Beiträge von Yeti

    ad 2) nicht zutreffend

    Dann muss ich mich geirrt haben. Das habe ich gerade auf der Facebook-Seite des ADFC Bundesverbades gelesen:

    Mit diesen Radwegen kann eigentlich nur die Fahrbahn gemeint sein, denn darauf treffen die Forderungen des ADFC in der Regel vollständig zu und die gibt es auch bereits überall.

    Ein Tempolimit-Schild kann ich nicht auf der Strecke finden. Allerdings ein "Achtung Wildwechsel" hier von der einen Seite:

    Wer in einer solch langen Kurve die Kontrolle über das Fahrzeug verliert, war nicht nur 3 km/h zu schnell. Bei solchen Deppen helfen auch keine niedrigeren Tempolimits, weil die sich ohnehin nicht an die Regeln halten. Da helfen nur häufigere Kontrollen, bei denen solche Leute auffällig werden und die Bereitschaft, die dann auch aus dem Verkehr zu ziehen.

    Und was soll diese ironische Anspielung auf den fiktiven ADFC-Sprecher bedeuten?

    Dass der fiktive ADFC-Sprecher etwas gefordert hätte, was in dem Fall auch nicht geholfen hätte, wenn es dort keinen "Radweg" gegeben hätte, verstehen Sie nicht?

    Stattdessen fordern auch reale ADFC-Sprecher regelmäßig mehr und schönere Separation, statt Tempolimits und deren besserer Überwachung.

    Puh, was für ein gruseliges Stück "Infrastruktur" in dem gesamten Bereich da. Eine Art Zwei-Richtungs-Radfahrstreifen innerorts...

    Das ist doch nicht ansatzweise zulässig. Ich lese hier, dass der Zweirichtungs-Unfug allenfalls auf baulich angelegten "Radwegen" infrage kommt. Die "sorgfältige Prüfung" scheint sich auch auf die Überlegung beschränkt zu haben, wie man möglichst *edit: effektiv effizient die doofen Radfahrer aus dem Weg schaffen kann.

    Zitat

    Auf baulich angelegten Radwegen kann nach sorgfältiger Prüfung die Benutzungspflicht auch für den Radverkehr in Gegenrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 oder ein Benutzungsrecht durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei" (1022-10) angeordnet werden.

    ...zu schmal für einen benutzungspflichtigen Zweirichtungsradweg, dann könnte er zu einem Fußweg mit Radfahrer frei heruntergestuft werden, was zu einer stark reduzierten Fahrgeschwindigkeit beitragen kann...

    Wird der Weg dadurch breiter, oder träumen Sie davon, dass die Leute mit ihren Pedelecs dann Schritttempo fahren?

    Hast jemand schon mal etwas in diese Richtung gehört oder gelesen oder selbst versucht handfest zu dokumentieren?

    Ich habe bereits überlegt, stichprobenartig zu zählen, wie viele Leute mir zu zweit auf einem E-Scooter begegnen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwa ein Drittel der Roller doppelt besetzt sind, in der Regel mit Jugendlichen.

    Ohnehin bin ich erstaunt, wie viele von diesen Dingern hier in Stade unterwegs sind. Hier gibt es keinen Verleih, sondern die sind alle privat beschafft. Ich frage mich auch, wie diese Leute vorher mobil waren. Die meisten sehen nicht so aus, als hätten sie jemals auf einem Fahrrad gesessen (subjektiver Eindruck :)). Wenn die aufgrund der Existenz der Roller erstmals an der frischen Luft sind, oder sich nicht mehr von Mama und Papa im Auto durch die Gegend kutschieren lassen, bin ich durchaus bereit, einige Unannehmlichkeiten mit diesen Dingern zu tolerieren. Trotzdem habe ich aber -vor allem als Fußgänger- schon einige wirklich brenzlige Situationen mit E-Scootern erlebt. Die sind halt deutlich schneller auf den Gehwegen unterwegs als der normale Gehwegradler.

    Ich bin auch gespannt, wann E-Scooter im Unfallatlas eine eigene Kategorie bekommen und nicht mehr unter "Sonstige" geführt werden.

    Hier findet man Anschauungsmaterial über die dortigen Zustände in bewegten Bildern (ab etwa 1:00)

    Danke für den Link. Ich habe aber nicht verstanden, welche Verstöße dort angeblich begangen werden. Gibt es ein Tempolimit, das von Rennradfahrern nicht eingehalten wird? Oder geht es nur um die hohe Zahl? Dann müsste man sich ja an jeder Hauptverkehrsstraße über Autos aufregen.

    Aber gut, über Rennradfahrer können sich schließlich alle schön aufregen: Autofahrer, weil Rennradfahrer zu langsam sind und Radfahrer, weil Rennradfahrer zu schnell sind. Am Ende ist die Quintessenz doch nur, dass sich alle über die aufregen, die was Anderes machen.

    Ich habe in dem Bericht allerdings keinen Rennradfahrer gehört, der sich über Andere beschwert hat.

    [Zeichen 267] gilt nur für die Fahrbahn.

    Dass man versucht, mit einem [Zeichen 254] auf das Ende eines (meist linksseitigen) Radweges hinzuweisen, habe ich auch schon öfter gesehen. Ist aber wie Alf sagt, Unsinn, weil es für die gesamte Straße gilt.

    Man braucht dafür auch kein neues Verkehrszeichen, weil es [Zeichen 237][Zusatzzeichen 1012-31] oder [Zeichen 239] bereits gibt. Würden die Leute die Verkehrsregeln kennen und wissen, dass Fahrräder im Regelfall auf der Fahrbahn und nur im Ausnahmefall auf einem rechtsseitigen Radweg fahren dürfen und im Ausnahmefall des Ausnahmefalls darauf fahren müssen, oder auch auf einem linksseitigen Radweg fahren dürfen,bräuchte man das ohnehin alles nicht.

    Sowas ist im Übrigen genauso falsch: https://maps.app.goo.gl/FZg4PaFsCcVcerGUA

    [Zeichen 244] bedeutet ohne Zusatzzeichen bereits, dass man mit dem Kraftfahrzeug dort nicht fahren darf. Dafür braucht man nicht noch zusätzlich ein [Zeichen 260].

    Gemeint war in dem Fall wohl auch gar nicht [Zeichen 260], sondern [Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10], weil es sich bei der Fahrradstraße für den Kfz-Anliegerverkehr um eine Einbahnstraße handelt. Die Einbahnstraße braucht dann eben auch in einer Fahrradstraße [Zeichen 220-20][Zusazzeichen 1000-32]

    Auch wenn's komisch aussieht, wäre daher wohl [Zeichen 244][Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10] die richtige Kombi, weil das [Zeichen 244] alleine zwar auch die Einfahrt mit dem Kfz verbietet, aber auch bedeutet, dass es dort gar keinen Kfz-Verkehr gibt, was in dem Fall nicht zutrifft.

    Der Punkt ist, dass die Polemik das so erscheinen lässt, als ob ja eigentlich auch gar nicht der Wüterich schuld an seiner Wut ist. Sondern entweder der unbotmäßige Radfahrer, oder aber jedenfalls die Exekutive, die keine friedenstiftende Infrastruktur auf die Kette kriegt

    Das alles lese ich da nicht. Aber egal, genug damit.

    Er weicht dahin aus, obwohl es vorgeschrieben ist, in der Baustelle den schmalen Randweg zu benutzen. Weißt du, dass das vorher nicht benutzungspflichtig war? Oder ist jetzt schon der Vorwurf, dass er auf benutzungspflichtigen Radwegen fährt?

    Die Floskel "sicherer Radweg" kommt in der Polemik nicht wortwörtlich vor. Indirekt steht sie bzw. ihre unvermeidliche implizite Antithese "gefährliche Fahrbahn" natürlich schon unübersehbar wie ein Wolkenkratzer im Hintergrund:

    Autofahrer = Raubtier, Löwe, rollende Wüteriche

    Fahrbahn = den Autos vorbehaltener Raubtierkäfig, Schauplatz einer angeblichen verkehrstechnischen "Evolution" (Survival of the Strongest?)

    Ich lese da mehrfach von der Benachteiligung, die sich durch die Separation ergibt (Konflikte mit Fußgängern, Abbiegekonflikte). Der Autor schreibt, dass er dann lieber auf die Fahrbahn ausweicht. Würde er wohl nicht machen, wenn seine Intention das wäre, was du darin siehst. Dass man in solchen Situationen den Aggressionen der Wüteriche hinterm Steuer ausgesetzt sein kann, bezweifelt hier wohl niemand.

    Außerdem lese ich, dass die Auto-Wüteriche, die glauben, die Fahrbahn sei ihre ganz private Exklusivfläche, eben gerade nicht im Recht sind.

    Damit hebt sich der Artikel von dem üblichen ADFC-Selbstmitleidsgeheule ab, dass man ohne separierte Infrastruktur auf dem Fahrrad dem sicheren Tod geweiht ist. Daher sehe ich als Quintessenz nicht die übliche Forderung nach mehr oder "besserer" Separation, sondern nach mehr Akzeptanz und Gelassenheit. Das Gegenteil von Radikalisierung.

    Da werden die Menschen nach Antriebsprinzip in angebliche soziologische Schubladen gesteckt und damit dazu animiert, sich mit ihrer jeweilig zugewiesenen Gruppe zu solidarisieren.

    Kann ich in dem Artikel nicht erkennen, dass Autofahrer animiert werden, sich mit aggressiven Autofahrern zu solidarisieren oder dass der Artikel Gewalt gegen Radfahrer legitimiert, im Gegenteil.

    Stellst du denn grundsätzlich infrage, dass es das in dem Artikel beschriebene Verhalten gibt oder möchtest du nur, dass darüber nicht geschrieben wird?

    Immer wieder auf die Vorteile der Fahrbahn-Nutzung durch den Fahrradverkehr hinzuweisen ist okay, aber das schließt für mich nicht aus, dass ich auch Radwegebau okay finde.

    Das klingt beim ADFC anders und daher bin ich dort ausgetreten. Was ich an den ADFC-Kampagnen besonders perfide finde, ist die Tatsache, dass der Verband mit Falschbehauptungen argumentiert. Nicht nur, dass nicht unterschieden wird zwischen gefühlter Sicherheit und dem objektiven Unfallrisiko, das sich in sinkenden Unfallzahlen messen lässt, sondern der ADFC behauptet auch immer wieder, dass eine fahrradfeindliche Verkehrsplanung durch die StVO vorgeschrieben würde. Damit liefert der ADFC den ganzen unfähigen und unwilligen Behörden die Ausrede frei Haus. Fakt ist vielmehr, dass sich Behörden nicht an die bereits existierenden Regeln halten und dadurch erst Gefahren geschaffen werden.

    Hier ein paar Kostproben von völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen, durch die der Eindruck erweckt werden soll, dass

    1. nur Radwege das Radfahren sicherer machen und schlechte Radwege für die Zunahme an Alleinunfällen verantwortlich seien

    2. Erst Unfälle passieren mussten, damit man Radwege bauen darf

    3. Die Flüssigkeit des Kfz-Verkehrs über der Verkehrssicherheit stünde

    4. Radfahren immer gefährlicher wird