Der geballte Unverstand seitens der Straßenverkehrsbehörde geht in München munter weiter. An der bekannten Baustelle Landsberger Straße ist der Radweg, nachdem die Halteverbotsschilder ja erfreulicherweise vom Radweg entfernt wurden, nun komplett dicht:

Das weiter oben berichtete Entfernen der Halteverbotsschilder diente hier anscheinend nur der Ermöglichung anstehender Arbeiten auch auf dem Radweg und nicht etwa dem Radverkehr selbst. Traurig, traurig...

So, wie es aussieht, ist der benutzungspflichtige Radweg momentan also nicht nutzbar. Man könnte dies sogar noch rechtzeitig an der vorherigen Kreuzung erkennen und auf die Fahrbahn ausweichen, wenn man den Blick nach vorne schweifen lässt. Aber wie verhält sich der ahnungslose Radfahrer? Natürlich genau so, wie die StVB es von ihm erwartet und der Kraftfahrer es gerne von ihm hätte:

Für die Mehrheit unserer Gesellschaft wäre es sowieso begrüßenswert, wenn man Radfahren gleich ganz verbieten würde. Nicht nur hier, sondern pauschal überall. Anders kann man es einfach nicht deuten, wenn selbst hinter der Baustelle der Radweg mit Baken zugestellt wird:

Diese ganze Separierung kotzt mich einfach nur an. Wenn Radfahrer einfach nur die Fahrbahnen benutzen würden, gäbe es diesen ganzen Bockmist doch gar nicht erst. Die baulich bisher vorhandenen Radfurten könnte man dann ja ruhig belassen, weil man auf denen ja schön am Stau vorbeifahren kann. Aber einerseits dem Radfahrer vorzuschreiben, "Du musst HIER fahren!" und ihm dann andererseits eine lange Nase zu zeigen und zu sagen "NÖÖ, doch nicht!", das ist schon mehr als frech.
Aber wie man sieht, ist es im selben Maße gesellschaftlich akzeptiert wie z. B. Geisterradeln und Rotlicht ignorieren. Es schert sich einfach niemand darum. Und genau deswegen probiere ich es auch einmal aus. Ich packe morgen 40 Umzugskartons und stelle sie auf die Trambahngleise (für alle Nichtbayer: das ist die Straßenbahn.) Vielleicht weicht die dann ja auch über den Gehweg aus.