Beiträge von CKO

    Nun weiß ich natürlich nicht, ob die E-Mail überhaupt gelesen wurde, denn eine Antwort habe ich nie bekommen. Aber okay,

    Mir scheint, sie haben wie auch in Jena einfach keine Zeit zum Antworten. Der Mängelmelder sorgt schon für genug Stress.

    Doch schon nach wenigen Wochen stelle ich fest, dass die StVB den Verzicht auf den Mängelmelder tatsächlich honoriert und bereits fleißig war.

    Aber ohne Telefon oder öffentliche Veranstaltungen ist es fast unmöglich, etwas Brauchbares heraus zu bekommen.

    klar, die Tricks sind mir bekannt,

    Vor [Zeichen 240] ist man in Deutschland wohl nur an sehr abgelegenen Orten sicher.

    VC bedeutet nicht, mit Tempo 50 (oder 100 außerorts) mitschwimmen.

    Okay, ganz so schnell bin ich nun auch wieder nicht. Zum Mitschwimmen wäre mir Tempo 40 am angenehmsten. Vor knapp 20 Jahren war das mal zHg im Leipziger Zentrum. Inzwischen ist auch dort der moderne "Kompromiss" zu finden, also ein Wechsel aus 30 und 50. Da kommt man völlig aus dem Rhythmus. ;)

    Auch habe ich VC so verstanden, dass man auf Lane Control verzichtet, wenn man das Tempo nicht halten kann. Das entspräche zumindest meiner langjährigen Fahrpraxis, schnellere Fahrzeuge nicht zu behindern und Überholvorgänge ggfs. zu unterstützen. Um nachher wieder genug Puste für die nächste grüne Welle zu haben usw.

    Der aktuellen Dolchstoßlegende beim ADFC Bundesvorstand zufolge wurden die Straßenverkehrsbehörden und das ERA-Autorengremium aber in den letzten 2 Jahrzehnten von "Vehicular Cycling" (VC)-Agenten im Auftrag des fiesen Oberbösewichts Ernst Stavro Blofel^h^h^h John Forester unterwandert.

    Nun hat auch meine Unwissenheit ein Ende, und die Abkürzung VC ist mir nicht mehr fremd. ;)

    Genau das praktiziere ich seit knapp 30 Jahren, wenn ich allein oder gelegentlich mit anderen sportlichen Leuten unterwegs bin. Mitunter hat das auch Wettkampfcharakter. Macht außerdem noch Spaß. Doch es sind nur wenige Radfahrer, die dazu in der Lage sind. Und noch weniger Radfahrerinnen.

    Was mich im Jenaer Beirat Radverkehr überrascht: Der langjährige ADFC-Vorsitzende, inzwischen über 60 Jahre alt, hält dort regelmäßig ein Plädoyer für genau diese Sorte von Radfahrern. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selbst gehört hätte.

    Auch wenn ich mir wünsche, dass möglichst viele Radfahrer:innen das nötige Grundniveau (physisch, technisch, kognitiv) für VC erreichen, glaube ich nicht, dass man damit die Massen begeistern wird. Dennoch halte ich Kampagnen und Bemühungen, die in diese Richtung gehen, für wichtig. Allein mit Infrastruktur ausreichende Sicherheit gewährleisten zu wollen, funktioniert einfach nicht.

    Die gestellten Bilder vom Berliner Radentscheid mit den Kindern auf der "Angstweiche" zwischen den LKW ärgern mich jedes Mal wieder. Auf einem solchen Niveau, das ausschließlich auf Emotionen setzt, kann man nicht diskutieren.

    Ja, zu solchen Bildern lässt sich der ADFC leider immer wieder hinreißen (auch in Jena). Dabei krankt unsere ganze Gesellschaft daran, dass die meisten Debatten überwiegend emotional geführt werden.

    Dagegen finde ich (als Neuling) dieses Forum hier angenehm sachlich. Wobei ich nicht verschweigen will, dass ich auch mit unseren lokalen Radentscheidern angenehm sachliche Gespräche hatte. Denn die wissen ebenso, dass man ohne gegenseitigen Respekt und Wertschätzung nirgendwo vorwärts kommt.

    Einer meiner Schüler wäre jetzt sicher nicht schwerbehindert, wenn der Transporter vom benutzungspflichtigen Geh-/Radweg mehr als ca. 50 cm Abstand gehalten hätte.

    Das ist eine Sorge, die sich auch in meiner Umgebung viele Eltern machen. Infolgedessen stauen sich noch mehr Elterntaxis vor den Schulen und weniger Kinder lernen von klein auf das Fahrrad als primäres Fortbewegungsmittel kennen und schätzen.

    Bei vielen Wegen frage ich mich, wo denn die Kinder ihre altersgemäßen Sturzerfahrungen sammeln sollen, ohne dass sie gleich im Krankenhaus landen und mitunter lebenslange Schäden davontragen.

    Ebenso dankbar bin ich, dass Th(oma)s die Unfalldaten so akribisch auswertet und messerscharf urteilt, dass die alte Parole vom Reichsverkehrsministerium oft immer noch höhere Priorität hat als allein die Vermeidung schwerer Unfälle.

    Den Beitrag im NDR habe ich auch angesehen. Ein Bias hin zur räumlichen Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr ist schon drin. Es ist ja tatsächlich ein Problem, dass es nur selten einen geeigneten "one size - fits all - approach" gibt, da der Radverkehr eben nicht so einheitlich ist wie andere Verkehrsarten.

    Die Enttäuschung der Dorfbewohner über die Absage aus der Landeshauptstadt kann ich sehr gut nachvollziehen. Am "rechten Rand der Republik" wäre so etwas die perfekte Wahlwerbung für die AfD. Die brauchen dann nur noch kommen und sagen "Seht, wir nehmen euch wirklich ernst.", schon haben sie die Stimmen.

    Ebenso nachvollziehen kann ich die hohe Akzeptanz des Bahntrassenradwegs in Kiel. Auch in meiner Heimatstadt Sondershausen ist vor 5 Jahren ein Bahntrassenradweg von 17 km Länge entstanden, der sich hoher Beliebtheit erfreut, beim ganzen Spektrum der Radfahrer, die dort mit 10-40 km/h unterwegs sind. Wohl der Stadt / Region, die über stillgelegte Bahntrassen verfügt: Zweckmäßige Linienführung, geringe Steigung, große Kurvenradien - alles bestens vorbereitet.

    Was mich an der Statistik von Th(oma)s interessiert:

    Gibt es dort einen Trend bei den Unfällen, wo ein Radfahrer vom Seitenraum auf die Straße stürzt und dort sofort überfahren wird?

    Das ist etwas, worüber ich durchaus lokal besorgt bin, da dieser Unfalltyp in der Planung der "Radverkehrsanlagen" (eigentl. [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10], aber dem Nahverkehr zuliebe mit [Zeichen 240] beschildert) komplett ausgeblendet wurde. Jedoch mit zunehmendem Fuß- und Radverkehr mit hohem Kinder- und Seniorenanteil wird so etwas immer wahrscheinlicher.

    Hier nun ein Beispiel, wie eine aufgeschreckte StVB aktiv wurde:

    HinweisschildAbstandAuer.PNG

    Das ist ca. 15 km nördlich von Dresden, wohin ich im August auf Dienstreise gefahren bin. Mit dem Rad in zwei Etappen.

    Da ich nicht trödeln wollte, bin ich in zum Abschluss diese Straße lang und befürchtete schon, deshalb für asozial gehalten zu werden.

    Diese Schilder stehen dort alle zwei Kilometer und ich war angenehm überrascht, wie viel Ehre da den Fahrbahnradlern erwiesen wird.

    Was ich besonders sympathisch finde: Das Radfahren auf der Fahrbahn wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Schilder zielen akkurat darauf ab, das Radfahren sicherer zu machen. Darum geht es ja letztlich.

    Aber als ich diese Schilder vor meinem Dresdener Kollegen lobte, habe ich die Ursache erfahren. Der Dresdener Schulamtsleiter wurde vor wenigen Jahren auf dieser Straße tot gefahren. Alkoholisierter Fahrer im Kleintransporter kam ungebremst von hinten.

    Hier die Quelle:

    Vermessungen für Radweg nach Dresden
    Eine Machbarkeitsstudie wird derzeit durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr erarbeitet.
    www.saechsische.de

    Und ja, die Schilder wurden "nur" als Provisorium für einen in näherer Umgebung inzwischen fertig gestellten Radweg aufgestellt. Aber sie sind geblieben.

    Tatsächlich macht der Radfahrer ja auch dann Kratzer, wenn er beim Engüberholen durch den Kraftfahrer umgenietet wird. Und genau weil die Leute natürlich auch dieses Risiko nicht eingehen wollen, werden sie auch sorgfältig aufpassen, dass es beim Engüberholen schon keinen Kontakt gibt.

    So unschön das ist, wenn ich hin und wieder das Gefühl habe, nur als "kratzige Warnbake" zu gelten, die sich gleichförmig bewegt, so sage ich mir tatsächlich oft: Die Sorge um die Unversehrtheit des rechten Außenspiegels schützt mein Leben.

    Innerorts sind es dann oft die Fußgänger, die sich mitunter wie Slalomstangen fühlen wenn der Großteil des Radverkehrs abseits der Fahrbahn abgewickelt wird.

    ich glaub nicht, dass das der grund für abordnung war. hm.

    Wollen wir nachfragen? Es könnte auch an der Bushaltestelle und/oder an der stark frequentierten Einfahrt zum Bäcker liegen.

    Aber ich würde mit der Nachfrage noch warten. Momentan bereitet der StVB die neue StVO mit dem Halteverbot auf Schutzstreifen Kopfzerbrechen.

    Vielen Dank übrigens für die Meldung, über die ich mich sehr gefreut habe, als ich im September meinen Vortrag vorbereitet habe.

    Wer von euch ist der Meinung, dass es eine Ordnungswidrigkeit darstellt, in folgenden Situationen in dieser Fahrtrichtung auf dem Sonderweg rechts neben der Fahrbahn zu fahren?

    Zu Fall 1: Die oberste Landesbehörde kann gemäß § 46 Absatz 2 StVO auch die Kennzeichnung von rechten Radwegen ohne Benutzungspflicht mit Zusatzzeichen “Radfahrer frei” ohne Hauptzeichen zulassen. (https://www.stvo2go.de/radfahrer-frei/)

    Zu prüfen, ob oberste Landesbehörde es zugelassen hat, kann einem Rad fahrenden nicht zugemutet werden. Wenn jemand dort mit dem Rad fährt, kann ihm deswegen niemand einen Vorwurf machen.

    Zu Fall 2: Die "Servicelösung" [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] gilt implizit solange nichts anderes beschildert ist und die Beschaffenheit des Weges eine Mitbenutzung durch Radfahrer nicht ausschließt. Würde also hier greifen. [Zeichen 240] hingegen muss nach jeder Einmündung neu angeordnet werden, sonst gilt es nicht mehr. (Entlang seiner neu gebauten Straßenbahngleise legt der Jenaer Nahverkehr z.B. großen Wert darauf, dass [Zeichen 240] wenn nötig alle 20 m aufgestellt wird, damit niemand auf den Gedanken kommt, die Straßenbahn zu behindern. Aber keine Sorge, von der StVB wurde mir heute telefonisch versichert: "Wenn weit und breit keine Bahn zu sehen ist, und Sie dann auf der Straße fahren, wird sich niemand beschweren. Wir werden dort auch keine Polizei hinstellen usw.")

    Also der prächtige Weg in Stade ist nicht benutzungspflichtig. Es ist ein sonstiger Weg, wo auf der roten Fläche mit dem Rad gefahren werden darf. ;)

    Um die Absicht zu bekunden, dort das Radfahren zu untersagen, hätte die StVB mehr Aufwand treiben müssen (z.B. [Zeichen 239] ).

    Was war dann eigentlich die Begründung, warum die B-Pflicht in der Naumburger Straße stadtauswärts zw. Am Egelsee und Am Steinbach (maps) aufgehoben wurde? :D

    Ich habe bisher mit niemandem drüber gesprochen und mir nur gedacht:

    Weil dort noch keine Straßenbahnschienen auf der Fahrbahn sind und ein hilfsbereiter Mensch sich die Mühe gemacht hat,

    https://maengelmelder.jena.de/de/requests/5413-2021 zu formulieren. Dort heißt es u.a.

    b) Radverkehr:
    Der hier vorhandene benutzungspflichtige Geh- und Radweg kann aus rechtlicher Position nur dann angeordnet werden, wenn die Gefahren der Fahrbahnnutzung, erheblich(!) über denen liegen, die mit der Teilnahme am Verkehr allgemein einhergehen.
    Offensichtlich hat der Fachdienst hier eine erhebliche(!) Gefahrenlage für das Radfahren auf der Fahrbahn erkannt, da ein benutzungspfl. Geh- und Radweg angeordnet wurde.

    .. Aber sobald die Schienen kommen, gilt in Jena die Blindenleitplattenbenutzungspflicht. Da hilft nur noch Linksabbiegen. :D  

    In Jena vertreten die Radverkehrsbeauftragte und der Fachdienst Mobilität die Meinung, dass das Befahren der Fahrbahn zum direkten Linksabbiegen erlaubt ist, auch wenn daneben eigentlich ein benutzungspflichtiger Radweg verläuft.

    Das ist eine starke Aussage. Spricht mir geradezu aus dem Herzen. Hoffentlich sieht die Polizei das genauso.

    Auch wenn diese Meinung juristisch sicher fragwürdig ist, so ist sie sehr nützlich. Z.B. wenn es um die Freigabe von Einbahnstraßen geht, die eigentlich nur via ebensolches direktes Linksabbiegen sinnvoll nutzbar sind.

    120 km/h statt erlaubter 70km/h: Philipp Amthor soll für 4 Wochen seinen Führerschein abgeben.

    Damit zeigt er Volksnähe. Jeden Sommer fahre ich durch seinen Wahlkreis. Dort gibt es sowohl viele Blitzer als auch vor jeder Wahl reichlich NPD-Plakate. Der Slogan "Gegen Blitzer-Abzocke!" gehört da zum Repertoire.

    Übrigens: In Pasewalk bin ich auch schon geblitzt worden. :( Aber nicht ganz so schnell wie er.

    ich hatte im Nachgang zur damaligen, erstmaligen Vorstellung der Idee der Neubeschilderung eine ellenlange E-Mail geschrieben.

    Vermutlich zu lang.

    Das ist zu befürchten.

    Sehr gut finde ich den Vorschlag, rechtsseitig auf die Beschilderung zu verzichten. Das spart Blech und Nerven. Die farbliche Trennung des Pflasters im Seitenraum ist aussagekräftig genug.

    Mit der Saalebrücke, das ist so eine Sache. Vermutlich sind StVB und Polizei mit einer regelwidrigen Nutzung des Gehwegs als Zweirichtungsradweg einverstanden. Zumal dort nicht so viele Rad fahren ("Da können wir schon mal ein Auge zudrücken"). Sie wollen halt nur auf der sicheren Seite sein, wenn es infolgedessen zu einem Unfall kommt.

    Landkreis Stade auf dem 2. Platz!

    Falls ich zufällig mal dort vorbeikomme, muss ich da unbedingt hochfahren. Ich hoffe, es ist dann nicht nass. ;)

    Durch Dessau (Platz 3) bin ich bisher einmal gefahren und finde, sie haben sich den Platz auf dem Podium redlich verdient.

    Mit Platz 5 könnte auch Jena nach wie vor mithalten.