Es reicht ja nicht, dass wir nur unseren heutigen Strombedarf irgendwann ohne fossile Energie decken. Wir müssen darüber hinaus auch noch alles, was derzeit an Öl, Kohle und Gas im industriellen Prozess direkt und ohne den Umweg Strom verbraten wird, irgendwie ersetzen (Kalkproduktion für Zement, Stahlkochen etc.).
Ja, selbstverständlich. Neben der Industrie auch den gesamten Verkehrssektor und die Gebäudeheizung. Und daher habe ich auch geschrieben, dass es nicht ausreicht, die installierte Leistung an Solar- und Windenergie zu verdoppeln, um nur den bisherigen Strombedarf komplett daraus zu decken, sondern wir müssen die Kapazitäten in den nächsten 30 Jahren versechsfachen. Insbesondere bei der Solarenergie ist noch reichlich Luft nach oben und bei der Windenergie müssen wir künstliche Hindernisse bei der Standortfindung abbauen. Mir ist es unverständlich, warum Windräder einen größeren Abstand zu Wohngebieten einhalten müssen als Kohlekraftwerke. Vermutlich, weil weniger Menschen die Arxxxkarte gezogen haben, neben einem Kohlekraftwerk zu wohnen und weil es bei Windrädern mehr Menschen betreffen würde. Nach dem St. Floriansprinzip: Heiliger St. Florian, verschon' mein Haus, zünd' andere an. Hauptsache, der Strom kommt aus der Steckdose, nach mir die Sintflut.
Ich bin -ehrlich gesagt- auch sehr skeptisch, ob die Menschheit weltweit rechtzeitig die Kurve kriegt und die Katastrophe abwenden kann. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es dafür Vorreiter braucht, dass Deutschland Vorreiter sein könnte und dass Deutschland davon einen erheblichen Vorteil hätte, Vorreiter zu sein. Es liegt nicht am Fehlen technischer Lösungen, sondern an der mangelnden Bereitschaft, Dinge zu verändern. Diejenigen, die davon profitieren, dass alles weiter geht wie bisher, haben nunmal mehr Macht als diejenigen, die künftig von einer Veränderung profitieren würden.