Erstmal: Ich nutze den ÖPNV auf dem Lande hin und wieder selbst, weil im Winter 40 km auf dem Fahrrad nervig sind. Soviel also zu irgendeiner Aversion. Ich fahre dabei meistens azyklisch (morgens auf's Dorf, abends zurück), was dazu führt, dass ich vor allem auf dem letzten Abschnitt fast immer der einzige Fahrgast bin.
Das ändert aber nichts daran, dass diese Fahrten nicht das geringste mit Klimaschutz zu tun haben, denn der Bus verbraucht ein vielfaches eines privaten Autos und das Auto fährt nicht noch leerer wieder zurück. Und nein, die Leute fahren nicht alle mit dem Auto, sondern da fährt zu der Zeit und zumal in der Richtung einfach gar keiner. Den ÖPNV gibt's für "es könnte ja einer wollen" (vor allem von denen, die mit der Bestellung eines Rufbusses überfordert wären).
Der Verkehrsfluss dort hat im Prinzip drei Spitzen: Morgens alle in die Stadt, mittags die Schüler und einkaufenden Hausfrauen zurück, abends die Berufstätigen zurück. In der übrigen Zeit sind die Busse (die trotzdem ungefähr stündlich fahren) weitgehend leer und es kommt vielleicht alle 10 Minuten mal ein Auto vorbei.
"1000 Autos" verteilen sich da nämlich so: 200 Autos morgens in beiden Richtungen zusammen (was rechnerisch zwei Autos pro km sind), 200 Autos abends zurück und die anderen 400 verteilen sich über den Tag, wobei vieles davon die Busse selbst, Lieferungen (auf dem Lande ein Wundermittel gegen sinnloses Herumgegurke!), Handwerker und andere eben nicht durch ÖPNV vermeidbare Fahrten sind.
Und weil es da einen Radweg gibt, ist es mir auch relativ egal, wie schnell die Autos da fahren.