Beiträge von Yeti

    sondern darum, dass Radwege in einem sicheren Zustand sind

    Wäre es so gemeint, wie Sie behaupten, dann hätte der ADFC geschrieben, dass die meisten Radwege abgeschafft gehören, weil sie meistens in einem desolaten Zustand sind und ohnehin keinen Beitrag zu einer höheren Sicherheit leisten.

    Der ADFC hätte ja auch schreiben können: Wenn schon "Radwege" vorhanden sind, dann sollten sie wenigstens auch die genannten Kriterien erfüllen, die auf der Fahrbahn selbstverständlich sind. Hat man aber nicht gemacht. Auch sonst lese ich beim ADFC nicht, dass man natürlich sicher und komfortabel auf der Fahrbahn Radfahren kann, sondern nur, dass mehr "Radwege" gebaut werden sollen. Auf denen ist es dann zwar weniger sicher und meistens auch weniger komfortabel, aber es fühlt sich wenigstens so schön flauschig an.

    Fahrrad-frei flanieren kann er doch auf der A4. Ich schätze ihn so ein, dass er ohnehin lieber in seinem Auto flaniert als zu Fuß.

    Aber die Idee hat was. Vielleicht sollte man wirklich mal testweise einen verkaufsoffenen Sonntag organisieren, bei dem die Fußgängerzone für Autos freigegeben wird. Ich habe die naive Hoffnung, dass die Leute dann merken, wie shize das ist.

    Der ADFC Bundesverband (um den geht es mir) schreibt:

    Zitat

    Damit Radfahren für alle sicher und komfortabel ist, brauchen wir überall Radwege, die...

    Das heißt im Umkehrschluss, dass Radfahren dort, wo es keinen "Radweg" gibt, nicht für alle sicher und nicht komfortabel ist. Da dort explizit "überall" steht, meint der ADFC Bundesverband alle Straßen (also auch Fahrradstraßen, T30 Zonen).

    An keiner Stelle finde ich beim ADFC, dass das Radfahren auf der Fahrbahn oftmals die bessere Wahl ist, weil die Forderungen dort schon alle erfüllt sind. Sondern da lese ich nur, dass das total gefährlich ist, weil man ständig zu eng überholt wird. Man fokussiert sich auf Probleme, anstatt auf die Vorteile zu verweisen und wenn es um Sicherheit geht, dann ausschließlich um gefühlte (vermeintliche) Sicherheit.

    Mit der ADFC-Strategie schürt man Ängste und hält Leute davon ab, Fahrrad zu fahren. Würden die Forderungen des ADFC umgesetzt, wäre Radfahren tatsächlich gefährlicher. Das ist ein Radfahr-Verhinderungs-Verband, dessen primäre Zielgruppe inzwischen wohl Gelegenheitsradfahrer sind, die mit dem Auto in den Wald fahren, um dort eine Radtour zu machen. Meine Interessen sehe ich da allerdings nicht vertreten. Stattdessen werden Unwahrheiten über die StVO verbreitet, nach der angeblich die Flüssigkeit des Autoverkehrs Priorität über die Verkehrssicherheit hätte. Außerdem fehlt dem ADFC "ein klares Bekenntnis zur Vision Zero".

    Das ist der erste Satz in der VwV-StVO:

    Zitat

    Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt und lenkt den öffentlichen Verkehr. Oberstes Ziel ist dabei die Verkehrssicherheit. Hierbei ist die „Vision Zero“ (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen.

    Wie klar soll denn das Bekenntnis noch sein? Der ADFC akzeptiert einfach nicht, dass das, was der Verkehrssicherheit dient, nicht in sein Konzept passt, überall Radwege zu bauen.

    Ich weiß, dass es vor Ort auch engagierte Leute im ADFC gibt. Meinen gesparten Mitgliedsbeitrag werde ich künftig dem ADFC KV Harburg für die Fahrradschule spenden. Die bringen Leuten, die es noch nicht können, das Radfahren bei. Außerdem setzen die sich dafür ein, dass sich der Landkreis Harburg endlich mal an die Regeln hält.

    ad 2) nicht zutreffend

    Dann muss ich mich geirrt haben. Das habe ich gerade auf der Facebook-Seite des ADFC Bundesverbades gelesen:

    Mit diesen Radwegen kann eigentlich nur die Fahrbahn gemeint sein, denn darauf treffen die Forderungen des ADFC in der Regel vollständig zu und die gibt es auch bereits überall.

    Ein Tempolimit-Schild kann ich nicht auf der Strecke finden. Allerdings ein "Achtung Wildwechsel" hier von der einen Seite:

    Wer in einer solch langen Kurve die Kontrolle über das Fahrzeug verliert, war nicht nur 3 km/h zu schnell. Bei solchen Deppen helfen auch keine niedrigeren Tempolimits, weil die sich ohnehin nicht an die Regeln halten. Da helfen nur häufigere Kontrollen, bei denen solche Leute auffällig werden und die Bereitschaft, die dann auch aus dem Verkehr zu ziehen.

    Und was soll diese ironische Anspielung auf den fiktiven ADFC-Sprecher bedeuten?

    Dass der fiktive ADFC-Sprecher etwas gefordert hätte, was in dem Fall auch nicht geholfen hätte, wenn es dort keinen "Radweg" gegeben hätte, verstehen Sie nicht?

    Stattdessen fordern auch reale ADFC-Sprecher regelmäßig mehr und schönere Separation, statt Tempolimits und deren besserer Überwachung.

    Puh, was für ein gruseliges Stück "Infrastruktur" in dem gesamten Bereich da. Eine Art Zwei-Richtungs-Radfahrstreifen innerorts...

    Das ist doch nicht ansatzweise zulässig. Ich lese hier, dass der Zweirichtungs-Unfug allenfalls auf baulich angelegten "Radwegen" infrage kommt. Die "sorgfältige Prüfung" scheint sich auch auf die Überlegung beschränkt zu haben, wie man möglichst *edit: effektiv effizient die doofen Radfahrer aus dem Weg schaffen kann.

    Zitat

    Auf baulich angelegten Radwegen kann nach sorgfältiger Prüfung die Benutzungspflicht auch für den Radverkehr in Gegenrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 oder ein Benutzungsrecht durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei" (1022-10) angeordnet werden.

    ...zu schmal für einen benutzungspflichtigen Zweirichtungsradweg, dann könnte er zu einem Fußweg mit Radfahrer frei heruntergestuft werden, was zu einer stark reduzierten Fahrgeschwindigkeit beitragen kann...

    Wird der Weg dadurch breiter, oder träumen Sie davon, dass die Leute mit ihren Pedelecs dann Schritttempo fahren?

    Hast jemand schon mal etwas in diese Richtung gehört oder gelesen oder selbst versucht handfest zu dokumentieren?

    Ich habe bereits überlegt, stichprobenartig zu zählen, wie viele Leute mir zu zweit auf einem E-Scooter begegnen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwa ein Drittel der Roller doppelt besetzt sind, in der Regel mit Jugendlichen.

    Ohnehin bin ich erstaunt, wie viele von diesen Dingern hier in Stade unterwegs sind. Hier gibt es keinen Verleih, sondern die sind alle privat beschafft. Ich frage mich auch, wie diese Leute vorher mobil waren. Die meisten sehen nicht so aus, als hätten sie jemals auf einem Fahrrad gesessen (subjektiver Eindruck :)). Wenn die aufgrund der Existenz der Roller erstmals an der frischen Luft sind, oder sich nicht mehr von Mama und Papa im Auto durch die Gegend kutschieren lassen, bin ich durchaus bereit, einige Unannehmlichkeiten mit diesen Dingern zu tolerieren. Trotzdem habe ich aber -vor allem als Fußgänger- schon einige wirklich brenzlige Situationen mit E-Scootern erlebt. Die sind halt deutlich schneller auf den Gehwegen unterwegs als der normale Gehwegradler.

    Ich bin auch gespannt, wann E-Scooter im Unfallatlas eine eigene Kategorie bekommen und nicht mehr unter "Sonstige" geführt werden.

    Hier findet man Anschauungsmaterial über die dortigen Zustände in bewegten Bildern (ab etwa 1:00)

    Danke für den Link. Ich habe aber nicht verstanden, welche Verstöße dort angeblich begangen werden. Gibt es ein Tempolimit, das von Rennradfahrern nicht eingehalten wird? Oder geht es nur um die hohe Zahl? Dann müsste man sich ja an jeder Hauptverkehrsstraße über Autos aufregen.

    Aber gut, über Rennradfahrer können sich schließlich alle schön aufregen: Autofahrer, weil Rennradfahrer zu langsam sind und Radfahrer, weil Rennradfahrer zu schnell sind. Am Ende ist die Quintessenz doch nur, dass sich alle über die aufregen, die was Anderes machen.

    Ich habe in dem Bericht allerdings keinen Rennradfahrer gehört, der sich über Andere beschwert hat.

    [Zeichen 267] gilt nur für die Fahrbahn.

    Dass man versucht, mit einem [Zeichen 254] auf das Ende eines (meist linksseitigen) Radweges hinzuweisen, habe ich auch schon öfter gesehen. Ist aber wie Alf sagt, Unsinn, weil es für die gesamte Straße gilt.

    Man braucht dafür auch kein neues Verkehrszeichen, weil es [Zeichen 237][Zusatzzeichen 1012-31] oder [Zeichen 239] bereits gibt. Würden die Leute die Verkehrsregeln kennen und wissen, dass Fahrräder im Regelfall auf der Fahrbahn und nur im Ausnahmefall auf einem rechtsseitigen Radweg fahren dürfen und im Ausnahmefall des Ausnahmefalls darauf fahren müssen, oder auch auf einem linksseitigen Radweg fahren dürfen,bräuchte man das ohnehin alles nicht.

    Sowas ist im Übrigen genauso falsch: https://maps.app.goo.gl/FZg4PaFsCcVcerGUA

    [Zeichen 244] bedeutet ohne Zusatzzeichen bereits, dass man mit dem Kraftfahrzeug dort nicht fahren darf. Dafür braucht man nicht noch zusätzlich ein [Zeichen 260].

    Gemeint war in dem Fall wohl auch gar nicht [Zeichen 260], sondern [Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10], weil es sich bei der Fahrradstraße für den Kfz-Anliegerverkehr um eine Einbahnstraße handelt. Die Einbahnstraße braucht dann eben auch in einer Fahrradstraße [Zeichen 220-20][Zusazzeichen 1000-32]

    Auch wenn's komisch aussieht, wäre daher wohl [Zeichen 244][Zeichen 267][Zusatzzeichen 1022-10] die richtige Kombi, weil das [Zeichen 244] alleine zwar auch die Einfahrt mit dem Kfz verbietet, aber auch bedeutet, dass es dort gar keinen Kfz-Verkehr gibt, was in dem Fall nicht zutrifft.

    Der Punkt ist, dass die Polemik das so erscheinen lässt, als ob ja eigentlich auch gar nicht der Wüterich schuld an seiner Wut ist. Sondern entweder der unbotmäßige Radfahrer, oder aber jedenfalls die Exekutive, die keine friedenstiftende Infrastruktur auf die Kette kriegt

    Das alles lese ich da nicht. Aber egal, genug damit.

    Er weicht dahin aus, obwohl es vorgeschrieben ist, in der Baustelle den schmalen Randweg zu benutzen. Weißt du, dass das vorher nicht benutzungspflichtig war? Oder ist jetzt schon der Vorwurf, dass er auf benutzungspflichtigen Radwegen fährt?

    Die Floskel "sicherer Radweg" kommt in der Polemik nicht wortwörtlich vor. Indirekt steht sie bzw. ihre unvermeidliche implizite Antithese "gefährliche Fahrbahn" natürlich schon unübersehbar wie ein Wolkenkratzer im Hintergrund:

    Autofahrer = Raubtier, Löwe, rollende Wüteriche

    Fahrbahn = den Autos vorbehaltener Raubtierkäfig, Schauplatz einer angeblichen verkehrstechnischen "Evolution" (Survival of the Strongest?)

    Ich lese da mehrfach von der Benachteiligung, die sich durch die Separation ergibt (Konflikte mit Fußgängern, Abbiegekonflikte). Der Autor schreibt, dass er dann lieber auf die Fahrbahn ausweicht. Würde er wohl nicht machen, wenn seine Intention das wäre, was du darin siehst. Dass man in solchen Situationen den Aggressionen der Wüteriche hinterm Steuer ausgesetzt sein kann, bezweifelt hier wohl niemand.

    Außerdem lese ich, dass die Auto-Wüteriche, die glauben, die Fahrbahn sei ihre ganz private Exklusivfläche, eben gerade nicht im Recht sind.

    Damit hebt sich der Artikel von dem üblichen ADFC-Selbstmitleidsgeheule ab, dass man ohne separierte Infrastruktur auf dem Fahrrad dem sicheren Tod geweiht ist. Daher sehe ich als Quintessenz nicht die übliche Forderung nach mehr oder "besserer" Separation, sondern nach mehr Akzeptanz und Gelassenheit. Das Gegenteil von Radikalisierung.