Angenommen, wir würden redlicherweise den Anteil des im Ausland indirekt für unseren Konsum emittierten CO2 auf den deutschen Anteil der Welt-Emissionen anrechnen. Dann würde das trotzdem nicht das mindeste am Quasi-Nichteffekt einer minimalen Mobilitätsverlagerung von Deutschen auf die Weltemissionen ändern. Auch die Idee, man könnte durch weltweite Mobilitätsverlagerung aufs Fahrrad noch spürbar was retten, ist eine Illusion. 7 Milliarden Menschen haben nicht mal ein Auto, das sie fürs Fahrrad stehen lassen könnten.
Das hat aus meiner Sicht wenig mit redlichkeit zu tun. Wenn ich am Markststand für 20Euro 3kg Erdbeeren kaufe und mir dafür 10 Euro von meiner Frau leihe, ist die Feststellung, dass 3 Kilo Erdbeeren 10 Euro kosten falsch. Du hast hier eine Berechnung auf zwei Nachkommastellen angestrengt, deren Grundlage mit der Realität wenig zu tun hat. Du stellst ja selbst fest, dass offensichtlich der CO2 Auststoß nicht gleichmäßig verteilt ist. Es ist also logisch in den Gesellschaften mit Maßnahmen zu beginnen, die übermäß viel CO2 emittieren.
Recht gebe ich dir darin, dass die häufig auf den individuellen Konsum beschränkte Debatte die Big Player wie z.B. Militär und Industrie aus dem Fokus verliert.
In 10 Jahren werden die Klimaretter merken, dass nachhaltiges Wirtschaften keine Transferleistungen zahlt.
Nimm es mir nicht übel.
Wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden, gehen hier die Lichter aus.
Wenn wir den Mindestlohn einführen, kann sich niemand mehr den Friseur leisten.
Wenn wir das Rauchen in den Gaststätten verbieten, stirbt die Gastronomie.
Mit dem Teufel an der Wand bange machen, gildet nicht.
Bei der bestehenden Verteilung des Mehrwertes bestehen deutliche Kapazitäten, die zur Nutzung für das Gemeinwohl herangezogen werden könnten.
Das funktioniert nur leider nicht in einer Demokratie. Sie kriegen keine Mehrheit für Maßnahmen, von der der Großteil der Bevölkerung profitieren würde. (Volker Pispers)