In diesem Artikel wird auf einen weiteren zum Thema Schrittgeschwindigkeit hingewiesen:
Wurde der schon verlinkt hier im Forum? Für die Lüdenscheider Stadtverwaltung ist alles „deutlich unter 20 km/h“ Schrittgeschwindigkeit. Für die Lüdenscheider Polizei ist alles, was zweistellig ist, zu viel.
Die Lüdenscheider Fahrradaktivistin, Christine Lehmann, sagt dazu: "Kein Radfahrer schafft es, auf 100 bis 500 Metern Gehweg-Strecke nicht schneller als 7 km/h zu fahren, schon 10 km/h sind extrem langsam. Bei 5 km/h fängt man an zu wackeln und macht Ausgleichsbewegungen mit dem Lenker. Auch wenn es technisch möglich ist, mit 7 bis 10 km/h zu radeln, so ist es völlig realitätsfern, dass das jemand auf einer Strecke von mehr als 50 Metern tut.“ Ihre Schlussfolgerung: „Kein Radfahrer fährt im Fußgängertempo, denn würde er das tun, bräuchte er die dreifache Zeit.“
In dem Artikel geht es darum, dass die Lüdenscheider Fußgängerzone in der Zeit zwischen 20:00 und 11:00 am nächsten Morgen für den Fahrradverkehr freigegeben wurde.
Ich stimme der Einschätzung der Fahrradaktivistin zu, dass kein Fahrradfahrer über eine längere Strecke (100 bis 500 m) eindeutig unter 7 km/h fährt. Ich stimme aber auch der Lüdenscheider Stadtverwaltung zu, die davon ausgeht, dass auch eine Geschwindigkeit von z. B. 15 km/h (das ist deutlich unter 20 km/h) für Fahrradfahrer*innen akzeptabel sei, wenn dabei zuverlässig ausgeschlossen ist, dass der Fußverkehr gefährdet wird.
Problematisch ist jedoch wenn die Verkehrsteilnehmer*innen die gebotene gegenseitige Rücksichtnahme vermissen lassen. Deshalb halte ich es auch für richtig, dass E-Roller-Fahrer*innen nicht in der Fußgängerzone fahren dürfen. Das Fahrzeug, so ist mein Eindruck, vermittelt den Nutzern des Gefühl, sie seinen eigentlich noch Fußgänger, die trickreich ihr Tempo gesteigert haben. Und das ohne jeden Kraftaufwand, außer dem geringen Daumendruck auf den Gashebel, der nicht dazu geeignet ist, das Tempo zu regulieren, sondern bei dem es kaum einen Spielraum gibt zwischen Stillstand und Vollgas. Außerdem habe ich den Eindruck gewonnen, dass E-Roller-Fahrer*innen sich für besonders geeignet halten und dazu herausgefordert fühlen, auch auf engstem Raum noch waghalsige Überholmannöver machen und dabei deutlich häufiger als Fahrradfahrerende den Fußverkehr gefährden.