Wurde die Gefahr nicht zuerst dadurch geschaffen, dass man den Straßenraum nicht gleich ganz anders aufgeteilt hat?
Wurde die Gefahr nicht auch dadurch geschaffen, dass man überhaupt den Straßenraum aufgeteilt hat?
Man stelle sich die Situation mit einem einzigen breiten Fahrstreifen vor, auf dem im Normalfall Radfahrer mit ausreichendem Abstand überholt werden können, selbst dann, wenn diese ebenfalls ausreichenden Abstand nach rechts zu parkenden Fahrzeugen halten. Also die selbe Breite wie mit Radfahrstreifen, aber ohne durchgezogenen Breitstrich.
Als Radfahrer würde man dann an einem Hindernis nicht mehr den Straßenteil wechseln und vom benutzungspflichtigen Radfahrstreifen auf die Fahrbahn einfahren (ohne Vorrang wegen §10), weil man schon auf der Fahrbahn ist. Bei einem einzigen breiten Fahrstreifen würde man auch nicht die Fahrspur wechseln. In dem Moment, wo man anzeigt, dass man sich wegen eines Hindernisses zur Mitte des Fahrstreifens einordnet, besteht für Fahrzeuge, die sich von hinten nähern, Überholverbot.
Es kursieren ja Bilder von Lieferdiensten, die auf dem rechten Fahrstreifen links neben einem Radfahrstreifen halten. Und dann feiert die Fahrradblase, wie vorbildlich das sei, weil endlich mal einer ihr Revier freigehalten hat. Ganz ehrlich: Ich würde dann mit dem Rad lieber links an dem Fahrzeug vorbei fahren, als durch die Lücke.
Aber die meisten Radfahrer wollen ja immer ihren eigenen Platz, ganz exklusiv, möglichst noch mit Bordsteinkante oder Poller. Und immer, wenn dieser exklusive Platz blockiert ist, oder wenn der exklusive Verkehrsweg einen anderen Verkehrsweg kreuzt, gibt es Probleme. Der exklusive Platz für den Radverkehr impliziert nämlich auch, dass Radfahrer auf allen anderen Flächen nichts zu suchen haben.
*edit: Welche dieser drei Situation wäre für Radfahrer am sichersten?
