur einfach geradeaus, sondern er will der geradeaus verlaufenden Vorfahrtstraße folgen (beachte das Schild am Ampelmast). Er wird aber an die dritte und letzte Stelle der Hierarchie heruntergestoßen: Fußgänger hat Vorrang vor Kfz - Kfz hat Vorrang vor Radfahrer.

    Zu beachten ist ferner, dass der Weg hinter der Kreuzung entlang der Borsteler Chaussee kein benutzungspflichtiger Radweg ist. Das bedeutet, dass der Radler auf der Fahrbahn fahren darf, genauer gesagt: fahren soll. Aber wie kommt er da hin? Es gibt da keine Einfädelspur, so dass ein Radfahrer, der an dieser Stelle auf die Fahrbahn wechselt, von Kfz-Lenkern vermutlich als lebensmüder Verkehrsrüpel angesehen wird (mit allen möglichen Konsequenzen wie Anhupen, Schneiden, Ausbremsen, Stinkefinger, Vorbeifahrt mit 10 cm »Abstand«). Falls gerade ein Bus die Haltestelle ansteuern sollte, hat der Radfahrer sowieso keine Chance.

    Nach meiner Kenntnis der StVO und ihrer Verwaltungsvorschriften darf ich als Radfahrer gar nicht in die Verlegenheit gebracht werden, die Abzweigung/Einmündung Klotzenmoor in der dargestellten Art und Weise zu queren.
    Auch die auf den Fotos 3 und 4 zu sehende ausgeschilderte Benutzungspflicht kann sich nur auf die Straße beziehen, der der Radweg tatsächlich folgt, und das ist die Straße Klotzenmoor. Es gibt nämlich keinen Radweg, der ab der Alsterkrugchaussee erkennbar der Borsteler Chaussee folgt.
    Daher besteht nach meiner Auffassung für Radfahrer, die aus Richtung Alsterdorfer Straße die Deelböge entlangfahren und geradeaus in die Borsteler Chaussee wollen, schon vor Erreichen der Alsterkrugchaussee keine Verpflichtung, den Radwegen zu folgen, die einer gezackten Irrfahrt gleichen, aber nicht dem Straßenverlauf folgen.
    Daher müsste der Radfahrer vor Erreichen der Alsterkrugchaussee in der Deelböge auf die Fahrbahn wechseln, um auf der rechten Spur geradeausfahren zu können.


    Meine Frage nun:

    Sieht Ihre Dienststelle das genauso?
    Wird in absehbarer Zeit etwas an der Wegeführung und/oder Beschilderung geändert?

    P.S.: Ich lade auch gerne einen Vertreter Ihrer Behörde ein, in meinem Stadtteil dem Verlauf des Alster-Wanderweges / Alster-Radwanderweges mit dem Fahrrad zu folgen. Wegeführung und Beschilderung sind irreführend und provozieren täglich Hunderte von Verkehrsverstößen durch Radfahrer, wobei viele in gutem Glauben sind, auf dem richtigen Weg zu sein.

    Die Bilderstrecke beim Tagesspiegel ist beeindruckend. So viele falsch geparkte Polizeifahrzeuge habe ich in Hamburg noch nicht erlebt. Und dann die schönen Kommentare (»Beamtin plaudert entspannt...« oder »holt sich gerade was vom Bagdad-Grill«)!

    Soviel zur Praxis beim Google-Modellversuch:

    12 Unfälle seit 2009, davon einer vom Google Auto ausgehend. Aber nur, weil ein Fahrer das Steuer übernommen hatte. Leider gibt es dort in Nevada aber auch so gut wie keine Radfahrer, um über diese Erfahrungen etwas zu erfahren.

    Häufigster Unfalltyp: das Goggomobil Googlemobil verhält sich vor roten Ampeln (bzw. auf rot wechselnden Ampeln) offenbar zögerlicher*/korrekter als manche Fahrer, die wohl gewohnt sind, dass man bei (dunkel)gelb noch drüberhuscht. Und dann brummt der Hintermann dem Computerauto hinten drauf.

    * Es gibt Fahrer, die lassen ausrollen, wenn sie vor sich eine rote Ampel sehen. Und es gibt Fahrer, die halten ihr Tempo bis dichter vor die Ampel, so dass sie dann kräftig bremsen müssen. Google scheint zur "Ausroll"-Fraktion zu gehören.

    Putzige Umfrage. Man fragt nach "Straßen mit Radwegen" und "Straßen ohne Radwege", fragt aber nicht, wo man auf "Straßen mit Radwegen" fährt. Und schon gar nicht, wo man gerne fahren würde.

    COST Survey (Switzerland -DE/FR/I)

    Eine Teilnahme ist auch für Nichtschweizer möglich. Im letzten Drittel gibt es Gelegenheit, die Wirksamkeit reichlicher Helmpropaganda zu bestätigen, mehr findet man anhand solcher Umfragen nicht heraus.

    Noch ein Hinweis: Im Schweizerdeutsch hat "obligatorisch" die Bedeutung "vorgeschrieben/verpflichtend", im Gegensatz zum hiesigen "wird erwartet/ist üblich". Das ist mir leider zu spät eingefallen, weshalb ich zu den behelmten Kindern falsche Aussagen getroffen habe.

    »obligatorisch« heißt auch in Deutschland »verpflichtend, vorgeschrieben«. Wo bitte ist denn der »hiesige« Gebrauch anzutreffen?

    Wo waren die versprochenen Beinaheunfälle? Und wo wird gedonnert? Die beiden hatten doch einen schönen Flow, auf dem Gehweg wurde artig gebremst und mit Abstand um die Fußgänger rumgefahren. Und meine Güte, die hatte doch sogar Helme auf! :thumbup:

    Wofür haben die eigentlich 170 Euro aufgebrummt bekommen, also wohl pro Nase 85 Euro? Rote Ampel kostet 90 Euro bzw. 200 Euro ...?

    Ich lerne aber, dass es in Berlin Polizisten gibt, die loslegen, wenn sie zufällig Zeuge eines Verkehrsverstoßes werden. Das erlebt man sonst nie, wenn Polizeiwannen an Falschparkern vorbeikommen ...