Für deinen Fall gibt es Zahlen. Hier auf Seite 10 ( ). In den neuen Bundesländern gibt es deutlich weniger Unfälle pro 1000km als in allen anderen Bundesländern.
Das mit dem "Rasen und alles wird schlimmer" ist also so wohl nicht richtig.
Meine These lautete, dass Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit nicht mit höheren Kosten verbunden sein müssen, sondern zu Kosteneinsparungen führen, wenn es denn die richtigen Maßnahmen sind, wie zum Beispiel ein Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit inklusive Geschwindigkeits-Überwachung und eine Beschränkung auf zwei Fahrbahnen auf der Autobahn. Das war - so meine Vermutung - gegeben bei den ehemaligen Transit-Autobahnstrecken von Westdeutschland nach Berlin, zu den Zeiten als es die DDR noch gab. Nein! Ich will nicht die DDR wiederhaben. Und Nein! in der DDR war nicht alles besser. Um mal gleich solche Sprüche schon im Vorfeld abzuwehren.
Es geht mir lediglich darum, ein Beispiel für eine Autobahn mit niedrigem Tempolimit, das überwacht wird, zu nennen. Vielleicht gibt es ja inzwischen auch entsprechend ausgebaute Bundesstraßen, auf denen eine Tempoüberwachung stattfindet. Das könnte auch als Beispiel dienen. Und meine Vermutung geht dahin, dass auf einer solchen Straße weniger Unfälle stattfinden, als auf dreispurigen Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Unfälle aber kosten Geld, das eingespart werden kann. Und es können dabei auch Gelder für teure PS-starke Wagen eingespart werden, oder Gelder bei den Krankenkassen etc.
Die ACE-Studie gibt dazu keine Auskunft. Zwei Hinweise aus der Studie aber sind interessant und gehen in die Richtung der von mir formulierten These:
"Häufigste Unfallursache auf deutschen Autobahnen ist eine der Verkehrssituation nicht angepasste Geschwindigkeit. Damit ist nicht zwangläufig die Übertretung einer Temporeduzierung gemeint. Auch auf Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung kann ein Tempo oberhalb der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h als unfallursächlich gewertet werden. Bei 39,7 Prozent aller Autobahnunfälle spielt zu schnelles Fahren eine ausschlaggebende Rolle." ( , Seite 3)
Und:
"Fahrer von schwächer motorisierten Pkw sind seltener Verursacher von schweren Verkehrsunfällen auf deutschen Autobahnen als Besitzer von leistungsstarken Personenwagen."
(ebenda, Seite 8 )
Das erhärtet meine These, dass ein "Abrüsten" bei PS-Leistung und Geschwindigkeit die Verkehrssicherheit steigert und dadurch weniger Unfälle geschehen, so dass nicht nur keine zusätzlichen Kosten verursacht werden, sondern sogar Kosten eingespart werden. (Schwächer motorisierte Fahrzeuge sind in der Regel preiswerter und es werden Unfallfolgenkosten eingespart.) Die Geschwindigkeitsüberwachung kostet freilich Geld, aber hier ist einerseits ein hoher Automatisierungsgrad möglich und andererseits werden die Ausgaben niedriger liegen als der Gewinn. Und zwar nicht der Geweinn in Form von Bußgeldern, das macht keinen Sinn, weil es ja bedeuten würde, dass immer noch viele Geschwindigkeitsübertetungen stattfänden. Vielmehr rechnet sich die Tempoüberwachung durch eingesparte volkswirtschaftliche Kosten. (s. o.)