Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er, seitdem er zehn geworden ist, Gehwege ohne Freigabe nicht mit dem Rad befahren darf.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er mit einer sehr großen Anzahl von groß beworbenen Mountainbikes nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen darf, weil deren Ausstattung nicht den Vorgaben der StVZO entspricht.
Mein 13-jähriger Sohn kennt den Unterschied zwischen Straße und Fahrbahn und bringt damit meine Frau zur Weißglut.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass ohne Beschilderung und Ampel rechts vor links gilt, auch für Radfahrer.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er als Parallelverkehr zu Abbiegern "eigentlich" Vorrang hat.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er linksseitige Radwege nicht benutzen darf, wenn diese hierzu nicht freigeben sind oder hierzu verpflichten.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er zum rechten Fahrbahnrand mindestens einen Meter Abstand halten soll.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass er an Fußgängerüberwegen als querender Radfahrer KEIN Vorrang hat.
Mein 13-jähiger Sohn weiß, dass für ihn als Radfahrer die Signalgeber für Fußgänger nicht relevant sind.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, was ihm wohlmöglich aus Seiten der Gesellschaft blüht, wenn er Geh- und Radwegparker konsequent zur Anzeige bringt.
Mein 13-jähriger Sohn weiß, dass ... ... ... ...
Das ganze hat er sich nicht etwa im Rahmen eines Selbststudiums selbst angeeignet, weil er es so lustig findet. Vielmehr ist es meiner erzieherischen verkehrsrechtlichen Maßnahmen zu verdanken, dass er sich mit den Regeln im Straßenverkehr vor allem als Radverkehr besser auskennt als jeder andere in seiner Schulklasse inklusive der Lehrkräfte und sogar der Schulweghelfer. Mit der Weitergabe der Verkehrsregeln und der verkehrsrechtlichen Besonderheiten an die nächste Generation habe ich jedoch auch nicht erst begonnen, als er zwölf war, sondern bereits mit Schuleintritt. In einem solchen Alter werden solch vermittelten Inhalte noch ernst genommen und wesentlich besser verinnerlicht, als wenn man mit 22 Jahren vom Richter des Verkehrsgerichts die Punkte aufgezählt bekommt, die man sein Leben lang wohl anscheinend falsch gemacht hat. Leider beobachte ich, dass ich mit meiner Wissensweitergabe auf breiter Flur nahezu wohl der einzige bin. Jedenfalls muss ich einen solchen Eindruck bekommen, wenn ich mir das Verhalten vieler radfahrender Kinder, Jugendlicher und auch Erwachsener tagtäglich anschaue.