Beiträge von Ullie

    Die Politik ruft auf zum "Diesel-Gipfel" und Dobrindt appelliert ganz und gar untypisch für seinen Schmusekurs mit der Autoindustrie an die "verdammte Verantwortung" der Hersteller:
    "Dobrindt sieht "verdammte Verantwortung"
    Stand: 30.07.2017 11:01 Uhr

    Wenige Tage vor dem Diesel-Gipfel hat Bundesverkehrsminister Dobrindt die Auto-Industrie aufgerufen, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Bundesumweltministerin Hendricks kündigte ein unbequemes Treffen an.
    In der Dieselkrise der deutschen Autoindustrie hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an die "verdammte Verantwortung" der Hersteller appelliert, "das Vertrauen wiederherzustellen und die begangenen Fehler zu beheben". Die Branche habe sich angesichts des Abgasskandals, millionenfacher Rückrufe und der jüngsten Berichte über ein mutmaßliches Kartell "in richtig schweres Fahrwasser" gebracht, sagte er der "Bild am Sonntag". Mittlerweile droht nach Einschätzung des Ministers auch ein Imageschadenschaden für deutsche Autos generell."

    Aber worin besteht denn nun diese "verdammte Verantwortung" der Automobilindustrie, die uns mit dreckigen Diesel die Luft zum Atmen nimmt?

    Alle Diesel PKW, die noch nicht mit einem SCR-Katalysator ausgestattet sind, müssten damit nachgerüstet werden. Die SCR-Technik basiert auf der Abgasreinigung mit Ammoniak, zu deutsch Harnstoff (Ad-blue).

    Und diejenigen Fahrzeuge, die bereits damit ausgestattet sind, müssten so modifiziert werden, dass genug Harnstoff für eine wirksame Abgasreinigung dem Motor zugeführt wird und der Autofahrer regelmäßig ausreichend Ad-blue nachtanken kann. Also größere Ad-blue Tanks und eineTankstelleninfrastruktur, die es nicht nur LKW-Fahrern sondern auch PKW-Fahrern ermöglicht, das Harnstoff-Wassergemisch (=Ad-blue) an der Zapfsäule zu tanken.

    Und - nein! Es reicht nicht aus, hin und wieder mal in den Ad-blue-Tank zu pissen!

    An der Stelle sei noch mal erinnert:
    Ammoniak hörte sich für die Autowerbestrategen zu sehr nach Misthaufen an.
    Harnstoff dagegen zu sehr nach "Pisse".
    Deshalb erfanden die Werbestrategen den Begriff Ad-blue.

    Für Diesel-Fahrzeuge die noch nicht mit der SCR-Technik ausgestattet sind, muss es ein komplettes Einfahrverbot in die Städte geben. Und es muss echte Tests geben, die sicher stellen, dass die Add-blue-Zufuhr nicht reduziert werden darf, um auf Kosten der Umwelt den Verbrauch zu schonen. Echte Test heißt unter realen Bedingungen und zusätzlich intensive Tests nach dem Zufallsprinzip mit einer Ausweitung der Tests bei auffälligen Fahrzeugtypen. Und das Auto muss stehen bleiben, wenn der Ad-Blue-Tank leer ist. Diese Technik ist allerdings meines Wissens bereits verbaut. In welchem Umfang dabei getrickst wurde, weiß ich allerdings nicht.

    Ganz anders, als die Werbe-und Verkaufsstrategen der Autoproduzenten das vermuten, gehe ich davon aus, dass sich die Fahrer von Diesel-PKW nicht sonderlich schwer tun werden damit, regelmäßig (bei ca. jeder fünften bis zehnten Tankfüllung) außer Dieselkraftstoff auch Harnstoff nachzutanken. Die allermeißten kriegen's ja auch geregelt, gelegentlich Scheibenwischwasser nachzufüllen.

    Wenn Baden-Würtembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) Recht behalten soll, dass auch der Diesel-PKW noch eine Zukunft hat, dann nur unter den oben genannten Mindestvoraussetzungen.

    Kommt bei dem "Diesel-Gipfel" weniger bei raus, dann heißt das, dass man uns in den Städten weiter systematisch vergiften wird mit NOx.

    Blue-motion ist eines der "Zauberwörter", mit dem VW seinen gesundheitsgefährdenden Betrug inszenierte:


    Die Verkehrsprobleme in den mit Autos vollgestopften Städten wird der Diesel-Gipfel freilich nicht lösen. Nicht lösen können. Es ist ja auch gar nicht das Thema der Veranstaltung. Es soll einmal mehr verschleiert werden, dass Autoverkehr und Mobilität für alle Menschen in den Städten nicht miteinander in Einklang zu bringen sind.

    Nur mal so ein Vergleich:
    mercedes-benz.de/content/germa…nicaldata/dimensions.html
    Fahrzeugbreite: 2,14 m
    Höhe: 1,80 m
    Länge: 4,82 m
    Das ist der Mercedes auf dem Foto, dass ich weiter oben schon mal gezeigt hatte.

    Und jetzt die Daten von Adenauers Dienstwagen:
    Fahrzeugbreite:1,86 m (fast 30 cm weniger breit)
    Höhe: 1620 mm (fast 20 cm weniger hoch)
    Länge:5190 mm (nur knapp 40 cm länger)

    Und was lernen wir daraus? Ginge es nach der Auto-Industrie dann sollten wir alle Bundeskanzler-Adenauer-mäßig Auto-fahren und noch ein bisschen mehr, was Breite und Höhe betrifft.

    DMHH: Danke für Info, dann steh ich jedenfalls nicht wie der Letzte, der nichts mitgekriegt hat vor den Dingern, wenn es mich mal zu solchen Fahrradständern hin verschlägt.

    Hier noch ein lustiges Fahrradständer-Modell in Form eines Fahrrades aus Hannover:

    Ein weiteres Beispiel dafür, dass Verkehrsflächen von den Autofahrern den Radfahrern brutal entrissen werden, kann man in Hannover in der Kurt-Schumacher-Straße sehen. Dort wurden vor rund einem Jahr die Seitenräume neu gestaltet und mit zahlreichen Fahrradbügeln ausgestattet. Das Bild zeigt im Vordergrund ein platt gefahrenes Rad, das sozusagen sein "Radleben" dafür opferte den Radbügel zu erhalten, an den es angelehnt war.

    Weiter hinten sieht man zwei Schlitze im Pflaster (orange eingekreist). Hier war ebenfalls ein Radbügel angebracht gewesen, der jedoch ein Opfer des Autoverkehrs und von der Stadtverwaltung bislang nicht ersetzt wurde. Wer sich in der Kurt-Schumacher-Straße umschaut, der wird weitere entsprechende Schlitze im Pflaster erkennen. Die Verwaltung hat es bislang anscheinend nicht für notwendig erachtet, die von Autofahrern zerstörten Radbügel zu ersetzen und leistet damit gewissermaßen gewissermaßen Beihilfe zum Verkehrsflächenraub des MIV.

    In der Regel beginnt der Plakatwahlkampf zwei Monate vor einer bevorstehenden Wahl. Dieser Tage startete der Wahlkampf mit Plakaten zur Bundestagswahl in Hannover. Und ich schätze mal zeitgleich auch in vielen anderen Städten und Kommunen der Bundesrepublik.
    Deshalb eröffne ich dieses Thema und hoffe auf viele Bilder auch aus anderen Teilen Deutschlands mit Bildern von Wahlkampfplakaten zur Bundestagswahl (sofern im Archiv vorhanden gerne auch von zurückliegenden Kommunalwahlen oder Landtagswahlen oder Europawahlen), die das Thema Radverkehr thematisieren oder in den Mittelpunkt stellen. Oder zumindest einen Bezug (notfalls auch einen indirekten Bezug) zum Thema Radverkehrspolitik haben.
    Ich finde es jedes mal wieder erschreckend, dass das Thema Radverkehrspolitik nach meiner Beobachtung eher selten zum Gegenstand eines Wahlplakates gemacht wird. Dabei könnte das den Radverkehr und die redverkehrspolitische Diskussion nach vorne bringen. Um mehr Informationen zu haben, was wo in Sachen radverkehrspolitische Themen bei der Werbung mit Wahlplakaten läuft und vielleicht auch, um Verteter von Parteien gezielt darauf ansprechen zu können, soll diese Sammlung dienen, zu der alle eingeladen sind etwas beizutragen!
    Leider habe ich in Hannover (noch) keine aktuellen Wahlplakate mit radverkehrspolitisch-relevanten Themen fotografieren können. Aber das Plakatieren hat ja auch erst am zurückliegenden Wochenende in der Nacht von Sonntag auf Montag begonnen. (Zwei Monate vor einer Wahl, diesmal also am 24. Juli, fällt in der Regel der Startschuss für's Plakatieren.)
    Darum habe ich mal im Archiv gestöbert, wo allerdings Fotos von Wahlplakaten mit radverkehrspolitisch-relevanten Themen auch nur spärlich vorhanden sind. Aber immerhin:
    In Anbetracht der aktuellen Diskussion um den Dieselabgaskandal - dieser Tage nochmal kräftig nachgewürzt durch die kartellrechtlich verbotenen Absprachen zum Einbau zu kleiner Harnstofftanks - erlangt dieses Plakat der Bundestagswahl 2013 ganz neue Bedeutung. Ich bin mal gespannt, ob es eine Partei gibt, die das Thema Abgasskandal auf ihren Wahlplakaten bei dieser Bundestagswahl thematisieren wird. Eine Vorlage dafür sei hiermit geliefert:

    Man muss allerdings zu diesem Plakat dazu sagen, dass es von einer "Splitterpartei" stammt, die sich dem klassischen Sowjetkommunismus nach wie vor sehr verpflichtet fühlt. Der wiederum hat umweltpolitisch nicht gerade geglänzt. Wer etwa die Luftqualität ostdeutscher Großstädte von etwa ca. 30 Jahren mal "erleben" durfte, wird das bestätigen.
    Hier das ganze Plakat:

    Bei der Durchsicht älterer Aufnahmen wurde ich vor allem bei Wahlkampfplakat-Aufnahmen der zurückliegenden Kommunalwahlen in Hannover im Herbst 2016 fündig:
    Hier präsentiert sich der SPD-Regionspräsident als Vorreiter für den Radverkehr:
    Auch ein prominenter Kommunalpolitiker der Partei Die Linke ließ sich auf dem Rad ablichten:
    Die Grünen plakatierten ebenfalls bei der Kommunalwahl 2016 in Hannover mit "Rad, Bus, Bahn Guter Plan":
    In Fundmentalopposition, bzw. in eine Haltung, "wir wollen Allen mit Allem gerecht werden", verfielen die hannoverschen Piraten 2016:
    Am wenigsten begeisterte sich die CDU für das Radverkehrsthema. Im Gegenteil, diese Partei fühlt sich anderen Verkehrsteilnehmern verpflichtet:
    Als ich am CDU-Wahlkampfstand zur Kommunalwahl 2016 bezüglich einer Grünen Welle für den Radverkehr nachfragte, erntete ich ungläubiges Staunen. Und natürlich, ich hatte es ja bereits befürchtet, erhielt ich die Auskunft, es ginge der CDU vor allem darum den Autoverkehr zu beschleunigen und die aus ihrer Sicht unfaire Bevorzugung des ÖPNV, des Radverkehrs und die zahlreichen Fußgängerampeln abzuschaffen, mit denen der Autoverkehr ausgebremst werde und mit deren Hilfe Rot-Grün angeblich eine Öko-Diktatur anstrebe.

    Draußen regnet es Bindfäden und meine Lust auf eine kleine Foto-Safari zur Sichtung aktueller Wahlplakate zur Bundestagswahl 2017 mit radverkehrspolitisch-relevanten Inhalten tendiert gegen Null. Aber auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein. Und hoffentlich folgen in den nächsten Tagen noch aktuellere Bilder. Natürlich ist jeder eingeladen seine eigenen Aufnahmen beizusteuern. Vielen Dank schon mal vorweg und viele Grüße, Ullie.

    Was man im Urlaub so alles entdecken kann: Zum Beispiel die Erste Radfahrerkirche in Weßnig am Elberadweg! Sie liegt in dem kleinen Örtchen Weßnig auf der linken Seite der Elbe (elbabwärts gesehen).

    Dass es davon noch viel mehr gibt, habe ich dann u. a. hier erfahren:

    Bekanntlich zog Jesus ja auf einem Esel in die Stadt Jerusalem ein, wo er mit großem Jubel empfangen wurde. Ganz im Gegensatz zum üblichen Verhalten berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit, die für einen feierlichen Einzug in der Regel ein Pferd wählten.


    Mal angenommen, Jesus würde heute unter uns erscheinen, dann hätte er wohl ein Fahrrad genommen anstatt ein Auto!


    Leider versäumte ich es einige Außenaufnahmen zu machen von der ersten Radfahrerkirche am Elberadweg. Vielleicht kommt ja wer vorbei und mag sie hier noch ergänzen?


    Hier ein Bild vom Kirchengestühl im Inneren: Im Hintergrund ist ein altes Uhrwerk zu sehen, das dort ausgestellt ist. Das passt zur Mechanik eines Fahrrades.

    Weshalb habe ich beim Lesen bloß geahnt, dass dieses realitätsferne Geschreibsel nur von der CDU stammen kann.Und tatsächlich ist es so. :cursing:
    "Verkehrsexperte" Dennis Thering hat Konkurrenz bekommen :thumbdown:

    "Das zunehmende Selbstbewusstsein von Fahrradfahrern führt leider auch zu Konfliktpotential, das es vor Jahren in diesem Ausmaß noch nicht gegeben hat."

    Da lese ich zwischen den Zeilen, dass Radfahrer sich gefälligst dem "richtigen Verkehr" unterzuordnen haben. Was mir zu solchen Sätzen einfällt, schreibe ich hier mal nicht, weil Malte sonst editieren und mich ermahnen müsste...

    Da versucht doch nur jemand sein eigenes Versagen zu kaschieren: "Der jahrzehntelang andauernde Versuch, den Radverkehr mit Stumpf und Stiel auszurotten, ist gescheitert." ;)

    Liebesnest für Verliebte Fahrräder:

    Zugegeben das war jetzt vielleicht ein bisschen indiskret, aber wie sollte ich ahnen, dass Fahrräder bisweilen möglicherweise ein ganz eigenes Liebesleben entwickeln?

    Gesehen am Bahnhof Hemmoor im Landkreis Cuxhaven/Niedersachsen

    Und so sehen die praktischen Fahrradboxen von außen aus:

    Also sehen die dort abgestellten Räder unter Umständen irgendwann so aus wie der Bügel?

    Davon ist auszugehen, dass dort Fahrräder beschädigt werden von parkenden Autos. Das hätte dann den Vorteil, dass möglicherweise der Fahrradbesitzer mit mehr Nachdruck ermittelt, wer da sein Fahrrad platt gefahren hat. Der Stadt scheint es jedenfalls ziemlich schnuppe zu sein, wer für das "Umbügeln" der Bügel verantwortlich ist.
    Stadtsprecher Alexis Demos in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung bemerkte dazu nur lapidar: "Möglicherweise sind die Schäden darauf zurückzuführen, dass Autos unachtsam eingeparkt wurden".

    Im selben Artikel nimmt auch der ADFC Stellung zu den neuen Fahrradbügeln: "Der ADFC findet die runden Bügel zwar nach wie vor praktischer, hat aber laut Hogrefe mit der neuen Kurt-Schumacher-Straße ein dringlicheres Problem. „Weil Lieferfahrzeuge Vormittags wegen der abgestellten Autos keine Lücken finden, halten sie auf den Fahrradstreifen“, beklagt er. Letztere seien zu bestimmten Zeiten deshalb gar nicht nutzbar. Deshalb fordert die Fahrradlobby, dass es für die Auto-Parkplätze am Straßenrand Sperrzeiten gibt. Ausweichmöglichkeiten bestünden schließlich in den umliegenden Parkhäusern."

    Das sehe ich übrigens genau so! In unmittelbarer Nähe, bequem fußläufig erreichbar, gibt es Hunderte von Auto-Stellplätzen in mehreren Parkhäusern. Wozu also die PKW-Standflächen im Straßenraum?

    Freilich besteht dann immer noch die Gefahr, dass Fahrräder beschädigt werden, nämlich durch den Lieferverkehr. Aber dafür lässt sich dann sicher auch noch eine Lösung finden. Und wenn es die bereits weiter oben vorgeschlagene Rüstungskonversion "Panzerkanonenrohre zu Fahradbügeln" ist. Nur sollte man dann nicht unvorsichtigerweise sein Fahrrad auf der Seite parken, die vom Lieferverkehr benutzt wird.

    Wer hat denn Fakten ignoriert? Und wer hat an welcher Stelle "wirre Verschwörungstheorien" zusammgestrickt? Geht's etwas weniger allgemein?

    Das eigentlich Schlimme ist doch, dass es gar keiner Verschwörungstheorien bedarf. Viele Missstände werden doch ganz offen als erstrebenswerte Zustände propagiert. So verkündete Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, während eines Treffens der Auto-Bundesland-Minister, das zeitgleich, sozusagen im Schatten des G20-Gipfels stattfand: "Stephan Weil sagte es mit Nachdruck: „Deutschland muss Autoland Nummer eins bleiben.“" Quelle: Der Tagesspiegel vom 7.7.2017:
    Umbruch in der Automobilwirtschaft / Ministerpräsidenten sorgen sich um Standort Deutschland

    Hat Ministerpräsident Weil nicht einen Amtseid abgelgt, dass er Schaden vom Lande Niedersachsen fernhalten will?
    Und dann ein solches Bekenntnis mit all seinen schlimmen Folgen.
    Bei dem Treffen wurde auch darüber gesprochen, wie weit man der Industrie entgegenkommen solle, wenn es um die Nachrüstung der Diesel-PKW mit zu hohen Abgaswerten gehe.

    Zur Wahl steht, erneut beide Augen feste zuzudrücken, weil nur so die Nachrüstung aus Sicht der Automobilhersteller finanzierbar sei, ohne die Kunden oder den Staat an der Nachrüstung finanziell beteiligen zu müssen.

    Oder darauf bestehen, dass die Autohersteller auf eigene Kosten deutlich spürbar und nachweisbar den Diesel sauberer machen, auch die bereits in Umlauf gebrachten Fahrzeuge.

    Zu befürchten ist, dass das Thema ausgesessen wird. Trotz Amtseid der die Ministerpräsidenten auf Gefahrenabwehr verpflichtet.

    Und was bedeutet das bezogen auf den zeitgleich tagenden G20-Gipfel, wo doch jeder von denen gerne Autoland Nummer Eins sein möchte. Und die weltweite Katastrophe, die damit einhergeht, dass das Auto als erstrebenswertes Massenverkehrsmittel propagiert wird?
    Wie schon gesagt, keine Verschwörungstheorie alles offen nachlesbar:

    Würde ich von abraten. Das Schild ist fremdes Eigentum, daran darf man sich nicht vergreifen.
    Ich sehe hier keine unmittelbare Gefahr, auf die man als Bürger sofort reagieren müsste.

    Du hast recht, in einem Land, in dem der Schutz des Eigentums so viel höher bewertet wird, als zum Beispiel die Gesundheit der Bürger, (siehe Nichtstun gegen Diesel-Dreckschleudern) sollte man mit Vorsicht die Gefahrenabwehr betreiben. Also bitte zunächst bei der nächsten Polizeiwache anrufen (in Hannover gibt es auch eine zentrale Nummer dafür, da kann man dann ggf. auch rauskriegen, wo sich die nächste Polizeiwache befindet), Gesprächspartner namentlich notieren, so dass jeglicher Diebstahlverdacht bereits beweisbar abgewendet ist.

    Explosivs Bedenken bezüglich einer kleineren Person (z. B. ein Kind) das zunächst von dem Schild verdeckt, plötzlich auf den Radweg tritt, ist m. E. allemal eine klare Gefahr, die sich aus der Positionierung des Schildes ergibt. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass jemand dich dafür verantwortlich machen wird, wenn du in so einer Situation nicht tätig wirst, um die Gefahr abzuwehren. Es könnte dir allerdings sehr erheblich zum Nachteil ausgelegt werden, wenn du dort schneller als Schrittgeschwindigkeit und ohne besondere Bremsbereitschaft an dem Schild vorbeifährst und dabei tatsächlich jemanden anfährst.

    Polizeidirektion Hannover, Telefon: 0511 / 109-0 (Einen Notruf unter 110 würde ich nicht tätigen, dazu ist die Gefahr zu abstrakt.)

    Hat jemand von euch schon einmal mit einer Behörde wegen so etwas korrespondiert?

    Eine in Hamburg weit verbreitete Unsitte. "Radweg" (benutzungspflichtig!) ohnehin viel zu schmal und dann auch so etwas. :cursing:

    Da gibt es nur eines, was zu tun ist:
    Das Schild einkassieren und ab damit zur nächsten Polizeiwache oder dem Ordnungsamt. Das Beweisfoto (wurde ja offensichtlich bereits angefertigt) dort vorzeigen und mit kleinem Vierzeiler (Ortsangabe, Zeit usw.) das Werbe-Schild dort stehen lassen. Jetzt komme mir keiner, dafür habe er keine Zeit. Denn die sparst du doppelt und dreifach ein, weil dein Beispiel Schule machen wird und langfristig dazu führt, dass du weniger Slalom fahren musst. (Bzw. Schlimmeres siehe Beitrag von "Explosiv": "Hinter dem Schild tritt ein Mensch hervor.")
    Es ist die einzige Chance, die wir als Fahrradfahrer haben, im Gegensatz zum MIV. Dort sitzt der ADAC dahinter und der hat gut bezahlte Leute, die sich um jeden Sch... kümmern.

    Mir wurde das schlaglichtartig klar, als ich als Elternvertreter an einer Unfallsicherheits-Sitzung unserer Schule teilnahm. Bei solchen Sitzungen ist stets ein ADAC-Vertreter dabei. Die haben dazu einfach die Organisation und sind leider stets präsent. Mein Antrag den ADAC-Verteter von der Sitzung auszuschließen wurde abgelehnt. (Es ging um Geschwindigkeitskontrollen und eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit vor der Schule.)
    Die Schulleitung verteidigte die Anwesenheit des ADAC-Verteters damit, dass man den ADAC nicht unter Generalverdacht stellen dürfe. Wie weltfremd ist das denn? Natürlich steht der ADAC-Verteter unter Verdacht, aber ganz gewaltig!

    Weil Autofahrer sich auf ihre Organisation verlassen (verlassen dürfen, muss man leider sagen) können wir als Fahrradfahrer uns leider nur in der Form gegen die systematische Benachteiligung der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer zu Wehr setzen, indem wir jeder selbst uns kundig machen und eingreifen, wo's geboten ist. Den ADFC zu stärken ist natürlich auch eine Option, aber der verfügt leider nicht über die selbe Durchsetzungskraft wie der ADAC.

    Juristisch betrachtet handelt es sich beim gezeigten "Engpass" meines Erachtens um eine Gefahrenabwehr, wenn man da einschreitet. Und selbst wenn nicht viel mehr dabei rauskommt als dass das Schild dann bei der Polizei oder dem Ordnungsamt rumsteht, so trägt es doch zur Erweiterung des Erfahrungshorizontes und der juristischen Quailifikation bei.

    Bei gefährlich aufgehängten Wahlplakaten habe ich so was schon gemacht. Die Vertreter der Ordnungskräfte reagierten gelassen bis freundlich. Wie aktiv die dann ihrerseits wurden entzieht sich leider meiner Kenntnis.

    In der Kurt-Schumacher-Straße in Hannover gibt es seit ca. einem Jahr neue Fahrradbügel, von denen in Kürze viele wieder beschädigt waren. Jedoch nicht durch Fahrräder. Dafür sind sie hinreichend stabil gebaut. Die Bügel sehen sehr filigran aus, haben aber dennoch eine recht auskömmliche Materialstärke, die jedoch bestimmten Fahrzeugen nicht gewachsen ist. Wer auf Durchreise ist und ein wenig Zeit hat, vom Hauptbahnhof aus sind es gerade mal ca 5 Minuten bis zu den neuen Fahrrad-Bügeln in der Kurt-Schumacher-Straße.



    Mein Vorschlag:
    Schwerter zu Pflugscharen!" Bzw.: "Panzer-Kanonenrohre zu Fahrradbügeln!"
    Sieht vielleicht nicht so elegant aus, hätte aber das Zeug zum Kunst-Projekt und würde vermutlich mehr Widerstand bieten.

    Noch eine bemerkenswerter Vergleich:Beim Terroranschlag in Berlin mit 11 Toten ist das Geschrei groß und überall werden Maßnahmen zum Schutz der Menschen ergriffen.
    Aufgrund der Luftverschmutzung sterben in 10 Minuten ungefähr genauso viele Menschen in Deutschland. Aber die sterben ja zu hause und niemand sieht sie.

    Der Vergleich an sich stammt aus dem Video, die Zahlen hatte ich nicht mehr im Kopf und habe sie gerade selbst zusammen gesucht.

    Auch darauf wird in dem Film ausdrücklich hingewiesen:
    "Das macht mich zornig. Weil das macht mich wirklich, wirklich böse. Sie müssen sich vorstellen, die Leute werden wirklich schwer krank, sie sterben. Sie sterben aber zu hause allein im Bett, deswegen macht es keinen großen Aufruhr." Zitat von Lungenfacharzt Norbert Mülleneisen, Leverkusen. Er kommt mehrfach in der ARD-Sendung zu Wort, unter anderem mit diesem Zitat bei Minute 28:10.
    Schau dir doch auch nochmal den ganzen Beitrag an, bin neugierig, was dir noch so ins Auge springt! Es ist ja eine Sache, was man sich selbst bereits für ein Bild von einer Sache gemacht hat. Aber wenn man das auch noch in einer gut gemachten Sendung bestätigt bekommt, ist das noch mal ein kleines "Sahne-Tupferl". Auch wenn's hier ganz und gar nicht um Sahne geht.
    Exclusiv im Ersten: Keine Luft zum Atmen
    10.07.2017 | 29 Min. | UT | Verfügbar bis 10.07.2018 | Quelle: Das Erste

    Allerdings eins fehlt mir in der Sendung: Die Schuld für schlechte Luft durch Autoabgase wird einseitig auf die Diesel abgeladen, dabei verdrecken auch Benziner die Luft. Und überhaupt ist die Geasamtproblematik, dass Verkehrsprobleme nicht durch Autoverkehr gelöst werden können (egal welcher Antrieb) zu kurz gekommen.

    Habe mir inzwischen den Beitrag nochmals genau angeschaut und dabei eine Antwort auf eine Frage gefunden die mich schon länger beschäftigt:
    Warum machen die das eigentlich?
    Ca. ab Minute 14:00 erläutert der Film die Abgasreinigung durch AGR und den Grund für die Abschaltung durch die Betrugssoftware:
    Warum werden die Motoren eigentlich abgeschaltet? Weil bei der Abgasreinigung ein Teil der Abgase in den Motor zurückgeführt wird. AGR (=Abgasrückführung) Dadurch wird der Stickoxidwert reduziert. Die Motoren jedoch verrußen, weil die zurückgeführten Abgase auch Ruß enthalten. (ab Minte 14:00)
    Dazu hab ich mir folgendes Schaubild erstellt:

    Bisher hatte ich die Fahrer von Dieselfahrzeugen ja meistens noch die "Opferrolle", die sie oft spielen, abgenommen. Vollig ahnungslos kaufen sie den Diesel-PKW vom Autohändler ihres Vertrauens und wissen gar nichts davon, welchen Schaden sie damit anrichten.

    Die Sendung jedoch kommt diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis. In der Sendung wird darauf hingewiesen, dass Autohersteller (genannt wird BMW) ihren Kunden eine Drosselung der Abgasareinigung per Software-Update in der Werkstatt anbieten, um die oben beschriebene Gefahr der Motor-Verrußung noch weiter zu senken, als es bereits durch die manipulierte Software ohnehin schon der Fall ist.
    Und in den Werkstätten sind diese Kunden kein Einzelfall. In Minute 15:15 wird darüber berichtet, dass die Hersteller ausdrücklich diese Maßnahme empfehlen.

    Wenn mir noch mal ein Diesel-PKW-Fahrer unter kommt, dann werde ich ihn erst mal fragen, ob er denn schon zum Updaten in der Werkstatt war, damit sein Motor nicht so schnell verrußt.

    Heute Abend um 22.10 Uhr im Ersten: Keine Luft zum Atmen

    Bin mit dem Link nicht weitergekommen, habe die Sendung aber auf diesem Weg gefunden:

    Ein Zitat einer von Autoabgasen geplagten Stadtbewohnerin aus der Sendung macht deutlich, dass auch die Umweltorganisationen in der Kritik stehen:
    "Wir als Menschen sind nichts wert! Wäre ich jetzt eine Feldmaus oder so was, würde ich mehr geschützt als als Mensch." (Minute 3:19)