Beiträge von Yeti

    Jetzt haben sie hier verboten, an die Elbe zu fahren :(

    https://www.landkreis-stade.de/portal/bekannt…ubrik=901000001

    Seit ich im Homeoffice bin und nicht mehr täglich zur Arbeit fahre, bin ich jeden Tag einmal mit dem Fahrrad ans Wasser gefahren. Immer alleine, immer mit Abstand zu anderen. An Wochentagen war nie viel los. Nur am letzten Sonntag stand in Stadersand alles voller Autos. Die meisten sind im Auto sitzen geblieben und wollten vermutlich auch nur mal auf den Fluss schauen. Ich habe keine Menschenansammlungen gesehen, keine Gruppen, die beieinander standen. Selbst die Auto-Tuning-Prolls waren am Sonntag nicht mehr da.

    Der Strand in Bassenfleth ist bei Hochwasser immer noch 50m breit, bei Niedrigwasser 150m. Da kann man ausreichenden Abstand zu anderen halten, wenn man da spazieren geht. Das halte ich in der Tat für überzogen.

    Wenn sie beim Landkreis Stade solche Angst haben, dass sich die Leute zu nahe kommen, dann sollen sie endlich mal damit aufhören, an solche Kackwege in beiden Fahrtrichtungen [Zeichen 240] aufzustellen :cursing:

    Wenn du von Kiel aus innerhalb von S-H mit dem Fahrrad eine Tagestour unternimmst, ist das aus meiner SIcht im Rahmen der ganzen Verfügungen völlig unproblematisch. Die Frage ist, ob man derzeit überhaupt eine ganztägige Tour machen will, oder ob es nicht ohnehin nur um 2-3 Stunden geht. Ich bin heute 62km gefahren und war dabei nie weiter als 15km von zuhause weg.

    Es ist nunmal ein Dilemma, weil das, was auf der einen Seite hilft, auf der anderen Seite schadet. Daher ist es nicht zynisch, dass man abwägen muss. Aber natürlich ist das auch keine leichte Entscheidung, zumal man nicht im Voraus genau weiß, welchen Nutzen oder Schaden die Maßnahmen bringen.

    Derzeit steht Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch ganz gut da, was die Quote der tödlichen Krankheitsverläufe angeht. Das liegt zum Einen daran, dass in Deutschland viel getestet wurde und daher die Dunkelziffer der Infizierten nicht ganz so groß ist wie in anderen Ländern. Zum Anderen liegt es daran, dass unser Gesundheitssystem bisher noch nicht an seine Grenzen gekommen ist. Das ist der Punkt, den man unbedingt vermeiden muss, weil wir sonst die selbe Katastrophe erleben werden wie in Italien.

    Auf der anderen Seite muss auch klar sein, dass die Pandemie erst überstanden ist, wenn ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung immun geworden ist und die "Herdenimmunität" einer unkontrollierten Verbreitung des Virus entgegen wirkt. Solange es keinen Impfstoff gibt, bedeutet das, dass sich noch viele Menschen infizieren werden. Es gibt ja Ansätze, dass man Antikörper aus Plasmaspenden von Leuten gewinnt, die die Krankheit bereits überstanden haben und diese Antikörper zur Behandlung schwer erkrankter Patienten einsetzt.

    Mal 'ne doofe Frage: Kann man nicht die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus für notwendig halten, aber sich dennoch Sorgen machen dürfen, was diese Maßnahmen langfristig für Folgen haben könnten? Ich halte bei aller persönlichen Betroffenheit die "Whatever-it-takes"-SIchtweise für nicht unproblematisch.

    Nach der Italienischen Betrachtung versterben 9,5% der identifizierten Erkrankten. Diese Statistik ist sicher mit einigen Problemen behaftet (nicht ausreichende Tests ganz vorne), dennoch darf es in einer halbwegs zivilisierten Gesellschaft meiner Ansicht nach nicht akzeptabel sein Menschenleben in dieser Größenordnung zu riskieren

    Das war kürzlich ein Thema im Podcast mit Christian Drosten . Wer das nicht kennt https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

    Die Sterblichkeitsrate hängt natürlich entscheidend davon ab, welche Zahlen man ins Verhältnis setzt. In Deutschland sind auch Verdachtsfälle getestet worden und damit wurden auch Fälle erfasst, bei denen eine Infektion keine Symptome oder aber einen milden Verlauf der Krankheit ausgelöst hat. In Italien gibt es dafür längst keine Kapazitäten mehr und als gesicherte Positiv-Fälle können fast nur noch die gezählt werden, die in den Krankenhäusern zur Behandlung aufgenommen werden. Dass unter denjenigen mit einem schweren oder sehr schweren Verlauf die Sterblichkeitsrate höher ist, liegt auf der Hand. Und natürlich erst recht, wenn die Kapazitätsgrenzen der Krankenhäuser überschritten sind und nicht mehr jeder eine medizinische Behandlung bekommt, der sie braucht.

    Damit möchte ich aber keinesfalls der Aussage widersprechen, dass die Zahl der Opfer wie in Italien nicht einfach hingenommen werden kann. Der Vize-Gouverneur von Texas sieht das ganz anders: https://www.spiegel.de/panorama/coron…61-ecb8af0f402d

    Ob ich die Polizei damit beeindrucke, weiß ich nicht. Mir würde es reichen, wenn sich die Verfasserin der Pressemeldung selbst in einem stillen Moment kurz die Frage stellt, ob sie da vielleicht dummes Zeug geschrieben hat.

    Die Polizeidirektion Lüneburg macht in der Presseerklärung zur Verkehrsunfallstatistik 2019 Helmwerbung. Das hat bei mir einige Fragen aufgeworfen.

    Bei uns sind ab morgen alle Restaurants geschlossen. Erlaubt bleiben Lieferdienste und der Außer-Haus-Verkauf, aber die Speisen dürfen nicht im Umkreis von 50m um den Betrieb verzehrt werden. Damit möchte man wohl verhindern, dass die Leute vor der Dönerbude wieder in Gruppen stehen.

    Die Restaurants in unserer Straße versuchen sich gerade damit zu retten, dass sie Gerichte zum Mitnehmen anbieten. Allerdings dürfen wir bei denen nichts bestellen, weil wir weniger als 50m entfernt wohnen. Wir müssen dann das Angebot eines weiter entfernten Anbieters nutzen. Der Pizzabringdienst vom anderen Ende der Stadt darf auch noch kommen. Oder wir müssen uns mindestens 50m entfernt auf eine Parkbank setzen und dürfen dann dort essen.

    Das passiert, wenn man in der Allgemeinverfügung die Worte "im Freien" vergisst.

    Zitat

    3. Der Verzehr ist innerhalb eines Umkreises von 50 Metern zu diesen Betrieben unzulässig.

    https://www.landkreis-stade.de/portal/bekannt…4478-20350.html

    *edit: Damit es keine Missverständnisse gibt: Wir kochen selbst und essen zuhause. Trotzdem haben wir überlegt, ob wir unseren Nachbarn helfen können, indem wir dort mal etwas bestellen und mitnehmen.

    Ich dachte, der :) zeigte, dass diese Aussage nicht so ernst gemeint war. Natürlich wollte ich nicht behaupten, dass jemand, der niest, nicht mit dem Corona-Virus infiziert ist oder nicht infiziert sein kann.