Beiträge von CKO

    Der Artikel ist sehr gut geschrieben, finde ich. Man muss jedem die Freiheit lassen, sich politisch zu äußern oder auch nicht. Da ein Ultimatum zu setzen, ist dann wieder nichts anderes, als das Recht des Stärkeren geltend zu machen.

    Wenn hingegen jemand selbst entscheidet, nicht mehr so weiterzumachen wie bisher, das verdient Respekt:

    Platzeck tritt als Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums zurück
    Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat Matthias Platzeck nun Konsequenzen gezogen. Er ist als Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums…
    www.rbb24.de

    Wenn M. Platzeck sagt: "Das ist eine Tragöde, bei der ich im Moment noch fassungslos bin. Das hätte ich nicht für möglich gehalten."

    dann glaube ich es ihm. Denn auch ich empfinde ähnlich. Angesichts des großen Leides derer, die dort leb(t)en, fehlen mir die Worte.

    Zitat

    Die Straßenverkehrsbehörde könne die Kläger auch nicht darauf verweisen, sich an die Ordnungsbehörden zu wenden, da diese in den betroffenen Wohnstraßen meist nicht einschritten, die Kläger seien damit faktisch rechtsschutzlos gestellt.

    Das hat das Gericht treffend formuliert. Auch wenn leere Beifahrersitze in Deutschland besonderen Schutz genießen. ;)

    Eine Mindestbreite von 4,25 gibt es in Deutschland nicht. Für Radschnellwege (d.h. Entwurfsgeschwindigkeit 30 km/h) gilt eine Mindestbreite von 4,00 m.

    Die Zahlen auf stvo2go.de beziehen den Sicherheitsraum mit ein, welcher in der VwV zur StVO leider überhaupt nicht betrachtet wird. Außerorts ist die befestigte Fläche meistens voll nutzbar, da sich ein Grünstreifen o.ä. zwischen Weg und Fahrbahn befindet.

    Die Regelbreite ist eigentlich von der Verkehrsstärke abhängig. Vom Gefühl her würde ich dort einen 3 m breiten Weg erwarten, wenn [Zeichen 240] in beide Richtungen geplant ist. Die 4,25 m sind die Summe der ERA-2010-Regelbreiten für den Weg (2,50 m - Außerorts wird immer geringe Verkehrsstärke angenommen.) und den Sicherheitsraum (1,75 m), S.16 unten: https://www.lra-ebe.de/dox/media.aspx…I2mNfoXuw%3D%3D

    Klarer Fall. Die Bürger beschweren sich wegen 7 Kilometer Umweg mit dem Auto. Jetzt soll eine alternative Trasse für einen separaten Radweg gefunden werden. Wieso bin ich mir ziemlich sicher, dass der mind. 7 Kilometer Umweg für die Radfahrer bedeuten wird?

    Der Abschnitt, den sie zur Einbahnstraße gemacht haben, ist 1.5 km lang. Auch wenn ich dort noch nie gefahren bin, wundert es mich, dass sie lieber T 70 und Einbahnstraße mit Zweirichtungsradverkehr machen als T 50 ohne zusätzliche Einschränkungen und Markierungen.

    Für 1.5 km braucht man mit 70 km/h 52 s und mit 50 km/h 72 s. Eine Fahrzeitverlängerung von 2x20 s ist auf jeden Fall leichter zu verkraften als 7-10 Minuten. Und sicherer wäre es ebenfalls.

    Wer weiß, vielleicht wollte auch jemand die Sache etwas eskalieren, damit das Land Geld für einen separaten Radweg locker macht.

    Letztlich wurden meines Wissens alle Versuche irgendwann gestoppt, ohne dass sie eindeutig gezeigt hätten, dass Schutzstreifen eindeutig gefährlich sind für den Radverkehr, oder umgekehrt eindeutig eine deutliche Verbesserung der Radverkehrssicherheit bedeuten.

    Danke, Ullie, für den Link. Die Untersuchungen von Dankmar Alrutz machen immer einen sehr nüchternen, seriösen Eindruck. Und wieder einmal hat sich die Kfz-Geschwindigkeit als die effektivste Stellschraube der Verkehrssicherheit erwiesen. So schreiben sie:

    Zitat

    Auf den meisten Strecken waren Wildunfälle die weitaus häufigste Ursache. Oft war auch die nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache zu verzeichnen. Entsprechend dieser Unfallcharakteristik waren über drei Viertel der erfassten Unfälle Alleinunfälle. Ansonsten ereigneten sich die meisten Unfälle zwischen zwei Pkw

    Das Video zeigt den Vortrag eines niederländischen Verkehrsexperten, der unter anderem über das Thema Kreisverkehr referiert und ein Beispiel für einen Kreisverkehr in den Niederlanden zeigt, den er als sicher für den Fahrradverkehr bezeichnet.

    Das ist sehr interessant, dass die vom Niederländer vorgestellte Art des Kreisverkehrs anscheinend sicherer ist als die von Timm Schwendy so gepriesene geschützte "holländische Kreuzung", bei gleichem Platzverbrauch.

    Was sagt Ihr dazu? Das Thüringer Landesverwaltungsamt hat geprüft und herausgefunden, dass Schutzstreifen außerorts nicht zulässig sind. ;)

    Das Landratsamt des Wartburgkreises behauptet dagegen, zum Zeitpunkt der Genehmigung seien diese noch zulässig gewesen. :/ Ob sie da auf der sicheren Seite sind? Auf einer entgegen der Kfz-Fahrtrichtung freigegebenen Einbahnstraße mit zHg 70. :huh:

    Neuer Streit um Radweg und Einbahnstraße im Wartburgkreis | MDR.DE
    Um die umstrittene Einbahnstraße zwischen Kirstingshof und Oberzella im Wartburgkreis gibt es neuen Streit. Laut der Landtagsabgeordneten Anja Müller sind…
    www.mdr.de

    Und das ist leider kein Witz: Der Leiter des Stader Tiefbauamtes hat mir mal gesagt, dass die an Kreuzungen abgerückten "Radwege" der Sicherheit dienen sollen, weil damit Platz geschaffen wird, um als Radfahrer im Falle des Abbiegens ohne vorherigen Schulterblick des Autofahrers noch reagieren zu können.

    Du wirst ihm sicher gesagt haben, dass vor allem die Wahrscheinlichkeit, von Autofahrern aus der Nebenstraße heraus übersehen zu werden, deutlich höher ist, wenn man dicht am Zaun / an der Hecke fährt bzw. fahren muss.

    Auch für den Autofahrer wird es ja schwieriger, denn er muss in den gezeigten Beispielen auf der Radfurt stehen, um den Verkehr der Hauptstraße einsehen zu können. Eine andere Möglichkeit hat er nicht.

    Nachdem Darmstadt-Fährt-Rad offensichtlich deine Daten ausgewertet haben, Thomas, es fehlt nur an der richtigen Infra, bzw. dem Kreuzungsdesign,

    Naja, sie schreiben auch:

    "Die Ergebnisse zu den Radwegen haben in der Geschichte der Unfallforschung dazu geführt, dass diese in Ungnade gefallen sind, weil man den entscheidenden Fehler gemacht hat, die subjektive Sicherheit zu ignorieren. Das Fahren im Mischverkehr ist für die meisten Radfahrenden keine Lösung. Diese Führung scheidet daher schon vor den Betrachtungen der Verkehrssicherheit als Möglichkeit aus."

    Da ist sie wieder, die Argumentation mit der subjektiven Sicherheit.

    Dass aber eine weit abgesetzte Furt eine geringere Anfälligkeit für Rechtsabbiegeunfälle mit LKW hat als eine gering oder gar nicht abgesetzte Furt, klingt plausibel. Allerdings braucht sie in der gepriesenen niederländischen Form sehr viel Platz. Bei uns sind weit abgesetzte Furten oft mit engen Kurvenradien versehen. Für die meisten regelmäßig Rad fahrenden keine Lösung. :/

    Leipzig hatte übrigens in 2021 keinen Fahrradtodesfall und von den vier (nach Destatis Unfallatlas, du sagst 5?) Toten in 2020 sind 2 ganz alleine vom Rad gefallen.

    Meine Quelle war die Leipziger Polizeidirektion: https://statistik.leipzig.de/s…4,23,22,21,20,19,18&per=y
    Und 2021 muss es mindestens einen Todesfall gegeben haben, mal wieder am Cottaweg: https://verkehrswende-le.de/mahnwache-und-…ziger-cottaweg/

    Nicht auszuschließen ist aber, dass er nicht in die Statistik eingeht, falls er erst kurz nach der 30-Tage-Frist gestorben ist. Wenn doch, auch dann wäre nur ein Fahrradtoter erfreulich wenig für Leipzig.

    Auf einen niedrigeren Radverkehrsanteil in Oslo und Helsinki habe ich auch getippt. In Deutschland kommen ja etwa gleich viele Radfahrer und Fußgänger auf der Straße um, während es dort mehr Fußgänger sind bzw. in Oslo vielleicht waren.

    Ob und wie Rad-Alleinunfälle in die nationalen Statistiken eingehen spielt natürlich auch eine Rolle. EU-weit machten 2020 die Alleinunfälle 20% der tödlichen Radunfälle aus (https://etsc.eu/opinion-a-clos…ause-most-harm/ ) , in Deutschland seit 2013 33% (https://radunfaelle.wordpress.com/gesamte-liste-ab-1-1-2013/). Bei der Datenmenge von ca. 2000 bzw. 4000 ist das schon ein signifikanter Unterschied.

    Bleibt nun die Frage, womit man den größten Sicherheitsgewinn erzielen kann. Für mich habe ich von Kindesbeinen an eine vorausschauende und kommunikative Fahrweise als sehr wesentlich erachtet. Sorge bereiten mir zur Zeit die mutmaßlich zunehmenden Aufmerksamkeitsdefizite hinter dem Lenkrad: https://etsc.eu/apple-carplay-…l-and-cannabis/

    Danke! Auch ohne die medienwirksame 0 ist ein deutlicher Unterschied zu unserer Nation erkennbar.

    In Helsinki und Oslo durchschnittlich 1 getöteter Radfahrer pro Jahr, in Leipzig 4 pro Jahr, zuletzt dreimal in Folge >= 5.

    Bei getöteten Fußgängern kann man zumindest in Oslo sehen, dass es seit 2016 deutlich weniger sind, in Helsinki kann man noch keine Schlüsse ziehen.

    Noch interessanter: es bleibt auch im 3. Jahr nach 2019 mal wieder unerwähnt, dass es sich dabei (genau wie im gleichfalls als VisionZero-Vorreiter gepriesenen Helsinki) um einen einmaligen postiven Ausreißer handelte.

    Danke für den Hinweis! Hast Du für Oslo und Helsinki Zahlen für 2020 / 21 parat? Oder gar eine längere Zeitreihe? Die könnte man mal mit Leipzig vergleichen, was von ähnlicher Größe ist: https://statistik.leipzig.de/statcity/table…,20,19,18&per=y

    Wie auch in den zurückliegenden Jahren schweigt sich der ADAC jedoch darüber aus, dass das nur dann geht, wenn die Verkehrsinfrastruktur so umgebaut wird, dass die Verkehrsfläche für das Auto reduziert wird.

    Im Gegenteil, nach deren Meinung müsste das Straßennetz mit der zwischen 2015 und 2019 gestiegenen "Verkehrsleistung" erst einmal Schritt halten. Und wenn sie dann nach Radwegen schreien, bin ich sicher nicht der einzige, der da an die Signatur von cubernaut denken muss?

    Interessant finde ich außerdem, dass sie in puncto Verkehrssicherheit Oslo als leuchtendes Beispiel preisen, aber kein einziges Wort darüber verlieren, wie die Norweger das erreicht haben. :/

    Verkehrssicherheit – es gibt noch viel zu tun
    Von 2015 bis 2019 ist die Zahl der Unfalltoten zurückgegangen.
    www.adac.de

    Vergleiche dazu: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/verkeh…er-in-oslo-2019

    Stattdessen beschließt der ADAC seinen Appell für mehr Sicherheit mit: "Die Unfallprävention ist zu verstärken, zum Beispiel durch Aufklärung über Fahrradhelme." Nun ja, vielleicht werden Radfahrer dann nicht so leicht übersehen. ;(

    Ob sich die Stadt für den Mängelmelder feiern lassen kann? Wo sowohl dessen Infrastruktur (z.B. die unergründlich selektive Übersichtskarte) als auch dessen Betrieb (das eifrige Schließen von Meldungen als "Lesebestätigung" seitens der Stadt) selbst erhebliche Mängel aufweisen. :/

    Und ja, ich frag mich schon, ob die Meldung

    a) nur übersehen wurde

    b) erst vorab an andere Stellen zur Kenntnisnahme ging, um sie nach Vorab-Antwort freizuschalten

    c) so eingereiht wurde, dass sie jetzt erst auf Seite 4 mittendrin auftaucht, aber nicht vorn/oben...

    Ich vermute b) und c).

    Erstens wollen sie nicht, dass es jemand sieht, und zweitens mögen sie keine Diskussionen.

    Mir ist es neulich auch passiert, dass mein Kommentar erst mit über einer Woche Verzögerung freigeschaltet wurde. In der Zwischenzeit hatte die Stadt etwas geschrieben und die Meldung geschlossen. https://maengelmelder.jena.de/de/requests/7016-2021

    Vielleicht braucht das einfach alles seine Zeit und man sollte es nicht voreilig totreden

    So auch in Jena: Unsere erste [Zeichen 244][Zusatzzeichen 1020-30] im Nebennetz des KfZ-Verkehrs war ursprünglich eine [Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10] in der es üblich war, dass im Begegnungsfall der Radfahrer ganz lieb am Rand gewartet hat, damit das Auto nahezu ungebremst durchfahren kann. Zunächst hat sich durch die Beschilderung nichts daran geändert, doch nach 2-3 Jahren kommt es immer häufiger vor, dass im Begegnungsfall das Auto auf Schrittgeschwindigkeit abgebremst wird. Das [Zusatzzeichen 1020-30] wird jedoch nach wie vor großzügig interpretiert, da die Straße für manche Strecken eine beliebte Abkürzung darstellt.

    Auch deswegen fahren immer noch viele mit dem Rad auf dem Gehweg nebenan, was wiederum für Ärger und Unverständnis unter den Fußgängern sorgt:

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    Hier sieht man das linksseitige [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] . Für einmündende Radfahrer steht da aber [Zeichen 241-30][Zusatzzeichen 1000-30]

    Diesen Zustand gibt es auch bei uns. Da müsste ich eigentlich [Zusatzzeichen 1022-10][Zusatzzeichen 1000-30] stattdessen vorschlagen. Zumal es sich dort um den Radweg handelt, der von der Polizei an erster Stelle genannt wird, wenn es um gefährliche Radwege in Jena geht.

    MTL hat schon recht, die sicherheitsrelevanten Informationen fehlen im Polizeibericht. Es bleibt da leider nur das dumpfe "Die Radfahrer dürfen halt nicht so auf ihrem Recht beharren, dann würden sie auch nicht so leicht umgefahren." als Appell an die Bevölkerung. Genau der Appell, den kürzlich ein Berliner Lokalpolitiker zu unpassender Gelegenheit einfach mal loswerden wollte: RE: Die dreistesten Unfallursachenausreden

    Meine Hoffnung, dass die Unfallberichte in Jena ausgewogener werden, schwindet dahin.

    Während der 49-jährige Audi-Fahrer bei der Ausfahrt [Zeichen 205] auf eine mehrspurige Hauptstraße die Radlerin übersah, hat im Wohngebiet [Zeichen 274.1] der 10-jährige Radfahrer die Vorfahrt missachtet. Kein Hinweis auf §3 (2a) seitens der Polizei. Der zweite Verkehrsteilnehmer bleibt komplett anonym.

    LPI-J: Übersehen und kollidiert
    Jena (ots) - Eine 52-Jährige Radfahrerin kam am Donnerstag aufgrund eines Zusammenstoßes mit einem Pkw zu Fall und verletzte sich leicht. Ein 49-Jähriger…
    www.presseportal.de

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    LPI-J: Vorfahrt missachtet
    Jena (ots) - In den Morgenstunden des Montages kam es in der Hermann-Pistor-Straße in Jena zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Fahrradfahrer.…
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    Die Fotos sind jeweils aus Perspektive der Autofahrer.

    "Geisterradler" ist ein Ausdruck, der abgeleitet ist von "Geisterfahrer". Geisterfahrer wiederum sind Autofahrer, die die Autobahn in die falsche Fahrtrichtung benutzen. Das ist vom Gefahrenpotenzial so viel höher als das Fahren auf einem Radweg entgegengesetzt der auf der Fahrbahn üblichen Fahrtrichtung, dass ich den Begriff für völlig ungeeignet halte in der Diskussion über eine gute Radverkehrsinfrastruktur.

    An der Vokabel "Geisterradler" mag man sich stören, aber dass das Fahren auf einem Radweg entgegengesetzt der auf der Fahrbahn üblichen Fahrtrichtung wesentlich unfallträchtiger ist (sowohl absolut als auch umso mehr pro gefahrene km) als Radfahren auf der Fahrbahn oder im rechten Seitenraum müsste vielen Verkehrsteilnehmern, die sich wenig Gedanken um eine sicherheitsorientierte Flächenwahl machen, erst einmal vermittelt werden. Um das in die Köpfe zu bekommen, bevor sie auf einer Windschutzscheibe oder dem Asphalt aufschlagen, ist der Begriff "Geisterradler" durchaus geeignet.

    Meiner Tochter habe ich das Linksfahren nicht verboten, das wäre auch zwecklos, habe ihr aber eingeschärft "Wenn du schon links fährst, dann musst du doppelt so vorsichtig sein wie rechts ..." Und unsere/ihre Erfahrungen haben meinen Rat bereits mehrfach bestätigt.